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Einrichtung zum Antrieb und zur Führung von endlos umlaufenden Zugmitteln
für Kohlengewinnungs- und fördervorrichtungen
BJei den b-ekannten Einrichtungen zum
Antrieb und zur Förderung der Zugmittel von Kohlengewinnungs- und -fördervorrichtungen
im untertägigen Betrieb werden im allgemeinen zweiWinden mit je einer Speichertrommel
und einer Antriebstrommel (vgl. Zeitschrift »Glückauf«, I948, S. 279) oder eine
Winde mit zwei Speichertrommeln und zwei Antriebstrommeln (vgl. Zeitschrift »Schlägel
und Eisen«, I950, S. 80) verwendet. Gelangen zwei Winden zur Anwendung, so wird
bei deren Benutzung im Strebbau gewöhnlich eine in der Kopfstrecke und die andere
in der Förderstrecke angeordnet und das Zugmittel längs Umlenkscheiben, welche an
den Strebenden angeordnet sind, zu den Kohlengewinnungs- bzw. -fördervorrichtungen
geführt. Arbeitet man nur mit einer Winde, so erfolgt deren Anordnung beim Strebbau
in der Regel in der Kopfstrecke. Das Zugmittel wird dann von einer Speichertrommel,
der Winde abgewickelt, längs einer an dem kopfstreckenseitigen Strebende angeordneten
Umlenkscheibe in den Streb geleitet und nach Umlenkung an einer am forderstreckenseitigen
Strebende liegenden Umkehrscheibe sowie Umlenkung durch eine an dem kopfstreckenseitigen
Strebende befindliche weitere Umlenkscheibe auf die andere Speichertrommel aufgewickelt.
Die Zugkraft wird dabei in der Hauptsache von der zugehörigen Antriebstrommel auf
das Zugmittel übertragen. Die Winden weisen große Abmessungen auf und beanspruchen
daher viel Raum. Hierin
liegt ein wesentlicher Nachteil der bekannten
Einrichtungen. Weiterhin ist es blei den bekannten Einrichtungen nicht ohne Änderung
des Übersetzungsverhältniness des Antriebs möglich, das Zugmittel bei Bewegung in
der einen Richtung mit einer anderen Geschwindigkeit als bei Bewegung in der anderen
Richtung anzutreiben. Letzteres ist insbesondere bieim Antrieb von Kohiengewinnungs
-vorrichtungen lerwünscht.
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B'ei den bekannten Einrichtungen werden die das Zugmittel in den
Streb und zurück aus diesem leitenden Umlenkscheiben dem Abbaufortschritt entsprechend
laufend vorgerückt. Von Zeit zu Zeit ist darüber hinaus ein Versetzen der Winde
bzw.
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Winden erforderlich. Zur Erleichterung des Vorrückens der Umlenkscheiben
wurde bereits vorgeschlagen, diese in einem auf Schienen verfahrbaren Schlitten
anzuordnen (vgl. das Buch »Der Kohlenhobel« von Rauher, S. 48 und 49) oder sie in
einem Schlitten zu lagern, welcher längs eines mit der Winde in Verbindung stehenden
Rahmens verschieblich ist (vgl. Zeitschrift »Schlägel und Eisen 1950, S. 80).
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Blei einer weiteren bekannten Einrichtung zum Antrieb Indes Zugmittels
von Kohlengewinnungsvorrichtungen (vgl. das Buch »Der Kohlenhobel« von Rauer, S.
54 und 55) wird mit einer in einer Strecke angeordneten Spillwinde gearbeitet.
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Um die Antriebsscheibe dieser Spillwinde ist das Zugmittel mehrmals
herumgelegt. Von der Spillwinde verlaufen die beiden Teile des Zugmittels unter
Vermittlung entsprechnender Umlenk-und Umkehrscheiben zu den Strebende, von dort
zu der Kohlengewimungsvorrichtung, nach EInscherung an dieser zurück zu den Streuenden
und dann zu Spannhaspeln oder durch Preßluft betätigten Spannzylindern, weiche an
den Kopfenden der Strecken angeordnet Sind. Auch von dieser Einrichtung wird verhältnismäßig
viel Raum beansprucht, was insbesondere auf die erforderlichen Spannhaspeln bzw.
