Beschreibung
Elektronisches Bauelement und Vorrichtung mit hoher Isolationsfestigkeit sowie Verfahren zu deren Herstellung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektronisches Bauelement, insbesondere ein Leistungsbauelement oder ein Leistungshalbleiterbauelement gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs sowie eine Vorrichtung gemäß dem Nebenanspruch und ein Verfahren zu deren Herstellung.
Bei einer herkömmlichen Aufbau- und Verbindungstechnik für Leistungsmodule, insbesondere für Hochspannungsanwendungen, ist einerseits die elektrische Verschaltung der Komponenten bereit zu stellen, und andererseits ist die Isolation zwischen Leitern und Bauteilen sicherzustellen. Insbesondere bei Leistungshalbleiter-Bauteilen, wie es beispielsweise Insula- ted Gate Bipolartransistoren (IGBT), Metalloxidsemiconductor- Feldeffekttransistoren (MOSFET) , Thyristoren und Dioden sind, sind mindestens ein elektrischer Anschluss an der Ober- und an der Unterseite angeordnet. Es muss insbesondere die Isolation zwischen diesen Anschlüssen sichergestellt sein. Insbesondere bei Leistungshalbleitern ist eine Seite, insbesondere die Unterseite, herkömmlicherweise als ganzflächige Metalli- sierung ausgeführt. Die andere Seite, die insbesondere die
Oberseite ist, hat ein oder mehrere strukturierte Anschlüsse, sogenannte Pads, die von einer zusätzlichen Passivierung, die beispielsweise Glas oder ein Polyimid und der gleichen aufweist, umgeben sind. Diese Passivierung kann bis zu den Rän- dern der Bauteiloberseite, den oberen Kanten, geführt werden. Der kritische Isolationspfad weist die oberen Bauteilkanten und die Seitenflächen des Bauelements auf.
Gemäß der herkömmlichen Drahtbondtechnik wird die Isolation zwischen Ober- und Unterseite-Anschlüssen durch die Luftstrecke zwischen Bonddraht-Loop und Substrat erzeugt. Zur Erhöhung der Spannungssicherheit, das heißt zur Verhinderung von Teilentladung oder Durchschlägen, kann ein Modul zusätzlich
mit einem Verguss, insbesondere Silikon-Gelverguss, geschaffen sein.
Auf herkömmliche Weise wird die Siemens intern so bezeichnete Kontaktierung „Siemens Planar Interconnect Technology
(SiPLIT)" verwendet. Dieses herkömmliche Kontaktierungsver- fahren ist beispielsweise in der WO 03030247 näher beschrieben, deren Inhalt ausdrücklich zur Offenbarung dieser Anmeldung gehört. Gemäß dieses Verfahrens wird die Isolation durch eine Isolationsfolie, die über das gesamte Modul gezogen beziehungsweise tiefgezogen beziehungsweise laminiert und im Bereich der elektrischen Anschlüsse geöffnet bereitgestellt.
Zur Vereinfachung des Laminations- oder Tiefziehprozesses, insbesondere bei hohen Bauteilen, die beispielsweise > 700μm sind, wurden nach dem Befestigen der Bauteile, beispielsweise mittels eines Lötprozesses, die Seitenkanten der Bauteile mit einer Vergussmasse versehen beziehungsweise „angeböscht" . Eine derartige Anböschung, die beispielsweise mittels eines Do- sier- oder Sprühprozesses, der auch Jetting genannt wird, geschaffen werden kann, ist in Figur 1 dargestellt. Da diese Anböschung entsprechend dem kapillaren Verhalten der Verguss- beziehungsweise Abdeckmasse auf herkömmliche Weise lediglich die Seitenkanten eines Bauelements, jedoch nicht die oberen Kanten eines Bauelements bedeckt, liegen die oberen Bauelementkanten vor dem Laminier- oder Tiefziehprozess, ungeschützt frei. Isolationsfolien, die im Laminier- oder Tiefziehverfahren aufgebracht werden, besitzen für die vorstehend genannten Bauteilhöhen herkömmlicherweise Schichtdicken im Bereich zwischen circa 100 und 500 μm. Entsprechend dem kleinen Krümmungsradius der ungeschützten oberen Bauelementkanten wird die Isolationsfolie beim oder nach Aufbringen auf das Bauelement, in diesem Bereich auf bis zu 50 % der ursprünglichen Schichtdicke gedünnt, woraus sich eine geringere Isola- tionsfestigkeit beziehungsweise Spannungssicherheit der gesamten Anordnung ergibt. Um dennoch eine ausreichende Isolation bereitzustellen, wird herkömmlicher Weise die Gesamt-
