Spülstein zum Durchleiten von Gasen und/oder
Feststoffen in die Schmelze eines metallurgischen
Gefäßes sowie Verfahren zu seiner Herstellung
B e s c h r e i b u n g
Die Erfindung betrifft einen Spülstein zum Durchleiten von Gasen und/oder Feststoffen in die Schmelze eines metallurgischen Gefäßes sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung .
Spülsteine der gattungsgemäßen Art sind seit langem bekannt. Zum Beispiel "Radex-Rundschau , 1986, 203" gibt
eine Übersicht über verschiedene Bauformen von Spül¬ steinen und deren Anwendung. Dabei werden im wesentlichen folgende Spülertypeπ unterschieden
- Fugenspüler
- Spϋler mit ungerichteter Porosität
- Spüler mit gerichteter Porosität.
Die Spülsteine sind sowohl bodenseitig (um das Gaszu¬ führungsrohr herum) , als auch umfangseitig blechummantelt. Zwischen dem bodenseitigen Blechabschnitt und dem Boden des Spülsteins wird in der Regel eine Gasverteilkammer ausgebildet, um eine über den Querschnitt gleichmäßige Gaszufuhr zu ermöglichen.
Im übrigen dient der Blechmantel in erster Linie dazu, eine unkontrollierte seitliche Gasdiffusion zu verhindern. Das Gas soll vielmehr vollständig und gezielt in die Metallschmelze eingedüst werden.
Das Aufbringen des Blechmantels bereitet erhebliche Schwierigkeiten, insbesondere bei Gasspülsteinen, die eine Kegelstumpfform haben. Am besten wäre es, den Blech¬ mantel einteilig zu gestalten. Dies ist jedoch meist nur schwer möglich, insbesondere wenn sich der Blechmantel über die gesamte Höhe der Umfangsflache erstreckt und der Spülstein selbst eine Kegelstumpfform aufweist. Insbesondere im Aπschlußbereich zwischen umfangseitigem und bodenseitigem Blechmantel bestehen Schwierigkeiten bei der Abdichtung. In der Regel werden die entsprechenden Blechabschnitte miteinander verschweißt. Eine einfache Schweißnaht erfüllt die Sicherheitsaπforderuπgen häufig
nicht. Bei höheren Temperaturen, wie sie bei der An¬ wendung der Spülsteine im Boden oder der Wand eines metallurgischen Gefäßes auftreten, platzen die Schwei߬ nähte häufig auf und das zugeführte Gas kann unkontrolliert austreten. Es besteht dann die Gefahr eines Ausbrechens des Spülsteins insgesamt und damit eines Metallschmelze¬ durchbruchs .
In der DE-PS 25 52 474 wird eine bestimmte Art der Schwei߬ verbindung zw1 :hen dem umfangseitigen und bodenseitigen Abschnitt des -echmaπtels angegeben.
Abgesehen von der relativ komplizierten Konfektionierung besteht das weitere Problem unverändert, nämlich auf einen kegelstumpfförmigen keramischen Körper einen möglichst nahtfreien Blechmantel aufzubringen.
Der Erfindung liegt insoweit die Aufgabe zugrunde, eine möglichst einfache Maßnahme anzugeben, wie Spülsteine der gattungsgemäßen Art umfangs- und/oder bodenseitig sicher abgedichtet werden können.
Dabei geht die Erfindung von der Überlegung aus, den aus entsprechenden Zuschnitten aufgezogenen oder aufge- va" ten Blechmantel durch eine Beschichtung zu ersetzen, d-.ä in-situ auf dem entsprechenden Oberflächenabschnitt des Spülsteins ausgebildet ist. Die Beschichtung soll also erst auf der Oberfläche selbst gebildet werden, was gegenüber einem Blechmantel den Vorteil hat, daß keine Verklebung oder Vermörtelung zwischen Blechmantel und Keramik notwendig ist.
In ihrer allgemeinsten Ausführungsform betrifft die
Erfindung danach einen Spülstein der gattungsgemäßen Art, bei dem die Abdeckung aus einer πichtmetallisch anorganischen und/oder aus einer mit einem thermischen Spritzverfahren aufgebrachten metallischen Beschichtung besteht.
Die metallische Beschichtung kann durch Flammspritzen oder Plasmaspritzen aufgebracht werden. Die metallische Beschichtung erfolgt entweder direkt auf die entspre¬ chenden Oberflächenabschnitte des Spülsteins, gegebenen¬ falls unter Zwischenschaltung eines Haftvermittlers, oder auf eine zuvor aufgebrachte Beschichtung aus einem anorganischen, nichtmetallischen Werkstoff. Dieser ist vorzugsweise chemisch, am besten phosphatgebunden und wird als viskose oder flüssige Masse verarbeitet. Die Beschichtungsmasse wird beispielsweise aufgepinselt oder aufgespritzt und anschließend getrocknet und gege¬ benenfalls getempert. Die keramische Feststoffkomponente sollte möglichst feinteilig sein (< 500 μm, vorzugsweise < 100 μm) , um eine weitestgeheπde Gasdichtigkeit nach der Trocknung/Temperung zu erreichen. Eine phosphat¬ gebundene Masse, wie sie beispielsweise unter der Bezeich¬ nung K 709 Cr F von der Radex Deutschland AG, Urmitz (Deutschland) angeboten wird, weist eine hohe Gasdichtig¬ keit, hohe Feuerfestigkeit (ca. 1.900° C) und eine gute Haftfähigkeit sowohl auf dem keramischen Spülstein als auch gegenüber einer gegebenenfalls anschließend aufge¬ brachten metallischen Beschichtung auf, wobei letztere dann vor allem die Aufgabe hat, eine gut lösbare Trenn¬ schicht gegenüber benachbarten feuerfesten Bauteilen, wie einem Lochstein, zu bilden.
