DE977603C - Verfahren zur Herstellung eines Ferritwerkstoffes fuer Magnetkerne, die eine nahezu rechteckfoermige Hystereseschleife aufweisen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Ferritwerkstoffes fuer Magnetkerne, die eine nahezu rechteckfoermige Hystereseschleife aufweisenInfo
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- C04B35/26—Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on oxide ceramics based on ferrites
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Description
AUSGEGEBEN AM 20. JULI 1967
genommen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Ferritwerkstoffes für Magnetkerne
auf der Basis eines Ni-Mg-Ferrites, bei dem die Anteile an Nickel-, Magnesium- und Eisenverbindungen
so gewählt werden, daß eine Verbindung der Formel
entsteht.
ίο Ferromagnetische Ferrite der allgemeinen Formel
ίο Ferromagnetische Ferrite der allgemeinen Formel
Ni*Mg(1_ x)Fe204
sind als ferromagnetische Materialien für Hochfrequenzzwecke bekannt. Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, die Hystereseschleife dieser
Ferrite der Rechteckform anzunähern und damit die Verwendung dieser Ferrite für magnetische Speicher
u. dgl. zu ermöglichen.
Magnetkerne mit einer nahezu rechteckförmigen Hystereseschleife sind für verschiedene Anwendüngen
von Bedeutung. Diese Art von Kernen wird unter anderem für sogenannte »magnetische
Speicher« verwendet (siehe z.B. W. N. Papian: »Proceedings of the I.R.E.«, April 1952, S. 475
bis 478, und D. R. Brown und E. Albers-Schoenberg: »Electronics«, April 1953, S. 146
bis 149). Solche magnetischen Speicher verwendet man z. B. in Rechenmaschinen und bei selbsttätigen
Piloten. Weiter werden diese Kerne in magnetischen Schaltern verwendet.
709 631/3
Das Maß, welches angibt, wie weit die Form der Hystereseschleife der Rechteckform nahekommt,
läßt sich auf verschiedene Weise quantitativ ausdrücken. Ein üblicher Maßstab ist z. B. der Quo-
tient -^-. Die Bedeutung dieses Quotienten wird
an Hand der Fig. ι erläutert, die eine schematische
Darstellung eines Teiles einer Sättigungsmagnetisierungskurve ist. In dieser Figur bezeichnet Br die
remanente Induktion, während Bci die Induktion
bezeichnet, bei welcher die Hystereseschleife sich gerade schließt. In der Praxis ist es oft nicht einfach,
Bcl mit großer Genauigkeit zu messen. Es läßt sich
jedoch leicht ein annähernd richtiger Wert von Bcl
finden, indem der mittlere Wert der Induktionen nach teilweiser Magnetisierung bzw. teilweiser Entmagnetisierung
(mit zwischenzeitlicher Sättigung) angenommen wird, wobei beide Induktionen bei derselben
Feldstärke gemessen werden, die derart gewählt wird, daß die erwähnten Induktionen mehr
als i0/», jedoch weniger als 3% voneinander abweichen.
Nach diesem Meßprinzip wurden auch die im folgenden mitgeteilten Meßergebnisse ermittelt.
Für die Messungen wurde ein ballistisches Galvanometer verwendet (s. Bozorth : »Ferromagnetism«,
New York, 1951, S. 843). Der Quotient-^- wurde
stets gemessen an einem ringförmigen Magnetkern mit einem konstanten Querschnitt des ferromagnetischen
Materials längs des ganzen Ringumfanges und mit einem Außendurchmesser, der maximal
dem i,6fachen des Innendurchmessers entspricht.
Ein Maß dafür, wie weit die Form der Hystereseschleife
der Rechteckform angenähert ist, ist auch das sogenannte Reckteckigkeitsverhältnis (Rs). Für
die Bedeutung dieser Größe sei auf die vorerwähnte Literatur verwiesen. Vollständigkeitshalber folgt
nachstehend eine kurze Erläuterung an Hand der Fig. 2, die auch eine schematische Darstellung eines
Teiles einer Magnetisierungskurve ist, die sich auf einen Fall bezieht, in dem mit der Entmagnetisierung
begonnen wurde, bevor die magnetische Sättigung erreicht war. Die Größe (Rs)max wird
folgendermaßen definiert:
ί B1
(Rs) max —
Ή.,
Der Quotient
B1
Bn
ist eine Funktion der angelegten höchsten Feldstärke Hm. Es ergibt sich, daß dieser Quotient für
einen bestimmten Wert von Hm, der meistens wenig
von der Koerzitivkraft Hc verschieden ist, einen
. Maximalwert besitzt.. Dieser maximale Wert des Quotienten wird durch das Symbol (Rs)max bezeichnet.