schichtdicke der Folie erhöht. Dies verursacht nachteiligerweise erhebliche Kostennachteile. Es erhöht sich der Materialeinsatz. Das beispielsweise mittels Laser ausgeführte und im Bereich der Anschlüsse erfolgende Abtragen der eine erhöh- te Schichtdicke aufweisenden Folie benötigt mehr Zeit. Auf diese Weisen steigen entsprechend einer erhöhten Prozessdauer ebenso die Prozesskosten an.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung bei einem, herkömm- licher Weise gemäß der WO 03030247, flächig kontaktierbaren elektronischen Bauelement, insbesondere Leistungsbauelement oder Leistungshalbleiterbauelement, bei unveränderter Gesamtschichtdicke der verwendbaren Isolationsschichten oder Isolationsfolien, die Isolation zwischen elektrischen Anschlüssen an der Bauelement-Oberseite und an dessen Unterseite hinsichtlich Spannungssicherheit beziehungsweise Isolationsfestigkeit verbessert bereit zu stellen. Alternativ sollen bei gleicher Spannungssicherheit, die Gesamtschichtdicken verwendbarer Isolationsschichten oder Isolationsfolien zur Ver- ringerung von Prozessdauer und Prozesskosten verkleinert werden. Es soll ein Herstellungsverfahren für derartige elektronische Bauelemente angegeben werden. Die Verbesserungen sollen ebenso für ein auf einem Substrat angeordnetes elektronisches Bauelement, dessen entsprechendes Herstellungsverfahren und/oder dessen flächiges Kontaktieren geschaffen sein. Es sollen insbesondere elektronische Bauelemente für den Hochspannungsbereich und/oder Leistungsmodule verbessert werden.
Spannungssicherheit ist gegeben, falls Teilentladungen und Durchschläge dauerhaft wirksam verhindert werden.
Die Aufgabe wird durch ein elektronisches Bauelement gemäß dem Hauptanspruch, ein Verfahren gemäß dem zugeordneten Nebenanspruch sowie eine Vorrichtung gemäß einem weiteren Ne- benanspruch und ein dazugehöriges Verfahren gemäß einem weiteren Nebenanspruch gelöst.
Es erfolgt ein Erzeugen mindestens einer elektrisch isolierenden Materialaufbringung an mindestens einer oberen Kante eines, insbesondere im Hochspannungsbereich verwendeten, elektronischen Bauelements, insbesondere Leistungshalbleiter- bauelements. Dieses Erzeugen an diesen kritischen Stellen bewirkt eine Erhöhung der Isolationssicherheit insbesondere bei Leistungshalbleitermodulen, wobei die Verwendung größerer Isolationsfolienschichtdicken vermieden wird. Das Erzeugen der mindestens einen Materialaufbringung zur Verrundung min- destens eines Teils der oberen Kante vor dem Aufbringen der
Folie bewirkt, dass die mindestens eine elektrisch isolierende Materialaufbringung eine Verrundung mindestens eines Teils der mindestens einen oberen Bauelementkante schafft. Eine Verrundung wird also mittels Erzeugens eines Krümmungsradius oder mittels eines Vergrößerns eines Krümmungsradius geschaffen. Als Folge des erzeugten oder vergrößerten Krümmungsradius ist die Dünnung der aufgebrachten Isolationsfolie deutlich verringert, sodass die Verwendung dickerer Isolationsfolien vermieden werden kann.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den Unteransprüchen .
