DE960088C - Regel- und Messvorrichtung an Walzwerken - Google Patents
Regel- und Messvorrichtung an WalzwerkenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
- B21B—ROLLING OF METAL
- B21B37/00—Control devices or methods specially adapted for metal-rolling mills or the work produced thereby
- B21B37/58—Roll-force control; Roll-gap control
- B21B37/62—Roll-force control; Roll-gap control by control of a hydraulic adjusting device
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Description
Es sind Regel- und Meßvorrichtungen an Walzwerken bekannt, bei denen die Dimensionen des
Walzgutes angezeigt werden und einen Regulierungseflekt auslösen, dessen Größe von dem gemessenen
Wert abhängig ist. Der Nachteil dieser Methode ist besonders, daß die Dicke des ausgewalzten
Walzgutes od. dgl. erst dann geändert wird, wenn ein Stück des Gutes mit falscher Dicke
ausgewalzt ist, unter anderem wegen des erforderliehen Abstandes zwischen Laufwalzen und Meßvorrichtung,
wobei der Einfluß der meist relativ hohen Zeitkonstante des Regelvorganges noch hinzukommt.
Es ist auch bekannt, den Walzdruck zu messen und dementsprechend die Belastung auf den Laufwalzen
so zu ändern, daß man konstanten Walzdruck einhält. Bei Warmwalzung von Bändern wird
jedoch die Härte des Bandes bei der fortlaufenden Abkühlung während eines Walzenveflaufes gesteigert,
was bei derartigen Regelvorgängen vermehrte Dicke des ausgewalzten Bandes als Folge
hat. Variationen in der Härte können auch wegen anderen Ursachen, als thermischen vorkommen, so
daß man konstante Güterdicke auch nicht bei KaItwalzung durch eine solche Regulierungsmethode as
erzielen kann.
Es ist auch bereits bekannt, den Walzendruck eines Walzwerkes dadurch konstant zu halten, daß
hydraulische oder pneumatische Druckvorrichtungen angewendet werden, welche die Walzenlager
belasten. Diese Druckvorrichtungen wurden mittel Stichleitungen an einen Strömungskreis angeschlossen,
in welchem das Druckmedium unter bestimmtem Druck durch Anwendung von Federventilen
gehalten wurde. Eine solche Anordnung ίο ist dann wenig geeignet, wenn kontinuierliche
Regelung des Walzendruckes vorgenommen werden soll, da dann der Anschluß der Druckvorrichtungen
über Stichleitungen zu einer unerwünscht hohen Zeitkonstante der Regelung führt.
Das gleiche gilt für eine andere bekannte Anordnung, bei der zur Regelung ein Meßorgan Anwendung
findet, welches sich regelnd auf den antreibenden Motor auswirkt, der den gewünschten
Druck des Druckmittels erzeugt.
ao Es ist ferner bekanntgeworden·, laufend den
Walzendruck in Walzwerken unter Anwendung einer pneumatischen Vorrichtung zu registrieren,
die darin besteht, daß an dem Walzenständer eine Ausströmdüse angeordnet ist, der gegenüber eine
Prallplatte sich befindet, die an einem entfernter liegenden Punkt des Walzenständers festgelegt ist.
Erfährt daher der Walzenständer bei Änderung des Walzendruckes eine Änderung seiner Dehnung,
so ändert sich der Abstand zwischen Düse und Prallplatte und somit der wirksame Ausströmungsquerschnitt der Düsenanordnung. In der Leitung,
über welche das Druckmedium der Düse zugeführt wird, befindet sich eine Vordüse, so daß der Staudruck,
der sich zwischen dieser Vordüse und der zuvor erörterten, mit" der Prallplatte zusammenwirkenden
Düse ausbildet, gemessen und laufend registriert werden kann.
