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Herstellung von Wasserstoffperoxyd Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd unter Verwendung alkylierter Anthrachinone
als Reaktionsmittler.
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Die USA.-Patentschrift 2 158 525 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung
von Wasserstoffperoxyd, worin ein alkyliertes Anthrachinon in Lösung zu dem entsprechenden
Anthrahydrochinon mittels Wasserstoffs in Gegenwart eines Katalysators hydriert
wird und nach Abtrennung des Katalysators mit Hilfe von Sauerstoff Wasserstoffperoxyd
gebildet wird. Das ursprüngliche Anthrachinon wird bei der Oxydation zurückgewonnen
und, wenn im Kreislaufverfahren gearbeitet wird, nach Entfernen des entstandenen
Wasserstoffperoxyds, z. B. durch wäßrige Extraktion, wieder der Hydrierungsstufe
zugeführt. Die vorliegende Erfindung befaßt sich mit einer Verbesserung dieses Prozesses.
Insbesondere betrifft sie eine Verbesserung in der Hydrierungsstufe, indem die Hydrierung
in Gegenwart eines besonderen Katalysators durchgeführt wird, der sich als für diesen
Zweck außerordentlich gut geeignet erwiesen hat und der, nachdem er inaktiv geworden
ist, leicht regeneriert und somit wiederholt verwendet werden kann.
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Nickelkatalysatoren, insbesondere der Raneynickelhydrierungskatalysator,
der durch Auslaugen einer pulverisierten Nickel-Aluminium-Legierung mit wäßrigem
Natriumhydroxyd hergestellt wird, sind bisher zum Hydrieren alkylierter Anthrachinone
bei Verfahren dieser Art bevorzugt worden. Unter Raneykatalysatoren sind Metallkatalysatoren
zu verstehen, die in der Technik unter dieser Bezeichnung oder als Legierungskatalysatoren
bzw. Skelettkatalysatoren
bekannt sind. Zu ihrer Herstellung wird
das katalytisch wirksame Metall mit einem anderen, vor allem Aluminium, legiert,
und durch nachfolgende Behandlung mit Lauge wird dieser zweite Bestandteil herausgelöst,
so daß das Grundmetall feinteilig und in hochaktivem Zustand erhalten wird.
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Indessen sind diese Nickelkatalysatoren nicht vollständig befriedigend.
Der feinteilige Raneykatalysator läßt sich von der Arbeitslösung vor deren Rückführung
in die Oxydationsstufe schlecht abfiltrieren. Außerdem ist dieser Katalysator verhältnismäßig
teuer und erfordert für eine wirtschaftliche Lebensdauer die Anwendung weitgehend
ausgearbeiteter Vorsichtsmaßnahmen zur vollständigen Entfernung von Wasserstoffperoxyd
und Sauerstoff aus der in den Kreislauf zurückgeführten alkylierten Anthrachinonlösung.
Ein anderer Nachteil beim Gebrauch von Raneynickel ist die verhältnismäßig starke
Bildung unerwünschter Nebenprodukte bei der Hydrierungsreaktion. Diese Nebenprodukte
sind Verbindungen, die nicht zur Bildung von Wasserstoffperoxyd beitragen. Wie bekannt,
ist Raneynickel pyrophor, und seine Anwendung ist daher mit der Gefahr von Zwischenfällen
verbunden. Schließlich ist keine zufriedenstellende Methode zur Regenerierung solcher
Katalysatoren bekannt.
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Ein Ziel der Erfindung ist ein besserer Katalysator für die Anwendung
in der Hydrierungsstufe bei dem bekannten `'erfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd
durch Reduktion und Oxydation alkylierter Anthrachinone im Kreislauf, der sich durch
hohe Aktivität und verhältnismäßige Langlebigkeit und gute Reaktivierbarkeit auszeichnet.
Ein weiteres Ziel ist ein Katalysator, der durch Kontakt mit Wasserstoffperoxyd
oder Sauerstoff nicht beeinträchtigt wird, der in leicht filtrierbarer, körniger
Form hergestellt werden kann, in seiner Aktivität selektiv ist und ganz allgemein
dem bisher verwendeten Nickelkatalysator überlegen ist. Ein weiteres Ziel der Erfindung
sind die Mittel und Maßnahmen zur Wiederherstellung der Aktivität dieser Katalysatoren,
die im Verlauf des Prozesses ganz oder teilweise inaktiv geworden sind.
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Diese Ziele werden gemäß der Erfindung dadurch verwirklicht, daß die
Herstellung von Wasserstoffperoxyd in einem Kreisprozeß vorgenommen wird, bei dem
als organische Reaktionsmittler ein alkyliertes Anthrachinon und dessen entsprechendes
Anthrahydrochinon und in der Hydrierungsstufe als Katalysator Palladium, das auf
aktivierte Tonerde aufgebracht ist, verwendet werden, wobei der Katalysator in zweckmäßig
bemessenen Zeitabständen durch Behandeln mit einer wäßrigen alkalischen Lösung eines
Oxydationsmittels reaktiviert wird. Es wurde gefunden, daß die Kombination von metallischem
Palladium und aktivierter Tonerde als Träger ein hervorragender Katalysator für
diesen Zweck ist und daß seine Anwendung überraschend und entschieden der Anwendung
von Raneynickel oder Palladium, das auf andere Trägerstoffe aufgebracht wurde, die
in üblicher Weise als Katalysatorträgerstoffe verwendet werden, überlegen ist.
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Die Kombination von metallischem Palladium und aktivierter Tonerde
scheint einzigartig unter den für solche Zwecke verwendbaren Hydrierungskatalysatoren
zu sein. Seine hohe Wirksamkeit als Katalysator ist am überraschendsten im Hinblick
auf die Tatsache, daß Katalysatoren, die Palladium auf andere gewöhnliche Trägermaterialien
niedergeschlagen aufweisen, die als aktive Hydrierungskatalysatoren in anderen Reaktionen
gut bekannt sind, sich hier nahezu als unwirksam erwiesen und für den Fall wertlos
waren. So besitzen z. B. mit Palladium beladene Trägerkatalysatoren aus handelsüblicher
Aktivkohle, die aus Kokosnußschalen, Holz, Lignin oder Steinkohle hergestellt sind,
geringe oder keine Aktivität. In gleicher Weise sind praktisch unwirksam Katalysatoren,
bei denen Palladium auf Silicagel oder auf Tonerde, die hauptsächlich aus Korund
besteht, aufgetragen ist.
