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Becherwerk
Bei Becherwerken, bei denen die Becher an Ketten befestigt
sind, unterscheidet man zwei Typen, nämlich das Teilbecherwerk, bei dem an jedem
zweiten Glied ein Becher befestigt ist, und das Vollbecherwerk, bei dem an jedem
Glied ein Becher befestigt ist.
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Die Leistungsfähigkeit eines Teilbecherwerks ist durch die geringere
Zahl der Becher je Längeeinheit kleiner als die Leistungsfähigkeit eines Vollbecherwerks.
Diesen Nachteil könnte man einigermaßen ausgleichen, indem man die Geschwindigkeit
des Teilbecherwerks steigert; jedoch dies hat zur Folge, daß die Lebensdauer wegen
der größeren Abnutzung herabgesetzt wird. Ein Vollbecberwerk weist jedoch den Nachteil
auf, daß es schwer ist, Ausbesserungsarbeiten an diesem Becherwerk vorzunehmen,
weil die Becher mittels langer ununterbrochener Achsen unmittelbar miteinander verbunden
sind. Dadurch ist die Aussicht auf den heruntergebenden Trum des Becherwerks versperrt,
was die Überwachung erschwert, während das Becherwerk bei Ausbesserungsarbeiten
schwer aufzufangen ist.
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Bei Teilhecherwerken erfolgt dieses Auffangen, indem man einen Stab
zwischen die Becher steckt oder einen Strang um die Becher wirft, was bei einem
Vollbecherwerk nicht möglich ist. Weiter geschieht das Füllen und Entleeren der
Becher sehr mangelhaft, weil die Ketten an den Umkehrstellen über viereckige Scheiben
geführt werden. Der Öffnungswinkel zwischen den Bechern beträgt hier durch nur go0,
während beim Teilbecherwerk, bei dem die Ketten über sechseckige Scheiben laufen,
ein Offn;ungswinkel von I200 erzielt wird. Außerdem stützen sich immer mindes,tens
drei Glieder auf
den Seiten einer sechseckigen Scheibe, im Gegensatz
zu einer viereckigen Scheibe, wo es nur zwei Glieder gibt, die mit den Seiten dieser
Scheibe in Berührung kommen. Die Kettenglieder eines Teilbecherwerks schlagen deshalb
weniger häufig auf die Umkehrscheiben als die Kettenglieder eines Vollbecherwerks,
so daß die Ketten eines Teilbecherwerks eine geringere Abnutzung aufweisen und das
Becherwerk ruhiger läuft.
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Die Erfindung bezieht sich auf ein Becherwerk, bei dem die Becher
an jedem zweiten Glied der Ketten befestigt sind. Erfindungsgemäß weisen die Glieder,
an denen die Becher befestigt sind, eine größere Länge auf als die Glieder, die
zwischen den Bechern angebracht sind.
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Die Zahl der Becher je Längeeinheit und/oder der Inhalt der Becher
ist dadurch größer als bei den bekannten gleichgliedrigen Teilbecherwerken, so daß
auch die Leistungsfähigkeit dfementsprechend größer ist. Es sei hier bemerkt, daß
Förderketten mit verschieden langen Gliedern an sich bekannt sind.
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Die Glieder werden bei der Umkehr- und Antriebstelle über sechseckige
Scheiben geführt, so daß der Öffnungswinkel beim Füllen und Entleeren der Behälter
I200 beträgt. Es hat sich herausgestellt, daß das Becherwerk noch sehr ruhig läuft,
ohne daß die Glieder auf den Umkehrungen auf; schlagen, wenn die langen Glieder
um zwei- bis dreimal so lang sind als die kurzen Glieder.
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Die Antriebs- und Umkehrscheiben sind jetzt mit drei kurzen und drei
langen Seiten versehen, deren Längen den Längen der Glieder entsprechen. Indem man
die Gelenkstifte der Ketten fest an den Bechern befestigt, drehen diese Stifte nur
in den kurzen Gliedern. Die langen Glieder werden dadurch einer geringeren Abnutzung
ausgesetzt und können aus gewöhnlichem Stahl hergestellt werden, während es nur
für die kurzen Glieder erforderlich ist, spezielles Material anzuwenden. Die Leistungsfähigkeit
des erfindungsgemäßen Becherwerks ist annähernd der eines Voilbecherwerks gleich,
was auch auf eine bessere Füllung der Becher und auf die Tatsache zurückzuführen
ist, daß die Hinterwand der Becher nicht mit der Fläche durch die Ketten zusammenzufallen
braucht wie bei einem Vollbecherwerk, so daß man den Bechern eine größere Tiefe
erteilen kann.
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Das erfindungsgemäße Becherwerk kann in einem bestehenden Becherwerkgehäuse
untergebracht werden, so daß die Leistungsfähigkeit eines Becherwerks in verhältnismäßig
einfacher Weise gesteigert werden kann. Dies ist von Bedeutung z. B. in Kohlewäschen.
