-
Mit aufgehängten Raketen ausgerüstetes Kampfgerät, insbesondere Luftfahrzeug
Die Erfindung betrifft die Erd-, See: oder Luftkampfgeräte, welche mit wenigstens
einer Rakete ausgerüstet sind, welche in der Schießstellung durch eine Aufhängevorrichtung
gehalten wird (im Gegensatz zu den in einer derartigen Stellung durch ein Ausstoßrohr
gehaltenen Raketen), wobei :der Ausdruck »mit wenigstens einer Rakete ausgerüstetes
Kampfgerät« in dem nachstehenden Text sowohl das eigentliche Kampfgerät wie die
von diesem getragene oder getragenen Raketen umfaßt. Die Erfindung betrifft im besonderen,
jedoch nicht ausschließlich, die mit aufgehängten Raketen ausgerüsteten Luftfahrzeuge,
insbesondere Flugzeuge, wobei die Raketen im allgemeinen unter den Flügeln des Flugzeugs
angeordnet sind.
-
Die Erfindung bezweckt insbesondere, derartige Geräte so auszubilden,
daß sie besser als bisher den verschiedenen Erfordernissen der Praxis entsprechen,
insbesondere hinsichtlich der Schießgenauigkeit, der Einfachheit der Aufhängevorrichtung
und bei Luftfahrzeugen hinsichtlich der Flugeigenschaften des Flugzeugs nach dem
Lösen der Raketen.
-
Hierfür wird erfindungsgemäß bei einem derartigen Kampfgerät, welches
mit wenigstens einer aufgehängten Rakete versehen ist, welche ein Stabilisierungsleitwerk
aufweist, welches sich an dem hinteren Teil des Raketenkörpers befinden soll, wenn
die Rakete ihre Bahn durchläuft, dieses Leitwerk gleitend an dem Raketenkörper befestigt
und in einer vorderen Stellung .als ein Teil des Systems zur Aufhängung der- Rakete
an dem Gerippe des eigentlichen Geräts benutzt, wobei der hintere Teil des Raketenkörpers
axiale Haltemittel aufweist,
welche das Leitwerk mitnahmen und in
der rückwärtigen Stellung festhalten, wenn dieser hintere Teil des Raketenkörpers
nach der Entzündung der Rakete auf die Höhe des Leitwerks kommt, so daß dieses während
der Anfangsphase der Ingangsetzung der Rakete gleichzeitig die Rolle eines Aufhängeteils
und eines Führungsteils für den Raketenkörper spielt.
-
Die Erfindung ist unter Bezugnahme auf die Zeichnung beispielshalber
erläutert.
-
Fig. r und 2 zeigen schematisch unter Wegbrechung von Teilen eine
Seitenansicht bzw. eine Vorderansicht eines Flugzeugflügels, unter welchem in erfindungsgemäßer
Weise Raketen aufgehängt sind; Fig. 3 zeigt die gegenseitige Lage der verschiedenen
Teile des Systems nach der Ingangsetzung der Rakete; Fig.4 und 5 zeigen in größerem
Maßstab gewisse Einzelheiten des Systems zur Aufhängung einer jeden Rakete an dem
Flugzeugflügel; Fig. 6 und 7 zeigen in Seitenansicht bzw. Vorderansicht eine andere
erfindungsgemäße Anbringungsart einer Mehrzahl von Raketen unter einem Flugzeugflügel;
Fig. 8 zeigt in größerem Maßstab eine Einzelheit der gegenseitigen Befestigung von
zwei aufeinanderfolgenden Raketen.
-
Das eigentliche Flugzeug ist in- seiner Gesamtheit auf beliebige geeignete
Weise ausgebildet, jedoch mit Ausnahme -der unter dem Flügel z zum Anhängen der
Raketen vorzusehenden Teile, welche weiter unten näher beschrieben sind.
-
Die Raketen bestehen in der üblichen Weise im wesentlichen aus einem
eine .allgemein zylindrische Form aufweisenden Körper 2, welcher zweckmäßig nach
vorn durch eine Haube 3 verlängert wird, welche die zu befördernde Ladung enthält,
z. B. eine Explosivladung.
