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Walzvorrichtung, insbesondere Florquetsche Die Erfindung betrifft
eine Walzvorrichtung, insbesondere Florquetsche, und bezweckt eine Verbesserung
der Vorrichtung nach .dem Patent 9o4 r 5o.
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Das Problem der gleichmäßigen Druckverteilung über die Länge der Walzen
einer Walzvorrichtung ist gemäß dem Patent 904 150 dadurch gelöst worden,
daß jede Arbeitswalze durch mindestens einen druckbelasteten Träger vorzugsweise
gleicher Festigkeit abgestützt wird; dabei kann der Stützträger über ein Druckübertragungsglied
von der Länge der Arbeitswalze mit der Arbeitswalze in Berührung stehen.
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Um die Walzvorrichtung nach dem Patent go4 i So weiter zu vervollkommnen,
d. h. nicht vermeidbare Bauungenauigkeiten und theoretisch mögliche Durchbiegungen
der Stützträger, welche die absolute Parallellage der Arbeitswalzen während des
Betriebes beeinträchtigen könnten, auszugleichen, wird nun vorgeschlagen, die Druckübertragungsglieder
elastisch auszubilden, indem sie beispielsweise aus Werkstoffen gefertigt werden.,
deren Elastizitätsmodul geringer ist als die Elastizitätsmoduln der Werkstoffe der
Arbeitswalzen und Stützträger. So können die Druckübertragungsglieder zweckmäßig
aus Kunststoff oder Bronze bestehen. Bei einer besonderen Ausführungsform der Erfindung
sind zwischen dem Stützträger und dem Druckübertragu.ngsglied elastische Polster,
z.
B. Gummiplatten oder mechanische oder hydraulische Druckfedersysteme, angeordnet,
deren Elastizität wählbar oder einstellbar ist.
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Nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung wird die gewünschte
Elastizität mittels eines elastischen Hohlkörpers erzielt, der in Längsrichtung
zwischen Druckübertragungsglied und Stützträger eingeschlossen und durch einstellbaren
Innendruck formveränderlich ist. Vorteilhaft ist es dabei, das Druckübertragungsglied
in Einzelabschnitte zu unterteilen.
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Der elastische Hohlkörper ist zweckmäßig als einendig geschlossener
Schlauch aus Gummi, Kunstgummi, elastischem Kunststoff oder dünnwandigem, nachgiebigem
Metallblech ausgebildet und hat am geschlossenen Ende Drucküberwachungsglieder,
während am offenen Ende die Versorgungseinrichtung für das Druckmittel vorgesehen
ist. Die Druciküberwachungsglieder können. aber auch direkt an der Versorgungseinrichtung
vorgesehen sein.
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Gemäß weiterer Ausbildung der Erfindung kann in den elastischen Hohlkörper
eine elektrische Heizvorrichtung eingelassen sein, um auf einfache Weise eine Temperierung
des Druckübertragungsgliedes und über dieses der Arbeitswalze zu erreichen, wenn
das Arbeitsgut eine Temperaturbehandlung verlangt. Bei Verwendung mehrerer Druckübertragungsglieder,
die von einem Druckmittel beaufschlagtwerden, ist es vorteilhaft, die einzelnen
Vorrichtungen für die Druckübertragung mittels kommunizierender Röhren miteinander
zu verbinden.
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Es ist aber auch möglich, beispielsweise dem unteren Druckübertragungsglied
einen gewissen Druck zu erteilen, es in sich abzuschließen und nur dem oberen Druckübertragungsglied
den erwünschten Arbeitsdruck zu erteilen und das untere Übertragungsglied als elastisches
Polster zu verwenden.
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Um zu erreichen, daß die Arbeitswalzen beim Nachlassen bzw. Abstellen
des elastischen Druckes sich voneinander entfernen, stehen die Lager der Arbeitswalzen
ebenfalls in elastischer Verbindung.
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Die Erfindung ist in den Zeichnungen an einigen Ausführungsformen
schematisch und beispielsweise veranschaulicht.
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Fig. i zeigt die Vorderansicht einer Walzvorrichtung gemäß der Erfindung;
Fig. 2 ist die Grundrißansicht eines längs unterteilten Druckübertragungsgliedes;
Fig.3 ist ein Schnitt nach Linie III-III der Fig. 2; Fig. q. zeigt eine abgeänderte
Ausführungsform der Walzvorrichtung in Vorderansicht; Fig. 5 stellt die Vorderansicht
einer weiteren Ausführungsform dar; Fig.6 zeigt eine Einzelheit zu Fig. 5 im Querschnitt;
Fig. 7 ist ein Querschnitt durch eine andere Ausführungsform des Druckübertragungsgliedes;
Fig. 8 zeigt einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform des Druckübertragungsgliedes;
Fig. 9 veranschaulicht die Zuführung eines Druckmittels zum Druckübertragungsglied
schematisch; Fig. io ist eine andere Ausführungsmöglichkeit der Druckmittelzuführung
gemäß Fig. 9; Fig. i i zeigt die Lagerung der Arbeitswalzen bei Anwendung der Erfindung.