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Das Katalysatorträgermaterial, das für Zwecke der Erfindung geeignet
ist, enthält aktivierte Tonerde in überwiegenden Mengen, d. h. wenigstens 5o Gewichtsprozent.
Unter aktivierter Tonerde versteht man natürliche oder synthetische hydratisierte
Tonerde, die ganz oder teilweise durch an sich bekannte Hitzebehandlung, z. B. bei
3oo bis 8oo°, dehydratisiert w=orden ist, wodurch eine mikroporöse Tonerde entsteht,
die ct-Tonerdemonohydrat, y-Tonerde oder beide Modifikationen enthält. Aktivierte
Tonerde ist gut bekannt und im Handel erhältlich. Im Gegensatz zu den aktivierten
Tonerden steht die bekannte Erscheinungsform der Tonerde, die man als Korund bezeichnet,
die nicht mikroporös und für Zwecke der Erfindung ungeeignet ist. Geeignete Trägersubstanzen
können kleinere Mengen anderer Stoffe als aktivierte Tonerde, z. B. Kieselerde,
enthalten, jedoch soll ihr Gehalt an A1,03, auf wasserfreier Grundlage berechnet,
wenigstens 75 Gewichtsprozent betragen.
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Es wurde gefunden, daß der erfindungsgemäße Katalysator durch Sauerstoff
oder Wasserstoffperoxyd, die in der Arbeitslösung enthalten sind, nicht beeinträchtigt
wird. Diese Substanzen sind normalerweise in der in den Kreisprozeß zurückgeleiteten,
oxydierten Arbeitslösung enthalten und müssen, wenn ein Nickelkatalysator verwendet
wird, entfernt werden, bevor die Lösung mit dem Katalysator in Berührung kommt.
Darüber hinaus hat der erfindungsgemäße Katalysator eine verhältnismäßig lange Wirksamkeit,
auch dann, wenn keine besondere Reinigung der in den Kreisprozeß zurückgeleiteten
Arbeitslösung, mit Ausnahme der Entfernung anwesenden Wassers, das aber in besonderer
Phase vorliegt, erfolgt. Im Gegensatz dazu sind sehr sorgfältige Reinigungsmaßnahmen
erforderlich, wenn ein Nickelkatalysator verwendet wird.Soweit bisher festgestellt
wurde, ist kein Verfahren zur wirksamen Regeneration eines Nickelkatalysators bekannt,
wohingegen der erfindungsgemäße Katalysator sich leicht und wirkungsvoll regenerieren
läßt. Die Regeneration erfolgt dadurch, daß der verbrauchte Katalysator mit einer
wäßrigen Lösung eines löslichen Oxydationsmittels, z. B. eines Chlorits, Hypochlorits,
Peroxyds oder einer organischen Persäure, in innige Berührung gebracht wird. Damit
eine solche Behandlung wirksam ist, ist es wesentlich, daß sie in einer Lösung erfolgt,
die nicht sauer ist, d. h. ein pA von wenigstens 7 hat. Die Dauer und die Temperatur
dieser Behandlung, ebenso wie die Konzentration des Oxydationsmittels
sind
nicht besonders bedeutungsvoll und sind mehr oder weniger voneinander abhängig.
Die optimalen Bedingungen hängen von den besonderen angewendeten Behandlungsmitteln
und dem Grad der Inaktivierung des zu behandelnden Katalysators ab.
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Bekanntlich können einige alkylierte Anthrachinone und ihre entsprechenden
Anthrahydrochinone in Kreisprozessen als organische Reaktionsmittler verwendet werden,
auch in Verbindung mit dem vorliegenden Katalysator. Beispiele geeigneter alkylierter
Anthrachinone sind: 2-Äthyl-, 2-Isopropyl-, 2-sekundäres Butyl-, 2-tertiäres Butyl-,
2-sekundäres Amyl-, i, 3-Dimethyl-, 2, 3-Dimethyl-, i, 4-Dimethyl- und 2, 7-Dimethylanthrachinon.
Die entsprechenden Tetrahydroanthrachinone sind ebenfalls anwendbar, z. B. das Tetrahydro-2-äthyl-anthrachinon
und das Tetrahydro-2-tertiäre Butylanthrachinon. Bisher wurde 2-Äthylanthrachinon
bevorzugt verwendet, aber für die praktische Durchführung vorliegender Erfindung
hat sich das 2-tertiäre Butylanthrachinon als günstiger erwiesen. Wenn auch das
bisher übliche 2-Äthylanthrachinon mit Erfolg auch bei der Durchführung des neuen
Verfahrens verwendet werden kann, so ist doch das 2-tert.-Butylanthrachinon vorzuziehen.
Diese Verbindung ist unter den gegebenen Bedingungen außergewöhnlich stabil und
besitzt eine hohe Löslichkeit sowohl in der reduzierten wie in der oxydierten Form,
besonders dann, wenn das Lösungsmittel ein Gemisch aus einem primären oder sekundären
Nonylcarbinol, z. B. Diisobutylcarbinol oder 3, 5, 5-Trimethylhexanol-i, und einem
substituierten Naphthalin, z. B. a-Methylnaphthalin, ist.
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Die folgenden Beispiele zeigen die Wirksamkeit des erfindungsgemäßen
Katalysators, zum Teil im Vergleich mit bisher üblichen, ähnlichen Katalysatoren.
Beispiele i. 400 g einer y-Tonerde, die durch ein Sieb mit 160o bis 6400 Maschen/cm2
durchgeht, werden in 80o g Wasser suspendiert. Die Suspension wird dann auf 7o'
erhitzt. Unter Bewegen der Suspension wird eine wäßrige Lösung von q. g Palladiumchlorid
in 16o cm3 Wasser, das mit 1,6 cm3 konzentrierter Salzsäure versetzt ist, zugegeben.
Unter fortgesetztem Rühren werden der Mischung q. cm3 37°;oigen Formaldehyds (zur
Reduktion des Palladiumsalzes) zugegeben. Nach einigen Minuten, während denen die
Lösung auf 7o bis 8o' belassen wird, werden unter gelegentlichem Rühren 200 cm3
einer 5°/oigen Natriumbicarbonatlösung zugegeben. Das Gemisch wird 30 Minuten
lang unter gelegentlichem Rühren auf dieser Temperatur belassen. Danach wird der
Katalysator abfiltriert, mit Wasser gewaschen und in dünner Schicht 2 Stunden lang
bei ioo' getrocknet. Das so erhaltene Erzeugnis enthält ungefähr 0,7 Gewichtsprozent
Palladium.