Mit einem Flammspritz- oder Plasmaspritzverfahren kann eine kontinuierliche metallische Beschichtung aber auch unmittelbar auf der keramischen Oberfläche des Spülsteins aufgebracht werden.
Besondere Maßnahmen sind im Bereich des bodenseitigen Gaszuführrohrs vorzusehen. Liegt das Gaszuführrohr - wie zum Beispiel in Figur 2 der DE-PS 25 52 474 darge¬ stellt - unmittelbar gegen den Boden des Spϋlsteins an, so kann die um das Gaszuführrohr herumverlaufende Bodenfläche im einfachsten Fall nach einem der vorbe¬ schriebenen Verfahren beschichtet werden. Dabei ist ein Spritzverfahren mit einem metallischen Werkstoff bevorzugt, wobei das Metall vorzugsweise das gleicne Metall sein sollte, aus dem das Gaszuführrohr besteht, um auf diese Weise eine in-situ-Verbindung zwischen Gaszuführrohr und Beschichtung zu erreichen.
Üblicherweise besteht zwischen dem Boden des Blechmantels und dem Boden des keramischen Teils des Spülsteins ein Zwischenraum, der eine sogenannte Gasverteilkammer bildet.
In diesem Fall bietet es sich an, den Bodenabschnitt in konventioneller Weise aus einem Blech mit angeschlossenem Gaszuführrohr zu gestalten, den umlaufenden Rand jedoch nur über eine relativ kleine Teilstrecke der Umfangs- fläche des keramischen Teils des Gasspülsteins zu erstrecken
Um eine sichere Aufnahme des Spülsteins in dieser topf- förmigen Aufnahme zu ermöglichen, kann auch der ent¬ sprechende Abschnitt des keramischen Teils des Spülsteins zylinderförmig ausgebildet sein. Sind dann noch innenseitig am aufstehenden Rand des Blechbodens Vor-
sprϋnge angeordnet, so kann der keramische Teil des Spülsteins einfach in die entsprechende Aufnahme einge¬ setzt und zum Beispiel dort eingemörtelt werden. Die weitere äußere Beschichtung (im Bereich der Umfangs- fläche) erfolgt dann auf die zuvor beschriebene Art und Weise, wobei auch hier vorzugsweise wieder eine metallische Beschichtung, gegebenenfalls auf einer anor¬ ganischen nichtmetallischen Beschichtung. vorgesehen wird, um im Anschlußbereich zum Rand des topfförmigen Bodenbleches eine sichere, gasdichte Verbindung zu er¬ reichen. Diese kann dadurch begünstigt werden, daß der Rand des Bodenbleches etwas höher geführt wird als der korrespondierende keramische Abschnitt des Spülsteins , der von da ab kegelförmig verläuft, so daß sich eine Art Dreiecksfuge zwischen Spülstein und Blechmaπtel ausbildet, die zum Beispiel beim Flammspritzen der Um- fangsfläche mit dem metallischen Werkstoff ausgefüllt wird, wodurch eine besonders sichere Verbindung zwischen Blechmantel und flammgespritzter Beschichtung erreicht wird. Dieser Bereich kann aber auch mit der anorganischen nichtmetallischen Masse abgedichtet werden.
Dieses Ziel läßt sich alternativ auch dadurch erreichen, daß der aufstehende Rand der "topfförmigen Aufnahme" höher, gegebenenfalls bis kurz vor oder bis zur Stirn¬ fläche des Spülsteins ausgeführt und mit vertikalen Längsschlitzen ausgebildet wird, wobei nur der dem Boden unmittelbar benachbarte Teil ungeschlitzt bleibt. Der geschlitzte Teil wird danach auf die Spülsteinoberfläche aufgedrückt, gegebenenfalls nach vorheriger Erwärmung der "Lamellen", und der Spülstein wird danach- wie vor¬ stehend beschrieben- weiter mit einer metallischen Be- schichtungsmasse beschichtet, also über die Lamellen hinweg und zwischen den Lamellen direkt auf die keramische Oberfläche .des Spülsteins oder die anorganische, nicht-
metallische Grundbeschichtung . Weitere Ausführungsformen der Beschichtung (Abdeckung) werden später anhand des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben.
Der im Stand der Technik verwendete Blechmaπtel hat - wie ausgeführt - insbesondere die Aufgabe, das keramische Material des Spülsteins nach außen gasdicht abzuschließen. Der Blechmantel erfüllt dabei gleich¬ zeitig auch eine zweite Funktion.
Der Spülsteiπ, der üblicherweise in einen Lochstein eingesetzt (eingemörtelt) wird, und nach einer gewissen Zeit verschlissen ist muß dann ausgetauscht werden. Dies erfolgt zum Beispiel mit Hilfe einer Ausziehvor¬ richtung, wie sie aus dem europäischen Patent 137 961 bekannt ist. Beim Ausziehen des Spülsteins aus dem Loch¬ stein beziehungsweise dem Boden des metallurgischen Gefäßes kommt es zwangsläufig zu mechanischen Belastungen des Spülsteins, weil die zwischen dem Metallmantel und dem Lochstein befindliche Mörtelfuge ausgebrochen werden muß .