Spannzylinder zurückzuführen ist.
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Weiterhin ist es auch bei dieser Einrichtung nicht ohne weiteres möglich,
das Zugmittel bei Bewegung in der einen Richtung mit leiner anderen Geschwindigkeit
als bei Bewegung in der anderen Richtung anzutreiben.
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Ferner sind Einrichtungen zum Antrieb für Kohlengewinnungsvorrichtungen
bekannt (vgl. belgische Patentschrift 498 920), welche mit einem endlos umlaufenden
Zugmittel arbeiten und an einem Ende leine Antriebsvorrichtung sowie an ihrem anderen
Ende eine Umkehrscheibe für das Zugmittel aufweisen. Die Antriebsvorrichtung besteht
dabei im allgemeinen aus einer Spillwinde, um deren Antriebsscheibe das Zugmittel
mehrmals herumgelegt ist, während die Umkehrscheibe gleichzleitig als Spannscheibe
wirkt. Ein Nachteil blei Einrichtungen dieser Art besteht darin; daß außer der Umkehrscheibe
die Spillwinde laufend dem Abbaufortschritt entsprechend versetzt werden muß, Ferner
sind auch bei ihnen verschiedene Gesehwindigkeiten bei Antrieb in entgegengesetzten
Bewegungsrichtungen nicht ohne weiteres möglich.
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Für den Antrieb von Einrichtungen ähnlicher Art wurde auch schon
vorgeschlagen, ein bremsen oder klinkengesteuertes Planetengetriebe zu verwenden
(vgl. dewtslche Patentschriften 444793 und 744488).
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Zu erwähnen ist ferner noch eine Einrichtung zur Bewegung von Schrämmaschinen
längs der Kohlenfront und zum gleichzeitigen Antrieb der-Schrämwerkzeuge derselben
(vgl. britische Patentschrift 11 770/1911). Bei dieser Einrichung sind an der Schrämmaschine
auf verschiedenen Wellen zwei konische oder zylindrische Trommeln vorgesehen. Arbeitet
man mit zylindrischen Trommeln, so ist Wider Durchmesser der einen Trommel gegenüber
dem Durchmesser der anderen Trommel veränderbar. Um j'e eine Trommel ist, bei Verwendung
von konischen Trommeln an den entgegengesetzten Enden derselblen, in mehreren Windungen
je ein Trum eines endlos umlaufenden Antriebsseiles gelegt. Über ein zum Antrieb
der Schrämwerkzeuge dienendes Zahnrad sind die Trommeln zwanghäufig gekuppelt. Auf
das ANtriebsseil wirkt ein an einem Ende der Kohlenfront angeordneter Antrieb. Durch
das Antriebsseil werden die Trommeln mit gleicher Umdrehungszahl m Bewegung gesetzt.
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Die Durchmesserdifferenz der Trommeln bewirkt dann die Bewegung der
Schrämmaschine in der einen oder anderen Richtung.
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Schließlich verdient noch eine weitere Heinrich -tung zum Vorschub
von Schrämmaschinen Erwähnung' (vgl. deutsche Patentschrift 450 538), bei welcher
auf dem Liegenden eine Winde und an der Schrämmaschine ein Spillhaspel angeordnet
sind.
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Die Winde weist drei zwangläufig miteinander gekuppelte Trommeln
verschiedenen Durchmessers auf. Das Zugseil wird durch den Spillhaspel der Schrämmaschine
von der Trommel mit dem geringsten Durchmesser abgezogen. Infolge der zwangläufigen
Kupplung der Trommeln werden hierbei die anderen Trommeln auch in Drehung versetzt
und das Zugseil auf einer derselben aufgewickelt. Die Durchmesserdifferenz der Trommeln
bewirkt dann eine Verkürzung des freien Teiles des Zugseiles und damit eine Bewegung
der Schrämmaschine in Richtung der Winde. Auf der dritten Trommel wird noch ein
Sicherheitsseil aufgewickelt. Mit dieser Vorrichtung kann die Schrämmaschine nur
in einer Richtung bewegt werden. in der anderen muß sie sich durch ihr eigenes Gewicht
bewegen oder durch andere Mittel bewegt werden.
