[go: up one dir, main page]

DE956305C - Verfahren zur Gewinnung von Kaliumnitrat aus verduennten, Kaliumsalze enthaltenden Loesungen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Kaliumnitrat aus verduennten, Kaliumsalze enthaltenden Loesungen

Info

Publication number
DE956305C
DE956305C DEN8480A DEN0008480A DE956305C DE 956305 C DE956305 C DE 956305C DE N8480 A DEN8480 A DE N8480A DE N0008480 A DEN0008480 A DE N0008480A DE 956305 C DE956305 C DE 956305C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
potassium
solution
potassium nitrate
amine
nitric acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEN8480A
Other languages
English (en)
Inventor
Anders Skogseid
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Norsk Hydro Elektrisk Kvaelstof AS
Original Assignee
Norsk Hydro Elektrisk Kvaelstof AS
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Norsk Hydro Elektrisk Kvaelstof AS filed Critical Norsk Hydro Elektrisk Kvaelstof AS
Application granted granted Critical
Publication of DE956305C publication Critical patent/DE956305C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01DCOMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
    • C01D9/00Nitrates of sodium, potassium or alkali metals in general
    • C01D9/04Preparation with liquid nitric acid

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Agronomy & Crop Science (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Removal Of Specific Substances (AREA)
  • Treatment Of Water By Ion Exchange (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Kaliumnitrat aus verdünnten, Kaliumsalze enthaltenden Lösungen Es ist eine bekannte Tatsache, daß man Kaliumsalze aus Meerwasser, Salzquellen, Salzseen und anderen Kaliumsalze enthaltenden Lösungen gewinnen kann, indem man das Kalium mit einem löslichen Salz eines Hochnitrierten sekundären aromatischen Amins fällt. Kalium bildet mit derartigen Aminen sehr schwer lösliche Salze. Nach dem Entfernen der Mutterlauge und gegebenenfalls Waschen des Rückstandes wird das organische Kaliumsalz bzw. das Kaliumamins-alz mit einer Mineralsäure, beispielsweise Salz-, Salpeter-, Schwefel- oder Phosphorsäure umgesetzt. Hierdurch wird einerseits eine Lösung des entsprechenden Kaliumsalzes und andererseits, als Feststoff, nahezu unlösliches freies hochnitriertes sekundäres aromatisches Amin erhalten. Die dabei erhaltene Kaliumsalzlösung kann man eindampfen und das Salz auskristallisieren lassen. Das freie Amin wird mit einer Base in ein leichtlösliches Salz, beispielsweise mit Ca(OH)2 oder Mg(OH)2 in. das Ca-bzw. Mg-Salz übergeführt, das wieder als Fällungsmittel für Kalium verwendet werden kann.
  • Die bei der Kaliumsalzfällung erhaltenen Mutterlaugen sind an organischem Kaliumsalz gesättigt bzw. übersättigt und enthalten etwa o,a bis i g dieser organischen Verbindung im Liter. Zur Wiedergewinnung dieses organischen Amins wird die Mutterlauge mit einer Mineralsäure bis zu einem pH-Wert zwischen z und 6, vorzugsweise zwischen 3 und 5, angesäuert, wobei die organische Verbindung als unlösliches freies Amin ausfällt, das nach Abtrennung von der Mutterlauge durch Behandlung mit Basen, beispielsweise Ca(OH)2, in ein leichtlösliches Salz übergeführt und somit weitere Mengen des Fälllungsmittels für Kalium wiedergewonnen werden können.
  • Als Fällungsmittel für Kaliumsalze nach diesem Verfahren haben sich die leichtlöslichen Salze der hochnitrierten sekundären aromatischen Amine als geeignet erwiesen, beispielsweise 2, 4, 6, 2', q_'-Pentanitro-diphenylamin, 2, 4, 6, 2', 4'-Pentanitro-6'-methyl-diphenylamin, 2, ¢, 6, 2', 3', 4'-Hexanitro-diphenylamin, 2, 4, 6, 2', 4', 6'-Hexanitro-diphenylamin u. dgl.
  • Desgleichen können hochnitrierte Derivate von Pheny lnaphthylamin und D inaphthylamin verwendet werden.
