DEI0009517MA - - Google Patents
Info
- Publication number
- DEI0009517MA DEI0009517MA DEI0009517MA DE I0009517M A DEI0009517M A DE I0009517MA DE I0009517M A DEI0009517M A DE I0009517MA
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- solution
- absorption
- phosphate
- ammonia
- resulting
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 17. Dezember 1954 Bekanntgemacht am 23. Februar 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Absorption von Siliciumtetrafluorid aus dasselbe
enthaltenden Gasen, insbesondere auf ein Verfahren zur Absorption und Reinigung von Gasen, die bei der
Ansäuerung phosphathaltiger Gesteine mit Schwefelsäure entwickelt werden und welche Siliciumtetrafluorid
in Gegenwart von Phosphatverunreinigungen enthalten.
Fluorhaltige Verbindungen, wie z. B. Ammoniumfluorsilicat, Ammoniumfluorid, Ammoniumdifluorid
und sonstige Metallfluoride werden nach Verfahren hergestellt, bei welchen Siliciumtetrafluorid in Wasser
oder in verdünntem Ammoniak absorbiert wird, um entweder eine Kieselfluorwasserstoffsäure enthaltende
Lösung oder eine Ammoniumfluorsilicat enthaltende Lösung zu erhalten. Diese Lösung kann dann mit
Ammoniak umgesetzt werden, um eine Ammoniumfluorid enthaltende Lösung zu erhalten.
Ein billiges Rohmaterial für die Herstellung von Ammoniumfluorid und anderen Fluoriden ist das Gas,
509 659/47
19517 IVa/12ί
das entwickelt wird, wenn phosphathaltige Gesteine, Apatit, Knochen oder sonstige phosphathaltige Stoffe,
soweit dieselben Fluorverbindungen enthalten, bei den Verfahren zur Herstellung von Phosphorsäure
5 oder Superphosphaten durch Schwefelsäure oder sonstige Säuren zersetzt werden. Dieses Gas enthält
Siliciumtetrafluorid, welches von Wasser absorbiert wird, um Kieselfluorwasserstoffsäure zu bilden, welch
letztere mit Ammoniak umgesetzt wird, um Ammoniumfluorid herzustellen.
Diese Gase enthalten im allgemeinen auch mitgerissenen Phosphatgesteinsstaub. Dieses Phosphat
wird von der Siliciumtetrafluoridabsorptionslösung aufgenommen und reagiert mit der Kieselfluorwasserstoff
säure, wobei unlösliches Calciumfluorid und Phosphorsäure gebildet werden. Die letztere bleibt
während aller darauffolgenden Reaktionen in Lösung, beispielsweise bei der mit Ammoniak, wodurch das
Ammoniumfluorid und andere Produkte verunreinigt werden.
Es wurde festgestellt, daß die Löslichkeit sowie die Lösungsgeschwindigkeit von Phosphatgesteinsstaub
in wässerigen Siliciumtetrafluoridabsorptionslösungen von dem pH-Wert und der Temperatur der Absorptionslösung
abhängen. "Wenn Siliciumtetrafluorid in Wasser absorbiert wird, dann ist das Phosphatgestein
leicht löslich. Die Erfindung bezieht sich auf die Absorption von Siliciumtetrafluorid aus Gasen, welche
außerdem phosphathaltige Verunreinigungen enthalten, und zwar in wässerigen ammoniakalischen
Lösungen mit einem pH-Wert von etwa 3,5 bis 5,5. Das Siliciumtetrafluorid wird aus diesen Gasen
absorbiert in Wasser, dem genügend Ammoniak hinzugesetzt wurde, um in der resultierenden Absorptionslösung
einen pH-Wert von etwa 3,5 bis 5,5 aufrechtzuhalten, wobei die Temperatur der besagten
resultierenden Lösung auf unter etwa 400 gehalten wurde.
Die Löslichkeit der Tricalciumphosphatteilchen in der Absorptionslösung nimmt mit steigender Temperatur
zu. Die bei der Absorption eintretende Reaktion verläuft exotherm. Aus diesem Grunde wird die
absorbierende Lösung gekühlt, so daß die Temperatur auf etwa einer Höhe zwischen dem Gefrierpunkt der
Lösung und 400, vorzugsweise zwischen etwa 5 und etwa 250, gehalten wird.
