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Einrichtung für spindellose Kötzerspulmaschinen u. dgl. zum Zurückführen
des Fadens vor den Spulenmitnehmer und zum Einführen in die Schere
Die Erfindung
bezieht sich auf eine Einrichtung für spindellose Kötzerspulmaschinen u. dgl. mit
einem Fadengreifer zum Zurückführen des. Fadens vor den Spulenmitnehmer und zum
Einführen in die Schere nach Fertigstellung der Kötzerwicklung, wie sie z. B. in
der Patentschrift 702 162 ber schrieben ist. Bei dieser ist der Fadengreifer unterhalb
des Spulenmi,tnehrners und Gegenhalters angeordnet und führt unmittelbar über einem
unter halb der Schere vorgesehenen Kötzerauffangbehälter eine hin und her gehende
Bewegung aus, die Idurch eine Vorrichtung so gesteuert wird, daß er nach Stillstand
des Spulenmitnehmers, Auswerfen des Kötzers und darauffolgender Rückführung des
Fadenführers in die Anfangsstellung von der Kötzerspitze über die Spulenlänge hinweg
bis unter diese Schere bewegt wird. Dadurch wird ein kurzes Fadenende alm Kötzer
lerzielt, und zwar unter gleich zeitigem Rückführen des Fadens vor den Spulenmitnehmer
zwecks Festklemmung desselben mittels der nächsten Leerspule. Ein weiterer Vorteil
ist dabei das Straffziehen des Fadens vor dem Abschneiden und die sichtbare Lage
des an dem Kötzer hängenbleibenden Fadenendes.
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Due Erfindung bezweckt, diese Einrichtung in der Weise zu verbessern,
daß die Steuerung des Fadengreifers unmittelbar vom Spulenträger während dessen
Bewegung unter die Spulstellen erfolgt.
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Zu dem Zweck ist erfindungsgemäß der Faden greifer als unter Federeinwirkung
stehender und um einen seitlich des Spulenmitnehmers angeordneten Zapfen schwenkbarer
Arm ausgebildet. und derart im Bewegungsweg des Leerspulenträgers langeordnet, daß
er von diesem aus dem Wege geschwenkt wird, dabei den Faden ergreift und vorn den
Spulenmitnehmer und zwischen die Scherenschneiden bewegt. Der Fadengreifer hat dabei
zweckmäßig eine solche Länge, daß er über mehrere Spulstellen, beispielsweise zwei
Spulstellen, greift, und trägt für jede Spulstelle eine Anzahl von kerbungen od.
dgl. zum Festhalten des Fadens, die derart mit schrägen Überleitflächen ineinander
übergehen, daß der in der äußersten Einkerbung festgehaltene Faden im Maß der Anfläherurg
an den Spulenmitnehmer bzw. die Schere übler die Einkerbungsschrägen in die anschließenden
Einkerbungen übergleitet, bis er schließlich in der senkrechten Mittelachsebene
des Spulenmitnehmers angelangt i,'st. Diese Steuerung des schwenkbaren Fadengreifers
durch den Leerspulenträger wird erfindungsgemäß noch weiter ausgebildet, indem der
mit einer Anschlagfläche den Fadengreifer schwenkende Leerspulenträger in derartigetn
rärmlichem Abstand von dieser Anschlagfläche mit weiteren Anschlägen versehen ist,
daß dadurch in zwangsläufiger zeitlicher Abhängigkeit von der Bewegung des vom Fadengreifer
gehaltenen Fadens die Schlußstellung des Fadengreifers bestimmt wird und die Fadenhaltebacken
und schließlich die Schere backen geschlossen werden, wobei'die letzteren durch
Kraftschluß zwischen einer Trägeranschlagfläche und einem Hebelarm bis zum Beginn
des na-chsten Spulenwechselvorganges in der Schließstellung gehalten werden.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung
dargestellt.
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Fig. 1 zeigt eine Kötzerspulmaschine mit vier Spulstellen im Grundriß;
Fig. 2 ist eine Seitenansicht und Fig. 3 eine Vorderansicht nach Fig. 1; Fig. 4
ist leine Grundrißansicht lauf die Spulstellen mit dem Leerspulenträger unterhalb
- der letzteren; Fig. 5 ist eine Seitenansicht und Fig. 6 eine Vorderansicht nach
Fig. 4.
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Blei der Darstellung nach Fig. I sind die Gegenhalter 14a der Spulenmitnehmer
14 zurückgen gezeichnet, so daß die fertigen Spulen 1 in den Auffangbehälter a (Fig.
