DE951235C - Verfahren zum Herstellen stabiler, waessriger Dispersionen von Mischpolymerisaten, insbesondere von Vinylverbindungen - Google Patents
Verfahren zum Herstellen stabiler, waessriger Dispersionen von Mischpolymerisaten, insbesondere von VinylverbindungenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen stabiler, wäßriger Dispersionen
von Mischpolymerisaten, insbesondere von Vinylverbindungen, die sich ohne jede weitere Nachbehandlung
als Überzugs- oder Anstrichmittel verwenden lassen.
Es ist an sich bekannt, wäßrige Dispersionen der Carbonsäurevinylester durch Polymerisation
der monomeren Vinylester bei in einem wäßrigen Mittel dispergiertem Zustand herzustellen, wobei
dem wäßrigen Mittel ein Emulgator, ein Emulsionsstabilisator und ein Katalysator zugesetzt ist. Dem
Mittel kann auch noch ein Puffermittel zugesetzt sein, um den pH-Wert des Mittels einregeln zu
können.
Die sich mit der fortschreitenden Polymerisation entwickelnde Wärme wird durch Kühlung des
Reaktionsgefäßes abgeführt, damit die Polymerisation gesteuert werden kann. Hierzu wird die
Polymerisation in einem mit einem Mantel ver- ao sehenen Kessel durchgeführt, der mit einem Rührwerk
ausgerüstet ist und durch dessen Mantel die Kühlflüssigkeit geführt wird. Die Menge der auf
diese Weise unter wirtschaftlichen Bedingungen herstellbaren polymeren Dispersion ist beschränkt
durch das Maß, mit welchem die sich entwickelnde Wärme abgeführt werden kann, welche wiederum
von einer Reihe von Faktoren abhängt, beispielsweise der Ausbildung des Rührwerkes, der Temperatur
und der Förderung des Kühlmittels, doch ist in allen Fällen die Größe des Reaktionsgefäßes
ausschlaggebend. Das Verhältnis zwischen der Oberfläche eines Behälters von gegebener Form zu
dem Fassungsvermögen nimmt mit zunehmender
Größe des Behälters ab, so daß eine gleichmäßige Wärmeableitung von der den Behälter füllenden
Flüssigkeit immer schwieriger wird, wodurch der Größenbemessung der Behälter und damit der
Menge des auf einmal polymerisierbaren Vinylesters praktisch Grenzen gesetzt sind.
Es ist ferner bekannt, daß mit dem Fortgang der Polymerisation des Carbonsäurevinylesters die
Viskosität der Dispersion in den Zwischenstufen ίο des Verfahrens größer wird. Bei den üblichen
Konzentrationen des Esters, die etwa 25 Gewichtsprozent der Dispersion betragen, beeinträchtigt
aber diese höhere Zähigkeit in erheblichem Maß die Wirksamkeit des Rührwerkes und verringert
die Menge an abgeführter Wärme.
Die auf diese Weise erhaltenen Dispersionen der Polyvinylester werden beispielsweise zur Herstellung
wäßriger Überzugsverbindungen benutzt, die nach dem Eindispergieren von Weichmachern und
ao Füllstoffen durch Aufsprühen oder Aufbürsten aufgetragen werden. Dabei werden auch geringe
Mengen eines Lösungsmittels zugesetzt, damit das Produkt bei üblicher Temperatur zu einem dichten
und wasserwiderstandsfähigen Film auftrocknet.
Die hierbei benötigte Menge an Lösungsmitteln und/oder Weichmachern hängt von dem Molekulargewicht
des Produktes ab, das sich wiederum nach den Polymerisationsbedingungen richtet, doch
führen im allgemeinen die aus wirtschaftlichen Gründen eingehaltenen Polymerisationsbedingungen
zu Erzeugnissen mit einem verhältnismäßig hohen Molekulargewicht, und es werden dann
unerwünscht große Mengen an Lösungsmitteln und/oder Weichmachern benötigt, da die Dispersionen
zu trocken sind, um gegen Wasser widerstandsfähige und dichte Filmüberzüge zu erhalten.
Je größer aber der Anteil an Weichmachern ist, desto weicher und weniger abriebfest ist der Filmüberzug.
Auch tritt durch die Verwendung von Lösungsmitteln eine Verteuerung ein, und deren
Anwendung ist oft wegen der damit verbundenen Feuergefährlichkeit und ihrer gesundheitsschädigenden
Wirkungen unerwünscht.