Hier schafft der bekannte Blechmantel eine mechanische Sicherung für den keramischen Teil des Spülsteins, so daß der Spülstein insgesamt herausgezogen werden kann. Diese Funktion des Blechmantels übernimmt bei einem erfindungsgemäßen Spülstein die metallische Beschichtung, die aufgrund der vorstehend beschriebenen Verbindungs¬ bereiche zum Beispiel zu einem angeschlossenen, boden¬ seitigen, topfförmigen Blechelement mit diesem quasi integral ausgebildet ist, insbesondere, wenn die Be¬ schichtung aus dem gleichen Material wie der Blech/Metall- Abschnitt besteht.
Wird für die Beschichtung aber ein unterschiedliches Material verwendet, kann es sein, daß der Übergangsbereich zwischen dem topfförmigen metallischen Abschnitt im Bereich der Gasverteilkammer keine ausreichende mecha¬ nische Verbindung gibt, die beim Ausziehen des Spülsteiπs sicherstellt, daß dieser nicht irgendwo entlang seiner Höhe abreißt.
Insoweit schlägt die Erfindung in einer vorteilhaften Ausführungsform vor, den keramischen Teil des Spülsteins mit Armieruπgselemeπten auszubilden. Dies kann zum Beispiel dadurch erfolgen, daß senkrecht zur Durchflu߬ richtung des Gases metallische Anker durch den Spülstein verlaufen, die den Spülstein umfangseitig geringfügig überragen und mit den entsprechenden Abschnitten des Metallmantels im Bereich der Gasverteilkammer verbunden werden, zum Beispiel durch eine Schweißnaht oder auf mechanischem Wege. Diese Anker können bei der Herstellung des Spülsteins integriert werden. Wird der Spülstein gegossen, läßt sich dies besonders einfach dadurch reali¬ sieren, daß die Anker mit eingegossen werden.
Ebenso können aber auch vertikal (in Richtung der Gas¬ strömung) verlaufende Armierungselemente in den keramischen Körper auf analoge Weise integriert werden. Außerdem ist es möglich, die senkrecht und parallel zur Gasströmung
angeordneten Anker wiederum untereinander zu verbinden, indem zum Beispiel ein entsprechendes Metallgerüst im keramischen Abschnitt angeordnet wird.
Dabei können die in Richtung der Gasströmung verlaufenden Armierungselemente am stirnseitigen freien Ende des Spϋlsteins, also dort, wo das Gas in die Metallschmelze austritt, nach oben vorragen und zum Beispiel in Form eines Bügels miteinander verbunden werden, so daß gleich¬ zeitig ein den Spülstein überragendes Element gebildet wird, mit dem sich der Spϋlstein zum Beispiel beim Ein¬ setzen in einen Lochstein oder Gefäßboden besonders gunstig greifen läßt.
Derartige Montagebügel sind zwar aus dem Stand der Technik bekannt (zum Beispiel DE-PS 35 20 783) ,sie werden dort aber in Verlängerung des umfangseitigen Blechmantels ausgebildet .
Der erfindungsgemäße Spülsteiπ weist damit alle Vorteile blechummantelter Spülsteiπe auf, läßt sich aber sehr viel einfacher herstellen, wie nachstehend beschrieben wird. Insbesondere entfällt die komplizierte Verformung eines Metallbleches zur Abdeckung der zumeist kegel¬ stumpfförmigen Umfaπgsflache des Spülsteins.
Das Verfahren zum Aufbringen einer dichten Schutzschicht auf vorgegebene Oberflächenabschπitte eines Spülsteins zum Einbringen von Gasen und/oder Feststoffen in ein metallurgisches Schmelzgefäß läßt sich in verschiedenen
alternativen Ausführungsformen realisieren:
- im ersten Fall wird nur eine anorganische, nicht¬ metallische (keramische) Beschichtungsmasse aufge¬ bracht, zum Beispiel aufgepinselt oder aufgespritzt und anschließend getrocknet oder getempert. Alter¬ nativ oder kumulativ kann auch
- ein metallischer Beschichtungswerkstoff in viskoser Form auf die entsprechenden Oberflächenabschnitte aufgebracht werden, der unter Temperatureinwirkung anschließend in einen schmelzflüssigen oder zumindest teilweise schmelzflüssigen Aggregatzustand überführt und danach unter Ausbildung einer gasdichten Schutz¬ schicht abgekühlt wird.
- In einer weiteren Ausführungsform wird der Beschich- tungswerkstoff zunächst in einen schmelzflüssigen oder zumindest teilweise geschmolzenen Aggregat¬ zustand überführt, anschließend mittels eines Träger¬ gases auf die Oberflächenabschnitte gespritzt und danach unter Ausbildung einer gasdichten Schutz¬ schicht abgekühlt.
Die Beschichtuπg(en) läßt (lassen) sich sowohl auf einen ungebrannten wie auch auf einen gebrannten keramischen Körper aufbringen. Dabei sollte der Wärmeausdehnungs¬ koeffizient der Beschichtungen kleiner als der Wärme¬ ausdehnungskoeffizient des keramischen Materials des Spülsteins sein, um Zugspannungen in der Beschichtung zu vermeiden.
