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Verfahren zur Herstellung von rechteckigen Versandkartons und nach
diesem Verfahren hergestellter Versandkarton
Das erfindungsgemäße Verfahren betrifft
die Herstellung von rechteckigen Versandkartons aus flachen Zuschnitten, die mit
Biege-, Rlill-oder Ritzlinien zwischen den einzelnen Schachtelwandungen versehen
sind und Heffiappen zum Zusammenheften besitzen.
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Ziel des Verfahrens ist es, einen. stabilen Versandkarton zu schaffen,
dessen Zuschnitte so gestaltet sind, daß nur ein Minimum an Abfall beim Aufbau des
Kartons entsteht und daß er auß erdem ohne Zuhilfenahme von irgendwelchen Heftmaschinen
verschlossen werden kann.
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Erreicht wird dieses Ziel erfindungsgemäß in der Weise, daß zum Aufbau
des Kartons drei Zuschnitte verwendet werden, von denen der eine den Schachtelboden
mit den beiden an, grenzenden Seitenflächen und den daran befindlichen schmalen
Heftlappen bildet, wihrend jeder der beiden aind ren Zuschnitte je eine mit diesem
Heflappen zu verbindende Seitenwandung des Kartons bildet, wobei an diesen beiden
Seitenwandungen Verschluß lappen Angelenkt sind, von denen der eine mindestens eine
einsteckzunge und der andere eine mit der betreffenden Einsteckzunge zusammenarbeitende
Ausnehmung aufweist, derart, daß diese beiden Verschluß lappen bei eingesteckter
Zunge den Kartondeckel bilden und diesen verschließen. Das erfindungsgemäße Verfahren
kann
in der Weise weiter ausgestaltet sein, daß der aus dem Schachtelboden
und den beiden daran angrenzenden Seitenwandungen gebildete dreiteilige Zuschnitt
mit Jeweles an den Seitenwandungen anliegenden Decklappen versehen ist, die beim
Aufbau der Schachtel unter den Schachteideckel zu liegen kommen. Dadurch wird erreicht,
daß der Karton allseitig gut verschlossen ist und die Deckelfläche verstärkt wird.
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Zum Schutz gegen unbefugtes Öffnen kann der Einsteckverschluß noch
mit einer Silegelmarke überklebt werden, so daß nach dem Einfüllen des Versantdgutes
unbefugtes Öffnen verhindert wird.
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Ein nach dem Verfahren hergestellter Versandkarton zeichet sich in
besonderer Ausführungsform dadurch aus, daß die Ausnehmung für die Einsteckzunge
in einem parallel zur Biegekante des Zuschnittes verlaufenden Schlitz besteht und
die Einsteckzunge drei geradlinige Begrenzungslinien aufweist, von denen die mittlere
parallel zur quer laufenden Randkante des Zuschnittes, die zweite in beinahe 900
betragender Neigung zu dieser und die dritte Kante im spitzen Winkel zur quer laufenden
Randkante verläuft, wobei die Anordnung so getroffen ist, daß in aufeinandergelegter
Stellung der Verschlußlappen der Schlitz für die Einsteckzunge in der Höhe der Randkante
des darüberliegenden Verschluß lappens zu liegen kommt und so bemessen ist, daß
ihn die durch die schräge Begrenzungslinie gebildete Spitze der Einsteckzunge seitlich
überragt.
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Ein so gebildeter Karton ist stabil in seiner Form. Er wird zunächst
leer auf Lager gehalten, ist rasch zu öffnen und mit der Ware zu füllen und kann
anschließend ohne Zuhilfenahme von Heftmaschinen rasch und sicher für den Versand
verschlossen werden. Die eingebrachte Ware kann stückweise herausgenommen und der
Deckel mit Hilfe des Einsteckverschlusses rasch und leicht wieder verschlossen werden.
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Der Einsteckverschluß kann auch abweichend von der in der Zeichnung
dargestellten Ausführung gehalten sein. Die dargestellte Ausführung ist jedoch besonders
stabil und zuverlässig und läßt sich auch mit einfachen Stanzwerkzeugen herstellen.
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Es ist vorteilhaft, den Einsteckverschluß im wesentlichen in der
Mitte des Deckels anzuordnen.
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Die beiden oberen Verschlußlappen sind dann nach beiden Seiten leicht
nachgiebig, so daß das Einführen der Einsteckzunge in den Einsiecksclilitz bzw.
das Wiederherausbringen der Einsteckzunge aus dem Einsteckschlitz sich leicht vornehmen
läßt, ohne daß dabei die Einsteckzunge beschädigt wird. Während des Einsteckens
bzw. Öffnens müssen die Verschluß lappen etwas aus ihrer normalen Lage herausgebogen
werden. Ist das Einstecken bzw. Öffnen beendet, so fallen die Verschluß lappen wieder
von selbst infolge der dem Material innewohnenden Elastizität, die durch die Mittellage
des Verschlusses begünstigt wird, in ihre Normallage zurück.