Es ist ferner bekannt, Kopolymere von Vinylverbindungen
aus Vinylestern von Carbonsäuren und Perchloräthylen herzustellen, wobei die Mischpolymerisation
im wäßrigen Medium erfolgt. Die nach diesem Verfahren erhaltenen Produkte sind jedoch weiche, harzartige oder viskose Massen, die
sich nicht als Überzüge verwenden lassen oder für diesen Anwen dungs ζ weck noch einer Hydrolyse
unterzogen werden müssen.
Es wurde gefunden, daß stabile, wäßrige Dispersionen von Mischpolymerisaten, insbesondere von
Vinylverbindungen, die sich ohne Nachbehandlung als Überzugs- oder Anstrichmittel verwenden
lassen, dann erhalten werden, wenn eine Dispersion eines Carbonsäurevinylesters und eines symmetrischen
Dichloräthylens in einem wäßrigen Mittel, das eine Perverbindung und einen Emulsionsstabilisator aus einem Schutzkolloid enthält, bei
Polymerisationstemperatur der Reaktionsmittel zusammengerührt werden. Zweckmäßig wird dabei
eine Dispersion des Vinylacetats und als Dichloräthylen das Transdichloräthylen verwendet, wobei
das Verhältnis der beiden Mittel etwa 30 bis i°/o,
vorteilhaft 5 bis 1 Gewichtsprozent, beträgt. Die Einleitung der Dispersion in das wäßrige Polymerisationsmittel
ist dabei zweckmäßig so gesteuert, daß eine volle Polymerisation der Monomeren ohne
Rückfluß erreicht wird.
Durch dieses neue Verfahren werden Vinylkopolymere erhalten, die ein geringeres Molekulargewicht
haben als die Polycarbonsäurevinylester, die unter den gleichen Polymerisationsbedingungen
ohne die Verwendung eines symmetrischen Dichloräthylens sich bilden.
Wegen des niedrigeren Molekulargewichtes lassen sich diese Vinylkopolymeren nach Absonderung
aus der Dispersion leicht und schnell mit Weichmachern und Füllstoffen durch Kneten oder
ähnliche Maßnahmen verarbeiten, und sie können bei niedrigeren Temperaturen zu Formkörpern
gepreßt werden als die Polycarbonsäurevinylester mit höherem Molekulargewicht.
Bei der Kopolymerisation nach dem neuen Verfahren ist die Zähigkeit der Dispersion während
der Zwischenstufen der Polymerisation geringer als bei einem Verfahren ohne die Verwendung des
symmetrischen Dichloräthylens, während die anderen Faktoren unverändert bleiben, so daß also das
Rührwerk wirksamer ist und eine größere Menge an Wärme abgeführt wird. Damit kann aber die
Menge des dispergieren Kopolymeren ohne weitere Temperatursteuerung durch Verwendung eines
größeren Reaktionsgefäßes oder eine größere Füllung desselben gesteigert werden.
Die unter gleichen Polymerisationsbedingungen nach dem neuen Verfahren erhaltenen Dispersionen
unterscheiden sich von den nach den bekannten Verfahren erhaltenen Dispersionen auch hinsichtlich
gewisser physikalischer Eigenschaften, insbesondere hinsichtlich der Lagerungshaltbarkeit,
geringen Viskosität und kleinerer Teilchengröße, wodurch sie sich besonders für wasserfeste Anstriche
oder Überzüge gut eignen. Es lassen sich stabile, wäßrige Dispersionen mit sehr geringer
Teilchengröße der Kopolymeren herstellen, die überwiegend unter 1 Mikron liegt, bei einer mittleren
Größe von 0,2 bis 0,8 Mikron.
Durch Eindispergieren von Weichmachern, Farb- und Füllstoffen in die kopolymere Dispersion
lassen sich Mischungen herstellen, die durch Aufpinseln usw. auf Flächen aufgetragen werden
können und nach dem Auftrocknen unter gewöhnliehen Temperaturen Überzüge bilden, die beständig
gegen Wasser sind, eine gute Abriebfestigkeit haben und größere mechanische Festigkeit aufweisen.
Wegen des niedrigeren Molekulargewichtes kommt man gegenüber den bekannten Verfahren mit geringeren
Mengen an Weichmachern aus.