Wird dem für die Absorption des Siliciumtetrafluorids
verwendeten Wasser Ammoniak hinzugesetzt, dann nimmt die Löslichkeit des Phosphats in der
Absorptionslösung mit zunehmenden pH-Werten zwischen etwa 2 und etwa 5,5 ab. Ein Minimum in
der Phosphatlöslichkeit tritt bei einem pH-Wert von etwa 4,5 ein. Bei pH-Werten der Absorptionslösung
von mehr als 5,5 nimmt die Löslichkeit des Phosphats rasch zu. Auch der Zeitfaktor muß bei dieser Reaktion
in Rücksicht gezogen werden. Die Schlämme soll im Absorber nicht länger als 8 Stunden bleiben, weil bei
längerem Aufenthalt im Absorber der Phosphatgehalt der Absorptionslösung bei allen pH-Werten
zunimmt.
Nach der Erfindung wird Siliciumtetrafluorid und phosphatische Verunreinigungen enthaltendes Gas
durch eine wässerige Lösung geleitet, welche genügend Ammoniak enthält, um den pH-Wert der resultierenden
Absorptionslösung auf etwa 3,5 bis 5,5, vorzugsweise dicht an etwa 4,5, zu halten. Die Temperatur der
Absorptionslösung wird dabei auf einer Höhe zwischen etwa dem Gefrierpunkt der Lösung und etwa 400,
vorzugsweise auf etwa 5 bis 250, gehalten. Das unaufgelöste
Phosphat darf mit der Lösung nicht über etwa 8 Stunden hinaus in Berührung bleiben. Das unaufgelöste
Phosphatgestein und etwaiges ausgefälltes Siliciumdioxyd werden aus der resultierenden Absorptionslösung
abgetrennt, beispielsweise durch Filtrieren oder durch Abschleudern in einer Zentrifuge. Die
resultierende wässerige Lösung wird dann zur Herstellung von Ammoniumfluorsilicat, Ammoniumfluorid,
Ammoniumdifluorid oder sonstigen Metallfluoriden verwendet, die im wesentlichen frei von Phosphorverbindungen
sind.
Bei einer spezifischeren Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung werden diese Gase durch eine wässerige Lösung geleitet, und zwar in einem der
üblichen Apparate, wie sie zur Absorption von Gasen in Flüssigkeiten verwendet werden, z. B. einem
ein- oder zweistufigen Strahlabsorber bzw. ^turm. Die Absorptionslösung wird hergestellt, indem man
dauernd wässeriges oder wasserfreies Ammoniak in genügender Menge einspritzt bzw. einbläst, um den
P11-Wert auf etwa 3,5 bis 5,5 zu halten. Die Schlämme,
welche Ammoniumfluorid und Ammoniumfluorsilicat in der wässerigen Phase sowie Siliciumdioxyd und
suspendiertes Phosphat enthält, wird dauernd aus dem Absorber abgeführt. Während der Absorption
wird die Lösung durch irgendein geeignetes Mittel; z. B. eingesetzte Kühlschlangen oder einen Kühlmantel,
gekühlt, um die Temperatur auf einer Höhe von etwa dem Gefrierpunkt der Lösung und etwa
400, vorzugsweise auf etwa 5 bis 25 °, zu halten. Die unlöslichen Stoffe werden aus der Lösung abgeschieden,
beispielsweise durch Filtrieren, und zwar vor der völligen Umwandlung der wässerigen Phase in Ammoniumfluorid.
Diese durch Absorption von Siliciumtetrafluorid gemäß dem obigen Verfahren hergestellte Lösung
wird zur Erzeugung verschiedener. Derivate, z. B. Ammoniumfluorsilicat, Ammoniumfluorid, Ammoniumdifluorid,
Alkalimetallfluoride und sonstiger Metallfluoride, verwendet. Soll beispielsweise aus der
besagten Lösung Ammoniumfluorid oder Ammoniumdifluorid hergestellt werden, dann wird die Ammoniumfluorsilicat
und Ammoniumfluorid enthaltende Lösung mit zusätzlichem Ammoniak behandelt, beispielsweise
wird die Absorptionslösung einer wässerigen Lösung hinzugegeben, welche genügend Ammoniak enthält,
um den pH-Wert in der resultierenden Lösung auf etwa über 7,5 zu halten, während die Temperatur auf
unter etwa 400 gehalten wird. Ausgefälltes Siliciumdioxyd
wird abgetrennt, beispielsweise durch Filtrieren oder durch Absetzen aus der Ammoniumfluoridlösung.