  • Alle diese Verbindungen haben sauren Charakter, dessen Stärke nicht bei allen Verbindungen gleich ist. Im allgemeinen weisen die Verbindungen mit den meisten Nitrogruppen die stärkste Acidität auf. So muß bei Verwendung einer Hexanitroverb@indung im allgemeinen bis zu niedrigeren pg-Werten angesäuert werden als bei Verwendung einer Pentanitroverbindung, wenn man das Fällungsmittel in demselben Ausmaß wiedergewinnen will.
  • Aus zwei Gründen ist die Rückgewinnung des Fällungsmittels aus der Mutterlauge von Bedeutung. Einerseits wird dadurch die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens erhöht und andererseits erreicht, daß das abfließende Wasser in geringerem Maße von organischen Verbindungen verunreinigt ist.
  • Der Säureverbrauch, der zum Einstellen des speziellen pH-Wertes benötigt wird, wird von der Zusammensetzung der kaliumhaltigen Lösung beeinflußt. So ist die Wiedergewinnung des Fällungsmittels bei einem Ausgangsmaterial höherer Kaliumkonzentration in wirtschaftlicher Hinsicht von geringerer Bedeutung als bei sehr verdünnten Lösungen, beispielsweise Meerwasser. Aber selbst das Meerwasser hat nicht immer dieselbe Zusammensetzung. Wird Hexanitrod@iphenylamin als Fällungsmittel benutzt, so muß man bei Verwendung von reinem Nordseewasser beispielsweise etwa 3 Äquivalente Mineralsäure pro m3 anwenden, während bei Wasser von seichten Küsten; wie der niederländischen Küste, etwa 5 Äquivalente Säure pro m3 benötigt werden, wenn man das Fällungsmittel in demselben Maße zurückgewinnen will. Aus i m3 Meerwasser können 7 bis 8 Äquivalente K2 O gewonnen werden. Pro Äquivalent K2 O werden also gewöhnlich 0,4 bis 0,7 Äquivalente Mineralsäure zur Wiedergewinnung benötigt.
  • Dieses bisher mehr oder weniger ungelöste Problem des Säureverbrauchs bei der Rückgewinnung des organischen Amins aus den Mutterlaugen von der Kaliumaminsalzfällung ist durch die vorliegende Erfindung in. sehr einfacher und I>efriedigender Weise gelöst worden.
  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Kaliumnitrat, das durch die Vereinigung folgender Maßnahmen gekennzeichnet ist: a) Eine kaliumsalzhaltige Lösung, z. B. Meerwasser, Wasser aus Salzseen, Salzquellen und/oder andere verdünnte kaliumsalzhaltige Lösungen, wird in bekannter Weise mit einem löslichen Salz eines hochnitrierten, sekundären, aromatischen Amins versetzt, das dabei ausgefällte schwerlösliche Kaliumaminat von der Lösung abgetrennt und, mit Salpetersäure behandelt, wobei Kaliumnitrat in Lösung geht und freies Amin in fester Form zurückbleibt, das zwecks Wiedergewinnung abgetrennt wird, während die Restlösung (Mutterlauge) nach der Ausfällung des schwerlöslichen Kaliumaminats zur Gewinnung weiterer Aminmengen durch Ansäuern 'mit Salzsäure auf einen zwischen 2 und 6 liegenden pH-Wert eingestellt wird; b) eine wäßrige Kaliumchloridlösung wird durch einen sauren Kationenaustauscher geleitet und die aus dem Austauscher abfließende Salzsäure zur Einstellung des p$ Wertes der Restlösung (Mutterlauge) nach der Ausfällung des schwerlöslichen Kaliumaminats, wie in a angegeben, verwendet, während der Austauscher mit Salpetersäure unter Bildung von Kaliumnitratlösung regeneriert wird; c) aus der in den Stufen a und b gebildeten Ka.liumnitratlösung wird in geeigneter Weise, z. B. Eindampfen und Kristallisieren, Kaliumnitrat in fester Form gewonnen.
  • Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, daß ein Teil dei# in der Verfahrensstufe b erhaltenen salpetersauren Kaliumnitratlösung zur Umwandlung des in Stufe a gefällten Kaliumaminat in Kaliumnitrat und, freies Amin benutzt wird.
