DE965185C - Aerodynamisch stabilisierter, unsteuerbarer Flugkoerper - Google Patents
Aerodynamisch stabilisierter, unsteuerbarer FlugkoerperInfo
- Publication number
- DE965185C DE965185C DEZ2834A DEZ0002834A DE965185C DE 965185 C DE965185 C DE 965185C DE Z2834 A DEZ2834 A DE Z2834A DE Z0002834 A DEZ0002834 A DE Z0002834A DE 965185 C DE965185 C DE 965185C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- missile
- projectile
- powder
- engine
- pressure
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
- 239000000843 powder Substances 0.000 claims description 30
- 239000003380 propellant Substances 0.000 claims description 20
- 230000006641 stabilisation Effects 0.000 claims description 15
- 238000011105 stabilization Methods 0.000 claims description 15
- 230000005484 gravity Effects 0.000 claims description 14
- 238000002485 combustion reaction Methods 0.000 claims description 9
- 230000001133 acceleration Effects 0.000 claims description 8
- 239000012528 membrane Substances 0.000 claims description 5
- 230000007423 decrease Effects 0.000 claims description 4
- 238000013461 design Methods 0.000 claims description 3
- 230000009471 action Effects 0.000 claims description 2
- 238000007664 blowing Methods 0.000 claims description 2
- 238000006243 chemical reaction Methods 0.000 claims description 2
- 239000006185 dispersion Substances 0.000 claims description 2
- 230000009467 reduction Effects 0.000 claims description 2
- 230000003068 static effect Effects 0.000 claims description 2
- 239000000446 fuel Substances 0.000 claims 2
- 238000009966 trimming Methods 0.000 claims 2
- 230000015572 biosynthetic process Effects 0.000 claims 1
- 230000008878 coupling Effects 0.000 claims 1
- 238000010168 coupling process Methods 0.000 claims 1
- 238000005859 coupling reaction Methods 0.000 claims 1
- 230000003247 decreasing effect Effects 0.000 claims 1
- 230000036316 preload Effects 0.000 claims 1
- 238000010079 rubber tapping Methods 0.000 claims 1
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 8
- 230000008859 change Effects 0.000 description 4
- 230000008901 benefit Effects 0.000 description 3
- 239000000567 combustion gas Substances 0.000 description 3
- 238000010276 construction Methods 0.000 description 2
- 210000003128 head Anatomy 0.000 description 2
- 238000000034 method Methods 0.000 description 2
- 230000008569 process Effects 0.000 description 2
- 230000001105 regulatory effect Effects 0.000 description 2
- NINIDFKCEFEMDL-UHFFFAOYSA-N Sulfur Chemical compound [S] NINIDFKCEFEMDL-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 1
- 230000004888 barrier function Effects 0.000 description 1
- 238000004891 communication Methods 0.000 description 1
- 230000001276 controlling effect Effects 0.000 description 1
- 230000001934 delay Effects 0.000 description 1
- 238000011161 development Methods 0.000 description 1
- 238000006073 displacement reaction Methods 0.000 description 1
- 238000000605 extraction Methods 0.000 description 1
- 210000001061 forehead Anatomy 0.000 description 1
- 230000005764 inhibitory process Effects 0.000 description 1
- 230000010354 integration Effects 0.000 description 1
- 239000002184 metal Substances 0.000 description 1
- 230000005012 migration Effects 0.000 description 1
- 238000013508 migration Methods 0.000 description 1
- 238000003801 milling Methods 0.000 description 1
- 230000035515 penetration Effects 0.000 description 1
- 230000001141 propulsive effect Effects 0.000 description 1
- 238000004080 punching Methods 0.000 description 1
- 230000035945 sensitivity Effects 0.000 description 1
- 238000007493 shaping process Methods 0.000 description 1
- 229910052717 sulfur Inorganic materials 0.000 description 1
- 239000011593 sulfur Substances 0.000 description 1
- 230000002123 temporal effect Effects 0.000 description 1
- 238000012360 testing method Methods 0.000 description 1
- 210000002105 tongue Anatomy 0.000 description 1
- 238000011144 upstream manufacturing Methods 0.000 description 1
Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F42—AMMUNITION; BLASTING
- F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
- F42B10/00—Means for influencing, e.g. improving, the aerodynamic properties of projectiles or missiles; Arrangements on projectiles or missiles for stabilising, steering, range-reducing, range-increasing or fall-retarding
- F42B10/60—Steering arrangements
- F42B10/66—Steering by varying intensity or direction of thrust
- F42B10/665—Steering by varying intensity or direction of thrust characterised by using a nozzle provided with at least a deflector mounted within the nozzle
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F42—AMMUNITION; BLASTING
- F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
- F42B10/00—Means for influencing, e.g. improving, the aerodynamic properties of projectiles or missiles; Arrangements on projectiles or missiles for stabilising, steering, range-reducing, range-increasing or fall-retarding
- F42B10/02—Stabilising arrangements
- F42B10/26—Stabilising arrangements using spin
- F42B10/28—Stabilising arrangements using spin induced by gas action
- F42B10/30—Stabilising arrangements using spin induced by gas action using rocket motor nozzles
Landscapes
- Physics & Mathematics (AREA)
- Fluid Mechanics (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- General Engineering & Computer Science (AREA)
- Aiming, Guidance, Guns With A Light Source, Armor, Camouflage, And Targets (AREA)
Description
AUSGEGEBEN AM 6. JUNI 1957
ζ 2834x1/620
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Flugkörper; der Ausdruck Flugkörper ist im folgenden
in seinem allgemeinsten Sinn zu verstehen, so daß er alle flugfähigen Körper umfaßt, welche die gemeinsame
Eigenschaft haben, daß sie sich durch die Luft fortbewegen können. Die Erfindung betrifft,
wenn auch nicht ausschließlich, so doch in erster Linie, selbst angetriebene Geschosse, deren
Sprengkopf eine Hohlladung trägt, da die Anwendung des Erfindungsgedankens auf derartige Geschosse
vornehmlich von Interesse ist.
Die Erfindung bezweckt, insbesondere Flugkörper zu schaffen, die den Anforderungen der Praxis
besser gerecht werden, als dies bei den bisher bekannten Flugkörpern der Fall ist.