Als Carbonsäurevinylester wird zweckmäßig Vinylacetat verwendet, wie auch andere Ester, vor
allem andere niedrige aliphatische Säureester, die bis zu vier Kohlenstoffatome in dem Säurerest
enthalten, geeignet sind. Für die Herstellung
wäßriger Überzugsmisc'hungen werden besonders brauchbare Erzeugnisse erhalten, wenn der Anteil
des symmetrischen Dichloräthylens etwa ι bis 5 Gewichtsprozent des Vinylacetats beträgt. Dabei
werden das gesamte Dichloräthylen und der Carbonsäurevinylester in die !copolymere Form übergeführt,
und es ergibt sich ein Kopolymere», das aus Carbonsäurevinylestereinheiten und Dichloräthyleneinheiten
in dem Verhältnis aufgebaut ist,
to in welchem die Monomeren dem Polymerisationsmittel zugesetzt wurden.
Die Polymerisation kann durch Umrühren der Monomeren in einem wäßrigen Mittel bewirkt
werden, das auf Reaktionstemperatur gehalten ist und einen Emulgator, einen Katalysator und einen
Emulsionsstabilisator enthält. Als Emulgator kann beispielsweise ein in Wasser löslicher, sulfoniert«·,
langkettiger, aliphatischer Alkohol oder eine Säure, ein Ester oder ein Salz hiervon verwendet werden
bzw. eine Seife, d. li. ein Ammonium- oder Alkalisalz
einer langkettigen, aliphatischen Carbonsäure. Als Katalysator wird zweckmäßig ein Ammoniumoder
Alkalimetallpersulfat, -perborat oder -percarbonat verwendet, wie auch Wasserstoffperoxyd
oder ein organisches Hydroperoxyd, etwa Cumolhydroperoxyd oder tertiäres Butylhydroperoxyd
benutzt werden kann.
Auch kann ein Pufferungsmittel zugegeben werden, das den pH-Wert des wäßrigen Mittels auf
einer bestimmten Höhe hält, die an sich von dem jeweils benutzten Polymerisationskatalysator abhängt.
Als Emulsionsstabilisator wird zweckmäßig ein Schutzkolloid, etwa Traganthgummi, Gummiarabikum,
Gelatine, Leim, Methylcellulose, Polyvinylalkohol oder ein teilweise hydrolysierter Polycarbonsäurevinylester,
verwendet, wobei auch mehrere dieser Stabilisatoren benutzt werden können. Wenn der Stabilisator, wie etwa Gummiarabikum,
gleichzeitig ein Schutzkolloid ist, kann er auch als Emulgierungstnittel dienen, so daß die Anwendung
eines besonderen Emulgierungsmittels entfällt, doch kann nach der Erfindung neben dem als Emulsionsstabilisator wirkenden Schutzkolloid noch ein be-
sonderer Emulgator verwendet werden.
Der Anteil des Emulgierungsmittels und des Emulsionsstabilisators beträgt etwa 1 bis 5 Gewichtsteile
des wäßrigen Mittels, während der Katalysator im Verhältnis von 0,3 bis 2,0 Gewichtsteilen,
berechnet auf 100 Gewichtsteile des wäßrigen Mittels, zugesetzt wird. Zweckmäßig bilden der
Carbonsäurevinylester und das Dichloiräthylen etwa 30 bis 150 Gewichtsprozent des wäßrigen
Mittels.
Für die Durchführung des neuen Verfahrens eignet sich besonders ein mit einem Kühlmantel
versehener Behälter, der außerdem mit einer Heizeinrichtung, einem Rührwerk und einem Rückflußkondensator
ausgerüstet ist. Der Emulsionsstabilisator und das Emulgierungsmittel werden in Wasser
in dem Behälter gelöst, worauf der Katalysator und irgendein Puffermittel zugegeben werden. Es
werden dann der Polycarbonsäurevinylester und das Dichloräthylen unter Umrühren beigegeben.
Das Wasser kann dabei zur Erleichterung der Auflösung des Emulgierungsmittels und des Stabilisators
erwärmt sein, doch wird es dann gekühlt, bevor der Katalysator, das etwa benutzte Pufferungsmittel,
der Ester und das gechlorte Alken zugegeben werden.