  • Aus Teilen der in :der Verfiahrensstufe b erhaltenen salpetersauren Kaliumnitratlösung kann weiter durch Zusatz von Salpetersäure Kaliumnitrat in kristallisierter Form abgeschieden und abfiltriert werden und das Filtrat zur Regenerierung des Ionenaustauschers Verwendung finden.
  • Als wasserstoffionenbeladenes Austauschmaterial haben sich Harzaustauscher mit Sulfosäuregruppen als geeignet erwiesen. Derartige Ionenaustauscher sind unter den Handelsbezeichnungen (Warenzeichen) Dowex, Amberlite, Wofatit, Permutit usw. bekannt, und gegen Salz- und Salpetersäure beständig.
  • Der Vorteil der Verfahrenskombination ist darin zu sehen, daß sie eine besonders wirtschaftliche Durchführung des Ka,liumsalzgewinnungsverfahrens gestattet, indem dem Säureverlust bei der Rückgewinnung des organischen Amins aus der Mutterlauge keine Bedeutung mehr zukommt. Da die Regenerierung des Austauschers mit Salpetersäure vorgenommen wird, werden nämlich alle in dem Austauscher zurückgehaltenen Kaliumionen in wertvolles Kaliumnitrat übergeführt und dadurch vermieden, daß die gebildete Salzsäure mit den Kosten für die Regenerierung des Ionenaustauschers belastet wird.
  • Zum Ansäuern der Mutterlaugen von der Kaliumfällung können alle Säurelösungen, die pro Liter o,2 bis 5 Säureäquivalente aufweisen, verwendet werden. Die Konzentration der wäßrigen Kaliumchloridlösung kann daher innerhalb weiter Grenzen schwanken. Die Konzentration der gebildeten Salzsäurelösung liegt, äquivalentmäßig gesehen, etwas unterhalb der verwendeten Kaliumchloridlösung. Weiterhin können die Chlorionen leicht aus dem Austauscher herausgewaschen werden und die in dem Waschwasser vorhandene Säure danach benutzt werden. Auf diesem Wege können die Chlorionen leicht von den Nitrationen getrennt werden.
  • Von den Kationen, welche nach dem erfindungsgemäßen Verfahren den Austauscher passieren, besitzt das-Wasserstoffion die geringste Affinität zum Austauscher. Infolgedessen muß bei der Regenerierung des Austauschers - in Äquivalenten gerechnet - eine größere Menge Salpetersäure verwendet werden, als auf Grund der durch die Austauscherbehandlung aus der Kaliumch.lo,ridlösung erhaltenen Säuremenge zu erwarten ist. Aus diesem Grunde wird bei der Regenerierung des Ionenaustauschers außer der wäßrigen Kaliumnitratlösung eine wäßrige ' Lösung erhalten, welche neben Kali.umnitrat noch die freie Salpetersäure enthält. Diese Salpetersäure-Nitrat-Mischung wird aus der Austauschereinheit in solchem Maße entfernt, daß eine Anhäufung vermieden wird.
  • Nach einer möglichen Ausführungsform der Erfindung kann das Salpetersäure-Kaliumnitrat-Gemisch auf Grund seines H N 03-Gehaltes dazu benutzt werden, um den bei dem Kaliumgewinnungsverfahren erhaltenen Kalumaminsalzniederschlag in das schwerlösliche freie Amin einerseits und Kaliumnitrat andererseits überzuführen und somit neben dem Salpetersäuregehalt der Mischung noch deren Kaliumnitratgehalt genutzt werden. Es bildet sich eine wertvolle Kaliumnitratlösung, aus welcher das schwerlösliche Amin in einfacher Weise abgetrennt werden kann.
  • Nach einer weiteren möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden dem Salpetersäure-Kaliumnitra:t-Gemisch noch weitere Mengen Salpetersäure zugefügt, wobei Kaliumnitrat auskristallisiert, das man abtrennt. Die dabei erhaltene kaliumnitratarme Salpetersäurelösung wird zur Regenerierung des Ionenaustauschers benutzt.
  • Die sulfosäuregruppenhaltige Kunstharzaustauscher sind in den meisten Fällen in mit Wasserstoff gesättigtem Zustand sehr stark hydratisiert. Beim Durchlaufen der Kaliumchloridlösung gibt der Ionenaustauscher daher neben der gebildeten Salzsäure Wasser ab, so daß die Äquivalentkonzentration der Säure etwas unterhalb der Äquivalentkonzentration der verwendeten Ausgangssalzlösung liegt. Bei der Regenerierung findet der umgekehrte Vorgang statt; der Austauscher wird hydratisiert, und die abfließende Kaliumnitratlösung weist eine höhere Äquivalentkonzentration als die zufließende Salpetersäurelösung auf.
