L-ALANIN DEHYDROGENASE VON MYCOBACTERIUM MARINUM
Das in dieser Arbeit behandelte 40 kD-Antigen stellt in vielerlei Hinsicht ein interessantes Objekt für eingehende Studien dar.
Das Antigen war bereits in einen Expressionsvektor für Escherichia coli kloniert worden (Konrad & Singh, unveröffentlicht). Es sollte deshalb die Expression und die Aufreinigung des rekombinanten Proteins optimiert werden. Mit einer homogenen Proteinfraktion sollten dann die entscheidenden biochemischen Parameter des Enyzms bestimmt werden. Aus solchen Daten lassen sich erfahrungsgemäß Rückschlüsse auf die physiologische Funktion eines Enzyms ziehen. Es stellte sich hierbei die Frage, ob die hypothetische Aufgabe des Enzyms bei der Zellwandbiosynthese unterstrichen oder widerlegt werden kann. Im Falle einer Widerlegung sollten andere mögliche Funktionen eruiert werden.
Zudem können sich aus der Biochemie Ansatzpunkte für eine gezielte Beeinflußung des Enzyms in vivo ergeben. In diesem Zusammenhang ist erneut die physiologische Funktion der Schlüsselpunkt aller Anstrengungen. Wenn das Antigen für das Bakterium eine essentielle Rolle spielen sollte, dann könnten sich durch gezielte Versuche das Gen oder das Protein auszuschalten Möglichkeiten ergeben, den Tuberkulose-Erreger an einem definierten Punkt am Wachstum zu hindern. Das Protein wäre dann ideales drug target. Sollte das 40 kD-Antigen zudem, wie postuliert (Delforge et al., 1993), einen Virulenzfaktor darstellen, dann könnte durch solche Unternehmungen Einfluß auf die natürliche Virulenz des Bakteriums genommen werden. Durch verschiedene Ansätze sollte deshalb auch dieser Punkt überprüft werden.
Die Möglichkeit, mittels des mAb HBT-10 die Stämme M. tuberculosis und M.bovis BCG zu diskriminieren, ermöglicht es Verfahren zu entwickeln, die eine Infektion von einer Impfung unterscheiden können. Dies ist mit den gebräuchlichen Screeningverfahren, dem PPD- oder dem Mantoux-Test, nicht möglich (Bass Jr. et al., 1990; Huebner et al., 1993). Durch die Analyse der Verbreitung des Gens bzw. des Genprodukts sollte die Grundlage dafür geschaffen werden, eine rationelle Verfahrensentwicklung für einen solchen Test zu ermöglichen. Zudem sollte untersucht werden, ob das Vorhandensein eines funktioneilen Enzyms mit irgendwelchen anderen Parametern korreliert. Insbesondere auf taxonomische und virulente Zusammenhänge wurde hierbei Wert gelegt. Auch bestimmte natürliche Lebensweisen oder der Eintritt in bestimmte Wachstumsphasen könnten mit der Alanin Dehydrogenase in Zusammenhang stehen. Diesen Fragen sollte auf den Grund gegangen werden.
2. Materialien und Methoden
2.1 Lebendes Material
2.1.1 Bakterien
2.1.1.1 E.coli Stämme
Der Stamm Escherichia coli wurde verwendet um die Expression des rekombinanten 40 kD-Antigens zu optimieren (Tab. 2.1). Zudem wurden in ihm bereits klonierte mykobakterielle Antigene überproduziert (Tab. 2.2).
Tab. 2.1 : Benutzte Expressionsstämme und deren relevante Eigenschaften
Stamm Genotyp und relevanter Phänotyp Herkunft / Referenz
E.coli CAG 629 /ac(am) pΛo(am) tVp(am) s-/pC
ts rps a/(am) Ion C.Gross
E.coli DH5α sυpE44 Δ/acU169(φ80 lad Δ 15) ΛscfR17 ΛecA1 Hanahan (1983) en A1 gyrA96 thi- , re!M
E.coli TG2 supE hsdA5 thiA{lac-proAB) Δ(srf-recA)306::Tn10(TetR) Sambrook ef al. (1989) F'( -aD36 proA+ lacP /acZM15)
E.coli SURE hsdR merk mcrB mvr eπcA s-/pE44 thiA λ- σyrA96 Stratagene re/A1 lac recB recJ εbcC umuC uvrC (F'proAB /aclqZ ΔM15 Tn10(TetR))
E.CO// BL 321 rnd 05 nac/B+ puri+ Studier (1975)
E.coli N 4830 s-/° his ilv galKAQ AchlD-pgl (λ ΔBam N+ clls857 ΔHI) Gottesman ef al. (1980)
E.coli 538 Genotyp unbekannt Bayer AG
~ab.2.2 (1/2) : Produzenten mykobakteπeller Antigene und deren Charakteπstika
Es ist angegeben, welches Antigen von den jeweiligen Stämmen produziert wird. Die beiden letzten Spalten geben die Anzuchtbedingungen wieder (siehe auch 2.5.2).
Stamm Herkunft/ Referenz(en) Produkt Antibiotika Induktion
E.CO//BL21 (pKAM1301) J. van Embden GST-36 kD-Antigen, Ap IPTG M.leprae
E.coli BL21/p!ys5 J. van Embden 70 kD-Antigen, Ap + Cm IPTG
(pKAM3601) M.leprae
E.coli CAG629 (p S9-2) Singh etal. (1992) 38 kD-Antigen, Ap Hitze M.tuberculosis
Eco//CAG629(pMS14-1) Cherayil&Young(1988) 28 kD-Antigen, Ap Hitze
Dale&Patki(1990) M.leprae
Singh et al. (unveröff.)
E.coli M15(pHISK16 Verbonefa/. (1992) 16 kD-Antigen, Ap IPTG
+ pREP4) Vordermeier et al. (1993) M.tuberculosis
Eco// 1697 V. Mehra His-30 kD-Anligen, Ap + Km IPTG M.tuberculosis
E.CO// 1698 V. Mehra His-30 kD-Antigen, Ap + Km IPTG M.leprae
E.coli POP (pKAM2101) J. van Embden 70 kD-Antigen, Ap Hitze M.tuberculosis
E.coli POP (pRIB1300) Tholee/a/. (1987) 65 kD-Antigen, Ap Hitze van Edenef a/. (1988) M.bovis BCG
E.coli POP (pZW1003) Mehra etal. (1986) 65 kD-Antigen, Ap Hitze van der Zee et al. (unveröff.) M.leprae
E.CO//TB1 (pKAM1101) diGuanefa/. (1987) MBP-36 kD-Antigen, Ap Hitze ainaefa/. (1988) M.leprae Tholee a/. (1990)
Tab. 2.2 (22) : Produzenten mykobakteπeller Antigene und deren Charakteristika
Es ist angegeben, welches Antigen von den jeweiligen Stämmen produziert wird. Die beiden letzten Spalten geben die Anzuchtbedingungen wieder (siehe auch 2.5.2).
Stamm Herkunft / Referenz(en) Produkt Antibiotika Induktion
Eco//TB1 (pKAM4101) J. van Embden MBP-2nd 65 kD- Ap Hitze Antigen, M.leprae
E.CO//TB21-8/2 Khanolar-Young et al. (1992) MBP-10 kD-Antigen, Ap IPTG Mehra er al. (1992) M.tuberculosis
E.CO//TG2 - 50/55 Sal C.Espitia; M. Singh 50/55 kD, large frag., Ap IPTG large M.tuberculosis
2.1.1.2 Mykobakterielle Stämme
Tab. 2.3 (1/3) : Benutzte Mykobaktenen und deren Herkunft
Stamm Abkürzung Genaue Bezeichnung, Herkunft
M.af canυm 1 Afr1 M.africanum nr.5544, RIV
M.asiaticum 1 Asi1 M.asiaticum 3250, Portaals
M.avium 1 Avi1 M'.avium Myc 3875, Serotype 2, RIV
M.bovis 3 Bov3 M.bovis nr.8316, RIV
M.bovis BCG 2 BCG2 M.bovis Copenhagen, Serumsinstitut Copenhagen
M.bovis BCG 4 BCG4 M.bovis BCG P3, RIV
M.chelonae 7 Che7 M.chelonei 1490, P.Dirven
M.flavescens 1 Fla1 M.flavescens ATCC 14474, RIV
M.fortuitum 11 For11 M.fortuitum ATCC 6841, RIV
M.gastri 1 Gas1 M.gastri ATCC 25220, RIV
M.gordonae 3 Gor3 M.gordonae 8960, Portaals
Tab. 2.3 (2/3) : Benutzte Mykobaktenen und deren Herkunft
Stamm Abkürzung Genaue Bezeichnung, Herkunft
M.intracellulare 1 In» M.intracellulare 6997, ATCC 15985, Portaals
M.intracellulare 5 Int5 M.intracellulare IWG MT3, RIV
M.kansasii 1 Kan1 M.kansasii Myc 1012, RIV
M.lufυ 1 Luf1 M.lufu 219, RIV
M.marinum 3 Mar3 M.marinum L66, Portεals
M.microti 1 Mid M.microti
Portaals
M.nonchromogenium 1 Non1 M.nonchromogenium ATCC 25145, RIV
M.parafortuitum 1 Paf1 M.parafortuitum nr.6999, Portaals
M.peregrinum 1 Perl M.peregrinum, Patient Bakker, TB6849, Antonie Ziekenhuis
M.phlei 1 Phl1 M.pΛ/e/ 258 (P ), Portaals
M.phlei 4 Phl4 M.phlei Weybridge R82, Tony Eger
M.scrofulaceu 1 Scr1 M.scrofulaceum Myc 3442, RIV
M.scrofulaceum 8 Scrδ M.scrofulaceum Myc 6672, RIV
M.simiae 1 Sim1 M.simiae 784, Tony Ecer
M.smegmatis 1 Sme1 M.smegmatis ATCC 14460, RIV
M.smegmatis 3 Sme3 M.smegmatis 8070, Portaals
M.terrae l Ter2 M.terrae, RIV
M.thermoresistibile 1 The1 M.thermoresistibile nr.7001, Portaals
M. triviale 1 Tri1 M.triviale 8067, Portaals
M.tuberculosis H37RV H37RV M.tuberculosis H37RV, RIV
M.tuberculosis H37Ra H37Ra M.tuberculosis H37Ra, nr.19529, RIV
M.tuberculosis 1 Tub1 M.tuberculosis 4514, RIV
M.tuberculosis 49 Tub49 M.tuberculosis Cy Sang-Hae Cho, Südkorea
M.tuberculosis 60 Tub60 M.tuberculosis S2, Sang-Hae Cho, Südkorea
Tab. 2.3 (3/3) : Benutzte Mykobaktenen und deren Herkunft
Stamm Abkürzung Genaue Bezeichnung, Herkunft
M.tuberculosis 118 Tub118 M.tuberculosis Myc 16293, Hannoufi
M.tuberculosis 130 Tub130 M.fuberc.//os/s,patient yy, Strichcode 3.1265, Dr.BijImer,
Den Haag
M.tuberculosis 132 Tub132 M.tuberculosis Myc 16770, RIV
M.tuberculosis 145 Tub145 M.tuberculosis 416138N, Patient N.Wielaart, Reg.Nr. 7.796.267, WKZ, Utrecht
M.tuberculosis 146 Tub146 M.tuberculosis, Abdi Hussein
M.tuberculosis 163 Tub163 M.tuberculosis 925, Patientenisolat Nr. 32, INH>1, StrR, RifS, EthS
M.ulcerus 1 Uld M.ulcerus 932, Portaals
M.vaccae 3 Vac3 M.vaccae ATCC 25950, RIV
M.xenopi 7 Xen7 M.xenopi code 132, Patient Alois Necas, H.Kristanpul, Prag
2.1.1.3 Andere Bakterieπstämme
Tab. 2.4 : Weitere benutzte Bakterienstämme
Stamm Herkunft
Listεria monocytogenes EGB Andreas Lignau
Listeria innocua Andreas Lignau
Nocardia asteroides 702774 Juul Bruins
Rodococcus equi πr.10P388 VMDC, Utrecht
-ff-
2.1.2 Zellkultur
Benutzt wurde die Mäuse Makrophagen Zelünie J774. Diese Zellinie war ursprünglich aus einem Tumor einer weiblichen BALB/c Maus etabliert worden (Ralph & Nakoinz, 1975). J774 wird für Phagozytose-Assays, zur Produktion von IL-1 und für vielfältige biochemische Untersuchungen benutzt. Sie besitzt Rezeptoren für Immunglobuline und Komplement. Desweiteren produziert J774 Lysozym in großen Mengen und sekretiert IL-1 konstitutiv (Ralph & Nakoinz, 1976; Snyderman et al., 1977). Die Aufnahme von Bakterien erfolgt durch Phagozytose. Direkte Zytolyse von Fremdorganismen ist relativ selten.