Die Erfindung befaßt sich in einer ihrer Hauptausführungsformen mit einem Flugkörper, der mit
einem Treibsystem und einer Steuervorrichtung ausgerüstet ist, welch letztere dem auf seiner Flugbahn
fliegenden Flugkörper eine positive Neigung (Anstellwinkel) gegenüber dieser Flugbahn zu verleihen
bestrebt ist, derart, daß der Flugkörper eine seinem Gewicht entgegenwirkende Auftriebskraft
erfährt. Erfindungsgemäß werden die Geschwindigkeit des Flugkörpers und/oder die gegenseitige
Lage des Flugkörperschwerpunktes und des An-
709 532/31
griffspunktes der Auftriebskraft während des Fluges derart planmäßig verändert, daß das Verhältnis
zwischen dem Gewicht des Flugkörpers zu der an ihm angreifenden Auftriebskraft einer im
voraus festlegbaren Gesetzmäßigkeit folgt. Wenn sich insbesondere der Flugkörper trotz der Gewichtsveränderungen,
die während des Fluges auftreten, in konstanter Höhe weiterbewegen, soll, so
wird erfindungsgemäß das erwähnte Verhältnis ίο zwischen Gewicht und Auftriebskraft gleich Eins
gehalten.
Abgesehen von dieser Hauptausführungsform
besteht die Erfindung in einzelnen Vorrichtungen, die zweckmäßig zusammen an dem erfmdungsgemäßen
Flugkörper angeordnet sind und die im folgenden erläutert werden.
So betrifft z. B. die Erfindung in einer weiteren Ausführungsform einen Flugkörper mit wenigstens
einem Treibsystem, welches nach dem Düsenprinzip zo arbeitet. Es kann sich dabei um ein während der
gesamten Flugzeit wirkendes Treibsystem (Haupttreibsystem) handeln oder auch um ein solches
Treibsystem, das lediglich den Abschuß bzw. Start des Flugkörpers bewirkt (Starttreibsystem). Diese
Ausführungsform kann z. B. aus einem Flugkörper bestehen, bei dem Strahldüsen vorgesehen sind und
bei dem mittels verstellbarer Ablenkklappen die mittlere Richtung des Strahles, d. h. also die Richtung
der antreibenden Kraft, in gewissen Grenzen verändert werden kann. Erfindungsgemäß werden
hierbei diese Ablenkplatten von einem Steuersystem betätigt, welches auf Veränderungen des Winkels
zwischen der Achse des Flugkörpers und der Flugrichtung bzw. auf die dabei auftretenden Luftdruckänderungen
reagiert. Die Verstellung der Ablenkplatten erfolgt derart, daß durch den von
der Körperachse und der Strahlrichtung gebildeten Winkel eine Korrekturwirkung ausgelöst wird,
durch welche die Achse des Flugkörpers in ihre ursprüngliche Lage zurückgeführt wird.
In einem dritten Fall betrifft die Erfindung einen Flugkörper mit wenigstens einem Treibsystem
(Haupttreibsystem oder Starttreibsystem) vom Raketentyp, wobei als Energiequelle für das
*5 Treibsystem Röhrenpulver dient. Erfindungsgemäß werden hierbei die Pulverröhren auf wenigstens
zwei hintereinander angeordneten Zellen verteilt. Die in der hinteren Zelle angeordneten Pulverröhren
sind dabei erfindungsgemäß weniger dicht gepackt als die Pulverröhren in der vorderen Zelle.
Hierdurch werden die lokale Verbrennungsgeschwindigkeit und der Innendruck zweckmäßig beeinflußt.
Eine vierte Ausführungsform betrifft ein panzerbrechendes
Geschoß mit Hohlladung. Erfindungsgemäß umfaßt ein derartiges Geschoß (von vorn nach hinten gesehen) einen Sprengkopf mit einer
Hohlladung, die hinter einer Panzerspitze geschützt angeordnet ist, ein Haupttreibsystem, vorzugsweise
vom Raketentyp mit Pulvertreibsatz, und außerdem ßo im allgemeinen ein Starttreibsystem, das auch
während des Fluges des Geschosses fest mit diesem verbunden bleibt, also nicht abgeworfen wird, und
schließlich Vorrichtungen, welche dem Geschoß einen Auftrieb vermitteln und diesen Auftrieb entlang
seiner Flugbahn aufrechterhalten, wodurch ein Schießen mit gestreckter Flugbahn ermöglicht
wird, und schließlich eine Vorrichtung, die, auf den Treibstrahl des Starttriebwerkes einwirkend, die
Geschoß achse während der Beschleunigungsperiode stabilisiert, während welcher das vorgesehene
kalibergleiche Leitwerk nicht genügend wirksam ist. Insbesondere schlägt die Erfindung eine Anwendungsform
der obenerwähnten Vorrichtungen vor sowie einige Ausführungsmöglichkeiten dieser Vorrichtungen.
Sie schlägt außerdem noch, insbesondere im Hinblick auf die neuste industrielle Entwicklung,
einen Flugkörper vor, bei dem die erwähnten Vorrichtungen verwertet sind, und beschreibt
außerdem die speziellen Bauelemente, die zum Herstellen dieser Vorrichtungen geeignet
sind.
Die Erfindung wird im folgenden in einem Ausführungsbeispiel und an Hand der Zeichnungen
ausführlich erläutert. In diesen Zeichnungen zeigt
Fig. ι (die in ihrer oberen Hälfte ein Längsschnitt
ist) ein panzerbrechendes Geschoß gemäß der Erfindung;
Fig. 2 ist ein Querschnitt durch dieses Geschoß entlang der Linie H-II der Fig. 1;
Fig. 3 ist ein vergrößerter Querschnitt nach Linie III-III der Fig. 1;
Fig. 4 zeigt ebenfalls im Schnitt und im vergrößerten Maßstab eine Einzelheit aus Fig. 1;
Fig. S erläutert schematisch eine andere Ausführungsform
der in Fig. 4 gezeigten Einzelheit;
Fig. 6 bis 8 sind Schemazeichnungen, tauf denen verschiedene; Möglichkeiten der Formgebung und
Anbringung einer Steuerklappe dargestellt sind, die auch in den vorhergehenden Figuren erscheint;
Fig. 9 zeigt eine besondere Ausführungsform der Panzerspitze des Geschosses.
Das Ausführungsbeispiel zeigt zunächst einen Sprengkopf, bestehend aus einer Hohlladung 1 und
einer ebenfalls hohlen Panzerspitze 2. Die Panzerspitze 2 vor der Hohlladung soj.1 einen etwa vorhandenen
zusätzlichen äußeren Panzerschutz des gepanzerten Zieles durchschlagen und somit der
Hohlladung den Weg zur Hauptpanzerung, etwa einer dicken Panzerplatte, bahnen. An die Hohlladung
ι grenzt ein Zünder 3 an, beispielsweise ein Verzögerungszünder, der die Hohlladung erst dann
zündet, wenn die Panzerspitze 2 den zusätzlichen äußeren Panzerschutz bereits aufgebrochen hat
und in ihre wirkungsvollste Position gegenüber dem Hauptpanzer angelangt ist, d. h., wenn die
Geschoßspitze Kontakt mit diesem nimmt.