Die Erfindung richtet sich auf eine Regelvorrichtung in Walzwerken, bei der auf die Einbaudüse
einwirkende, hydraulisch oder pneumatisch beaufschlagte Druckvorrichtungen vorgesehen sind,
in deren Druckmittelabflußleitung zum Regeln des in den Druckvorrichtungen sich ausbildenden
Druckes ein verstellbares, regulierendes Ventil eingebaut ist und bei der zur Steuerung des Ventils
eine von einem hydraulischen oder pneumatischen Mittel durchflossen Meßdüse und ein sich entsprechend
der Dehnung des Walzenständers mehr oder weniger entfernender, als Prallplatte wirkender
Abschlußteil verwendet wird, mit deren Hilfe eine der Änderung der Walzenständerdehnung,
welche sich gegenüber einem Vergleichswert ergibt, entsprechenden Unterschieden zwischen SoIl-
und Istwert charakterisierende Regelabweichung gebildet wird.
Gemäß der Erfindung ist dabei die Anordnung so getroffen, daß die Meßdüse durch ein Ende
einer Abflußleitung der Druckvorrichtung gebildet wird und die Düse zusammen mit dem als Prallplatte
wirkenden Abschlußteil ein Drosselventil der Abfluß leitung bildet.
Das den Walzenabstand überwachende und die Regelgröße liefernde Organ kann in einer steifen
Stange od. dgl. bestehen, die an einem der Walzlager befestigt ist, und die an ihrem anderen Ende
bewegbar an dem entgegenstehenden Walzlager befestigt ist, um den Walzenabstand zu indizieren.
Es kann auch als ein- oder zweiarmige Hebelstange ausgebildet sein, deren kürzerer Arm gleitend
oder mit Rollen auf derjenigen Seite der ,Rolle (der Rollen) angeordnet ist, die der Seite,
die in Kontakt mit dem Walzgut ist, diametral entgegengesetzt ist.
Die druckgebende Anordnung besteht am besten aus einer hydraulischen Druckdose mit einem Ein-
und einem Ausfluß für das Druckmedium, wobei das den Walzenabstand messende Organ der geringeren
oder stärkeren Drosselung des Ausflusses der Dose dient, um den Druck in der Dose zu
regeln und konstanten Walzenabstand einzuregulieren. Die speziellen Vorteile dieser Vorrichtung
sind die große Genauigkeit und die niedrige Zeitkonstante, unter anderem wegen der Abwesenheit
von rotierenden Maschinenteilen und großen Schwungmaßen, was die Einschwingzeit zu sehr
kleinen Werten bringt. (Einschwingzeit von der Größe 10-3 Sek.)
Die Erfindung wird näher in den Zeichnungen erklärt, worin
Fig. ι eine Regelvorrichtung mit in den Walzlagern
angebrachtem Steuerorgan zeigt;
Fig. 2 zeigt eine Regelvorrichtung mit entsprechenden, gegen die Rollen anliegenden Organen.
In Fig. ι ist ein oberes und ein unteres Walzlager
11 bzw. 12 mit den Endflächen 13 bzw. 14
gezeigt. In diesem Falle wird der Walzenabstand zwischen den Walzlagern gemessen, und als
messendes Organ wird eine steife Stange 15 benutzt, die in diesem Falle an dem unteren Walzlager
(an 16) befestigt ist und mit ihrem anderen Ende beweglich nahe dem oberen Walzlager 11 angebracht
ist. Es ist freilich möglich, die Stange auch anders zu befestigen, z. B. an dem oberen
Lager. Die Stange kann am besten in einem Material ausgeführt sein, das einen Längenausdehnungskoeffizienten
hat, der dem Längenausdehnungskoeffizient des Walzmaterials entspricht. Zwecks Einstellung in der Länge kann sie z. B. mit einer
Gewindehülse 17 ausgeführt sein. Das bewegliche Ende der Stange kann in verschiedenen Arten zur
Steuerung einer druckgebenden Vorrichtung angeordnet sein. Im Ausführungsbeispiel ist sie zur
Betätigung einer zweiarmigen Hebelstange 18 angeordnet, aber diese kann auch einarmig ausgeführt
sein. Der Drehpunkt 19 der Hebelstange kann am besten durch eine Schraube 20 für Veränderung
der Hebelstangenverhältnisse einstellbar ausgeführt sein. Dies kann für die Einstellung der Regulierungsvorrichtung
dienlich sein, z. B. mit Rücksicht auf die Temperaturabhängigkeit der Rollen, der Meßvorrichtungen, die Ausdehnung der Rollen
im Verhältnis zu den Lagern od. dgl. Der andere Arm dient zur Steuerung des Ausflusses 21 aus
iner (oder mehreren) flexiblen, hydraulischen (oder pneumatischen) Druckdose 22, deren Einfluß
durch eine Leitung 24 mit hydraulischem (oder
pneumatischem) Druckmedium am besten von konstantem Druck gespeist wird. Die Druckdose 22 ist
zwischen Ständerspindel 25 und oberem Walzlager angeordnet, und dieses wird dabei in verschiedener
Stärke in Abhängigkeit vom Druck in der Druckdose hinuntergepreßt. Durch den Ausfluß 21 ausströmendes
öl fließt durch den Auslaß 26 hinaus. Man kann eine solche Regelvorrichtung für das
ganze Walzwerk gemeinsam oder auch eine für
xo jedes Lagerpaar ausführen, und das Walzwerk kann mit einer einzelnen Ständerspindel oder mit
einer per Lagerpaar versehen sein.