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Der Katalysator wird der Arbeitslösung in der Hydrierstufe des Kreissystems
in zunehmenden Mengen zugegeben, wie schon oben ganz allgemein angegeben. Die Arbeitslösung
enthält je Liter 175 g 2-tert.-Butylanthrachinon in einem Lösungsmittelgemisch,
das aus 6o Volumprozent Diisobutylcarbinol und 40 Volumprozent a-Methylnäphthalin
besteht. Nach Zugabe des Katalysators iäßt man die Lösung so lange zirkulieren,
bis eine Konzentration des entsprechenden Anthrahydrochinons erreicht ist, die
0,33 1M1 Wasserstoffperoxyd pro Liter äquivalent ist. Die Lösung weist während
dieser Zeit eine Temperatur von 3o bis 33° auf und wird unter Einleiten von Wasserstoff
bei Atmosphärendruck in Bewegung gehalten, wobei 8 °/o des angewendeten Wasserstoffs
absorbiert werden. Während des Kreisprozesses wird durch Katalysatorzugaben die
gewünschte Aktivität aufrechterhalten, bis insgesamt 40 g/1 Lösung zugesetzt sind,
zu welchem Zeitpunkt eine Gesamtmenge von 55 g HZ0"g zugegebenen, beladenen Katalysators
synthetisiert und extrahiert sind. In diesem Versuch enthält die in den Kreislauf
zurückzuführende Arbeitslösung, nachdem ihr das Wasserstoffperoxyd durch .Extraktion
mittels Wassers entzogen wurde, eine Restmenge Wasserstoffperoxyd in Konzentrationen
der Größenordnung o,oi bis 0,03 Mol Hz O2/1 und ist im wesentlichen vollständig
mit Wasser bei der Beschickungstemperatur gesättigt. Das restliche Wasserstoffperoxyd
übt keine merklich schädigende Wirkung auf den Katalysator aus.
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2. 37 g eines Katalysators aus auf y-Tonerde aufgebrachtem Palladium,
der durch ein Sieb mit 3o bis 256 Maschen ':,cm' durchgeht und, wie im Beispiel
i beschrieben, hergestellt ist, wird in ein bestimmtes Katalysatorrohr des Kreissystems
gebracht. Der verwendete Katalysator enthält 4,9 g an Palladium pro Liter. Eine
Arbeitslösung der im Beispiel i beschriebenen Zusammensetzung und gasförmiger Wasserstoff
von durchschnittlich etwa i,05 Atmosphären Druck werden bei Raumtemperatur im Gleichstrom
über diesen Katalysator nach unten geleitet. Das Ausmaß der Absorption von Wasserstoff
entspricht einer Wasserstoffperoxydbildungskapazität von 1,8 Mol H202 pro Stunde
und Liter des Katalysators, wie er zu Beginn der Reaktion vorliegt. Dieses Ausmaß
nimmt stundenweise ab bis auf i Mol Wasserstoffperoxyd pro Stunde und Liter am Ende
einer 120stündigen Anwendung.
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3. Eine y-Tonerde, die durch ein Sieb mit io bis 3o Maschen/cm2 durchgeht
und 3o/ o Si 02 enthält, wird in Wasser suspendiert, worauf eine Lösung von Palladiumchlorwasserstoffsäure
zugegeben wird. Die Aufschlämmung wird bei Raumtemperatur etwa i Stunde lang mit
Wasserstoff geschüttelt, worauf der erhaltene, mit Palladium beladene Katalysator
filtriert, gewaschen und bei Raumtemperatur luftgetrocknet wird. Der fertiggestellte
Katalysator enthält o,o9°;a Palladium. Die Aktivität dieses Katalysators wird mit
der des Katalysators nach Beispiel i verglichen, indem das Anfangsverhältnis der
Wasserstoffbindung pro Gewichtseinheit Palladium in 0,2 g des aufgetragenen Katalysators,
der in einer Arbeitslösung suspendiert ist, gemessen wird; die Arbeitslösung enthält
im Liter 175 g 2-tertiäres Butylanthrachinon, die in einer Mischung aus 6o Volumprozent
Diisobutylcarbinol und 40 Volumprozent a-Methylnaphthalin unter vergleichbaren Rührbedingungen
gelöst sind. Es zeigt sich, daß die beiden Katalysatoren etwa die gleiche Aktivität
haben.
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q.. Eine Probe von y-Tonerde, die durch ein Sieb mit io bis
30 Maschen/cm2 durchgeht, wird mit Palladiumchlorwasserstoffsäure imprägniert,
die in so viel Wasser gelöst ist, daß die Tonerde vollständig befeuchtet wird. Die
Mischung wird auf dem Dampfbad getrocknet, in
einen Reaktionsofen
gegeben und i Stunde bei 23o bis 27o° in Wasserstoffatmosphäre reduziert. Der dabei
entstehende Katalysator enthält o,130/0 Palladium und hat etwa die gleiche Aktivität
pro Gewichtseinheit Palladium wie der Katalysator vom Beispiel 3, wie Vergleichsversuche
nach in der im Beispiel 3 angegebenen Weise zeigen.
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5. 6,7 g eines handelsüblichen Kieselsäure-Tonerde-Katalysators (wie
er auch beim Crack-Prozeß verwendet wird), der durch ein Sieb mit 16oo bis 16 goo
Maschen/cm2 hindurchgeht und etwa io % A1203 und go % SiO2 enthält, wird mit 10
cm3 330ioiger Formaldehydlösung, die 2 g Natriumbicarbonat enthalten, behandelt.
Die Mischung wird abdekantiert und das Trägermaterial für den Katalysator durch
zweimaliges Dakentieren gewaschen. Anschließend setzt man ihm zunächst eine heiße
Lösung von o,2 g Palladiumchlorid, dann o,i cm3 konz. HCl in io cm3 Wasser und nach
einigen Minuten 0,5 cm3 einer 37%igen Formaldehydlösung sowie i g Natriumbicarbonat
zu. Man digeriert die Aufschlämmung i Stunde lang bei etwa ioo°, filtriert den Katalysator
ab, wäscht ihn und trocknet ihn i Stunde lang bei etwa ioo°. Vergleichsversuche
nach Beispiel 3 ergaben, daß er nur etwa 1/3 der Aktivität pro Gewichtseinheit Palladium
des Katalysators vom Beispiel i besitzt.
