-
Vorrichtung zur Erzeugung eines Luftstromes beim Auftragen von Flüssigkeiten
auf laufende Materialbahnen Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung an Auftragsmaschinen
zur Erzeugung eines Luftstromes beim Aufbringen von Flüssigkeiten auf laufende Materialbahnen,
z. B. auf Papier, Karton, Gewebe, Kunststoff- oder- Metallfolien, bei denen fließfähige
Stoffe wie Streichfarben, Kunststoffe, Imprägniermittel, Leime od. dgl. durch beliebige
Vorrichtungen auf die zu behandelnde Bahnoberfläche aufgebracht werden und bei denen
zur Regelung der Auftragsstärke ein gegen die Oberfläche der Bahn gerichteter Luftstrahl
vorgesehen ist, durch den ein gegebenenfalls von der Bahn aufgenommener Auftragsmittelüberschuß
zurückgehalten wird und das auf der Bahn verbleibende Auftragsmittel zur Erzielung
eines gleichmäßigen und geschlossenen Films geglättet wird.
-
Zu diesem Zweck finden im allgemeinen Luftdüsen Verwendung, deren
spaltförmige Austrittsöffnungen sich über die gesamte Breite der zu behandelnden
Bahn erstrecken und die zur Erzielung einer jeweils erforderlichen Blaswirkung mehr
oder weniger an die Oberfläche der Bahn herangestellt oder in einem bestimmten Winkel
zur Oberfläche der Bahn eingestellt werden können. Die wirksame Behandlung der mit
dem Auftragsmittel versehenen Bahn durch den Luftstrahl macht nun im allgemeinen
,ein sehr nahes Heranstellen der Luftaustrittsöffnung dieser Düse an die laufende
Materialbahn
erforderlich, so daß eine Verschmutzung der Austrittsöffnung
infolge durch Schleuder- oder Spritzwirkung von der Bahnoberfläche gelöste Auftragsmittelteile
unvermeidbar ist.
-
Mit zunehmender Verschmutzung der Luftaustrittsöffnung und der dadurch
hervorgerufenen nachteilig beeinflußten Blaswirkungergibt sich die Notwendigkeit,
in mehr oder weniger großen Zeitabständen eine Reinigung der Düse vorzunehmen. Diese
Reinigung konnte bei den bekannten Auftragsmaschineridieser Art entweder nur dann
vorgenommen werden, wenn die erschöpfte Vorratsrolle durch eine neue Vorratsrolle
ersetzt wurde, d. h. es mußte der Ablauf eines Arbeitsvorganges ohne Rücksicht auf
eine etwa notwendig gewordene Reinigung abgewartet werden oder die Reinigung erfolgte
während des Arbeitsvorganges, so daß innerhalb dieser Zeit die die Maschine durchlaufende
Materialbahn nicht durch den Luftstrahl behandelt wurde und später als Ausschuß
nicht verwertbar war.
-
Es ist bereits eine Düsenanordnung bekanntgeworden, bei der mehrere
Düsen an einem gemeinsamen schwenkbaren Düsenträger angeordnet .sind. Die Anordnung
ist dabei so getroffen, daß die nicht in Arbeitsstellung befindlichen Düsen durch
eine sogenannte Prallplatte abgedeckt sind. Durch diese Maßnahme ergibt sich zwangläufig
eine völlige Abdeckung der nicht .in Arbeitsstellung befindlichen Düsen, so daß
eine Reinigung der Düsen nicht möglich ist. Weiterhin sind im Falle der bekannten
Anordnung diese außerhalb der Arbeitsstellung befindlichen Düsen nicht von der Druckluft
abgeschlossen. Vielmehr wird lediglich durch diese Prallplatte das Austreten der
Druckluft aus diesen nicht in Arbeitsstellung befindlichen Düsen weitgehend verhindert.
-
Zur Vermeidung dieser Nachteile ist nun die der Erfindung entsprechende
Auftragsmaschine mit einem mehrere Düsen aufweisenden schwenkbaren Düsenkörper versehen,
wobei die Anordnung so getroffen ist, daß nur die in der Arbeitsstellung befindliche
Düse mit der Druckluftzufuhr in Verbindung steht, während die Druckluftzufuhr zu
den nicht in der Arbeitsstellung befindlichen Düsen unterbrochen ist und diese eine
ihre Reinigung, Einstellung usw. gestattende zugängliche Lage einnehmen.
-
Die Ausbildung dieser Düse wird im wesentlichen bestimmt durch einen
feststehenden, über die Breite der Bahn sich erstreckenden Luftkanal, der im Bereich
der in Arbeitsstellung befindlichen Düse mit einer Austrittsöffnung versehen ist.
Auf diesem Luftkanal ist in koaxialer Anordnung-der Düsenträger schwenkbar gelagert,
an dessen Umfang im Falle des unten beschriebenen Ausführungsbeispiels zwei um 18o°
zueinander versetzte Blasdüsen angeordnet sind, so daß, wenn sich eine Düse in Arbeitsstellung
befindet, die andere Düse eine von der Druckluftzufuhr abgeschlossene Ruhestellung
einnimmt.
