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Einrichtung zur Herstellung von Milcheiswürfeln Es ist bereits bekannt,
die Milch dadurch keimfrei zu machen und keimfrei zu halten, daß man sie vom Augenblick
des Melkens bis zu ihrer Verwendung durch den Verbraucher kühlt. Vor allen Dingen
ist es schon mehrfach versucht worden, diese Kühlung der Milch mit Hilfe von Milcheis,
d. h. gefrorener Milch, durchzuführen.
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Bisher scheiterten alle diese Versuche daran, daß sich die Zusammensetzung
der Milch beim Gefrieren änderte oder ein vollständiges und homogenes Durchfrieren
der Milch nicht erreichbar war. Bei der Herstellung von gefrorener Milch kommt es
nämlich, wie es sich gezeigt hat, vor allem auf die Geschwindigkeit des- Gefriervorganges
an, so daß weder ein Entmischen der Milch noch ein unvollständiges Gefrieren in
der zur Verfügung stehenden Zeit möglich ist.
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Die hier auftretenden Probleme sind sehr eingehend in dem Buch von
M. VV. Tuchschneid, »Die Kältebehandlung schnellverderblicher Lebensmittel«, 2.
Auflage, 1951, S.396 bis 397 aufgezeigt. Insbesondere sind auch dort verschiedene
Vorschläge gemacht, die es gestatten sollen, gefrorene . Milch im Schnellverfahren
herzustellen, beispielsweise in Gestalt von dünnen Platten, Scherben oder Schnee.
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Aus der genannten Abhandlung ist weiter zu entnehmen, daß je nach
der Behandlungsweise der
Milch der Geschmack der gefrorenen Milch
nach dem Auftauen sehr zu wünschen übrig ließ, so daß man immer wieder davon abkam,
überhaupt gefrorene Milch herzustellen oder zu verwenden. Es hat sich gezeigt, daß
diese Geschmacksveränderung daher rührt, daß bei der bisher hergestellten. gefrorenen
Milch mit Rücksicht auf das Schnellgefrieren die der Luft ausgesetzte Oberfläche
der gefrorenen Milch im Verhältnis zu dem Volumen derselben und damit die Angriffsfläche
für den Luftsauerstoff und ähnliche geschmacksverändernde Faktoren sehr groß fst.
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Es hat sich also als notwendig erwiesen, die relative Oberfläche der
Milch möglichst klein zu halten, insbesondere der gefrorenen Milch die Gestalt von
Würfeln, Bienenwaben oder ähnlichen Körpern mit Minimalflächen zu geben.
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Gegen die Herstellung von Würfeln oder ähnlichen Körpern aus gefrorener
Milch bestand aber bisher das Vorurteil, daß das Gefrieren nicht mit genügender
Schnelligkeit vorgenommen werden kann, so daß es nicht ohne weiteres selbstverständlich
war, für diesen Zweck Gefrierschalen zu benutzen, wie sie bekanntlich zum Herstellen
von Wassereiswürfeln in modernen Kühlschränken vorhanden sind. Ganz abgesehen davon,
genügen diese bekannten Gefrierschalen in keiner Weise den hygienischen Anforderungen,
die auf Grund der Vorschriften über die Behandlung von Nahrungsmitteln an derartige
Einrichtungsgegenstände gestellt werden müssen.
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So muß z. B. dafür Sorge getragen werden, daß das Füllen und Entleeren
der Schalen ohne Berühren mit den Händen möglich ist und daß ferner die Schalen
so nahe an die Plattenverdampfer od. dgl. herangebracht werden können, damit die
Luftschicht zwischen der Milch und der Verdampfern allseitig möglichst dünn wird.
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Ferner muß das Füllen der Gefrierschalen in einer Weise erfolgen,
daß stets die gleiche Menge Milch in die Schalen eingefüllt wird und ein Bewegen
der Schalen nach dem Füllen bis zum vollständigen Durchfrieren vermieden wird.
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Weiterhin genügt es in keiner Weise den Forderungen der Hygiene und
den Vorschriften über die Behandlung von Nahrungsmitteln, wenn die Entnahme der
gefrorenen Milchwürfel durch Losbrechen von der Hand oder durch Erwärmen der Gefrierschale
mit Wasser erfolgt. Schließlich sind Ecken und Kanten in den Gefrierschalen nach
Möglichkeit zu vermeiden, damit die gefrorene Milch jeweils restlos entfernt werden
kann, d. h. keine Milchreste od. dgl. in der Schale zurückbleiben.
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Alle diese Forderungen werden gemäß der Erfindung unter Verwendung
von teilweise an sich bekannten Maßnahmen und Hilfsmitteln dadurch erzielt, daß
die Gefrierschalen folgende Einzelmerkmale der Gestaltung und Anordnung in Kombination
aufweisen: a) Die Kantenlänge der Einzelzellen ist derart bemessen, daß ein Entmischen
der Milch während des Gefriervorganges vermieden ist. Die Kantenlänge liegt vorzugsweise
unterhalb von 3 cm.
