DE9424C - Neuerungen an Gasöfen - Google Patents
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Description
1879.
Klasse 26.
JAMES ADAMS in GLASGOW. Neuerungen an Gasöfen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. September 1879 ab.
Die Erfindung bezieht sich auf Verbesserungen in der Construction und Combination der einzelnen
Theile von Gasöfen. Zur Anwendung kommt in denselben ein Brenner aus einer Gruppe von kleinen cylinderförmigen oder
anders geformten, siebartig durchbohrten Röhren aus Thon oder anderem feuerfesten Material
bestehend, welchem von innen eine Mischung von Gas und Luft zugeführt wird; diese
Mischung dringt durch die kleinen siebartigen Löcher und verbrennt auf der äufseren · Oberfläche
der Brenner. Diese Brennergruppe ist von einer Umhüllung oder Kammer umgeben, welche den Zutritt der Luft zu den äufseren
Oberflächen der Brenner dadurch regulirt, dafs sie selbst wiederum nur mit kleinen Löchern
versehen ist, durch welche nur so viel Luft durchdringen und um die Brenner circuliren
kann, als während des Verbrennungsprocesses wirklich consumirt wird. Der nachtheilige Zutritt
eines Luftüberschusses, der sich mit den Verbrennungsproducten mischen könnte, wird
hierdurch möglichst reducirt.
Die Verbrennungsproducte werden durch einen zickzackförmig aufsteigenden Kanal oder
»Zug« in einen Kamin geführt, in dem sie so lange festgehalten werden, bis sie alle ihre
verwerthbare Wärme abgegeben haben. Andere Rohre führen Ströme reiner Luft an den erwärmten
Wänden der »Züge« entlang und die so erwärmte Luft wird dann wieder in das
Zimmer, in dem der Ofen steht, hereingelassen.
Die Wände der Luftrohre, auf welche sich die Wärme der durch die »Züge« strömenden
Verbrennungsproducte überträgt, haben grofse Oberflächen, so dafs sie nicht überhitzt werden
können.
Die zu erwärmende Luft tritt ferner von oben in den Ofen; sie ist also frei von Staub
und in der Nähe des Fufsbodens entsteht kein Zug. Die aus dem Ofen tretende warme Luft
wird über eine Art von Wassertrog hingeleitet, der, so geformt ist, dafs, je voller der Trog,
desto breiter die Wasseroberfläche ist. Die Brenner werden am passendsten construirt, als
eine Gruppe von Thoncylindern (50 bis 75 mm hoch und 18 mm im Durchmesser) oben geschlossen,
unten offen; Durchmesser der inneren Bohrung ca. 12 mm.
Die Wände des Thonbrenners sind siebartig durchlöchert, jedes Loch so grofs, um ein Pferdehaar
durchzulassen. Die Brenner werden senkrecht über die Mündung eines Gasrohres gestellt,
der Gasstrom tritt am unteren, offenen Ende durch eine kleine Düse in den Thoncylinder,
zusammmen mit einem Strom athmosphärischer Luft, welcher durch die ringförmige Oeffnung zwischen dem Gasrohr und der inneren
Wand des Brenners Zutritt findet. Die Luft- und Gasmischung steigt im Brenner in die
Höhe und entweicht in feinen Strahlen durch die siebartigen Bohrungen nach der äufseren
Oberfläche desselben, wo sie mit der zur vollständigen Verbrennung weiter ; erforderlichen
Luftquantität zusammentrifft. Entzündet brennt diese Mischung mit blafsblauer Flamme und
entwickelt eine intensive Hitze, welche den Thoncylinder bald zum Glühen bringt. Eine
nach dem im Ofen erwünschten Wärmegrad zu normirende Anzahl von diesen Thoncylindern
wird in Gruppen, reihenweise oder kreisförmig auf dem Boden der oben genannten Kammer
aufgestellt, welche den Luftzutritt von aufsen regulirt; der Abstand der Cylinder unter einander
ist ebenfalls so bemessen, dafs das Circuliren unverwerthbarer ^ und störender Luftströme
verhindert wird.
