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Rohr zur Verlegung von elektrischen Leitungen, insbesondere für Schaltanlagen
In Schaltanlagen, insbesondere in Niederspannungsschaltanlagen (Schalttafeln, Schaltgerüsten,
Schaltpulten, Schaltschränken usw.), werden isolierte Leitungen je nach ihrer Zweckbestimmung
und den sonstigen Gegebenheiten in Rohren, Bündeln oder als Einzeldrähte in Leitungssträngen
verlegt. Diese verschiedenen Verlegungsarten sind im allgemeinen- an bestimmte Voraussetzungen
gebunden und infolgedessen oft nicht oder nicht gut verwendbar.
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Das gilt z. B. für Schalt- und Schützengerüste, bei denen im allgemeinen
Verlegungsflächen nur in geringem Maße oder fast gar nicht zur Verfügung stehen.
Ähnliche Verhältnisse 'sind bei Schalttafeln mit rückseitig eingebauten, eng zu,
sammengefaßten Relais- und Apparategruppen gegeben. Auch bei Klemmenschränken ist
die freie Draht- oder Rohrverlegung meist nur auf Kosten des guten Aussehens und
bei entsprechenden Forderungen an die Güte nur mit erhöhten Kosten möglich.
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Die gebräuchlichen Bauelemente für die Rohrverdrahtung mit den handelsüblichen
Abzweigstücken und ebenso die üblichen Schellen, Unterlagen, Verlegungsflächen usw.
für frei verlegte Leitungen lassen sich infolge des Platzbedarfes nur in bestimmten
Fällen gut verwenden und wirtschaftlich vertreten. Allgemein sind sie nicht anwendbar.
Es muß vielmehr stets bei Anwendung der bisherigen Bauelemente von Fall zu Fall
untersucht werden, welche der verschiedenen Möglichkeiten für den vorliegenden Fall
am günstigsten ist. In manchen Fällen mögen Kombinationen verschiedener Verlegungsarten
Vorteile bieten. Eine allgemein
verwendbare Verlegungsart wird
aber auch so nicht erreicht.
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Die Erfindung betrifft ein Rohr zur Verlegung von elektrischen Leitungen,
insbesondere für Schaltanlagen, das eine allgemeine Anwendung gestattet. Die neue
Lösung besteht darin; daß das Rohr als Schlitzrohr ausgebildet ist mit einem, in
der Längsrichtung verlaufenden Schlitz, durch den an beliebiger Stelle die elektrischen
Leitungen ein-und ausgeführt werden können.
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Zur näheren Erläuterung sei auf die Zeichnung Bezug genommen, in der
einige Ausführungsbe@ispiele ,des neuen Rohres und seiner Anwendung dargestellt
sind; es zeigt Fig. i eine Einzeldarstellung des Rohres in Vorderansicht und Fig.
2 einen Querschnitt der Ausführung nach Fig. i, Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel für
die in Verbindung mit dem neuen Rohr verwendbare Schelle, Fig. 4 in einem zweiten
Ausführungsbeispiel das neue Rohr in Vorderansicht, Fig. 5 einen Querschnitt der
Ausführung nach Fig. 4, Fig. 6 eine Anwendung des neuen Rohres mit einem Kreuzstück,
Fig. 7 einen Schnitt nach der Linie VII-VII der Fig. 6, Fig. 8 das neue Rohr in
Verbindung mit einem T-S tück, Fig. 9 einen Schnitt nach der Linie IX-IX der Fig.
8, Fig. io ein aus zwei Stücken zusammengesetztes Rohr mit einer übergeschobenien
Muffe, Fig. ii einen Schnitt nach der Linie XI-XI der Fig. io, Fig.12 ein Ausführungsbeispiel
einer Schalttafel oder eines Schaltschrankes mit der neuen Verlegungsart (vorderseitig),
Fig. 13 ein weiteres Anwendungsbeispiel für eine Schalttafel mit der neuen Verlegungsart
(rückseitig).
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach, Fig. i und: 2 besteht das Rohr aus
einem gerillten Mantel i, vorzugsweise Metallmantel; er weist in der Längsrichtung
einen Schlitz 2 auf. Die Ränder des Mantels sind bei id und ib eingerollt (s. Fig.
