DE9216828U1 - Besatz zum Verdämmen von Sprengladungen - Google Patents
Besatz zum Verdämmen von SprengladungenInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F42—AMMUNITION; BLASTING
- F42D—BLASTING
- F42D1/00—Blasting methods or apparatus, e.g. loading or tamping
- F42D1/08—Tamping methods; Methods for loading boreholes with explosives; Apparatus therefor
- F42D1/24—Tamping methods; Methods for loading boreholes with explosives; Apparatus therefor characterised by the tamping material
- F42D1/28—Tamping with gelling agents
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Description
Ortwin M. Zeißig GmbH & Co. KG, Remscheider Str. 5, 4330 Mülheim/Ruhr
Die Erfindung betrifft einen Besatz zum Verdammen von
Sprengladungen in Bohrlöchern, der aus einer zwischen Sprengladung und Bohrlochmund im Bohrloch angeordneten,
pastenartigen Besatzsäule aus mindestens einem ummantelten Abschnitt besteht.
Aus Sicherheitsgründen sind vornehmlich im untertägigen Steinkohlenbergbau Sprengladungen in Bohrlöchern mit einem
Besatz zu versehen. Neben dem früher gebräuchlichen Letten, -Sand- oder Salzbesatz ist derzeit im Steinkohlenbergbau
nur Wasser und Paste zugelassen, welche in umfangreichem Maße staubbindende Wirkungen haben.
Theoretisch könnte zur Bildung von Besatz in seigeren Bohrlöchern nach dem Laden des Bohrlochs mit Sprengstoff Wasser
eingefüllt werden, wenn der Bohrlochmund in geeigneter Weise verschlossen ist. Da jedoch die Gefahr besteht, daß
das Wasser durch Klüfte ablaufen kann und der entsprechende Schuß ohne Besatz abgetan werden kann, ist ein solcher Wasserbesatz
nur ausnahmsweise in nach unten führenden Bohrlöcher möglich, wenn die Ladesäule entsprechend fixiert wird,
um zu verhindern, daß die Ladesäule durch Auftrieb nach oben schwimmt. Aus diesem Grund hat man für den Besatz mit
Wasser unter Verwendung einer vollständigen Ummantelung die sogenannten Wasserbesatzampullen entwickelt, die durch ihre
Ausbildung Sorge dafür tragen, daß das Wasser dem eigentlichen Verwendungszweck zugeführt wird und nicht in Klüfte
ablaufen kann.
Auch der Pastenbesatz ist in Kunststoffampullen oder Kunststoff
schläuchen in die Bohrlöcher eingebracht worden. Der Vorteil des Pastenbesatzes gegenüber dem Wasserbesatz in
Ampullen besteht darin, daß selbst bei Beschädigung der Ampullen im Bohrloch der Inhalt nicht in Gebirgsklüfte entweichen
kann.
Der wesentliche Nachteil des beschriebenen Besatzes mittels Wasser oder Pasten in Ampullenform besteht darin, daß beide
Ausführungen ein erhebliches Gewichts- und Transportproblem darstellen, wenn die Besatzampullen fabrikmäßig befüllt
werden. Um dieses Gewichts- und Transportproblem bis vor Ort herabzusetzen, hat man versucht, die Kunststoffampullen
oder -schläuche vor Ort mit Wasser oder Paste zu befüllen. Dazu benötigt man jedoch Ampullen, die zu öffnen und zu
verschließen sind, oder ein Selbstschlußventil haben, die also von der Herstellung sehr aufwendig sind, wobei bei
Verwendung von Pasten diese zusätzlich vor Ort zu transportieren sind, oder vor Ort mit Wasser und Pastenbildner angerührt
werden müssen.
Der Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, einen Besatz zum Verdammen von Sprengladungen in Bohrlöchern zu
entwickeln, dem eine einfache Herstellung zugrunde liegt, der im Prinzip zerstörungsfrei mit einem sehr geringen
Transportvolumen angeliefert werden kann, und bei dem das herkömmliche Auslaufen und Zerstören im Bohrloch keine Pro-
bleme auf wirft, und ohne besonderen Aufwand, wie z. B.
Füllvorrichtung und zusätzliche Verschlüsse auskommt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jeder
Abschnitt vor dem Einbringen aus einem flachen, mindestens teilweise wasserdurchlässigen, allseits geschlossenen
Schlauch gebildet ist, der mit einem bei Zugabe von Wasser aufquellenden Gelbildner befüllt ist.