Das Gas tritt zu den Brennern aus einem flachen Reservoir, stets unter gleichmäfsigem
Druck, was durch einen guten Regulator zu controliren ist. Das Reservoir ist so angeordnet, dafs
die zur Verbrennung bestimmte Gas- und Luftmischung schon vor dem Verbrennen bedeutend
erwärmt ist. Die gleichmäfsige und innige Mischung wird hierdurch sehr begünstigt. Die
Flamme oder die heifsen Verbrennungsproducte werden ferner gezwungen, gegen einen Block
von Thon oder anderem feuerfesten Material zu spielen, wodurch erstens die metallenen
Theile des Ofens vor der aus. unmittelbarer Einwirkung der Flamme folgenden Zerstörung
geschützt werden und wodurch zweitens eine intensive Hitze in einem festen Reservoir angesammelt
und erhalten wird, welches sich in der Mitte des Ofens im unteren Theile desselben
befindet. :
Durch diese Brenner soll erzielt werden:
i. Vollkommene Verbrennung und Entwickelung
intensiver Hitze. .
2. Die Möglichkeit durch Verringerung des Gasdruckes den Gasconsum zu beschränken
und die Ofenhitze zu mildern, ohne dabei zu riskiren, dafs die Flamme zurückschlägt und
wegen mangelhafter Verbrennung an zu rauchen fängt.
3. Gewinnung eines Wärmeüberschusses in dem genannten Thonblock im Innern und
speciell im unteren Theile des Ofens.
Während die erhitzten Gase vom Brenner aufsteigen, durchströmen sie eine Anzahl über
einander liegende und durch Oeffnungen communicirende Kammern, welche einen zickzackförmigen
Zug im Ofen bilden. Diese Anordnung verzögert das Entweichen der heifsen Gase. In einem verticalen cylindrischen Ofen
von 45 cm Durchmesser mit sechs dieser über einander liegenden Kammern ist dieser »Zug«
10,50 m lang oder 10 bis 12 mal so lang als der
Ofen hoch ist. Diese Verhältnisse genügen, um die Verbrennungsproducte so lange im
Ofen festzuhalten, bis sie alle ihre verwerthbare Hitze abgegeben haben. Da aufserdem die
heifsen Gase in dem Zuge gewissermafsen .ruck- oder sprungweise entweichen, so vollzieht
sich während dessen eine fortwährende Bewegung und Neumischung der einzelnen Partikel,
wodurch stets eine möglichst gleichmäfsige Temperatur in dem ganzen Ofen erzielt wird..
Zum Zwecke der Wärmemittheilung an die reine, durch den Ofen strömende Luft erhalten
die Luftröhre eine möglichst grofse Oberfläche, indem man ihnen doppelte Wände giebt.
Eine weitere Vergröfserung der wärmenden Oberfläche erzielt man ferner dadurch, dafs
man Luftzüge mitten durch den Körper des Ofens und durch die zickzackförmigen Gaszüge
senkrecht hindurchführt.
Sämmtliche genannten Luftrohre oder Züge werden aus einer amBoden des Ofens befindlichen
Luftkammer gespeist, welche ihrerseits durch andere von oben nach unten führende Rohre
mit kalter Luft gefüllt wird. Die erwärmte Luft steigt in den betreffenden doppelwandigen
Röhren von unten nach oben, wird von der Decke nach seitlich dicht unter denselben angebrachten
Oeffnungen geleitet und tritt von da in das Zimmer.
Um den oberen Rand des Ofens herum, von der Ofendecke geschützt und zum Theil verdeckt,
ist eine continuirliche Wasserrinne angeordnet. Die erwärmte, an den seitlichen Oeffnungen austretende Luft mufs über dieses
Wasserreservoir hinstreichen und absorbirt dabei so viel Wasser, wie sie während des Erwärmungsprocesses
verloren hat. Die Rinne ist am oberen Rande am breitesten und wird nach unten zu absatzweise schmäler, so dafs je nach
der Füllung sich die Breite der Wasseroberfläche reguliren läfst.
Der verbesserte Brenner ist auch für Koch- und andere Gasöfen verwendbar, aufserdem
kann die vorbeschriebene Anordnung von Liift- und Gaszügen oder auch andere Theile der Erfindung
auch in solchen Gasöfen zur Verwendung kommen, die mit dem verbesserten Brenner nicht versehen sind.