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6. Eine handelsübliche aktivierte Kokosnußholzkohle, die durch ein
Sieb mit 5,6 bis 30 Maschen/cm2 hindurchgeht, wird 6 Stunden lang mit io%iger Salpetersäure
digeriert, gewaschen und bei ioo° getrocknet. 36 g dieser Substanz werden dann mit
einer Palladiumchlorwasserstoffsäurelösung imprägniert, oberflächlich auf dem Dampfbad
getrocknet und 2o Stunden lang bei 2oo° in einem Wasserstoffstrom reduziert. Der
auf diese Weise hergestellte Katalysator enthält etwa o,10/, Palladium und wird
unter Luftabschluß in Methanol aufbewahrt. Vergleichsversuche nach Beispiel 3 ergaben,
daß dieser Katalysator im Vergleich zu dem Katalysator vom Beispiel i nahezu vollkommen
inaktiv ist.
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7. Handelsübliche Aktivkohle aus Steinkohle wird mit 2o%iger Salpetersäure
behandelt, mit Wasser gewaschen und in heißem Wasser suspendiert. Dann gibt man
so viel Palladiumchlorwasserstoffsäure hinzu, daß 0,2 % Palladium, auf den getrockneten
Katalysator berechnet, vorhanden sind, fügt anschließend Formaldehyd und so viel
NaOH zu, daß die Lösung einen p11-Wert von 8 hat. Anschließend wäscht man den Katalysator
und trocknet ihn. Vergleichsversuche nach Beispiel 3 zeigten, daß er, verglichen
mit dem Katalysator vom Beispiel i, fast vollkommen inaktiv ist.
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B. HandelsüblicheAktivkohle aus Lignin, die durch ein Sieb mit 16
bis 12z Maschen/cm' geht, liefert nach der im vorhergehenden Beispiel beschriebenen
Behandlung einen Katalysator, der etwa 2 % metallisches Palladium enthält. Dieser
Katalysator zeigte bei der Hydrierung von 2-tert.-Butylanthrachinon nur eine Spur
von Aktivität.
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g. 5 g feinverteilte handelsübliche, aktive Entfärbungskohle pflanzlicher
Herkunft suspendiert man in 38 cm3 siedender, i,5%iger Natriumbicarbonatlösung und
fügt dieser Suspension 0,3 g Palladiumchlorid und o,i cm3 konz. HCl in 17
cm3 Wasser langsam unter Rühren hinzu. Dann setzt man ihr ebenfalls langsam eine
iß0,/0ige wäßrige Formaldehydlösung sowie o,5 g Natriumbicarbonat zu. Man erhitzt
die Mischung 3o Minuten zum Sieden, filtriert dann den Katalysator ab, wäscht ihn
und trocknet ihn an der Luft. Nach vergleichenden Untersuchungen nach Beispiel 3
besitzt er nur etwa ein Fünftel der Aktivität des Katalysators vom Beispiel i.
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io. Handelsüblicher granulierter Korund wird mit Salpetersäure behandelt
und gewaschen. Anschließend imprägniert man ihn mit Palladiumchlorid in salzsaurer
Lösung, trocknet die Mischung oberflächlich auf dem Dampfbad und reduziert 11/2
Stunden bei 200° im Wasserstoffstrom. Der auf diese Weise erhaltene Katalysator
enthält 0,5 % Palladium. Bei der Hydrierung von 2-tert.-Butylanthrachinon ist er
praktisch inaktiv.
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iz. Ein handelsüblicher Palladiumkatalysator auf Silicagel mit etwa
0,3 % Palladiumgehalt erwies sich nach vergleichenden Versuchen nach Beispiel 3
gegenüber demKatalysator vom Beispiel i als relativ inaktiv.
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1a. Ein Palladiumkatalysator auf Bariumsulfat mit etwa 5 0/0 Palladium
zeigt bei Vergleichsversuchen nach Beispiel 3 etwa ein Fünftel der Aktivität pro
Gewichtseinheit Palladium des Katalysators nach Beispiel i. Der Palladiumkatalysator
auf Bariumsulfat wird wie folgt hergestellt: 6n-Schwefelsäure wird unter heftigem
Rühren zu einer heißen wäßrigen Lösung von Ba (0 H)2 8 H20 zugefügt, bis die Bariumsulfatlösung
gerade lackmussauer reagiert. Unter heftigem Rühren wird zu dieser Lösung eine Lösung
von Palladiumchlorid in Salzsäure sowie eine Formaldehydlösung zugegeben und die
dabei entstandene Suspension mit Na O H alkalisch gemacht. Dann läßt man den Niederschlag
absitzen, wäscht ihn gründlich mit Wasser und trocknet ihn im Ofen bei 8o°.
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13. Ein handelsüblicher Katalysator mit 8,2 % Palladium auf Asbestfasern
zeigt in Vergleichsversuchen nach Beispiel 3 nur drei Zehntel der Aktivität, bezogen
auf Palladium als Gewichtseinheit des Katalysators vom Beispiel z.
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1q.. Man suspendiert Zoo g aktivierte Tonerde, die hauptsächlich aus
a-A12 0,-Monohydrat neben etwas y-A1203 besteht, in 500 cm3 Wasser, stellt
die Aufschlämmung mit konz. HCl auf einen pH-Wert von etwa 5 ein, erhitzt auf 8o°
und fügt der Suspension eine Lösung von o,67 g Palladiumchlorid in 27 cm3 Wasser,
das 0,27 cm3 konz. HCl enthält, langsam unter Rühren hinzu. Dann gibt man
o,67 cm3 einer 370/0igen Formaldehydlösung und anschließend langsam und unter Rühren
eine 50/0ige Lösung von Natriumbicarbonat hinzu, bis ein pH-Wert von etwa 8 erreicht
ist, erhitzt die Aufschlämmung 1/2 Stunde auf 7o bis 8o° und setzt dann langsam
1,33 cm3 35%iges Wasserstoffperoxyd zu. Schließlich filtriert man den Katalysator,
wäscht ihn und trocknet ihn bei iio°.
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Diesen Katalysator gibt man allmählich wie im Beispiel i in den Kreisprozeß,
bis die Arbeitslösung etwa 83 g Katalysator pro Liter enthält. Während dieser Zeit
werden insgesamt 25 g Wasserstoffperoxyd pro Gramm Katalysator gebildet.