Das Gemisch aus dem wäßrigen Mittel, dem Ester und dem Dichloräthylen wird zur Dispergierung
des Esters und des Dichloräthylens umgerührt und dann zur Einleitung der Polymerisation
erwärmt und nach Erreichen der gewünschten Polymerisationstemperatur gegebenenfalls zu deren
Einhaltung gekühlt. Die Bildung des Kopolymeren kann dabei so gesteuert werden, daß die Polymerisation
zum größten Teil bei einer Temperatur von 60 bis yo° C unter Rückflußbedingungen abläuft,
worauf dann die Temperatur zum Ende der Polymerisation langsam auf etwa 850C gesteigert wird,
bis der Rückfluß aufhört. Während der Polymerisation wird der Inhalt des Behandlungsgefäßes in
stetiger Bewegung gehalten, damit der Ester in Dispersion bleibt.
Aus der erhaltenen wäßrigen Dispersion kann das Kopolymere mit Koagulierungsmitteln, etwa
Metallsalzen oder Säuren, niedergeschlagen werden, wie auch die Dispersion als solche, etwa zur Herstellung
von Imprägnierungsmitteln oder" von Überzügen, weiterverarbeitet werden kann.
Anstatt alle monomeren Bestandteile vor Beginn der Polymerisation zuzugeben, fügt man sie vorzugsweise
langsam dem wäßrigen Polymerisationsmittel zu, während dieses auf Polymerisationstemperatur gehalten wird. So kann beispielsweise
zunächst nur eine kleine Menge, etwa 10% der Monomeren zugegeben werden, die dann polymerisiert
wird. Den Rest setzt man dann langsam zu, wobei die Polymerisationsbedingungen aufrechterhalten
werden und die Menge so bemessen wird, daß sich bei der gewählten Temperatur keine
unveränderten Monomeren in dem Behandlungsgefäß ansammeln. Zweckmäßig wird die Zugabemenge
der Monomeren so bemessen, daß bei einer Polymerisationstemperatur von 75 bis 8o° C keine
Rückflußbedingungen eintreten. Bei der Emulsionspolymerisation von Carbonsäurevinylestern gibt es
eine Anfangsstufe, während welcher das Maß der Polymerisation unter gegebenen Bedingungen zu
einem stetigen Wert ansteigt; die Polymerisation einer geringen Menge der Monomeren entspricht
dieser Anfangsstufe, und damit ergibt sich die Möglichkeit, die weiteren Mengen der Monomeren
schneller zuzusetzen.
Wenn die Polymerisation unter langsamer Zugabe der Monomeren, wie oben angegeben, durchgeführt
wird, entsteht eine Dispersion, deren Teilchen wesentlich kleiner sind als bei Zugabe der Gesamtmenge
an Monomeren auf einmal; dabei ist im allgemeinen die Verbesserung in der Zähigkeit der
Dispersion, die von der Anwesenheit des Dichloräthylens herrührt, nicht so ausgeprägt.
Wäßrige Überzugsmischungen, etwa Anstrichmittel, lassen sich aus den Dispersionen durch
Eindispergieren eines Esterweichmachers für die Kopolymeren, etwa Dibutylphthalat oder Trikresylphosphat,
in das wäßrige Mittel herstellen, wobei noch feine, unlösliche Stoffe, die als Füllmittel
5 oder Farbstoffe dienen, wie Lithopon, Baryte, Oker, Eisenoxyde, Kreide oder Titandioxyd, zugesetzt
werden können:
Die Erfindung ist an Hand einiger Ausführungsbeispiele näher erläutert, in denen sich alle Mengen-ίο
und Prozentangaben jeweils auf das Gewicht beziehen.
Beispiel ι
5,4 Teile Polyvinylalkohol, o,6 Teile Traganthgummi und 6 Teile einer 3o%igen Lösung der
Natriumsalze sulfatierter Fettalkohole werden in 285 Teilen Wasser bei 6o° unter Umrühren gelöst,
wobei ein sowohl beheizbarer als auch kühlbarer Behälter verwendet wird. Der Behälter ist mit
ao einem Rückflußkondensator und einem Rührwerk
versehen.
