Arbeitsbekleidung Beschreibung
Die Erfindung betrifft ArbeitsbekJLeidung, die mindestens ein Oberbekleidungsstück, beispielsweise einen Overall, eine Ar¬ beitshose oder -jacke, ein Arbeitshemd, einen Kittel, eine Re¬ genjacke oder einen Parka umfaßt, wobei Arbeitbekleidung ins¬ besondere zum Tragen an Arbeitsplätzen vorgesehen ist, an de¬ nen der Träger mit rotierenden oder bewegten Maschinenteilen, Werkzeugen, Geräten oder dergleichen in Berührung kommen kann, wodurch die Gefahr besteht, da sich zum Beispiel infolge ei¬ ner Unachtsamkeit des Trägers oder aufgrund unzureichender Schutzmaßnahmen Teile der Arbeitsbekleidung, insbesondere Är¬ mel oder Beinteile, an den rotierenden Gegenständen verfangen oder zwischen die bewegten Teile geraten. Wenn die betreffende Maschine nicht rechtzeitig angehalten oder die bewegten Teile zum Stillstand gebracht werden können, kann dies dazu führen, daß die Arbeitsbekleidung zusammen mit Gliedmaßen des Trägers eingezogen wird, was schwere Verletzungen zur Folge haben kann.
Um derartige Arbeitsunfälle zu vermeiden, ist Arbeitsbeklei¬ dung im allgemeinen relativ eng anliegend geschnitten, wodurch jedoch die Gefahr eines Einziehens nicht vollständig beseitigt werden kann. Außerdem kann ein enger Schnitt insbesondere an den Ärmeln auch dazu führen, daß es dem Träger beispielsweise nach einem Erfassen eines Ärmels durch eine Maschine nicht mehr gelingt, seinen Arm aus dem Ärmel herauszuziehen, um da¬ durch einer Verletzung zu entgehen.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Abeitsbekleidung der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, daß bei einem Einziehen eines Teils des Oberbe¬ kleidungsstücks in eine Maschine oder dergleichen ein Verlet¬ zungsrisiko des Trägers weitgehend ausgeschlossen oder mini¬ miert und damit eine größere Arbeitssicherheit erreicht werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Oberbekleidungsstück mindestens zwei Teilstücke aufweist, zwi¬ schen denen eine langgestreckte Sollbruchstelle angeordnet ist, an der sich die beiden Teilstücke bei Überschreiten einer vorbestimmten Zugkraft voneinander lösen. Die zum Lösen der Verbindung zwischen den beiden Teilstücken erforderliche Zug¬ kraft ist zweckmäßig erheblich kleiner als die Muskelkraft, die ein Träger des Oberbekleidungsstücks oder ein Helfer nach einem Einziehen eines Teilstücks in ein Werkzeug oder derglei¬ chen auf das andere Teilstück ausüben kann. Sie wird insbeson¬ dere im Bereich der am häufigsten in Maschinen eingezogenen Ärmel oder Beinteile des Oberbekleidungsstücks in der Regel unter 100 N, vorzugsweise unter 80 N liegen, so daß das Ober¬ bekleidungsstück einerseits auch von schwächeren Personen ohne weiteres durch eine Kraft auf das nicht eingezogene andere Teilstück in einer Richtung weg von der Einziehstelle entlang der Sollbruchstelle durch Lösen der Verbindung in die beiden Teilstücke getrennt werden kann, andererseits jedoch ein unbe¬ absichtigtes Auftrennen, z.B. durch Hängenbleiben beim An¬ oder Ausziehen weitgehend ausgeschlossen werden kann.
Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Sollbruch¬ stelle so ausgebildet ist, daß sich die Verbindung zwischen den beiden Teilstücken beim Ausüben der vorbestimmten Zugkraft zuerst an mindestens einem Ausgangspunkt löst und dann von diesem Ausgangspunkt aus fortlaufend weiter aufreißt. Mit die¬ ser Maßnahme wird die Beständigkeit der Verbindung gegen ein unbeabsichtigtes Lösen verbessert und das Auftrennen an der Sollbruchstelle im Fall eines Einziehens eines Teilstücks er¬ leichtert, da sowohl die zum anfänglichen Lösen der Verbindung am Ausgangspunkt erforderlichen Kraft als auch die anschlie¬ ßend zum Abtrennen des eingezogenen Teilstücks vom Rest des Oberbekleidungsstücks erforderliche Zugkraft verkleinert wird, weil sich die eingeleitete Zugkraft auf das Ende des sich fortpflanzenden Risses zwischen den beiden Teilstücken konzen¬ triert.
