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Vorrichtung zum Reinigen der Dichtungsflächen an Türrahmen und Türen
von Koksöfen Zur Aufrechterhaltung des gasdichten Abschlusses der Türen von Koksöfen
ist es erforderlich, die Dichtungsflächen an Türrahmen und Türen dieser Ofen von
den während des Ofenbetriebes ständig sich ansetzenden.Verschmutzungen zu.reinigen.
Solche Verschmutzungen zeigen sich als feste, zähe oder auch weiche Verkrustungen,
die sich durch Teer, angebackene Kohle oder ebensolchen Koks.ergeben und die nur
während der Zeit des Offenstehens der Ofenkammern entfernt werden können. Die Beseitigung
dieser Verschmutzungen von Hand durch Abkratzen, Abstoßen oder Abbürsten ist insbesondere
am oberen, schwerer zugänglichen Teil der Türen, vor allem bei hohen Türen, an 'sich
und auch unter der Einwirkung der Strahlwärme der heißen Ofenteile äußerst schwierig.
Zur Vereinfachung der Reinigung hat man deshalb schon, insbesondere für die Türen
von Horizontalkammeröfen, mechanische Hilfsmittel angewendet. Die zeitweise Einwirkung
der sehr starken Wärmestrahlung mit der hierauf folgenden schnellen Abkühlung bewirkt
jedoch schon nach kurzer Zeit einen schnellen Verschleiß und ein Versagen mechanischer
Teile.
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Als solche mechanischen Hilfsmittel sind schon um ihre Achse rotierende,
in den Gelenken einer um @ den Türrahmen oder die Türdicntung laufenden Gallschen
Kette befestigte, über die Dichtuungsflache
des Türrahmens oder
die Türdichtung federnd geführte Bürsten oder nicht rotierende genutete Schaber
oder an einem auf- und abwärts bewegten Traggestell gelenkig angeordnete Schaber
mit der Breite der Dichtungsflächen entsprechenden Schabekanten bekanntgeworden.
Die auf fahrbaren Traggestellen verschiebbar oder in geringem Maße schwenkbar angeordneten,
umlaufenden Gelenkketten wurden dabei zum Schutz gegen Wärmeeinwirkung in einem
kastenförmigen Hohlrahmen untergebracht, der teilweise doppelwandig oder an seiner
Außenseite gegen Wärme isoliert sein konnte. Auch ein Blechmantel zwischen den Reinigungsgliedern
und der Ofenkammer, der vom Hohlrahmen ausgeht, ist bekannt.
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Mit Reinigungsmitteln dieser Art lassen sich die teilweise sehr fest
sitzenden Verkrustungen aber nicht einwandfrei entfernen. Die rotierenden Drahtbürsten
greifen die Ansätze nur von oben her in kratzender Wirkung an. Breite Schaber, die
die Verkrustungen abstoßen sollen, gleiten bei mit über die Breite des Dichtungsrahmens
sich erstreckenden Schabekanten wiederum über weniger erhabene Ansätze hinweg, zumal
dann, wenn diese Ansätze keine scharfen Umrandungen aufweisen. Genutete Schaber
sind riur für die Dichtungsschneiden der Türen verwendbar.
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Die Erfindung liegt nun in der besonderen Ausbildung der an der umlaufenden
Kette befestigten, also nicht rotierenden Schaber. Vorschlagsgemäß sind diese als
fingerförmige, in sich federnd nachgiebige Glieder ausgebildet, die an der umlaufenden
Kette in Richtung dieser Kette hintereinander befestigt und mit ihren spitzen oder
schneidkantenartigen, der Dichtungsfläche zugewandten Enden in ihrer Laufrichtung
versetzt zueinander angeordnet sind. Zweckmäßig im Sinne der Befestigung ist für
eine Anzahl von Gliedern ein gemeinsames Ansatzstück vorgesehen, von dem eine Anzahl
Glieder abgebogen ist. Die Glieder unterscheiden sich durch ihre Schmalheit von
den bekannten Schabern und durch ihre Größe und erhebliche Federkraft in Verbindung
mit ihrer Wirkung als selbständige Schaber von den Borsten der bekannten umlaufenden
Bürsten.
