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Hydraulische Presse Die Erfindung betrifft eine hydraulische Presse
mit zwei Kolben, einem Arbeitskolben und einem als Stufenkolben ausgebildeten Untersetzungskolben,
von denen der Arbeitskolben in einem Druckraum verschiebbar angeordnet ist, in den
der Untersetzungskolben mit seinem abgesetzten Teil hineinragt, während die dem
abgesetzten Teil abgewendete Stirnfläche des Untersetzungskolbens in einem vom Druckmittel
beaufschlagten Druckraum verschiebbar angeordnet ist und beide Druckräume durch
eine beide Teile des Untersetzungskolbens durchsetzende Längsbohrung in Verbindung
stehen, die durch ein Ventil abschließbar ist, das in Ruhestellung des Untersetzungskolbens
durch einen in dessen Druckraum ragenden Stößel geöffnet wird.
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Solche hydraulische Pressen sind bekannt. Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine hydraulische Presse zu schaffen, die durch ihren Aufbau besonders
praktisch, vielseitig verwendbar und insbesondere für die Anwendung hoher Drücke,
beispielsweise von zooo atü, geeignet ist und darüber hinaus Vorteile bei der Herstellung
und Lagerhaltung bietet.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß durch gleichachsige
Anordnung der nur durch eine von dem abgesetzten Teil des Untersetzungskolbens durchsetzte
Zwischenwand getrennten Zylinder für Arbeitskolben und Untersetzungskolben, durch
Anordnung der für die Leitung des Druckmittels erforderlichen Kanäle im Mantel,
und zwar für eine beidseitige Beaufschlagung der Kolben, sowie durch Ausbildung
des mit Druckmittel gefüllten hohlzylindrischen Arbeitskolbens mit achsparallelen,
mit dem Inneren dieses Kolbens in Verbindung stehenden, nicht durchgehenden Bohrungen,
die wahlweise zur Ausbildung
des Kolbens als Druck- oder Zugkolben
nach der einen oder anderen Zylinderseite offen sind, eine geschlossene, sowohl
in eine ortsfeste Maschine einbaubare als auch als Handgerät verwendbare Einheit
gebildet ist.
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Dadurch ergibt sich eine hydraulische Presse, die in ihrem Aufbau
besonders praktisch, vielseitig verwendbar und zur Anwendung hoher Drücke geeignet
ist, deren Aufbau darüber hinaus Herstellung und Lagerhaltung vereinfacht, weil
der Unterschied zwischen Druck- und Zugpressen lediglich in der Anordnung der achsparallelen,
nicht durch gehenden Bohrungen des Arbeitskolbens besteht, so daß jede hydraulische
Presse durch Wahl des geeigneten Arbeitskolbens als Druck- oder Zugpresse ausgebildet
werden kann.
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An sich ist es bei hydraulischen Pressen anderer Bauarten bekannt,
die Zylinder für Arbeitskolben und Untersetzungskolben gleichachsig anzuordnen,
diese nur durch eine vom abgesetzten Teil des Untersetzungskolbens durchdrungene
Zwischenwand voneinander zu trennen und den Arbeitskolben auf beiden Seiten zu beaufschlagen.
Durch die Anwendung dieser an sich bekannten Merkmale bei einer hydraulischen Presse
der eingangs beschriebenen Art in Verbindung mit der Anordnung von Kanälen zur Führung
des Druckmittels im Mantel wird eine Ausbildung der hydraulischen Presse als geschlossene
Einheit erreicht, die sowohl in eine ortsfeste Maschine einbaubar als auch als Handgerät
verwendbar ist. Abgesehen von den unentbehrlichen Druckmittelzu- und -abloitungen
weist die hydraulische Presse außen keine beim Arbeiten störenden Teile, insbesondere
nicht Verbindungsleitungen auf, die beim Einbau der Presse oder bei der Benutzung
derselben als Handgerät störend sein können. Durch den Wegfall von Verbindungsleitungen
werden auch Schwierigkeiten vermieden, die bei Anwendung hoher Drücke in bezug auf
die Abdichtung auftreten können. Die zweiseitige Beaufschlagung des Arbeitszylinders
bietet hinsichtlich der Druckmittelführung keine Schwierigkeiten, aber den Vorteil,
daß die Rückführung des Arbeitskolbens nicht bis in seine Endstellung, sondern nur
so weit erfolgen muß,-wie es die durchzuführende Arbeit erfordert. Der gesamte Aufbau
der hydraulischen Presse ergibt ferner eine Einsparung von Teilen und dadurch auch
eine Gewichtsverminderung. Eine Normung für verschiedene Leistungen ist besonders
leicht durchführbar.