Aus dieser Ammoniumfluoridlösung kann Ammoniumdifluorid durch Erhitzen hergestellt
werden.
Die Löslichkeitsprinzipien, auf denen die vorliegende Erfindung basiert, werden dargelegt durch Herstellung
von fünf Kieselfluorwasserstoffsäure und Phosphat-
509 659/47
19517 IVaIlZi
gestein enthaltenden Lösungen und Bestimmung der Löslichkeit des Phosphats in jeder Lösung bei verschiedenen
pH-Werten.
Eine genügende Menge 2o,°/0iger wässeriger Ammoniaklösung
wurde zu je fünf Teilmengen von je ioo cm3 einer etwa i8°/oigen wässerigen Kieselfluorwasserstoffsäure
hinzugesetzt, um den pH-Wert der einzelnen Teilmengen auf 3, 4, 5, 6 und 7 einzustellen.
Zu jeder Teilmenge teilweise neutralisierter Kieselfluorwasserstoffsäure wurden dann etwa 10 g Phosphatgestein
(34,05% P2O6) hinzugesetzt. Die resultierenden
Gemische wurden in einer Flasche verkorkt und bei etwa 25° geschüttelt. Nach etwa 2 Stunden wurde
jeder Mischung die gleiche Menge entnommen, und die festen Bestandteile wurden durch Filtrieren abgetrennt.
Die flüssige Phase wurde analysiert. Die Tabelle I zeigt die Phosphatmengen, welche in den
Lösungen bei verschiedenen pH-Werten aufgelöst wurden.
Tabelle I
2^ Löslichkeit von Phosphat bei verschiedenen pH-Werten
2^ Löslichkeit von Phosphat bei verschiedenen pH-Werten
| pH -Wert | P2O6, Gramm/Liter |
| 3 | 1,84 |
| 4 | 0,06 |
| 5 | 1,08 |
| 6 | O,o6 |
| 7 | 10,26 |
Die entsprechende Analyse für ein ähnliches Gemisch, dem kein Ammoniak zugesetzt worden war,
zeigte 33,89 g P2O5 je Liter.
Die verbleibenden Teilmengen jeder der nach Beispiel I hergestellten fünf Lösungen wurden insgesamt
5 Stunden < lang gerührt. Jeder Lösung wurde eine gleiche Menge entnommen, und die festen Stoffe
wurden durch Filtrieren abgetrennt. Bei jeder Teilmenge wurde der P2O5-Gehalt der flüssigen Phase
bestimmt. Die restliche Lösung ließ man 24 Stunden lang stehen, bevor die festen Stoffe abgetrennt wurden
und der P2O5-Gehalt der Lösung bestimmt wurde.
Die Tabelle II zeigt den P2O6-Gehalt der Lösungen bei
verschiedenen pH-Werten nach einer Verweildauer von etwa 5 Stunden bzw. etwa 24 Stunden. Die
Daten in Tabelle II zeigen deutlich die Zunahme der Phosphatlöslichkeit bei Anwendung einer längeren
Behandlungs- bzw. Verweildauer.
Löslichkeit von Phosphat bei verschiedenen Reaktionszeiten
| Ph -Wert | P2O5 | , Gramm/Liter |
| 5 Stunden | ||
| 3 | I,IO | |
| 4 | 0,45 | |
| 5 | o,6o | |
| 6 | 12,6l | |
| 7 | ι4,ι8 | |
| 24 Stunden | ||
| 1,96 | ||
| 1,16 | ||
| 1,21 | ||
| 2ΐ,54 | ||
| 18,54 |
Die Tabelle II zeigt auch, daß die Löslichkeit von P2O5 bei pH-Werten zwischen etwa 4 und etwa 5 ein
Minimum hat.
Das im Beispiel I beschriebene Verfahren wurde bei einem Gemisch wiederholt, das auf einen pH-Wert
von etwa 4 eingestellt worden war und bei etwa 500 anstatt etwa 25 ° gerührt wurde. Die festen Stoffe
wurden durch Filtrieren abgetrennt, und die flüssige Phase wurde analysiert. Diese Lösung, welche auf
einer Temperatur von etwa 500 gehalten worden war, enthielt etwa 1,45 g P2O5 je Liter Lösung. Die Lösung,
welche auf dem gleichen pH-Wert bei etwa 25 ° gehalten wurde, enthielt lediglich etwa 0,06 g P2 O5 j e Liter.
