-
Steuerung zum Betrieb hydraulischer Pressen Nach einem älteren, nicht
zum Stand der Technik gehörenden Vorschlag wird beim Betrieb hydraulischer Pressen
mittels durch Druckluft angetriebener hydraulischer Pumpen der hydraulische Preßkolben
mittels der zur Verfügung stehenden Druckluft schnell ausgefahren, ohne daß dabei
die hydraulische Pumpe in Betrieb gesetzt wird.
-
Erst wenn beim Ausfahren der hydraulische Preßkolben den zu hebenden
bzw. zu pressenden Gegenstand berührt, wird die Vorrichtung automatisch so gesteuert,
daß sich die hydraulische Pumpe in Bewegung setzt.
-
Gegenstand der Erfindung ist eine Steuerung für hydraulische Pressen,
z. B. hydraulische Hebezeuge, hydraulische Kipp- und Hubvorrichtungen, hydraulische
Nietmaschinen, hydraulische Fahrzeugheber, hydraulische Waagen, hydraulische Biegevorrichtungen,
hydraulische Bandagiermaschinen, hydraulische Bohrmaschinen, hydraulische Scheren,
hydraulische Abkantmaschinen, hydraulische Abschmiergeräte, hydraulische Pressen
an Kaiandern, hydraulische Pressen zum Anheben einer Achse bei Dreiachsanhängern
für die Leerfahrt mit zwei Achsen und andere mehr, die nicht nur bei durch Druckluft
angetriebenen hydraulischen Pumpen Anwendung finden kann, sondern auch bei hydraulischen
Pumpen, deren Antrieb auf andere Weise erfolgt.
-
Durch das Zusammenwirken eines Be- und Entlüftungsventils in Verbindung
mit einem einfachen Absperrventil wird der Preßkolben zunächst mittels der zur Verfügung
stehenden Druckluft schnell ausgefahren, ohne daß die hydraulische Pumpe in Betrieb
gesetzt wird.
Erst nach erfolgtem Druckanstieg in den Rohrleitungen
nach Berührung des Preßkolbens mit der Last wird über ein Steuerorgan die hydraulische
Pumpe in Gang gesetzt.
-
Durch die Parallelschaltung eines Senkventils zum Be- und Entlüftungsventil
werden bei Betätigung des Absperrventils beide gleichzeitig sowohl beaufschlagt
als auch entlüftet, so daß die gesamten Arbeitsbewegungen des hydraulischen Preßkolbens
durch Betätigung eines einzigen Absperrventils erfolgen.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt.
-
In der Druckluftzuleitung i ist hinter der abzweigenden Rohrleitung
5 zum Steuerorgan 6 das Absperrventil 2 mit Entlüftung 3 angeordnet. An die Rohrleitung
i schließt sich die Rohrleitung zum Be- und Entlüftungsventil 8 für den Flüssigkeitsbehälter
2o an, der die zum Betrieb der hydraulischen Presse benötigte Druckflüssigkeit enthält.
Parallel zum Be- und Entlüftungsventil 8 ist die Luftleitung 28 zum Senkventil 29
angeschlossen.
-
Die Luftleitung .4 ist mit der Verschlußkappe mit Einlaßstelle 9 des
Be- und Entlüftungsventils 8 verbunden, die das Gehäuse io nach oben abschließt.
In dem Gehäuse io befindet sich der bewegliche Schaltkolben i i mit der Schaltkolbendichtung
13 und der Kolbenstange 12. Zwischen den Dichtungen 14 und 15 befinden sich die
weiten Auslässe 18, die durch die Schutzkappe i9 mit Sieb oder Filter geschützt
sind.
-
In der kanalartigen Bohrung des Schaltkolbens i i und der Kolbenstange
12 sind das Rückschlagventil 16 und die Ventilfeder 17 angeordnet.
-
Als Dichtungen für den Schaltkolben i i und für seine Kolbenstange
12 haben sich Nutringdichtungen als sehr zweckmäßig erwiesen. Abgesehen davon, daß
sich einfache und billige Abdichtungen erzielen lassen, besitzen sie eine gute Wirkung
als Steuerkanten.