  • Da das Verfahren, Kaliumnitrat aus Meerwasser, Salzseen, Salzquellen und anderen verdünnten kaliumsalzhaltigen Lösungen zu gewinnen, bekannt ist, sollen die bekannten Verfahrensmaßnahmen, die zu diesem Prozeß gehören, nicht erörtert werden. Die Beispiele betreffen daher nur Verfahren zur Gewinnung von Säure, welche zum Ansäuern der Mutterlauge nach der Fällung und Abtrennung des schwerlöslichen Kaliumsalzes des hochnitrierten sekundären aromatischen Amins verwendet werden, mit Hilfe von sauren Kationenaustauschern sowie die Regenerierung der Ionenaustausch.er mit Salpetersäure.
  • Die in dem -Beispiel beschriebenen Verfahrensmaßnahmen werden bei Raumtemperatur (i5 bis 2o°) ausgeführt. In manchen Fällen kann es jedoch angebracht sein, bei etwas höherer Temperatur, beispielsweise im Bereich von etwa 3o bis q.0°, zu arbeiten. Bekanntlich nimmt die Wasserlöslichkeit, z. B. von K N 03, mit steigender Temperatur stark zu. Führt man daher die Regenerierung eines mit Kalium gesättigten Ionenaustauschers bei erhöhter Temperatur durch, so können höher konzentrierte Salpetersäurelösungen verwendet werden, wobei sich auch entsprechend höher konzentrierte K N 03 Lösungen bilden, als wenn man bei niedrigeren Temperaturen arbeitet. Dutch solche Maßnahmen können beträchtliche Einsparungen an den Kosten, die die Verdampfung der Nitratlaugen erfordert, gemacht werden.
  • Die Geschwindigkeit, mit der die Flüssigkeiten durch die Ionenaustauscherkolonnen geführt werden, hängt von verschiedenen Faktoren, z. B. von der Korngröße und der Höhe des Bettes, von der Art des Ionenaustauschermaterials, der Konzentration und Temperatur der Lösungen, welche durch die Austauscherkolonnen geführt werden usw., ab. Die lineare Flüssigkeitsgeschwindigkeit - auf die leere Kolonne berechnet - variiert bei den üblichen und bekannten Ionenaustauscherprozessen zwischen i und etwa io m pro Stunde. Die günstigste Geschwindigkeit muß in jedem einzelnen Falle experimentell ermittelt werden. Soll eine möglichst ideale Trennung. der Ionen erzielt werden, so wählt man zweckmäßigerweise niedrige Geschwindigkeiten. Mit größeren Geschwindigkeiten werden jedoch größere Produktionsziffern erreicht. Daher sollte die Geschwindigkeit und die Produktionskapazität unter Berücksichtigung aller Nebenumstände so aufeinander abgestimmt werden, daß das Verfahren ein höchstes Maß an Wirtschaftlichkeit erreicht. Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß Erfindung wird bei linearen Flüssigkeitsgeschwindigkeiten von etwa i bis io m pro Stunde eine gute Trennung der Ionen erreicht. Bevorzugt wird eine Geschwindigkeit von z bis 8 m pro Stunde. Die in den Beispielen beschriebenen Verfahren wurden mit einer durchschnittlichen linearen Flüssigkeitsgeschwindigkeit - gemessen in der leeren Kolonne - von etwa ¢ m pro Stunde durchgeführt, welche einem Flüssigkeitsvolumen von etwa 3,61 pro Stunde äquivalent ist.
  • Folgendes Beispiel soll zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens dienen.