Unter Verzögerungszünder sind hier weniger Zünder mit Zeitverzögerung zu verstehen als insbesondere
»harte« Zünder, die erst ab einer bestimmten Mindestverzögerung, aber ohne Zeit- iao
verzug ansprechen, wobei dieser Verzögerungswert absolut sein kann, oder aber auch der Integrationswert über alle nacheinander durch Vorpanzer und
Zwischenfüllungen erlittenen Verzögerungen. Das Ausführungsbeispiel umfaßt weiterhin ein Haupttreibsystem
4, bei dem es sich vorzugsweise um
eine Rakete mit Pulvertreibsatz handelt, hier mit vier Brennflächen in Stirnbrand ausgeführt; ferner
ist ein zusätzliches Starttreibsystem 5 vorgesehen, das auch während des Fluges fest mit dem Geschoß
verbunden bleibt. Das Starttreibsystem 5 ist vorzugsweise ebenfalls eine Rakete mit Pulvertreibsatz.
Ferner zeigt das Ausführungsbeispiel die Vorrichtungen, welche dem Geschoß eine Auftriebskraft
vermitteln und diese während des Fluges aufrechterhalten, so daß ein Schießen mit gestreckter
Flugbahn ermöglicht ist. Es zeigt ferner die Stabilisierungseinrichtung für die Beschleunigungsperiode,
während welcher die Luftkräfte für eine wirkungsvolle Stabilisierung unzureichend
sind.
Das Haupttreibsystem 4 liegt vorzugsweise vor dem Starttreibsystem 5. Für den aus den Verbrennungsgasen
bestehenden Strahl des Haupttreibsystems 4 ist ein ringförmiger Auslaß 6 oder ao eine Mehrzahl von ringförmig angeordneten öffnungen
(Düsen) vorgesehen.
Das Haupttreibsystem 4 ist unter Berücksichtigung der infolge des Verbrauches an Treibmitteln
auftretenden Gewichtsveränderung und Schwerpunktsverschiebung und unter Berücksichtigung
der Wirkung der Steuermittel, welche dem Geschoß eine gewisse Neigung (Anstellung) auf seiner
Flugbahn verleihen, so ausgebildet, daß das Verhältnis des Gesamtgewichtes zur Auftriebskraft
während des Fluges einer im voraus festgelegten Gesetzmäßigkeit folgt, die im einzelnen davon abhängt,
welche Form -die Bahn des Flugkörpers haben soll.
Wenn, wie oben angedeutet, das Geschoß eine gestreckte Flugbahn haben soll, was zur Erhöhung
der TrefFwahrscheinlichkeit wünschenswert ist, da damit Auswirkungen von Fehlern in der Entfernungsschätzung
eleminiert sind, so ist erfindungsgemäß dafür gesorgt, daß das Verhältnis zwischen dem Gewicht des Geschosses und der
Auftriebskraft gleich Eins bleibt.
Zu diesem Zweck ist das Treibsystem 4 so ausgebildet, daß der von ihm erzeugte Strahlschub
während des Fluges geändert wird, damit aber die Fluggeschwindigkeit über den Flugwiderstand
zweckmäßig gesteuert wird und/oder daß die infolge des Verbrauches an Treibmittel des Haupttreibsystems
auftretende Verschiebung des Schwerpunktes in ihrem zeitlichen Verlauf zweckmäßig
gesteuert wird.
Um eine gewollte Änderung des Raketenschubes zu erzielen, wird das Treibsystem so ausgebildet,
daß sich der Schub Hand 'in Hand mit-dem Pulververbrauch
und in Abhängigkeit von diesem verringert, derart, daß bei konstanter Neigung des
Geschosses auf seiner Flugbahn wegen der verminderten Fluggeschwindigkeit der Auftrieb sich
in demselben Maße ändert wie das Gesamtgewicht des Geschosses, und zwar so, daß das Verhältnis
zwischen dem Gewicht des Geschosses und seinem Auftrieb unverändert bleibt.
Bei Steuerung der Schwerpunktverschiebung ist zu beachten, daß der Schwerpunkt und der Angriffspunkt
der Auftriebskraft am Geschoß nicht zusammenfallen, so daß ein Drehmoment entsteht,
das gegengleich dem Moment der Steuerklappe ist. Die Wanderung des Schwefpunktes infolge des
Pulververbrauches wird nun so gesteuert, daß dieses Drehmoment während des Fluges abnimmt.
Infolgedessen verringert sich die Neigung des Geschosses und daher auch die an ihm angreifende
Auftriebskraft, und zwar in dem Maße, wie das Gesamtgewicht infolge des Pulververbrauches
kleiner wird. Durch eine passende Wahl der Gesetzmäßigkeit, welche die relative Verschiebung
des Schwerpunktes gegenüber dem Angriffspunkt der Auftriebskraft reguliert, ist es möglich, das
Verhältnis zwischen dem Gewicht und dem Auftrieb während der ganzen Flugzeit des Geschosses
konstant zu halten.
Gegebenenfalls kann man den Pulverröhren oder
Pulverstangen, welche die Energiequelle des Treibsystems bilden, eine bestimmte Form geben. Wenn
man nämlich berücksichtigt, daß der Strahlschub eine Funktion der brennenden Oberfläche des Treibpulvers
ist, so kommt man zu dem Schluß, daß beispielsweise bei Stirnbrand rotationssymmetrische,
aber nicht zylindrische Stangen einen veränderlichen Verlauf des Strahlschubes ergeben,
welcher im einzelnen von der Form der Erzeugen- go den des Pulverkörpers abhängt. Insbesondere ergibt
sich ein im Laufe der Zeit abnehmender Strahlschub bei solchen konischen Pulverstangen oder Röhren,
bei denen die Summe der Brennflächen in Abbrennrichtung kleiner wird.
Die Verschiebung des Schwerpunktes folgt einem Gesetz, welches natürlich von der Form und der
Lage der Pulverkörper abhängt. Man kann nun dafür sorgen, daß der Schwerpunkt des Haupttreibsystems
nach der Verbrennung des zum Starttreibsystem gehörigen Treibsatzes so hinter dem
Gesamtschwerpunkt des Geschosses liegt, daß die Verbrennung des zum Haupttreibsystem gehörigen
Treibsatzes ein bestimmtes Vorrücken des Gesamtschwerpunktes und damit die gewollte Verminderung
des Neigungswinkels des Geschosses auf seiner Flugbahn mit sich bringt.
