00001 Verfahren und Vorrichtung zum Verzahnen und Abdachen
00002 von Zahnflanken
00003
00004 Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrich-
00005 tung zum Verzahnen und Abdachen der stirnseitigen Zahn-
00006 flanken von im wesentlichen rotationssymmetrischen Werk-
00007 stücken gemäß Gattungsbegriff des Anspruchs 1. 00008
00009 Eine gattungsgemäße Abdachvorrichtung ist aus der europä-
00010 ischen Patentschrift 0 107 826 bekannt. Dort ist eine
00011 Werkzeugmaschine zum Bearbeiten der Stirnflächen von
00012 Zahnradzähnen offenbart. Unter einer axialen Relativbewe-
00013 gung zwischen Werkstück und Fräser wird das kontinuier-
00014 lieh angetriebene Werkstück von zwei in einem konstanten
00015 Drehzahlverhältnis stehenden Stirnfräsern gleichzeitig
00016 bearbeitet. Dabei wird von einem Stirnfräser die eine
00017 Zahnflanke eines Zahnes und von dem anderen Stirnfräser
00018 die andere Zahnflanke eines Zahnes abgedacht. Beide
00019 Fräser stehen in Synchronlauf zueinander. 00020
00021 Nachteilig an dieser Vorrichtung und an dem mit dieser
00022 Vorrichtung praktizierten Verfahren ist, daß das Abda-
00023 chen der Zähne nur an bereits verzahnten Werkstücken
00024 erfolgen kann. 00025
00026 Aus der DE-PS 26 50 955 ist eine Vorrichtung bekannt,
00027 bei der mittels eines kontinuierlich umlaufenden Schlag-
00028 messers in ein kontinuierlich umlaufendes Werkstück eine
00029 Verzahnung gefräst werden kann. 00030
00031 Ausgehend von dem eingangs genannten Stand der Technik
00032 liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein gattungsge-
00033 mäßes Verfahren zum Herstellen von abgedachten Zahnkrän-
00034 zen herstellungstechnisch günstiger weiterzubilden. 00035
00036 Gelöst wird diese Aufgabe durch das im Anspruch 1 angege-
00037 bene Verfahren und durch die im Anspruch 5 angegebene
00038 Vorrichtung. 00039
00040 Die Unteransprüche stellen vorteilhafte Weiterbildungen
00041 der Erfindung dar. 00042
00043 Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren stehen nunmehr
00044 nicht nur zwei Stirnfräser im Synchronlauf zum kontinu-
00045 ierlich angetriebenen Werkstück, sondern zusätzlich noch
00046 ein im Gleichlauf mit den Stirnfräsern stehendes Schlag-
00047 messer. Während der Abdachung taucht erfindungsgemäß das 00048 Schlagmesser in die Dachkantenzwischenräume ein. Was
00049 bisher nur in aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten auf
00050 verschiedenen Maschinen verwirklicht werden konnte,
00051 erfolgt hier während eines Bearbeitungsschrittes. Die
00052 Verzahnung geschieht im wesentlichen zeitgleich mit der
00053 Abdachung. Besonders vorteilhaft beginnt die Bearbeitung
00054 damit, daß die Abdachung zunächst ins volle Werkstück
00055 hineingefräst wird. Gleichzeitig damit beginnt das
00056 Schlagmesser in die Dachkantenzwischenräume hineinzu-
00057 schlagen. Es ist dabei vorgesehen, daß das Schlagmesser
00058 erst dann seine volle Schnittiefe erreicht, wenn auch
00059 die Stirnfräser ihre maximale Eindringtiefe erreicht
00060 haben. Dies ist ein optimaler Lastwechsel. Sobald näm-
00061 lieh die Stirnfräser ihre maximale Eindringtiefe er-
00062 reicht haben, also die Dächer zunächst ins Volle fertig-