Nach dem alternativ genannten Verfahren wird der Be- schichtungswerkstoff in schmelzflüssigem oder zumindest teilweise geschmolzenem Zustand auf die Oberfläche ge¬ spritzt. Der Beschichtungswerkstoff kann als feines Pulver eingebracht werden, das vorzugsweise eine Korngröße kleiner 100 μm aufweisen sollte. Dieses läßt sich beson¬ ders leicht und innig aufschmelzen. Je feiner das Material ist, umso homogener kann es anschließend im Trägergas verteilt werden.
Als Brenngase können zum Beispiel Ethin, Propan oder Wasserstoff verwendet werden. Ebenso ist es aber auch möglich, den Beschichtungswerkstoff zum Beispiel in einer Acetylenflamme aufzuschmelzen und die dabei ent¬ stehenden Abgase anschließend als Trägergas einzusetzen.
Als Trägergas können aber auch Inertgase wie Argon oder dergleichen verwendet werden.
Die eingesetzten Beschichtungswerkstoffe bei diesem Verfahren sind vorzugsweise Metalle oder Metallegierungen, zum Beispiel auf Basis Al/Ni. Eine geeignete metallische Spritzmasse wird von Metco Vertrieb Ges.m.b.H. , A-Salz- burg, unter der Kennzeichnung Metco 405 NS angeboten. Auch Pulver auf Basis anderer Nickel- und Aluminium¬ legierungen sind geeignet.
Vorzugsweise ist das metallische Beschichtungsmaterial das gleiche, aus dem der vorstehend genannte, vorgeformte metallische Abschnitt für die Gasverteilkammer am unteren Ende des Gasspülsteins gebildet ist. Hierdurch läßt
sich beim Aufspritzen eine homogene, materialschlüssige Verbindung zwischen dem vorgeformten metallischen Teil und der äußeren Beschichtung erreichen. Die Erfindung sieht auch vor, den Spülsteiπ zuerst umfangsseitig und/ oder bodenseitig nach einer der beschriebenen Möglich¬ keiten zu beschichten und die vorgeformten, metallischen Abschnitte auf den bereits beschichteten Spülstein aufzu¬ bringen. Er kann nach der Konfektionierung nochmals komplett oder abschnittweise beschichtet werden.
Der metallische Beschichtungswerkstoff kann durch Flamm- spritzeπ, aber auch durch Plasmaspritzen aufgebracht werden. Der Spritzvorgang sollte so lange aufrechterhalten werden, bis eine Schutzschichtdicke erreicht ist, die eine sichere Gasundurchlässigkeit gewährleistet. In der Regel reicht hier eine Dicke für die Schutzschicht von 0,2 bis 0,5 mm aus, die Schutzschicht kann aber auch ohne weiteres dicker sein. Der Spülstein kann auch in mehreren Durchgängen mit entsprechend dünneren Be- schichtungsschichten konfektioniert werden.
Es ist unproblematisch, wenn die Temperatur der Brenn¬ flamme beziehungsweise des Trägergases höher ist als die Sintertemperatur des keramischen Grundkörpers, weil sich herausgestellt hat, daß sich der keramische Körper beziehungsweise die zuvor aufgebrachte keramische Zwi¬ schenschicht bei einem Flammspritz- oder Plasmaspritz¬ verfahren auf der Oberfläche nur in einem relativ geringen Umfang erwärmen (auf ca. 300 bis 600 Grad Celsius) .
Da der keramische Körper eine gewisse Oberflächenrauhigkeit besitzt, führen die genannten Verfahrensmaßnahmen zu einem innigen Verbund zwischen dem Beschichtungswerkstoff und dem keramischen Grundmaterial. Dies ist im Hinblick auf eine mechanische Stabilisierung des Spülsteins wichtig.
Ξs ist selbstverständlich, daß auch beim Flamm- oder Plasmaspritzverfahren die weiteren erfindungsgemäßen Merkmale, zum Beispiel Anordnung einer Armierung im Spülstein, auf gleiche Weise realisiert werden können.
Die Erfindung wird nachstehend anhand verschiedener
Ausführuπgsbeispiele näher erläutert, die nur beispielhaft sind und den Erfindungsgedanken in keiner Weise beschränken.
Im übrigen ergeben sich weitere Merkmale der Erfindung aus den Merkmalen der Unteransprüche sowie den sonstigen
Anmeldungsunterlagen.
Die Zeichnung zeigt, jeweils in stark schematisierter
Darstellung :
Figur 1: Einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen, kegelstumpfförmigen Gasspϋlstein in einer ersten Ausführungsform mit keramischer und metallischer Beschichtung. Figur 2: Einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen, kegelstumpfförmigen Gasspülstein nach einer zweiten Ausführungsform. Figur 3: Einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßeπ , zylinderförmigen Gasspϋlstein. Figur 4: Einen Schnitt durch eine weitere Ausführuπgsform eines kegelstumpfförmigen Gasspülsteins.
In den Figuren sind gleiche und gleichwirkende Bauteile mit gleichen Bezugszeichen dargestellt.
Figur 1 zeigt einen Gasspülstein 10, dessen kegelstumpf- förmiger, keramischer Körper 12 mit ungerichteter Porosität ausgebildet ist.
