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Anlage zum Vulkanisieren endloser Keilriemen od. dgl.
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Endlose Keilriemen werden üblicherweise in Formen vulkanisiert, die
jeweils nur für eine bestimmte Länge eines bestimmten Profils brauchbar sind. Das
bringt es mit sich, daß zur Vulkanisation der vielen in der Praxis geforderten Dimensionen
von Keilriemen ein sehr großer und entsprechend teurer Formenpark notwendig ist.
Um dies wenigstens bei großen, oft mehrere Meter langen Keilriemen zu vereinfachen,
behilft man sich z. B. damit, diese stückweise in Streifenformen in hydraulischen
Pressen zu vulkanisieren oder zusammenzusetzen.
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Diese Methoden der Vulkanisation ergeben jedoch an den tSberlappungs-
bzw. Zusammensetzstellen Ungleichmäßigkeiten in Material und Vulkanisation und vielfach
ungleiche Längen des Fertigprodukts, was begreiflicherweise den Betrieb eines mit
solchen Keilriemen ausgerüsteten Antriebs beeinträchtigen, ja gefährden kann, besonders
wenn er mit hohen Umfangsgeschwindigkeiten arbeitet.
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Um den für die verschiedenen Größen notwendigen Formenpark und die
damit verbundenen Kosten zu verringern und gleichzeitig die oben angeführten Mängel
von Zusammensetz- bzw. Überlappungsstellen zu beseitigen, sind schon verschiedene
Anlagen zur Vulkanisation endloser und endlicher Keilriemen bzw. Bänder geschaffen
worden. Sie besitzen alle Vulkanisiertrommeln, die bei langsamer Drehung darüber
hinweglaufende Riemen vulkanisieren. Dabei werden diese durch ein mitlaufendes Druckband
auf die Vulkanisiertrommel gedrückt, das durch ein System von Umlenk- und Spannrollen
geführt bzw. gespannt ist. Die zu vulkanisierenden endlosen Keilriemen bzw. Bänder
laufen
dabei außerdem noch über eine Reckrolle, die hydraulisch oder durch besonderen Antrieb
über Schraubenspindel nachgestellt wird, um das Vulkanisationsgut zu recken und
so sein späteres Längerwerden während des Gebrauchs soviel als möglich zu verhindern.
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Diese Art der Vulkanisation unter Reckung aber bringt bei den bisher
bekannten Anlagen so große Längentoleranzen mit sich, daß man nicht beliebige Keilriemen
einer Nennlänge (z. B. 8 Stück 32 X 7100 DIN 22I5) zusammen in einem Trieb laufen
lassen kann. Vielmehr muß der gesamte Satz geschlossen als solcher bestellt, um
sortiert und zusammengestellt zu werden. Es ist also nicht möglich, zu etwa vorhandenen
5 Stück weitere 3 für denselben Satz nachzubestellen.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Anlage zum kontinuierlichen Vulkanisieren
endloser Keilriemen, Flachriemen od. dgl., bestehend aus einer feststehend angeordneten
Vulkanisiertrommel nebst endlosem Druckband sowie einer in regelbarem Abstand von
der Vulkanisiertrommel angeordneten Reckrolle, bei der gegenüber den bekannten Vorrichtungen
ähnlicher Bauart die erwähnten Mängel hinsichtlich Ungleichmäßigkeit des Produkts
und zu großer Längentoleranz beseitigt sind und die maximale Länge der herzustellenden
Produkte nicht von der des Druckbandes abhängt.
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Um größere Gleichmäßigkeit - auch der verschiedenen Chargen untereinander
- zu erreichen, wird der Reckvorgang des Vulkanisiergutes in zwangläufige Abhängigkeit
von dem kontinuierlichen Vulkanisiervorgang gebracht. Erreicht wird dies dadurch,
daß ein mit der Vulkanisiertrommel zwangläufig gekuppelter Antrieb den Achsabstand
zwischen Vulkanisiertrommel und der gegebenenfalls beheizbaren Reckrolle verändert.