2), um Beschädigungen der elektrischen Leitungen zu vermeiden. Da die Leitungen
in der Regel isoliert sind, braucht der Mantel i im allgemeinen nicht mit Isolierstoff
ausgekleidet zu sein; indes ist auch eine solche Bauart möglich.
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Die isolierten Drähte, die an einem Ende schon, z. B. an die in: Schaltanlagen
üblichen Reihenklemmen, angeklemmt sein können, werden durch den Schlitz 2 in das
in der Schaltanlage bereits verlegte Rohr gelegt, sie verlaufen in diesem zwischen.
den zu verbindenden Klemmen oder Geräten. In der Darstellung nach Fig. i und 2 sind
fünf Drähte 3, 4., 5, 6 und 7 innerhalb des Rohres verlegt. Drei dieser Drähte sind
auf dem in Fig. i dargestellten Rohrabschnitt gemeinsam herausgeführt.
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Der Schlitz 2 wird nach Verlegung der Leitungen durch schmale Abdeckstreifen
8; die eine gewisse Spannfähigkeit besitzen, geschlossen, wie das in Fig. i und
2 gezeigt ist. Die Streifen 8 bestehen z. B. aus Preßspan, Hartpapier, Kunststoff
od. dgl.; sie werden jeweils auf die zu schließende Schlitzlänge zugeschnitten.
Es kann so jede gewünschte Stelle bzw. Länge des Schlitzes geschlossen oder offen
gehalten werden. Die Streifen 8 sind biegsam und können infolgedessen leicht von
der offen zu haltenden Schlitzstelle aus oder von anderen Stellen aus in das Rohr
eingeschoben werden.
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Sind Leitungen nachzuverlegen, wie das. mitunter bei Schaltungsänderungen
erforderlich wird, so werden die Abdeckstre@ifen 8 herausgezogen und nach Verlegung
der Leitungen wieder eingesetzt. Die Rillen des Mantels i machen das Rohr biegsam,
so daß Bogen, Abkröpfungen usw., wie sie bei Schaltgerüsten und anderen Schaltanlagen
oft erforderlichsind, ohne Werkzeug . gebildet werden können.
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Fig. 3 zeigt eine für das neue Rohr geeignete offene Befestigungsschelle
9; sie federt im nicht benutzten Zustand auf, wie das in Fig. 3 gestrichelt dargestellt
ist. Zu diesem Zweck ist am Fuß der Schelle auf beiden Seiten je eine zweifache
Abkröpfung vorgesehen. Zur Befestigung der Schelle werden zwei Schrauben an den
Stellen io und ii benutzt. Beim Anziehen dieser Schrauben legt sich die Schelle
gegen das Rohr i fest an; das Rohr wird damit eingespannt. Da die Schelle als offene
Schelle ausgebildet ist, bleibt der Schlitz auch beim Anziehen der Schelle von ihr
frei.
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Das neue, Rohr kann auch aus Gummi oder Kunststoff 'hergestellt werden.
Ein Ausführungsbeispiel hierfür ist in Fig. 4 und 5 gezeigt. Zur Erhaltung der Rohrform
ist in den Kunststoffmantel i2 eineSta'hldrahtarmierung 13, insbesondere in Gestalt
einer Längs- und Querdrahtarmierung, eingelegt; für die Armierung wird vorzugsweise
Stahldraht verwendet. Der Schlitz des Rohres ist mit 14 bezeichnet. Die Schlitzränder
sind wulstförmig verstärkt, wie Fig. 5 zeigt. Der Abdeckstre@ifen ist, wie in Fig.
i und 2, mit 8 bezeichnet. Das Kunststoffrohr besitzt eine gute Biegsamkeit; seine
Verwendung bedeutet auch eine Erhöhung,des Isolationswertes für die in diesem Rohr
verlegten Leitungen.
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Bei Verwendung eines Metallrohres wird die leichte Biegsamkeit dadurch
erreicht, daß da Rohr als gerilltes. Rohr ausgebildet wird (Fig. i und 2). Dies
ist im allgemeinen nur bei harten Metallen, wie Eisen, Zink, notwendig. Verwendet
man weiche Metalle, wie z. B. Blei oder Aluminium, so kann das neue Schlitzrohr
auch ein glattgezogenes Röhr sein.