Zweckmäßigerweise wird man das Haupttreibsystem 4 so ausführen, daß die Geschwindigkeit
während des Fluges konstant bleibt. Eine Geschwindigkeit von etwa 500 m pro Sekunde erscheint
zweckmäßig, da hierzu der Treibsatz des Startsystems nur ein geringes Gewicht zu haben
braucht und trotzdem eine genügend große Durchschlagskraft der Panzerspitze erzeugt wird und "5
auch die Flugdauer mit den für das Schießen auf bewegliche Ziele üblichen Zeiten vergleichbar ist
(2 bis 3 Sekunden für Ziele in 1000 bis 1500 m Entfernung).
Das Starttreibsystem 5 ist, wie bereits angedeutet, fest mit dem Geschoß verbunden, wird also
während des Fluges nicht abgeworfen. Dadurch wird es möglich, das Geschoß auch hinter den
vordersten Linien der eigenen Truppe abzuschießen, ohne die eigene Truppe durch einfallende metalli- 1*5
sehe Massen zu gefährden.
Nach einem weiteren Gesichtspunkt der Erfindung werden die Pulverröhren des zum Starttreibsystem
5 gehörigen Raketentreibsatzes auf wenigstens zwei hintereinanderliegenden Zellen
verteilt. Die Pulverröhren 56 in der hinteren Zelle
sind weniger zahlreich und weniger dicht gepackt als die Pulverröhren 5a in der vorderen Zelle
(Fig. ι und 2).
Weiterhin ist an diesem Treibsystem 5 eine rückwärtige Membran 7 vorgesehen. Die Stärke
dieser Membran 7 ist so berechnet, daß der Brennkammerdruck, nachdem der Treibsatz beispielsweise
durch eine elektrische Zündvorrichtung gezündet worden ist, einen bestimmten Wert er-,reicht,
der über dem kritischen Mindest-Brennkammerdruck der verwendeten Pulversorte liegt,
bevor die Membran 7 zerstört wird und die Verbrennungsgase durch die Düse 8 entweichen.
Endlich ist es zweckmäßig, dem Gehäuse des Starttreibsystems 5 eine nach vorn hin leicht
konvergente Form zu geben. Dadurch wird sowohl die Unterbringung der zum Haupttreibsystem gehörigen
Düse 6 als auch die Zurverfügungstellung in Strömungsrichtung zunehmender freier Querschnitte
wie endlich auch die aerodynamische Stabilisation des. Geschosses erleichtert, da bei
einer derartigen Ausführung des Gehäuses das Kaliber, d. h. also der Durchmesser des Geschosses
nicht vergrößert wird.
Außer den bereits aufgezeigten hat eine derartige Ausbildung des Starttreibsystems 5 noch den Vorteil,
daß die Verbrennungsgase in der vorderen Zelle und in der hinteren Zelle die gleiche Strömungsgeschwindigkeit
haben können. Die Folge davon ist ein völlig gleichmäßiger Verbrennungsvorgang und eine erhöhte Sicherheit hinsichtlich eines
kritischen Innendruckes, der nicht überschritten werden darf, da sonst unstabile Verhältnisse auftreten.
Im folgenden werden die bereits erwähnten Vorrichtungen beschrieben, mit deren Hilfe und
durch deren Wirkung das Geschoß auf seiner Flugbahn eine positive Neigung erhält, die während
des ganzen Fluges aufrechterhalten wird und das Auftreten einer Auftriebskraft zur Folge hat. Zu
diesem Zweck ist das Geschoß mit einem Steuersystem ausgerüstet, welches von einer pendelartig
wirkenden Vorrichtung reguliert wird. Das von der Pendelvorrichtung regulierte Steuersystem
zwingt das Geschoß, eine positive Neigung gegenüber der Flugbahn einzunehmen, unabhängig davon,
um welchen Drehwinkel das Geschoß sich bei im Laufe des Fluges eventuell auftretender Rotation
um die Längsachse gedreht hat. Steuersystem und Pendelvorrichtung bestehen z. B. nach Fig. 1
und 3 aus einem Ring 9. Der Ring 9 ist in einem zwischen der Hohlladung des Sprengkopfes und
dem Haupttreibsystem freigelassenen Ringraum vorzugsweise auf einem Kugellager 10 frei drehbar
gelagert und trägt ein Gegengewicht 11 und eine Steuerklappe 12. Diese springt leicht aus dem
Profil des Geschosses vor. Gegengewicht 11 und Steuerklappe 12 liegen beide auf derselben Seite
des Ringes 9, derart, daß die Steuerklappe 12 von dem in seine Gleichgewichtslage strebenden Gegengewicht
dauernd auf der Unterseite des Geschosses gehalten wird. Dadurch entsteht auf der Unterseite
der(s) Geschoßspitze(kopfes) ein Überdruck, welcher das Geschoß zwingt, die gewünschte
Schrägstellung (Anstellung) zur Flugbahn einzunehmen.
Zur Stabilisation des Geschosses auf seiner Flugbahn sind Stabilisationsflächen vorgesehen,
vorzugsweise ein rückwärtig angebrachter, geschlossener oder unterbrochener Stabilisationsring
1,3, der einen Durchmesser vom Kaliber des Ge-Schosses
hat.
Wenn man aber die Stabilisationsflächen so auslegt, daß sich bei Überschallgeschwindigkeit hinsichtlich
der Stabilisation gerade ausreichende Werte ergeben, so ergibt sich, daß beim Abschluß,
d. h. also zu einer Zeit, wo das Geschoß noch mit Unterschallgeschwindigkeit fliegt, die für Überschallgeschwindigkeit
berechneten Stabilisationsflächen ihre Aufgabe nicht voll erfüllen. Die Folge davon wären undefinierbare Schrägstellungen der 85,
Geschoßachse während der Beschleunigungsperiode und in weiterer Folge eine ganz unerhörte Zunahme
der Streuung des Geschosses. Insbesondere könnte bei dem in Fig. 1 gezeigten Geschoß, dessen Länge
lediglich das Achtfache seines Kalibers beträgt, nur go
durch über das Profil herausragende Stabilisationsflächen das Geschoß auch in dem Zeitraum stabilisiert
werden, wo es die Schallgrenze durchschreitet. Um diese Nachteile zu vermeiden, bedient sich die
Erfindung einer in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Vorrichtung, die von den vorstehend erwähnten
Erfindungsgedanken unabhängig ist.