Dadurch bleibt aber auch das Reckverhältnis gewahrt, wenn etwa die Vulkanisierzeit
mit der Drehzahl der Vulkanisiertrommel verändert werden muß. Das ist für die Gleichartigkeit
der technischen Eigenschaftender Fertigprodukte von entscheidender Bedeutung und
vereinfacht die Bedienung der Anlage.
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Ein scherenartig klappbarer Spann- und Führungsmechanismus für das
endlose Druckband ermöglicht erhebliche Verkürzung der Beschickungszeiten, leichtere,
übersichtlichere Bedienung der Anlage, Minderung der Ausschußquote und Schonung
des Druckbandes. Er umschließt die Vulkanisiertrommel - in Arbeitsstellung maulförmig
und läßt sich zum Beschicken durch wenige schnelle Handgriffe mitsamt dem Druckband
von ihr hinklappen, so daß sie - in unveränderter Stellung verbleibend -, fliegend
gelagert, allseits frei zugänglich wird. Das ermöglicht ein schnelleres Einbringen
einer größeren Anzahl endloser Rohlinge in die heiße Vulkanisiertrommel, ohne daß
das Material »anspringt«, bevor das Druckband wirkt; da die Form zum Beschicken
nicht gekühlt und neu erwärmt werden muß, wird ein erheblicher Zeitgewinn und Wärmeersparnis
erzielt. Die Lage der Rohlinge in der Form ist beim Einbringen besser kontrollier-
und korrigierbar; sie verrutschen nicht mehr beim Schließen des Bandmechanismus,
weil hierzu die Vulkanisiertrommel ihre Lage nicht zu verändern braucht. Es werden
daher Fehlpressungen vermieden.
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Durch Anordnung einer besonderen Führung der Keilriemen beim Einlaufen
in die Form wird die richtige Lage der Keilriemen in den Rillen der Form gewährleistet
und z. B. ein Verdrehen verhindert.
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Ebenso wie endlose Keilriemen können ohne Änderungen bei Verwendung
von entsprechenden Vulkanisiertrommeln auch vorteilhaft endlose Flachriemen oder
Bänder vulkanisiert werden.
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Die Abbildung zeigt die Seitenansicht der erfindungsgemäßen Anlage
im Schema, wobei nur die für die Erfindung wesentlichen Merkmale gezeigt, Nebensächlichkeiten
wegen besserer Übersicht aber weggelassen oder nur angedeutet sind (z. B. Pfeile
für die Nachstellung und Bewegung der Spann-bzw. Reckrolle).
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Alle endlosen Keilriemen I eines bestimmten Profils, z. B. I7 X II
DIN 22I5, von beliebiger Länge können auf ein und derselben, für die verschiedenen
Profile auswechselbaren Vulkanisiertrommel 2 vulkanisiert werden, wobei mehrere
Rillen die gleiche Anzahl Keilriemen derselben Dimension aufnehmen. Dabei geht die
Vulkanisation nur an dem die Vulkanisiertrommel 2 umschlingenden Teil der Keilriemen
vor sich, und zwar beginnend beim Führungsstück 3, fortlaufend während der langsamen
Drehbewegung der Vulkanisiertrommel 2 in Pfeilrichtung. Beendigung der Vulkanisation
ist beim Verlassen der Vulkanisiertrommel 2 beim Lauf über die Umlenkrolle 4 erreicht.