2.2 Nukleinsäuren
2.2.1 Plasmide
pJLA604Not
Abb. 2.1 : Das Plasmid pJLA604Not und seine relevanten funktionellen Abschnitte
Dieses 4,9 kb große Plasmid, ein Derivat von pJLA 604 (Schauder et a/.,1987), wurde als Expressionsvektor verwendet (Abb. 2.1). Das Plasmid pJLA604Not (Konrad & Singh, unveröffentlicht) unterscheidet sich von pJLA604 dadurch, daß die Nde\-
Schnittstelle entfernt, und statt dessen eine /Vorf-Schnittstelle eingebaut wurde. Das Leseraster der Translation beginnt mit dem ATG-Codon der SpΛl-Schnittstelle. Die Transkription startet an den Lambda-Promotoren PR und PL, wird jedoch bei Temperaturen von 28-30°C durch das clts857-Genprodukt effektiv reprimiert. Induktion wird durch Erhöhung der Temperatur auf 42°C erreicht. Bei dieser Temperatur wird der temperatursensible Lambda-Repressor inaktiv und kann die Transkription nicht mehr reprimieren. Die Transkription endet am fd-Terminator. Zudem besitzt der Vektor die afpE Translations-Initiationsregion (TIR) von E.coli. Dieser Abschnitt ist sehr nützlich für die Initiation der Translation, da er nur wenig störende Sekundärstrukturen besitzt und dadurch eine hohe Expressionsrate gewährleistet (McCarthy et al., 1986). Als Selektionsmarker verfügt das Plasmid über das ß-Lactamase-Gen, das für eine Ampicillinresistenz codiert.
Als negatives Kontrollplasmid wurde auch pJLA603 verwendet, das bis auf wenige Basen in der Klonierungsstelle mit pJLA604 identisch ist.
pMSK12
fd - Transkription- Terminator
Abb. 2.2 : Das Plasmid pMSK12 und seine relevanten funktioneilen Abschnitte
Dies ist ein Derivat des Plasmids pJLA604Not, bei dem zwischen die SpΛI- und die
Λ/o l-Schnittstelle das 40kD-Antigen von Mycobacterium tuberculosis kloniert wurde (Abb. 2.2; Konrad & Singh, unveröffentlicht).
2.2.2 Oligonukleotide
Sämtliche Oligonukleotide (Tab. 2.5) wurden von Frau Astrid Hans (GBF, Braunschweig) an einem 394 DNA/RNA Synthesizer (Applied Biosystems) hergestellt. Gereinigt wurden die Oligonukleotide mit einer Oligonucleotide Purification Cartridge (Applied Biosystems).
Tab. 2.5 : Verwendete Oligonukleotide
Bezeichnung Sequenz Orientierung
AlaDH-F1 S'-ATGCGCGTCGGTATTCCG-S' forward
AlaDH-F1 + 5'-GCGCGTCGGTATTCCGACCG-3' forward
AlaDH-F2 5'-GAGACCAAAAACAACGAA-3' forward
AlaDH-F4 S'-GAATTCCCATCAGCAATCTTGCAGA-S' forward
AlaDH-F5 5'-GCCCCGATGAGCGAAGTC-3' forward
AlaDH-F6 5'-GGGGCCGTCCTGGTGCC-3' forward
AlaDH-F7 5'-GACGTCGACCTACGCGCTGAC-3' forward
AlaDH-R1 5'-CTCGGTGAACGGCACCCC-3' reverse
AlaDH-R2 5'-GGCCAGCACGCTGGCGGG-3' reverse
AlaDH-R3 5'-CACCCGTTCGGACAGTAA-3' reverse
AlaDH-R4 5'-CGCGGCCGACATCATCGC-3' reverse
AlaDH-R5 5'-GGCCGACATCATCGCTTCCC-3' reverse
AlaDH-R6 5'-CGAGACTAATTTGGGTGCCTTGGC-3' reverse
AlaDH-R7 5'-A"TTTGGGTGCCTTGGC-3, reverse
AlaDH-RM 5'-GGCGGCGAGTCGACCGGC-3' reverse
O 98/32862
- 71 - ie Lokalisation der Oligos auf dem AlaDH-Gen ist in Abb. 2.3 schematisiert.
ttccgggtgg ccatcacccc ggccggcςtc gcggaactaa cccgtcgtgg ccatgaggtg 105 ctcatccagg cεggtgccgg agagggctcg gctatcaccg acgcggattt caaggcggca 165 ggcgcgcaac tςgtcggcac cgccgaccag gtgtgggccg acgctgattt attgctcaag 225 gtcaaagaac cgatagcggc gcaatacgoc cgcctgcgac acgggcagat cttgttcacg 285 ttcttgcatt tggccgcgtc acgtgcttcc accgatgcgt tgttggattc cςgcaccacg 345
F5 > tcaattgcct accagεccgt ccagaccσcc gacggcgcac tscccctgct tgccccgatg 405
F5 ≠ RM agcgaagtcg cccgtcgact cgccgcccag gttggcgctt accacctgat gccaacccaa 465 gggggccgcg gtgtgctgat gggcggggtg cccggcgtcg aaccggccga cgtcctggtg 525 atcggcgccg gcaccgccgg ctacaacgca gcccgcatcg ccaacggcat gg cgcgacc 585 gttacggttc tagacatcaa catcgacaaa cttcggcaac tcgacgccga gttctgcggc 645 cggatccaca ctcσctactc atcggcctac cagctcgagg gtgccσtcaa acgtcccgac 705
F6 > — - R7 -RS ctggtgattg gggccgtcct ggtgccaggc ςccaaggcac ccaaattagt ctccaattca 765 cttgtcgcgc atatgεascc aggtgcggta ctσgtcgata tagccatcga ccagg cgσc 825 tgtttcgaag σctcaccacc gaccacctac gaccacccga cgttcgccgt gcacgacacg 885 ctgttttact gcctggccaa catgcccgcc tccgtgccca agacgtcgac ctacccgctg 945 accaacgcga cgatgccgta tgtgctcgag cttgccgacc atggctggcg ggccccgtgc 1005
< R3 cggtccaatc cggcactacc caaacgtctt tcgacgcacσ aagσggcott actctcccaa 1065
< — R3 -ζ r — '- — '• '-R2 ~ cgggtggcca ccςacctggg gctgccgttc accgagcgcg ccagcgtgct ggcctgactc 1125
"^ < " R5 R4 tcggccgctc gttacgccσa ccacacgtcg ggagtaaggg aagcgatgat gtcggccgcg 1185
Abb. 2.3 : Die veiv/endeten Oligos und ihre Lage auf dem AlaDH-Gen
2.3 Rezepturen
Alle unter diesem Punkt beschriebenen Lösungen wurden v/eitestgehend nach Sambrook et al. (1989) hergestellt.
2.3.1 Nährmedien
kB
10 g Bacto-Trypton (Difco), 5 g Bacto-Hefeextrakt (Difco), 10 g NaCI ad 1000 ml H20, pH 7,0, autoklavieren
-1JI -
Iß
12 g Bacto-Trypton (Difco), 24 g Bacto-Hefeextrakt (Difco), 4 ml Glycerin (87 %), 2,31 g
KH2PO4, 12,54 g K2HPO4 ad 1000 ml H2O, die Phosphatlösungen werden getrennt von den anderen
Komponenten autoklaviert und hinterher zugemischt
SOC
2 % Bacto-Trypton (Difco), 0,5 % Bacto-Hefeextrakt (Difco), 10 mM NaCI, 2,5 mM KCI, 10 mM MgCI2ι 10 mM MgS04) 20 mM Glucose ad 1000 ml H20, pH 7,0, die Glucose wird getrennt von den anderen Komponenten autoklaviert und hinterher zugegeben
LÖWENSTEIN
Benutzt wurden gebrauchsfertige Coletsos Ossein Schrägagarröhrchen (Sanofi
Diagnostics Pasteur).
FESTMEDIEN :
Zur Herstellung von Platten (90 mm, Greiner) der oben beschriebenen Nährmedien wurde der jeweiligen Rezeptur 1,5% Agar beigemischt.
ANTIBIOTIKA
Antibiotika wurden den Flüssigmedien kurz vor Gebrauch aus Stammlösungen zugegeben. Bei Herstellung von Festmedien wurde mit der Zugabe gewartet, bis die Lösung nach dem Autoklavieren handwarm war. Benutzt wurden die in Tab. 2.6 aufgeführten Antibiotika.
Tab. 2.6 : Benutzte Antibiotika und eingesetzte Konzentrationen
Antibiotika Endkonzeπtration gelöst in
Ampicillin 100 μg/ml Wasser
Chloramphenicol 20 μg/ml Ethanol
Gentamicin 100 μg/ml gebrauchsfertig (Sigma)
Kanamycin 30 μg/ml Wasser
2.3.2 Pufferlösungen
L-PUFFER : 50 mM Tris base, 10 mM EDTA, pH 6,8, autoklavieren
TE : 10 mM Tris base, 1 mM EDTA, pH 7,4, autoklavieren
TAE : 40 mM Tris-Acetat, 1 mM EDTA, pH 8,0, autoklavieren
TBE : 89 mM Tris base, 89 mM Borsäure, 2 mM EDTA, pH 8,0, autoklavieren
TBS : 50 mM Tris base, 137 mM NaCl, 3 mM KCl, pH 7,4, autoklavieren
TBS-TWEEN : TBS +0,05% Tween-20
PBS : 137 mM NaCl, 3 mM KCl, 8 mM Na2HP04, 2 mM KH2PO4, pH 7,0, autoklavieren
2.6.4 Alanin Dehydrogenase Assays
2.6.4.1 Quantitativer Assay
Der qualitative Nachweis der AlaDH beruht auf einer Reihe von Redoxreaktionen, gemäß folgendem Reaktionsschema (Inagaki et al., 1986; Andersen et al., 1992) :
L- Alanin
'
AlaDH
Pyruvat
Abb. 2.4 : Prinzip des Alanin Dehydrogenase - Assays
Das violette Endprodukt ist hierbei sehr gut mit dem bloßen Auge zu erkennen. Dieser Assay wurde einerseits zum schnellen Screening von FPLC-Fraktionen und andererseits zur Demonstration von AlaDH-Aktivität in nativen Proteingelen benutzt.
Basis dieses Assay ist ein Reaktionsmix bestehend aus 1/2 Vol. 0,5 M Glycin-KOH, pH 10,2 und je 1/8 Vol. 0,5 M L-Alanin, 6,25 mM NAD+, 2,4 mM NBT und 0,64 M PMS.
Zur Analyse von Proteinfraktionen wurde der Substratmix 1 :1 mit der zu testenden Lösung versetzt. Native Gele wurden nach der Elektrophorese direkt in 10 ml Substratmix inkubiert.
Eine positive Reaktion ist nach spätestens 5 min zu erkennen.
WO 98/32862
- 15 -
2.6.4.2 Semiquantitativer Assay
Dieser Assay wurde zur Untersuchung von AlaDH-Aktivitäten in Mykobaktenen verwendet.
Die Mykobaktenen wurden auf Löwenstein-Medium angezogen. Mit der Impföse wurden Bakterien von den Schrägagar-Röhrchen abgenommen, in Wasser resuspendiert und auf eine Trübung äquivalent zu einem McFarland Standard Nr.5 eingestellt. Zur Trennung von Zellaggregaten wurden die Suspensionen für 10 min im Ultraschallbad behandelt.
Anschließend wurden die Zellen 1:1 mit Reaktionsmix (siehe 2.6.4.1) versetzt und 10 min bei RT inkubiert. Nach zweiminütiger Zentrifugation bei 20.000 g wurde die Absorption des Überstandes gegen den Blindwert gemessen.
Als Referenzmessung diente ein Ansatz, dem kein L-Alanin zugesetzt war.
Eine Absorptionsänderung von einer Einheit pro Minute in diesem Test entspricht etwa einer Absorptionsänderung von drei Einheiten pro Minute beim quantitativen Assay (Messung bei 340 nm, siehe 2.6.4.3).
2.6.4.3 Quantitativer Assay
Bei diesem Assay wurde direkt die quantitative Änderung des NADH-Gehaltes bei 340 nm gemessen.
Die Standardreaktionsansätze harten ein Volumen von 1 ml. Die Zusammensetzung ist in Tab. 2.7 gezeigt. Die Absorption wurde über 10 min hinweg bei 37°C und 340 nm verfolgt. Der Extinktionskoeffizient ε von NADH beträgt bei 340 nm 6,22 x 106 cm2/mol.