2) ausfallen konnten. Der Fadenführerträger 2 ist bereits in seine Ausgangsstellung
zurückgekehrt und der Faden 40 erstreckt sich vom Fadenführerauge 3 nach der Spitze
der ausgefallenen Spulen (Fig. 2). Die hin und her be ; weglichen Fadenh,laltebjacken
4 und 4a sind in Fig. I in der Öffnungsstellung lund in Fig. 4 in der Schließstellung
dargestellt. Sie sind abwechselnd an übereinanderliegenden und hin und her beweglichen
Schiebern 5 und 6 befestigt (Fig. 3). An den Schiebern 5 und 6 sitzen an dem einen
Ende Winkelarme 8 und 9, die untereinander durch einen um den Zapfen Im schwenkbaren
Doppelhebelarm 10 derart gelenkig verbunden sind, daß sie stets gegegläufige Bewegungen
ausführen müssen. Die Bewegung geht vom abgewickelten Ende 13 des oberen Schiebers
5 aus, das im Bewegungsbereich eines am Leerspulenträgers 28, 29 angeordneten und
unter Einwirkung seiner Zugfeder 12a stehenden Hebels 12 liegt. Auf den Arm 8 wirkt
eine mit dem entgegengesetzten Ende ortsfest gehaltene Feder 8a lein, unter deren
Einwirkung die Haltebacketn 4, 4a das Bjestreben haben, in die Offenstellung zurückzugehen.
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Die Federhaltebacken 4, 4a nähern sich einander unterhalb der Mittelachse
der Spulenmitnehmer 14 (Fig. 4 und 6) und bleiben geschlossen, solange der Arm 12
auf den Winkel 13 einwirkt. Hört diese Einwirkung lauf, so tritt die Feder 8a in
Wirkung und - zieht die Backen in die Offen stellung nach Fig. 1 zurück. Die Scherenarme
15, I6 sitzen an einem ortsfesten Drehzapfen, wobei der eine Arm I6 still steht
und nur der andere Arm 15 von einem Schieher 20 mittels einer Stift- und Schlitzverbindung
18, 19 geschwenkt wird. Der Schieber 20 steht unter Einwirkung einer Zugfeder 22,
die an dem Schieberarm 23 angreift, und wird gesteuert mittels eines -Lenkers 23
von einem Doppelhebelarm 24, 25 aus, der aber nur in einer Richtung als solcher
wirkt, während in der entgegengesetzten Richtung (vgl. in Fig. 4 den Doppelpfeil
für den ersten Fall und den Einzelpfeil für den zweiten Fall) der Arm 25 frei zurückschwenken
kann, wodurch es dem letzteren ermöglicht ist, in der einen Endstellung sein äußerstes
Ende in den Bewegungsbereich vor bzw. hinter die Schiene 28a des Spulentr'ägers
28, 29 eintreten zu lassen, sobald er auf dieser Schiene nicht mehr schleift (vgl.
die Fig. 1 und 4). Tritt der Leerspulenträger die Rückkehrbewegung an, so nimmt
er den jetzt mittels des Anschlagstiftes 27 starr mit dem Hebelarm 24 verbundenen
Arm 25 mit, wodurch der Schieber 20 in entgegengesetzter Richtung bewegt wird und
die beweglichen Scherenarme in Richtung auf die vor den festen Scherenarm-en liegenden
Fäden schließt. Hat der leerspulenträger seine Stellung unterhalb der Spulenmagazine
wieder erreicht (diese Stellung zeigt Fig. 1), so hält die Schiene 28a den Hebelarm
25 noch unter Anspannung der Scherenschließfeder 22 bis zum nächsten Spulenauswechselvorgang
fest, der damit beginnt, daß der Träger 28, 29 zunächst eine kurze Bewegung entgegengesetzt
zur Lage der Spulstellen ausführt, wobei der Arm 25 vor die Schiene 28n ein. f,
ällt, so daß die Feder 22 die Scherenarme öffnen kann (Fig. 4). Erst jetzt tritt
der Spulenträger 28, 29 seine Bewegung in Richtung auf die Spulstellen an. Diese
Einrichtung hat den Vorteil, daß die Scherenschneiden für gewöhnlich geschlossen
gehalten, also geschont werden, und beim Reinigen der Maschinenteile keine Verletzungen
hervorrufen können.
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Die zwischen je zwei Spulenmitnehmern auf Zapfen 39a gelagenten Fadengreifer
39 sind zweck mäßig so lang gestaltet, daß sie den Bereich von zwei (oder mehr)
Spulstellen bestreichen können, und sind dementsprechend an zwei durch die Entfernun,g
zwischen zwei spulstellenmitten bestimmten Stellen mit Einkerbungen 39/) versehen,
die über
Schrägflächen in Richtung auf den Drehzapfen 39 ineinander
übergehen, so daß der in den Einkerbungen festgehaltene Faden während der Winkelbewegung
des Federgreifers nacheinander von der iußersten in die innerste Einkerbung übergleiten
kann. Die unwirksame Stellung der Fadengreiferarme 39 ist durch mit rückwärtigen
Armen zusammenwirkende Anschlälge 38a (Fig. l) des Maschinengestelles bestimmt;
sie stehen unter der Einwirkung von Schraubenfedern 37, die bestrebt sind, die Fadengreifer
in der unwirksamen Stellung zu halten.
