[go: up one dir, main page]

DE958522C - Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln - Google Patents

Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln

Info

Publication number
DE958522C
DE958522C DED1260A DED0001260A DE958522C DE 958522 C DE958522 C DE 958522C DE D1260 A DED1260 A DE D1260A DE D0001260 A DED0001260 A DE D0001260A DE 958522 C DE958522 C DE 958522C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
food
bread
dehydroacetic acid
acid
mold
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DED1260A
Other languages
English (en)
Other versions
DE1618200U (de
Inventor
Gerald H Coleman
Paul A Wolf
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Dow Chemical Co
Original Assignee
Dow Chemical Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Dow Chemical Co filed Critical Dow Chemical Co
Application granted granted Critical
Publication of DE958522C publication Critical patent/DE958522C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B65CONVEYING; PACKING; STORING; HANDLING THIN OR FILAMENTARY MATERIAL
    • B65DCONTAINERS FOR STORAGE OR TRANSPORT OF ARTICLES OR MATERIALS, e.g. BAGS, BARRELS, BOTTLES, BOXES, CANS, CARTONS, CRATES, DRUMS, JARS, TANKS, HOPPERS, FORWARDING CONTAINERS; ACCESSORIES, CLOSURES, OR FITTINGS THEREFOR; PACKAGING ELEMENTS; PACKAGES
    • B65D81/00Containers, packaging elements, or packages, for contents presenting particular transport or storage problems, or adapted to be used for non-packaging purposes after removal of contents
    • B65D81/24Adaptations for preventing deterioration or decay of contents; Applications to the container or packaging material of food preservatives, fungicides, pesticides or animal repellants
    • B65D81/28Applications of food preservatives, fungicides, pesticides or animal repellants
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A21BAKING; EDIBLE DOUGHS
    • A21DTREATMENT OF FLOUR OR DOUGH FOR BAKING, e.g. BY ADDITION OF MATERIALS; BAKING; BAKERY PRODUCTS
    • A21D2/00Treatment of flour or dough by adding materials thereto before or during baking
    • A21D2/08Treatment of flour or dough by adding materials thereto before or during baking by adding organic substances
    • A21D2/14Organic oxygen compounds
    • A21D2/145Acids, anhydrides or salts thereof
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23BPRESERVATION OF FOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES; CHEMICAL RIPENING OF FRUIT OR VEGETABLES
    • A23B2/00Preservation of foods or foodstuffs, in general
    • A23B2/70Preservation of foods or foodstuffs, in general by treatment with chemicals
    • A23B2/725Preservation of foods or foodstuffs, in general by treatment with chemicals in the form of liquids or solids
    • A23B2/729Organic compounds; Microorganisms; Enzymes
    • A23B2/771Organic compounds containing hetero rings
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23BPRESERVATION OF FOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES; CHEMICAL RIPENING OF FRUIT OR VEGETABLES
    • A23B70/00Preservation of non-alcoholic beverages
    • A23B70/10Preservation of non-alcoholic beverages by addition of preservatives

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Pest Control & Pesticides (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Food Preservation Except Freezing, Refrigeration, And Drying (AREA)

Description

  • Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln Die Erfindung betrifft ein Verfahren, um kohlehydratreichen Lebensmitteln eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Mikroorganismen, wie Pilze, Hefen und Bakterien, zu geben. Im besonderen betrifft die Erfindung ein Verfahren, eine solche erhöhte Widerstandsfähigkeit Backwaren und im besonderen Brotwaren zu verleihen.
  • Es ist allgemein bekannt und Erfahrungstatsache, daß an Kohlehydraten reiche Lebensmittel (d. h. solche, die5001, oder mehr Kohlehydrat, bezogen auf das Gesamtgewicht von Protein plus Fett plus Kohlehydrat, enthalten) dem Angriff verschiedener Arten von Mikroorganismen, wie Pilzen, Hefen und Bakterien, ausgesetzt sind. Das Wachstum derartiger Mikroorganismen ist keineswegs allgemein für die Lebensmittel schädlich, kann aber den Lebensmitteln ein unangenehmes Aussehen oder einen unnatürlichen Geschmack oder Aroma- geben, welche das Produkt unverkäuflich oder unschmackhaft für denVerbraucher machen können. Es sind verschiedene Mittel als Hemmstoffe für ein solches unkontrolliertes Wachstum der Mikroorganismen in kohlehydratreichen Lebensmitteln vorgeschlagen worden, aber keines dieser Mittel ist so erfolgreich gewesen, wie es wünschenswert ist. Einige vorbekannte Hemmstoffe sind in ihrer Wirkung kurzlebig, und andere verlangen so hohe Konzentrationen, daß sie unwirtschaftlich werden.