Die Standardansätze wurden zur Bestimmung der biochemischen Eigenschaften des Enzyms wie jeweils im Text angegeben variiert. Jeder dargestellte Meßpunkt stellt den Mittelwert aus mindestens zwei, in der Regel aber drei, unabhängigen Messungen dar.
- \ 6 -
Eine AlaDH-Einheit ist als die Enzymmenge definiert, die in einer Minute die Bildung on 1 μmol NADH in der oxidativen Desaminierung katalysiert.
Tab. 2.7 : Zusammensetzung des quantitativen AlaDH-Assays
Die Zusammensetzung des Reaktionsansatzes für die oxidative Desaminierung ist links, die für die reduktive Aminierung rechts gezeigt.
Oxidative Desaminierung Reduktive Aminierung
125 mM GIycin KOH, pH 10,2 1 NH4CI / NH4OH, pH 7,4
100 mM L-Alanin 20 mM Pyruvat
1 ,25 mM NAD+ 0,5 mM NADH
2.6.5 Densitometrie
Densitometrie wurde benutzt um eine Quantifizierung des Expressionslevels der AlaDH zu machen. Desweiteren wurden hiermit die Signale der Epitopkartierung quantifiziert und ins Verhältnis zueinander gesetzt.
Die Durchführung erfolgte mit einem Personal Densitometer (Molecular Dynamics) mit der Software Image Quant (Molecular Dynamics).
- 1? -
3.5 Die Verbreitung der Alanin Dehydrogenase innerhalb der Mykobaktenen
Sowohl auf Gen-, als auch auf Proteinebene, sollte als nächstes untersucht werden, in welchen Mykobaktenen eine Alanin Dehydrogenase vorhanden ist. Ausgehend von der Virulenz war hierbei die Fragestellung, ob die AlaDH-Aktivität mit dieser Eigenschaft korreliert.
3.5.1 In vivo AlaDH-Aktivität
Da AlaDH-Aktivität in der Mikrobenwelt eher die Ausnahme als die Regel darstellt, war es interessant zu hinterfragen, ob dieses Enzym innerhalb der Mykobaktenen ubiquitär ist, oder ob es auf bestimmte Spezies und Stämme beschränkt ist. Dadurch können dann wiederum Rückschlüsse auf Fragen gezogen werden wie :
^ Haben AlaDH produzierende Stämme Gemeinsamkeiten in der Lebensweise ?
^ Induziert eine bestimmt Wachstumsweise oder - phase die AlaDH-Produktion ?
^ Wie erfolgt die Regulation der AlaDH ?
^ Können andere Stoffwechselwege die von der AlaDH katalysierte Reaktion
ersetzen ?
"^ Welchen Phänotyp müssten AlaDH Mutanten zeigen ?
Es wurden deshalb alle verfügbaren Stämme auf Produktion von AlaDH-Aktivität hin untersucht. Das Repertoir umfasste insgesamt 44 mykobakterielle Stämme, die 29 verschiedene Spezies repräsentieren. Zudem wurden die beiden mit den Mykobaktenen eng verwandten Stämme Nocardia asteroides und Rhodococcus equi getestet.
Um die im Testsystem gemessenen Aktivitäten miteinander vergleichen zu können, wurden alle Bakteriensuspensionen auf eine Dichte eingestellt, die der Trübung eines McFarland Standards Nr.5 entspricht. Die Stämme befanden sich zum Zeitpunkt der Messung in der späten exponentiellen Phase.
Neben der AlaDH-Messung wurde auch eine Messung durchgeführt, bei der im Reaktionsansatz L-Alanin fehlte. Die Aktivität dieses Ansatzes ist ein Maß für andere parallel ablaufende NAD+-reduzierende Prozesse. Die Differenz zwischen diesem Ansatz und dem Standardansatz entspricht der Netto-AlaDH-Aktivität (ΔAsgs-Wert).
Gemäß der gemessen Aktivitäten lassen sich die untersuchten Stämme in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe ist die der stark-positiven Stämme (Tab.3.11). In dieser Gruppe sind die Stämme zusammengefasst, die eine AlaDH-Aktivität von mehr als 0,5 ΔA595-Einheiten im benutzen Testsystem aufweisen.
Tab 3.11 : Stämme mit stark-positiver AlaDH-Aktivität
Die Durchführung dieses Assays ist in 2.6.4.2 beschrieben.
Stamm AI; aDH-Aktivität [ΔA595]
M.marinum 3 2,327
M.chelonae 7 1 ,842
M.microti 1 0,919
M.tuberculosis H37RV 0,592
-'9-
Als stark-postiv klassifiziert wurden die beiden für Fische pathogenen Stämme M.chelonae und M.marinum, sowie die beiden ebenfalls pathogenen Stämme M.microti und M.tuberculosis H37RV, letzteres ein virulenter Tuberkulose-Referenzstamm.
Die zweite Gruppe, die der mäßig-positiven Stämme, umfasst jene mit einer Aktivität zwischen 0,1 und 0,5 ΔAsgs-Einheiten (Tab.3.12).
Tab.3.12 : Stämme mit mäßig-positiver AlaDH-Aktivität
Die Durchführung dieses Assays ist in 2.6.4.2 beschrieben.
Stamm AlaDH-Aktivität Stamm AlaDH-Aktivität iΔAsgsl [ΔA595]
M.smegmatis 3 0,375 M.fuöerc-//os/s 49 0,138
M.ulcerus 1 0,369 M.tuberculosis 130 0,118
M.afήcanum 1 0,287 M.smegmatis 1 0,116
M.f-/berc-//os/s 118 0,210 M.tuberculosis 132 0,111
M.tuberculosis 145 0,190 M.tuberculosis 146 0,111
M.intracellulare 1 0,155 M.tuberculosis 1 0,110
In dieser Gruppe finden sich, außer M.smegr atis, nur pathogene, klinische Isolate von M.tuberculosis und anderen Mykobaktenen wieder. Beide getesteten Stämme von M.smegmatis zeigen jedoch auch sehr hohe NAD+-reduzierende Aktivitäten in Abwesenheit von L-Alanin. Es ist an dieser Stelle noch wichtig zu erwähnen, daß der Stamm M.smegmatis 1-2c (ein Derivat von M.smegmatis mc26; Zhang et al., 1991 ; Garbe et al., 1994; von Dr. Peadar 0 Gaora, St.Mary's Hospital, London), ein Stamm für genetische Arbeiten in Mykobaktenen, keine AlaDH-Aktivität zeigt, aber ebenfalls über eine hohe Hintergrundaktivität verfügt.
In der letzten Gruppe schließlich sind alle Stämme aufgeführt, die als für AlaDH- ktivität negativ befunden wurden, d.h. die eine Aktivität von weniger als 0,1 ΔA595- inheiten aufweisen (Tab.3.13).
Tab.3.13 : Stämme ohne AlaDH-Aktivität
Die Durchführung dieses Assays ist in 2.6.4.2 beschrieben.
Stamm AlaDH-Aktivität Stamm AlaDH-Aktivität [ΔA595] [ΔA595]
N. asteroides 1 0,048 M.bovis BCG 4 0,001
M.flavescens 1 0,042 M.terrae 2 0,001
M.tuberculosis H37Ra 0,032 M.tuberculosis 60 0
M.nonchromogenium 1 0,026 M.tuberculosis 163 0
M.fo uitum 11 0,022 M.gastri 1 0
M.asiaticum 1 0,021 M.gordonae 3 0
M.bovis BCG 2 0,013 M.kansasii 1 0
M.lufu 1 0,013 M.parafortuitum 1 0
R.equi l 0,011 M.perigrinυm 1 0
M.bovis 3 0,010 M.phlei 1 0
M.scrofulaceum 1 0,009 M.phlei 4 0
M.intracellulare 5 0,007 M.scrofulaceum 8 0
M.thermosresistibile 1 0,006 M.simiae 1 0
M.avium 1 0,002 M.vaccae 3 0
M.triviale 1 0,002 M.xenopi 7 0
Diese weitaus größte Gruppe umfaßt vor allem opportunistische und nicht-pathogene Stämme, sowie die beiden mit den Mykobaktenen verwandten Stämme Nocardia asteroides und Rhodococcus equi. Ausnahme waren zwei klinische Tuberkulose-
Isolate, sowie der Erreger der Rinder-Tb, M.bovis, aber auch die beiden untersuchten Impfstämme von M.bovis BCG.
Eine graphische Darstellung der AlaDH-Aktivitäten ist in Abb. 3.16 nach phylogenetischen Gesichtspunkten geordnet wiedergegeben.
M.terrae verwandte tvUυbercυbsis Complex .foriυitυm verήs
MAIS co i≤x Complex Stimme Complex St£τ,
langsam wachsende Stamme schnell eisende nich'.-rny obakterie'le S'.βrr.rre Stamme
Abb. 3.16 : AlaDH-Aktivität im Reich der Mykobaktenen
Die genaue Bezeichnung der einzelnen Stämme ist in Tab. 2.3 wiedergegeben. Die Angaben schnell wachsend bzw. langsam wachsend dürfen nicht streng genommen werden, sondern stellen vielmehr eine Tendenz innerhalb der gezeigten Gruppen dar.
Zusammenfassend läßt sich die Verbreitung von AlaDH-Aktivität innerhalb der Welt der Mykobaktenen so beschreiben :
© Die mit Abstand höchste Aktivität zeigen die beiden für Fische pathogenen Stämme M.chelonae und M.marinum.
2) Innerhalb der Stämme von M.tuberculosis ist eine Tendenz vorhanden, nach der mit abnehmender Virulenz auch die AlaDH-Aktivität abnimmt (H37RV > klinische Isolate > H37Ra).
D Alle als positiv klassifizierten Stämme sind virulent. Einzige Ausnahme ist M.smegmatis, das aber anhand seiner hohen Hintergrundaktivität leicht zu unterscheiden ist.
© Nicht alle virulenten Stämme sind AlaDH positiv.
© M.tuberculosis läßt sich mittels AlaDH-Aktivität vom Impfstamm M.bovis BCG unterscheiden.
3.5.2 Das Gen für die Alanin Dehydrogenase
3.5.2.1 Die ersten PCR-Fragmente
Nachdem nun die AlaDH-Aktivitäten innerhalb der verschiedenen Stämme quantifiziert worden waren, stellte sich als nächstes die Frage, warum einige Stämme das Enzym produzieren, andere aber nicht. Auch das Ausmaß der Expression unterscheidet sich selbst zwischen eng verwandten Arten teilweise deutlich.
Das Fehlen meßbarer Aktivität kann bis zu einem gewissen Grad eine Erklärung darin finden, daß sich nicht alle Stämme in der exakt selben Wachstumsphase befanden, da es sehr schwer ist alle Stämme parallel, im gleichen Stadium befindlich anzuziehen. Aber das Ausbleiben von Aktivität könnte auch einen Grund darin haben, daß sich genetische Änderungen auf die Expression des Gens auswirken. Diese Änderungen könnten im kodierenden oder im regulatorischen Bereich aufgetreten sein.
Um diese Tatsache zu überprüfen wurde versucht das AlaDH-Gen aus verschiedenen Stämmen mittels PCR ganz oder teilweise zu amplifizieren. Als Primer dienten hierzu
auf der Sequenz von M.tuberculosis H37RV basierende Oligonukleotide (Andersen et al., 1992; siehe Abschnitt 2.2.2, Tab. 2.5).
Die zum Nachweis der AlaDH verwendeten Primerpaare, die jeweils zu erwartende Länge der Produkte und die jev/eils benutzten Aπnea//t7g-Temperaturen der PCR sind in Tab. 3.14 zusammengefasst.
Tab.3.14 : Primerpaare zurDetektion der AlaDH in Mykobaktenen
Die Sequenzen der Primer sind in Tab. 2.5 wiedergegeben.
Bezeichnung Primer #1 Primer#2 Produkt Temperatur
Annabel AIaDH-F1 AlaDH-RM 433 bp 65°C
Beatrice AlaDH-F1 AlaDH-R2 1102 bp 45°C
Claυdette AlaDH-F1 AlaDH-R3 1120 bp 55βC
Dέsirέe AlaDH-F1 AlaDH-R6 1072 bp 45βC
Eleonore AlaDH-F1 + AlaDH-R1 1099 bp 55°C
Francoise AlaDH-F1 + AlaDH-R2 1117 bp 50°C
Giselle AlaDH-F2 AlaDH-R7 757 bp 35βC
Helen AlaDH-F4 AlaDH-RM 1080 bp 55βC
Isabelle AlaDH-F4 AlaDH-R6 1050 bp 55°C
Jeanette AlaDH-F5 AlaDH-R1 507 bp 45°C
Karen AlaDH-F5 AlaDH-R4 . 834 bp 45°C
Laπssa AlaDH-F6 AlaDH-R4 786 bp 55βC
Melanie AlaDH-F6 AlaDH-R5 405 bp 55°C
Die ersten Versuche das Gen für die AlaDH in verschiedenen mykobakteriellen Spezies zu detektieren erfolgte mit dem Primerpaar Annabel. Das hierbei erhaltene Ergebnis war einigermaßen überraschend. Alle Stämme des M.tuberculosis Complex
„,„„ „ O 98/32862
- A n zeigten das erwartete Fragment von 433 bp. Darüber hinaus war bei all diesen Stämmen ein zusätzliches Fragment von etwa 900 bp amplifiziert worden (Abb.3.17).