Den beiliegenden Zeichnungen ist Folgendes erläuternd hinzuzufügen:
Fig. ι und 2 sind ein Vertical- und ein Horizontalschnitt
nach ι -1 bezw. 2 - 2 der verbesserten Gasöfen und zeigen die allgemeine
Anordnung und Combination der Theile speziell, so wie sie für Zimmerheizung am passendsten ist.
Fig. 3 und 4 sind ein Vertical- und ein Horizontalschnitt nach 3-3 bezw. 4-4 eines einfachen
und billigeren Gasofens des Erfinders.
Fig. 5, 6 und 7 stellen einen Kochofen dar und zwar einen Verticalschnitt nach der gebrochenen
Linie 5-5 von Fig. 6 und zwei Horizontalschnitte nach 6-6 bezw. 7-7 von
Fig. S-
Fig. 8 und 9 sind ein Vertical- und ein Horizontalschnitt nach 8-8 bezw. 9-9. eines
Ofens zum Heifsmachen von Bügeleisen.
Fig. 10 zeigt einen Verticalschnitt der zu
dem Brenner gehörigen Theile in gröfserem Mafstabe. Es befindet sich in diesem Modell
eine Art hohle, mit Löchern versehene thönerne Kuppel B2 über den Thoncylindern b, welche
die producirte Wärme anhäuft und nachher abj...
giebt, ohne die naheliegenden Metallteile des Ofens anzugreifen.
In Fig. ι und 2 ist A ein flaches Gasreservoir
im Mittelpunkt der hermetisch geschlossenen Luftkammer D dicht unter der Heizkammer B.
Durch das Gasrohr g mit Hahn g' strömt Gas unter gleichmäfsigem Druck in das Reservoir A,
In die Decke von A ist eine Anzahl kurzer Gaseinlafsröhren α eingeschraubt und oberhalb
derselben, befindet sich die Luftregulirungs-■kammer
a', welche mittelst enger Schlitze β",
mit der Luftkammer D comtnunicirt, so dafs sich die Quantität der durch a\ in die Kammer B
einzulassenden Luft reguliren läfst. Die Kammer B enthält eine Anzahl Brenner b, welche
je durch ein Gasrohr α gespeist werden. Diese Brenner sind in eine Platte b' eingezapft, die
auf einem Rande des Ringes a' ruht; in dieser
Platte befinden sich kleine Löcher b", so dafs den Brennern b auf zwei Wegen genügende
Luft zugeführt wird, von unten durch a', wo sie sich mit dem Gas vermengt, und seitlich
durch die Oeffnungen b". Die Brenner b stehen senkrecht in der gewissermafsen eine
Einsenkung von D bildenden Kammer B, die
heifsen Verbrennungsgase steigen durch die innere Heizkammer BC nach oben. Um das
Quantum der den Brennern von unten aus al zuzuführenden Luft zu reguliren,' sind die
Löcher α2 in einer Platte a3 angeordnet, welche
über der für den Zutritt der Luft bestimmten Oefmung a" in den Ring α1 eingelassen und
nahe unter den Brennern b befestigt ist (Fig. 10). Derselbe Zweck kann auch vermittelst eines
Ringes D* (Fig. 10) erreicht werden, welcher durch einen aufserhalb der Fufskammer ange-
brachten Hebel in senkrechter Richtung verschiebbar die Luftzutrittsöffnung a" beliebig
vergröfsertoder verkleinert. Der Ofen ruht auf niedrigen Füfsen / etwas über dem Fufsboden.
An Stelle der Cylinder b können auch hohle durchlöcherte Brenner von feuerfestem
Material, aber von anderer Form (Fig. 13, 14, 15), angewendet werden. ' ■; .;
Der Körper des Ofens besteht aus zwei mit der Luftkammer D luftdicht verbundenen Cylindern
£>2 und D", welche oben durch den
. Deckel D' mit dazu gehörigem Capital E-E
bedeckt werden. Das Capital E' besitzt einen zickzackförmigen Spalt, durch welchen die erwärmte
Luft oberhalb eines offenen, mit der Decke D1 zusammenhängenden Wasserbehälters
E" von runder oder beliebig anderer Form in Richtung der Pfeile, Fig. 1, entweicht.