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung weist die Material- aufbringung zur Verrundung, im Querschnitt zum oberen Kantenverlauf, und entlang des oberen Kantenverlaufs, auf der der Fläche oder den Flächen des Bauelements abgewandten Seite einen gerundeten Verlauf auf. Auf diese Weise kann die Verrundung einfach erzeugt werden. Mit einer derartigen Material- aufbringung erfolgen eine Verrundung oberer Kanten, sowie eine Verrundung eines Übergangs einer oberen Kante zur nächsten oberen Kante. Bei derartigen, insbesondere eckigen Übergängen wird der Querschnitt der Materialaufbringung entlang des oberen Kantenverlaufs, von einer oberen Kante zur nächsten obe- ren Kante, entsprechend dem Winkel zwischen beiden benachbarten oberen Kanten gedreht. Es wird eine Verrundung entlang des Kantenverlaufs erzeugt. Auf diese Weise wird besonders
wirksam eine Verdünnung einer Isolationsfolie oder Isolationsschicht vermieden.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der ge- rundete Verlauf der Materialaufbringung im Querschnitt Teil einer Kreislinie und/einer Ellipsenlinie. Dies sind besonders einfach zu realisierende Ausführungsformen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der ge- rundete Verlauf der Materialaufbringung, im Querschnitt, entlang des oberen Kantenverlaufs, örtlich verschieden oder örtlich variabel. Beispielsweise kann die Materialaufbringung entsprechend einer Kugelkette mit Kugeln unterschiedlicher Radien ausgeführt sein. Auf diese Weise kann die Materialauf- bringung an eine entsprechende Isolationsanforderung und/oder an eine entsprechende Isolationsschicht angepasst sein.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Materialaufbringung teilzylinderförmig und/oder in Form eines Walls entlang des oberen Kantenverlaufs ausgebildet. Dies sind ebenso einfach zu erzeugende Ausführungsformen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist die Materialaufbringung im Bereich eines Übergangs zweier oberer Kanten die Form einer Teilsphäre auf. Auf diese Weise ist eine einfache geometrische Form Grundlage einer Materialaufbringung.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Ma- terialaufbringung zur Verrundung zudem in Randbereichen der mindestens einen oberen Fläche und/oder mindestens einen seitlichen Fläche entlang des oberen Kantenverlaufs ausgebildet.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung bedeckt die Materialaufbringung zur Verrundung teilweise oder ganz eine, insbesondere Glas oder ein Polyimid aufweisende Passivie- rungsschicht . Eine derartige Passivierungsschicht umgibt die
an der Oberseite angeordnete mindestens eine obere elektrische Kontaktfläche und kann sich bis zu der oberen Kante oder den oberen Kanten erstrecken. Die Materialaufbringung kann teilweise die obere Kontaktfläche bedecken. Das heißt die er- zeugte Materialaufbringung kann die Passivierung des elektronischen Bauelements bedecken, nicht jedoch in hohem Maße die Kontaktfläche .
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist die Materialaufbringung eine hohe Isolationsfestigkeit, und/oder ein günstiges Teilentladungsverhalten und/oder eine Viskosität derart auf, dass das Material von der Oberseite des Bauelements her in Schwerkraftrichtung, an der Seite des Bauelements herabfließen kann und/oder das Material der Material- aufbringung, insbesondere mittels UV-Licht oder Wärme aushärtbar ist. Das heißt als Material werden Stoffe verwendet, die eine hohe Isolationsfestigkeit und/oder ein günstiges Teilentladungsverhalten aufweisen. Flüssig aufgebrachte Stoffe können durch einen anschließenden Aushärtprozess mittels beispielsweise UV-Licht oder Wärme und der gleichen ausgehärtet werden.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des dem elektronischen Bauelement zugeordneten Verfahrens wird ein Ausbilden der Materialaufbringung auf den oberen Kanten mittels Siebdruck, Dosieren und/Sprühen geschaffen.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung erfolgt ein Ausbilden der Materialaufbringung auf mindestens einem auf einem Wafer, insbesondere einem ungesagten Wafer, angeordneten elektronischen Bauelement. Es kann eine Vielzahl von auf einem Wafer angeordneten elektronischen Bauelementen mit der Materialaufbringung erzeugt werden.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist an allen auf der Seite des Bauelements erzeugten seitlichen Flächen und allen seitlichen Kanten, vom Substrat her, eine Masse, insbesondere eine Ver-
gussmasse, als Anböschung aufgebracht. Eine derartige Anbö- schung kann von der Oberseite des Bauelements her, zumindest teilweise von der Materialaufbringung bedeckt sein. Mittels dieser Anböschung wird ein Laminations- oder Tiefziehprozess insbesondere für hohe Bauteile, die beispielsweise > 700 μm sind, vereinfacht. Nach dem Befestigen des Bauelements, beispielsweise mittels eines Lötprozesses, werden die Seitenkanten mittels eines Bauelements mit der Vergussmasse bedeckt beziehungsweise „angeböscht" .