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Abb. 3.17 : PCR verschiedener Stämme mit dem Primerpaar Annabel
Gefahren wurden bei diesen PCR's jeweils 40 Zyklen mit der Abfolge : melting 2 min bei 96"C, annealing 2 min bei 65CC und exlension 3 min bei 72°C. Die MgCI2-Konzentration betrug 1,5 mM.
Bahn 1 : M.tuberculosis H37RV Bahn 6 : M.bovis BCG 4 Bahn 2 : M.tuberculosis H37Ra Eahn 7 : M.af canu 1 Bahn 3 : M.tuberculosis 1 Eahn 8 : M.microti 1 Bahn 4 : M.bovis 3 Bahn 9 : M.marinum 3 Bahn 5 : M.bovis BCG 2 Bahn 10 : M.chelonae 7
Wie sich herausstellen sollte, war dieses zweite Fragment ebenfalls ein Teil des AlaDH-Gens, das durch Anlagerung des Primers AlaDH-RM an einer weiter C-terminal gelegenen Stelle entstanden ist. Durch Erhöhung der >4nnea//t7g-Temperatur bei der PCR von 65 auf 69°C konnte dieses zweite Fragment unterdrückt werden (siehe Abb. 3.18, Bahn 2 und 3).
Das eigentlich erstaunliche war jedoch das Erscheinen des amplifiziεrten Fragments in allen Stämmen des M.tuberculosis Complex, unabhängig vom Vorhandensein von AlaDH-Aktivität.
Auch bei einigen anderen Stämmen konnte mit dem Primerpaar Annabel eines oder mehrere Fragmente amplifiziert werden. Allerdings waren die amplifizierten Banden meist nicht besonders stark, so daß sie in Anbetracht der 40 PCR-Zyklen als Hintergrund betrachtet werden können. Es handelt sich vermutlich um schwache unspezifische Reaktionen. Jedoch ist auch nicht auszuschliessen, daß aufgrund mangelnder Homologie zwischen den verschiedenen Spezies die PCR-Primer nicht optimal an die Zielsequenz binden konnten.
Die beiden fischpathogenen Stämme mit starker AlaDH-Aktivität, M.marinum und M.chelonae, zeigten bei der PCR mit dem Primerpaar Annabel ein deutlich unterschiedliches Verhalten. Während M.marinum ein Produkt von etwa 540 bp lieferte, war bei den gewählten Bedingungen mit dem Primerpaar Annabel bei M.chelonae kein Fragment zu erhalten (Abb. 3.17, Bahn 9 und 10).
3.5.2.2 Das AlaDH-Gen des M.tuberculosis Complex
Da die Präsenz des Gens für die AlaDH nun in allen Stämmen des M.tuberculosis Complex nachgewiesen worden war, stellte sich die Frage, wie man sich die Diskrepanz zu den gemessenen Aktivitäten erklaren sollte.
Aus diesem Grunde wurde damit begonnen größere Fragmente des Gens zu amplifizieren. Aus M.tuberculosis H37RV konnten alle in Tab. 3.15 aufgeführten Fragmente amplifiziert werden (ein Teil dieser Fragmente ist in Abb. 3.18 gezeigt). Von den anderen Stämmen des M.tuberculosis Complex sind ebenfalls alle PCR- Reaktionen aus Tab. 3.15 die ausprobiert wurden, positiv verlaufen. Es wurde jedoch nicht mit jedem Stamm jede Reaktion nachvollzogen.
- i6 -
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Abb. 3.18 : PCR-Produkte des Stammes M.tuberculosis H37RV
Gefahren wurden bei diesen PCR's jeweils 40 Zyklen wie in Abb. 3.17 angegeben. Die anπea/Z/ig-Temperaturen sind, mit Ausnahme von Bahn 2 und 3, in Tab. 3.14 wiedergegeben. Die gCI -Konzentration beim Primerpaar Annabel betrug 1 ,5 mM, die aller anderen Reaktionen 3 mM.
Bahn 1 : KBL Bahn 7 : Giselle Bahn 2 : Annabel, 65CC Eahn 8 : Helen Bahn 3 : Annabel, 69CC Bahn 9 : Isabelle Bahn : Dέsirέe Bahn 10 : La ssa Bahn 5 : Eleonore Bahn 11 : Melanie Bahn 6 : Francoise Bahn 12 : KBL
Der von allen Stämmen des M.tuberculosis Complex amplifizierte Bereich umfasst 1260 bp. Er beinhaltet den kompletten kodierenden Abschnitt für die AlaDH, sowie weitere 75 bp upstream und 63 bp dov/nstream. Dieser Bereich wurde von allen Stämmen des M.tuberculosis Complex komplett durchsequenziert (Abb. 3.19). Lediglich bei den letzten etwa 20 Basen schleichen sich Ungenauigkeiten ein. Der komplette restliche Bereich ist jedoch durch mehrfache Sequenzierungen abgesichert.
Es ist festzustellen, daß sämtliche Sequenzen bis auf drei Stellen komplett mit der publizierten Sequenz der AlaDH des λAA65-Klons (Andersen et al., 1992) identisch sind.
- zi -
40kD -60 ATCTTGCAGA TTAATCC-AAC TTTCTTCACA CTGAAGCC-TA CAGTA7CGAG AC-C-GGTAATC - i
Tubl -60 ATCTTGCAGA TTAATCC-AAC TTTCTTCACA CTGAAGCGTA CAGTA.TCGA3 AGGGGTAATC -1
K37 v -60 ATCTTGCAGA TTAATCGAAC TTTCTTCATA CTGAAGCGTA CAGTATCGAG AGGGGTAATC -
H37Ra -60 ATCTTGCAGA TTAATCC-AAC TTTCTTCATA CTGAAGCGTA CAGTATC AG AGGGGTAATC - 1
BCG4 -60 ATCTTGCAGA TTAATCGAAC TTTCTTCACA CTGAAGCGTA CAGTATCGAG AGGGGTAATC -2
BCG2 -60 ATCTTGCAGA TTAATC-AAC TTTCTTCACA CTGAAGCGTA CAGTATCGAG AGGGGTAATC -1
Bov3 -60 ATCTTGCAGA TTAATCC-AAC TTTCTTCACA CTGAAGCGTA CAGTATCGAG AGGGGTAATC -1
Afrl -60 ATCTTGCAGA TTAATCC-AAC TTTCTTCACA CTGAAGCGTA CAGTATCGAG AGGGGTAATC - 1
Kiel -60 ATCTTGCAGA TTAATCC-AAC TTTCTTCACA CTGAAGCGTA CAGTATCGAG AGGGGTAATC -1
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40kD 1 ATGCGCGTCG GTATTCCC-AC CGAGACCAAA AACAACGAAT TCCAATTCCG GGTGGCCATC eo
Tubl 1 ATGCGCGTCG GTATTCCGAC CGAGACCAAA AACAACG - — AT7CCG GGTGGCCATC 60
H37Rv 1 ATGCGCGTCG GTATTCCC-AC CGAGACCAAA AACAACG - - -AA.TTCCG GGTGGCCATC 60
H37Ra 1 ATGCGCGTCG GTATTCCGAC CGAGACCAAA AACAACG AATTCCG GGTGGCCATC 60
BCG4 1 ATGCGCGTCG GTATTCCGAC CGAGACCAAA AACAACG AATTCCG GGTGGCCATC 60
BCG2 1 ATGCGCGTCG GTATTCCC-AC CGAGACCAAA AACAACG AA.TTCCG GGTGGCCATC 60
Bov3 1 ATGCGCGTCG GTATTCCGAC CGAGACCAAA AACAACG AATTCCG GGTGGCCATC 60
Afrl 1 ATGCGCGTCG GTATTCCGAC CGAGACCAAA AACAACG AATTCCG GGTGGCCATC 60
Micl 1 ATGCGCGTCG GTATTCCC-AC CGAGACCAAA AACAACG AATTCCG GGTGGCCATC 60
40kD 61 ACCCCGGCCG GCGTCGCGGA ACTAACCCGT CGTGGCCATG AGGTGCTCAT CCAGGCAGGT 120
Tubl 61 ACCCCGGCCG GCGTCGCGGA ACTAACCCGT CGTGGCCATG AGGTGCTCAT CCAGGCAGGT 120
K37RV 61 ACCCCGGCCG GCGTCGCGGA ACTAACCCGT CGTGGCCATG AGGTGCTCAT CCAGGCAGGT 120
H37Ra 61 ACCCCGGCCG GCGTCGCGGA ACTAACCCGT CGTGGCCATG AGGTGCTCAT CCAGGCAGGT 120
BCG4 61 ACCCCGGCCG C-CGTCGCGC-A ACTAACCCGT CGTGGCCATG AGGTGCTCAT CCAGGCAGGT 120
BCG2 61 ACCCCGGCCG GCGTCGCGGA ACTAACCCGT CGTGGCCATG AGGTGCTCAT CCAGGCAGGT 120
Bov3 61 ACCCCGGCCG GCGTCGCGGA ACTAACCCGT CGTGGCCATG AGGTGCTCAT CCAGGCAGGT 120
Afrl 61 ACCCCGGCCG GCGTCGCGGA ACTAACCCGT CGTGGCCATG AGGTGCTCAT CCAGGCAGGT 120
Micl 61 ACCCCGGCCG GCGTCGCGGA ACTAACCCGT CGTGGCCATG AGGTGCTCAT CCAGGCAGGT 120
40kD 121 GCCGGAGAGG GCTCGGCTAT CACCGACGCG GATTTCAAGG CGGCAGGCGC C-CAACTGGTC 1E0
Tubl 121 GCCGGAGAGG GCTCGGCTAT CACCGACGCG GATTTCAAGG CGGCAGGCGC GCAACTGGTC ιεo
H37RV 121 GCCGGAGAGG GCTCGGCTAT CACCGACGCG GATTTCAAGG CGGCAGC-CC-C C-CAACTGGTC lεo
K37Ra 121 GCCGGAGAGG GCTCGGCTAT CACCGACGCG GATTTCAAGG CGGCAGGC C GCAACTGGTC ISO
BCG4 121 GCCGGAGAGG GCTCGGCTAT CACCGACGCG GATTTCAAGG CGGCAC-C-CGC GCAACTGGTC ISO
BCG2 121 GCCGGAGAGG GCTCGGCTAT CACCGACGCG GATTTCAAGG CGGCAGGCGC C-CAACTGGTC lεo
Bov3 121 GCCGGAGAGG GCTCGGCTAT CACCGACGCG GATTTCAAGG CGGCAGGCGC C-CAACTGGTC IEO
Afrl 121 GCCGGAGAGG GCTCGGCTAT CACCGACGCG GATTTCAAGG CGGCAGGCGC GCAACTGGTC 180
Kiel ■ 121 GCCGGAGAGG GCTCGGCTAT CACCGACGCG GATTTCAAGG CGGCAGGCGC GCAACTGGTC ieo
40kD 181 GGCACCGCCG ACCAGGTGTG GGCCGACGCT GATTTATTGC TCAAGGTCAA AGAACCGATA 240
Tubl 181 GGCACCGCCG ACCAGGTGTG GGCCGACGCT GATTTATTGC TCAAGGTCAA AGAACCGATA 240
H37Rv 181 GGCACCGCCG ACCAGGTGTG GGCCGACGCT GATTTATTGC TCAAGGTCAA AGAACCGATA 240
H37Ra 181 GGCACCGCCG ACCAGGTGTG GGCCGACGCT GATTTATTGC TCAAGGTCAA AGAACCGATA 240
BCG4 181 GGCACCGCCG ACCAGGTGTG GGCCGACGCT GATTTATTGC TCAAGGTCAA AGAACCGATA 240
BCG2 181 GGCACCGCCG ACCAGGTGTG GGCCGACGCT GATTTATTGC TCAAGGTCAA AGAACCGATA 240
Bov3 181 GGCACCGCCG ACCAGGTGTG GGCCGACGCT GATTTATTGC TCAAGGTCAA AGAACCGATA 240
Afrl 181 GGCACCGCCG ACCAGGTGTG GGCCGACGCT GATTTATTGC TCAAGGTCAA AGAACCGATA 240
Micl 181 GGCACCGCCG ACCAGGTGTG GGCCGACGCT GATTTATTGC TCAAGGTCAA AGAACCGATA 240
Abb. 3.19 (1/5): Alignment des AlaDH-Gens und den flankierenden Regionen aus verschiedenen Stämmen des M.tuberculosis Complex
Siehe Legende Seite 101.