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Um das Öffnen zu erleichtern, ist es erforderlich, ein Kennzeichen
an den Verschlußlappen anzubringen, damit der Öffnende erkennt, in welcher Richtung
er die Verschlußlappen gegeneinander zu verdrehen hat. Ein solches einfaches Kennzeichen
besteht darin, daß die quer laufende Randkante des Verschlußlappens, auf die die
nahezu senkrechte Begrenzungslinie der Einsteckzunge auftrifft, mit der mit der
Seitenkante zusammenfallen. den Rand kante einen spitzen, jedoch nahezu senkrechten
Winkel bildet.
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Es ist auch möglich, statt eines Einsteckversehlusses, bestehend
ausAusnehmung und Einsteckzunge, mehrere solcher Einsteckverschlüsse zu verwenden,
die dann im Bereich der Längskanten des Kartons angebracht sind.
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Das erfindungsgemäße Verfahren und elin nach diesem Verfahren hergestellter
Karton ist in den Zeichnungen in einem Ausführungsbeispiel darge stellt.
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Fig. I zeigt einen flach ausgebreiteten Zuschnitt, aus dem der Boden
und die beiden angrenzenden Seitenwandungen des Kartons gebildet werden'; Fig. 2
zeigt einen weiteren Zuschnitt für die eine senkrechte Seitenwandung mit dem mit
Einsteckschlitz ausgerüsteten Verschluß lappen; Fig. 3 zeigt den Zuschnitt für die
andere senkrechte Seitenwandung mit der Einsteckzunge; Fig. 4 zeigt einen fertiggestellten
Versandkarton mlit geöffnetem Deckel; Fig. 5 zeigt den Versandkarton geschlossen.
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In Fig. I ist der flach ausgebreitete Zuschnitt I dargestellt, aus
dem der Schachtelboden 2 und die daran angrenzenden Seitenwandungen 3 und 4 gebildet
werden. An die Seitenwandungen 3 und 4 schließen sich die beim Schachtelaufbau sich
ergebenden Decklappen 5 und 6 an Der Zuschnitt wird in bekannter Weise mit Biege-,
Rill- oder Ritzlinien 7 versehen und erhält an seinen Außenkanten die erforderlichen
Ausstanzungen, durch die die an seinen beiden Längskanten liegenden Heftlappen S
und 9 gebildet werden.
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Mit 10 ist der Zuschnitt bezeichnet, der die eine senkrechte Seitenwandung
11 und den daran. auge lenkten Verschlußlappen I2 enthält. I3 ist das Ber zugszeichen
für eine zwischen beiden liegende Biegelinie und 14 das für einen Einsteckschlitz
(Fig. 2). Der Zuschnitt 15, der die andere senkrechte Seitenwandung I6 und den daran
angelenkten Verschlußlappen I7 enthält, weist eine zwischen beiden liegende Biegelinie
I8 und die Einsteckzunge 19 auf.
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Ein so zusammengestellter geöffneter Versandkarton ist in Fig. 4
dargestellt. Durch Drahtheftungen20 sind die Heftlappen8 mit der Seitenwandung i6
verbunden, in gleicher Weise die Heftlappen g mit der Seitenwandung 11.
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Die Einsteckzunge 19 weist drei geradlinige Begrenzungslinien auf.
Von diesen verläuft die eine Kante 21 parallel zur quer laufenden Randkante 25.
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Die zweite Kante 22 ast in geringer, beinahe go0 betragender Neigung
zu dieser Kante 25 geführt, und die dritte Kante 23 verläuft im spitzen. Winkel
zur Kante 25. Durch die zusammenlaufenden Kanten 2 I, 23 erhält die Einsteckzunge
19 eine Spitze 26,
die das Schließen des Kartons wesentlich erleichtelrt.
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Dia quer laufende Randkante 24 des Verschluß lappens 17, auf die
die nahezu senkrechte Begrenzungslinie 22 der Einsteckzunge 19 auftrifft, bildet
mit der seitlichen Randkante 27 des Verschlußlappens I7 einen spitzen, jedoch nahezu
senkrechten Winkel.
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Der Schlitz 14 ist so bemes. sen,, daß er, wiel insbesondere aus
Fig. 5 ersichtlich ist, bei eingesteckter Zunge 19 von der Begrenzungskante 23 hintergriffen
und so ein. selbsttätiges Öffnen des Kartons vermieden wird. Unbefugtes Öffnen des
Kartons kann durch Aufkleben eines Verschlußetiketts oder einer Siegelmarke verhindert
werden.
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Der Einsteckverschluß kann auch in anderer Weise ausgebildet sein
als in der Zeichnung dargestellt. Es können auch mehrere solcher Einsteckverschlüsse
an den beiden Verschluß lappen 14 und 17 vorhanden sein. In diesem Falle liegen
sie nicht in der Mitte zwischen den Randkanten 24, 25, sondern jeweils an deren
Außenseiten.
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Zusammenfassend ist zu sagen, daß durch die Erfindung ein stabiler
Versandkarton geschaffen ist, dessen Zuschnitte so gestaltet sind, daß nur ein Minimum
an Abfall beim Aufbau des Kartons entsteht, und daß dieser außerdem ohne Zuhilfenahme
von irgendwelchen Heftmaschinen und ohne Verschnürung mit Draht, Bindfaden od. dgl.
verschlossen werden kann. Hieraus ergibt sich die volkswirtschaftliche Bedeutung
des neuen Veffahrens bzw. des nach diesem Verfahren hergestellten Versandkartons.