Bei einem als Jacke, Hemd, Kittel oder Parka mit langen Ärmeln ausgebildeten Oberbekleidungsstück kann die Sollbruchstelle
alternativ zwischen dem Ellbogenbereich und dem Schulterbe¬ reich um die Ärmel herum verlaufen oder zwischen den Ärmeln und einem aus Rücken- und Vorderteil bestehenden Rumpfteil an¬ geordnet sein, wobei sie in diesem Fall zweckmäßig durch die Naht gebildet wird, mit der die Ärmel am Rumpfteil befestigt sind. Demgegenüber verläuft die Sollbruchstelle bei einem als Hose ausgebildeten Oberbekleidungsstück zweckmäßig zwischen dem Schritt und den Knien um die Beinteile herum, während z.B. bei Overalls sowohl an den Beinen als auch an den Ärmeln um¬ laufende Sollbruchstellen vorgesehen sein können.
weitere Sollbruchstellen könnten ggf. zwischen einem Rücken¬ teil und den beiden Vorderteilen einer Weste, einer Jacke oder eines Kittels angeordnet sein, so daß diese Oberbekleidungs¬ stücke beim Einziehen eines Vorderteils durch Gegenstemmen ge¬ gen das Rückenteil entlang dieser Sollbruchstelle durchtrennt und das Vorderteil vom Rückenteil gelöst werden kann.
Um zu verhindern, daß die offenen Enden von Ärmeln oder Bein¬ teilen beim Einziehen in eine Maschine zugezogen werden und sich dabei so eng um den Arm oder das Bein eines Trägers des Oberbekleidungsstücks schließen, daß dieser bzw. dieses nicht mehr aus dem Ärmel bzw. dem Beinteil herausgezogen werden kann, sieht eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfin¬ dung vor, zusätzlich oder auch alternativ zu der um den Ärmel oder das Beinteil herum verlaufenden Sollbruchstelle minde¬ stens eine weitere Sollbruchstelle vorzusehen, die am Ärmel oder Beinteil entlang nach oben verläuft und bei einem Zuzie¬ hen des Ärmels oder Beinteils infolge der beim Zuziehen auf die Sollbruchstelle ausgeübten Kraft mindestens teilweise auf¬ reißt. Eine derartige Sollbruchstelle könnte beispielsweise durch eine am Ärmel oder Beinteil entlang verlaufende Naht ge¬ bildet werden und sich bis zur umlaufenden Sollbruchstelle er¬ strecken.
Neben einer Ausbildung als Naht gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten zur Herstellung einer Sollbruchstelle, bei¬ spielsweise das Einbringen einer Perforation in ein Folienma¬ terial oder in einen reißfesten Überzug des Oberbekleidungs-
Stücks, insbesondere bei Regenbekleidung, wobei die Perfora¬ tion z.B. durch einen überlappenden Folienstreifen oder der¬ gleichen überdeckt werden kann, um ein Eindringen von Feuch¬ tigkeit zu verhindern. Perforationen lassen sich an jeder be¬ liebigen Stelle anbringen und gestatten gleichzeitig eine ein¬ stückige Verbindung zwischen den beiden Teilstücken.
Weiter können beispielsweise auch Klettverschlüsse oder Rei߬ verschlüsse, von denen jeweils eine Hälfte an gegenüberliegen¬ den Rändern der beiden Teilstücke befestigt wird, als Soll¬ bruchstelle dienen; außerdem Druckknopfleisten, Knopf- und Knopflochleisten, Haken-und-Ösen-Verbindungen oder Ringstab¬ verbindungen bzw. durch Ösen in den beiden Teilstücken hin¬ durchgefädelte Schnüre oder Bänder.
Einige dieser als Sollbruchstelle dienenden Verbindungen, wie beispielsweise Druckknopfleisten oder Klett- und Reißver¬ schlüsse sind vorteilhafterweise so angebracht und ausgebil¬ det, daß sie sich bei Bedarf von Hand schnell und einfach lö¬ sen und wieder verschließen lassen, ohne ihre Funktion zu be¬ einträchtigen, so daß beispielsweise Ärmel oder Beinteile des Oberbekleidungsstücks abgenommen werden können, um die Ar¬ beitsbekleidung im Sommer oder an gut geheizten Arbeitsplätzen kurzärmelig und/oder mit kurzen Beinen zu tragen.