Die heiße Lösung wird auf 300 heruntergekühlt, worauf ι Teil Ammoniump er sulfat und 2 Teile
Natriumcarbonat (als Pufferungsmittel) zugesetzt und aufgelöst werden. Es wird dann ein Gemisch
aus 24 Teilen trans-Dichloräthylen und 276 Teilen Vinylacetat zugegeben. Das Rührwerk wird dann
in Betrieb genommen und das Gemisch zur Einleitung der Polymerisation wieder erwärmt, worauf
die Polymerisation unter Aufrechterhaltung einer Temperatur von 65 bis 66° C unter Rückfluß abläuft.
Mit der Abnahme des Rückflusses steigert man die Temperatur langsam auf So0 C, um die
Rückflußbedingungen aufrechtzuerhalten. Die PoIymerisation ist dann nach 2 Stunden vollendet.
Es ergibt sich eine sehr bewegliche Dispersion von milchigweißem Aussehen mit einem Gehalt von
53,4% an festen Bestandteilen bei einem zwischen 4 und 5 liegenden pH-Wert. Der Durchmesser der
Mehrzahl der kopolymeren Teilchen liegt zwischen 0,2 und 0,5 Mikron. Auch bei Lagerung für mehrere
Wochen tritt kein Absetzen der Dispersion ein. Der Fikentscher-Wert des Kopolymeren beträgt
etwa K — 24.
An Stelle des Gemisches aus Vinylacetat und trans-Dichloräthylen wird auf die gleiche Weise
eine Dispersion aus 300 Teilen Vinylacetat hergestellt. Diese Dispersion hat ein milchig-weißes
Aussehen mit etwa 53,4% festen Bestandteilen bei einem zwischen 4 und 5 liegenden pH-Wert. Sie
ist weniger beweglich als die Dispersion aus Vinylacetat und trans-Dichloräthylen, und es tritt bereits
nach einer Lagerung von 3 Tagen teilweise eine Koagulation ein. Die Teilchengröße der Kopolymeren
schwankt zwischen 0,5 und 2,0 Mikron, und der Fikentscher-Wert K des Polymeren ist 66,8.
Die am Rührwerk aufzuwendende Kraft ist für den zweiten Versuch größer als bei dem ersten
Versuch.
τ-...,
10,8 Teile Polyvinylalkohol, 1,2 Teile Traganthgummi
und 12 Teile eines Weichmachers werden in 284 Teilen Wasser aufgelöst. Der Lösung dieser
Stoffe, die unter Umrühren bei 6o° in einem heiz- und kühlbaren sowie mit einem Rückflußkühler
versehenen Behälter hergestellt wurde, werden nach dem Abkühlen auf 400 1 Teil Ammoniumpersulfat
und 2 Teile Natriumbicarbonat (als Pufferungsmittel) zugegeben. Nach dem Auflösen des Katalysators
und des Pufferungsmittels werden unter Umrühren 30 Teile eines Gemisches aus 28,2 Teilen
Vinylacetat und 1,8 Teilen trans-Dichloräthylen zugegeben.
Das Gemisch wird dann zur Einleitung der Polymerisation erwärmt, und die Reaktion läuft
bei einer Temperatur von 65 bis 66° ab. Mit dem Fortgang der Polymerisation wird die Temperatur
zur Aufrechterhaltung des Rückflusses erhöht, der dann bei etwa 70° aufhört. Die Temperatur wird
nun auf 75 ° erhöht, worauf langsam weitere 270 Teile des monomeren Gemisches aus Vinylacetat
und trans-Dichloräthylen zugegeben werden, wobei die beiden Komponenten in dem gleichen
Verhältnis zueinander stehen wie in den zuerst zugegebenen 30 Teilen. Die Zugabe wird so geregelt,
daß die Temperatur nicht unter 75 ° absinkt und kein Rückfluß in dem Kondensator eintritt.
Dabei läßt sich die Menge des jeweils zugegebenen monomeren Gemisches mit dem Fortgang der
Polymerisation steigern. Die Temperatur nimmt dabei zu und erreicht am Ende der Zugabe des
Gemisches etwa 8o°. Um eine möglichst hohe Umwandlung der in der Charge enthaltenen Monomeren
in Kopolymere zu erhalten, wird das Gemisch weiter auf 85 ° erhitzt, dann gekühlt und
abgelassen.