-
Wie nachstehend angenommen, wird das Stabilisierungsleitwerk z. B.
durch eine Mehrzahl von radial angeordneten Flügeln 4 gebildet (von denen z. B.
vier vorhanden sein 'können), wobei dieses Leitwerk normalerweise, d. `h. wenn die
Rakete ihre Bahn .durchläuft, sich an dem Hinterende des Raketenkörpers :2 befinden
soll. ., Erfindungsgemäß kann nun das Stabilisierungsleitwerk auf dem Raketenkörper
2 gleiten, wofür z. B. .die Flügel 4 von einer Hülse 6 getragen werden, welche mit
leichter Reibung auf dem Körper 2 gleiten 'kann, wobei die Verstellung der Hülse
6 nach vorn durch eine mit dem Raketenkörper 2 fest verbundene Anschlagvorrichtung
begrenzt wird, z. B. durch Bolzen 7 oder besser durch die Hinterkante der Haube
3, welche dann gegenüber dem Raketenkörper um eine etwa der Dicke der Hülse 6 entsprechende
Strecke vorsteht.
-
Wenn sich das gleitende Leitwerk auf dem Raketenkörper 2 in .der äußersten
vorderen Stellung befindet, wird wenigstens einer der Flüge14 als ein Teil zur Aufhängung
der Rakete unter dem Flügel r benutzt, wobei jede Rakete z. B., wie deutlich in
Fig. 2 gezeigt, auf der Höhe der Flügelunterseite durch zwei seiner um 45'
geneigten Flügel 4 aufgehängt werden kann.
-
An dem hinteren Teil 2a des Raketenkörpers 2 werden axiale Haltemittel
vorgesehen, welche das Stabilisierungsleitwerk mitnehmen und in der hinteren Stellung
(normale Betriebsstellung) halten können, wenn dieser hintere Teil2Q nach der Entzündung
der Rakete auf der Höhe des Stabilisierungsleitwerks ankommt. ' Derartige Mittel
zum Halten in axialer Richtung können z. B. dadurch gebildet werden, daß der hintere
Tei12Q die Form einer kegelstumpfförmigen Auflagefläche mit nach vorn gerichteter
Spitze und geradlinigen oder gebogenen Erzeugenden erhält, wobei diese Auflagefläche
2a, hinter welcher ein Haltewulst vorgesehen werden kann, bei der Ingangsetzung
der Rakete gegen die Hinterkante der Hülse 6 stößt, welche dann auf dieser Auflagefläche
festgeklemmt und von ,dem Raketenkörper :2 mitgenommen wird.
-
Hierzu ist zu bemerken, daß das Einhängen der Flügel 4,in die entsprechenden,
von dem Flügel z getragenen Teile-so erfolgen muß, daß die Flügel sich unter der
Einwirkung der beim Auftreffen der konischen Auflagefläche 2" auf die Hülse 6 auftretenden
axialen Kräfte durch eine Vorwärtsbewegung selbsttätig aushängen.
-
Hierfür spielen die Flügel 4 zweckmäßig die Rolle von Teilen zur Aufhängung
des vorderen Teils des Raketenkörpers 2, wobei dann jeder Flügel in seiner Hinterkante,
wie in Fig. ¢ gezeigt, eine nach hinten offene Nut 8 enthält, welche den vorderen
Teil eines Aufhängebolzens g auf der Hälfte seines Umfangs umfaßt, wobei dieser
Bolzen z. B. an dem Flügel z mittels eines an der Flügelunterseite sitzenden Flansches
oder profilierten Kopfes zo befestigt ist.
-
Ferner müssen Mittel zur Aufhängung des hinteren Teils des Raketenkörpers:2@
vorgesehen werden. Diese Mittel sind so ausgebildet, daß sie auf den Raketenkörper
in der Richtung von hinten nach vorn wirkenden etwaigen Kräften in axialer Richtung
einen Widerstand entgegensetzen, welcher in jedem Fall kleiner als die. Schubkraft
des Antriebssystems der Rakete ist, wobei jedoch dieser Widerstand ausreicht, ,um
eine zufällige Vorwärtsbewegung und ein ungewünschtes Aushaken des Stabilisierungsleitwerks
4 vor dem Abschuß der Rakete zu verhindern.
-
Die Mittel zur Aufhängung des hinteren Teils des Raketenkörpers .2
können zweckmäßig dadurch gebildet werden, daß der Bodenstöpsel r z der Rakete von
einem dauernd unter dem Flügel r angebrachten Arm 12, festgehalten wird.