Danach besitzt der keramische Körper 12 einen flachen Boden 14, eine kegelstumpfförmige Umfangsflache 16 und eine, der Metallschmelze zugewandte, obere, flache Stirn¬ fläche 18.
Der Boden 14 wird von einem Stahlblech 20 abgedeckt, in das von unten ein Gaszuführrohr 22 einmündet. An das obere Ende des Gaszuführrohres 22 schließt sich eine topfförmige Ausnehmung 24 innerhalb des keramischen Körpers 12 an, die dazu dient, das über das Gaszuführrohr 22 zugeführte Gas nach allen Seiten gleichmäßig im kera¬ mischen Körper 12 zu verteilen, damit dieses durch die Poren in Richtung auf die Stirnfläche 18 und über die Stirnfläche 18 in die Metallschmelze geführt werden kann .
Das bodenseitige Stahlblech 20 ist mit dem Boden 14 des keramischen Körpers 12 verrnörtelt und zusätzlich über mehrere Schraubverbindungen 26 mit dem keramischen Körper 12 verbunden. Zu diesem Zweck sind Metallhülsen 2£ im Boden 14 in den keramischen Körper 12 eingemörtelt , wobei die Hülsen 28 in Richtung auf das Stahlblech 20 offen sind und im übrigen ein Innengewinde aufweisen. In das Innengewinde greifen Schrauben 30, die durch korrespondierende Öffnungen 32 im Stahlblech 20 geführt werden, wobei in der Verankerungsposition die Schrauben¬ köpfe gegen das Stahlblech 20 von unten anliegen.
Die Schraubverbindungen 26 sind nur schematisch darge¬ stellt und können sich selbstverständlich über eine größere Höhe in den keramischen Körper 12 hineiner¬ strecken, so daß sie gleichzeitig eine Armieruπgsfunktion übernehmen.
Darüber hinaus sind im keramischen Körper 12 zusätzliche Armierungsanker 25 angeordnet, die vertikal, also in Richtung der Gasströmung, verlaufen und sich. von der Stirnfläche 18 durch den keramischen Körper 12 und durch entsprechende Öffnungen im Stahlblech 20 erstrecken und außerhalb (also unterhalb des Stahlblechs 20) an diesem fest arretiert sind.
Die Umfangsflache 16 des keramischen Körpers 12 ist mit einer phosphatgebundenen keramischen Masse 34' und darauf mit einer metallischen Spritzschicht 34' ' be¬ schichtet .
Auf diese Weise wird der keramische Körper 12 boden¬ seitig vom Stahlblech 20 und umfangsseitig von den Be¬ schichtungen 34' , 34' ' gasdicht abgeschlossen. Nur die Stirnfläche 18 ist frei von jeder Beschichtung, so daß das Gas frei in die Metallschmelze einströmen kann.
Das Aufbringen der Beschichtungen 34' , 34' ' erfolgte wie nachstehend beschrieben: ein keramischer Schlicker mit Monoaluminiumphosphat als Bindemittel wird mit Hilfe einer Spritzpistole auf die Umfangsflache 16 gespritzt. Dieser Vorgang kann dadurch mechanisiert werden, daß der zuvor mit dem Stahlblech 20 konfektionierte keramische Körper 12 ->uf einen Drehteller gesetzt wird, und die Spritzpistole, gegebenenfalls mit Hilfe eines Roboters,
auf und ab bewegt wird, so daß aufgrund des sich mit Hilfe des Drehtellers drehenden keramischen Körpers eine vollflächige Oberflächenbeschichtung ausgebildet wird. Die Schichtdicke beträgt am Ende ca .3 mm.
Der Gasspülstein 10 mit der aufgebrachten Beschichtung 34' wird anschließend getrocknet und bei ca. 220° C getemper .
Anschließend wird die metallische Beschichtung 34' ' aufgespritzt. Das Spritzverfahren wird nachstehend anhand der weiteren Ausführungsbeispiele erläutert.
Der Gasspülstein 10 gemäß Figur 2 weist eine etwas abge¬ wandelte geometrische Form gegenüber dem Gasspülstein 10 nach Figur 1 auf. Der Unterschied besteht darin, daß der untere Abschnitt 12a des keramischen Körpers 12 nicht kegelstumpfförmig , sondern zylindrisch ausge¬ bildet ist.
Bei dieser Gestaltung ist es möglich, bodenseitig einen vorkonfektioπierten , topfförmigen Blechmantel 36 vorzu¬ sehen. Der Blechmantel 36 weist einen flachen Boden 36a im Abstand zum Boden 14 des keramischen Körpers 12 auf, in den wiederum ein Gaszuführrohr 22 einmündet.
Der aufstehende Randbereich 36b verläuft über den Boden 14 des keramischen Körpers 12 hinaus und umgibt den unteren Abschnitt 12a des keramischen Körpers 12 form¬ schlüssig. Zur besseren Verbindung sind der Randbereich 36b und der untere Abschnitt 12a miteinander vermörtelt.
Wie sich der Figur entnehmen läßt, ragt der Randbe¬ reich 36b noch ein kleines Stück über den zylinderförmigeπ Abschnitt 12a des keramischen Körpers 12 hinaus, so daß gegenüber dem sich anschließenden, kegelstumpfförmigen Abschnitt 12b des keramischen Körpers 12 eine umlaufende, im Querschnitt etwa dreieckförmige Fuge 13 ausgebildet wird .