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Gleiche Bezugszeichen bezeichnen in den Zeichnungen gleiche Teile.
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Wie bei der Walzvorrichtung nach dem Hauptpatent sind die Arbeitswalzen
i und 2 mit ihren Zapfen 3 in Gleit- oder Wälzlagern q. und 5 drehbar gelagert,
die in nicht besonders dargestellten Seitenwangen des Gestelles :der Walzvorrichtung
senkrecht übereinander verschiebbar untergebracht sind, so daß sie druckentlastet
sind. Die Seitenwangen des Gestelles sind unten mittels eines Trägers 6 von vorzugsweise
gleicher Festigkeit starr oder gelenkig miteinander verbunden. Zwischen der Arbeitswalze
2 und dem Stützträger 6 befindet sich das Druckübertragungsglied 7, das gemäß der
Erfindung aus einem Werkstoff besteht, dessen Elastizitätsmodul geringer ist als
die Elastizitätsmoduln der Werkstoffe der Arbeitswalze 2 und des Stützträgers 6.
Gegen die Arbeitswalze i drückt von oben der Stützträger 8, auf den der erforderliche
Anpreßdruck beispielsweise mittels hydraulischer, untereinander verbundener Zylinder
9 und g ausgeübt wird. Der Stützträger 8 ist dazu innerhalb der nicht dargestellten
Wangen in senkrechter Richtung verschiebbar. Auch zwischen dem Stützträger 8 und
der Arbeitswalze i ist ein elastisches Druckübertragungsglied 7' vorgesehen, das
in gleicher Weise ausgebildet ist wie das bereits erwähnte Druckübertragungsglied
7. Als geeignete elastische Werkstoffe kommen Kunststoffe, BronLc: od. dgl. in Betracht,
deren Elastizitätsmoduln den obenerwähnten Bedingungen entsprechen müssen. Es ist
ersichtlich, daß die elastische Ausbildung der Druckübertragungsglieder 7 und 7'
etwaige Bauungenauigkeiten und theoretisch mögliche Durchbiegungen der Stützträger
6 und 8 auszugleichen vermag. Um die Lastverteilung weiter zu vergleichmäßigen,
können zwischen den Stützträgern 6 und 8 und den Druckübertragungsgliedern 7 und
7' auch elastische Polster, beispielsweise Gummiplatten, vorgesehen werden, die
in Fig. i durch die gestrichelten Linien io und iö angedeutet sind.
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Die gleichmäßige Druckverteilung läßt sich auch durch mechanische,
hydraulische oder pneumatische Federungssysteme erreichen, wie sie z. B. in Fig.
q. schematisch angedeutet sind. Zwischen den Stützträgern 6 und 8 und den zugehörigen
Druckübertragungsgliedern 7 und 7' sind dabei beispielsweise hydraulische Einzelzylinder
i i und i i' angeordnet, die über kommunizierende Leitungen 12 und 12' mit der Versorgungseinrichtung,
beispielsweise einer Pumpe 13, für das Druckmittel verbunden sind. Zwischen den
Druckübertragungsgliedern 7 und 7' und den Druckvorrichtungen i i und i i' können
zusätzlich Zwischenglieder 1q. und 1q.' in Gestalt von Schienen oder Leisten vorgesehen
sein. Um eine möglichst individuelle Druckeinwirkung auf die Druckübertragungsglieder
7 und 7' zu erreichen, ist es vorteilhaft, die Druckübertragungsglieder in Längsrichtung
zu unterteilen, wie bei i 5
und 15' in Fig. 4 angedeutet ist. Mit
Rücksicht auf die Drehung der Arbeitswalzen verlaufen die Teilungslinien 15 und
15' schräg, wie aus Fig.2 ersichtlich ist. Eine theoretisch und praktisch vollkommen
gleichmäßige Druckverteilung auf die Arbeitswalzen i und 2 wird erreicht, wenn gemäß
der bevorzugten Ausführungsform nach Fig. 5 zwischen den Stützträgern 6 und 8 und
den Druckübertragungsgliedern 7 und 7' elastische Hohlkörper, beispielsweise Rohre
oder Schläuche aus Gummi oder dünnwandigem Metall, vorgesehen werden, die eine Farmveränderung
je nach dem in ihnen herrschendem Druck zulassen.