-
Der Flüssigkeitsbehälter 2o ist mit einem Flüssigkeitsanzeiger 21
ausgestattet und durch eine Flüssigkeitsleitung 22 mit der hydraulischen Pumpe 7
verbunden. Von der hydraulischen Pumpe? führt die Rohrleitung 23 zur hydraulischen
Presse 24, deren Arbeitskolben 25 unter der Einwirkung von Rückzugselementen 26
steht und über dem die zu bebende Last 27 angedeutet ist.
-
Eine Rohrleitung 30 verbindet die Rohrleitung 23 mit dem Steuerorgan
6.
-
Die Arbeitsweise der Steuerung ist folgende: Wird das Absperrventil
e geöffnet, strömt Druckluft durch die Rohrleitung 4 zum Be- und Entlüftungsventil
8, dichtet den Schaltkolben i i durch die Schaltkolbendichtung 13 gegen die Gehäusewand
1o ab, wobei durch die Kolbenstange 12 zwischen den Dichtungen 14 und 15 die weiten
Auslässe 18 abgesperrt werden. Gleichzeitig beaufschlagt die Druckluft über die
Leitung 28 das Senkventil 29 und hält es geschlossen.
-
Die Druckluft öffnet ferner das Rückschlagventil 16 gegen den Druck
der Ventilfeder 17 und beaufschlagt schlagartig im Flüssigkeitsbehälter 2o die Druckflüssigkeit,
welche zum Betrieb des Arbeitskolbens 25 der hydraulischen Presse 24 dient.
-
Das Be- und Entlüftungsventil 8 vermag außerdem als Sicherheitsventil
zu wirken, indem bei einem unzulässig hohen Druckanstieg im Flüssigkeitsbehälter
2o der Schaltkolben i i gegen den geringeren Druck aus der Rohrleitung 4 angehoben
wird, so daß der Überdruck aus dem Flüssigkeitsbehälter 2o durch die weiten Auslässe
18 schlagartig entweicht.
-
Durch die Luftsteuerleitung 5, die an die Druckluftspeiseleitung i
anschließt, sperrt die Druckluft das Steuerorgan 6 der hydraulischen Pumpe 7.
-
Der Kolben 25 der hydraulischen Presse 24 wird durch den Druck der
Flüssigkeit in der Rohrleitung 22 schnell an die Last 27 herangeführt, ohne daß
die hydraulische Pumpe 7 mitwirkt.
-
Bei der Berührung des Arbeitskolbens 25 mit der Last 27 entsteht ein
Druckanstieg in der Rohrleitung 23, der über die Rohrleitung 3o die Sperrung des
Steuerorgans 6 aufhebt. Die hydraulische Pumpe 7 wird hierdurch in Betrieb gesetzt
und fördert so lange Druckflüssigkeit, bis das Absperrventil 2 geschlossen wird.
-
Wird durch Umlegen des Absperrventils 2 durch seine Entlüftung 3 die
Rohrleitung 4 entlüftet, schließt der Überdruck im Flüssigkeitsbehälter 2o das Rückschlagventil
16 in der Bohrung des Schaltkolbens i i und schiebt diesen nach oben, wodurch die
Kolbenstange 12 die weiten Auslässe 18 zwischen den Dichtungen 14 und 15 freigibt,
so daß die Druckluft aus dem Flüssigkeitsbehälter 2o schlagartig entweicht. Gleichzeitig
wird über die Luftleitung 28 das Senkventil 29 der hydraulischen Pumpe 7 geöffnet,
so daß die Rückzugselemente 26 oder Federn den Arbeitskolben 25 der hydraulischen
Presse 24 in seine Ruhelage zurückziehen.
-
Durch das einfache Absperrventile mit Entlüftung 3 wird also die gesamte
Arbeitsweise des Arbeitskolbens 25 der hydraulischen Presse 24 gesteuert, indem
durch Öffnen des Absperrventils 2 der Arbeitskolben schnell bis zum Berühren der
Last 27 beim Stillstand der Pumpe 7 ausgefahren wird und anschließend automatisch
die hydraulische Pumpe 7 Druckflüssigkeit fördert und indem ferner durch Schließen
des Absperrventils 2 die hydraulische Pumpe 7 stillgesetzt, das Senkventil 29 geöffnet
und der Arbeitskolben 25 in seine Ruhestellung zurückgefahren wird.
-
Die Steuerung nach der Erfindung erfolgt unabhängig von der Art des
Antriebes der zur Anwendung kommenden hydraulischen Pumpe und ist somit allgemeiner
Anwendung fähig.