Ein grofser Theil der zu erwärmenden Luft findet in Höhe der Ofendecke Zutritt durch
' drei oder mehr säulenartige, mit der Fufskammer
D communicirende Röhren G. Diese Röhren sind gegen die Decke des Ofens hin
geschlossen, haben aber oben an ihrer hinteren, der Ofenwandung zugekehrten Seite behufs Zulassung
der Luft einen Schlitz G', welcher behufs Regulirung des Luftzutritts mit einem
Schieber oder breiten Ring G" versehen ist.
Die zu erhitzende Luft wird nun aus der Fufskammer D zunächst in die äufsere runde
Heizkammer D" dD2 hinaufgeleitet, ferner auch
eben daher in eine kreisförmig oder beliebig anders gruppirte Anzahl von verticalen Röhren F,
welche unten mit D1 oben mit der durch den Deckel gebildeten Luftkammer E communiciren.
Drittens ist ein röhrenartiger, nach unten hin durch den feuerfesten Thonblock B" abgeschlossener
Kasten H, in der Axe des Ofens vertical über den Brennern b hängend, angebracht.
Innerhalb H ist mit gleicher Axe ein engerer, unten offener Cylinder H' an der
durchbrochen ornamentirten Kuppel H" des Deckels aufgehängt. Die zu erwärmende Luft
dringt durch diese Kuppel in die Röhre B', berührt den erhitzten Thonblock B", steigt in
der zwischen den Wänden von H und H' gebildeten
Heizkammer erwärmt nach oben und verläfst den Ofen ebenfalls in Richtung der
Pfeile bei E. Zwischen den drei vorbeschriebenen Heizkammern circuliren die von den
Brennern b kommenden heifsen Verbrennungsproducte und werden in der durch abwechselnd
horizontale und verticale Platten C und C bezw. C" in mehrere zusammenhängende Abtheilungen
getheilten Zugkammer B' C möglichst langsam spiralförmig in die Höhe bis zum Auslafsrohr
J geleitet, die mit dem Schornstein in directer Verbindung steht. Die in der genannten
Zugkammer spiralförmig mit anwachsender Pression gegen die Aufsenflächen der drei
Heizkammern emporsteigenden Verbrennungsproducte erhitzen die Wände dieser Heizkammern
und erwärmen somit die in den letzteren circulirende reine Luft, welche schliefslich
aus dem Deckel bei E entweicht, um sich mit der Zimmerlüft zu vermischen. In den
Zeichnungen sind die Bewegungsrichtungen der erwärmten Luft durch grofsgefiederte, die der
Verbrennungsgase durch kleine Pfeile angedeutet.
Behufs besserer Zimmerventilation ist über das Auslafsrohr J ein anderes Rohr /' geschoben,
wodurch ein ringförmiges, in den Schornstein führendes Rohr / gebildet wird.
Eine viereckige oder anders geformte Oeffnung in /' mit einem Schieber oder sonstwie eingerichtetem:
Ventil/3 ermöglicht das Ausströmen der Zimmerluft, die mit den iny entweichenden
Gasen mitgerissen wird. Eine leichtbewegliche Sicherheitsklappe (oder dergl.) j 2 an dem dem
Ofen zunächst befindlichen Ende von J schliefst sich beim geringsten Rückstofs der Luft im
Schornstein, weil sonst das gleichmäfsige Functioniren des Ofens gestört werden würde.
Soll der Ofen gleichzeitig einen Zimmerschmuck bilden, so können die Brenner so
eingerichtet werden, dafs sie Asbest oder ein ähnliches Mineral bis zum Weifsglühen · erhitzen
und die Strahlen von dort aus auf durchsichtige Scheiben k, Fig. 2, von Glas, Glimmer
oder ähnlichem Material reflectiren, welche in geschlossene Kanäle K eingelassen sind, die
durch die Luftkammer D hindurch zu den Brennern führen.