Der oder die für eine Besatzsäule vorgesehenen Abschnitte sind jeweils mit dem aufquellenden Gelbildner im Mengenverhältnis
zur beabsichtigten Füllung befüllt.
Der besondere Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, daß jeder Abschnitt aus einem wasserdurchlässigen Material,
beispielsweise aus Vlies, hergestellt ist. Die schlauchartigen oder hüllenförmigen, den Gelbildner aufnehmenden
Abschnitte, die in der Gesamtheit die erforderliche Besatzsäule darstellen, werden in vorbereitetem Zustand flach gefaltet
und an den Enden geschlossen.
Es ist im Rahmen der Erfindung davon auszugehen, daß der mit Gel befüllte Schlauchabschnitt allseits verschlossen,
fabrikmäßig außerhalb des Grubengeländes als Halbfabrikat hergestellt wird.
Die Ausführung derartiger Abschnitte aus Vlies erlaubt es auf einfache Weise, diese Abschnitte vor dem Faltvorgang
oder in den Faltvorgang integriert, mit einem pulverförmigen Gelbildner zu befüllen und beispielsweise durch Heftung,
Schweißung oder Verklebung zu verschließen oder in gleicher Weise aus zwei Lagen herzustellen.
Diese Abschnitte lassen sich in raumsparender Weise und unter Berücksichtigung eines äußerst geringen Gewichtes auch
in großen Mengen sehr gut transportieren, wobei auch Zerstörungseinflüsse
keine wesentliche Rolle spielen.
Bei Anwendung vor Ort werden die Abschnitte mit Wasser in Berührung gebracht oder in Wasser eingetaucht, so daß die
Abschnitte durch den aufquellenden Gelbildner eine dem Bohrloch angepaßte Form einnehmen, die problemlos in das
Bohrloch eingeführt werden kann. Die Porosität des verwendeten Materials, beispielsweise von Vlies, ermöglicht
darüber hinaus, falls erforderlich, ein teilweises Durchtreten des Gels durch die Außenhaut und gewährleistet somit
in gewissem Umfang eine Anpassung und Arretierung an die Bohrlochwandung. Gleichzeitig gewährleistet das Gel die
Verhinderung des Eindringens des Besatzes in Gebirgsklüfte und nimmt das Wasser wasserführender Bohrlöcher noch in
sich auch.
In Ausgestaltung der Erfindung ist es jedoch auch vorstellbar, abweichend von einem porösen Material, wie beispielsweise
Vlies, Kunststoffolie, beispielsweise in geschlossener Schlauchform, zu verwenden, mit einem Gelbildner
zu befüllen, und vor dem Kontakt mit Wasser die Folie entsprechend zu perforieren, so daß das Wasser durch die
Wandung aufgenommen werden kann. Es handelt sich also um einen Besatz, der sich ohne Füllgerät und ohne zusätzlichen
Verschluß, wie z. B. Stopfen, also selbsttätig durch die Wandung füllt.
Es ist auch vorstellbar, derartige, aus Folie bestehende Abschnitte, mit einem eine Reißnaht abdeckenden Schutzstreifen
zu versehen, um über eine solche geöffnete Reißnaht später im Bohrloch ein Heraustreten des Gels aus dem
Besatzabschnitt zu gewährleisten. Um die den Besatz bildenden Abschnitte im Bohrloch zu arretieren, können einzelne
Abschnitte zusätzlich mit Arretierungskörpern versehen werden, jedoch ist es auch möglich, die Abschnitte so aus-
zubilden, daß sie in aufgequollenem und im Querschnitt des
Bohrlochs angepaßten Zustand eine gekrümmte, beispielsweise bananenartig gebogene selbsthämmende Form aufweisen.
Neben der Befüllung der Abschnitte mit einem pulverförmigen
Gelbildner ist es möglich, den Gelbildner vorgeformt, beispielsweise als stab- oder röhrenförmige Ausführung in den
Abschnitt einzubringen, wobei die Wirkung unter Kontakt mit Wasser die bereits beschrieben ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen beschrieben und wird im folgenden näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel eines flach gefalteten
Abschnitts für den Besatz, teilweise geschnitten, und
Figur 2 einen teilweisen Querschnitt durch ein Bohrloch mit einer Besatzsäule im Gelzustand.
Der in Figur 1 als Ausführungsbeispiel für einen Besatz wiedergegebene Abschnitt 1 weist an den Längskanten 2 Faltungen
und an einer Längskante 2 eine Überlappung 3 auf.