Der Tatsache zufolge, daß die Kohlen immer mehr auf mechanischem Wege gewonnen werden,
nimmt der Gehalt an Bergen der zu waschenden Kohlen erheblich zu. Dadurch ist eine
Steige- -rung der Leistungsfähigkeit der Becherwerke, die zum Abführeif der Berge
vorgesehen sind, notwendig. Unter Anwendung der Erfindung kann dies nunmehr stattfinden,
ohne daß man breitere Becher und demzufolge ein neues Becherwerkgehäuse anzuschaffen
braucht. Weil die Lebensdauer' eines solchen Gehäuses um viele Male größer ist als
die Lebensdauer der einer Abnutzung ausgesetzten Ketten und Becher, kann der Umbau
des Becherwerks ohne zusätzliche Kosten erfolgen, wenn die abgenutzten Einzelteile
des Becherwerks ersetzt werden müssen.
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Die Erfindung wird an Hand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher ererläutert.
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Fig. I zeigt eine Draufsicht eines Bechers mit den Ketten eines erfindungsgemäßen
Becherwerks; Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der sechseckigen Antriebsscheibe mit
einem Teil des Becherwerks, und-Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht der sechseckigen
Umkehrsoheibe mit einem Teil des Becherwerke.
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Der Becher I setzt sich aus einer flachen Hinterwand 2, Seitenwänden
3 und 4 und einem gebogenen Boden 5 zusammen, die durch Schweißen aneinander befestigt
sind. Die Winkel zwischen der Hinterwand 2 und den Seitenwänden 3 und 4 sind mittels
Winkeleisen 6 und 7 versteift, während die obere -Seite der Bodenplatte 5 und der
Seitenwände 3 und 4 mit einem Abnutzungsrand 8 versehen sind. Die Becher sind an
den Ketten g und 10 aufgehängt. Jede Kette weist jeweils zwei lange Glieder II und
12, von denen Glied II unmittelbar an der Seitenwand des Bechers liegt, und zwei
kurze Glieder I3 und 14 auf. Die Glieder sind mittels Stifte 15 und I6 miteinander
verbunden.
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Die Stifte stecken in Löchern, die in den Seitenwänden des Bechers
vorgesehen sind, und sind mit einer Einkerbung versehen, in der eine Sicherungsscheibe
I7 angebracht ist, die an der Innenseite der Seitenwand festgeschweißt ist Die Stifte
drehen dadurch nicht in den langen Gliedern, so daß man kein besonderes Material
dafür anzuwenden,braucht.
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Als Material für die langen Glieder kommt z. B.
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St. 37 in Betracht, während für die kurzen Glieder und die Stifte
St. 70 angewandt werden kann. Dadurch, daß man die Seitenwände ein wenig außerhalb
des Boden 5 des Bechers vorspringen läßt, können die Stifte I5 außerhalb des Bechers
angebracht werden, so daß der Inhalt der Becher keine Abnutzung herbeiführen kann.
Die Gelenkstelle I6 befindet sich in dem Becher, weil die Hinterwand 2 eine längere
Konstruktion aufweist als die langen Glieder. Der Inhalt der Becher wird dadurch
vergrößert, und das Material wird an der Schüttstelle über den vorhergehenden Becher
hingeschüttet (s.
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Fig. 2). Der Inhalt der Becher ist weiter vergrößert, - weil die
Becher zwischen den Gliedern hindurch in das Bechefwerkgehäuse stecken. Die Ketten
laufen über die auf der Achse 18 gekeilten sechseckigen Antriebsscheiben I9, die
abwechselnd eine lange und eine kurze Seite haben mit einer den Gliedern 11 bzw.
I3 entsprechenden Länge.
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Auf den kurzen Seiten sind Nocken 20 geschweißt, die in die Oeffnung
zwischen zwei kurzen Gliedern hineingreifen und dabei gegen das hintere Ende des
zwischen diesen Gliedern liegenden langen Gliedes drücken, so daß die Ketten mit
den Bechern fortbewegt werden. Die an den Bechern liegenden langen Glieder II sind
an der Vorderseite bei 21 etwas schmäler ausgeführt, um zu verhindern, daß
diese
an die Feigen der sechseckigen Scheiben anstoßen.
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Die sechseckigen Umkehrscheiben 22 sind identisch mit den Antnebsscheiben
19. Die Nocken auf den kurzen Seiten sind hier selbstverständlich überflüssig. Um
jedoch zu verhindern, daß die Ketten von den sechseckigen Scheiben laufen, ist an
jeder langen Seite ein Führungsplättchen 23 geschweißt, das an der dem Becher abgewendeten
Seite der langen Glieder I2 angebracht ist. Es können anstatt der sechseckigen Scheiben
auch Rollen an dem Umkehrende angewandt werden.