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Entsprechend der Ausbildung des neuen Rohres als-: Schlitzrohr werden
vorzugsweise auch die Zubehörteile, wie Muffen, Winkelstücke, Kreuzstücke, T-Stücke
usw., mit Schlitzen versehen. In Fig. 6 und 7 ist ein Kreuzstück dieser Art bei
15 dargestellt. Es gehen von ihm vier Rohre 16, 17, 18 und i9 der in Fig. i und
2 odier der in Fig. 4 und 5 gezeigten Bauart aus. Die Schlitz- des Kreuzstückes
fluchten
mit denen der angeschlossenen Rohre und sind mit 15a bezeichnet.
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In Fig. 8 ist bei 2o ein T-Stück dargestellt; seine Schlitze sind
mit 2oa bezeichnet. Es gehen von ihm drei Rohre aus. Fig. 9 zeigt einen Querschnitt
durch das T-Stück 20.
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Eine geschlitzte Muffe ist in Fig. io und ii dargestellt, und zwar
bei 21. Sie verbindet die beiden Rohre 22 und 23 miteinander. Die Rohre und das
T-Stück sind, wie angegeben, mit Schlitzen versehen, und zwar bei Zia bzw. 22a und
23a.
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Bei der Schalttafel bz-w. dem Schaltschrank nach Fig. 12 sind die
Geräte 30, 3 1 und 32 mit den Reihenklemmen 33 elektrisch verbunden. Die
hierzu dienenden Leitungen sind in den neuen Schlitzrohren verlegt. Diese Schlitzrohre
sind in ihren verschiedenen Strängen mit 34 35, 36, 37, 38 und 39 bezeichnet. Über
das Kreuzstück 40 und das T-Stück 41 sind die verschiedenen Rohrstränge miteinander
verbunden.
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Wie man sieht, sind nur die Durchlässe für die elektrischen Leitungen
offen gelassen, im übrigen sind die Schlitze durch Abdeckstreifen 42 bis 49 geschlossen.
Diese Abdeckstreifen entsprechen den Streifen 8 der Fig. i bis 5.
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Ein weiteres Ausführungsbeispiel, ein Schaltschrank bzw. eine Schalttafel,
für die Anwendung der neuen Schlitzrohre ist in Fig. 13 gezeigt; die Darstellung
ist aus sieh selbst verständlich. Die Reihenklemmen sind mit 5o und 51, die Schlitzrohre
mit 52 und 53 bezeichnet.
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Die Verwendung der geschlitzten Zubehörteile, wie geschlitzter Muffen,
geschlitzter Winkel-, Kreuz- und T-Stücke, ermöglicht die gleiche Verlegungsart
wie bei sonst üblichen Rohrmontagen. Gegenüber diesen ist aber ein grundlegender
Vorteil gegeben: Das neue Schlitzrohr läßt ohne besondere :Maßnahmen an jeder beliebigen
Stelle Drahtauslässe zu, während hierfür bei geschlossenen Rohren jeweils Abzweigstücke
od:. dgl. erforderlich sind. Ferner brauchen die Drähte erst nach der Montage der
Rohre eingelegt zu werden. Es können auch jederzeit Dränte nachverlegt werden. Die
Montage und die Verdrahtung ist somit viel freizügiger als bei den bisherigen Verlegungsarten.
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In den Konstruktionszeichnungen von Schaltanlagen, für die die neuen
Schlitzrohre vorgesehen werden, braucht nur der Verlauf der Rohrleitungen und ihre
Durchmessergröße festgelegt zu werden. ES erübrigen sich aber für die Montage besondere
Leitungsverlegungspläne. Das bedeutet eine große Ersparnis an Zeichenarbeit usw.
Es genügen im allgemeinen Tabellen oder Wirkschaltpläne, in denen nur die miteinander
elektrisch zu verbindenden Klemmen einander zugeordnet werden. Nach diesen Tabellen
oder Wirkschaltplänen können die Drähte innerhalb der Schlitzrohre ohne weiteres
verlegt und angeschlossen werden. Die neue Verlegungsart ist u. a. für Niederspannungs-
und für Hochspannungsschaltanlagen verwendbar.