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Die Erfindung bericht sich auf eine Einrichtung zum ~Antrieb und
zur Führung von endlos umlaufenden Zugmitteln für Kohiengewinnungs- und -fördervorrichtungen,
welche an einem Ende mit einer Antriebsvorrichtung und an ihrem anderen Ende mit
leiner Umkehrscheibe für die Zugmittel versehen ist.
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Gegenüber den bekannten Einrichtungen weist die ANtriebsvorrichtung
der Einrichtung gemäß der Erfindung eine Winde mit zwei einzeln antSreibbaren nsd
auf einer gemeinsamen Welle angeordneten An-triebs scheiben verschiedenen Durchmessers
für je einen Trum der Zugmittel sowie eine mit
Abstand von den Antriebsscheiben
befindliche Wende- und Spannscheibe zum Spannen der Zugmittel sowie zu deren Umlenkung
von der einen zu der anderen Antrievsscheibe auf. je nach der gewünschten ANtriebsrichtung
erfolgt der Antrieb der Zugmittel durch eine der beiden Antrieb scheiben, während
die andere frei mitläuft. Zum Antrieb dient dabei orzugsweise ein bremsengesteuertes
Planetengetriebe. Auf Grund des verschiedenen Durchmessers der Antriebsscheiben
besteht die Möglichkeit, ohne Umsteuern des Antriebsmotors oder Änderung des Übersetzungsverhältnisses
des Antriebes durch Betätigen der das Planetengetriebe -steuernden Bremsen das Zugmittel
und damit die Kohl'engewinnungs- bzw.
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-fördervorrichtungen bei deren Hin- und Rückfahrt mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten anzutreiben.
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Gemäß Ider Erfindung ist weiterhin die Wende-und Spannscheibe in
einem mit dem Rahmen der Winde verbundenen oder einem gesonderten Rahmen bezüglich
ihres Abstandes von der Winde versetzbar und federnd gelagert. Die Veränderung des
Abstandes der Wende- und Spaunscheibe mit Bezug auf die Winde ist erforderlich,
um bei Verwendung der Einrichtung im Strebbau dem Abbaufortschritt Rechnung zu tragen.
Die federnde Anordnung der Winde und Spannscheibe mit Bezug auf die Winde hat den
Zweck, Schwankungen in der Länge des Zugseiles bzw. der Zugkette auszugleichen und
deren Spannung konstant zu halten.
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Vorzugswiese wird die Wende- und Spannscheibe an der Kolbenstange
eines Druckzylinders angeordnet, welcher in dem Rahmen mit Bezug auf die Winde versetzbar
gelagert ist.
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Gegenüber den bekannten Einrichtungen mit endlos umlaufendem Zugmittel
besteht ein beachtlicher Vorteil der Einrichtung nach der Erfindung darin, daß es
blei ihr nicht erforderlich ist, die ANtriebswinde ständig zu versetzen, um dem
Abbaufortschritt zu folgen. Ein Weiterer Vorteil der neuen Einrichtung liegt schließlich
noch in ihrer gedrängten Bauweise und dem hierdurch erzielten geringen Platzbedarf.
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In den Zeichnungen ist die Einrichtung gemäß der Erfindung in einem
Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigt Abb. I die Einrichtung in Seitenansicht
und Abb. 2 die Einrichtung in Ansicht von oben.
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10 ist die Winde, 11 die Wende- und Spannscheibe und 12 das endlos
umlaufende Zugseil.
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Die Winde 10 ist auf dem Liegenden L angeordnet und dort festgelegt.