Während sich beispielsweise Reißverschlüsse von selbst begin¬ nend an einem Ausgangspunkt öffnen, kann ein derartiges fort¬ laufendes Öffnen von einem Ausgangspunkt aus bei anderen Ver¬ bindungen, wie beispielsweise bei Klettverschlüssen, Druck¬ knopfleisten, Haken-und-Ösen-Verbindungen oder Knopf- und Knopflochleisten dadurch erreicht werden, daß man die Verbin¬ dung an mindestens einer Stelle schwächer ausbildet, so daß sie dort zuerst aufreißt oder sich löst. Zum Beispiel kann dies bei Druckknopfleisten dadurch erfolgen, daß mindestens einer der Druckknöpfe eine im Verhältnis zur Haltekraft der anderen Druckknöpfe geringere Haltekraft aufweist, so daß sich dieser, bei einer über das Oberbekleidungsstück hinweg verlau¬ fenden Sollbruchstelle zweckmäßig an deren Enden angeordnete Druckknopf zuerst löst.
Bei Knopf- und Knopflochleisten mit gleichgroßen Köpfen kann die Größe der Knopflöcher unterschiedlich groß gewählt werden, während bei einer Verbindung mit Haken und Ösen der Draht¬ durchmesser der Haken unterschiedlich stark sein kann, so daß sie einem Aufbiegen einen unterschiedlich großen Widerstand entgegensetzen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einiger in der Zeich¬ nung in schematischer Weise dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: einen Arbeitsoverall mit Sollbruchstellen im Bereich der Ärmel und Beinteile;
Fig. 2: eine Arbeitsjacke mit Sollbruchstellen im Bereich des Ärmelansatzes;
Fig. 3: eine Arbeitshose mit Sollbruchstellen im Bereich der Beinteile;
Fig. 4: eine perspektivische .Ansicht eines aus zwei getrennten Teilstücken bestehenden Ärmelteils einer Jacke mit einer aus einem Klettverschluß bestehenden Sollbruchstelle.
Fig. 5: eine perspektivische Ansicht einer alternativen Ausge¬ staltung der Sollbruchstelle der Fig. 4.
Die in der Zeichnung dargestellte Arbeitsbekleidung umfaßt ei¬ nen Overall 2, eine Arbeitshose 4 und eine Arbeitsjacke 6.
Um zu verhindern, daß bei einem Einziehen eines Ärmels 8 oder eines Beinteils 10 der Oberbekleidungsstücke 2, 4, 6 in eine laufende Maschine z.B. durch verspätetes Abschalten Gliedmaßen eines Trägers der Arbeitsbekleidung mit eingezogen und dabei verletzt werden, weisen die Oberbekleidungsstücke 2, 4, 6 langgestreckte Sollbruchstellen 12 auf, die um die beiden Är¬ mel 8 der Arbeitsjacke 6 und des Overalls 2, sowie um die bei¬ den Beinteile 10 der Arbeitshose 4 herumlaufen.
Weitere Sollbruchstellen können zwischen einem Vorder- und Rückenteil 14 bzw. 16 der Arbeitsjacke angeordnet sein oder vom unteren Ende der Ärmel 8 und/oder Beinteile 10 an diesen entlang zur Sollbruchstelle 12 verlaufen, um zu verhindern, daß sich der Ärmel 8 oder das Beinteil 10 um einen Arm oder ein Bein des Trägers herum festzieht, so daß dieser den Arm oder das Bein nicht mehr aus dem Ärmel 8 oder dem Beinteil 10 ziehen kann.
Die in Fig. 3 dargestellte Arbeitshose 4 weist zusätzlich zu der zwischen dem Schritt und dem Knie um das Beinteil 10 heru verlaufenden Sollbruchstelle 12 eine derartige Sollbruchstell 12' auf, die in Längsrichtung des Beinteils 10, verläuft und von einer bei der Herstellung des Beinteils 10 angebrachten Längsnaht gebildet wird, an der die Anzahl der Stiche pro Län geneinheit und die Fadenstärke so aufeinander abgestimmt sind daß die Naht aufreißt, wenn eine vorbestimmte Kraft in Um- fangsrichtung des Beinteils 10 überschritten wird.
Die Sollbruchstellen 12 sind ebenfalls so ausgebildet, daß sich die an der Sollbruchstelle 12 miteinander verbundenen Teilstücke, z.B. ein Ärmel 8 und das Vorder- und Rückenteil 14,16 bei Überschreiten einer vorgegebenen Zugkraft zwischen den beiden Teilstücken 8 bzw. 14, 16 voneinander lösen, d.h. daß sich der beispielsweise oberhalb des Handgelenks von eine Maschine erfaßte Ärmel 8 an der Sollbruchstelle 12 löst oder abreißt, wenn der Träger oder ggf. ein herbeieilender Helfer mit Muskelkraft von der Einziehstelle weg am Vorder- und Rük- kenteil 14, 16 zieht.