Die zur Bestimmung von (Rs)max er~
forderlichen Messungen von
und Bi
können wieder mittels eines ballistischen Galvanometers durchgeführt werden. Als .Meßpbjekte für
die Ermittlung der im folgenden mitgeteilten Meßergebnisse dienten auch in diesem Fall ringförmige
Magnetkerne mit einem konstanten Querschnitt des magnetischen Materials längs des ganzen Umfangs
des Ringes und mit einem Außendurchmesser, der maximal das i,6fache des Innendurchmessers beträgt.
Für die Brauchbarkeit der betreffenden Magnetkerne für magnetische Speicher und magnetische
Schalter ist weiter eine wesentliche Bedingung, daß die Koerzitivkraft (H c) niedrig (zweckmäßig nicht
höher als 10 Oersted, vorzugsweise sogar niedriger als 4 Oersted) sein soll, da sonst zu starke Magnetfelder
erforderlich sind, um die Magnetisierung des Kernes umzukehren.
Gemäß der Erfindung hat sich nun ergeben, daß bei Ferritwerkstoffen der Formel NixMg11 _x,Fe2O4
eingangs erwähnter Art dadurch eine nahezu rechteckförmige Hystereseschleife erhalten werden kann,
daß in der Formel der Verbindung für χ ein Wert zwischen 0,2 und 0,8 gewählt wird und diese Anteile
an Nickel-, Magnesium- und Eisenverbindüngen in einer Gasatmosphäre mit einem Sauerstoffgehalt
von mehr als 50 Volumprozent auf eine Temperatur von 1375 bis 1475° C erhitzt werden.
Nach diesem Verfahren hergestellte Magnetkerne erfüllen folgende Bedingungen:
(Rsjmax ^5* Ojö
Hc < 4 Oersted.
Derartige Magnetkerne eignen sich somit gut für die obenerwähnten Verwendungszwecke.
Unter Beibehaltung der vorstehend beschriebenen vorteilhaften Eigenschaften in den Verbindungen
der angegebenen Zusammensetzung läßt sich ein kleiner Teil des Nickels bzw. Magnesiums durch
Zink ersetzen, sofern die Verbindungen einen verhältnismäßig hohen Nickelgehalt im Verhältnis zum
Magnesiumgehalt besitzen. Die so erzielten Verbindungen lassen sich beschreiben durch die Formel
wobei jtr = 0,6 bis 0,8, 31 = 0,1 bis 0,3, x + y = o,y
bis 0,9 ist.
Die zinkhaltigen Verbindungen (die auf völlig analoge Weise, wie vorstehend für die nicht zinkhaltigen
Verbindungen beschrieben wurde, hergestellt werden) unterscheiden sich von nicht zinkhaltigen
durch eine erheblich geringere Koerzitivkraft. Eine geringe Koerzitivkraft ist bekanntlich
bei den in Rede stehenden Anwendungen ein Vorteil, weil sie zu einer Ersparnis an elektrischer
Energie bei der Magnetisierung und Entmagnetisierung der Kerne führt.
Es sei noch erwähnt, daß bereits Ferritwerkstoft'e für Magnetkerne mit rechteckförmiger Hystereseschleife
bekannt sind, die' aus Magnesiumoxyd, Manganoxyd und Eisenoxyd bestehen, denen noch
bis zu 5 Gewichtsprozent eines weiteren zweiwertigen Schwermetalloxyds, insbesondere Zink-
oxyd, Nickeloxyd oder Kupferoxyd, zugesetzt werden kann. Die Rechteck-Eigenschaften dieser
bekannten Rechteckferrite sind jedoch denjenigen der nach dem Verfahren nach der Erfindung hergestellten
Ferriten unterlegen.
Beispiel ι
Ein Gemisch aus Magnesiumkarbonat, Nickelkarbonat, Eisenoxyd und gegebenenfalls Zinkoxyd
ίο wird 8 bis io Stunden in reinem Alkohol oder
wasserfreiem Benzol gemahlen und. darauf ι Stunde bei 9000 C in Luft vorgebrannt. Nach Abkühlen
wird das Reaktionsprodukt dann einige Zeit, beispielsweise 2 Stunden, in reinem Alkohol gemahlen.
Danach wird es zu einem Ring gepreßt, und dieser Ring wird bei angenähert 14500 C in Sauerstoff gesintert.
Die gesinterten Ringe hatten folgende Abmessungen: Außendurchmesser = 28 mm, Innendurchmesser
= 20 mm, Höhe = 4 mm.