Die Umfangsflache 16 des keramischen Körpers 12 ist hier mit einem metallischen Werkstoff beschichtet, der im Flammspritzverfahren aufgebracht wurde.
Bei dem metallischen Werkstoff handelt es sich um das gleiche Material, aus dem der Blechmantel 36 besteht. Der Werkstoff wird dabei zunächst in einer Acetylenflamme aufgeschmolzen und über das entstehende Abgas (Trägergas) anschließend auf die Umfangsfl che 16 aufgesprüht. Durch das Aufsprühen des schmelzflüssigen Materials auf den Umgebungstemperatur aufweisenden keramischen Körper 12 erhärtet der Beschichtungswerkstoff unmittelbar auf der Umfangsflache 16 und bildet damit eine geschlossene metallische Beschichtung 34 zwischen der Stirnfläche 18 und dem oberen Endabschnitt des Randbereiches 36b. Dabei wird gleichzeitig die vorstehend genannte drei¬ eckförmige Fuge mit dem Beschichtungsmaterial gefüllt, so daß eine homogene, materialschlüssige Verbindung zwi¬ schen Blechmantel 36 und Beschichtung 34 ausgebildet wird.
Alternativ kann auch so vorgegangen werden, daß der überstehende Teil des Randbereiches 36b nach innen auf die Umfangsflache des keramischen Körpers 12 flächig aufgedrückt wird, so daß sich die aufgespritzte Beschich¬ tung anschließend unmittelbar anschließt, weil keine dreieckförmige Fuge mehr ausgebildet wird. Dabei kann die aufgesprühte Beschichtung ohne weiteres auch über den Anschlußbereich des Blechmantels 36 hinaus aufgespritzt werden. Hierdurch wird der Anschluß zusätzlich abgedichtet.
Um beim Aufdrücken des überstehenden Abschnitts des Blechmantels 36 den keramischen Körper 12 nicht zu verletzen, kann zwischen beide Teile ein elastisches Material, zum Beispiel eine Fasermatte, eingelegt werden. Diese kann auch im Bereich zwischen Boden 36a und Boden 14
vorgesehen werden, wobei die Fasermatte dann entsprechende Aussparungen aufweist, um eine durchgehende Gasströmung zu erreichen. Die Fasermatte wirkt hier aber gleichzeitig als Abstandhalter.
In gleichem Maße wie beim Ausführungsbeispiel nach Figur 1 ist der Spülstein 10 also auch hier mit Aus¬ nahme der Stirnfläche 18 allseitig gasdicht abgedichtet.
Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel nach Figur 1 handelt es sich bei dem in Figur 2 dargestellten Spül¬ stein um einen solchen mit gerichteter Porosität, mit einer Vielzahl von vertikal zwischen Boden 14 und Stirn¬ fläche 18 verlaufenden Kanälen 38.
Das über das Gaszuführrohr 22 zugeführte Gas strömt zunächst in die zwischen dem Boden 36a des Blechmantels 36 und dem Boden 14 des keramischen Körpers 12 gebildete Gasverteilkammer 40 und von dort durch die Kanäle 38 über die Stirnfläche 18 in die (nicht dargestellte) Metallschmelze .
Der in Figur 2 dargestellte Gasspülstein 10 unterscheidet sich von einem blechummantelten Spülstein nur dadurch, daß die umfangseitige Beschichtuπg 34 nicht durch einen Blechmantel, sondern durch eine im Flammspritzverfahren in-situ aufgebrachte Beschichtung gebildet wird. Er weist im übrigen aber die gleichen Charakeristika auf wie ein blechummaπtelter Gasspülstein.
Es besteht insoweit auch unmittelbar die Möglichkeit, den Gasspülstein aus einem zugehörigen Lochstein mit Hilfe einer bekannten Ausziehvorrichtung bei Bedarf herauszuziehen und auszuwechseln. Dies gilt auch für das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1.
Als zusätzliche Sicherungsmaßnahme zur mechanischen Stabilisierung des Gasspülsteins 10 sind hier - rein beispielhaft - zusätzliche Armierungselemente angeordnet.
Diese bestehen aus zwei, sich kreuzenden, diagonal durch den keramischen Körper 12 verlaufenden Metallstreifen 42, die mit den korrespondierenden Abschnitten des Rand¬ bereiches 36 fest verbunden sind. Diese Verbindung kann mechanischer Art sein; es ist aber auch möglich, die Metallstreifen 42 mit dem Randbereich 36b zu verschweißen Dabei ist es vorteilhaft, den Randbereich 36b mit ent¬ sprechenden Öffnungen auszubilden, durch die die Metall¬ streifen 42 hindurchragen und die mechanische Verankerung oder Schweißverbindung außenseitig anzubringen. Von einem der Metallstreifen 42 verlaufen vertikal nach oben in Richtung auf die Stirnfläche 18 zwei weitere Metallstreifen 44. Die Metallstreifen 44 sind mit den Metallstreifen 42 ebenfalls über Schweißnähte verbunden und erstrecken sich über die Stirnfläche 18 hinaus, wo sie dann im Abstand zur Stirnfläche 18 abgewinkelt ausgebildet und miteinander verbunden sind. Auf diese Weise wird ein Moπtagebügel 46 zum Einsetzen des Gas¬ spülsteins 10 in einen (nicht dargestellten) Lochstein gebildet .