  • Gewinnung von Salzsäure aus Kaliumchlorid In eine Ionenaustauscherbatterie, bestehend aus drei 4 m hohen zylindrischen Kolonnen mit einem Durchmesser von. 34 mm, von denen eine jede etwa 9 Äquivalente wasserstoffgesättigtes Dowex 5o enthält und mit Wasser gefüllt ist, wird eine wäßrige Kaliumchloridlösun@g, enthaltend 3,40 Äquivalente K Cl pro Liter, oben in Kolonne I eingeleitet. Die am unteren Ende der Kolonne abfließende Flüssigkeit wird analysiert, bis das K Cl hindurchtritt. Dann ändert man das Verfahren und führt die aus der Kolonne I austretende Flüssigkeit in das obere Ende von Kolonne II ein. Während man die K Cl-Lösung weiterhin der Kolonne I von oben zuführt, wird der Ablauf aus Kolonne II so lange analysiert, bis K Cl hindurchtritt. Dann ändert man das Verfahren wieder und leitet die aus Kolonne II austretende Flüssigkeit von oben in Kolonne III hinein und leitet noch einen weiteren Liter K Cl-Lösung oben in Kolonne I hinein. Danach führt man Kolonne I oben Waschwasser zu und analysiert die aus dem unteren Teil der Kolonne III austretende Flüssigkeit, bis K Cl austritt.
  • Die Äquivalentkonzentration der gebildeten Salzsäure (etwa 3 Äquivalente H Cl pro Liter) liegt etwas unterhalb der Äquivalentkonzentration der zugeführten K Cl-Lösung, was, wie schon erwähnt, damit zu erklären ist, daß die verwendeten Ionenaustauscher in mit Wasserstoff gesättigtem Zustand sehr stark hydratisiert sind und zusammen mit der gebildeten Säure Wasser abgeben.
  • Bei einer konstanten Entnahme der gebildeten Salzsäure aus einer mit Wasserstoff gesättigten Ionenaustauscherschicht werden die K-Ionen praktisch vollständig zurückgehalten.
  • Aus den Waschwassermengen, die weniger als 3,40 Äquivalente K Cl im Liter enthalten, wird eine Salzsäurelösung hergestellt, deren Konzentration weniger als. 3 Äquivalente H Cl im Liter beträgt. Hierbei muß dafür Sorge getragen werden, daß, wie schon festgestellt wurde, praktisch alle Kaliunionen in der Lösung zurückgehalten werden. Die Waschwassermengen oder Teile davon können beispielsweise zur Herstellung einer neuen K Cl-Lösung verwendet werden.
  • Da selbst eine 0,2 n-H Cl-Lösung zum Ansäuern der bei der Kaliumaminatfällung erhaltenen Mutterlaugen geeignet ist, kann der K Cl-Gehalt der mit Waschwasser verdünnten K Cl-Lösungen weiter für die Gewinnung der Salzsäure nutzbar gemacht werden. Damit wird das Cl-Ion in dem Kaliumchlorid nahezu quantitativ für die Salzsäuregewinnung genutzt und gleichzeitig das Kaliunion nahezu quantitativ in dem Austauscher zurückgehalten. Regenerierung des mit Kaliunionen gesättigten Ionenaustauschers mit Salpetersäure Dem oberen Ende der ersten Kolonne der Ionenaustauscherbatterie, welche nun mit Kaliunionen gesättigt und mit Wasser gefüllt ist, wird eine 2,5 n-Salpetersäurelösung zugeführt. Die Konzentration ist derart gewählt, um zu vermeiden, daß K N 03 in dem Austauscher auskristallisiert. Sobald die Salpetersäure aus dem unteren Ende der ersten Kolonne austritt, wird sie in das obere Ende der zweiten Kolonne umgeleitet usw.
  • Die K N 03 -.Konzentration der abfließenden Lösung entspricht einem Gehalt von etwa 2,8 Äquivalenten K N 03 pro Liter.
  • Da aus dem Austauscher die K-Ionen durch H-Ionen ersetzt werden sollen, muß bei einer idealen Führung des Verfahrens ein Überschuß an H-Zonen verwendet werden, um die K-Ionen vollständig aus dem Austauscher zu entfernen. Die Größe des Überschusses hängt von dem Austauschermaterial, dem Aufbau bzw. der Dimension der Anlage und der Verfahrensart ab, und liegt etwa bei io bis 30°/0.