  • Gewisse Mittel sind für eine allgemeine Verwendung zu selektiv. Andere verleihen den Lebensmitteln ein bestimmtes und unerwünschtes Aroma. Einige Mittel sind giftig und können nicht in Lebensmitteln für den menschlichen Verbrauch verwendet werden.
  • Diemeisten der vorbekannten Hemmstoffe verändern den po wert der Lebensmittel und verlangen besondere pE-Bedingungen für die antimikrobielle Wirksamkeit, wodurch ihre Verwendung und ihre Kontrolle erschwert werden.
  • Lediglich zur Veranschaulichung derVerschiedenheit der Lebensmittel, die reich an Kohlehydraten sind und dem Angriff von Pilzen, Hefen und Bakterien unterliegen, wird die folgende Teilliste angegeben: Backwaren einschließlich verschiedener Weizen-, Roggen- und Gerstenbrote, Kuchen, Teekuchen, Zwieback, Hafermehl und Hafermehlbrote und Kuchen, Sojamehlprodukte, Ingwerbrot, Maismehlprodukte, Reismehlprodukte u. dgl.; präparierte Halmfruchtlebensmittel einschließlich der vorherrschenden Halmfruchtlebensmittel für Tiere; Yams, Kartoffeln, Steckrüben, Mohrrüben, Bohnen und andere Pflanzenprodukte, die gewöhnlich für längere Zeit gelagert werden; Pflanzen- und Fruchtsäfte einschließlich Tomatensaft, Pflaumensaft, Apfelsaft, Grapefruchtsaft u. dgl.; Zuckerwaren, chinesisches Zuckerrohr, Melasse, Ahornzucker und -sirup, Maissirup, Zuckerrohrsirup; gesüßte Frucht- oder Wurzelextrakte enthaltende Getränke mit und ohne Kohlensäure; Erdbeeren, Grapefrüchte, Citrusfrüchte u. dgl., Marmeladen, Gelees und Konserven und zahlreiche andere.
  • Es ist nicht zu folgern, daß die vorstehenden und verwandte Lebensmittel beständig angegriffen und für den Genuß unbrauchbar gemacht werden, aber verständlicherweise ist jedes von ihnen einem solchen mikrobiellen Angriff ausgesetzt, und das Ausmaß der Beschädigung hängt weitgehend von der Entwicklung des besonderen betroffenen Produktes ab, den Bedingungen, unter denen es hergestellt und gelagert wird, und von der Art und der Menge des antimikrobiellen Mittels, mit dem es, wenn überhaupt, behandelt werden kann. In jedem Falle ist es erwünscht, daß den an Kohlehydraten reichen Lebensmitteln eine Widerstandsfähigkeit gegen den Angriff von Mikroorganismen verliehen wird und daß das verwendete Mittel selbst geruchlos, geschmacklos, unschädlich und eßbar ist.
  • Demgemäß hat sich die Erfindung zur Aufgabe gestellt, ein Verfahren vorzusehen, um kohlehydratreichen Lebensmitteln eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen den Angriff von Mikroorganismen, wie Pilzen, Hefen und Bakterien, zu geben, und zwar durch Verwendung eines Mittels, das bei Gebrauchskonzentrationen geschmacklos ist und unschädlich für die Lebensmittel sowie für Menschen genießbar ist.
  • Ein besonderes Ziel ist ein Verfahren, um Backwaren, besonders Brotwaren, eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen den - Angriff von Mikroorganismen nach dem Backen zu geben.
  • Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis der bisher unbekannten und überraschend wirksamen antimikrobiellen Eigenschaften (hinsichtlich der Organismen, deren Wachstum gewöhnlich durch kohlehydratreiche Lebensmittel gefördert wird) der Dehydracetsäure und uns ihrer eßbaren Salze. Dehydracetsäure, die die Strukturformel hat, ist auch als 3-Acetyl-6-methylpyrandion-2, 4 bekannt und kommt sowohl in einer Keto- als auch in einer Enolform vor. Wie durch zyhlreiche Versuche festgestellt worden ist, sind Dehydracetsäure und ihre Natrium-, Kalium-, Ammonium- und Kalziumsalze für Menschen bei Gebrauchskonzentrationen gesundheitlich unbedenklich und in den gewöhnlich verwendeten Mengen sowohl geschmack- als auch geruchlos. Sie sind im wesentlichen neutrale Verbindungen und beeinflussen nicht wesentlich den pH-Wert der Lebensmittel, in oder bei denen sie erfindungsgemäß verwendet werden. Dehydracetsäure ist schwach löslich in Wasser und leicht löslich in Alkalien und einer Anzahl von organischen Lösungsmitteln einschließlich Äthylalkohol und der Glykole, und sie kann aus diesen Lösungen niedergeschlagen oder darin benutzt werden, wie es für den besonderen Fall geeignet erscheint. Die Dehydracetsäure ist etwas wirksamer (d. h., sie kann bei etwas niedrigeren Konzentrationen benutzt werden) in neutralen oder sauren Medien als in alkalischen Medien, und wenn hohe Löslichkeit in wäßrigen Medien verlangt wird, ist das neutrale Natriumsalz zu empfehlen.
  • Die Erfindung besteht demnach in der Hauptsache darin, daß man den kohlehydratreichen Lebensmitteln Dehydracetsäure oder ihre eßbaren Salze in einer kleinen, aber wirksamen Menge zusetzt. Der Ausdruck »eßbares Salz« betrifft solche Salze der Dehydracetsäure, die vom Menschen in den kleinen Mengen, in denen sie in den Lebensmitteln vorhanden sind, ohne schädliche Wirkung verdaut werden können. Der Zusatz der Dehydracetsäure bzw. ihrer Salze kann in der Weise erfolgen, daß das Mittel den Lebensmitteln einverleibt wird oder daß es auf die Außenfläche der Lebensmittel aufgebracht wird oder daß die Lebensmittel in eine das Mittel enthaltende Hülle eingepackt werden. Wegen ihrer ziemlich geringen Flüchtigkeit ist die antimikrobielle Wirkung der Dehydracetsäure von langer Dauer, selbst in jenen Fällen, in denen sie außen auf das Lebensmittel aufgebracht und der Atmosphäre ausgesetzt wird.
  • Wenn auch die benutzte Menge der Dehydracetsäure oder ihrer Salze erheblich schwanken kann, was von der Art der Lebensmittel, denen sie zugesetzt wird, und von den Bedingungen und den Mikroorganismen, denen die Lebensmittel erwartungsgemäß ausgesetzt sind, abhängig ist, so ist festgestellt worden, daß kohlehydratreichen Lebensmitteln ein bedeutender Grad der Widerstandsfähigkeit durch die Verwendung von 0,OI bis 0,5 0!o Dehydracetsäure, bezogen auf das Gewicht des Lebensmittels, erteilt wird und daß die pilzunterdrückenden Einhüllblätter nicht über 10% Dehydracetsäure zu enthalten brauchen und zweckmäßigerweise weniger als 5 Gewichtsprozent der Dehydracetsäure enthalten können.
  • Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Durchführung der Erfindung.
  • Beispiel I Das antimikrobielle Spektrum der Dehydracetsäure ist als sehr umfassend festgestellt worden. In der folgenden Tafel sind die Ergebnisse der Versuche in vitro aufgeführt, die die relative Wirksamkeit der Dehydracetsäure und einiger der bisher bekannten antimikrobiellen Mittel gegen einige wenige typische Organismen veranschaulichen. In jeder Spalte stellt die erste oder linke Zahl die maximale Konzentration des antimikrobiellen Mittels dar, das ein normales fortschreitendes Wachstum zuläßt, während die zweite oder rechte Zahl die maximale Konzentration darstellt, die vollständig das mikrobielle Wachstum auf einem geeigneten Agarnährmedium in einer Petrischale hemmt oder aufhält. Beide Werte sind in Gewichtsprozent des Mediums angegeben.
  • Microbistat. Proz.