Zum Antrieb besitzt sie den Motor 13. Von diesem wird die Antriebsbewegung über
die Getriebe, 14, 15 auf die Antriebswelle 16 geleiter. Auf der Welle 16 sind die
Antriebvsscheiben 17, i8 angeordnet. Die Antriebsscheibe 17 besitzt größeren Durchmesser
als die Antriebsscheibe 18.
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Zur Aufnahme des Zugseiles 12 sind die Antrieb scheiben I7, I8 mit
Rillen versehen. Weiterhin ist auf der Welle 16 das Planetengetriebe 19 angeordnet.
Von diesem sind allerdings nur die äußeren Teile sichtbar. Die Steuerung des Planetengetriebes
Ig erfolgt durch die Bremsen 20 und 2I, woblei die Bremsbacken 22 der Brenmse 20
gegen die Ringe 23 und 24 und die Bremsbacken 25 der Bremse 21 gegen die Ringe 26
und 27 des Planetengetriebes 19 anliegen. Die Betätigung der Bremsen 20 und 21 erfolgt
durch die Hebel 28 und 29. Wird die Bremse 20 angezogen, so werden die Ringe 23
und 24 des Planetengetriebes 19 festgelegt. Dies hat den Antrieb der Antriebsscheibe
17 zur Folge.
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Bei Anziehen der Bremse 21 werden die Ringe 26 und 27 des Planetengetriiebes
19 festgelegt und damit der Antrieb der Antriebsscheibe 18 bewirkt.
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Wird eine der Antriebsscheiben 17, 18 nicht angetrieben, so kann sie
sich auf der Welle 16 frei drehen.
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Die Umienk- und Spannscheibe 11 ist in einem -Ständier 30 auf einer
geneigt liegenden Achse 3I drehbar gelagert. Der Ständer 30 ist mit dem äußeren
Ende der Kolbenstange eines Druckzylinders 32 verbunden. Zur Festlegung des Druckzylinders
32 und als Führung für den Ständer 30 mit der Wende- und Spannscheibe 11 dient ein
innerer Rahmen 33. Auf den Längsstreben 33a dieses Rahmens 33 kann der Ständer 30
bei Betätigung des Druckzylinders gleiten. Der innere Rahmen 33 selbst ist in einem
äußeren Rahmen 34 gelagert. Er kann in diesem längs verschoben und in bestimmten
Stellungen festgelegt werden. Zur Kontrolle der Stellung und Verstellung der Wende-und
Spannscheibe 11 mit Bezug auf den Rahmen 34 ist an diesem eine Skala 35 und an dem
Ständer 30 ein Zeiger 36 angebrahct. Der Rahmen 34 ist mit Abstand von der Winde
10 auf dem Liegenden L angeordnet und dort festgelegt. Durch Versetzen kann sein
Abstand zu der Winde 10 verändert werden.
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Das Zugseil 12 ist um die ANtriebsscheiben I7 und I8 sowie die Winde
und Spannscheibe II geführt. An seinen beiden Trumen 12a und 1 2b welche mittels
Umlenkscheiben in den Streb geführt werden, sind, was hier nicht dargestellt ist,
die Kohlengewinnungs- bzw. =-fördervorrichtungen befestigt. Hinter diesen wird,
was hier auch nicht gezeigt ist, am anderen Strebende das Zugseil 12 um eine Umkehrscheibe
geführt.
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Ist es, erwünscht, das Zugseil 12 in der mit dem Pfeil R1 angedeuteten
Richtung mit einer verhältnismäßig geringen Geschwindigkeit anzutreiben, wie sie
beispielsweise für das Schneiden der Kohle erforderlich ist, so wird die Br'emse
21 angezogen. Der Antrieb erfolgt dann über die Antriebsscheibe 18. Soll das Zugseil
in der anderen mit dem Pfeil R2 bezeichneten Richtung mit größerer Geschwindigkeit
angetriebeia werden, wie das beispielsweise für das Zurückfahren von Gewinnungsvorrichtungen
nach dem Schneiden zweckmäßig ist, so wird die Bremse 21 gelöst und die Bremse 20
angezogen. Der Antrieb lerfolgt dann über die Antriebsscheibe 17.