Die nachstehende Tabelle gibt eine Übersicht
über die Werte des Quotienten -^, der Größe
McI
(Rs) max und der Koerzitivkraft H0 von Magnet kernen
mit einer in den Rahmen der Erfindung
| fallenden Zusammensetzung: | Br | \-K-s) max | (in Oersted) |
| Zusammensetzung 30 |
Bcl | o,05biso,7o 0,70 0,75 0,65 0,65 0,70 |
2,95 3.75 2,2O 2,O |
| 35 Ni0i2Mg0i8Fe2O4 .... Ni0,7Mg0,2Zn0,lFe2°4 Ni0,7M&0.1Zn0,2Fe2°4 |
0,80 0,80 0,81 0,75 0,80 0,75 |
Ein Gemisch aus Magnesiumoxyd MgO, basischem Nickelkarbonat (Nickelgehalt etwa 48,4 Gewichtsprozent)
und Eisenoxyd Fe2O3 mit einem Mischungsverhältnis entsprechend der endgültigen
Zusammensetzung Mg0i8Ni0j2Fe2O4 wurde vier
Stunden lang in einer Kugelmühle gemahlen, 140 Minuten bei 7500 C vorgebrannt, daraufhin abgekühlt
und 16 Stunden lang wieder in der Kugelmühle gemahlen. Anschließend wurde die Masse
granuliert, in die Form von Ringkernen gepreßt und für die Dauer von 10 Minuten bei 14500 C in
einer Gasatmosphäre aus 50 Volumprozent Sauerstoff und 50 Volumprozent Luft gesintert. Die erhaltenen
Sinterkörper hatten einen Außendurchmesser von 2 mm, einen Innendurchmesser von 1,3 mm und eine Höhe von 0,6 mm.
Die an diesen Kernen durchgeführten Messungen lieferten folgende Ergebnisse:
Br
^ = 0'9
(Rs)max =0,8
H0 — 3 Oersted.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Herstellung eines Ferritwerkstoffes für Magnetkerne auf der Basis eines Ni-Mg-Ferrites, bei dem die Anteile an Nickel-, Magnesium- und Eisenverbindungen so gewählt werden, daß eine Verbindung der Formelentsteht, in der für χ ein Wert zwischen 0,6 und 0,8, für y ein Wert zwischen 0,1 und 0,3 und für χ + ν ein Wert zwischen 0,7 und 0,9 gewählt wird.In Betracht gezogene Druckschriften:Deutsche Patentschrift Nr. 831 672;deutsche Patentanmeldungen S14840 VI b / 80 b (bekanntgemacht am 9. 7. 1953); St 5553 VIb/8ob (bekanntgemacht am 4. 2. 1954);belgische Patentschrift Nr. 493 081; schweizerische Patentschrift Nr. 256 023; Tetzner, Patentgesetz, 1951, S. 120; Lehrbuch der Metallkunde, 1950, S. 70; Chemie u. Patentrecht, 1951, S. 29; Lexikon der Physik, 1952, S. 833; VDE-Fachberichte, 16, 6. 11. 1952;Electronics vom Mai 1953, S. 72/73; vom April 1953, S.149;Tele-Tech vom Mai 1952, S. 52; Philips Techn. Rundschau, 1946, S. 353 bis 360; Physicalll, 1936, S. 463 bis 483.entsteht, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung einer nahezu rechteckförmigen Hystereseschleife in der Formel der Verbindung für χ ein Wert zwischen 0,2 und 0,8 gewählt wird und diese Anteile an Nickel-, Magnesium- und Eisenverbindungen in einer Gasatmosphäre mit einem Sauerstoffgehalt von mehr als 50 Volumprozent auf eine Temperatur von 1375 bis 1475° C erhitzt werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil des Nickels bzw. Magnesiums durch Zink derart ersetzt wird, daß eine Verbindung der FormelHierzu 1 Blatt Zeichnungen© 609 659/394 10.56 (709 631/3 7. 67)
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|---|---|---|---|
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|---|---|---|---|---|
| CH256023A (de) * | 1941-10-24 | 1948-07-31 | Philips Nv | Verfahren zur Herstellung eines ferromagnetischen Kernes mit geringen Verlusten bei Hochfrequenz. |
| BE493081A (de) * | 1949-01-03 | 1950-05-02 | ||
| DE831672C (de) * | 1949-04-28 | 1952-03-20 | Philips Nv | Material mit wrtvollen elektromagnetischen Eigenschaften und Verfahren zu desen Herstellung |
-
1953
- 1953-12-21 NL NL183813A patent/NL82274C/xx active
-
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- 1954-12-20 GB GB3675654A patent/GB759246A/en not_active Expired
- 1954-12-20 CH CH347907D patent/CH347907A/de unknown
- 1954-12-20 FR FR1116094D patent/FR1116094A/fr not_active Expired
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- 1954-12-20 CH CH345087D patent/CH345087A/de unknown
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| ES219084A1 (es) | 1955-12-16 |
| GB759246A (en) | 1956-10-17 |
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| FR1116094A (fr) | 1956-05-03 |
| CH345087A (de) | 1960-03-15 |
| CH347907A (de) | 1960-07-31 |
| NL82274C (de) | 1956-08-15 |
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