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Die Vulkanisiertrommel 2 erhält ihre Wärme vom Heizkern 5, über den
sie geschoben ist. Die Temperatur der Vulkanisiertrommel 2 ist durch ein kombiniertes
Meß- und Steuergerät kontrollier-und einstellbar. Die Vulkanisiertrommel 2 ist ferner
auf der Achse 6 drehbar und wird in Pfeilrichtung, der gewünschten Vulkanisationszeit
entsprechend, stufenlos regelbar angetrieben. Die Achse 6 ist einseitig im dahinterliegenden
Maschinenrahmen 7 gelagert, so daß die Vulkanisiertrommel 2 von vorn aufgeschoben
und je nach Bedarf dem gewünschten Profil von Keilriemen I entsprechend leicht ausgewechselt
werden kann. Somit reduziert sich bei der Vulkanisation von endlosen Keilriemen
der bisher notwendige große Formenpark auf wenige Vulkanisiertrommeln. Der Maschinenrahmen
7 läuft nach links in ein langes Bett 8 aus, das zur Aufnahme eines Schlittens g
dient, der darauf in der angegebenen Pfeilrichtung gleiten kann. Er trägt eine auf
der einseitig gelagerten Achse Io drehbare Reckrolle II, die entweder wie dargestellt
oder mit Heizkern ausgebildet sein kann, um die Vulkanisationsleistung zu verdoppeln.
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Der Abstand dieser Reckrolle von der Vulkanisiertrommel 2 bestimmt
jeweils die Länge der Keilriemen I. Während der Vulkanisation wird zwangläufig mit
der Umdrehung von der Vulkani-
siertrommel 2 der Abstand zwischen
ihr und der Reckrolle II vergrößert, bis die Keilriemen I die gewünschte Länge erhalten
haben, einmal umgelaufen sind und so ihre Vulkanisation beendet ist.
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Die dazu notwendige kontinuierliche Verschiebung des Schlittens g
nebst der Reckrolle II geschieht z. B. durch eine Spindel, die am Schlitten 9, ähnlich
wie die Leitspindel am Support einer Drehbank, angreift und deren Drehbewegung zwangläufig
mit der Vulkanisiertrommel 2 gekuppelt ist. Der zur einwandfreien Vulkanisation
und Formgebung notwendige Druck auf die Keilriemen wird in üblicher Weise durch
ein die Vulkanisiertrommel 2 und die beiden Umlenkrollen 4 und I2 umschlingendes
Druckband I3 erzeugt, das seine Spannung durch die an sich bekannte Spannrolle 14
erhält, die durch eine Spannvorrichtung 15 in Pfeilrichtung betätigt wird. Das Druckband
I3 läuft zwar wie bei bereits bekannten ähnlichen Einrichtungen ebenfalls über Umlenk-
bzw. Spannrollen mit der Vulkanisiertrommel 2 um, kann jedoch zum Unterschied davon
durch einfachen Handgriff mitsamt dem Führungsstück 3, den Umlenkrollen 4 und 12
von der Vulkanisiertrommel 2 fortgeschwenkt werden, so daß die Vulkanisiertrommel
2 und die Reckrolle II zum Einlegen der endlosen Keilriemen I oder Herausnehmen
aus der Maschine vollkommen frei zugänglich sind bzw. die Vulkanisiertrommel 2 ausgewechselt
werden kann (geöffnete Stellung strichpunktiert). Dabei wird das Druckband I3 beim
Öffnen und Schließen, um eine gleichmäßige Auflage zu gewährleisten, von der Spannrolle
14 in jeder Lage mäßig gespannt gehalten. Die Achse I6 ist am Rahmen 7 befestigt
und trägt je zwei nach oben und unten schwenkbare Wände 17, I8, von denen ein Paar
vor und ein Paar hinter der Vulkanisiertrommel 2 nebst Heizkern 5 vorbeigehend in
geschlossener Stellung die Achse 6 umfassen. Sie halten das Führungsstück 3 sowie
die Umlenkrollen 4, I2, werden nach dem Schließen durch die Verriegelung 19 zusammengehalten
und übernehmen so die Belastung von Führungsstück 3, Achse 6 und Umlenkrollen4,
I2, hervorgerufen durch Spannung, vor allem von Druckband I3 und Keilriemen I, um
die frei tragende Achse 6 und ihre Befestigung im Rahmen 7 weitgehendst zu entlasten.
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Auf diese Weise ist es möglich, endlose Keilriemen bzw. Bänder maßhaltig
bis zu den größten Längen, von großer Gleichmäßigkeit in Material und Vulkanisation,
mit geringster Längung während des Gebrauchs und unter minimalem Formenaufwand herzustellen.