Die Armierungselemente 42,44 haben den weiteren Vorteil, daß sie den Gasspülstein 10 insgesamt mechanisch stabi¬ lisieren, so daß beim Ausziehen des Spülsteins 10 über eine Ausziehvorrichtung ein Abreißen entlang der Höhe des Gasspülsteins vermieden wird.
In Figur 3 ist schließlich eine weitere Ausführungsform
eines erfiπdungsgemäßen Gasspülsteins 10 dargestellt, dessen keramischer Körper 12 eine Zylinderform aufweist.
Analog zum Ausführungsbeispiel nach Figur 2 ist der untere Abschnitt 12a des keramischen Körpers 12 mit einem Blechmaπtel 36 verbunden, dessen geometrische Form im wesentlichen der nach Figur 2 entspricht. Eine Abwandlung besteht insoweit, als der obere Endabschnitt des Raπdbereiches 36b nach innen abgekröpft ausgebildet ist, wodurch eine unmittelbare Verankerung des Blech¬ mantels 36 im keramischen Körper 12 ermöglicht wird. Zum Aufsetzen des Blechmantels 36 und zum Einführen der abgekröpften Abschnitte in eine entsprechende umlaufende Nut 12c kann der Blechmantel 36 etwas aufgeweitet werden. Dies läßt sich besonders leicht dadurch erreichen, daß der Blechmantel 36 induktiv erwärmt wird, weil er dann leichter verformbar ist. Nach Abkühlung liegt der Blech¬ mantel 36 absolut fest auf der Umfangsfl che des unteren Abschnittes 12a auf und ist - wie dargestellt - über den oberen abgekröpften Rand sicher in der Nut 12c fest¬ gelegt. Natürlich kann auch in diesem Fall zwischen Blechmantel 36 und keramischem Körper 12 ein Mörtel zusätzlich vorgesehen werden.
Die Beschichtung 34 wurde hier durch Plasmaspritzen aufgebracht. Bei diesem Verfahren wird in einem elektrischen
Lichtbogen ein teilweise ionisiertes Gas erzeugt, in dem der metallische Beschichtungswerkstoff aufgeschmolzen wird. Der Beschichtungswerkstoff wird danach wieder über ein Trägergas, das zum Beispiel ein Inertgas wie
Argon sein kann, auf die Umfangsfläche 16 aufgespritzt.
Durch die hohen Temperaturen im Plasma, die je nach Plasmagas und Elektrodenanordnuπg bis zu 40000 Grad Celsius betragen können, sind die Möglichkeiten erweitert, da praktisch alle hochschmelzenden Materialien aufge¬ schmolzen werden können, ohne letztendlich zu einer wesentlich erhöhten Temperatur auf der Umfangsfläche 16 zu führen, da das aufgespritzte Material sehr schnell abkühlt und zu einer geschlossenen Beschichtung aus¬ härtet. Die Eigenschaften der thermisch gespritzten Beschichtuπg 34 hängen von der Flammen- beziehungsweise Plasmatemperatur, der Teilchengröße, dem Spritzabstand und der Temperatur der Werkstückoberfläche ab.
Auf jeden Fall wird auch hier eine durchgehende metallische Beschichtung im Umfaπgs- und Bodenbereich des Gasspülsteins 10 erreicht, die im unteren Abschnitt durch den Blech- , mantel 36 und im übrigen durch die Beschichtung 34 zur Verfügung gestellt wird.
Die vorstehende Beschreibung der Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele ist nicht auf diese Ausführungsbeispiele beschränkt. Vielmehr lassen sich die einzelnen Merkmale beliebig untereinander Kombinieren und sind in Bezug auf den erfinduπgsgemäßen Spülstein und das Verfahren zu seiner Herstellung unter¬ einander kombinierbar.
So kann zum Beispiel bei den Ausführungsbeispielen nach Figuren 1,2 auf die Armierungsstreifen verzichtet werden; ebenso können im Ausführungsbeispiel nach Figur 3 Metall¬ streifen 42,44, wie in Figur 2 dargestellt, in den
keramischen Körper 12 integriert werden. Die Metall¬ streifen (Armierungselemente) werden vorzugsweise direkt bei der Herstellung des keramischen Körpers 12 in diesen eingelegt, das heißt, das keramische Material wird um die Armierungselemente gegossen oder die Metallstreifen werden in das keramische Matrixmaterial eingelegt und mit diesem verpreßt.
Wie oben dargestellt, läßt sich die Beschichtung 34 in einem vollautomatischen Verfahren aufbringen, unab¬ hängig davon, ob die Beschichtung aus einer keramischen Masse oder einem metallischen Werkstoff besteht.
Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfin¬ dungsgemäßen Spülsteins , wobei auch das zu seiner Her¬ stellung vorgeschlagene Verfahren nachstehend näher beschrieben wird.
Ein erster wesentlicher Unterschied gegenüber den vor¬ stehend beschriebenen Ausführungsformen besteht darin, daß die Umfangsfläche 16 des Spülsteins 10 bereits vor der weiteren Konfektionierung mit den nachstehend beschrie¬ benen metallischen Bauteilen im Flammspritzverfahren mit einer metallischen Beschichtuπg 34 versehen wurde. Die Beschichtung 34 deckt die gesamte Umfangsfläche zwischen der oberen Stirnfläche 18 und der unteren Boden¬ fläche 14 ab. Das Verfahren zum Aufbringen der Beschich¬ tuπg wurde vorstehend beschrieben.