Es ergibt sich eine Emulsion in der Form einer verhältnismäßig beweglichen, milchigen Flüssigkeit
mit einem Gesamtgehalt von 50% festen Bestandteilen mit einem pH-Wert zwischen 4 und 5. Der
Durchmesser der Mehrzahl der kopolymeren Teilchen liegt bei 0,2 Mikron, wobei ein geringer
Anteil einen bis zu 0,5 Mikron ansteigenden Durchmesser aufweist. Die Gleichmäßigkeit der Teilchen-'
größe in der Emulsion ist größer als bei einer Emulsion, die durch Zugabe aller Monomeren mit
Beginn der Reaktion nach dem Beispiel 1 erhalten wird.
In einer auf die gleiche Weise aus 300 Teilen Vinylacetat anstatt aus einem Gemisch von Vinylacetat
und trans-Dichloräthylen hergestellten Dispersion zeigen die polymeren Teilchen einen
Durchmesser zwischen 0,5 und 1,5 Mikron, wobei einzelne Teilchen auch Durchmesser bis zu
Mikron aufweisen.
15 Teile Gummiarabikum werden in 281 Teilen
Wasser gelöst, und in diese Lösung werden zuerst Teile Ammoniumpersulfat und 2 Teile Natriumbicarbonat
eingemischt, worauf 30 Teile eines Gemisches aus 28,2 Teilen Vinylacetat und 1,8 Teilen
trans-Dichloräthylen zugegeben werden. Die Polymerisation wird dann wie im Beispiel 2 durchgeführt.
Es ergibt sich eine milchige, zähe Flüssigkeit mit 49% Festteilen und einem zwischen 4 und 5
liegenden pH-Wert.
Claims (5)
1. Verfahren zum Herstellen stabiler wäßriger Dispersionen von Mischpolymerisaten,
insbesondere von Vinylverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß eine Dispersion eines
Carbonsäurevinylesters und eines symmetrischen Dichloräthylens in einem wäßrigen Mittel, das
eine Perverbkidung und einen Emulsions-Stabilisator
aus einem Schutzkolloid enthält, bei Polymerisationstemperatur der Reaktionsmittel
zusammengerührt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung von Vinylacetat.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch die Verwendung von Transdichloräthylen.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis des symmetrischen
Dichloräthylens zu der Vinylverbindung etwa ι bis 30%», vorteilhaft 1 bis 5 Gewichtsprozent,
beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einleitung der Dispersion
in das wäßrige Polymerisationsmittel derart gesteuert ist, daß eine volle Polymerisation
der Monomeren ohne Rückfluß erreicht wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Britische Patentschrift Nr. 599 762;
deutsche Patentschriften Nr. 550883, 719675;
Fr. Kainer, Kurzes Handbuch der Polymerisationstechnik,
Bd. III (1944), Teil II, besonders S. 836 bis 839.
© 609 663 10.56
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| GB1023850A GB701258A (en) | 1950-04-26 | 1950-04-26 | Improvements in the production of polymeric products |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE951235C true DE951235C (de) | 1956-10-25 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DED8782A Expired DE951235C (de) | 1950-04-26 | 1951-04-27 | Verfahren zum Herstellen stabiler, waessriger Dispersionen von Mischpolymerisaten, insbesondere von Vinylverbindungen |
Country Status (3)
| Country | Link |
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| FR (1) | FR1055854A (de) |
| GB (1) | GB701258A (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE550883C (de) * | 1928-08-15 | 1932-05-21 | Consortium Elektrochem Ind | Verfahren zur Herstellung von Kunstmassen durch Polymerisieren organischer Vinylester |
| DE719675C (de) * | 1938-05-20 | 1942-04-18 | Roehm & Haas G M B H | Verfahren zur Herstellung von Methacrylpolymerisaten niederen Polymerisationsgrades |
| GB599762A (en) * | 1944-09-25 | 1948-03-19 | Du Pont | Production of chemical compounds |
-
1950
- 1950-04-26 GB GB1023850A patent/GB701258A/en not_active Expired
-
1951
- 1951-04-26 FR FR1055854D patent/FR1055854A/fr not_active Expired
- 1951-04-27 DE DED8782A patent/DE951235C/de not_active Expired
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE550883C (de) * | 1928-08-15 | 1932-05-21 | Consortium Elektrochem Ind | Verfahren zur Herstellung von Kunstmassen durch Polymerisieren organischer Vinylester |
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| GB599762A (en) * | 1944-09-25 | 1948-03-19 | Du Pont | Production of chemical compounds |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR1055854A (fr) | 1954-02-23 |
| GB701258A (en) | 1953-12-23 |
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