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Wie die Fig.6 bis 8 zeigen, ist an den Stützträgern 6 und 8 eine Kammer
16 vorgesehen, die entweder aus einer einzigen Profilleiste 17 oder aus zwei Profilleisten
18 und 18' gebildet sein ikann und in der das Druckübertragungsglied 7 oder 7',
das entweder als Gleitleiste (Fig.6 und 7) oder als Rollkörper (Fig. 8) ausgebildet
sein kann, in senkrechter Richtung verschiebbar ist. Innenhalb der Kammer 16 ist
der elastische rohr- oder schlauchförmige Hohlkörper i9 untergebracht, der sich
auf die ganze Länge der Arbeitswalzen i und 2 erstreckt (Fig. 5). Der Hohlkörper
i9 ist an. einem Ende, bei der in Fig. 5 dargestellten Ausführungsform am rechten
Ende, geschlossen und weist hier Drucküberwachungsglieder, nämlich einen Druckmesser
2o und ein Regulierventil 21 auf, mit deren Hilfe Füllung und Druck des im Hohlkörper
i9 befindlichen Druckmittels eingestellt und überwacht werden können. Das Druckmittel
wird hier z. B. von der anderen (linken) Seite her, von einer Versorgungseinrichtung,
.beispielsweise einer Pumpe22, dem Hohlkörper i9 über die kommunizierenden Leitungen,
23 und 23' zugeführt. Falls erwünscht, können die Hohlkörper ig mittels einer
vorzugsweise am geschlossenen Ende in den Hohlkörper eingeführten elektrischen Heizvorrichtung
24 temperiert werden, derart, daß sich die eingestellte Temperatur auf das Druckübertragungsglied
7 und 7' fortpflanzt. Diese Ausführungsmöglichkeit ist in Fig. 5 am Stützträger
6 veranschaulicht.
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Die Einrichtungen zur Druckmittelversorgung der Hohlkörper i9 können
verschiedene Ausgestaltung erfahren. Gemäß Fig. 9 stehen die Kolben 25 und 25' hydraulischer
Zylinder 26 und 26' über Spindeln 27 und 27' mit gegenläufigen Gewinden mechanisch
in .Verbindung, so daß ein Drehen an dem Handrad 28 den Druck des Druckmittels gleichzeitig
im oberen und im unteren Hohlkörper i9 zu verändern gestattet, je nachdem, in welcher
Richtung das Handrad 28 gedreht wird.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. io sind an den offenen Enden der
Hohlkörper i9 Rückschlagventile 29 und 29' vorgesehen, und die Hohlkörper i9 sind
im übrigen über kommunizierendeLeitungen 30 und 30' mit der Versorgungspumpe
31 für das Druckmittel verbunden. Der in den Hohlkörpern i9 gewünschte Druck läßt
sich mit dieser Einrichtung leicht einregulieren. Unter anderem kann das Rückschlagventil
29 so eingestellt sein, daß der zugehörige Hohlkörper i9 nur einen bestimmten Druck
aufnimmt und sich dann abschließt, während der gewünschte Arbeitsdruck über Rüc.kschlagventil
29' .den Aribeitswalzen vermittelt wird.
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Um zu gewährleisten, daß die Arbeitswalzen i und 2 einer erwünschten
Druckverminderung in den Druckübertrag-ungsgliedern 7 und 7' folgen, stehen die
Lager 32 und 32' der Arbeitswalzen über eine Feder 33 in Verbindung. Ändert sich
der Druck in .den Druckübertragungsgliedern7 und 7', so sorgt die Feder 33 dafür,
daß die Arbeitswalzen die vorbestimmte Entfernung voneinander einnehmen..
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Elastische Druckübertragungsglieder der beschriebenen Art gestatten
ein feinfühliges Einspielen in der Weise, daß die Last gleichmäßig über die gesamte
Länge der Arbeitswalzen verteilt wird und etwaige, durch die Last oder sonstige
Umstände verursachte Abweichungen in der Parallellage der Arbeitswalzen ausgeglichen
werden. Das hat zur Folge, daß die Stützträger 6 und 8 ,leichter ausgebildet werden
können, weil theoretisch größere Durchbiegungen zulässig werden und auch größere
Bautoleranzen zugelassen wenden können. In diesem Falle kann man beide Stützträger
6 und 8 mit den Gestellwänden der Walzvorrichtung starr oder gelenkig verbinden,
so daß eine senkrechte Gleitführung des oberen Stützträgers nicht mehr erforderlich
ist.