    Dehydracet- Dichloracet- Kalzium- Natrium- Propion- Benzoesäure
    Organismus säure säure PH 5 propionat PH 8 Propionat PH 8 säure PH 5 PH 6
    Penicillium digitatum 0,OI o,o25 > 5,0 3,0 5,0 3,0 5,0 0,10 0,25 0,10 0,50
    Saccharomyces
    cerevisiae ......... 0,01 0,025 > 5,0 > 7,5 > 7,5 0,75 I,0 o,25 0,50
    Penicillium expansum 0,0075 0,01 > 5,0 > 7,5 > 7,5 0,25 0,50 0,10 o,25
    Aspergillus niger o,o25 0,05 > 5,o 3,° 5,0 7,o o,25 o,5° o,50 0,75
    Lactobacillus
    plantarum o,o8 0,10 0,5 0,75 > 7,5 > 7,5 I,0 2,0 0,25 0,50
    Rhizopus nigricans .. 0,OI 0,025 > 5,0 5,0 7,5 3,0 5,0 0,25 0,50 o,25 0,50
    Andere Organismen zahlreicher Arten reagieren in der gleichen Weise und werden bei ähnlichen Konzentrationen der Dehydracetsäure beherrscht. Beispielsweise sind eingeschlossen: Aerobacter aerogenes, Erwinia caratovora, Fusarium oxysporium, Phomopsis citril, Sclerotium rolfsil, Bacillus mesenfericus u. dgl.
  • Die vorstehende Tafel zeigt, daß die Dehydracetsäure gewöhnlich wenigstens zehnmal so wirksam wie die anderen aufgeführten handelsüblichen antimikrobiellen Mittel ist. Es ist eine geringere Menge Dehydracetsäure erforderlich als bei den anderen Mitteln, und in einigen Fällen haben die anderen Mittel bei irgendeiner praktischen Konzentration keine Wirksamkeit.
  • Beispiel 2 Dehydracetsäure wurde in verschiedenen Verhältnissen mit Weizenvollmehl gemischt. Aus jeder dieser Mischungen wurde ein Standardbrotteig hergestellt.
  • Da die Versuche in vitro des Beispiels I gezeigt hatten, daß Dehydracetsäure leicht das Wachstum von S. cerevisiae hemmt, interessierte es bei der für das Gären des Brotes benutzten Hefe, ob das Brot gehen würde, und wenn dies der Fall wäre, ob sich irgendein praktischer Grad des Schutzes gegen A. niger, R. nigricans und B. mesentericus, alles gewöhnliche Brotverunreinigungen, zeigen würde. Es wurde gefunden, daß bei o,30/0tigen Konzentrationen, bezogen auf das Gewicht des gebackenen Laibes, die Dehydracetsäure teilweise das Wachstum der Hefe hemmte und daß der fertige Laib einige »flache« Stellen hatte. Bei Konzentrationen bis zu wenigstens 0,2 0/c zeigte Dehydracetsäure keine Wirkung auf die Gärwirkung der Hefe. Die gebackenen Laibe einschließlich einiger, die keine Dehydracetsäure enthielten, wurden je teilweise aufgeschnitten und dauernd der Atmosphäre bei einer Temperatur von 29 bis 32° C und einer relativen Feuchtigkeit von go bis 100% ausgesetzt. Diese für den Schimmelwuchs außergewöhnlich günstigen Bedingungen erzeugten bei dem unbehandelten Brot in 2 oder 3 Tagen starkes Wachstum des Schimmels oder der Pilze. Mengen an Dehydracetsäure bis zu o,o6 Gewichtsprozent des Brotes verzögerten das Schimmelwachstum, verhinderten ihn aber nicht vollständig, während Konzentrationen über etwa o,Io°/o nicht nur Meltau verzögerten, sondern auch unterdrückten, und zwar unter den strengen Versuchsbedingungen sogar für die Dauer von Iq Tagen. Bei den milderen Bedingungen der gewöhnlichen Brotlagerung wird die Antimikrobenwirkung der Dehydracetsäure sogar noch verlängert, und der Vergleich mit unbehandeltem Brot ist noch günstiger für das vorliegende Mittel. In keinem Falle war es möglich, irgendeinen Unterschied im Geschmack zwischen den frisch gebackenen behandelten und unbehandelten Brotlaiben festzustellen.
  • Die anscheinend bevorzugte Hemmung von Schimmel im Vergleich zur Hefe im Brot ist wahrscheinlich der verhältnismäßig kleinen Zahl der Schimmelsporen zuzuschreiben, die sich auf dem Brot sammeln und es für Tafelzwecke unverwendbar machen, im Vergleich zu der großen Hefeimpfung, die bei der Brotherstellung verwendet wird. Es kann genügend Hefe wachsen, um das Brot zu gären, aber die Schimmelverunreinigung kann nicht gedeihen.