00063 geschnitten haben, können die Stirnflächenfräser bei-
00064 spielsweise durch eine Querverlagerung außer Eingriff
00065 gebracht werden zum Werkstück. Erreicht in diesem Augen-
00066 blick das Schlagmesser seine tiefste Eindringtiefe, so
00067 ist auch die Beanspruchung auf das Schlagmesser jetzt
00068 maximal. Aus dieser Verfahrensstellung heraus arbeitet
00069 dann das Schlagmesser die Nuten bis zum gewünschten
00070 Ende. Sowohl die Stirnfräser als auch die Schlagmesser-
00071 fräser sollen bevorzugt in radialer Richtung zur Werk-
00072 stückachse zustellbar sein. Die Vorrichtung ist bevor-
00073 zugt so ausgebildet, daß sämtliche Achsen mit Einzelan-
00074 trieben versehen sind. Die Servomotoren der Einzelantrie-
00075 be sind untereinander über Signalaustauschleitungen
00076 verbunden, so daß eine exakte Synchronisation innerhalb
00077 der Achsen realisierbar sind. Die Mittel, die zur Ein-
00078 Stellung des Synchronlaufes verwendet werden, bestehen 00079 im wesentlichen aus einer elektronischen Datenverarbei-
00080 tungsanlage, welche mit Detektoren ausgerüstet ist, um
00081 die aktuelle Drehgeschwindigkeit bzw. das aktuelle Mo-
00082 ment an jedem Antrieb zu ermitteln. Weiter sind Mittel
00083 vorgesehen, die die exate vorgegebene Drehzahl bzw. das
00084 exakte vorgegebene Moment an jedem Antrieb einstellen
00085 können. Es ist vorgesehen, daß das Werkstück mit einer
00086 bestimmten Drehzahl dreht, und die drei Werkzeugspin-
00087 dein, nämlich die beiden Stirnfräserspindeln und die
00088 Schlagmesserspindel ihrerseits im Gleichlauf zueinander
00089 stehen, wobei das Drehzahlverhältnis bevorzugt so ist,
00090 daß sämtliche Werkzeugspindeln mit derselben Drehzahl
00091 drehen, welche um ein ganzzahliges Vielfaches, nämlich
00092 der Zähnezahl schneller ist als die Drehzahl der Werk-
00093 εtückspindel. Die mit gleicher Drehzahl drehenden Fräs-
00094 spindein und Schlagmesserspindeln stehen untereinander
00095 in einer definierten und festen Phasenlage. Dadurch ist
00096 gewährleistet, daß jeder Stirnfräser nur jeweils eine
00097 Dachfläche eines Zahnes fräst und das Schlagmesser immer
00098 in einem Dachkantenzwischenraum eintaucht. Die Einstel-
00099 lung der Werkzeuge zueinander, also die Position der
00100 beiden Stimfräser und des umlaufenden Schlagmessers ist
00101 so gewählt, daß sie im wesentlichen in einer Ebene senk-
00102 recht zur Werkstückdrehachse liegen. Dies hat zur Folge,
00103 daß bei einem axialen Vorschub des Werkstückes hin auf
00104 die Werkzeuge sämtliche Werkzeuge gleichzeitig in Ein-
00105 griff treten zum Werkstück. Zunächst treten dabei die
00106 Stirnfräser in spanabhebenden Eingriff in das Werkstück
00107 und fräsen, ohne daß Zähne ausgefräst werden, die Abda-
00108 chungen ins Volle. In diesen durch die beiden Stirnfrä-
00109 ser dann freigefrästen, sich in Richtung des Vorschubes
00110 vertiefenden Zwickel taucht dann das umlaufende Schlag-
00111 messer ein. Während des Abdachvorganges wird von dem
00112 Schlagmesser nur spitzenseitig der Zwickel vertieft.
00113 Erst wenn der Abdachvorgang als solcher beendet ist,
00114 erreicht das Schlagmesser seine volle Eindringtiefe.