Der Abschnitt 1 ist beispielsweise aus einem wasserdurchlässigen oder porösen Material, z.B. Vlies hergestellt und
bei der Herstellung bereits mit einem nicht dargestellten, beispielsweise pulverförmigen Gelbildner 6 befüllt. Um ein
Auslaufen des Gelbildners 6 aus dem Abschnitt 1 zu verhindern, weist der Abschnitt 1 an den Enden und im Bereich
der Überlappung 3 eine Heftung, Schweißung, Verklebung oder eine genähte Naht 4 auf. Der Abschnitt 1 quillt durch den
Gelbildner 6 bei Kontakt mit Wasser zu einem wurstförmigen
Abschnitt auf, der in einem Bohrloch 5 auf die entsprechende, nicht dargestellte Ladesäule aufgesetzt wird.
Die Ausbildung der den Besatz bildenden Abschnitte 1 ermöglicht es, die Besatzsäule mit Hilfe eines Ladestockes im
Bohrloch 5 zu verdichten, wobei die Zerstörung der Abschnitte 1 unbedeutend ist oder durch vorbereitete Schwachstellen
oder Öffnungen gemacht ist, so daß ein Teil des Gels nach Art einer Paste in den freien Querschnitt des
Bohrlochs gepreßt wird.
Wie bereits erwähnt, kann anstelle des beschriebenen porösen Materials, beispielsweise Vlies, auch jeder andere
poröse oder durch zusätzliche Vornahme von Perforationen durchlässig werdende Stoff, beispielsweise Kunststoffolie,
verwendet werden.
1 Abschnitt
2 Längskanten
3 Überlappung
4 Heftung, Schweißung, Verklebung
5 Bohrloch
6 Gelbildner
7 Ringraum
Claims (7)
1. Besatz zum Verdammen von Sprengladungen in Bohrlöchern,
der aus einer zwischen Sprengladung und Bohrlochmund im Bohrloch angeordneten, pastenartigen
Besatzsäule aus mindestens einem ummantelten Abschnitt besteht, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Abschnitt
(1) vor dem Einbringen aus einem flachen, mindestens teilweise wasserdurchlässigen, allseits geschlossenen
Schlauch gebildet ist, der mit einem bei Zugabe von Wasser aufquellenden Gelbildner (6) befüllt ist.
2. Besatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gelbildner (6) pulverförmig in dem Abschnitt (1)
enthalten ist.
3. Besatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gelbildner (6) vorgeformt, beispielsweise stab-
oder röhrenförmig in dem Abschnitt (1) enthalten ist.
4. Besatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Abschnitt (1) aus einem wasserdurchlässigen Material,
beispielsweise Vlies, hergestellt ist.
5. Besatz nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekenn zeichnet, daß jeder Abschnitt (1) schlauchartig, flach
gefaltet, allseits, beispielsweise durch Heften, Schweißen oder Kleben, geschlossen ausgebildet ist.
6. Besatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Abschnitt (1) aus einem wasserdurchlässigen Material,
beispielsweise einer mit Löchern versehbaren Folie herstellbar ist.
7. Besatz nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß jeder Abschnitt (1) in aufgequollenem und im Querschnitt dem Bohrloch (5) angepaßten
Zustand eine gekrümmte, selbsthämmende Form aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE9216828U DE9216828U1 (de) | 1992-12-10 | 1992-12-10 | Besatz zum Verdämmen von Sprengladungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE9216828U DE9216828U1 (de) | 1992-12-10 | 1992-12-10 | Besatz zum Verdämmen von Sprengladungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE9216828U1 true DE9216828U1 (de) | 1993-02-25 |
Family
ID=6886980
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE9216828U Expired - Lifetime DE9216828U1 (de) | 1992-12-10 | 1992-12-10 | Besatz zum Verdämmen von Sprengladungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE9216828U1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| RU2770832C1 (ru) * | 2021-06-22 | 2022-04-22 | Общество с ограниченной ответственностью «МСТ ИнноТех» | Оболочка забойки для изоляции заряда взрывчатых веществ |
-
1992
- 1992-12-10 DE DE9216828U patent/DE9216828U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| RU2770832C1 (ru) * | 2021-06-22 | 2022-04-22 | Общество с ограниченной ответственностью «МСТ ИнноТех» | Оболочка забойки для изоляции заряда взрывчатых веществ |
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