40kD 241 GCGGCGGAAT ACGGCCGCCT GCGACACC-GG CAGATCTTGT TCACGTTCTT GCATTTGGCC 300
Tubl 241 GCGGCGGAAT ACGGCCGCCT GCGACACC-GG CAGATCTTGT TCACGTTCTT GCATTTGGCC 3C0
H37Rv 241 GCGGCGGAAT ACGGCCGCCT GCGACACC-GG CAGATCTTGT TCACGTTCTT GCATTTGGCC 300
H37Ra 241 GCGGCGGAAT ACGGCCGCCT CAGATCTTGT TCACGTTCTT GCATTTGGCC 300
3CG4 241 GCGGCGGAAT ACGGCCGCCT GCGACACC-GG C-C-ATCTTGT TCACGTTCTT GCATTTGGCC 300
BCG2 241 GCGGCGGAAT ACGGCCGCCT GCC-ACACGGG C-C-ATCTTGT TCACGTTCTT GCATTTGGCC 300
3ov3 2 1 GCGGCGGAAT ACGGCCGCCT GCGACACC-GG C-GAT'CTTGT TCACGTTCTT GCATTTGGCC 300
Afrl 241 GCGGCGGAAT ACGGCCGCCT GCC-ACACGGG CAGATCTTGT TCACGTTCTT GCATTTGGCC 300
Micl 241 GCGGCGGAAT ACGGCCGCCT GCC-ACACGGG CAGATCTTGT TCACGTTCTT GCATTTGGCC 300
40kD 301 GCGTCACGTG CTTGCACCGA TGCGTTGTTG GATTCCGGCA CCACGTCAAT TGCCTACGAG 360
Tubl 301 GCGTCACGTG CTTGCACCGA TGCGTTGTTG GATTCCGGCA CCACGTCAAT TGCCTACGAG 360
H37Rv 301 GCGTCACGTG CTTGCACCGA TGCGTTGTTG C-ATTCCGGCA CCACGTCAAT TGCCTACGAG 360
H37Ra 301 GCGTCACGTG CTTGCACCGA TGCGTTGTTG GATTCCGGCA CCACGTCAAT TGCCTACGAG 360
BCG4 301 GCGTCACGTG CTTGCACCGA TGCGTTGTTG GATTCCGGCA CCACGTCAAT TGCCTACGAG 360
BCG2 301 GCGTCACGTG CTTGCACCGA TGCGTTGTTG C-ATTCCGGCA CCACGTCAAT TGCCTACGAG 360
Bov3 301 GCGTCACGTG CTTGCACCGA TGCGTTGTTG GATTCCGGCA CCACGTCAAT TGCCTACGAG 360
Afrl 301 GCGTCACGTG CTTGCACCGA TGCGTTGTTG C-ATTCCGGCA CCACGTCAAT TGCCTACGAG 360
Micl 301 GCGTCACGTG CTTGCACCGA TGCGTTGTTG GATTCCGGCA CCACGTCAAT TGCCTACGAG 360
40kD 361 ACCGTCCAGA CCGCCGACGG CGCACTACCC CTGCTTGCCC CGATGAGCGA AGTCGCCGGT 420
Tubl 361 ACCGTCCAGA CCGCCGACGG CGCACTACCC CTGCTTGCCC CGATGAGCGA AGTCGCCGGT 420
H37Rv 361 ACCGTCCAGA CCGCCGACGG CGCACTACCC CTGCTTGCCC CGATGAGCGA AGTCGCCGGT 420
H37Ra 361 ACCGTCCAGA CCGCCGACGG CGCACTACCC CTGCTTGCCC CGATGAGCGA AGTCGCCGGT 420
BCG4 361 ACCGTCCAGA CCGCCGACGG CGCACTACCC CTGCTTGCCC CGATGAGCGA AGTCGCCGGT 420
BCG2 361 ACCGTCCAGA CCGCCGAAGG CGCACTACCC CTGCTTGCCC CGATGAGCGA AGTCGCCGGT 420
Bov3 361 ACCGTCCAGA CCGCCGAAGG CGCACTACCC CTGCTTGCCC CGATGAGCGA AGTCGCCGGT 420
Afrl 361 ACCGTCCAGA CCGCCGACGG CGCACTACCC CTGCTTGCCC CGATGAGCGA AGTCGCCGGT 420
Micl 361 ACCGTCCAGA CCGCCGACGG CGCACTACCC CTGCTTGCCC CGATGAGCGA AGTCGCCGGT 420
40kD 421 CGACTCGCCG CCCAGGTTGG CGCTTACCAC CTGATGCGAA CCCAAGGGGG CCGCGGTGTG 4S0
Tubl 421 CGACTCGCCG CCCAGGTTGG CGCTTACCAC CTGATGCGAA CCCAAGGGGG CCGCGGTGTG 480
H37Rv 421 CGACTCGCCG CCCAGGTTGG CGCTTACCAC CTGATGCGAA CCCAAGGGGG CCGCGGTGTG 480
H37Ra 421 CGACTCGCCG CCCAGGTTGG CGCTTACCAC CTGATGCGAA CCCAAGGGGG CCGCGGTGTG 480
ECC-4 421 CGACTCGCCG CCCAGGTTGG CGCTTACCAC CTGATGCGAA CCCAAGGGGG CCGCGGTGTG 480
BCG2 421 CGACTCGCCG CCCAGGTTGG CGCTTACCAC CTGATGCGAA CCCAAGGGGG CCGCGGTGTG 480
3ov3 421 CGACTCGCCG CCCAGGTTGG CGCTTACCAC CTGATGCGAA CCCAAGGGGG CCGCGGTGTG 4εo
Afrl 421 CGACTCGCCG CCCAGGTTGG CGCTTACCAC CTGATGCGAA CCCAAGGGGG CCGCGGTGTG 4E0
Kiel 421 CGACTCGCCG CCCAGGTTGG CGCTTACCAC CTGATGCGAA CCCAAGGGGG CCGCGGTGTG 4S0
40kD 481 CTGATGGGCG GGGTGCCCGG CGTCGAACCG GCCGACGTCG TGGTGATCGG CGCCGGCACC 540
Tubl 481 CTGATGGGCG GGGTGCCCGG CGTCGAACCG GCCGACGTCG TGGTGATCGG CGCCGGCACC 540
H37Rv 481 CTGATGGGCG GGGTGCCCGG CGTCGAACCG GCCGACGTCG TGGTGATCGG CGCCGGCACC 540
H37P.a 481 CTGATGGGCG GGGTGCCCGG CGTCGAACCG GCCGACGTCG TGGTGATCGG CGCCGGCACC 540
BCG4 481 CTGATGGGCG GGGTGCCCGG CGTCGAACCG GCCGACGTCG TGGTGATCGG CGCCGGCACC 540
BCG2 481 CTGATGGGCG GGGTGCCCGG CGTCGAACCG GCCGACGTCG TGGTGATCGG CGCCGGCACC 540
3ov3 481 CTGATGGGCG GGGTGCCCGG CGTCGAACCG GCCGACGTCG TGGTGATCGG CGCCGGCACC 540
Afrl 481 CTGATGGGCG GGGTGCCCGG CGTCGAACCG GCCGACGTCG TGGTGATCGG CGCCGGCACC 540
Micl 481 CTGATGGGCG GGGTGCCCGG CGTCGAACCG GCCGACGTCG TGGTGATCGG CGCCGGCACC 540
Abb. 3.19 (2/5) : Alignment des AlaDH-Gens und den flankierenden Regionen aus verschiedenen Stämmen des M.tuberculosis Complex
Siehe Legende Seite 101.
- Z ~
40kD 541 GCCGGCTACA ACGCAGCCCG CA7CGCCAAC GGCATGGGCG CGACCG77AC GGTTCTAGAC eco
Tubl 541 GCCGGCTACA ACGCAGCCCG CA7C3CCAAC GGCATGGGCG CGACCGTTAC GGTTCTAGAC 6C0
H37Rv 541 GCCGGCTACA ACGCAGCCCG CA7CGCCAAC GGCATGGGCG CGACCG77AC GGTTCTAGAC 6C3
K37Ra 541 GCCGGCTACA ACGCAGCCCG GGCATGGGCG CGACCG7TAC GGTTCTAGAC 6C0
BCG4 541 GCCGGCTACA ACGCAGCCCG CA7CGCCAAC GGCATGGGCG CGACCG77AC GGTTCTAGAC 600
BCG2 541 GCCGGCTACA ACGCAGCCCG CATCGCCAAC GGCATGGGCG CGACCG77AC GGTTCTAGAC 600
Bov3 541 GCCGGCTACA ACGCAGCCCG CATCGCCAAC GGCATGGGCG CGACCG7TAC GGTTCTAGAC £30
Afrl 541 GCCGGCTACA ACGCAGCCCG CATCGCCAAC GC-CATC-GGCG CGACCG7TAC GGTTCTAGAC 600
Micl 541 GCCGGCTACA ACGCAGCCCG CATCGCCAAC GGCATGGGCG CGACCG7TAC GGTTCTAGAC 600
CkD 601 ATCAACATCG ACAAACTTCG GCAACTCGAC GCCGAGTTCT GCGGCCGG.AT CCACACTCGC 660
Tubl 601 ATCAACATCG ACAAACTTCG GCAACTCGAC GCCGAGTTCT GCGGCCGG.AT CCACACTCGC 660
H37Rv 601 ATCAACATCG ACAAACTTCG GCAACTCGAC GCCC-AGTTCT GCGGCCGG.AT CCACACTCGC 660
H37Ra 601 ATCAACATCG ACAAACTTCG GCAACTCGAC GCCGAGTTCT GCGGCCGG.AT CCACACTCGC 660
BCG4 601 ATCAACATCG ACAAACTTCG GCAACTCGAC GCCGAGTTCT GCGGCCC-GAT CCACACTCGC 660
BCG2 601 ATCAACATCG ACAAACTTCG GCAACTCGAC GCCGAGTTCT GCGGCCGGAT CCACACTCGC 660
Bov3 601 ATCAACATCG ACAAACTTCG GCAACTCGAC GCCGAGTTCT GCGGCCC-GAT CCACACTCGC £60
Afrl 601 ATCAACATCG ACAAACTTCG GCAACTCGAC GCCGAGTTCT GCGGCCC-GAT CCACACTCGC 660
Micl 601 ATCAACATCG ACAAACTTCG GCAACTCGAC GCCGAGTTCT GCGGCCGGAT CCACACTCGC ££0
40kD 661 TACTCATCGG CCTACGAGCT CGAC-GGTGCC GTCAAACGTG CCGACCTGGT GATTGGGGCC 720
Tubl 661 TACTCATCGG CCTACGAGCT CGAC-GGTGCC GTCAAACGTG CCGACCTGGT GATTGGGGCC 720
K37Rv 661 TACTCATCGG CCTACGAGCT CGAGG3TGCC GTCAAACGTG CCGACCTGGT GATTGGGGCC 720
H37Ra 661 TACTCATCGG CCTACGAGCT CGAC-GGTGCC GTCAAACGTG CCGACCTGGT GATTGGGGCC 720
BCC-4 661 TACTCATCGG CCTACGAGCT CGAGGGTGCC GTCAAACGTG CCGACCTGGT GATTGGGGCC 720
BCG2 661 TACTCATCGG CCTACGAGCT CGAC-GGTGCC GTCAAACGTG CCGACCTGGT GATTGGGGCC 720
Bov3 661 TACTCATCGG CCTACGAGCT GTCAAACGTG CCGACCTGGT GATTGGGGCC 720
Afrl 651 TACTCATCGG CCTACGAGCT CGAC-GGTGCC GTCAAACGTG CCGACCTGGT GATTGGGGCC 720
Micl 661 TACTCATCGG CCTACGAGCT CGAGGGTGCC GTCAAACGTG CCGACCTGGT GATTGGGGCC 720
40kD 721 GTCCTGGTGC CAGGCGCCAA GGCACCCAAA TTAGTCTCGA ATTCACTTGT CGCGCATATG 7S0
Tubl 721 GTCCTGC-TGC CAGGCGCCAA GGCACCCAAA TTAGTCTCGA ATTCACT7GT CGCGCATATG 7E0
H37 v 721 GTCCTGGTGC CAGGCGCCAA GGCACCCAAA TTAGTCTCGA ATTGACTTGT CGCGCATATG 7£0
K37Ra 721 GTCCTGGTGC CAGGCGCCAA GGCACCCAAA TTAGTCTCGA A.TTCACT7GT CGCGCATATG 780
BCG4 721 GTCCTGGTGC CAGGCGCCAA GGCACCCAAA TTAGTCTCGA ATTCACT7GT CGCGCATATG 7S0
BCG2 721 GTCCTGGTGC CAGGCGCCAA GGCACCCAAA TTAGTCTCGA ATTCACT7GT CGCGCATATG 7E0
Bov3 721 GTCCTGGTGC CAGGCGCCAA GGCACCCAAA TTAGTCTCGA ATTCACT7GT CGCGCATATG 780
Afrl 721 GTCCTGGTGC CAGGCGCCAA GGCΛCCCAAA TTAGTCTCGA ATTCACT7GT CGCGCATATG 7 = 0
Micl 721 GTCCTGGTGC CAGGCGCCAA GGCACCCAAA TTAGTCTCGA ATTCACTTGT CGCGCATATG 780
40kD 781 AAACCAGGTG CGGTACTGGT GGATATAGCC ATCGACCAGG GCGGCTG7TT CGAAGGCTCA 840
Tubl 781 AAACCAGGTG CC-GTACTGGT C-GATATAGCC ATCGACCAGG GCGGCTG7TT CGAAGGCTCA 640
H3 Rv 781 AAACCAGGTG CGGTACTGGT GGATATAGCC ATCGACCAGG GCGGCTG77T CGAAGGCTCA 840
H37Ra 781 AAACCAGGTG CC-GTACTGGT C-GATATAGCC ATCGACCAGG GCGGCTG77T CGAAGGCTCA 840
BCG4 781 AAACCAGGTG CGGTACTGGT GGATATAGCC ATCGACCAGG GCGGCTG7TT CGAAGGCTCA £40
BCG2 781 AAACCAGGTG CGGTACTGGT C-GATATAGCC ATCGACCAGG GCGGCTC-7TT CGAAGGCTCA 840
Bov3 781 AAACCAGGTG CC-GTACTGGT GGATATAGCC ATCGACCAGG GCGGCTG77T CGAAGGCTCA 640
Afrl 781 AAACCAGGTG CGGTACTGGT GGATATAGCC ATCGACCAGG GCGGCTG77T CGAAGGCTCA 6 0
Micl 781 AAA.CCAGGTG CGGTACTGGT GGATATAGCC ATCGACCAGG GCGGCTG77T CGAAGGCTCA 840
Abb. 3.19 (3/5) : Alignment des AlaDH-Gens und den flankierenden Regionen aus verschiedenen Stämmen des M.tuberculosis Complex
Siehe Legende Seite 101.
