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Großbuchstabe für Buchdruckereien Bei der Herstellung von Werbeplakaten
werden häufig große Buchstaben benötigt. Auch werden solche Werbeplakate meistens
in mehrfarbigem Druck gewünscht, wobei ein Bedürfnis besteht, den Druck in möglichst
verschiedenen Arten, beispielsweise -als Schräg-, Rund- oder Schlangenzeile, oder
auch in der Weise herzustellen, daß ein Buchstabe selbst aus mehreren Farben zusammengesetzt
ist. Die Herstellung derartiger Drucke im Buchdruckverfahren ist bisher nur beschränkt
möglich und außerdem mit so großen Kosten verbunden, daß derartige Werbedrucke im
allgemeinen nur mit Hilfe von Klischees hergestellt werden, die aber ihrerseits
selbstverständlich teuer sind.
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Die Erfindung bezweckt, einen Großbuchstaben für Buchdruck zu schaffen,
der alle obengenannten Bedürfnisse befriedigt, außerdem billig ist und in verschiedenen
Formen leicht hergestellt werden kann. Weitere Vorteile des neuartigen Buchstabens
ergeben sich aus der untens.tehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles -
und dessen Anwendung.
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Die Erfindung bezieht sich ferner auf eine besonders vorteilhafte
Verwendung von Großbuchstaben bzw. Großbuchstabensätzen nach der Erfindung, die
weitere Variationsmöglichkeiten im Druck ermöglicht.
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Gemäß der Erfindung ist der Großbuchstabe flach und biegsam, wobei
unter dem Begriff flach beispielsweise eine Höhe von 51/2 mm verstanden wird. Dieser
Buchstabe kann aus Gummi bestehen und durch Vulkanisieren, d. h. durch Erhitzen
unter
Druck, in einer Preßform hergestellt werden. In dieser Weise können auch Buchstabensätze
von mehreren Buchstaben gebildet werden, die auf der gleichen Stelle abgedruckt
werden und so eine mehrfarbige Darstellung des Buchstabens ermöglichen.
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Die Großbuchstaben nach der Erfindung werden beispielsweise unter
Verwendung eines zweiseitig klebenden Bandes (Lassoband) aufgeklebt, wobei sie,
wenn sie neben normalen Buchstaben verwendet werden, zur Erzielung der notwendigen
Buchstabenhöhe auf Unterlagstege aufgeklebt werden. Hierbei können Unterlagstege
normaler Höhe neben Unterlagstegen geringerer Höhe verwendet werden, so daß beispielsweise
nur ein Teil jedes Großbuchstabens die normale Höhe erreicht, während der andere
Teil des Buchstabens, der auf einem niedrigeren Unterlagsteg liegt, unterhalb der
normalen Höhe bleibt und infolgedessen nicht druckt, Der Buchstabe selbst wird hierbei
etwas gebogen, was infolge seiner Elastizität leicht möglich ist. Nach Lösen der
Klebeverbindung kann derselbe Buchstabe auch in anderer Weise wieder verwendet werden.
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Infolge der ;geringen Kosten, mit denen Großbuchstaben nach der Erfindung
hergestellt werden, ist es auch wirtschaftlich vertretbar, jeden Buchstaben durchzuschneiden
und für einen Farbdruck die eine Hälfte und für einen anderen Farbdruck die zweite
Hälfte zu verwenden.
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Der Großbuchstabe nach der Erfindung bietet ferner den Vorteil, daß
er auch auf Druckzylinder aufgeklebt werden und auf diese Weise im Rotationsdruck
Verwendung finden kann.
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Die Zeichnung erläutert die Erfindung, und zwar zeigt Fig. i einen
Großbuchstaben nach der Erfindung, Fig. 2 mehrere Großbuchstaben a, b, c, d
nach der Erfindung, die zur Herstellung eines einzigen mehrfarbigen Buchstabenabdruckes
dienen, Fig. 3 vier verschiedene Buchstabenabdrucke, die mit Hilfe der Buchstaben
a, b, c, d nach Fig. 2 hergestellt sind, Fig. 4 eine unregelmäßige, nämlich
kurvenförmig verlaufende Zeile, die mit Hilfe von Großbuchstaben nach der Erfindung
hergestellt ist, Fig. 5 und 6 zwei -weitere Buchstabenabdrucke, die mit Hilfe eines
Großbuchstabens nach der Erfindung hergestellt sind, und Fig. 7 die Anordnung eines
Großbuchstabens auf Unterlagstegen, die zur Herstellung eines Buchstabens nach Fig.