Die Vorrichtung arbeitet in folgender Weise: Während des Auswalzen« wird der Rollenabstand,
d. h. auch der Abstand der Walzlager, vergrößert, wobei das obere Ende der Stange 15 ges.enkt und
die Drosselung des Ausflusses 21 vergrößert wird. Dabei wird der Druck in der flexiblen Dose 22
vergrößert und das obere Walzlager stärker hin-
ao untergepreßt, wobei das obere Ende der Stange im Verhältnis zu dem oberen Walzlager n auch
gehoben wird, und der Druck in der Dose sinkt.
Fig. 2 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel, bei
dem die Ausdehnung der Rollen 27, 28 beim WaI-zen kontrolliert wird. Man kann entweder nur die
Ausdehnung der einen Rolle oder der beiden Rollen messend überwachen, und man kann das an einem
oder mehreren Punkten tun, die diametral den Punkten an den Rollen, die in Kontakt mit dem
Walzgut sind, entgegengesetzt sind. Das Walzwerk ist in diesem Fall mit zwei Ständerspindeln 29, 30
versehen, aber es kann auch mit einer solchen versehen sein und/oder mit Regelvorrichtungen an
dem einen oder den beiden Walzlagerpaaren ausgerüstet sein. Das Kontrollorgan ist eine zwei-
oder einarmige Hebelstange 31 bzw. 32, deren Endpunkt 33 (34) des kürzeren Armes gegen, die Fläche
der Rolle gleitet oder rollt. Man sieht in den Figuren die Ausdehnung der gewölbten Rollen an
den Außenflächen, die gleichzeitig ein Maß der Ausdehnung des Walzgutes ist, da die Fläche dort
ungefähr gerade ist. Der Drehpunkt 35 (36) der Hebelstange ist außerhalb der Walzlager angebracht, am besten auch außerhalb des Funda-
mentes, und ist einstellbar für verschiedene Genauigkeit der Vorrichtung und für Kompensation
verschiedener Faktoren. Der Ausfluß aus einer flexiblen Druckdose 37 (38) wird mehr oder
weniger entsprechend der Lage der Endpunkte des anderen Armes (der anderen Arme) gedrosselt,
wobei der Druck der Dose derart geregelt wird, daß konstante Stärke des ausgewählten Gutes erhalten
wird.
Anstatt der hier erwähnten Meßorgane kann man freilich auch andere Organe zur Anzeige des
Walzenabstandes benutzen, wie sie an sich bekannt sind. Das druckgebende Organ kann auch in einer
Mehrzahl verschiedener Weisen ausgeführt sein, z. B. als ein die Ständerspindeln steuernder elektrischer
Stellmotor, dessen Bewegung in geeigneter Weise von dem Meßorgan geregelt wird. Man
kann auch einen (oder mehrere) hydraulische oder elektrische Verstärker zwischen Meßorgan und
Druckgeber anordnen oder andere in der Servotechnik'für
solche Zwecke an sich bekannte EIemente.
Die Stange 15 kann auch durch ein Rohr ersetzt werden, in dessen inneren Teilen man ein wärmeabgebendes
bzw. -aufnehmendes Medium strömen läßt, um erwünschte Temperaturkompensationseffekte
zu erreichen.