-
Ferner wird der Arm 12 zweckmäßig .sol angeibraicht, daß er durch
eine Schwenkbewegung um eine Achse 13 nach hinten zurücktreten kann, so,
bald dar 'Raketaiüi<örpez 2 freigegeben. ist, wobei diese Bewegung übrigens durch
den aercydynar mischen Druck der ihn umgebende: Luft, durch die Wirkung der aus,
der Rakete lcon=enden Gase oder auch durch die Wirkung eines Rückführu.ngssysteim;sr
z. B. einor hierfür besonders vorgesehenen
Feder i¢, begünstigt
wird:. Wie bereits: erwähnt, ruß der Bodenstöpsel ii mit dem Arrn 12 durch Befestigungsmittel
verbunden. werden, welche in axialer Richtung so schwaich sind, daß sie nachgeben,
wenn der Raketenkörper 2 durch das Antriebssystem der Rakete nach vorn getrieben
wird.
-
Schließlich ist es, zweckmäßig, längs des. Arms, 12 einen Stromkreis
zur elektrischen Zündung der Rakete zu: führen, welcher dann durch den Bodenstöpsel
i i in den: Raketenkörper 2 eintritt.
-
Die Ausbildung des obigen Aufhängesystems, insbesondere des Systems
zur Befestigung des Bodenstöpsels i i an dem Arm 12, kann auf verschiedene Weise
erfolgen. Fig. 5 zeigt eine besonders vorteilhafte Ausführungsform dieses Systems.
-
Der Bodienstäpsel i i liegt in einer Bohrung dies Endes das. Arms
12 und wird nach hintern durch einen hinter dem Arm 12 vorspringenden Gewindeteil
15 verlängert.
-
Auf den Gewindeteil 15 wird eine Blocki.erung'smutter 16 aufgeschraubt,
durch; deren Anzug die durch den Raketenkörper 2 und das Leitwerk q. gebildete Anordnung
nach hinten, gezogen, wird, wodurch das Leitwerk an den entsprechenden Aufhängebolzen
g blockiert wird.
-
Vor dem Gewindeteil 15 ist eine örtliche Schwächung »a« vorgesehen,
welche so ausgebildet ist, daß das System, zur hinteren Befestigung der Rakete die
gewünschte, weder zu: starke noch zu schwache axiale Festigkeit erhält.
-
Der Zündstromkreis 17 der Rakete tritt in, den Raketenkörper 12 durch
den Gewindeteil 15 ein, welcher von; dein. Körper isoliert sein und die Rolle eines
Zwischenleiters spielen kainn.
-
Bei einer derartigen Anordnung, welche vor dem Abschuß in Fig. i dargestellt
ist, erfolgt der Abwu.rf der Rakete folgendermaßen: Nach, der Entzündung des; Antriebssystems,
der Rakete bewegt sich der Raketenkörper 2 nach dein Bruch der hinteren Befestigung
nach vorn, und der Arm 12 klappt nach hinten zurück. Während dieser Anfangsphase
der Ingangsetzung bleibt das: Leitwerk¢ praktisch infolge seiner Trägheit gegenüber
dem Flügel i unbeweglich. Wem der hintere kegelstumpffärmige Teil 2@ des Raketenkörpers
auf die Höhe dies Leitwerks q. kommt, preßt er sich in die Hülse 6 ein und nimmt
beim Vorbeigang das Leitwerk mit (in Fig. 3 dargestellte Stellung), welches so in
seiner normalen axialen Stellung auf dem Raketenkörper 2 befestigt wird.
-
Ein auf die obige Weise mit mittels eines gleitenden, Leitwerks aufgehängtem;
Raketen ausgerüstetes Kampfflugzeug weist folgende Vorteile auf Zunächst ist die
Schußgenauigkeit der Raketen infolge der während der Ing'angsetzung durch das gleitende
Leitwerk bewirkten Führung ausgezeichr net. Diese Genanügkeit wird ohne dali Ausstoßrohre
benutzt werden müssen, deren Gewicht und Luftwiderstand eine Behinderung für das
Flugzeug bilden.
-
Fernem springeng nach dem Abwurf der Raketen unter der Unterseite
des Flügels i nur noch Aufhängeteile mit geringem Luftwiderstand (Aufhängebolzen
und ihre Halter) vor.
-
Ferner ist da9 Einhängesystem der Raketen besonders, einfach -und
weist kenne besonderen Hebevorrichtungen auf, soi diaß die Anbringung der Raketenschnell
von: einem ungeübtem Personal vorgenommen werden kann.