  • Ähnliche Resultate erzielt man mit »weißem« und mit Roggenbrot, wobei die Hemmung sich aus der Verwendung von o,o8°/O oder mehr Dehydracetsäure in dem Brot ergibt. Mengen von mehr als 0,2 01o des Mittels wurden bei keinem Brotprodukt als notwendig festgestellt, um den erforderlichen Schutz zu erhalten.
  • Beispiel 3 Verschiedene Mengen Dehydracetsäure wurden mit einem handelsüblichen fertiggemischten Ingwerbrotpulver vermischt. Die von dem Hersteller gegebenen Anweisungen wurden befolgt, und das Ingwerbrot wurde gebacken, geschnitten und dann 14 Tage bei 29° C einer Atmosphäre mit go bis Io0°/o relativer Feuchtigkeit ausgesetzt. Eine ähnliche Reihe Ingwerbrote wurden zu Vergleichszwecken unter Benutzung von Kalziumpropionat als Zusatzmittel hergestellt, welches handelsüblicherweise als pilzfestmachendes Mittel geliefert wird. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tafel aufgeführt:
    Konzentration
    Antimikrobielles in Prozent Aussehen nach
    Mittel des gebackenen 14 Tagen
    Ingwerbrotes
    Dehydracetsäure . . . o,o25 sehr schimmelig
    Dehydracetsäure . . . 0,05 leicht schimmelig
    Dehydracetsäure . . . 0,075 kein sichtbarer
    Schimmel
    Kalziumpropionat . . 0,I sehr schimmelig
    Kalziumpropionat . . 0,5 sehr schimmelig
    Kalziumpropionat . . I,0 kein sichtbarer
    Schimmel
    Kalziumpropionat . . 2,0 kein sichtbarer
    5 chimmel
    keines , . (Kontrolle) sehr schimmelig
    Unter identischen Bedingungen ist, wie ersichtlich, Dehydracetsäure etwa Iomal so wirksam wie Kaliziumpropionat.
  • Beispiel 4 Das neutrale Natriumsalz der Dehydracetsäure, das zu 0,05 Gewichtsprozent in frischem Zider- und Apfelsaft aufgelöst wurde, hemmte wirksam das Wachstum des Schimmels und der Fermentations-und Oxydativorganismen, und das Produkt blieb längere Zeit »süß « und rein. Eine unbehandelte Kontrollprobe entwickelte in der gleichen Zeit einen Überzug auf der ganzen Oberfläche und roch stark nach Weinessig.
  • Beispiel 5 Verschiedene handelsübliche Sirupe für Süßungszwecke einschließlich Maissirup, Glukose, Ahornsirup, Melasse und Rohrzuckersirup sind dem Wachstum von verunreinigenden Schimmelpilzen ausgesetzt. Das gleiche trifft bei Aromasirupen zu, wie sie in Konditoreien, Zuckerbäckereien, in Kohlensäuregetränken und in Eiskremprodukten verwendet werden. Der Zusatz von 0,025 bis 0,05 Gewichtsprozent Dehydracetsäure zu solchen Sirupen hemmt wirksam derartiges Wachstum und beeinflußt nicht den Geschmack oder Geruch der Sirupe. Bei einer Reihe von Versuchen wurde handelsübliche Melasse mit einer kleinen Menge schimmeligen Sirups geimpft und in mehrere Teile geteilt. Ein Teil wurde als Kontrollprobe beiseitegestellt, und die anderen wurden mit Dehydracetsäure von 0,OI bis 0,I Gewichtsprozent behandelt. Ein starkes Wachstum von blauweißem Schimmel zeigte sich auf der Kontrollprobe, während alle Proben, die o,o25°/o oder mehr Dehydracetsäure enthielten, von Schimmel frei blieben.