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Dabei wurde festgestellt, daß der erfindungsgemäße Katalysator den
Katalysatoren vom Raneynickeltyp im Hinblick auf Abbaureaktionen an den alkylierten
Anthrachinon
- Reaktionsmittlern wesentlich überlegen ist. Augenscheinlich beruht diese Überlegenheit
gegenüber dem Raneynickel auf der größeren Selektivität dieses Katalysators. So
ist bei ihm die Tendenz, Nebenprodukte, die für die H202 Synthese wertlos sind,
zu bilden, wesentlich geringer als bei Raneynickel, wie folgendes Beispiel zeigt.
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15. Etwa 5 1 Arbeitslösung mit 175 g 2-tert.-Butylanthrachinon pro
Liter eines Lösungsmittelgemisches, das aus 6o Volumprozent Diisobutylcarbinol und
40 Volumprozent a-Methylnaphthalin besteht, läßt man mit einer Geschwindigkeit von
etwa 20 cm3/Min. nacheinander durch eine Hydrierungszone, in der der Katalysator
vom Beispiel i in der Arbeitslösung suspendiert ist, durch eine Oxydationszone sowie
durch eine Extraktionszone und wieder durch die Hydrierungszone usw. zirkulieren.
Nach 1975 Stunden eines solchen Kreisprozesses entspricht der Verlust durch Abbaureaktionen
nur o,ooS g der Anthrachinonmenge pro Gramm erzeugtes H2 02.
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In einem Vergleichsverfahren werden etwa 51 Arbeitslösung der gleichen
Anfangszusammensetzung über Raneynickel hydriert, oxydiert, extrahiert und in das
Hydrierungsgefäß zurückgeführt. Das Verfahren wird wegen der Schwierigkeit, mit
diesem Katalysator kontinuierlich zu arbeiten, stufenweise durchgeführt. Nach achtundsechzig
Wiederholungen des Cyclus beträgt der entsprechende Verlust durch Abbaureaktionen
0,027 g der 2-tert.-Butylanthrachinonmenge pro Gramm erzeugtes Wasserstoffperoxyd.
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Katalysatoren aus metallischem Palladium auf aktivierter Tonerde können
für den vorliegenden Zweck nach einem der bekannten Verfahren hergestellt werden.
Gewöhnlich wird dabei zunächst die Trägersubstanz mit einer Lösung, die eine Palladiumverbindung,
wie Palladiumchlorid oder Palladiumchlorwasserstoffsäure, enthält, angefeuchtet
und dann zu metallischem Palladium reduziert. Geeignete Reduktionsmittel sind Formaldehyd
und Wasserstoff. Katalysatoren mit einem Palladiumgehalt von etwa o,oi bis io °/o,
bezogen auf das Katalysatorgewicht, können im allgemeinen für den vorliegenden Zweck
verwendet werden. Am günstigsten hat sich ein Palladiumgehalt von o,i bis 2 Gewichtsprozent
erwiesen.
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Bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Katalysators kann man sich
beliebiger gebräuchlicher Mittel und Maßnahmen zum Zusammenführen von Hydrierungskatalysator
enthaltenden Lösungen und wasserstoffhaltigen Gasen bedienen.
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Bei einer solchen Zuführungsweise wird z. B. ein Katalysator, der
durch ein Sieb mit i bis goo Maschen/ cm2 durchgeht, in ein Wirbelschichtgefäß eingebracht,
das von der Arbeitslösung und dem wasserstoffhaltigen Gas entweder in gleicher oder
in entgegengesetzter Richtung durchströmt wird. Sinkt die Aktivität des Katalysators
so tief, daß er praktisch unbrauchbar ist, so muß er nach einer der weiter unten
beschriebenen Methoden regeneriert werden.
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Nach einem anderen bevorzugten Verfahren kann man den Katalysator
in der Arbeitslösung des Hydriergefäßes suspendieren. Die Korngröße der dabei benutzten
Katalysatoren kann innerhalb weiter Grenzen, z. B. von etwa ioli bis zu 256 Maschen/cm2
im Durchmesser variieren. Der Kontakt zwischen den drei Phasen Arbeitslösung, festem
Katalysator und gasförmigem Wasserstoff kann in der üblichen Weise erzielt werden,
indem man die Katalysatorsuspension durch eine Wasserstoffatmosphäre zirkulieren
läßt oder die Suspension in einer Wasserstoffatmosphäre mechanisch rührt. Nach einer
anderen Methode wird der Wasserstoff oder das wasserstoffhaltige Gas von unten in
die Arbeitslösung, in der der Katalysator suspendiert ist, eingeleitet. Im allgemeinen
sollte die Katalysatorsuspension nicht zu heftig gerührt werden, um die Reibung
der Katalysatorteilchen untereinander auf ein Mindestmaß zu beschränken. Dabei wurde
gefunden, daß der Katalysatoraufwand merklich verringert werden kann, wenn man ihn
als Suspension in der Arbeitslösung verwendet.
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Nach dem bevorzugten Verfahren suspendiert man Katalysatoren, die
durch ein Sieb mit ggo bis 6400 Maschen/cm2 gehen, in der Arbeitslösung, die durch
einen von unten in das Hydriergefäß eingeleiteten Wasserstoffstrom in genügender
Weise in Bewegung gehalten wird. Überraschenderweise ist bei dieser Art von Bewegung
die auf ein Einheitsvolumen des Reaktionsgefäßes bezogene Ausbeute mit derjenigen
vergleichbar, die bei heftigem Rühren erreicht wird. Außerdem werden die infolge
Reibung eintretenden Katalysatorverluste auf ein Mindestmaß herabgesetzt, wenn das
Reaktionsgemisch mit Hilfe eines Wasserstoffstromes inBewegung gehalten wird. Überschüssiger
Wasserstoff kann wieder in den Kreisprozeß zurückgeführt werden. Die Hydrierung
kann nach diesem Verfahren stufenweise oder auch kontinuierlich durchgeführt werden,
doch wird das letztere Verfahren vorgezogen.
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Im Interesse einer möglichst hohen Ausbeute sollte stets genügend
Katalysator in der Arbeitslösung suspendiert sein, die kontinuierlich dem Hydriergefäß
zugeführt wird. Außerdem sollte in zunehmendem Maße frischer Katalysator zugesetzt
werden, um die Inaktivierung des Katalysators in dem Maße, wie die hydrierte Lösung
kontinuierlich entfernt wird, auszugleichen. Verbrauchter Katalysator wird von Zeit
zu Zeit entfernt und durch eine gleiche Menge neuen Katalysators ersetzt, so daß
Aktivität und Konzentration des Katalysators auf der gewünschten Höhe gehalten werden.