Am Ende der zum Starttreibsystem gehörenden Düse 8 sind verstellbare Ablenkplatten angeordnet,
z. B. mehrere Steuerklappen. 14 (z. B. vier). Diese Steuerklappen sind gleichmäßig am Umfang der
Düse verteilt. Wenn eine derartige Steuerklappe in den Strahl der Düse hineinragt (wie dies in
Fig. 4 an der unteren Steuerklappe 14 der Fall ist), so wird der Strahl abgelenkt und die Richtung der
das Geschoß vorwärts treibenden Kraft verändert. Diese Steuerklappen 14 werden von einem Steuersystem
betätigt, vorzugsweise von einem Steuersystem, welches auf die Luftströmungen reagiert,
welche bei unerwünschten Schrägstellungen der Geschoßachse auftreten. Das Steuersystem ist so
ausgebildet, daß die durch Betätigung der Steuerklappen erzwungeneRichtungsänderung des treibenden
Strahles bestrebt ist, die Geschoßachse in ihre ursprüngliche Lage zurückzuführen.
Vorzugsweise sind einander diametral gegenüberliegende Steuerklappen durch eine biegsame Verbindung
so. miteinander gekuppelt, daß beim Hervortreten einer Steuerklappe in den Strahl, die
gegenüberliegende Steuerklappe aus dem Strahl herausgezogen wird. In einer vorzugsweise vorgeschlagenen
Ausfuhrungsform ist z. B. jede Steuerklappe
14 am Ende eines Hebels 15 befestigt, der um eine im Mittelstück des Hebels angeordnete
Achse 16 drehbar ist. Das andere Ende dieses Hebels 15 ist mit dem entsprechenden Ende des
Hebels verbunden, der die diametral gegenüberliegende Klappe steuert, und zwar durch einen
Ring 17, der zur Vermeidung von Spiel biegsam ist. Gemäß der Erfindung können auch zwei biegsame
Ringe 17 vorgesehen sein, die hintereinander angeordnet sind, und zwar derart, daß die Durchmesser,
welche die Angriffspunkte der an einem Ring angreifenden Hebel 15 miteinander verbinden,
in einer Ebene liegen. Zu diesem Zweck sind an den erwähnten Angriffspunkten Zungen 17 a vorgesehen,
welche gegenüber den Ringebenen derart versetzt sind, daß die Angriffspunkte aller vier
Hebel an den Ringen 17 in einer Ebene liegen. Das die Luftströmungen auszunutzende Steuersystem
kann z. B. aus vier Manometerdosen 18 bestehen, deren Innenflächen biegsam sind und mit
dem entsprechenden Ende des jeweils zugehörigen Hebels 15 in Verbindung stehen; die Hebel stützen
sich ihrerseits wieder auf einem der biegsamen
ao Ringe 17 ab. Die Außenflächen der Manometerdosen werden vom Gehäuse des Geschosses gebildet
und sind mit Luftzufuhröffnungen 19 versehen.
Wenn man einen Teil der bereits bei einer schwachen Neigung des Geschosses gegen die
*5 Flugbahn auftretenden Änderung des Staudruckes mitausnutzen will, so wird der hintere Rand jeder
öffnung 19 schneidenförmig ausgebildet. Gegebenenfalls kann dieser hintere Rand Buch zwecks
besserer Ausnutzung des Staudruckes über das Profil des Geschosses hinausragen.
Wenn man dagegen nur die statischen Druckänderungen ausnutzen will, die am Geschoßkörper
auftreten, wenn die Geschoßachse ihre Richtung ändert, so kann man, wie in Fig. 5 gezeigt, Löcher
19 vorsehen und den Angriffspunkt der Monometer-
dosen 18 am zugehörigen Hebel I5O zwischen die
Drehachse i6„ und die Steuerklappe 14 verlegen.
Um die Verminderung der Druckdifferenzen
zwischen der positiv und der negativ angestellten Flugkörperseite durch (Quer-) Umströmung des
Körpers zu vermeiden und um damit aber gleichzeitig die Empfindlichkeit der gesamten Stabilisierungseinrichtung zu erhöhen, kann es angebracht
und vorteilhaft sein, die einzelnen Druckentnahmeöffnungen untereinander durch sogenannte Grenzschichtzäune
zu trennen, welche hier auch in Form von einfachen Ausfräsungen sowie im Zieh- oder
Preßverfahren dargestellt werden können.
Um der Tatsache Rechnung zu tragen, daß das Gegengewicht 12 den Schwerpunkt aus der Längsachse
des Geschosses herausverlagert, sind Mittel vorgesehen, durch deren Wirkung der Strahl leicht
so abgelenkt wird, daß er in seiner Verlängerung durch den Gesamtschwerpunkt hindurchgeht, wenn
Geschoßachse und Flugbahn übereinstimmen. Man kann z. B. die Steuerhebel 15 der Steuerklappen 14
passend belasten, gegebenenfalls auch das Gewicht der Ringe 17 (Fig. 4) zweckmäßig wählen oder
ein zusätzliches Gegengewicht 20 anordnen (Fig. 5). Es ist zu beobachten, daß in jedem Fall die
Rückwirkung des Düsenstrahls auf eine, sich in Arbeitsstellung befindliche Steuerklappe 14 eine
Hemmung für die Steuerung dieser Klappet darstellt, wenn eine senkrecht zur Strahlrichtung verlaufende
Druckkomponente auf die Steuerklappen wirkt. Um diesen Nachteil zu vermeiden oder zumindestens
doch zu verringern, sind die Steuerklappen 14 so ausgebildet, daß die die Steuerung
der Klappe behindernde Querkomponente reduziert wird. Dies kann z. B. dadurch erreicht werden,
daß die Steuerklappe 14 in einer der Richtung.des Strahles entgegengesetzten Richtung eingewinkelt
ist. In diesem Fall begünstigt die noch verbleibende Querkomponente das Einrücken der von der zugehörigen
Manometerdose betätigten Steuerklappe in ihre Arbeitsstellung. Wie in Fig. 7 gezeigt,
können die Steuerklappen 14 auch in Richtung des Strahles abgewinkelt sein. In diesem Fall ist die
Ausrückbewegung der Steuerklappen 14 durch die Wirkung des Strahles begünstigt. Unter Umständen
kann auch, wie Fig. 8 zeigt, eine mehr oder weniger geschwungene Form der Steuerklappen 14 zweckmäßig
sein, derart, daß die Querkomponente aufgehoben bzw. stark reduziert wird. Die zweckmäßigste
Form der Steuerklappe muß hier durch Versuche und/oder durch Rechnung für jeden Anwendungsfall
ermittelt werden.