Der in Fig. 3 und 4 dargestellte Gasofen ist eine vereinfachte Modification von Fig. 1
und 2. Die säülenartigen Röhren G' sind weggelassen" und durch ein verticales, oben offenes
Lufteinlafsrohr G* an der Hinterseite des Ofens ersetzt, welches im Zimmer in Höhe der Ofendecke
mündet und unter Vermeidung des störenden Zuges am Fufsboden die Luft von oben nach unten in die Kammer D führt. Ebenfalls
sind dier Luftrohre F weggelassen, infolge dessen
können H' und H stärker, also mit gröfserer
Oberfläche hergestellt werden, als in Fig. 1 und 2. Aufserdem ist hier der Thonblock B 2
oder die Kuppel B " nicht vorhanden.
Fig. 5 bis 7 stellen Modificationen des Gasofens für Kochzwecke dar. Durch das verticale
Rohr G* wird die Luft in die Luftkammer d D eingeführt, welche am besten aus
Gufseisen herzustellen ist. Ueber derselben befindet sich zunächst die grofse, den eigentlichen
Ofen bildende Kammer c zum Braten und Backen, darüber die Kammer C 2 zur Aufnahme
der heifsen Verbrennungsproducte, in und· über welchen die verschiedenen Küchenoperationen,
wie Schmoren, Rösten etc. vorgenommen werden können; über dieser liegt
schliefslieh die Kochplatte C 3, welche mit Kochlöchern
C 4 und dazu gehörigen gut schliefsenden
Deckeln C5 versehen ist. ' Der Ofen C
mit der dazu gehörigen ThürC"" hat eine
doppelte Wandung. Die Wände stehen passend 25 bis 50 mm auseinander, so dafs der ganze
Ofen mit einer Luftschicht c* umschlossen ist. Die äufsere: Wand wird vortheilhaft aus einer
starken polirten Zinnplatte gefertigt. . Die Fufsplatte c' der oberen Kochkammer und die
Kochplatte C 3 stellt man aus Gufseisen her.
Kleine Kochöfen dieser Art macht man cylindrisch, doch ist auch quadratische oder polygonale
Form anwendbar.
Die Deckplatte D der Kammer a' ist mit
einer Anzahl von io oder mehr runden, 25 mm weit auseinanderstehenden Löchern α versehen
(Fig. 7). Diesen Löchern entsprechend ist das Gaszuleitungsrohr A, welches unter der Platte
liegt, durchbohrt und sind auf diese Bohrungen durch die Löcher α hindurch die Stützen b '"
geschraubt, welche die bereits beschriebenen Ringe b' mit den Brennern b tragen. Die
Gröfse der Löcher α ist nach dem für die Brenner günstigsten Luftquantum so zu normiren,
dafs nicht mehr Luft Zutritt erhält, als verbrannt werden kann. - Dieses Luftquantum
strömt aus der Kammer a ', welche durch das Rohr C* mit der Zimmerluft communicirt, den
Brennern zu. ■ . ■
Ca. 40 mm von der inneren Wandung des Ofens C entfernt, ist auf der Fufsplatte D ein
Schirm B' aufgerichtet, der bis nahe an die Fufsplatte C der Kammer C2 reicht. Derselbe
schliefst die Brenner b ein und ist da, wo dieselben aufhören, gegen die Ofenwandung
gebogen (B", Fig. 7) und neigt sich nach oben zu schräg gegen dieselbe, so dafs seine obere
Kante nur 13 mm von derselben entfernt ist. Es entsteht auf diese Weise die länglich geformte
Verbrennungskammer B *. Das Anzünden der Brenner geschieht durch eine Oeffnung
im Schirm B', welche mit einem Schieber B* geschlossen werden kann. Eine kleine
Pfanne O", auf der Fufsplatte D stehend, dient zum Auffangen des beim Braten herniedertröpfelnden
Fettes und läfst dasselbe mittelst des in einer Oeffhung der Platte D befestigten,
durch die Luftkammer a' führenden Abflufsrohres O' in eine flache Schüssel O ablaufen.
Diese Schüssel ist halb mit Wasser gefüllt, in welches die Spitze des Abflufsrohres eintaucht,
so dafs auf diesem Wege ein Luftzutritt in den Ofen nicht stattfinden kann.