40kD 841 CGACCGACCA CC7ACGACCA CCCGACGTTC GCCGTGCACG ACACGCTGTT TTACTGCGTG 900
Tubl 841 CGACCGACCA CC7ACGACCA CCCGACGTTC GCCGTGCACG ACACGCTGTT T7ACTGCGTG 900
K37RV 841 CGACCGACCA CCTACGACCA CCCGACGTTC GCCGTGCACG ACACGCTGTT TTACTGCGTG 900
K37Ra £41 CGACCGACCA CCTACGACCA CCCGACGTTC GCCGTGCACG ACACGCTGTT TTACTGCGTG 900
BCG4 841 CGACCGACCA CCTACGACCA CCCGACGTTC GCCGTGCACG ACACGCTGTT TTACTGCGTG 900
BCG2 841 CGACCGACCA CCTACGACCA CCCGACGTTC GCCGTGCACG ACACGCTGTT TTACTGCGTG 900
Bov3 641 CGACCGACCA CCTACGACCA CCCGACGTTC GCCGTGCACG ACACGCTGTT TTACTGCGTG 900
Afrl 841 CGACCGACCA CCTACGACCA CCCGACGTTC GCCGTGCACG ACACGCTGTT TTACTGCGTG 900
Micl 641 CGACCGACCA CCTACGACCA CCCGACGTTC GCCGTGCACG ACACGCTGTT TTACTGCGTG 900
40kD SOI GCGAA.CATGC CCGCCTCGGT GCCGAAGACG TCGACCTACG CGCTGACCAA CGCGACGATG S60
Tubl 901 GCGAACATGC CCGCCTCGGT GCCGAAGACG TCGACCTACG CGCTGACCAA CGCGACGATG 960
H37RV 901 GCGAACATGC CCGCCTCGGT GCCGAAGACG TCGACCTACG CGCTGACCAA CGCGACGATG 960
H37Ra 90 GCGAACATGC CCGCCTCGGT GCCGAAGACG TCGACCTACG CGCTGACCAA CGCGACGATG 960
BCG4 SO GCGAACATGC CCGCCTCGGT GCCGAAGACG TCGACCTACG CGCTGACCAA CGCGACGATG 960
BCG2 901 GCGAACATGC CCGCCTCGGT GCCGAAGACG TCGACCTACG CGCTGACCAA CGCGACGATG 960
3ov3 901 GCGAACATGC CCGCCTCGGT GCCGAAGACG TCGACCTACG CGCTGACCAA CGCGACGATG 960
Afrl 901 GCGAACATGC CCGCCTCGGT GCCGAA.GACG TCGACCTACG CGCTGACCAA CGCGACGATG 960
Micl 901 GCGAACATGC CCGCCTCGGT GCCGAAGACG TCGACCTACG CGCTGACCAA CGCGACGATG S60
40kD 961 CCGTATGTGC TCGAGCTTGC CC-ACCATGC-C TGGCGGGCGG CGTGCCGGTC GAATCCGGCA 1020
Tubl 961 CCGTATGTGC TCGAGCTTGC CGACCA GGC TGGCGGGCGG CGTGCCGGTC GAATCCGGCA 1020
K37Rv S61 CCGTATGTGC TCGAGCTTGC CGACCATGGC TGGCGGGCGG CGTGCCGGTC GAATCCGGCA 1020
H37Ra 961 CCGTATGTGC TCGAGCTTGC CGACCATC-GC TGGCGGGCGG CGTGCCGGTC GAATCCGGCA 1020
BCG4 961 CCGTATGTGC TCGAGCTTGC CGACCATC-GC TGGCGGGCGG CGTGCCGGTC GAATCCGGCA 1020
BCG2 961 CCGTATGTGC TCGAGCTTGC CGACCATGGC TGGCGGGCGG CGTGCCGGTC GAATCCGGCA 1020
Eσv3 961 CCGTATGTGC TCGAGCTTGC CGACCATC-GC TGGCGGGCGG CGTGCCGGTC GAATCCGGCA 1020
Afrl 961 CCGTATGTGC TCGAGCTTGC CGACCATC-GC TGGCGGGCGG CGTGCCGGTC GAATCCGGCA 1020
Micl 961 CCGTATGTGC TCGAGCTTGC CGACCATGGC TGGCGGGCGG CGTGCCGGTC GAATCCGGCA 1020
40kD 1021 CTAGCCAAAG GTCTTTCGAC GCACGAAGGG GCGTTACTGT CCGAACGGGT GGCCACCGAC 1080
Tubl 1021 CTAGCCAAAG GTCTTTCGAC GCACGAAC-GG GCGTTACTGT CCGAACGC-GT GGCCACCGAC 1080
H37Rv 1021 CTAGCCAAAG GTCTTTCGAC GCACGAAGGG GCGTTACTGT CCGAACGGGT GGCCACCGAC 1080
K37Ra 1021 CTAGCCAAAG GTCTTTCGAC GCACGAAGGG GCGTTACTGT CCGAACGC-GT GGCCACCGAC 1080
3CG4 1021 CTAGCCAAAG GTCTTTCGAC C-CACGAAC-C-G GCGTTACTGT CCGAACGGGT GGCCACCGAC 1080
BCG2 1021 CTAGCCAAAG GTCTTTCGAC GCACGAAGGG GCGTTACTGT CCGAACGGGT GGCCACCGAC 1080
3ov3 1021 CTAGCCAAAG GTCTTTCGAC GCACGAAGGG GCGTTACTGT CCGAACGC-GT GGCCACCGAC 1080
Afrl 1021 CTAGCCAAAG GTCTTTCGAC GCACGAAGGG GCGTTACTGT CCGAACGGGT GGCCACCGAC 1080
Micl 1021 CTAGCCAAAG GTCTTTCGAC GCACGAAC-GG GCGTTACTGT CCGAACGGGT GGCCACCGAC 1080
Stop
40kD 1081 CTGGGGGTGC CGTTCACCGA GCCCGCCAGC GTGCTGGCCT GACTCTCGGC CGCTCGTTAC 1140
Tubl 1081 CTGGGGGTGC CGTTCACCGA GCCCGCCAGC GTGCTGGCCT GACTCTCGGC CGCTCGTTAC 1140
H37Rv 1081 CTGGGGGTGC CGTTCACCGA GCCCGCCAGC GTGCTGGCCT GACTCTCGGC CGCTCGTTAC 1140
K37Ra 1081 CTGGGGGTGC CGTTCACCGA GCCCGCCAGC GTGCTGGCCT GACTCTCGGC CGCTCGTTAC 1140
BCG4 1081 CTGGGGGTGC CGTTCACCGA GCCCGCCAGC GTGCTGGCCT GACTCTCGGC CGCTCGTTAC 1140
BCG2 1081 CTGGGGGTGC CGTTCACCGA GCCCGCCAGC GTGCTGGCCT GACTCTCGGC CGCTCGTTAC 1140
Bov3 1081 CTGGGGGTGC CGTTCACCGA GCCCGCCAGC GTGCTGGCCT GACTCTCGGC CGCTCGTTAC 1140
Afrl 1081 CTGGGGGTGC CGTTCACCGA GCCCGCCAGC GTGCTGGCCT GACTCTCGGC CGCTCGTTAC 1140
Micl 1081 . CTGGGGGTGC CGTTCACCGA GCCCGCCAGC GTGCTGGCCT GACTCTCGGC CGCTCGTTAC 1140
Abb. 3.19 (4/5) : Alignment des AlaDH-Gens und den flankierenden Regionen aus verschiedenen Stämmen des M.tuberculosis Complex
Siehe Legende Seite 101.
40kD 11 1 GCCGAGCACA CC-TCGGGAGT AAGGGAAGCG ATGATGTCGG CCGCG -. -. B 3
Tubl 1141 GCCGAGCACA CNTCGGGAGT AANGGAAGCG ATGATGTCGN C 1185
H37Rv 11 1 GCCGAGCA.CA CG7CGGGAGT AAGGGAAGCG ATGATGTCGG CCG 1165
H37Ra 1141 GCCGAGCACA CGTCGGGAGT AAC-C-G.AAGCG ATGA 1185
BCG4 11 1 GCCGANCACA CGTCGGGAGT AAGGGAAGCG ATGATGTCGG CC 11S5
BCG2 11 1 GCCGAGCACA CGTCNGGAGT AAGGGAAGCG ATGATG lies
Bov3 1141 GCCGAGCACA CGTCGGGAGT AAGGGAAGCG ATGATGTCGG CC 11S5
Afrl 1141 GCCGAGCNCA CC-TCG
Micl 1141 GCCGAGCACA CGTCGGGAGT AAGGGAAGCG ATGATGTCGG CC 1135
Abb. 3.19 (5/5) : Alignment des AlaDH-Gens und den flankierenden Regionen aus verschiedenen Stämmen des M.tuberculosis Complex
Die mit "40kD" bezeichnete Zeile gibt die Sequenz von Andersen ef al. (1992) wieder. Sequenzunterschiede sind jeweils mit einem "*" über der Sequenz gekennzeichnet. Das Start- und das
Stopcodon sind ebenfalls über der Sequenz markiert. Bei den fett gedruckten Basen am Ende der Sequenz handelt es sich um Sequenzierungenauigkeiten.
Die erste Stelle an der sich die Sequenzen unterscheiden ist Base -32, also upstream des Translations-Startsignals. Interessanterweise unterscheiden sich an dieser Stelle die in dieser Arbeit bestimmten Sequenzen von M.tuberculosis H37RV und H37Ra von der Sequenz von Andersen und Mitarbeitern (Andersen et al., 1992). Alle anderen Sequenzen die in dieser Arbeit untersucht wurden, einschließlich die des dritten getesteten Stammes von M.tuberculosis, stimmen mit der Sequenz von Andersen überein.