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In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der hydraulischen Presse
gemäß der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt Fig. i eine Druckpresse, Fig. 2
die Ausbildung derselben Presse als Zugpresse; Fig. 3 und 4 zeigen zwei Pressen,
die einen doppelten Arbeitskolben aufweisen; der eine Kolben dient zum Festklemmen
des Werkstücks, der andere zum Verformen.
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Das Druckmittel tritt in der Richtung des Pfeiles i durch die Bohrung
2, den Kanal 3 und die Bohrung 4 unter den als Stufenkolben ausgebildeten und durchbohrten
Untersetzungskolben 5. Den Weg des geringsten Widerstandes suchend, strömt das Druckmittel
durch die Bohrung 6 des Untersetzungskolbens 5 in den hohlzylindrischen Arbeitskolben
28 und von dort durch Radialbohrungen 17, 18 und achsparallele Bohrungen 19, 20
in den Raum 7 unter dem Arbeitskolben 28 und hebt diesen an, bis er mit seinem Stempel
9 an dem zu bearbeitenden Werkstück anliegt. Hierauf drängt der Untersetzungskolben
5 nach, wobei das Ventil io von dem am Boden des Zylinders angeordneten Stößel i
i abgehoben und durch das im Arbeitskolben 28 befindliche Druckmittel geschlossen
wird. Der nunmehr allein noch beaufschlagte Untersetzungskolben 5 wirkt dann verstärkt
nach dem Kolbenflächenverhältnis durch Eintauchen in den Arbeitszylinder 28 auf
diesen bis zu der gewünschten einstellbaren Größe. Das vom Untersetzungskolben 5
verdrängte Druckmittel kann durch die Öffnung 13, das vom Arbeitskolben 28 verdrängte
Druckmittel durch die Öffnung 16, den Kanal 15 und die Öffnung 12 entweichen. Die
Druckmittelmengen werden in Richtung der Pfeile 14 abgeführt.
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Nach Umkehrung der Druckmittelrichtung strömt das Druckmittel entgegen
der Richtung der Pfeile 14 in die Öffnungen 12 und 13 ein und drückt zunächst, dem
geringsten Widerstand folgend, den Untersetzungskolben 5 nach unten, wobei das unter
ihm befindliche Druckmittel durch die Bohrung 4, den Kanal 3 und die Bohrung 2 entgegen
der Richtung des Pfeiles i abfließen kann. Im Untersetzungsverhältnis der Kolbenflächen
zueinander kann das durch die Bohrung 12, den Kanal 15 und die Bohrung 16 einströmende
Druckmittel den Arbeitskolben 28 zurückführen, soweit dies für die Arbeit notwendig
ist. Ist ein vollkommenes Zurückführen des Arbeitskolbens 28 erforderlich, so läuft
der Untersetzungskolben 5 so weit zurück, bis das Ventil io durch den Stößel i i
geöffnet wird. Dadurch kann das im Raum 7 befindliche Druckmittel durch das Innere
des Arbeitskolbens 28 und die Bohrung 6 des Untersetzungskolbens 5 zur Öffnung 2
gelangen. Der Arbeitskolben 28 braucht nur so weit zurückzulaufen, wie dies das
Werkstück erfordert.
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Soll die hydraulische Presse, wie in Fig. 2 dargestellt, als Zugpresse
ausgebildet werden, dann werden die von den Radialbohrungen 17, 18 des Arbeitskolbens
28 ausgehenden achsparallelen Bohrungen i9, 2o in einer zur Ausführung gemäß Fig.i
entgegengesetzten Richtung vorgesehen.
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Manche Arbeitsvorgänge erfordern einen mehr oder weniger großen Vor-
oder Klemmdruck und einen nachfolgenden Preß- oder Stauchdruck (z. B. beim Nieten
erst Blechlagen zusammenklemmen). Hierfür dient das in Fig. 3 abgebildete Gerät.
Die Arbeitsweise ist die gleiche wie bei den anderen Geräten. Der Unterschied beruht
darin, daß in dem Arbeits- oder Stauchkolben 26 noch ein zweiter Kolben, also Klemmkolben
27, eingeordnet läuft, also in seiner Kolbenfläche geteilt ist. Hier wird zunächst
durch die Hülse 22 des Arbeitskolbens 26
der Klemmdruck erreicht,
während der vom Kolben getriebene Stempel 9 dann den Preß- oder Stauchdruck vermittelt.
Bei dieser Anordnung ist der Klemmdruck größer als der Stauchdruck. Fig. 4 stellt
eine Umkehrung der Kraftverhältnisse des Gerätes von Fig. 3 dar. Bei diesem Gerät
wird vom Arbeitskolben 26' der Stempel 9 und von dem im Arbeitskolben befindlichen
Kolben 27' über die Stößel 23 und 24 die Hülse 22' angetrieben.