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b) Die Gefrierschalen sind in an sich bekannter Weise auf Gefrierplatten
über- und nebeneinander angeordnet und sind c) mit Überlaufrinnen od. dgl. versehen,
so daß sich die Schalen nacheinander durch Überlaufen von der einen zur folgenden
füllen lassen.
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Zweckmäßig ist die Anordnung der Schalen dabei so getroffen, daß nach
der Füllung der letzten Schale die überschüssige Milch aus dem Gefrierraum in einen
Vorratsbehälter abfließen kann und hiernach der Milchzufluß von Hand oder automatisch
abstellbar ist.
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Die Gefrierschalen werden mit ihren Zwischenwänden, vorzugsweise Aluminium,
Kunststoff od. dgl. durch Pressen oder Gießen in einem Stück hergestellt, wobei
es sich als zweckmäßig herausgestellt hat, die Zwischenwände nicht so hoch zu machen
wie die Gefrierschalenwand, so daß die entstehenden Eiswürfel durch eine dünne,
zusammenhängende Eisschicht miteinander verbunden sind. Werden nämlich dann die
zusammenhängenden Würfel in die Milch geworfen, schmilzt die verbindende Schicht
schnell oder sie bricht bereits beim Hineinwerfen der Würfel in die Milch, so daß
sich die Würfel über den ganzen Milchvorrat verteilen können.
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Um das Abtauen der Würfel bei der Entnahme aus den Schalen zu beschleunigen,
können die Gefrierplatten oder die Wände der Gefrierschalen in üblicher Weise selbst
heizbar ausgebildet sein, wobei die Heizung entweder elektrisch oder durch heiße
Druckgase des Kältemittels .erfolgen kann.
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Ganz besonders zweckmäßig ist es, wenn in dem Gefrierraum mehrere
Gefrierplatten, beispielsweise in Gestalt von plattenförmigen Solebehältern oder
Plattenverdampfern übereinander angeordnet sind, wobei die Gefrierplatten mit Vertiefungen
zur Aufnahme der Gefrierschalen versehen sind, so daß die Gefrierschalen allseitig
mit den Gefrierplatten in Berührung stehen.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel nach der Erfindung dargestellt.
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Die Fig. i bis 3 zeigen eine Gefrierschale im Grund-und Aufriß, sowie
im Schnitt nach der Linie A-B des Grundrisses.
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Die Fig.4 stellt in vereinfachter schematischer Skizze ein Kühlmöbel
mit mehreren Gefrierplatten und Gefrierschalen dar.
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Die Gefrierschale i ist durch Längs- und Querstege 2 in einzelne Zellen
würfelförmiger Gestalt eingeteilt. Die Seitenwände sind höher als die konisch gestalteten
Stege 2. In der einen Außenwand, Längs-oder Querwand ist eine Überlaufrinne 3 vorgesehen,
deren Innensohle höher liegt als die freie Kante der Stege 2. Auf diese Weise bildet
sich beim Gefrieren eine für alle Würfel gemeinsame dünne Eisschicht. Die Gefrierschale
mit ihren Wänden und Zwischenwänden und der Überlaufrinne sind beispielsweise aus
Kunststoff in einem Stück gepreßt oder in Aluminium gegossen. Die Stege und Wände
der Gefrierschalen können mit einer Heizung versehen sein, um das Abtauen der Würfel
zu beschleunigen.
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Wie aus Fig. 4 ersichtlich, ist eine Mehrzahl von derartigen Gefrierschalen
i in einem Kühlmöbel 7 auf Gefrierplatten 4 derart über- und nebeneinander angeordnet,
daß beim Füllen der obersten Schale die Milch nacheinander über die Überlaufrinnen
3 in die nächstfolgenden Schalen gelangt. Ein etwaiger Überschuß
strömt
alsdann aus der letzten Schale über einen Auslauf ii ins Freie.
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. Die Gefrierschalen i sitzen in Vertiefungen der Gefrierplatten .¢,
in deren Innern Verdampferrohre 5 und Heizwicklungen 6 vorgesehen sind. Die Darstellungsweise
dieser Gefrierplatten, die auch als Sole taschen ausgebildet sein können, in der
Zeichnung ist rein schematisch zu werten.
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Zum -Einfüllen der Milch ist in der Deckfläche des Kühlmöbels, das
v.on der Seite her durch eine Tür zugänglich ist, ein Trichter 8 vorgesehen, der
als Meßtri chter ausgebildet sein kann, so daß er annähernd die zum Füllen aller
im Gefrierraum befindlichen Gefrierschalen notwendige Milchmenge faßt. Ein Sieb
9 mit einer Blende io begrenzt alsdann die Menge der in die Gefrierschalen ablaufenden
Milch.
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Die Gefrierplatten können beweglich ausgebildet sein, um die Unterfläche
der jeweils höherhegenden Gefrierplatten möglichst nahe an den Spiegel der in der
darunterliegenden Gefrierschale befindlichen Milch heranzubringen.