Dies ist insofern verwunderlich, als daß die ursprünglich publizierte Sequenz auf dem Klon einer λgt11-Bank beruht, die aus dem Stamm M.tuberculosis H37RV hergestellt worden war. Es wurde deshalb der Frage nachgegangen, ob eventuell durch die PCR ein Fehler eingeführt worden war. Dies bestätigte sich jedoch nicht. Es könnte jedoch auch möglich sein, daß der in dieser Arbeit benutzte Stamm von M.tuberculosis H37RV einen anderen Ursprung hat als der von Andersen. Ähnliche kleine Varianzen sind auch bei verschiedenen Stämmen unterschiedlichen Ursprungs von M.bovis BCG bekannt.
An der zweiten Stelle unterscheiden sich alle Stämme des M.tuberculosis Complex von der publizierten Sequenz der AlaDH von M.tuberculosis H37RV. Es handelt sich um
die Region der Basen 38 bis 49. Innerhalb dieser zwölf Basen wird die Sequenz •AATTCC- wiederholt, die Basen 44 bis 49 stellen also ein direct repeat der Basen 38 bis 43 dar. In allen acht sequenzierten Stämmen ist dieses Muster jedoch jeweils nur einmal zu finden. Es ist also davon auszugehen, daß sich bei der von Andersen et al. (1992) bestimmten Sequenz ein Sequenzierungs- oder Lesefehler eingeschlichen hat. Die Gensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz ändert sich hierdurch folgendermaßen :
Andersen etal., 1992:
Gensequenz A A C G A A T T C C A A T T C C G G G T G Proteinsequenz Asn GIu Phe Gin Phe Arg Val
Diese Arbeit :
Gensequenz A A C G A A T T C C G G G T G
Proteinsequenz Asn GIu Phe - - Arg Val
Es handelt sich also effektiv um den 'Verlust' der beiden Aminosäuren Glutamin und Phenylalanin. Nach dieser Deletion setzt sich die Sequenz wie von Andersen et al. (1992) publiziert fort.
Dieser Sachverhalt wurde durch die N-terminale Sequenzierung des Proteins bestätigt. Weder im nativen Protein von M.tuberculosis H37RV, noch im rekombinanten Protein aus E.coli, waren die beiden Aminosäuren zu finden.
Bei der dritten unterschiedlichen Stelle handelt es sich um Base 272. An dieser Stelle befindet sich, mit der Ausnahme dreier Stämmen, ein Adeninrest. Bei diesen drei Stämmen, M.bovis und zwei Stämme von M.bovis BCG, ist diese Base deletiert. Diese Deletion führt zu einer Leserasterverschiebung, die den gesamten folgenden Teil des resultierenden Proteins betrifft. Durch diese Leserasterverschiebung tritt an den Basen
404 bis 406 ein opa/-Stopsignal auf. Damit ist das Produkt dieses Gens nur etwa ein Drittel so groß wie die funktioneile AlaDH der anderen Stämme.
Das entscheidende bei dieser dritten Abweichung in der Gensequenz ist die Tatsache, daß sie genau in den drei Stämmen auftritt, die keine AlaDH-Aktivität zeigen. M.bovis und M.bovis BCG sind die einzigen Stämme des M.tuberculosis Complex, die keine Aktivität zeigen. Alle anderen Stämme wurden als mäßig oder stark positiv klassifiziert. Die beobachtete Deletion ist also der Grund für das Fehlen einer funktioneilen AlaDH. Da jedoch mit dem mAb HBT-10 auch nicht das verkürzte Protein nachgewiesen werden kann (das Epitop von HBT-10 liegt im Bereich vor der Leserasterverschiebung), ist davon auszugehen, daß das verkürzte Protein erst gar nicht, bzw. nur in sehr kleinen, mit dem mAb HBT-10 nicht detektierbaren, Mengen, produziert wird.
3.5,2.3 Das AlaDH-Gen von M.marinum
Außer den Mitgliedern des M.tuberculosis Complex, war es in erster Linie der Stamm M.marinum, bei dem bei der PCR mit dem Primerpaar Annabel ein Fragment gewonnen werden konnte (Abb. 3.17), das sich bei der späteren Sequenzierung als AlaDH erwies. Wie sich zeigen sollte war dies insofern ein Glücksfall, als daß die meisten anderen PCR's mit den Primerpaaren aus Tab. 3.15 keine, oder zumindest nicht die erwarteten, Fragmente mit diesem Stamm lieferten. Lediglich die PCR mit dem Primerpaar Giselle verlief ebenfalls positiv. Wie sich später herausstellte war der Grund hierfür die mangelnde Homologie zwischen den Genen innerhalb der verschiedenen Spezies.
50 60 70
Mar3 ATTCCGGTTAGCGATCACCCCGGCCGGCG
MIMIII I II IIIMMIIMIIMI
H37RV TTCCGACCGAGACCAAAAACAACGAATTCCAATTCCGGGTGGCCATCACCCCGGCCGGCG
80 90 100 110 120 130
Mar3 TCGCCGCCTTGACCAAGCGCGGCCACGAGGTGCTGATCCAGGCCGGTGCCGGAGAAGGCT
UM I I IM II MIM MIMIII MIMIII MM
H37RV TCGCGGAACTAACCCGTCGTGGCCATGAGGTGCTCATCCAGGCAGGTGCCGGAGAGGGCT
140 150 160 170 180 190
Mar3 CCGCCATCTCCGACGCCGACTTCAAGGCCGCCGGTGCCCAGCTGATCAGCACCGCCGACC
I II IM II MUMM II II II II MI II IIIMMMIM
H37RV CGGCTATCACCGACGCGGATTTCAAGC-CGGCAGGCGCGCAACTGGTCGGCACCGCCGACC
200 210 220 230 240 250
Mar3 AGGTGTGGGCGGATGCGGACCTGCTGCTCAAGGTCAAGGAACCGATCGAGTCCGAGTACG
IMIMIMI II II II I MMMMIMM MIMIII I I I II MM
H37Rv AGGTGTGGGCCGACGCTGATTTATTGCTCAAGGTCAAAGAACCGATAGCC-GCGGAATACG
2G0 270 280 290 300 310
Mar3 GCCGGCTGCGCCGGGGCCAGACCCTGTTCACCTACCTGCACCTGGCCGCCTCGCGCCCCT
MM MIM I II Uli I I I MM M I I
H37RV GCCGCCTGCGACACGGGCAGATCTTGTTCACGTTCTTGCATTTGGCCGCGTCACGTGCTT
320 330 340 350 360 370
Mar3 GCACCGATGCCCTGCTGAAGTCCGGCÄCCACGTCCATCGCCTACGAGACGGTGCAGACCG
IMIIMIM II II I MIMMMIMM II II NIMM
H37RV GCÄCCGÄTGCGTTGTTGGATTCCGGCACCACGTCAATTGCCTACGÄGACCGTCCAGACCG
380 390 400 410 420 430
Mar3 CCGACGGCGCATTGCCGCTGCTGGCCCCCATGAGCGAGGTCGCCGGGCGCCTGTCCGCCC I II MIM MIM MIMIII MIMIII II II MIM!
H37Rv CCGACGGCGCACTACCCCTGCTTGCCCCGATGAGCGAAGTCGCCGGTCG.-.CTCGCCGCCC
440 450 460 470 480 490
Mar3 AAGCTGGGGCCTACCACCTGATGCGCACCCACGGCGGTCGCGGCGTGCTGATGGGCGGCG
I I IM II lllll-ll II MIM I
H37Rv AGGTTGGCGCTTACCACCTGATGCGAACCCAAGGGGGCCGCGGTGTGCTGATGGGCGGGG
500 510 520 530 540 550
Mar3 TCCCCGGCGTCAAGCCTGCCGACGTCGTGGTGATCGGCGCGGGCACGGCCGGATACAACG
I I II MIMMIMMMMMMMI MIM MIM
H37Rv TGCCCGGCGTCGAACCGGCCGACGTCGTGGTGATCGGCGCCGGCACCGCCGGCTACAACG
Abb.3.20 (1/2): Alignment der AlaDH Gene von M.marinum und M.tuberculosis H37R*,
Das Screening der Datenbank und das Alignment wurden mit der FASTA-Software {titp:/Λvww.embl- ebi.ac.uk/) durchgeführt (Sensitivität ktup=6). Ein "|" kennzeichnet ein identisches Eaεenpaar.
- 3S -
560 570 ΞSO 590 600 610 Mar3 CCGCCCGCGTCGCCAACGGCATGC-GCC-CC-ATGGTCACCGTGCTGG^~GTCi^CATC^ziC^
I II II II II II II M ι ι I IΪΪ I I I I Ϊ M
H37RV CAGCCCGCATCGCCAACGGCATGC-GCGCG.-.CCGTTACGGTTCTAGACATCAACATCGACA
620 630 540 650 660 670
Mar3 AGCTCCGCCAGATCGACGCGGAGTTCGGCGGTCGCGTCCGGACCCGCTACTCGTCG CCC l l l l l l l I I I I I I M M I I I M | | | | | M l 'l l
H37Rv AACTTCGGCAACTCGACGCCGAGTTCTGCGGCCGGATCCACACTCGCTACTCATCGGCCT
680 690 700 710 720 Mar3 TCGACCTCGAGGATGCGGCAGTCCACGCCGACATGGTGATCGGGGCCGTCCT
M I I M I I I I M M
H37Rv ACGAGCTCGAGGGTGCCGTCAAACGTGCCGACCTGGTGATTGGGGCCGTCCTGGTGCCAG
Abb. 3.20 (2/2): Alignment der AlaDH Gene von M.marinum und M.tuberculosis H37RV
Das Screening der Datenbank und das Alignment wurden mit der FASTA-Sofiware (http://www.embl- ebi.ac.uk/) durchgeführt (Sensitivität ktup=6). Ein " | " kennzeichnet ein identisches Basenpaar.
Insgesamt konnten 682 Basen dieses Gens bestimmt werden (Abb. 3.20), was etwa 60% des kompletten Gens ausmacht. Diese 682 Basen kodieren den N-terminalen Bereich des Proteins. Es fehlen lediglich die ersten 35 Basen nach dem Startcodon.
Der sequenzierte Abschnitt der AlaDH von M.marinum zeigt 80,4% Identität mit dem entsprechenden Abschnitt von M.tuberculosis H37RV. Die Sequenzunterschiede sind relativ gleichmäßig über den gesamten Abschnitt verteilt.
Das abgeleitete Peptid der M.marinum Gensequenz (Abb. 3.21) zeigt 85,3% Identität und 92,0%) Ähnlichkeit mit dem Protein von M.tuberculosis H37RV. Homologien zu anderen Proteinen der Swiss Prot-Datenbank sind in Tab. 3.15 wiedergegeben (Stand : 9/1996, Release 33). Als Vergleich sei erwähnt, daß die AlaDH von M.tuberculosis 53% Identität zu den Enzymen von B.sphaericus und B.stearothermophilus aufweist (Andersen et al., 1992). Bei der AlεDH von M.marinum ist eine Identität von 51% mit dem Enzym von B.sphaericus bzw. von 50% mit dem Enyzm von B.stearothermophilus festzustellen (Tab. 3.15).
** ******** ** ****** **#*•»***++ _ ***+ *+*+*** ************** Mar3 14 FRIΛITPAGVAALTJ- GHΞVLICAGAGΞGΞAISDADfKAAGAQLISTA-DQV A AD L 73
H37RV 14 FRVAITPAGVAΞLTr. GHΞVLIQAGAC-ΞGSAITDADFKAAGAQ VGTADQ"AJDADLLLK 73
***** _ *+**++ ** *** , ******* ****** ************************ Mar3 74 VKΞPIESΞYGRLRRGQTLFTYLHI-A^?.?CTDAiLKSGTTΞIAYETVQTA )GALP I-APM 123
H37RV 74 VTEPIAAΞYGR F-IGQILFTF KI.AA.≤R^CTDAI.LDSGTTSIAYET^QTAJ -.ALP LAPM 123
******* ** ******** ************* # ****************** _****** Mar3 134 SEVAGRLSAQAGAYHlJ-ST:-:GGRGVI-.MGGVPGVKPADV VIGAGTAGYKAAF.VANGMGAl 183 H37RV 134 SEVAGRLAAQVGAYHIJ^TQGGRGVL GGVPGVEPADVVVIGAGTAGYKA.ARIANGMGAT 183
+****_**_+***.**** **. ***** . ** * **.****+
Mar3 184 VTV DVT^IN"iRQIDAΞFGGRVRTRYSSTLDLΞDAAVKADIWIGAV 229 H37RV 184 VTVLDINIDK RQ DASFCGRIKTRY≤SAYELΞGAλKRADLVIGAV 229
Abb.3.21 : Alignment derAlaDH's von M.marinum und M.tuberculosis H37RV
Ein "»" zeigt eine identische, ein "." eine funktionell verwandte Aminosäuren an. Das Screening der Datenbank und das Alignment wurden mit der FASTA-Software (http://wvΛv.embl-ebi.ac.ukή durchgeführt (Sensitivität ktup=2).