Da die beiden vorbeschriebenen Einrichtungen zur Auftriebserzeugung und zur Stabilisierung der
Geschoßachse entgegengesetzte Tendenzen zeigen — die erstere erzwingt einen Anstellwinkel, die
zweite hat während der Beschleunigungsperiode jeden Anstellwinkel zu vernichten — und wenn
man die einfachste Konstruktion benutzen will, d. h. hier eine in seiner Größe unveränderliche
Steuervorrichtung (Steuerklappe 12), so folgt zwangläufig als Konstruktionsgrundsatz, daß die
Stabilisierungseinrichtung (Ablenkplatten 14) in ihrer Wirkung der Steuervorrichtung mehrfach
überlegen ausgeführt werden muß.
Mit dem Brennschluß des Starttriebwerkes 5 verschwindet zwangläufig jede Auswirkung des
Stabilisierungssystems, und das Geschoß nimmt den von der Steuervorrichtung verlangten Anstellwinkel
ein.
Erfindungsgemäß ergibt.sich also ein einfaches, leichtes und von einem Infanteristen bequem zu
tragendes panzerbrechendes Geschoß, dessen Hauptteile aus Leichtmetall bestehen. Zusätzlich zu
den bereits aufgezeigten Vorteilen ist zu erwähnen, daß mit einem ganz einfachen Startrohr ein gezieltes
und genaues Schießen möglich ist. Die Treffwahrscheinlichkeit ist hoch. Die Zielentfernung
liegt z.B. bei 1000 bis 1500m, die Fluggeschwindigkeit
bei etwa 500 m pro Sekunde. Diese Geschwindigkeit wird bis zum Auftreffen des Geschosses
aufrechterhalten. Die Wirksamkeit des Geschosses wird durch Vorpanzer, mit denen das
angegriffene Objekt versehen sein könnte, nicht herabgesetzt. iao
Gegebenenfalls kann der Sprengkopf noch mit einem automatischen Zielsucher ausgerüstet sein,
der die Flugbahn in ihrem letzten Stück selbsttätig korrigiert. Ein derartiger automatischer Zielsucher
ist vorzugsweise in dem dazu vorgesehenen Hohlraum zwischen Hohlladung 1 und Haupttrieb-
709 532/31
werk 4 untergebracht. Der Zielsucher betätigt zusätzliche
Ablenkplatten, z. B. Steuerklappen, die gleichmäßig über den Umfang des Gehäuses verteilt
angeordnet sind, vorzugsweise hinter der Ebene der Steuerklappe 12.
Die Panzerspitze ändert sich hierbei in eine geschlossene Panzerschneide, ähnlich den bekannten
Lochstanzen.
Claims (26)
- PatentansprOchei
- i. Aerodynamisch stabilisierter, unsteuerbarer Flugkörper, mit einem zur Körperachse rotationssymmetrischen Tragwerk und einem zu diesem koaxialen Triebwerk, welches einen im Flugkörper gespeicherten Treibstoffvorrat verbraucht, und mit einer Einrichtung, welche dem Flugkörper auf seiner Flugbahn eine positive Anstellung zu verleihen bestrebt ist, derart, daß der Flugkörper einer seinem Gewicht entgegenwirkenden Auftriebskraft unterworfen ist, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einer der beiden Faktoren (Geschwindigkeit, gegenseitige Lage des Gesamtschwerpunktes und des Angriffspunktes der Auftriebskraf t), welche das Verhältnis zwischen dem Gewicht des Flugkörpers und der Auftriebskraft mitbestimmen, unter Berücksichtigung der sich durch den Brennstoffverbrauch ergebenden Gewichtsveränderungen, sich selbsttätig, allein durch die Anordnung der einzelnen Bauelemente im Flugkörper und durch die Formgebung desselben, aber ohne jede Hilfseinrichtung derart ändert, daß das erwähnte Verhältnis einer im voraus konstruktiv festlegbaren Gesetzmäßigkeit folgt. 2. Flugkörper nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis zwischen seinem Gewicht und der Auftriebskraft genau gleich der Einheit ist.
- 3. Flugkörper nach Anspruch r, dessen Flugtriebwerk eine Rakete mit Pulvertreibsatz ist, dadurch gekennzeichnet, daß der von dem Triebwerk (4) erzeugte Schub mit fortlaufendem Pulververbrauch stetig kleiner wird, wodurch seine Fluggeschwindigkeit derart abnimmt, daß bei unveränderter Anstellung des Flugkörpers während seines Fluges die Auftriebskraft gleichzeitig und im selben Verhältnis wie das Gewicht des Gesamtflugkörpers abnimmt, wodurch die Unveränderlichkeit des Verhältnisses zwischen dem Gewicht und der Auftriebskraft sichergestellt wird.
- 4. Flugkörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Pulvertreibsatz des Triebwerkes aus Röhren oder Stangen gebildet ist, deren Brennflächen in Abbrandrichtung stetig kleiner werden.
- 5. Flugkörper nach Anspruch 1, dessen Flugtriebwerk eine Rakete mit Pulvertreibsatz ist, gekennzeichnet durch eine derartige Ausbildung und Anordnung des Pulvervorrates, daß die Verbrennung des Pulvers ein derartiges Vorrücken des Gesamtschwerpunktes des Flugkörpers mit sich bringt und damit jene Verringerung der Anstellung desselben zur Folge hat, wodurch die Unveränderlichkeit des Verhältnisses zwischen dem Gewicht und der Auftriebskraft sichergestellt wird.
- 6. Flugkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Anstellung bewirkende Einrichtung wenigstens eine Trimmplatte enthält, welche von einer pendelartigen Vorrichtung derart in einer durch die Geschoßachse gehenden lotrechten Ebene fixiert wird, daß durch die Wirkung der Trimmplatte der Flugkörper gezwungen ist, eine positive Anstellung gegenüber seiner Flugbahn .einzunehmen, unabhängig davon, welche augenblickliche Winkellage der Flugkörper im Laufe einer etwaigen Rotationsbewegung um seine Längsachse einnimmt.
- 7. Flugkörper nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch eine aus dem Tragwerk herausragende, in ihrer Größe und Anlenkung unveränderliche Trimmplatte (12) an einem Ring (9), welcher um die Längsachse des Flugkörpers frei drehbar und mit einer außermittig angeordneten Zusatzmasse (xi) versehen ist und deren Lage zur Trimmplatte (12) derart gewählt ist, daß die vor dem Start (Abgang) des Flugkörpers immer in seine Gleichgewichtslage zurückstrebende Zusatzmasse der erwähnten Trimmplatte eine Stellung vorgibt, in der sie im Fluge den Flugkörper zwingt, die gewünschte Anstellung einzunehmen.