-
Es entspricht weiterhin der Erfindung, daß der Luftkanal mit einer
oder mehreren vorzugsweise nach unten gerichteten Durchbrechungen versehen ist,
die, während sich eine Düse in> Arbeitsstellung befindet, durch :den Düsenträger
geschlossen ist. Der Zweck dieser Durchbrechungen, die vorzugsweise auf der ganzen
Längenausdehnung des Luftkanals vorgesehen sind, ist folgender: Bei der Reinigung
der in Ruhestellung befindlichen Düse sind Teile des erhärteten Auftragsmittels
in das Innere der Düse gelangt, die, wenn die Düse wieder in Arbeitsstellung gebracht
wird, durch die Druckluft auf die mit dem Auftragsmittel versehene Bahn geblasen
werden und auf- deren Oberfläche haftenbleiben. Die Anordnung dieser Durchbrechungen
in dem Luftkanal bewirkt nun, daß die in die Arbeitsstellung zu schwenkende Luftdüse
vor Erreichung der Arbeitsstellung kurzzeitig mit dem Luftkanal in Verbindung gebracht
wird, wobei die in dieser Stellung zweckmäßig nach unten gerichtete Düse unter dem
Einfluß der Druckluft von den gegebenenfalls in ihrem Innenraum befindlichen erhärteten
Auftragsmittelteilen gereinigt wird.
-
Mit einer derartig ausgebildeten Luftdüse ist es möglich, zu jedem
gewünschten Zeitpunkt und ohne Unterbrechung des Arbeitsvorganges eine gereinigte
Düse in die Arbeitsstellung zu bringen, während die Reinigung der verschmutzten
Düse mit der notwendigen Sorgfalt vorgenommen werden kann. Ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird im folgenden beschrieben und an Hand der Zeichnungen erläutert.
-
Abb. i zeigt in schematischer Darstellung eine mit der schwenkbaren
Düse ausgestattete Auftragsvorrichtung; Abb. 2 zeigt einen Querschnitt durch die
Düse; Abb. 3 zeigt einen Längsschnitt durch die Düse im Bereich des Druckluftanschlusses.
-
Die von einer nicht dargestellten Vorratsrolle durch ein Vorzugwalzenpaar
i abgezogene Bahn 2 wird über die Leitwalzen 3, 4 in den Bereich der Auftragsvorrichtung
gebracht. Diese Auftragsvorrichtung besteht aus einem mit dem Auftragsmittel 5 gefüllten
Behälter 6, in den die Auftragswalze 7 hineinragt, an deren Umfangsfläche die Bahn
2 zur Aufnahme des Auftragsmittels vorbeibewegt wird. Im weiteren Verlauf wird die
Bahn 2 um eine Gegenwalze 8 geführt, in.deren Bereich der im wesentlichen senkrecht
zur Bahnoberfläche gerichtete Luftstrahl wirksam wird, durch den, der von der laufenden
Bahn aufgenommene Auftragsmittelüberschuß zurückgehalten wird und wieder -in den
darunter befindlichen Behälter 6 zurückfließt, während der auf der Bahnoberfläche
verbliebene Auftrag unter dem Einfluß der Druckluft geglättet wird und die so behandelte
Bahn über eine weitere Leitwalze 9 einer Trockenvorrichtung oder einer beliebigen
anderen Verarbeitung zugeführt wird.
-
Der gegen die Oberfläche der Bahn 2 gerichtete Luftstrahl tritt aus
einer Blasvorrichtung aus, die zunächst aus dem feststehenden Luftkanal io gebildet
wird, der eine zu der zu behandelnden Bahn 2 gerichtete Austrittsöffnung i i aufweist,
die sich über die gesamte Bahnbreite -erstreckt. Die beiden Enden dieses Luftkanals
io sind in den Lagern 12
befestigt, während in das Innere des Luftkanals
io ebenfalls feststehend die an einen nicht dargestellten Drucklufterzeuger angeschlossene
Druckluftleitung 13 hineinragt, die ebenfalls mit einer Reihe von Luftaustrittsöffnungen
14 versehen isst.
-
Der Luftkanal io wird von dem Düsenträger 15 umschlossen, an dessen
Umfang zwei um i8o° zueinander versetzte Düsen 16, 17 angeordnet sind, und der um
die Längsachse des Luftkanals io schwenkbar gelagert ist. Der gesamte Düsenkörper
wird aus zwei Hälften gebildet, die mittels Klemmschrauben 18 zusammengehalten werden,
wobei die jeweils aufeinanderliegenden Klemmstege 1g zweckmäßig einen Querschnitt
aufweisen, der dem austretendenLuftstrom einen verhältnismäßig geringen Widerstand
entgegensetzt.
-
In dem Luftkanal io sind weiterhin eine Reihe von nach unten gerichteten
Durchbrechungen 2o vorgesehen, durch die die in die Arbeitsstellung zu bringende
Düse 16 kurzzeitig mit dem Innenraum des Luftkanals io in Verbindung gebracht wird.
-
Bei einer notwendig werdenden Reinigung der in Arbeitsstellung befindlichen
Düse 17 wird nun lediglich der Düsenträger 15 um 18o° geschwenkt, wozu zweckmäßig
ein Griff oder eine andere nicht dargestellte Handhabe dient, wodurch sich die Düse
17 unter Abschluß von der Druckluftzufuhr in die Ruhestellung bewegt, während die
Düse 16 auf ihrem Schwenkweg von der Ruhestellung in die Arbeitsstellung an den
in dem Luftkanal io angeordneten Durchbrechungen 2o vorbeibewegt wird, um durch
den in diesem Bereich wirksam werdenden Luftstoß von Fremdkörpern gereinigt und
am Ende ihres Schwenkweges in die Arbeitsstellung gebracht zu werden.