Tab.3.15 : Proteine mit Homologie zur AlaDH von M.marinum
Die Swiss Prot- Datenbank wurde mit der FASTA-Software (http:/ΛwΛV.embl- ebi.ac.uk) durchsucht (Stand : 9/1996, Release 33).
Protein Organismus Identität Ähnlichkeit
AlaDH M.tuberculosis 85,3 % 92,0 %
AlaDH B.sphaericus 50,9 % 69,0 %
AlaDH B.εiearo'hermophilus 50,0 % 67,7 %
AlaDH B.subtilis 48,7 % 68,6 %
PNT Rind, mitochondrial 33,7 % 51,4%
PNT E.coli 30,7 % 50,0%
PNT Haemophilυs influenzae 28,8 % 43,2 %
Als essentiell für die Bindung des Cofaktors der AlaDH von M.tuberculosis H37RV werden die Aminosäurereste Gly165, G!y167, GIy170 und Asp198 betrachtet. Diese vier Aminosäurereste stellen ein Charakteristikum der ßαß-Sekundärstruktur von
NAD(H)-Bindungsstelien dar (Wierenga et al., 1986; Bork & Grunwald, 1990). Im Enzym von M.marinum, genauso wie bei sämtlichen anderen AlaDH's in Tab. 3.14, sind diese vier Reste konserviert.
Der entsprechende Abschnitt des Epitops des mAb HBT-10 bei der AlaDH von M.marinum hat die Sequenz A I S D A D F K A A G, und unterscheidet sich damit lediglich an der dritten Stelle von der Sequenz von M.tuberculosis H37RV. Aufgrund des in dieser Arbeit bestimmten Konsensusepitops des Antikörpers (Tab. 3.9), müsste dieser auch mit der AlaDH von M.marinum reagieren. Tatsächlich ist dieser Stamm auch der einzige, mit dem eine Kreuzreaktion beobachtet werden konnte (Andersen et al., 1992). Die ermittelte Sequenz stimmt also auch mit dieser Beobachtung überein.
AlaDH-Aktivität in Mykobaktenen. Die gemessenen AlaDH-Aktivitäten lassen einige interessante Beobachtungen bezüglich der Lebensweise der Organismen mit positiver Aktivität zu.
Die Stämme mit starker Aktivität sind allesamt pathogen. Interessant ist hierbei, daß zwei der vier in diese Gruppe . fallenden Stämme pathogen für Fische sind (Austin & Austin, 1987). Alle beide, M.marinum und M.chelonae, können jedoch auch Menschen
infizieren (Wallace et al., 1983; Johnston & Izumi, 1987). Im Gegensatz zur Tuberkulose lösen sie jedoch meist krankhafte Infektionen der oberen Hautschichten aus, die meist relativ unproblematisch zu behandeln sind.
M.chelonae ist ist ein vergleichsweise schnell wachsendes, nicht-chromogenes Bakterium. Infektionen beim Menschen treten oft als sekundäre Wundinfektionen nach Operationen auf (Cooper ef al., 1989). M.marinum ist ein langsam wachsender Organismus, der bei Wachstum an Licht ein gelbes Pigment bildet. In mehr als 50 wechselwarmen Spezies (Reptilien, Amphibien, Fische) wurden Infektionen mit M.marinum nachgewiesen (Clark & Shepard, 1963). Beim Menschen manifestiert sich das Bakterium meist im Ellbogen- oder Kniebereich.
Die beiden anderen Stämme mit stark-positiver AlaDH-Aktivität sind Vertreter des M.tuberculosis Complex. Es sind dies der Tuberkulose-Referenzstamm M.tuberculosis H37RV, sowie der Stamm M.microti, der als phylogenetisches Bindeglied zwischen M.tuberculosis und M.bovis betrachtet wird.
Bis auf M.smegmatis sind auch alle als mäßig-positiv klassifizierten Stämme pathogen. Der Großteil dieser Stämme umfasst klinische Isolate von M.tuberculosis. Pathogene Varianten von Tuberkulose-Stämmen scheinen also in der Regel AlaDH- Aktivität zu besitzen. Es wurden jedoch auch zwei Isolate gefunden, die keine AlaDH- Aktivität aufweisen. Der einzige nicht-pathogene Organismus mit AlaDH-Aktivität ist der schnell wachsende Stamm M.smegmatis. M.smegmatis weist sich jedoch durch eine ungewöhnlich starke NAD+-reduzierende Hintergrundaktivität aus, und ist deshalb sehr leicht von allen anderen Stämmen mit AlaDH-Aktivität zu unterscheiden. Desweiteren wurde im Stamm M.smegmaits 1-2c, ein mykobakterieller Expressionsstamm, keine AlaDH-Aktivität gefunden.
Innerhalb der 44 getesteten Mykobakterien-Stämme, und dies ist bei weitem der Großteil aller bekannten Stämme, ist deshalb die Folgerung erlaubt :
»»«fr- Ein langsam wachsendes Mykobakterium mit positiver AlaDH-Aktivität ist virulent.
Der Umkehrschluß dieser Feststellung ist jedoch falsch. Unter den Stämmen ohne AlaDH-Aktivität sind etliche virulente. Trotzdem kommt man nicht umhin eine, wenn auch nicht feste, Tendenz festzustellen, nach der die AlaDH-Aktivität mit steigender Pathogenität eines Stammes zunimmt. Insbesondere durch die Aktivitäten der verschiedenen Stämme von M.tuberculosis wird diese These unterstrichen. Die mit Abstand höchste Aktivität hat der Stamm H37RV, der als Referenzstamm für alle Tuberkulose-Laboratorien dient, und eine bekannt hohe Infektiösität besitzt. Ganz am Ende rangiert das avirulente Derivat von H37RV, der Stamm H37R2. Zwischen diesen beiden Polen rangieren die klinischen Tuberkulose-Isolate, die mal etwas mehr und mal etwas weniger Aktivität zeigen.
Das AlaDH-Gen in Mykobaktenen. Das Gen für die Alanin Dehydrogenase konnte in allen untersuchten Stämmen des M.tuberculosis Complex und im Stamm M.marinum identifiziert werden.
Der entscheidene Punkt beim Vergleich der Sequenzen innerhalb des M.tuberculosis Complex ist die Deletion der Base 272, die bei den untersuchten Stämmen von M.bovis und M.bovis BCG zu einer Leserasterverschiebung und letztendlich zu einem verkürzten, nicht-funktionellen Protein führt. Bei diesen Stämmen ließ sich auch in Zellextrakten keine AlaDH-Aktivität nachweisen. Diese Daten stimmen auch mit den Ergebnissen von Andersen et al. (1992) überein, die in Southern Blots zwar Signale mit diesen Stämmen erhielten, aber in Western Blots kein Protein nachweisen konnten.
Durch die Amplifikation und Sequenzierung des Gens konnte in dieser Arbeit die Ursache hierfür gefunden werden. Es muß jedoch auch in Betracht gezogen werden,
daß noch weitere Änderungen in den regulatorischen Genabschnitten für das Fehlen des verkürzten Proteins verantwortlich sein können. Dies könnte eine Maßnahme der Zelle sein, keine Energie in ein nicht funktionsfähiges Protein zu investieren. Allgemein ist über regulatorische Gensequenzen bei Mykobaktenen noch nicht viel bekannt (Dale & Patki, 1990; Gupta et al. 1993). Es scheint jedoch, daß, nach dem Prinzip von Enhancern, auch weiter weg gelegene Abschnitte die Genexpression nicht unerheblich beeinflußen können. Die für eine Einstellung der Produktion des Proteins nötigen Mutationen müssen also nicht zwangsläufig auf dem in dieser Arbeit sequenzierten Bereich liegen.
Das andere identifizierte AlaDH-Gen, jenes von M.marinum, ist auf DNA-Ebene deutlich unterschiedlich von den Genen des M.tuberculosis Complex. Immerhin vier von fünf Basen (80,4%) sind beim Vergleich dieser Sequenzen jedoch durchschnittlich noch identisch. Dieser Wert ist auf Proteinebene noch höher (85,3% Identität, 92,0% Ähnlichkeit). Da AlaDH-Aktivität jedoch auch in einer Reihe weiterer Spezies gefunden wurde, ist davon auszugehen, daß sich die entsprechenden Gene, mangels Homologie zu den benutzten Primern, bei den benutzten Bedingungen nicht εmplifizieren ließen. Eine eingehendere Studie betreffs dieses Punktes müsste auch diese Gene auffinden können. Ein Vergleich all dieser Sequenzen könnte weitere Rückschlüsse auf die Rolle des Enzyms zulassen.
Desweiteren ist denkbar, daß sich anhand eines solchen Sequεnzvergleiches ein PCR- Verfahren entwickeln lassen müsste, mit dem man Mykobaktenen, die ein AlaDH- Gen besitzen, voneinander unterscheiden kann. Und wie in dieser Arbeit gezeigt werden konnte, sind es eben die für den Menschen bedeutenden Stämme, die ein AlaDH-Gen besitzen. Besonders die Möglichkeit, mit einem solchen PCR-Assay den Erreger M.tuberculosis vom Impfstamm M.bovis BCG unterscheiden zu können, lassen ein solches Vorhaben interessant erscheinen.
Ausblick. Das in dieser Arbeit behandelte 40 kD-Antigen stellt in mehrererlei Hinsicht ein lohnenswertes Objekt für weitergehende Untersuchungen dar. Ein Punkt, der in dieser Arbeit nicht weiter berücksichtigt wurde, ist die mögliche Anv/εndung dieses Enzyms in der medizinischen Diagnostik. So wurden bereits für die Enzyme Dipeptidase (Ito er al., 1984), γ-Glutamyltransferase (Kondo et al., 1992) und γ-GIutamyl Cyclotransferase (Takahashi et al., 1987) Assays beschrieben, die auf einer AlaDH basieren. Alle drei genannten Enzyme sind bei verschiedenen Krankheiten in veränderten Urin-, Serum- bzw. Blutkonzentrationen vorzufinden.
Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem Einsatz des 40 kD-Antigens bei der Tuberkulose. Ansatzpunkte sind hierbei an mehreren Stellen denkbar.
Allein bei der Diagnostik sind mehrere Möglichkeiten vorstellbar, v/ie das 40 kD- Antigen, bzw. das ihm zugrundeliegende Gen, genutzt werden könnte. Da das rekombinante Protein nun leicht aus dem überproduzierenden E.coli Stamm gewonnen werden kann, erscheint es lohnenswert, die Nützlichkeit dieses Proteins in der Serologie zu überprüfen. Zudem könnten sich diagnostische Verfahren entwickeln lassen, die auf dem direkten Nachweis von AlaDH-Aktivität oder, wie bereits erwähnt, auf der Amplifikation spezifischer Teile des Gens beruhen. Die Deletion der Base 272 in den Stämmen M.bovis und M.bovis BCG kann hierbei als Ansatzpunkt der Diskriminierung dieser beiden Stämme von M.tuberculosis dienen.
Ein PCR-Assay müsste sich auch für den Stamm M.marinum etablieren lassen, der sich ja auf Genebene nicht unerheblich vom M.tuberculosis Complex unterscheidet. Bislang wird zu diesem Zweck ein PCR-Assay, beruhend auf der Amplifikation eines Teils der für die 16S rRNA kodierenden Gensequenz, eingesetzt (Knibb et al., 1993). Dies ist, in Anbetracht der in den letzten Jahren steigenden Zahl von Infektionen mit M.marinum in Fischfarmen (Knibb et al., 1993), von großer Bedeutung. Auch Infektionen beim Menschen werden in den letzten Jahren gehäuft vermeldet (Harris et al., 1991 ; Kullavanijaya et al., 1993; Slosarek et al., 1994).
Die Beobachtung, daß die Virulenz eines Stammes von M.tuberculosis sehr gut mit seiner AlaDH-Aktivität korreliert, wirft erneut die Frage auf, ob das Enzym einen
Virulenzfaktor darstellt. Zur Beantwortung dieser Frage sind Ansätze denkbar, wie der knock-out des Gens in M.tuberculosis oder die Überexpression des Gens in einem Stamm mit niedriger Virulenz. In beiden Fällen kann die Virulenz im Tiermodεll überprüft werden.
Die Offenbarung der vorliegenden Anmeldung umfaßt auch die Offenbarung der anliegenden EP 97 101 339-6, insbesondere die darin angeführte Literatur. Die Offenbarung umfaßt auch sämtliche denkbaren Kombinationen offenbarter Einzelmerkmale.