  • Beispiel 6 Kleine Früchte und insbesondere Beeren werden leicht während des Sammelns oder beim Transport zum Verbraucher beschädigt. Wenn, wie es oft geschieht, diese Früchte 3 oder mehr Tage zwischen der Ernte und dem Verbrauch einer warmen, feuchten Atmosphäre ausgesetzt werden, werden sie stark von Meltau überzogen. Dieses Wachstum scheint von den beschädigten Stellen auszugehen und sich von dort aus auszubreiten. Es ist nun gefunden worden, daß das verunreinigende Wachstum des Meltaus auf Erdbeeren, Brombeeren, Loganbeeren, Heidelbeeren (Blaubeeren u. dgl. ) verringert werden kann, wenn die frisch geflückten Früchte in eine Lösung von 0,I Gewichtspozent Dehydracetsäure in Wasser getaucht werden. In einem besonderen Falle wurden Erdbeeren, die 24 bis 36 Stunden vorher gepilückt und nicht gekühlt worden waren, in 0,05- und o,10/0ige Lösungen Dehydracetsäure getaucht. Eine unbehandelte Kontrollprobe war ganz weiß mit Meltau überzogen, nachdem man sie der Luft bei 29° C 5 weitere Tage ausgesetzt hatte; das Obst war offensichtlich in Zersetzung. Die mit o,o5°/Oiger Lösung behandelten Beeren hatten wenige sichtbare Meltaukolonien, rochen aber frisch und süß. Die in o,I°/Oige Lösung getauchten Beeren waren frisch und eßbar. Wenn die Behandlung gleich nach dem Pflücken erfolgt, sind die Ergebnisse noch günstiger.
  • Beispiel 7 Geschnittenes handelsübliches Bäckerbrot wurde in üblicher Weise in verschiedene Arten von Broteinwickelhüllen eingeschlagen. Einige dieser Einwickelhüllen waren unbehandelt, andere wurden als schimmelfest gekauft, und die übrigen waren Papierbögen, die mit 2 Gewichtsprozent Dehydracetsäure imprägniert waren. Das eingewickelte Brot wurde 7 Tage bei 29° C in einer Atmosphäre mit etwa 90 0/, relativer Feuchtigkeit gelagert. Äußerlich zeigte das unbehandelte eingewickelte Kontrollbrot starken Befall mit schwarzen und blaugrünem Schimmel auf seinen äußeren Krusten, insbesondere längs der Seite gerade unter der Krone. Die in handelsübliche »schimmelfeste« Bogen eingewickelten Brote hatten gesunden Wuchs von ähnlichem Schimmel längs ihrer Seiten. Die Brote, die in Dehydracetsäure enthaltendes Papier eingewickelt waren, zeigten keinen Schimmelwuchs auf den Krusten. Ungeschnittenes Brot, das in Dehydracetsäure enthaltendes Papier eingeschlagen war, war sowohl außen als auch innen frei von Schimmel.
  • Beispiel 8 Citrusfrüchte neigen dazu, blaugrünen Schimmel besonders an den gedrückten Flächen während des Versandes und der Lagerung zu entwickeln. Man hat verschiedene Überzüge und Umhüllungen vorgeschlagen und benutzt, um dieses Problem zu überwinden, aber ohne jeden gewünschten Erfolg. Um die Wirksamkeit der Dehydracetsäure für diesen Zweck festzustellen, wurden Zitronen, die bereits quer durch das Land versandt worden waren, in Michigan gekauft. Ihre Haut wurde abgeschabt, um eine frische Wunde zu schaffen. Dann wurden die Zitronen in einen wäßrigen Kunstgummi oder elastomeren Latex getaucht und in warmer Luft getrocknet.
  • Die so überzogene Frucht wurde mit einer Suspension von Penicillium-digitatum-Sporen besprüht und in einer feuchten Kammer in einer für die Schimmelentwicklung günstigen Temperatur gelagert. Einige dieser Zitronen waren in Latexmittel getaucht worden, die kein Schimmelabwehrmittel enthielten, während der Rest in ein Latexmittel getaucht wurde, das 2 0/o Dehydracetsäure, bezogen auf die gesamten dispergierten Feststoffe, enthielt. Die Früchte, die keine Dehydracetsäure in ihrem Uberzug enthielten, waren innerhalb einer Woche nach der Inocculation arg mit Schimmel befallen, während diejenigen, die diese Verbindung in ihrem Überzug enthielten, mehrere Wochen ihrer Lagerungszeit frei von Schimmel blieben.
  • Beispiel g Es ist allgemein üblich, Erzeugnisse wie Fruchtkake und Plumpudding einige Monate bis zu einem Jahr oder mehr zu »altern«, bevor sie verzehrt werden.
