Trockene Vakuummasc ine mit Wellendurchführung
Die Erfindung betrifft eine trockene Va uummaschine, insbesondere Rotationskolbenvakuumpumpe, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.
Beim Betrieb von Rotationskolbenvakuumpumpen ist die Entstehung von Warme im Schöpfraum und im Bereich der Wellendichtringe unvermeidbar. Bei Rotationskolbenpumpen, bei denen im Schöpfräum Öl vorhanden ist, ist das Problem der Abführung der Wärme in einfacher Weise beherrschbar. Das in aller Regel im Kreislauf geführte Öl hat neben anderen Aufgaben die Wirkung, daß die im Schöpfraum rotierenden, kreisenden oder sich hin und her bewegenden Kolben geschmiert werden und daß die während des Betriebs der Maschine entstehende Wärme abgeführt wird.
Der Einsatz von Vakuumpumpen erfolgt immer häufiger in technischen Gebieten, zum Beispiel in der Halbleitertechnik, die die Erzeugung eines absolut kohlenwasser- stoffreien Vakuums fordern. Nur ölfreie Hoch- und Vorvakuumpumpen können verwendet werden. Bei diesen Pumpen müssen Mittel eingesetzt werden, die die Schmier- und Kühlfunktionen des Öls übernehmen. Auf eine Ölschmierung im Schöpfraum einer Rotationskolbenpumpe kann zum Beispiel verzichtet werden, wenn sich der Kolben berührungsfrei im Schöpfräum dreht. Allerdings ist die Abfüh-
rung der Wärme, die sowohl im Kolben als auch im Bereich der Wellendichtringe entsteht, besonders schwierig, da das im Schöpfraum vorhandene Vakuum für den sich berührungsfrei drehenden Kolben die Wirkung einer besonders guten Wärmeisolierung hat.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vakuummaschine der eingangs erwähnten Art mit verbesserten Mitteln zur Wärmeabfuhr auszurüsten. Eine spezielle Aufgabe besteht darin, die im Bereich der Wellendurchführung entstehende Wärme derart abzuführen, daß sie auf den Wärmehaushalt des Kolbens keinen Einfluß hat.
Erfindungsgemäß wird die allgemeine Aufgabe dadurch gelöst, daß die Welle in Höhe der Dichtringlippe mit einer Buchse ausgerüstet ist, die in den äußeren Raum hineinragt und dort mit Kühlflächen ausgerüstet ist. Durch diese Maßnahmen wird erreicht, daß sowohl die im Kontaktbereich zwischen Dichtlippe und Laufbuchse entstehende Wärme als auch die vom Kolben über die Welle auf die Buchse übergehende Wärme in Richtung der Kühlflächen abgeführt wird. Die Kühlflächen können als Ringscheibe oder als Schaufelrad ausgebildet sein, so daß sie infolge ihrer Drehung einen intensiven Kontakt mit der im äußeren Raum vorhandenen Atmosphäre haben.
Die geschilderte Lösung setzt voraus, daß zwischen der Buchse und der Welle ein guter thermischer Kontakt besteht, damit auch die im Schöpfräum bzw. im Kolben entstehende Wärme zu den Kühlflächen geführt werden kann. Ist allerdings die Reibungswärme, die im Bereich des Wellendichtringes entsteht, so hoch, daß sie über die Buchse und über die Welle die Temperatur des Kolbens noch erhöhen würde, dann ist es zweckmäßig, zwischen der Laufbuchse und der Welle eine thermische Isolierung vorzusehen. Diese Isolierung bewirkt, daß im Bereich der
Dichtlippe des Wellendichtringes entstehende Wärme nicht mehr von der Buchse auf die Welle übergeht, den Kolben also nicht erreichen kann. Zu einer Temperaturerhöhung des Kolbens trägt die im Bereich des Wellendichtringes entstehende Wärme nicht bei.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sollen anhand in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispielen erläutert werden. Es zeigen:
Figur 1 einen Teilschnitt durch eine trockene
Vakuummaschine, bei der sowohl die im Kolben als auch im Bereich des Wellendichtringes entstehende Wärme nach außen geführt wird und
Figur 2, eine Maschine, bei der nur im Bereich des Wellendichtringes entstehende Wärme nach außen geführt wird.