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Die Glieder greifen infolge des federnden AndrÜckens mit ihren Spitzen
oder schmalen Schneidkanten in die Verkrustungen ein, reißen sie auf und sprengen
sie ab. Die nachfolgenden Reinigungsglieder heben die gelösten Verkrustungsrückstände
von den Dichtungsflächen ab und reißen die Rückstände weiter auf. Mit solchen die
Verkrustung aufreißenden Schabern oder Kratzern sind die Dichtungsflächen in kurzer
Zeit von den nachteiligen Ansätzen gereinigt. Je kürzer aber die Reinigungszeit
ist, desto weniger kann die Strahlwärme nachteilig auf die einzelnen Glieder wie
auch auf die Vorrichtung als solche einwirken. Die Reinigungsglieder sind leicht
auswechselbar an der Kette befestigt.
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Die erfindungsgemäße Gestaltung der Reinigungsglieder liegt auch im
Sinne des Schutzes der Vorrichtung gegen die starke Wärmestrahlung von den heißen
Ofenteilen her. Die einzelnen Glieder bieten einerseits der Strahlwärme nur eine
geringe Fläche und werden. andererseits durch den während des möglich schnellen
Umlaufes der Vorrichtung sie umspülenden Luftstrom vorteilhaft gekühlt. Zur Verminderung
der Strahlwärme an den Gliedern genügt deshalb in an sich bekannter Weise eine einfache,
am .Hohlramen* für die Tragkette oder am Tragrahmen der Vorrichtung angeordnete
Schutzwand. Ein für solche Reinigungsvorrichtungen ebenfalls bekannter stopfenartiger,
in die Kammer hineinragender Schutzschild aus feuerfestem Baustoff, der das Gesamtgewicht
der fahrbaren Vorrichtung erhöhen würde, ist nicht notwendig.
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Bei der feingliedrigen Ausbildung der Vorrichtung ist es noch erforderlich,
das zweckmäßige Anliegen der Glieder an den zu reinigenden Flächen und den mit diesen
Gliedern ermöglichten schellen Umlauf der Vorrichtung nicht durch ein Verziehen
der Kette und der Halteglieder für die Reinigungsmittel durch Wärmeeinwirkung zu
gefährden. Das hierfür als Wärmeschutz bereits bekannte Belegen der der Wärmestrahlung
ausgesetzten Fläche des Hohlrahmens für den Kettenumlauf mit .einem schlecht wärmeleitenden
- Mantel, wie Asbest od. dgl., reicht dazu nicht aus. In vorteilhafter Weiterausbildung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird deshalb der die Kette umschließende Hohlrahmen
wenigstens an den der Wärmestrahlung ausgesetzten Flächen hohlwandig ausgebildet
und der zwischen diesen beiden Begrenzungswänden liegende Hohlraum mit Isoliermasse
ausgefüllt. Gegebenenfalls kann auf die Außenwand des Hohlrahmens noch eine zusätzliche
Isolierung gegen Wärmeeinwirkung aufgebracht werden.
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Die Vorrichtung kann in an sich bekannter Weise auf einem vor dem
Ofen verfahrbaren Wagen angeordnet und dabei fest, schwenkbar oder verschiebbar,
gegebenenfalls schwenk- und verschiebbar eingerichtet sein.
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Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt darin,
daß mit ihrer Hilfe sowohl die ebenen Dichtungsflächen des Türrahmens als auch die
schneidenartigen Dichtungskanten und diesen Kanten benachbarte Flächen der Türen
gleichermaßen gereinigt werden können.. Die nebeneinander einzeln federnd nachgiebig
angeordneten Schaber oder Kratzer passen sich jeder Querschnittsform der Dichtungsfläche
mit ausreichendem Gegendruck leicht an <und erfassen so alle Einzelflächen dieser'
Querschnittsform.
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Für die Reinigung der Dichtungsflächen von Türrahmen und Tür kann
deshalb eine einzige, zweckmäßig auf einem Wagen schwenkbar angeordnete Vorrichtung
dienen. Das Reinigen der beiden Dichtungsflächen geschieht dann zeitlich nacheinander.
Die Vorrichtung wird dazu vor die geöffnete Kammer bzw. vor die Dichtungsflächen
des Türrahmens gefahren und in entsprechende Arbeitsstellung geschwenkt. Anschließend
an diese Reinigung können durch Schwenken der Vorrichtung zur vorher ausgehobenen
und ausgefahrenen Tür zu auch diese Dichtungsflächen behandelt
werden.