Die obere Kammer C2 ist ca. 120 mm tief;
die erhitzte Luft findet ihren Zutritt durch die
Oeffnung c (Fig. 5). Um ihr Entweichen durch das mit dem Schornstein communicirende
Rohr J möglichst zu y_erzögern und den Hitzgrad
in der Kammer C2 demgemäfs möglichst zu erhöhen, sind horizontale und verticale Zugbrecher
c' und c" angeordnet. Werden die Kochtöpfe durch die Oeffnungen Ci in den
Ofen eingesetzt, so circulirt die heifse Luft um die Wandungen dieser Töpfe.
Unter einem dieser Kochlöcher ist, um auch mit directer Flamme wirken zu können, eine
Gruppe von Brennern mit einer Wand von Eisen oder feuerfestem Thon umgeben angebracht, so dafs hier eine für sich abgeschlossene
Kammer B gebildet wird. Die nothwendige Luft wird, Fig. 6, direct von ,aufsen durch
einen niedrigen Kasten a" zugeführt. Die Luft tritt dann durch die Oeffnungen α 2 und b"
der Platte α 3 in und neben die Brenner b.
Die Zuführung des Gases geschieht von unten aus durch das Rohr g" mit Gashahn g*.
Es ist also möglich, die auf dem Boden des Ofens befindlichen Brenner zu entzünden,- während
die oberen Brenner in dem Kochappärat B nicht angezündet sind und umgekehrt.
Fig. 5 a und 6 a sind ein Vertical- und ein Horizontalschnitt (zum Theil Ansicht und Aufrifs)
nach 1-1 bezw. 2-2 \der. betreffenden
Figuren und stellen einen Kochofen einfachster Art dar.
Derselbe besteht aus einer gufseisernen Fufsplatte D und einer ebensolchen Deckplatte D',
welche durch einen kurzen Thoncylinder B und eine äufsere Umhüllung D" von Eisenblech '
verbunden sind. Mit D hängt gleichzeitig! die r-Luftkammer
aufserhalb des Ofens, mit B die Gaskammer innerhalb desselben. -zusammen.
Der Brenner und die bei der Verbrennung direct betheiligten Constructionstheile sind. bereits
beschrieben und durch Zeichnungen erläutert. Die Luft hat Zutritt nach D durch die
Oeffnung d" am oberen Rande von Z)" und der enge Schlitz oder die Reihe kleiner Löcher a"
giebt ihr Zutritt zur Kammer a', welche die
Gasröhren α und das Gasreservoir A umgiebt.
Die Deckplatte D' ist in ihrer Oberfläche mit Auskragungen versehen, um Töpfe oder
Pfannen an oder über den Brennerapparat zu stellen und um dem flachen, beweglichen Rost L
einen Halt zu geben. L ist an den Seiten offen und oben mit einer dünnen Thon- oder
Ziegelplatte bedeckt. Ueber der Platte L und
um dieselbe herum ist vermittelst der beweglichen cylindrischen Hülse L 3 mit siebartiger
Scheibe L'" eine Kochkammer Z2 gebildet. Die obere Fläche des Ofens ist mit kurzen
Haken oder Nägeln versehen und ' dient als Kochplatte ; sie hat einenjiach innen gebogenen
Rand, um die entweichenden heifsen Dämpfe gegen die darauf stehenden Töpfe oder
Schüsseln zu leiten.
Eine Thür L 4 ist der Kochkammer L 2 gegenüber
angebracht. Die Fufs- und Deckplatte oder auch der ganze Ofen kann von Gufseisen
hergestellt werden.
Fig. 8 und 9 stellen eine Modification des Gasofens zum Erhitzen von Bügeleisen dar.
Derselbe hat quadratischen Grundrifs und steht mit den Füfsen./ etwas über dem Fufsboden.