  • Um eine Ansammlung der salpetersäurehaltigen Kaliumnitratlösung in der Anlage zu vermeiden, entfernt man die saure Nitratlösung in derartigen Mengen, daß sich eine solche Ansammlung nicht bilden kann. Ein möglicher Verwendungszweck für diese saure Nitratlösung besteht darin, dieser Lösung das gefällte und abgetrennte Kaliumaminsalz zuzufügen, welches durch die 'in der Lösung enthaltene Salpetersäure in das schwerlösliche freie Amin umgewandelt wird, wobei man eine wertvolle Kaliumnitratlösung erhält. Die in dieser Weise gebildete Kaliumnitratlösung kann beispielsweise verdampft und auf festes Kaliumnitrat aufgearbeitet werden.
  • Eine andere vorteilhafte Methode, die Salpetersäure-Kaliumnitrat-I.ösung weiter aufzuarbeiten, besteht darin, der Mischung H N 03 zuzufügen, wobei K N 03 auskristallisiert und abgetrennt wird. Die dabei erhaltene saure, an K N 0'3 verarmte Mutterlauge wird dann zur Regenerierung des Ionenaustauschers benutzt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung von Kaliumnitrat aus verdünnten Kaliumsalze enthaltenden Lösungen, gekennzeichnet durch die Vereinigung folgender Maßnahmen: a) Eine kaliumsalzhaltige Lösung, z. B. Meerwasser, Wasser aus Salzseen, Salzquellen und/oder andere verdünnte kaliumsalzhaltige Lösungen, wird in bekannter Weise mit einem löslichen Salz eines hochnitrierten, sekundären, aromatischen Amins versetzt, das dabei ausgefällte schwerlösliche Kaliumaminat von der Lösung abgetrennt und mit Salpetersäure behandelt, wobei Kaliumnitrat in Lösung geht und freies Amin in fester Form zurückbleibt, das zwecks Wiedergewinnung abgetrennt wird, während die Restlösung (Mutterlauge) nach der Ausfällung des schwerlöslichen Kaliumaminats zur Gewinnung weiterer Aminmengen durch Ansäuern mit Salzsäure auf einen zwischen 2 und 6 liegenden pH-Wert eingestellt wird; b) eine wäßrige Kaliumchl.oridlösung wird durch einen sauren Kationenaustauscher geleitet und die aus dem Austauscher abfließende Salzsäure zur Einstellung des p11-Wertes der Restlösung (Mutterlauge) nach der Ausfällung des schwerlöslichen Kaliumaminats wie in a angegeben, verwendet, während der Austauscher mit Salpetersäure unter Bildung von Kaliumnitratlösung regeneriert wird; c) aus der in den Stufen a und b gebildeten Kaliumn.itratlösung wird in geeigneter Weise, z. B. Eindampfen und Kristallisieren, Kaliumnitrat in fester Form gewonnen. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der in der Verfahrensstufe b erhaltenen salpetersauren Kaliumnitratlösung zur Umwandlung des in Stufe a gefällten Kaliumaminat in Kaliumnitrat-und freies Amin benutzt wird. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß aus Teilen der in der Verfahrensstufe b erhaltenen salpetersauren Kaliumnitratlösung durch Zusatz von Salpetersäure Kaliumnitrat in kriställisierter Form abgeschieden und abfiltriert wird und das Filtrat zur Regenerierung des Ionenaustauschers Verwendung findet. 4. Verfahren nach einem jeden der Ansprüche i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das wasserstoffionenbelad'ene Austauschmaterial aus Sulfosäuregruppen besitzenden Harzaustauschern besteht. In Betracht gezogene Druckschriften: USA.-Patentschrift Nr. Z 366 65o; deutsche Patentschriften Nr. 691 366, 704 546, 715 199, 715 200, 726 545; Zeitschrift f. anorg. Chemie, Bd. 26o (i949) S.267 und Z71.