- 8. Flugkörper nach Anspruch 1J, dadurch gekennzeichnet, daß diese außermittige Masse über die Start- (Abgangs-) Beschleunigung zum Verschwinden gebracht wird, so daß die Fixierung der Trimmplatte in einer durch die Geschoß achse senkrechten Ebene ungestört über das Trägheitsmoment des Ringes (9) erfolgt.
- 9. Flugkörper nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die außermittig angeordnete, die Trimmplatte orientierende Zusatzmasse des Ringes (9) in Form eines Kreisels mit drei Freiheitsgraden ausgebildet ist.
- 10. Flugkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er außer dem Flugtriebwerk Jioch ein zweites, vom Flugkörper untrennbar no eingerichtetes Beschleunigungstriebwerk in Form einer Kurzzeit-Pulverrakete enthält, welches ebenfalls koaxial zum Tragwerk angeordnet ist.
- 11. Flugkörper, insbesondere nach Anspruch i, mit wenigstens einem Triebwerk (Flugtriebwerk und/oder Beschleunigungstriebwerk) vom Raketentyp, bei dem die Schubdüse mit verstellbaren Ablenkplatten versehen ist, welche in gewissen Grenzen die wirksame Richtung des Treibstrahles zu verändern gestatten, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung der an einarmigen oder doppelartigen Hebeln angeordneten Ablenkplatten allein und direkt durch Luftkräften ausgesetzte Membranen erfolgt, derart, daß jede Ablage derLängsachse des Flugkörpers zur Anblaserichtung ein rücktreibendes Moment erzeugt, wodurch der Flugkörper wohl über Luftkräfte aber unter Zuhilfenahme des Strahlimpulses stabilisiert ist, also eine quasi-aerodynamische Stabilisierung selbst für aerodynamisch instabile Flugkörper erreicht wird.
- 12. Flugkörper nach Anspruch ii, dadurch gekennzeichnet, daß die Membranen zugleichίο als Geber (Kommandogerät) wie auch als Arbeitsmaschine ausgebildet und dimensioniert sind und durch Druckdifferenzen verformt werden, zu welchem Zweck sie mittels Druckleitungen mit der Oberfläche des Flugkörpers in Verbindung stehen und wobei die Druckentnahmen (die Mündungen der Druckleitungen an der Oberfläche des Flugkörpers) in gleichen wohldefinierten Abständen von der Körperspitze angeordnet sind, wie auch untereinanderao in gleichen Abständen am Umfang des Flugkörpers verteilt sind.
- 13. Flugkörper nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet. daß die Druckleitungen statische und/oder dynamische Drücke führen.
- 14. Flugkörper nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontur des Flugkörpers so geformt ist, daß im zu stabilisierenden Geschwindigkeitsbereich in der Zone der Druckentnahmen an einander gegenüberliegenden Körperseiten bereits bei geringsten Ablagen der Körperachse gegen die Anblaserichtung relativ große Druckdifferenzen auftreten.
- 15. Flugkörper nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß einander diametral gegenüberliegende Membranen untereinander mit einer elastischen Kupplung verbunden sind, derart, daß beim Eintreten einer Steuerklappe in den Treibstrahl der gegenüberliegenden Steuerklappe eine gegensinnige Bewegung aufgezwungen wird.
- 16. Flugkörper nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß jede Steuerklappe (14) an einem Ende eines mit seinem Mittelstück um eine Achse (16) drehbar gelagerten Hebels (15) befestigt ist, während das andere Ende dieses Hebels mit dem entsprechenden Ende eines diametral gegenüberliegenden Hebels über einen Ring (17) verbunden ist, der zur Vermeidung von Spiel vorgespannt ist.
- 17. Flugkörper nach Anspruch 1 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß durch eine Gewichtsvorbelastung des Stabilisierungssystems die Schubrichtung des Starttriebwerkes bei der Anstellung Null des Flugkörpers durch den Gesamtschwerpunkt geht, welcher durch die Zusatzmasse (11) etwas außerachsig verlagert ist.
- 18. Flugkörper nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Stabilisierungseinrichtung aus Manometerdosen (18) besteht, deren biegsame Innenflächen mit einem Steuerhebel (15) der' zugehörigen SteuerJdappe kraftschlüssig in Verbindung stehen, während die Außenflächen vom Gehäuse des Flugkörpers gebildet werden und mit wenigstens einer Druckentnahme- oder Druckausgleichsöffnung (1.9) versehen sind.
- 19. Flugkörper nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß der rückwärtige Rand der Druckentnahmeöffnung schneidenförmig ausgebildet ist.
- 20. Flugkörper nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß der hintere Rand der öffnung (19) gegenüber dem Profil des Flugkörpers radial nach außen oder nach innen versetzt ist.
- 21. Flugkörper nach Anspruch 18, -dadurch gekennzeichnet, daß die verschiedenen Öffnungen zur Erhöhung ihrer Wirksamkeit durch Grenzschichtzäune voneinander getrennt sind.
- 22. Flugkörper nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerplatten (14) derart geformt sind, so daß die aus der Rückwirkung des Treibstrahles sich ergebende Querkomponente praktisch gleich Null ist.
- 23. Flugkörper, insbesondere selbstangetriebenes panzerbrechendes Geschoß mit Hohlladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es, von vorn nach hinten gerechnet, besteht aus einem Gefechtskopf, in dem hinter einer Panzerspitze eine Hohlladung angeordnet ist, aus einem Flugtriebwerk, vorzugsweise vom Raketentyp mit Pulvertreibsatz, und schließlich aus Vorrichtungen, welche dem Flugkörper einen Auftrieb vermitteln und diesen Auftrieb entlang seiner Flugbahn aufrechterhalten, wodurch ein Schießen mit gestreckter Flugbahn ermöglicht wird.
- 24. Flugkörper, insbesondere selbstangetriebenes panzerbrechendes Geschoß mit Hohlladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es, von vorn nach hinten gerechnet, besteht aus einem Gefechtskopf, in dem hinter einer Panzerspitze eine Hohlladung angeordnet ist, aus einem Flugtriebwerk, vorzugsweise vom Raketentyp mit Pulvertreibsatz, ferner aus einem Starttriebwerk, vorzugsweise ebenfalls eine Pulverrakete, und schließlich aus .Vorrichtungen, welche dem Flugkörper einen Auftrieb· vermitteln und diesen Auftrieb entlang seiner Flugbahn aufrechterhalten, sowie aus Vorrichtungen, mit welchen der Flugkörper während 115' der Beschleunigungsperiode stabilisiert wird, wodurch ein Schießen mit sehr gestreckter Flugbahn und eine sehr geringe Streuung ermöglicht wird, trotz kurzer Geschoßlänge und nur kalibergroßem Leitwerk. iao
- 25. Flugkörper, insbesondere selbstangetriebenes panzerbrechendes Geschoß mit Hohlladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sein rotationssymmetrisches Tragwerk durch jene Rotationsfläche gebildet ist, die durch dieDrehung der Geschoßkontur um die Geschoßachse entsteht.