Fufskammer D und die Anordnung der Brenner ist genau, wie in Fig. 1 bis 4 dargestellt und
mit denselben Buchstaben bezeichnet. Der Ofen hat wiederum eine doppelte kastenförmige
Wandung, welche theils aus Gufseisen C", theils aus Eisenblech C" herzustellen ist. Diese
Wände sind der Dauerhaftigkeit wegen mit der gufseisernen Fufsplatte und der Decke C aus
gleichem Material durch Flantschen verbunden und verschraubt. Die kastenförmige Wandung
umschliefst eine zu erwärmende Luftschicht.
Durch zwei auf Flantschen ruhende durchlöcherte Platten oder Roste T und T' erhält der Ofen
zwei Abtheilungen. Die schräge Anordnung der Roste erleichtert das Einsetzen und Herausnehmen
der Bügeleisen V. Die ebenfalls kastenförmigen Thüren C"" hängen klappenartig mit
der oberen Kante an starken Scharnieren, während der untere abgeschrägte Rand einen möglichst
hermetischen Verschlufs bildet. Die Kammer C 2 über dem eigentlichen Ofen ist
nach oben durch die gufseiserne Platte C 3 abgeschlossen,
auf welche während des Wechselns die heifsen Bügeleisen niedergesetzt werden können.
Der Eintritt der Luft in den Ofen geschieht (Fig. 3 und 5) durch das Rohr G* in die
Fufskammer D und durch a" in die Kammer A. Die heifsen Verbrennungsproducte circuliren
durch den Ofen C und dringen dann durch die Abzugsöffnung c in die obere Kammer
c2, welche durch verticale »Zugbrecher« das schliefsliche Entweichen der Gase durch
das Rohr J zweckmäfsig verzögert und dadurch zur Erhitzung der Deckplatte C 3 beiträgt (Pfeilrichtung
in Fig. 8).
Claims (7)
- Patent-Ansprüche:ι . In Gasöfen die Combination eines mit Luft- und Gasmischung gespeisten, hohlen durchlöcherten Brenners von cylindrischer oder anderer Form aus Thon oder anderem feuerfesten, schlecht wärmeleitenden Material mit Zügen zur Ableitung der erhitzten Verbrennungsproducte und eben solchen Zügen oder Röhren zum Erwärmen der Luft, welche letztere nach Erwärmung in den Raum entweichen kann, wo der Ofen steht; wesentlich wie beschrieben.
- 2. Die Construction der genannten hohlen, siebartig durchlöcherten Brenner von cylindrischer oder anderer Form, von Thon oder anderem feuerfesten, schlecht wärmeleitenden Material, welche innerlich mit einer Mischung von Luft und Gas gespeist werden, und die Einschliefsung dieser Brenner in eine Kammer, welche den Zutritt der überflüssigen Luft von aufsen und das Circuliren derselben um und zwischen den Brenner verhindert und durch passende Bohrungen nur ein kleines, regulirtes Luftquantum zuläfst, welches zur vollständigen "Verbrennung der Gase zweckdienlich ist.
- 3. In Gasöfen Anordnung und Gebrauch von Lufteinlafsrohren, welche die Oeffhung, mit der sie die Luft einsaugen, in Höhe der Ofendecke oder wenigstens nahe dabei haben.
- 4. In Gasöfen die Combination und Anwen^ dung von doppelten Aufsenwänden Z)" D2 und inneren verticalen Röhren FHH' zur Circulation und Erwärmung der reinen Luft; wesentlich wie beschrieben.
- 5. In Gasöfen Anordnung und Gebrauch einer Anzahl über einander liegender Kammern, welche, horizontale Züge (c c) bildend, mit einander durch Oeffnungen communiciren, die so angelegt sind, dafs das Ganze einen zickzackförmig ansteigenden Zug bildet zur Ableitung der heifsen Verbrennungsproducte; wesentlich wie beschrieben. .
- 6. In Gasöfen Combination und Anwendung eines Wasserreservoirs mit einer Wasseroberfläche, deren Breite je nach der Füllung sich reguliren läfst und über welche die erwärmte Luft hingeleitet wird; wesentlich wie beschrieben.
- 7. Die allgemeine Construction oder Combination der Theile des Gasofens, wie er vorstehend beschrieben und durch die beiliegenden Zeichnungen erläutert ist.Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE9424C true DE9424C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT9424D Active DE9424C (de) | Neuerungen an Gasöfen |
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