Der Katalysator kann in Konzentrationen bis zu io bis 20 % und höher, bezogen auf
den Gesamtinhalt des Hydrierungsgefäßes, angewandt werden. In suspendierter Form
wird er in einer Konzentration von o, i bis 20 °/a, vorzugsweise von i bis 7 %,
verwendet. Er kann in üblicher Weise aus der aus dem Hydriergefäß abfließenden Lösung
durch Sedimentieren, Zentrifugieren, Filtrieren oder ähnliche Maßnahmen abgetrennt
werden. Die verhältnismäßig großen Katalysatorteilchen erleichtern derartige Maßnahmen
weitgehend.
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Der verbrauchte oder inaktive, aus der Arbeitslösung entfernte Katalysator
kann mit Hilfe einer wäßrigen, alkalischen Lösung eines Oxydationsmittels seine
frühere Aktivität als Hydrierungskatalysator wieder erhalten.
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Zu diesen Oxydationsmitteln gehören bestimmte Peroxyverbindungen,
wie die Peroxyde der allgemeinen
Formel R 0 OH, worin R = H oder
ein Kohlenwasserstoffradikal bedeutet, z. B. V4'asserstoffperoxyd, organische Hydroperoxyde,
wie tert.-Butylhydroperoxyd und Cumolhy droperoxyd. Desgleichen können Verbindungen
wie Alkaliperoxyde und Perborate, die entsprechenden Percarbonate und Perphosphate
u. ä. sowie auch organische Verbindungen, wie Harnstoffperoxyd, die in wäßriger
Lösung Wasserstoffperoxyd bilden, zu diesem Zweck verwendet werden. Danach wird
die Reaktivierung des Katalysators entweder mit einer wäßrigen Lösung von handelsüblichem
Wasserstoffperoxyd oder mit Hilfe einer wäßrigen Lösung durchgeführt, deren Wasserstoffperoxydgehalt
sich erst aus einem der obengenannten Peroxyde u. ä. Verbindungen gebildet hat.
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Weitere Peroxyverbindungen, die auch zu diesem Zweck verwendet werden
können, sind organische Persäuren der allgemeinen Formel R C 0 0 0 H, worin R =
H oder ein Kohlenwasserstoffradikal bedeutet, z. B. Peressigsäure, Perameisensäure
und Perbenzoesäure. Allerdings sind nicht alle Persäuren gleich wirksam, so ist
z. B. die Perschwefelsäure ohne Einfluß auf die Reaktivierung des hier verwendeten
Palladium-Katalysator-Typs und kann daher Wasserstoffperoxyd, tert.-Butyl-hydroperoxyd
oder Peressigsäure z. B. nicht ersetzen.
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Auch die Hypochlorite, wie die Alkalihypochlorite, die der Erdalkalien
und organische Hypochlorite, wie tert.-Butyl-hypochlorit, können als Oxydationsmittel
verwendet werden; desgleichen sind Chlorite, wie die der Alkalien und Erdalkalien,
für diesen Zweck als Oxydationsmittel geeignet.
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Vorzugsweise werden jedoch als Oxydationsmittel Wasserstoffperoxyd,
Natriumchlorit, Natriumhypochlorit und Peressigsäure verwendet und unter diesen
im allgemeinen die anorganischen Alkalihypochlorite bzw. das Natriumhypochlorit
bevorzugt.
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Das Oxydationsmittel soll in der wäßrigen Lösung in merklicher Menge
löslich sein. Im allgemeinen sollen die gelösten Anteile mindestens o,i Gewichtsprozent
der Lösung betragen. Eine stärkere Löslichkeit ist jedoch von Vorteil, und bei dem
bevorzugten Verfahren enthält die wäßrige Lösung das Oxydationsmittel in Konzentrationen
von etwa 0,5 bis etwa 2 Gewichtsprozent. Jedoch auch mit Konzentrationen
von o,i °/o und weniger kann eine Reaktivierung ausgeführt werden, wie auch mit
Lösungen, deren Konzentrationen 2 °/o übersteigen. Sie können sogar bis zu io °/o
und mehr Oxydationsmittel enthalten. Allerdings weisen diese hohen Konzentrationen
keinen besonderen Vorteil auf.
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Im vorliegenden Fall ist ein Oxydationsmittel, das in Wasser verhältnismäßig
wenig löslich ist, ausgewählt worden. Seine Löslichkeit kann durch Zugabe eines
Lösungsmittels, das sich mit Wasser mischt und in dem das Oxydationsmittel löslicher
ist als in Wasser, erhöht werden. Auf diese Weise kann die Löslichkeit gewisser
organischer Oxydationsmittel mit Hilfe eines Lösungsmittels, wie Methanol, und damit
seine Konzentration in Wasser wesentlich erhöht werden. Der Anteil des zweiten Lösungsmittels
soll im allgemeinen die angewandte Wassermenge nicht übersteigen. Unter wäßriger
Lösung oder wäßrigem Versuchsmedium ist eine Lösung oder ein Medium zu verstehen,
das entweder vollständig oder zu mindestens 5o Gewichtsprozent aus Wasser besteht,
wobei das zweite Lösungsmittel mit Wasser mischbar ist.
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In der Praxis behandelt man den Tonerdekatalysator, dessen Aktivität
aus den genannten Gründen abgenommen hat, mit einer alkalischen wäßrigen Lösung
eines Oxydationsmittels der genannten Gruppen. Im allgemeinen geht man so vor, daß
man die verbrauchten Katalysatorteilchen in einer alkalischen wäßrigen Lösung aufschlämmt
und dieser Aufschlämmung unter Rühren bei einer geeigneten Temperatur das Oxydationsmittel
zufügt. Nach einer bestimmten Zeit filtriert man dieTeilchen ab, wäscht und trocknet
sie für die Wiederverwendung in der Hydrierungsstufe. Man kann den Katalysator auch
mehrere Male mit der Reaktivierungslösung behandeln. Im allgemeinen wird der Katalysator
nach der Abtrennung aus dem Hydrierungssystem von organischen Substanzen sowie der
Hydrierlösung freigewaschen, ehe er der Behandlung zur Reaktivierung unterworfen
wird.