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in jeweils mindestens einem Fenster jeweils mindestens eine Kontaktfläche flächig mit einer Schicht aus elektrisch leitendem Material kontaktiert. Indem diese Schichten über mindestens eine mit der Isolationsschicht bedeckte Materialaufbringung zur Verrundung vom Bauelement weg geführt werden, kann bei unveränderter Gesamtschichtdicke der verwendeten Isolationsschichten oder Isolationsfolien, die Isolation zwischen elektrischen Anschlüssen an der Bauelement-Oberseite und an dessen Unterseite hinsichtlich Spannungssicherheit beziehungsweise Isolationsfestigkeit verbessert bereitgestellt werden. Alternativ können bei gleicher Spannungssicherheit, die Gesamtschichtdicken der verwendeten Isolationsschichten oder Isolationsfolien zur Verringerung von Prozessdauer und Prozesskosten verkleinert werden. Die herkömmliche Art der planaren Kontaktierung gemäß der WO 03030247 wird durch die Bereitstellung der Schicht aus elektrisch leitendem Material über der erfindungsgemäßen Materialaufbringung zur Verrundung auf einfache Weise wirksam verbessert.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung eines der erfindungsgemäßen Vorrichtung entsprechenden Verfahrens wird das Ausbilden der Materialaufbringung auf den oberen Kanten mittels Siebdruck und/Dosieren und/Sprühen ausgeführt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vor dem Ausbilden der Materialaufbringung eine vorstehend beschriebene An-
böschung, insbesondere mittels eines Dosier- oder Sprühschrittes, das als Jetting bezeichnet wird, erzeugt.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird das Ma- terial der Materialaufbringung mit einer geeigneten Viskosität derart bereitgestellt, das das Material in Schwerkraftrichtung an den Seitenflächen des Bauelements und zumindest teilweise an der Anböschung herabfließt. Die Erzeugung der Materialaufbringung zur Verrundung, die beispielsweise mit- tels Siebdruck, Dosieren, Sprühen erfolgen kann, kann vorteilhaft an bereits befestigten elektronischen Bauelementen durchgeführt werden, sodass die Materialaufbringung, entsprechend der Viskosität des verwendeten Materials, zu einem kleinen Teil an den Bauelementkanten und an der optionalen Anböschung herabfließen kann.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung werden weitere folgende Schritte ausgeführt: Auflaminieren der elektrisch isolierenden Isolationsschicht auf das die Material- aufbringung zur Verrundung aufweisende Bauelement und auf das Substrat unter Vakuum, sodass die Isolationsschicht die Oberseite mit der oberen elektrischen Kontaktfläche und das Substrat enganliegend bedeckt und auf dem Bauelement und dem Substrat haftet; Freilegen der mindestens einen zu kontaktie- renden Kontaktfläche auf der Oberseite des Bauelements durch Öffnen jeweiliger Fenster in der Isolationsschicht.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung erfolgt nach dem Freilegen ein flächiges Kontaktieren jeder freigelegten Kon- taktfläche mit einer Schicht aus elektrisch leitendem Material .
Die vorliegende Erfindung wird anhand eines
Ausführungsbeispieles in Verbindung mit der Figur näher be- schrieben. Es zeigt
Figur 1: ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Figur 2: ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung. Bezugszeichen 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines elektronischen Bauelements, und zwar einen Leistungshalbleiter 1. Der Leistungshalbleiter 1 weist auf seiner Oberseite eine obere elektrische Kontaktfläche 12 auf. Der Leistungshalbleiter 1 weist auf seiner Unterseite eine untere elektrische Kontaktfläche 13 auf. Eine Passivierungsschicht 11 des Leistungshalbleiters 1 umgibt beziehungsweise umfasst die an der Oberseite angeordnete elektrische Kontaktfläche 12. Die Passivierungsschicht 11 erstreckt sich von der oberen Kontaktfläche 12 bis zu der oberen Kante des Leistungshalb- leiter 1. Die Passivierungsschicht 11 weist beispielsweise ein Polyimid oder Glas oder Vergleichbares auf. Der Leistungshalbleiter 1 ist mittels einer Befestigung 2 auf einem Substrat 3 befestigt. Die Befestigung 2 kann