DEN8480A 1953-02-17 1954-02-18 Verfahren zur Gewinnung von Kaliumnitrat aus verduennten, Kaliumsalze enthaltenden Loesungen Expired DE956305C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
NO956305X 1953-02-17

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE956305C true DE956305C (de) 1957-01-17

Family

ID=19907810

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEN8480A Expired DE956305C (de) 1953-02-17 1954-02-18 Verfahren zur Gewinnung von Kaliumnitrat aus verduennten, Kaliumsalze enthaltenden Loesungen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE956305C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1064080B (de) * 1958-06-14 1959-08-27 Basf Ag Verfahren zur Herstellung von ballastfreien Kaliumammoniumsalpeter-Duengemitteln

Citations (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE691366C (de) * 1938-07-29 1940-05-24 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus Loesungen
DE704546C (de) * 1939-05-27 1941-04-02 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus Loesungen
DE715199C (de) * 1939-09-29 1941-12-16 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus Loesungen
DE715200C (de) * 1939-10-31 1941-12-16 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus Loesungen
DE726545C (de) * 1940-02-13 1942-10-15 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kali aus sehr verduennten Loesungen, z. B. Meerwasser
US2366650A (en) * 1942-01-14 1945-01-02 Dorr Co Ionic exchange operations

Patent Citations (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE691366C (de) * 1938-07-29 1940-05-24 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus Loesungen
DE704546C (de) * 1939-05-27 1941-04-02 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus Loesungen
DE715199C (de) * 1939-09-29 1941-12-16 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus Loesungen
DE715200C (de) * 1939-10-31 1941-12-16 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kalisalzen aus Loesungen
DE726545C (de) * 1940-02-13 1942-10-15 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von Kali aus sehr verduennten Loesungen, z. B. Meerwasser
US2366650A (en) * 1942-01-14 1945-01-02 Dorr Co Ionic exchange operations

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1064080B (de) * 1958-06-14 1959-08-27 Basf Ag Verfahren zur Herstellung von ballastfreien Kaliumammoniumsalpeter-Duengemitteln

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0056850B1 (de) Verfahren zur Teilentsalzung von Wässern mit einer Kombination von schwach saurem und basischem Ionenaustauschermaterial und anschliessender Regeneration des Ionenaustauschermaterials
DE2419690C3 (de) Verfahren zur Entfernung von Dichromaten aus bei der Elektrolyse anfallenden, mit Chloraten angereicherten Alkalimetallchlorat-Alkalimetallchloridlösungen
DE1106738B (de) Verfahren zur Herstellung von saeurefreiem, waesserigem Wasserstoffperoxyd
DE1542249A1 (de) Verfahren zum Herstellen eines Metallsalzes aus einem Metallchlorid und einer Saeure
EP0051104A1 (de) Verfahren zur Aufbereitung von insbesondere nitrathaltigem Wasser
DE2153355C3 (de) Verfahren zur Herstellung von gut ftttrierbaren Kristallen von neutralem Calciumhypochlorit
DE68908024T2 (de) Verfahren zur Rückgewinnung der Zitronensäure aus Flüssigkeiten, die sie enthalten.
DE1518522C3 (de) Verfahren zur Reinigung einer wäßrigen Äpfelsäurelösung
DE956305C (de) Verfahren zur Gewinnung von Kaliumnitrat aus verduennten, Kaliumsalze enthaltenden Loesungen
DE3429148C2 (de)
DE1952026A1 (de) Verfahren zur betriebsmaessigen,kontinuierlichen Trennung des Nickels
DE2703935C2 (de) Verfahren zur Gewinnung einer wässrigen Acrylamidlösung
EP0002016B1 (de) Verfahren zur Reinigung von Ammoniumfluoridlösungen
DE1492916C3 (de) Verfahren für das Ausscheiden von Kalium aus industriellen Nebenprodukten
DE3812413A1 (de) Verfahren zur gewinnung von wasser mit karbonathaerte aus kondensat- oder permeatwasser
DEN0008480MA (de)
DE2938424C2 (de) Verfahren zur Abtrenunng von mit Destillatdämpfen übergehenden Säuren und Basen
DE1290928B (de) Verfahren zur Wiedergewinnung des Katalysators aus den Mutterlaugen der Adipinsaeureherstellung
DE2651228C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Caesium- oder Rubidiumhydroxid
DE1034611B (de) Verfahren zum Reinigen von Pentraerythrit
EP0044029A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Hydroxylammoniumperchlorat
EP0470662A1 (de) Verfahren zum Feinreinigen einer wässrigen Alkalichloridlösung für die Membranelektrolyse
DE3707406A1 (de) Verfahren zur herstellung von kaliumsulfat
DE749339C (de) Verfahren zur Rueckgewinnung des Kupfers aus den Abfalloesungen der Kupferkunstseidenindustrie
DE1014980B (de) Verfahren zur Herstellung von schwach dissoziierten Saeuren aus ihren schwerloeslichen Salzen