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Die Einrichtung nach der Erfindung arbeitet wie folgt: Ist nach Fertigstellung
der Kötzerwicklung der Spulenmitnehmer zum Stillstand gekommen, so geht der Fadenführer
2 in die An.-fangsstellung nach den Fig. l und 2 zurück, und der Spulenauswechselvorgang
wird ausgelöst. Der Leerspulenträger 28, 29 geht zunächst etwas nach rechts, wobei
unter die vorletzte Spule des Stapels in jedes Magazin, ein Schieber tritt und,
wie beschrieben, der Arm 25 des die Scheren geschlossen haltenden Doppelhebels 24,
25 ausgelöst wird und die Scheren 15, 16 geöffnet werden. Dann tritt der Spulenträger
28, 29 seine geradlinige Bewegung in Richtung auf die Spulstellen an. Dabei stößt
die Stirnfläche 30 de-r Schiene 2811 gegen den Arm 25 und schwenkt ihn etwas, damit
er auf die Seitenfläche 31 der Schiene 2811 aufgleiten kann. Im Lauf der Weiterbewegung
des. Leerspulenträgers richtet die Schrägfläche 35 am Schieber 5 die Leerspulen
33 bin sichtlich ihrer Längslage so aus, wie es die Fig. 4 zeigt. Die Anschlagfläche
32 des Spulenträgerrahmens ist inzwischen in Berührung mit dem ersten adengreiferarm
39 gekommen und dreht diesen um seinen ortsfesten Zapfen 39a. Dabei erfassen seine
Einkerbungen 39b nacheinander den Faden der ersten Spulstelle und dann den Faden
der zweiten Spulstelle und lassen diese an der Schwenkhewegung teilnehmen, wobei
dann die Fäden VOR einer Einkerbung in die andere übergleiten. Im weiteren Verlauf
der Bewegung des Spulenträgers vollzieht sich der gleiche Vorgang bei dem zweiten
Fadengreiferarm 39. Inzwischen ist der Anslatz 34 an der Rahmenschiene 28a mit dem
ersten eingeschwenkten Fadengreiferarm 39 in Berührung gekommen und erteilt diesem
die aus Fig. 4 ersichtlichte äußerste Einwärtsstellung. Den gleichen Vorgang vollzieht
der gleiche Ansatz dann auch mit dem zweiten Fadengreifer 39.
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Der am Spulenträger 28, 29 befestigte Arm 12 kommt schließlich in
Berührung mit dem Winkel 13 des Schieblers 5, nimmt diesen mit, wodurch die fadenhaltebacken
4 4 und 4a unter Anspannung der Federn 12a und 811 geschlossen werden (vgl. Fig.
4).
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Der Spulenträgerrahmen 29 erhält dann durch das Zusammenwirken der
Stifte 41 und der Schrägflächen 42 Fig. 3 und 6) eine Hubbewegung, durch welche
die Leerspulen in Mittelachsstellung mit den Mitnehmern 14 und den Gegenhaltern
1411 kommen.
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Die letzteren werden ausgelöst, schnellen vo;r und sichern die Leerspulen
an den Spulenmitnehmern, worauf der Spulenträgerrahmen 29 schließlich auf seinen
Wagen 28 zurückgleiten kann. indem bei der Rückbewegung des Wagens die Stifte 4I
wieder in die durch die Schrägfläche 42 gebildet.en. Aussparungen eintreten; der
Rahmen 29 nimmt dann an der Wagenbewegung teil. Inzwischen ist die Stirnfläche 36
in Berührung mit dem Arm 25 des starr mit dem Hebelarm 24 verbundenen Doppelhebels
24, 25 gekommen, schwenkt diesen und schb,eßt durch eine geradlinige Schubbewegung
des Schiebers 20 den beweglichen Scherenarm, wodurch die Fäden der ausgeworfenen
Spulen abgeschnitten werden.
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Im weiteren Verlauf der Bewegung des Spulenträgers gleitet der Arm
25 an der Fläche 31 der Rahmenschiene 28a entlang, bis die Endstellung des SpuLenträgers
erreicht ist, und hält ihn in dieser Stellung bis zum Beginn des nächsten Spulenwechselvorganges.
Die dadurch gespannt gehaltene Feder 22 hält solange die Scheren geschlossen (Fig.
1). Während der Rückwärtsbewegung des Spulenträgers 28, 29 sind inzwischen auch
die Fadengreiferarme 39 wieder frei geworden und kehren unter der Einwirkung ihrer
Schraubenfedern 37 in die Ausgangsstellung nach Fig. I zurück. Die Aufspulung des
Fadens setzt dann wieder ein.