00115 Bevorzugt drehen sich die Stirnfräser jeweils so, daß
00116 sie zum Dachfirst hin fräsen. Es ist jedoch auch vorgese-
00117 hen, daß die Fräser vom Dachfirst in die Nut hinein
00118 fräsen. Letzteres insbesondere dann, wenn das umlaufende
00119 Schlagmesser gegen die Vorschubrichtung des Werkstückes
00120 arbeitet, also von der abgedachten Stirnfläche des Zahn-
00121 rades hin einwärts. Das Verfahren und die Vorrichtung
00122 sind besonders dazu geeignet, um Zahnwellen oder Zahnrä- 00123 der zu fertigen, bei denen die Stirnkanten abgedacht
00124 sind. Gegenüber den bekannten Vorrichtungen ist mit der
00125 Neuerung eine gesteigerte Bearbeitungsgeschwindigkeit
00126 möglich, da gleichsam ein paralleles Bearbeiten des
00127 Werkstückes vorgesehen ist. 00128
00129 Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend
00130 anhand der beigefügten Figuren erläutert. Es zeigt: 00131
00132 Fig. 1 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße
00133 Vorrichtung, 00134
00135 Fig. 2 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vor-
00136 richtung, 00137
00138 Fig. 3 ein Werkstück, bei welchem eine Verzahnung ins
00139 Volle durchgeführt worden ist,
00141 Fig. 4 eine Verfahrensstellung, bei welchem die Abda-
00142 chung gerade beendet ist und 00143
00144 Fig. 5 die stirnseitige Ansicht auf ein fertig bear-
00145 beitetes Zahnrad. 00146
00147 Auf einem Maschinentisch 30 befindet sich eine Werkstück-
00148 spindel 1, in welche ein Werkstück 8, bei dem es sich um
00149 ein unverzahntes Zahnrad handelt, eingespannt ist. Die
00150 Drehachse der Werkstückspindel 1 ist mit der Bezugszif-
00151 fer 23 bezeichnet. Die Werkstückspindel 1 ist in Rich-
00152 tung 12 ihrer Achse 23 verlagerbar. Die Zustellbewegung
00153 erfolgt in dieser Richtung. Auf dem Maschinentisch 30
00154 befindet sich weiterhin ein sich in der Vertikalen er-
00155 streckender Träger 31, an welchem zwei Frässpindeln 2
00156 und 3 angeordnet sind. 00157
00158 Der Träger 31 ist in der Ebene des Maschinentisches 30
00159 in den Richtungen 13 und 14, welche senkrecht aufeinan-
00160 der stehen, verlagerbar. Jeder einzelne der beiden Stirn-
00161 fräserspindeln 2,3 ist zusätzlich noch um eine Achse,
00162 die parallel zur Tischebene verläuft, schwenkbar. Die
00163 Achslage selbst kann in vertikaler Richtung durch Verla-
00164 gerung der Spindeln am Spindelträger 31 verändert wer-
00165 den. Zusätzlich zu der Verlagerbarkeit in Richtung der
00166 Pfeile 13,14 läßt sich der Träger 31 auch noch um die
00167 Drehachse 26 schwenken. Die Stirnfräser 5 bzw. 6 sind
00168 auf das Werkstück 8 ausgerichtet. Hinsichtlich der Funk-
00169 tionsweise einer derartigen Fräsvorrichtung wird auf die
00170 europäische Patentschrift 0 107 826 verwiesen. 00171
00172 Parallel zur Vertikalerstreckung des Trägers 31 ist eine
00173 weitere Werkzeugspindel 4 vorgesehen, welche ein u lau-
00174 fendes Schlagmesser 7 trägt. Die Achse der Schlagmesser-
00175 spindel 4 steht windschief zur Achse 23 der Werkstück-
00176 spindel 1. Der Träger 10 der Spindel 4 ist in Richtung
00177 des Pfeiles 15 quer zur Spindelachse 23 verlagerbar.