Um sicherzustellen, daß dies selbst dann der Fall ist, wenn e sich beim Träger der Arbeitsbekleidung oder beim Helfer um ei ne wenige kräftige Person handelt, oder wenn diese in Panik geraten ist, beträgt die zum Trennen der beiden Teilstücke bzw. die zum Lösen der Verbindung an der Sollbruchstelle 12 erforderliche Kraft weniger als 100 N, vorzugsweise weniger als 80 N, d.h. einen Bruchteil derjenigen Kraft, mit der ein durchschnittlicher Mensch am nicht eingezogenen Teilstück, im
vorliegenden Fall am Rücken- und Vorderteil 14, 16 ziehen oder sich gegen dieses stemmen kann, um es vom eingezogenen Teil¬ stück, in diesem Fall dem Ärmel 8 zu trennen oder abzureißen.
Um dies zu erreichen, bestehen beispielsweise die in den Figu¬ ren 4 und 5 dargestellten Sollbruchstellen 12 jeweils aus ei¬ nem im Bereich eines Oberarms um einen Ärmel 8 umlaufenden Klettverschluß 20, der den unteren Teil 22 des Ärmels 8 mit dem im Schulterbereich am Rücken- und Vorderteil 14, 16 an¬ genähten Oberarmteil 24 verbindet. Der Klettverschluss 20 be¬ steht aus zwei durch Gegeneinanderpressen miteinander verbind¬ baren Velcro-Streifen, von denen der eine (26) in der Nähe des unteren Randes 28 so auf die Innenseite des Oberarmteils 24 aufgenäht, aufgeklebt oder auf andere Weise befestigt ist, daß er um den Umfang des Ärmels 8 herum verläuft. Der andere Streifen 30 ist auf der Außenseite des unteren Armelteils 22 befestigt, welches einen gegenüber dem Innendurchmesser des Oberarmteils 24 etwas größeren Außendurchmesser aufweist, so daß zum Befestigen des Ärmelteils 22 der zuvor nach oben umge¬ schlagene Rand 28 wieder nach unten geklappt und der Streifen 26 gegen den Streifen 30 gedrückt werden kann.
Die beiden Streifen 26, 30 sind zueinander deckungsgleich und weisen eine solche Breite auf, daß sie bei einer durch den Um¬ fang des Oberarmteils 24 und des unteren Ärmelteils 22 vorge¬ gebenen Länge und einer durch das Velcro-Material vorgegebenen Haftfestigkeit pro Flächeneinheit durch eine vorgegebene Haft¬ kraft zusammengehalten werden, die unter den oben genannten Werten liegt, jedoch andererseits mit etwa 40 bis 50 N so groß ist, daß sich das untere Ärmelteil 22 z.B. beim An- oder Aus¬ ziehen der Jacke 6 oder des Overalls 2 vom Oberarmteil 24 nicht löst.
Während die in Fig. 4 dargestellten Velcro-Streifen 26, 30 über ihre gesamte Länge dieselbe Breite aufweisen, sind die in Fig. 5 dargestellten Streifen in Form eines schmalen gleich¬ schenkligen Dreiecks geschnitten, dessen Spitzen 34 sich an einem Punkt berühren oder einen geringen Abstand voneinander aufweisen, so daß die langgestreckte Sollbruchstelle 12 an
diesem Punkt eine Schwachstelle aufweist. Dies bewirkt, daß die Verbindung zwischen dem Oberarmteil 24 und dem unteren Teil 22 des Ärmels 8 zuerst an dieser Stelle aufreißt, wobei sich anschließend der entstehende Riß zwischen den Streifen 26, 30 nach beiden Seiten ausbreitet, bis die Verbindung voll¬ ständig gelöst ist. Durch diese Maßnahme kann zum einen die Verbindung zwischen den beiden Teilstücken 26, 30 gegen ein unbeabsichtigtes Lösen verstärkt werden, beispielsweise indem man die Schwachstelle auf der Unterseite des Arms anordnet, w die beim .An- und Ausziehen auf den Ärmel 8 ausgeübten Kräfte kleiner sind. Zum anderen kann die Trennung an der Sollbruch¬ stelle 12 erleichtert werden, da sowohl die zum anfänglichen Lösen der Verbindung an der Schwachstelle als auch die zum vollständigen Lösen der Verbindung erforderlichen Kräfte im Vergleich zu dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeipiel kleiner sind.