  • Üblicherweise werden diese Produkte in einen Tuchbeutel oder in mehrere Papierschichten eingeschlagen oder verpackt. Zuweilen wird die Packung durch Einschlagen in geschmolzenes Paraffinwachs verschlossen. Ohne Rücksicht auf die Art des Einwickelns kommt es oft vor, daß diese Erzeugnisse bei der Lagerung mit Schimmel überzogen werden.
  • Wenn auch dieser Schimmel bloß oberflächlich sein mag, kann er auch in das eingewickelte Lebensmittel schlagen und dieses verderben. Es sind nun zwei Schutzmittel gefunden worden. Bei dem einen Verfahren werden 0,2 0/o Dehydracetsäure den Bestandteilen des Fruchtkakes oder Plumpuddings vor dem Backen oder Kochen einverleibt, wodurch erreicht wird, daß der Schimmelwuchs auf der Einwickelhülle nicht in das eingepackte Erzeugnis eindringt. Bei dem anderen Verfahren wird das Einwickelmaterial mit I bis 5 Gewichtsprozent und gewöhnlich nicht über 2 Gewichtsprozent Dehydracetsäure imprägniert und getrocknet. Die so behandelte Einwickelhülle bleibt von Schimmelwuchs frei, selbst wenn sie unter Bedingungen gelagert wird, die den Schimmelwuchs auf unbehandelten Packungen des gleichen Materials fördern.
  • Außer den üblichen Organismen, die kohlehydratreiche Lebensmittel verunreinigen und von denen spezifische Beispiele im folgenden genannt werden, kann man verschiedene bakterielle Verunreinigungen, von denen einige pathogen sind, in solchen Lebensmitteln antreffen, besonders wenn die Lebensmittel nicht unter vollständig sanitären Bedingungen gehandhabt werden. Es ist natürlich erwünscht, diese Lebensmittel widerstandsfähig gegen den Wuchs solcher Organismen zu machen. Es ist gefunden worden, daß Dehydracetsäure eine antibakterielle Wirkung auf verschiedene pathogene Bakterien in vitro hat, und man kann erwarten, daß Lebensmittel, die sie enthalten oder mit ihr überzogen sind, widerstandsfähiger gegen die Bildung dieser Bakterien sind. Die Zahlenwerte in der folgenden Tafel zeigen die Konzentration des antibakteriellen Mittels in Gewichtsprozenten, die erforderlich sind, um den Wuchs der aufgeführten Organismen in einem Lebensmittel zu unterbinden. Zum Vergleich sind die Resultate für Dehydracetsäure und zwei andere 1, 4-Pyronverbindungen, Maltol und Kojinsäure, als antibakterielle Mittel angegeben.
  • Antibakterielles Mittel
    Organismus Dehydra- Maltol Kpjin
    cetsäure säure
    Staphylococcus aureus 0,4 2,0 I,0
    Eberthella typhosa 0,3 I,0 I,0
    Escherichia coli 0,4 I,0 I,0
    Bacillus mesentericus 0,3 0,5 I,0
    Alcaligenes fecalis 0,3 0,3 0,3
    Bacillus subtilis ........ 0,3 I,0 I,0
    Pseudomonas aeriginosa .... 0,3 2,0- 2,0
    Salmonella pullorum ....... 0,3 I,0 0,5
    Staphylococcus hemolyticus.. 0,3 0,5 I,0
    Bacillus megatherium ...... 0,3 I,0 I,0
    Bacillus cereus ............ 0,2 0,5 o,8
    Die vorstehenden Beispiele zeigen, wie kohlehydratreiche Lebensmittel widerstandsfähig gegen den Angriff von Mikroorganismen gemacht werden können, indem Dehydracetsäure oder ihre eßbaren Salze den Lebensmitteln einverleibt oder auf die Oberfläche der Lebensmittel aufgebracht werden oder die Lebensmittel in eine Hülle eingeschlagen werden, die Dehydracetsäure oder ihre eßbaren Salze enthält.