Die Figuren zeigen jeweils einen Teilschnitt durch eine Rotationskolbenvakuumpumpe 1 mit einem Kolben 2 , der während des Betriebs im Schöpfräum 3, gebildet vom Schöpfraumgehäuse 4 mit der Trennwand 5, rotiert. Die Welle 6 des Kolbens 2 ist durch eine Öffnung 7 in der Trennwand 5 nach außen (äußerer Raum 8) geführt. Wellenlagerungen sind im einzelnen nicht dargestellt. Die nach außen geführte Welle 6 kann zum Beispiel mit einem Antriebsmotor gekoppelt sein.
In der Öffnung 7 der Trennwand 5 befindet sich ein Wel- lendichtring 11 üblicher Bauart, dessen Lippe 12 der Welle 6 zugewandt ist. Ein gehäusefester, die Welle 6 umgebender Ring 13 bildet zusammen mit dem Innenraum des Wellendichtringes 11 einen Hohlraum 14, der mit einem der Schmierung der Wellendichtringlippe 12 dienenden Schmierfett gefüllt ist. Der Ring 13 und die Öffnung des Wellendichtringes 11 sind dem Schöpfräum 3 zugewandt.
Beim Ausführungsbeispiel nach Figur 1 befindet sich in Höhe des Wellendichtringes 11 eine Buchse 15, die sich gemeinsam mit der Welle 6 nach außen erstreckt. Dort ist sie mit Schaufeln 16 ausgerüstet, die gemeinsam mit der Buchse 15 bzw. der Welle 6 rotieren. Die Buchse 15 hat unmittelbaren thermischen Kontakt mit der Welle 6 und mit einer der Lippe 12 des Wellendichtrings zugeordneten LaufSchicht 17, so daß sowohl im Kolben 2 entstehende und über die Welle 6 zur Buchse 15 gelangende Wärme als auch im Bereich der Laufschicht 17 entstehende Wärme zu den Schaufeln 16 nach außen abgeführt wird.
Beim Ausführungsbeispiel nach Figur 2 ist eine Buchse 21 vorgesehen, die gegenüber der Welle 6 wärmeisoliert ist. Dieses wird erreicht durch eine rohrabschnittförmige Isolierschicht 22, die sich zwischen Buchse 21 und Welle 6 befindet.
Infolge der Isolierschicht 22 wird erreicht, daß ein Wärmeübergang zwischen Welle 6 und Buchse 21 nicht stattfindet. Im Bereich der Lippe 12 des Wellendichtringes bzw. der Laufschicht 17 entstehende Wärme kann also nicht zum Kolben 2 gelangen. Nur die im Bereich der Dichtlippe 12 des Wellendichtringes 11 entstehende Wärme wird nach außen abgeführt. Anstelle der Schaufeln 16 nach Figur 1 trägt die Buchse 21 eine Kreisringscheibe 23, welche die gewünschten Kühlflächen bildet.
Die Buchsen 15 und 21 sowie die Schaufeln 16 bzw. die Kreisringscheibe 23 müssen aus einem gut wärmeleitenden Werkstoff bestehen, zum Beispiel Aluminium oder Kupfer. Als Werkstoff für die Isolierschicht 22 kommt Kunststoff oder Aluminium-Oxid (AI2 O3) in Frage. Die LaufSchicht 17 für die Lippe 12 des Wellendichtringes 11 sollte relativ dünn und hart ausgebildet sein und außerdem aus gut wärmeleitendem Werkstoff, zum Beispiel gehärtetes Aluminium oder Chrom, bestehen.
In Höhe der Buchse 15 bzw. 21 ist die Welle 6 mit einer Ringnut 25 ausgerüstet. Sie dient der Aufnahme eines Dichtringes 26, der der Abdichtung des Schöpfraumes 3 nach außen dient.