- 26. Flugkörper nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß xlas Tragwerk zum Teil weitere Funktionen übernimmt, wie die Mitbildung der Brennkammerwandungen der Raketentriebwerke und die Mitbildung der Ladungsverkleidung bzw. der Panzerspitze.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 734601, 694533; österreichische Patentschrift Nr. 87 046.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen©509 629/322 1.56 (709 532/31 5. 57)
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR965185X | 1951-08-02 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE965185C true DE965185C (de) | 1957-06-06 |
Family
ID=9499583
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEZ2834A Expired DE965185C (de) | 1951-08-02 | 1952-07-25 | Aerodynamisch stabilisierter, unsteuerbarer Flugkoerper |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE965185C (de) |
| FR (1) | FR1040316A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1272174B (de) * | 1964-03-21 | 1968-07-04 | Junkers Flugzeug Und Motoernwe | Bremssteuerung fuer Flugkoerper |
| DE19700272A1 (de) * | 1997-01-07 | 1998-07-16 | Still & Saxby Sarl | Flurförderzeug, insbesondere deichselgeführtes Flurförderzeug |
Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH359930A (fr) * | 1956-03-19 | 1962-01-31 | G A R Von Zborowski Helmut Ph | Mobile aérien autopropulsé |
| DE1140028B (de) * | 1959-11-13 | 1962-11-22 | Rheinmetall Gmbh | Feststoffraketentreibsatz |
| DE1298912B (de) * | 1965-12-10 | 1969-07-03 | Messerschmitt Boelkow Blohm | Schubvektorsteuerung fuer einen raketengetriebenen Flugkoerper mit mindestens einem Strahlablenker |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT87046B (de) * | 1920-08-23 | 1922-01-25 | Karl Szilvassy | Selbststeuernder Lufttorpedo. |
| DE694533C (de) * | 1930-03-04 | 1940-08-03 | Siemens App | Einrichtung zur Steuerung von Raketen, insbesondere Raketengeschossen |
| DE734601C (de) * | 1938-11-04 | 1943-04-19 | Gustav Reuter | Vortriebsvorrichtung zur zusaetzlichen und regelbaren Beschleunigung eines im Flug befindlichen Geschosses |
-
1951
- 1951-08-02 FR FR1040316D patent/FR1040316A/fr not_active Expired
-
1952
- 1952-07-25 DE DEZ2834A patent/DE965185C/de not_active Expired
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT87046B (de) * | 1920-08-23 | 1922-01-25 | Karl Szilvassy | Selbststeuernder Lufttorpedo. |
| DE694533C (de) * | 1930-03-04 | 1940-08-03 | Siemens App | Einrichtung zur Steuerung von Raketen, insbesondere Raketengeschossen |
| DE734601C (de) * | 1938-11-04 | 1943-04-19 | Gustav Reuter | Vortriebsvorrichtung zur zusaetzlichen und regelbaren Beschleunigung eines im Flug befindlichen Geschosses |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1272174B (de) * | 1964-03-21 | 1968-07-04 | Junkers Flugzeug Und Motoernwe | Bremssteuerung fuer Flugkoerper |
| DE19700272A1 (de) * | 1997-01-07 | 1998-07-16 | Still & Saxby Sarl | Flurförderzeug, insbesondere deichselgeführtes Flurförderzeug |
| DE19700272B4 (de) * | 1997-01-07 | 2007-12-13 | Still S.A.R.L. | Flurförderzeug, insbesondere deichselgeführtes Flurförderzeug |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR1040316A (fr) | 1953-10-14 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2714688C2 (de) | Vorrichtung zur Korrektur der Flugbahn eines Projektils | |
| DE69606950T2 (de) | Aerodynamisch stabilisiertes projektilsystem zur anwendung gegen unterwasserobjekte | |
| DE3042063C2 (de) | Munitionssystem mit einem Geschoß | |
| DE2804270C2 (de) | Vorrichtung zur Bodensogreduzierung an einem Artilleriegeschoß | |
| DE2845414C2 (de) | Beim Überfliegen des Ziels wirksam werdendes Geschoß | |
| DE69129815T2 (de) | Penetratormunition für Ziele mit hohem mechanischem Widerstand | |
| DE1954540A1 (de) | Spin- und rippenstabilisierte Rakete | |
| DE3715085C2 (de) | Lenkwaffengeschoß | |
| DE69422805T2 (de) | Flugbahnumlenkungsvorrichtung und verfahren für einen gefechtskopf | |
| DE3228461C2 (de) | Endphasengelenkter Abwurfkörper | |
| DE965185C (de) | Aerodynamisch stabilisierter, unsteuerbarer Flugkoerper | |
| DE3142742C2 (de) | ||
| DE3335997A1 (de) | Uebungsgeschoss | |
| DE1043152B (de) | Drallgeschoss, vorzugsweise Hohlladungs-Geschoss | |
| EP0249678B2 (de) | Wirkkörper zum Bekämpfen, insbesondere aktiv gepanzerter Ziele | |
| DE2055707C1 (de) | Abschußvorrichtung für einen raketengetriebenen Flugkörper | |
| EP3667226A1 (de) | Steuereinrichtung eines geschosses mit aktivierbarem bremselement | |
| DE3529897C2 (de) | ||
| DE2222785A1 (de) | Infanteriegeschoss zur bekaempfung von erdzielen | |
| DE2757664A1 (de) | Vorrichtung zur veraenderung der flugbahn eines geschosses | |
| DE3233045A1 (de) | Uebungsgeschoss | |
| DE2856286A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum stabilisieren und vermindern der pendelung eines mit ueberschallgeschwindigkeit fliegenden, laenglichen flugkoerpers | |
| DE1944152C3 (de) | Munition, bestehend aus einem Abschußrohr und einem darin befindlichen Flugkörper | |
| DE1578077C2 (de) | Gefechtskopf fuer ein Panzerabwehrgeschoss | |
| DE2454584A1 (de) | Rohrfoermiges geschoss |