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Die Reaktivierung sei durch folgende Beispiele erläutert: 16. Einen
verbrauchten Katalysator, der zur katalytischen Hydrierung von 2-tert.-Butylanthrachinon
in einem Lösungsmittel aus 6o Yolumprozent Diisobutylcarbinol und q0 Volumprozent
a-Methylnaphthalin verwendet worden ist, filtriert man ab und wäscht ihn nacheinander
mit Benzol, mit Methanol und mit Wasser. Ursprünglich bestand der Katalysator aus
aktivierter Tonerde, auf die o,67 Gewichtsprozent metallisches Palladium niedergeschlagen
war, und war nach Beispiel i hergestellt «-orden.
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Der feuchte Kuchen von verbrauchtem Katalysator, der 82 g Katalysator
(in trockenem Zustand) enthält, wird in 200 cm3 einer 5°/oigen wäßrigen Natriumbicarbonatlösung
suspendiert und mit 50 cm3 einer 50;'oigen wäßrigen Lösung von Natiiumhypochlorit
versetzt, wonach das Gemisch etwa 5 Minuten zum Sieden erhitzt und abdekantiert
wird. Schließlich werden die Katalysatorteilchen sechsmal mit Wasser gewaschen.
Danach suspendiert man den Katalysator in Zoo cm3 Wasser, fügt zu dieser Suspension
5 cm3 einer 35°/,igen wäßrigen Wasserstoffperoxydlösung langsam unter Rühren hinzu,
wäscht danach den Katalysator wieder viermal mit Wasser und suspendiert ihn dann
in Wasser, das mit Natriumbicarbonat auf einen pH-Wert von etwa 8 eingestellt worden
ist. Dazu gibt man bei 7o bis 8o° unter Rühren o,5 cm3 einer 37°/oigen Formaldehydlösung,
wäscht danach wiederum den Katalysator, behandelt ihn bei 9o bis ioo° erneut mit
weiterer Wasserstoffperoxydlösung, filtriert schließlich ab, wäscht ihn mit Wasser
und trocknet ihn in dünnen Schichten 21/2 Stunden bei iio°.
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Der in dieser Weise behandelte Katalysator kann unter den gleichen
Reaktionsbedingungen wie der ursprüngliche Katalysator für die Hydrierung von 2-tert.-Butylanthrachinon
verwendet werden. Seine Aktivität, die vor der Reaktivierung auf etwa 25 °% des
ursprünglichen Wertes abgesunken war, hat nach der Behandlung etwa wieder die alte
Höhe erreicht.
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17- Ein Katalysator, der o,67 °/a metallisches Palladium auf aktivierter
Tonerde enthält und zur katalytischen
Hydrierung von alkyliertem
Anthrachinon in einem der allgemein im Beispiel 16 beschriebenen organischen Lösungsmittel
verwendet worden ist, besitzt nur noch etwa 35 °; o seiner ursprünglichen Aktivität.
Der verbrauchte Katalysator wird aus der Hydrierflüssigkeit abfiltriert und nacheinander
mit Methanol, Wasser und 5°/oiger wäßrigerNatriumbicarbonatlösung gewaschen. Der
feuchte Katalysatorkuchen mit einem Gehalt von 48 g Katalysator (auf das Trockengewicht
bezogen) wird dann bei etwa 8o° in ioo cm3 5o/oiger Natriumbicarbonatlösung suspendiert.
Unter lebhaftem Rühren fügt man innerhalb von io Minuten 5ocm3 einer 7 gewichtsprozentigen
wäßrigen Lösung von Wasserstoffperoxyd zu, wobei die Lösung bis nahe an den Siedepunkt
erhitzt wird. Anschließend filtriert man den Katalysator, wäscht ihn gründlich mit
Wasser und trocknet ihn in dünner Schicht 2 Stunden lang bei iio°. Dieser reaktivierte
Katalysator kann wieder zur katalytischen Hydrierung von alkyliertem Anthrachinon
verwendet werden. Er hat etwa seine ursprüngliche Aktivität wiedererlangt.
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18. Aus einer Arbeitslösung, in der alkyliertes Anthrachinon in einem
organischen Lösungsmittel hydriert worden ist, wird der verbrauchte Katalysator,
der 0,7 °%o Palladium auf aktivierter Tonerde enthält, abgetrennt. Der Katalysator,
dessen Aktivität durch den Gebrauch auf etwa 65 % abgesunken ist, wird nacheinander
mit Methanol, einem Gemisch aus gleichen Teilen Methanol und Wasser, heißer 5o/oiger
wäßriger Bicarbonatlösung und Wasser gewaschen. Danach werden 2o,5 g Katalysator
(auf das Trockengewicht bezogen) in 75 cm3 einer wäßrigen Lösung, die 3,3 0/0 Natriumbicarbonat
und 1,7 % Natriumchlorit enthält, suspendiert. Anschließend wird die Suspension
15 Minuten unter leichtem Rühren bis zum Siedepunkt erhitzt, der Katalysator sodann
durch Abdekantieren verschiedene Male mit Wasser gewaschen und wieder in i5o cm3
Wasser suspendiert. Zu dieser Suspension fügt man 2 cm' 35o/oige wäßrige Wasserstoffperoxydlösung
in steigendem Maße unter Rühren zu, filtriert den Katalysator ab, wäscht ihn und
trocknet ihn i1/2 Stunden bei iio°. Der reaktivierte Katalysator zeigt im wesentlichen
die gleiche Aktivität wie der ursprüngliche Katalysator, wenn er unter den gleichen
Bedingungen geprüft wird.
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i9. Etwa 34 g eines Katalysators, der 0,34 % metallisches Palladium
auf aktivierter Tonerde, die durch ein Sieb mit io bis 30 Maschen/cm2 hindurchgeht,
enthält, werden in ein Reaktionsgefäß mit fest eingeschichtetem Katalysator gegeben.