5 angewendet werden kann., Der Großbuchstabe nach Fig. i besteht beispielsweise
aus Gummi, der durch Vulkanisieren in einer Preßform hergestellt ist. Da die Höhe
i des Buchstabens nur etwa 51/z mm beträgt, ist der Buchstabe biegsam.
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In Fig. 2 sind vier Buchstaben ca, b, c, d in Draufsicht dargestellt,
deren Höhenabmessungen etwa der Höhe des Buchstabens nach Fig. i entspricht. Mit
dem Buchstaben a kann beispielsweise ein Buchstabenabdruck e der Fig. 3 bewirkt
werden, mit dem Buchstaben b ein Buchstabenabdruck f der Fig. 3, mit dem Buchstaben
c beispielsweise ein Buchstabenabdruck g der Fig. 3. Mit Hilfe der Buchstaben
b und d kann ein Abdruck h der Fig. 3 hergestellt werden, wobei
die Flächen hl und h, die gleiche Farbe erhalten. Soll der Buchstabenabdruck h dreifarbig
hergestellt werden, so ist dies mit Hilfe von a, b und c möglich.
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Da die Buchstabenhöhe bei den Buchdruckmaschinen festliegt, wird ein
Drucksatz auch dann die normale Höhe haben müssen, wenn außer den Großbuchstaben
nach der Erfindung keine weiteren normalen Buchstaben verwendet werden. Werden solche
normalen Buchstaben verwendet, so ist selbstverständlich die Einhaltung der normalen
Buchstabenhöhe erst recht erforderlich. Deshalb werden die Buchstaben nach der Erfindung
nicht unmittelbar aufgeklebt, sondern mit Hilfe von an sich bekannten Unterlagstegen
auf die normale Höhe gebracht. Das Aufkleben der Unterlagstege und das Aufkleben
der Großbuchstaben nach der Erfindung auf den Unterlagstegen erfolgt zweckmäßig
mit Hilfe eines zweiseitig klebenden Klebebandes, beispielsweise eines sogenannten
Lassobandes. Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß die Großbuchstaben nach der Erfindung
in beliebiger Weise angeordnet werden können. Sie brauchen keine gerade Druckzeile
einzuhalten, sondern es ist möglich, mit ihnen kurvenförmige Zeilen zu bilden, wie
beispielsweise die Fig. 4 zeigt.
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Da der Großbuchstabe nach der Erfindung biegsam ist, kann er auch
gemäß Fig. 7 verwendet werden. In Fig. 7 ist mit 2 ein Unterlagsteg normaler Höhe
und mit 3 ein Unterlagsteg etwas geringerer Höhe bezeichnet. Der Großbuchstabe 4,
der daraufgeklebt ist, erreicht also nur mit seinem rechten Teil die normale Druckhöhe,
während der linke Teil unterhalb dieser Druckhöhe bleibt. Infolgedessen ist es möglich,
mit einem Großbuchstaben nach der Erfindung zunächst einen ganzen Buchstaben gemäß
Fig.5 in einer Farbe zu drucken und später mit .dem gleichen Buchstaben, wenn er
gemäß Fig. 7 angeordnet ist, den oberen oder unteren Teil dieses Buchstabens mit
einer anderen Farbe zu überdrucken. Der Buchstabe 4 kann nach seiner Verwendung
wieder gelöst und in normaler Weise weiterverwendet werden. Da der Großbuchstabe
nach der Erfindung billig herzustellen ist, ist es auch möglich, ihn beispielsweise
schräg durchzuschneiden, so daß dann mit jeder Hälfte Buchstaben verschiedener Farbe
gedruckt werden können. In Fig.6 ist beispielsweise der Buchstabe S schräg durchgeschnitten
und mit der einen Hälfte der Teil 6 und mit der anderen Hälfte der Teil 6a gedruckt.
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Der Vorteil der Erfindung besteht nicht nur in dem geringen Herstellungspreis
der Großbuchstaben, sondern .auch in der erweiterten Anwendungsmöglichkeit. Es ist
nicht nur möglich, schräge oder runde oder Schlangenzeilen herzustellen, sondern
es kann auch jeder Buchstabenabdruck in verschiedener Weise in mehrfarbigem Druck
erfolgen. Schließlich ist darauf hinzuweisen,
,daß der Verschleiß
der Buchdruckmaschinen bei Anwendung des elastischen Großbuchstabens nach der Erfindung
geringer als üblich ist.