Der Spülstein nach Figur 4 weist - wie der Spülsteiπ nach Figur 2 - in seinem unteren Abschnitt 12a eine Zylinderform auf, an die sich nach oben ein konisch verjüngender, kegelstumpfförmiger Abschnitt anschließt
Eine vorkonfektionierte Metallhülse 44, die über einen feuerfesten Kitt 46 mit der Beschichtung 34 fest verbunden ist, liegt auf dem zylinderförmigen Abschnitt 12a sowie einem Teilbereich des kegelstumpfförmigen Abschnittes des Spülsteins auf und schließt unten mit der Bodenfläche 14 bündig ab. Die Hülse 44 wurde zuvor von oben über die Stirnfläche 18 auf die entsprechenden Flächenab¬ schnitte aufgesetzt. Der Kitt 46 sorgt dafür, daß die Hülse 44 absolut sicher auf dem Spülstein beziehungsweise dessen Beschichtung 34 festgelegt ist.
Ein Blechmantel 36 ähnlich dem nach Figur 2 wurde danach von unten über das untere Spülsteinende 12a aufgeschoben. Der Blechmantel 36 unterscheidet sich von dem nach Figur 2 dadurch, daß der Randbereich 36b eine geringere Höhe aufweist und in seinem freien Randbereich mit dem zylin- derförmigen Abschnitt der Hülse 44 umfangsseitig bei 45 verschweißt ist.
Die Höhe des Randbereiches 36 '.st aber so bemessen, daß zwischen der Bodenfläche 1-+ des Spülsteins 10 und dem Boden 36a des Blechmantels 36 wiederum eine Gasver¬ teilkammer 40 ausgebildet wird. Der Abstand zwischen Boden 36a und der Bodenfläche 14 kann über bekannte (nicht dargestellte) Abstandhalter eingestellt werden. Solche Abstandhalter können zum Beispiel als Metall¬ teile am Boden 36a befestigt werden oder in Form von Faserstreifen oder einer Fasermatte mit entsprechenden Durcnbrechungen für den Durchgang des Behandlungsgases ausgebildet werden.
Der in Figur 4 dargestellte Spülstein ist umfangsseitig durch die Beschichtung 34 beziehungsweise die Hülse
44 gasdicht. Der Bodenbereich wird durch den Blech aπtel 36 vollständig abgedichtet. Über den konischen Abschnitt der Hülse 44 und den daran angeschweißten Blechmantel 36 wird gleichzeitig eine hohe mechanische Stabilität der Einrichtung insgesamt erreicht, die insbesondere für den Ausbau der Spüleinrichtung - nach Verschleiß - aus dem Boden eines metallurgischen Schmelzgefäßes von großer Bedeutung ist, wie in der Beschreibungseinleitung dargestellt .
Soweit dies gewünscht wird, kann der Spülstein nach Figur 4 aber auch anschließend noch einmal mit einer (weiteren) metallischen Beschichtung versehen werden, die dann vorzugsweise im Anschlußbereich der Hülse 44 und der Beschichtuπg 34 ausgebildet wird, um diesen Bereich zusätzlich abzudichten.
Selbstverständlich besteht auch bei den Ausführungsformeπ zum Beispiel nach den Figuren 2 und 3 die Möglichkeit, die Umfangsfläche 16 des keramischen Körpers 12 bereits vor der weiteren Konfektionierung einfach oder mehrfach zu beschichten, um eine absolute Gasundurchlässigkeit in diesem Bereich zu erreichen.
Alle Ausführungsformen weisen den Vorteil auf, daß der überwiegende und insbesondere der Metallschmelze zugewandte obere Umfangs-Abschnitt des keramischen Körpers 12 mit eine Beschichtung versehen ist, die aus wärme- und verzunderungs beständigen metallischen Qualitäten ausgebildet werden kann, so daß die bei bekannten Blechmänteln beobachteten Verzunderuπgseffekte und Abbrandverluste hier sicher vermieden werden können. Da bei der Anwendung nur der obere, der Metallschmelze zugewandte Abschnitt des Spül¬ steins thermisch und metallurgisch belastet wird, können
gleichzeitig für die bodenseitig angeschlossenen Metall¬ teile minderwertigere Metallqualitäten verwendet werden. Um aber möglichst eine materialschlϋssige Verbindung zu erzielen, soll nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung das Beschichtungsmaterial mit dem der angeschlossenen Metallteile gleich sein oder beide sollen zumindest aus der gleichen Werkstoffgruppe stammen.
Bei der Ausführungsform nach Figur 1 genügt es, die metallische Beschichtung 34' ' relativ dünn auszubilden, weil die Gasdiffusionssperre bereits durch die keramische Zwischenschicht 34' gebildet wird. Die Metallbeschichtung nat hier vorwiegend die Aufgabe, eine innige Verbindung gegenüber benachbarten Bauteilen, wie einem Lochstein, beziehungsweise den zwischen Gasspülstein und Lochstein eingebrachten Mörtel zu verbinden, um das Herausziehen des Spülsteins beim Wechsel zu erleichtern. Die keramische Beschichtungsmasse besteht vorzugsweise aus einem hoch- tonerdehaltigen Werkstoff, dessen Feststoffteilchen möglichst feinteilig sind. Er kann aber auch in Gelform eingesetzt werden.