Claims (4)
1. Verfahren zur Absorption von Siliciumtetrafluorid
aus das letztere sowie Tricalciumphosphatverunreinigungen enthaltenden Gasen mittels
wässeriger Ammoniaklösung, dadurch gekennzeichnet, daß das Siliciumtetrafluorid aus dem Gas in
einer wässerigen Ammoniaklösung, welche auf einer Temperatur zwischen etwa deren Gefrierpunkt
und etwa 400 gehalten wird und genügend Ammoniak enthält, um den pH-Wert der resultierenden
Lösung auf etwa 3,5 bis 5,5 zu halten, absorbiert wird, worauf die unlöslichen Stoffe aus der resultierenden
Lösung abgetrennt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Absorptionslösung auf einem pn-Wert von etwa 4 bis 5 gehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Absorptionslösung auf
einer Temperatur von etwa 5 bis 25° gehalten wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die resultierende
Absorptionslösung mit Ammoniak umgesetzt wird und die unlöslichen festen Stoffe aus der entstandenen,
Ammoniumfluorid enthaltenden Lösung abgetrennt werden.
Angezogene Druckschriften:
USA.-Patentschrift Nr. 1 235 552.
USA.-Patentschrift Nr. 1 235 552.
© 509 659/47 2. 56
Family
ID=
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE68916309T2 (de) | Verfahren zur Herstellung von sehr reiner Kieselsäure und von reinem Ammoniumfluorid. | |
| DE69132718T2 (de) | Herstellung von Phosphorsäure | |
| DE1035111B (de) | Herstellung von Ammoniumfluoriden | |
| US4639359A (en) | Process of removing cationic impurities from wet process phosphoric acid | |
| DE2029056B2 (de) | Verfahren zum Entfernen von Fluor aus Abwässern | |
| DE2307897C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von synthetischem Flußspat | |
| DE1263718B (de) | Verfahren zur Herstellung von Fluorwasserstoff | |
| DE2046295A1 (de) | Verfahren zur Abtrennung von Magnesium aus Naßverfahrenphosphorsaure | |
| DE2342362C2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Fluorwasserstoff | |
| DE2704075B2 (de) | Verfahren zur Entfernung von organischen Verunreinigungen aus Phosphorsäure | |
| DE3873872T2 (de) | Verfahren zur reinigung von kalciumnitrat, in loesung oder schmelze abgeschieden aus einer durch aufloesen von phosphatgesteinen mit salpetersaeure gewonnenen mischung. | |
| DE2649734B2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Natriumfluorid aus Natriumsilicofluorid | |
| DE2603652C3 (de) | Kontinuierliches Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung von konzentrierter Phosphorsäure oder von Phosphaten und eines granulierten NPK-Düngemittels | |
| DE947791C (de) | Verfahren zur Absorption von Siliciumtetrafluorid | |
| DEI0009517MA (de) | ||
| DE2024134A1 (de) | Verfahren zur Gewinnung von CaIciumfluorid und löslichem Phosphat aus fluorhaltigem Rohphosphat | |
| DE2735873B2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Natriumammoniumhydrogenphosphat und Ammoniumchlorid aus Naßverfahren-Phosphoräure | |
| DE2522220C3 (de) | Verfahren zur Beseitigung der organischen Verunreinigungen in wässrigen Phosphorsäurelösungen | |
| DE3129473A1 (de) | Verfahren zum reinigen fluoridhaltiger abwaesser | |
| DE2930825C2 (de) | ||
| EP0007434B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von kristallinem Kryolith | |
| DE859625C (de) | Verfahren zur Herstellung von Mehrstoff-Duengemitteln aus sauren, fluorhaltigen, Calcium und Phosphorsaeure enthaltenden Loesungen | |
| DE3100981A1 (de) | Verfahren zur herstellung von fluorwasserstoff | |
| DE3229890A1 (de) | Verfahren zum aufschluss von phosphathaltigem gestein zwecks gewinnung von phosphorsaeure und/oder phosphatduengemitteln und verwendung des verfahrens zur herstellung eines pulverfoermigen np-duengemittels mit langzeitwirkung | |
| DE2323292C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von Natrium- und/oder Kaliumphosphaten |