Es kann aber auch für die Türrahmen und für die Türen je eine besondere, auf eigenem
Wagen angeordnete Vorrichtung vorhanden sein. Die Vorrichtungen können auch auf
einem Bedienungswagen der Ofen, beispielsweise auf dem Türhebewagen oder auf dem
Koksausdrückwagen, vorgesehen werden. Erforderlich ist nur, daß die Vorrichtungen
mit Hilfe dieser Wagen an den Türrahmen wie auch an die Tür, in letzterem Fall gegebenenfalls
durch Schwenken der ausgehobenen Tür oder/und der Vorrichtung herangebracht werden.
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Die Zeichnung veranschaulicht die erfindungsgemäße Vorrichtung an
Hand von Ausführungsbeispielen..
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Abb. i zeigt eine Vorderansicht der Vorrichtung, Abb. 2 einen senkrechten
Schnitt durch diese; Abb. 3 stellt Anordnungen der Vorrichtung bei ihrem Gebrauch
dar; Abb. 4 und 5 veranschaulichen Einzelheiten der Vorrichtung an Hand eines Schnittes
A-P nach Abb. i.
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An dem in Form und Größe der Koksofentür angepaßten Tragrahmen 5 der
Reinigungsvorrichtung 4 ist der Hohlrahmen 15 angeordnet, in dessen Hohlraum 16
eine endlose Kette 6 läuft, die über die Antriebskette 17 mit Hilfe des Motors 8
in Umlauf gesetzt wird. Die Kette 6 besitzt Tragglieder 7, die in dem Schlitz i8
das Hohlrahmens 15 geführt werden. An den Traggliedern 7 sind die Reinigungsglieder
i9 lösbar befestigt, die von ihrem gemeinsamen Ansatzstück 27 als fingerförmige,
in sich federnd nachgiebige Glieder an ihren Enden in Richtung nebeneinander abgebogen
sind. Ihre der Dichtungsfläche zugewandten federnden Enden 28 besitzen Spitzen.
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Die Vorrichtung ist durch Tragarme 2o, 21, 22 und 23 auf einer Tragfläche
24, 25, z. B. einem Wagen, mit Hilfe von Zapfen 9 schwenkbar gelagert. Der Handgriff
io dient zum Schwenken der Vorrichtung von Hand.
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14 ist eine Schutzwand gegen Wärmestrahlung für die Reinigungsglieder
ig. Der Hohlrahmen 15 besitzt die Doppelwand 1ä, 13, in deren Zwischenraum 26 eine
Isoliermasse eingebettet ist.
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Bei Anwendung der Vorrichtung ist die die Ofenkammer i abschließende
Tür 3 mittels der Türhebevorrichtung 29 aus der Kammeröffnung herausgehoben und
um 9o° geschwenkt worden. Die in dem dargestellten Beispiel auf dem Koksausdrückwagen
2 angeordnete. Reinigungsvorrichtung 4 ist im Punkt 3o um die Zapfen 9 schwenkbar.
Die die Vorrichtung tragenden Arme 2o bis 24 lassen sich bis zu i8o°' schwenken.
Die Vorrichtung wird damit vor die Ofentür 3 und Reinigungsglieder i9 werden vor
den Dichtungsrahmen der Tür gebracht. Das Anpressen der keinigungsglieder an die
zu reinigenden Flächen kann mittels des Handgriffes io erfolgen. Nunmehr wird die
Kette 6 durch Anlassen des Motors 8 in Umlauf gebracht, wobei die Reinigungsglieder
i9 an den Dichtungsflächen 32 der Tür 3 in Wirkung treten.
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Zu gleicher Zeit kann eine zweite Vorrichtung 4, die auf einem vor
dem Ofen, verfahrbaren Wagen 34 angeordnet ist, durch auf diesem Wagen erfolgendes
Vorschieben an den Türrahmen 35 herangebracht werden, wobei wiederum durch Umlauf
der Kette 6 die Reinigung der Dichtungsflächen 33 des Rahmens 35 mittels der Reinigungsglieder
i9 erfolgt.
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Die Vorrichtung 4 für die Türdichtungsflächen 32. kann, wie dargestellt,
so bemessen sein, daß ihr Tragrahmen 5 zusammen mit dem Hohlrahmen 15 über die Tür
3 gestülpt werden kann, während die Vorrichtung für die Reinigung der Türrahmenflächen.
einen engeren Tragrahmen 5 besitzt, der sich diesem Rahmen leichter nähern kann.
Die Reinigungsglieder i9 sind dabei den Erfordernissen entsprechend an den Traggliedern
7 befestigt.