-
Bei dien oben beschriebenen Ausführungsform war angenomnven, daß die
Raketen nebeneinander unter dem Teil hängen, der ihnen als Halter dient (.bei denn
vorliegenden Beispiel der Flügel i), wolb@ei die gleitenden Leitwerke der Raketen
alle unmittelbar an diesem Teil aufgehängt waren.
-
Man kann; jedoch auch gemäß einer schematisch in Fig. 6 und 7 dargestellten
Ausführungsform mehrere mit einem gleitenden, Leitwerk versehene Raketen
A, B, C der Höhe nach staffeln, wobei diese Raketen z. B. einte etwa lotrechte
Anordnung bilden.
-
Jede Rakete hängt dann mit ihrem. Leitwerk an. der unmittelbar darüber
befindlichen. Rakete, wobei nur die obersteRakete unmittelbar amdem z. B. durch
den Flügel i .gebildeten Halteseil angehängt wird.
-
Man braucht dann nur die Raketen nacheinander zu entzünden, indem
man mit der untersten anfängt und allmählich aufsteigt, um für jede Rakete denselben
Abwurfvorgang zu erhalten wie bei der vorhergehenden Ausführungsform, wobei die
Gesamtheit der über der gerade abgeworfenen Rakete liegenden, Raketen -die Rolle
dies Halters: spielt.
-
Die Leitwerke q. spielen dann wie oben zweckmäßig die Rolle des vorderen
Halters, während die verschiedenen Raketen an; ihrem Hinterende von einem, gemeinsamen
Arm 12 gehalten werden, am: welchem jede Rakete axial z. B. durch ihrem. Bodenstöpsel
befestigt ist, wie bereits ausgeführt.
-
Dais Leitwerk q. einer jeden Rakete wird dann zweckmäßig in das Leitwerk
der unmittelbar darrüberliegenden Rakete eingehängt, so daß die Raketen von vorn;
nach hinter, und von oben nach unten stufenweise angeordnet sind, wobei dann der
gemeinsame Arm 12 in der gleichen Richtung geneigt ist.
-
Hierbei ist zu bemerken, daß, falls der Arm 12 nach hinten; oder nach
vorn umklappbar ist, Mittel vorgesehen werden misseng, um ihn vorübergehend in,
der, erwähnten, Schräglage zu verriegeln, so, daß er die nach hinten gerichteten,
beim Abwurf der aufeinanderfodlgenden Raketen; auftretenden Rückstoßkräfte aufnehmen,
kann..
-
Die, Einhängung eines. beliebigen Leitwerks in das unmittelbar darüberliegende
Leitwerk wird so ausgebildet, daß dieses: beliebige Leitwerk durch eine nach vorn
gerichtete Bewegung abgezogen werden kann.
-
Hierfür kann z. B., wie in Fig. 8 gezeigt, jeder Flügel q. an seiner
Vorder- b;zw. Hinterkante zwei einander ergänzende Teile, z. B. einem eingreifenden
und einem, umgreifenden Teil, aufweisen, z. B. einen Stift 18 .an der Vorderkante
und, eine Hülse i9 gleichen Durchmessers an der Hinterkante.
-
Es genügt dann zum Einhängen eines, Flügels q. (I) eines. Leitwerks
einer Rakete an einem Flügel 4
(II) des Leitwerks der unmittelbar
darüber- und etwas dahinterliegenden Rakete, den Stift 18 des Flügels, 4 (II) in
die Hülse des. Flügels 4 (I) einzuführen, wobei dieses Verbindung die Entfernung
dies Leitwerks:, welchem der Flügel 4 (I) angehört, durch eine nach vorn gerichtete
Bewegung ermöglicht.
-
Schließlich kann zur Aufbietung des, von; der Raketenanordnung -während
der, dem Ab@schuß vorausgehenden Periode herrührenden Luftwiderstands die Raketenanordnung
in den Flügel i eingezogen. werden, indem z. B., wie in Fig. 7 gezeigt, an einer
zu der Schußachse parallelen Achse 2o ein Fußteil 2.i schwenkbar, isst, in welchen
das. Leitwerk der obersten Rakete eingehängt wird, wobei Antriebsmittel zum Heben
oder Senken der Raketenanordnung vorgesehen sind..
-
Es- kann dann zweckmäßig parallel zu der Raketenanordnung eine Tafel
22 vorgesehen werden, welche diel Kontinuität der Flügelunterseite i wieder herstellt,
wenn. sich die Raketenanordnung in der eingezogenen Steillung befindet.