00178 Hinsichtlich der genauen Ausgestaltung und der Funktions-
00179 weise eines derartigen Schlagmesserfräsers wird auf die
00180 deutsche Offenlegungsschri t 26 15 955 verwiesen. 00181
00182 Wie insbesondere in Figur 1 dargestellt ist, liegen die
00183 Werkzeuge 7,5,6 in einer Ebene E, welche die Achse 23 in
00184 einem rechten Winkel schneidet. 00185
00186 Die Funktionsweise der Maschine ist folgende: Das rotati-
00187 onssymmetrische Werkstück 8, welches verzahnt werden
00188 soll, wird in Richtung des Pfeiles 12 auf die Werkzeuge
00189 5,6,7 zugestellt. Die Stirnfräser 5,6 und das umlaufende
00190 Schlagmesser 7 werden dabei jeweils von Spindeln ange-
00191 trieben, welche die gleiche Drehzahl aufweisen. Die
00192 Werkzeuge 5,6,7 stehen dabei in einer festen Phasenlage
00193 zueinander. Die Drehzahl des Werkstückes 8 ist dabei so
00194 gewählt, daß sie um ein ganzzahliges Vielfaches, nämlich
00195 um die Anzahl der Zähne geringer ist als die Drehzahl
00196 der Werkzeugspindel. Die Phasenlage der Stirnfräser 5,6
00197 ist so eingestellt, daß die Abdachung der Zahnflanken
00198 18,19 zunächst ins Volle geschieht, wobei jeweils ein
00199 Fräser die eine Seite eines Zahnes und ein anderer die
00200 andere Seite eines Zahnes abdacht. Die Drehrichtung der
00201 Stirnfräser kann dabei sowohl zum First hin als auch vom
00202 First weg erfolgen. Die Phasenlage des Schlagmessers 7
00203 ist so eingestellt, daß es jeweils in den Zwischenraum
00204 zwischen zwei Zahnfirsten, also in die Dachkantenzwi-
00205 schenräume 22 eintaucht. Hierdurch entstehen Nuten 21,
00206 die Zähne 20 übrig lassen. 00207
00208 Sobald die Stirnfläche 8' des Werkstückes 8 in den Be-
00209 reich der Ebene E vorgeschoben ist, beginnen die Stirn-
00210 fräser 5,6 spanabhebend Dachkanten ins volle Werkstückma-
00211 terial hineinzufrasen. Das Schlagmesser 7 hat zu diesem
00212 Zeitpunkt noch nicht die volle Eindringtiefe ins Materi-
00213 al erreicht. Erst wenn die Dächer vollständig fertig
00214 gefräst sind, erreicht das Schlagmesser 7 die volle
00215 Eindringtiefe ins Material. Dann werden die Werkzeugspin-
00216 dein 2 und 3 mittels der Verlagerung des Trägers 31 in
00217 Richtung des Pfeiles 13 quer zur Drehrichtung der Werk-
00218 stückspindel 23 verlagert. Danach wird die Zustellung in
00219 axialer Richtung der Werkstückspindel 23 fortgesetzt,
00220 wobei dann vom Schlagmesser 7 die Verzahnung durchge-
00221 führt wird. 00222
00223 In der Figur 3 ist ein Schnittbild von zwei Stirnfräsern
00224 bei einer Abdachung ins Volle dargestellt. Zur Verzah-
00225 nung des abgedachten Zahnrad-Rohlings werden dann die
00226 Zahnflankenzwischenräume 22 mittels des Schlagmesser 7
00227 ausgefräst. 00228
00229 Es ist hervorzuheben, daß es besonders vorteilhaft ist,
00230 in einem einzigen Arbeitsschritt einen Rohling sowohl zu
00231 verzahnen als auch die Zähne abzudachen, wobei die
00232 Abdachung vor der Verzahnung stattfindet. Durch die
00233 besondere Anordnung aller Werkzeuge in einer Ebene E
00234 parallel zur Stirnfläche 8' des Werkzeuges 8 ist gewähr-
00235 leistet, daß das Schlagmesser 7 erst dann seine tiefste
00236 Eingriffsstellung in das Werkstück 8 erreicht, wenn die
00237 Verzahnung nahezu oder bereits schon abgeschlossen ist. 00238
00239 Die in der vorstehenden Beschreibung, der Zeichnung und
00240 den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können
00241 sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für
00242 die Verwirklichung der Erfindung von Bedeutung sein.
00243 Alle offenbarten Merkmale sind erfindungswesentlich. In
00244 die Offenbarung der Anmeldung wird hiermit auch der
00245 Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten Priori-
00246 tätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhalt-
00247 lieh mit einbezogen. 00248