Die obenerwähnten Anordnungen kann man auf bekannte Weise mit Meßorganen für Nahe- und
Fernablesung, z. B. des Druckes in der Dose oder der Stellung des Meßorgans, versehen, dessen
Werte für die Einstellung der Rollen (der Rollenlager) maßgeblich sind und eventuell mit Rücksicht
darauf direkt in Rolleneinstellung geeicht sind.
Die Regelvorrichtung kann, wie in der Servotechnik bekannt, mit einer Rückführung versehen
werden, welche, z. B. abhängig vom eingestellten Druck in der Dose oder dem eingestellten Walzenabstand,
durch eine Vorrichtung eine Steuerung z. B. des festen Punktes 16 der Stange 15,
Drehung der Hülse 17 oder Verschiebung des Drehpunktes 19 usw. bewirkt, in dem Sinne, einen
mehr vorteilhaften Einschwinglauf der Regelbewegung zu erhalten und unter anderem Überregulierung
zu vermeiden. go
Claims (7)
1. Regelvorrichtung an Walzwerken unter Anwendung einer auf die Einbaustücke einwirkenden
hydraulisch oder pneumatisch beaufschlagten Druckvorrichtung, in deren Druckmittelabflußleitung
zum Regeln des in den Druckvorrichtungen sich ausbildenden Druckes ein verstellbares regulierendes Ventil eingebaut
ist, und unter Anwendung einer von einem hydraulischen oder pneumatischen Mittel durchflossenen
Meßdüse und eines sich ihr entsprechend der Dehnung des Walzenständers mehr oder weniger entfernenden, als Prallplatte wirkenden
Abschluß teiles, die eine der Änderung der Walzenständerdehnung, welche sich gegenüber
' einem Vergleichswert ergibt, entsprechende den Unterschied zwischen Soll- und Istwert chrakterisierende Regelabweichung zur
Steuerung des Ventils erzeugen, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßdüse durch ein Ende
(21) einer Abflußleitung der Druckvorrichtung
(22) gebildet wird und die Düse zusammen mit dem als Prallplatte wirkenden Abschlußteil
(18) ein Drosselventil der Abflußleitung bildet.
2. Regelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das abstandmessende
Organ aus einer steifen Stange (15) od. dgl. besteht, die an einem von den Walzlagern (12)
befestigt und mit ihrem anderen Ende (17) beweglich an dem entgegenstehenden Walzlager
(11) angebracht ist.
3. Regelvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stange (15) aus
einem Material besteht, das einen Längenaus-
dehnungskoeffizienten hat, der einen dem Rollenmaterial entsprechenden Wert hat.
4. Regelvorrichtung nach Anspruch 2, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche
Ende der Stange einen Arm einer zweiarmigen Hebelstange (18) steuert, deren
anderer Arm zur Steuerung des Abflusses aus der Druckvorrichtung (22) dient, und daß der
Drehpunkt der Hebelstange (18) einstellbar ist.
5. Regelvorrichtung nach Anspruch 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der andere Arm
der zweiarmigen Hebelstange (18) zur Steuerung einer einarmigen Hebelstange zwischen
ihrem äußeren Ende und dem Drehpunkt dieser Hebelstange dient, während ihr äußeres Ende
den Ausfluß aus der Druckdose steuert.
6. Regelvorrichtung nach Anspruch 2, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge
der Stange (15) einstellbar ist (17).
7. Regelvorrichtung nach Anspruch 2, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehpunkt
(16) der Hebelsfange (15), die das abstandmessende Organ bildet, einstellbar ist.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 846 837;
französische Patentschrift Nr. 1 069471;
belgische Patentschrift Nr. 504399; schweizerische Patentschrift Nr. 189 199;
USA.-Patentschrift Nr. 2052562;
britische Patentschrift Nr. 393 153.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
©€09 620/140 9.56 (609 835 3.57)
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| SE737647X | 1952-11-29 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE960088C true DE960088C (de) | 1957-03-14 |
Family
ID=20319749
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES36538A Expired DE960088C (de) | 1952-11-29 | 1953-11-29 | Regel- und Messvorrichtung an Walzwerken |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE960088C (de) |
| GB (1) | GB737647A (de) |
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- 1953-11-29 DE DES36538A patent/DE960088C/de not_active Expired
- 1953-11-30 GB GB33245/53A patent/GB737647A/en not_active Expired
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