  • Diese Wirkung ist durch die Verwendung von Mengen erzielt worden, die weniger als 10Io des Lebensmittelgewichtes (üblicherweise weniger als 0,5 0/o und oft weniger als 1%) betrugen. In keinem Falle hatte sich die Farbe, der Geschmack oder der Geruch des Lebensmittels durch die Behandlung geändert.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln, die reich an Kohlehydraten sind, dadurch gekennzeichnet, daß man den Lebensmitteln Dehydracetsäure und/oder ihre Natrium-, Kalium-, Ammonium- oder Kalziumsalze in einer kleinen, aber wirksamen Menge zusetzt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Verbindung den Lebensmitteln einverleibt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch I,. dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Verbindung auf die Oberfläche des Lebensmittels aufgebracht wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß das Lebensmittel in eine Hülle eingeführt wird, die die genannte Verbindung enthält.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch I, bei dem das Lebensmittel wenigstens 50 0/o Kohlehydrat, bezogen auf das Gewicht der vorhandenen Trockensubstanz des Lebensmittels, enthält, dadurch gekennzeichnet, daß dem Lebensmittel eine bis zu 0,5 0!o seines Gewichtes betragende Menge der genannten Verbindung zugesetzt wird.
    In Betracht gezogene Druckschriften: Acta Pharmacol. Toxicol., 2, I946, S. 109 bis 120.
DED1260A 1947-01-13 1950-03-07 Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln Expired DE958522C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US958522XA 1947-01-13 1947-01-13

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE958522C true DE958522C (de) 1957-02-21

Family

ID=22253886

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DED1260A Expired DE958522C (de) 1947-01-13 1950-03-07 Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE958522C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1081821B (de) * 1958-01-11 1960-05-12 Hoechst Ag Konservierend wirkendes Einwickel- und Verpackungsmaterial und Verfahren zu dessen Herstellung
DE1205259B (de) * 1961-03-15 1965-11-18 British Drug Houses Ltd Aus gebundenen Korkstueckchen bestehender Verschlusspfropfen

Non-Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Title
None *

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1081821B (de) * 1958-01-11 1960-05-12 Hoechst Ag Konservierend wirkendes Einwickel- und Verpackungsmaterial und Verfahren zu dessen Herstellung
DE1205259B (de) * 1961-03-15 1965-11-18 British Drug Houses Ltd Aus gebundenen Korkstueckchen bestehender Verschlusspfropfen

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE60114250T2 (de) Kaliumsorbat und lae enthaltende antimikrobielle zusammensetzung
DE60216944T3 (de) Mikrobizide formulierung, die essentielle öle oder deren derivate enthält
DE3138277C2 (de)
DE60223598T2 (de) Neue konservierungsmittel und konservierungssysteme
DE69807916T2 (de) Bei raumtemperatur stabiles getränk auf tee-basis
DE4026438C2 (de) Stabile, wässrige, alkalische Lösungen von Labiatae-Kraut-Antioxidantien, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung
DE2423076A1 (de) Verfahren zum schutz von nahrungsmitteln gegen befall durch mikroorganismen und mittel zur durchfuehrung des verfahrens
CH713366B1 (de) Verfahren zur Frischhaltung eines nicht gefrorenen Baozis mit Gemüsefüllung.
DE2921041A1 (de) Hermetisch verschlossene packung und verfahren zum verpacken eines sterilisierten lebens- oder nahrungsmittels
US2474227A (en) Making carbohydrate foods resistant to microorganisms
DE958522C (de) Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln
DE2519728A1 (de) Tierfuttergemisch und verfahren zu seiner herstellung
DE3438910A1 (de) Verfahren zur behandlung von lebensmitteln
DE2338032C3 (de) Verfahren zum Haltbarmachen von Lebensmitteln und Getränken
DE2035979A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines lagerbe standigen Teigwarenprodukts und nach diesem Verfahren hergestelltes Erzeugnis
DE2040841A1 (de) Verfahren zur Hemmung von Mikrobenwachstum
DE2454873C3 (de) Desinfizieren von Schneidwerkzeugen zum Schneiden von Brot und Backwaren
DE1642141A1 (de) Polyphosphate mit bakterizider Wirkung
DE2233243A1 (de) Lebensmittelverpackung und verfahren zu ihrer herstellung
DE958523C (de) Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln
DE1172938B (de) Verfahren zum Konservieren von Lebensmitteln
DE2425215C3 (de) Verfahren zum Schützen von organischen Stoffen mit Hilfe eines bakteriostatischen Mittels
KR20000062554A (ko) 식품 보존제
KR940003990B1 (ko) 포도추출액을 사용한 식품보존제 및 식품 보존방법
DE10254993A1 (de) Säureamidarginine und deren Ester sowie deren Verwendung zur Konservierung