beispielsweise mittels Lot oder eines Leitklebstoffs geschaffen sein. Be- zugszeichen 4 bezeichnet eine Anböschung, die optional ist. Die Anböschung 4 ist vom Substrat 3 her, an allen auf der Seite des elektronischen Bauelements 1 erzeugten seitlichen Flächen und an allen seitlichen Kanten geschaffen. Bezugszeichen 7 kennzeichnet mindestens eine mittels des Zusammentref- fens der mindestens einen oberen Fläche auf der Oberseite und der mindestens einen seitlichen Fläche des Bauelements 1 erzeugte obere Kante oder obere Kanten 7. Bezugszeichen 5 kennzeichnet die Materialaufbringung 5 zur Verrundung der oberen Kante 7 oder Kanten 7. Von der Oberseite des Bauelements 1 her, kann die Materialaufbringung 5 zumindest teilweise die
Anböschung 4 bedecken. Bezugszeichen 6 bezeichnet eine elektrisch isolierende Isolationsschicht beziehungsweise eine elektrisch isolierende Isolationsfolie 6. Gemäß Figur 1 ist eine zu kontaktierende obere elektrische Kontaktfläche 12 auf der Oberseite des Bauelements 1 durch das Öffnen eines Fensters in der Isolationsschicht 6 freigelegt. Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung vor einem Flächenkontaktieren
der freigelegten Kontaktfläche 12 auf der Oberseite mit einer Schicht aus elektrisch leitendem Material. Die elektrisch isolierende Materialaufbringung 5 zur Verrundung der Kante oder Kanten 7 ist im Ausführungsbeispiel im Querschnitt als gerundeter Verlauf, als Teil einer Kreislinie erzeugt. Auf diese Weise ist die Verrundung besonders einfach geschaffen. Andere gerundete Verläufe im Querschnitt sind ebenso verwendbar .
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf eine Vorrichtung mit einem auf einem Substrat 3 befestigten elektronischen Bauelement 1, wobei auf dem Bauelement 1 und auf dem Substrat 3 die elektrisch isolierende Isolationsschicht 6 aufgebracht ist. In dem mindestens einen Fenster ist die mindestens eine obere elekt- rische Kontaktfläche 12 flächig mit einer Schicht 8 aus elektrisch leitendem Material kontaktiert. Die Schicht 8 wird über zwei mit der Isolationsschicht 6 bedeckte Materialaufbringungen 5 vom Bauelement 1 weg geführt.
Fig. 2 zeigt, dass auf mindestens einer, mittels des Zusammentreffens der mindestens einen oberen Fläche auf der Oberseite und der mindestens einen seitlichen Fläche, erzeugten oberen Kante 7, unterhalb der Isolationsschicht 6, mindestens eine elektrisch isolierende Materialaufbringung 5 zur Verrun- düng mindestens eines Teils der oberen Kante 7 ausgebildet ist .
Beispielsweise können, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist, alle vier oberen Kanten 7 jeweils eine Materialaufbringung 5 aufweisen. Diese Materialaufbringungen 5 bedecken alle vier oberen Kanten 7 vollständig. Es können ebenso lediglich eine, zwei oder drei Materialaufbringungen 5 auf jeweils den entsprechenden einen, zwei oder drei Kanten 7 erzeugt sein. Ebenso ist es möglich, dass lediglich die oberen Kanten 7 vollständige Materialaufbringungen 5 aufweisen, über die eine flächige elektrisch leitende Schicht 8 von einer oberen elektrischen Kontaktfläche 12 vom elektronischen Bauelement oder Leistungshalbleiter 1 weg führt. Es kann anstelle einer
vollständigen oberen Kante 7, lediglich ein Teil dieser oberen Kante 7 von der Materialaufbringung 5 bedeckt sein, und zwar in dem Bereich, in dem die auf der Isolationsschicht 6 aufgebrachte Schicht 8 die Kante 7 bedeckt. Die Breite der Materialaufbringung 5 kann aber ebenso größer als die Breite der Schicht 8 sein. Des Weiteren kann eine Mehrzahl von Materialaufbringungen 5 unterhalb der Schicht 8 und der Isolationsschicht 6 geschaffen sein. Gemäß dieser Ausgestaltung können zwischen den entlang der Kante 7 angeordneten Materi- alaufbringungen 5 Lücken erzeugt sein. Grundsätzlich sind beliebige Kombinationen der Schichten 8 mit den Kanten 7 und den Materialaufbringungen 5 erzeugbar. Je mehr Bereiche von Materialaufbringungen 5 erzeugt sind, umso höher ist die Isolationsfestigkeit und umso höher sind der Materialeinsatz und die Fertigungsdauer.
Fig. 2 zeigt ebenso den gerundeten Übergang 9 von einer Kante 7 zur nächsten. Ebenso zeigt Fig. 2 eine Anböschung 4.