Ein Wasserstoffstrom sowie eine Arbeitslösung, die aus 2-tert.-Butylanthrachinon,
das in einer Mischung von 6o Volumprozent Diisobutylcarbinol und 40 Volumprozent
a-Methylnaphthalin gelöst ist, besteht, werden sodann in gleicher Richtung abwärts
durch die Katalysatorschicht geleitet, bis die Aktivität des Katalysators auf etwa
75')/o ihres ursprünglichen Wertes abgesunken ist. Die Katalysatorschicht wird dann
nacheinander mit Methanol, heißem Wasser und heißer 5o/oiger Natriumbicarbonatlösung
gewaschen und anschließend etwa 1/2 Stunde lang bei 8o bis ioo° mit einer Lösung
nachgewaschen, die 4 cm3 handelsübliches 6oo/oiges tert.-Butylhydroperoxyd und i
g Natriumbicarbonat in Zoo cm3 einer Mischung aus gleichen Volumteilen Methanol
und Wasser enthält. Nach dieser Behandlung wird die Katalysatorschicht mit Wasser
gewaschen und in einem warmen Luftstrom getrocknet. Läßt man dann wieder Wasserstoff
und Arbeitslösung durch die Katalysatorschicht passieren, stellt man die gleiche
Aktivität wie bei dem ursprünglichen Katalysator fest.
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20. Ein verbrauchter Katalysator, der o,o9 0/0 metallisches Palladium
auf aktivierter Tonerde enthält und dessen Aktivität bei der Verwendung in einem
Reaktionsgefäß mit fester Reaktionsschicht in der im Beispiel i9 beschriebenen Weise
auf 20 0/0 seiner ursprünglichen Aktivität abgesunken ist, wird mit Methanol und
Wasser gewaschen und im Luftstrom getrocknet. 5 g des gewaschenen und getrockneten
Katalysators fügt man zu einer wäßrigen Lösung hinzu, die durch Zugabe von 4 g Natriumbicarbonat
und 2 cm3 einer 4oo/oigen Peressigsäurelösung in Essigsäure zu 20 cm3 Wasser erhalten
worden war. Die dabei erhaltene Suspension von p$ 8 wird io Minuten zum Sieden erhitzt,
sodann wird der Katalysator abfiltriert, gewaschen und i Stunde lang bei iio° getrocknet.
Der so reaktivierte Katalysator hat im wesentlichen die gleiche Aktivität wie der
frische Katalysator.
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Die für die vorliegende Methode benutzte wäßrige Lösung darf nicht
sauer sein, soll also mindestens p$ 7 haben. Im allgemeinen kann der p$-Bereich
der Lösungen zwischen 7 und io schwanken, jedoch werden Lösungen mit einem p$ im
Bereich von 7,5 bis 9 bevorzugt. Lösungen mit einer Alkalität, die pg io wesentlich
übersteigt, sind zu vermeiden, da sie dazu neigen, den Katalysator anzugreifen und
das Trägermaterial aus Tonerde zu zerstören.
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21. 5 g des gewaschenen und getrockneten inaktiv ierten, im Beispiel
2o beschriebenen Katalysators werden in io cm3 Wasser suspendiert und der pH-Wert
der Suspension mit Essigsäure auf 3 eingestellt. Dann fügt man 2 cm3 35o/oiges Wasserstoffperoxyd
hinzu, erhitzt die Mischung zum Sieden, filtriert den Katalysator ab, wäscht und
trocknet ihn i Stunde lang bei ioo°. Der so behandelte Katalysator hat, wie ein
vergleichender Versuch zeigt, nur 50 % seiner ursprünglichen Aktivität wiedererlangt.
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22. Etwa 34 g eines Katalysators, der 0,33 % metallisches Palladium
auf aktivierter Tonerde, die durch ein Sieb mit io bis 30 Maschen/cm2 geht,
enthält, werden so lange zur katalytischen Hydrierung von 2-tert.-Butylanthrachinon,
wie im Beispiel ig beschrieben, benutzt, bis die Aktivität des Katalysators auf
etwa 45 % ihres ursprünglichen Wertes abgesunken ist. Der eingeschichtete Katalysator
wird nacheinander mit Methanol, heißer 5o/oiger wäßriger Natriumbicarbonatlösung
und kaltem Wasser und anschließend zweimal mit je ioo cm3 einer wäßrigen Lösung,
die 0,7),", Wasserstoffperoxyd enthält und deren pH-Wert mit Essigsäure auf 2,5
eingestellt worden ist, gewaschen. Die Verweilzeit beträgt im ganzen etwa 4 Minuten.
Dann wird die Schicht nacheinander mit heißer 5o/oiger wäßriger Natriumbicarbonatlösung
und mit Wasser gewaschen und in einem Warmluftstrom getrocknet. Bei Wiederbenutzung
des Katalysators wie im Beispiel i9 stellt sich heraus, daß
er nur
55 °;o seiner ursprünglichen Aktivität wieder erlangt hat.
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Im allgemeinen wird die Reaktivierungsbehandlung in einem Temperaturbereich
von etwa 5o° bis zum Siedepunkt der Behandlungsflüssigkeit, z. B. 5o bis ioo°, ausgeführt,
obgleich bei jeder Temperatur zwischen dem Gefrierpunkt und dem Siedepunkt die Reaktivierung
mit gutem Erfolg durchgeführt werden kann. Soll bei Temperaturen, die oberhalb des
Siedepunktes der Lösung liegen, gearbeitet werden, so muß man bei höheren Drucken
als dem Atmosphärendruck arbeiten.
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Die Dauer der Behandlung mit der Oxydationslösung ist nicht besonders
wichtig. Die Reaktion ist im allgemeinen nach einigen Minuten im wesentlichen beendet,
besonders dann, wenn im günstigen Temperaturbereich gearbeitet wird. Im allgemeinen
schwankt die Behandlungsdauer zwischen 5 Minuten und i Stunde. Längere Behandlungszeiten
bringen im allgemeinen keine Steigerung des Erfolgs, sondern haben- in einigen besonderen
Fällen, in denen die zur Reaktivierung erforderliche Zeit überschritten worden war,
nachteilige Folgen gehabt. So kann bei der Verwendung von Hypochloriten eine längere
Berührungszeit zwischen den Katalysatorteilchen und der Behandlungsflüssigkeit verursachen,
daß sich etwas Palladium von dem Tonerdeträgermaterial loslöst, was natürlich unerwünscht
ist. Es ist überhaupt vorteilhaft, an eine Hypochloritbehandlung eine Wäsche mit
wäßrigem Wasserstoffperoxyd anzuschließen, um Hypochloritreste vollkommen zu zerstören.
Da die Hypochlorite außerdem etwas dazu neigen, das Palladium zu oxydieren, wird
zum Schluß mit Formaldehyd nachbehandelt, um eine vollständige Reduktion zum Metall
durchzuführen. Diese Behandlung mit Formaldehyd wird vorzugsweise, wie im Beispiel
16 beschrieben, sofort an die Behandlung mit Wasserstoffperoxyd angeschlossen.