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Schaumlöschanlage für Brennstofflagerbehälter Zum Schutz von ülsammelbehältern
u. dgl. gegen Feuer dienen Luftschaumerzeugungsanlagen, die gewöhnlich für ständige
Betriebsbereitschaft eingerichtet sind. Dabei ist es erwünscht, in die Rohrleitung,
die den Schaum bei einem Brandausbruch in den Ölsammelbehälter zuführt, eine geeignete
Abdichtungsverschlußvorrichtung einzupassen. Diese Verschlußvorrichtung verhindert
normalerweise das Entweichen von Öldampf oder Kondensatfliissigkeit und wird im
Einsatzfall von dem Schaumstrom durchbrochen.
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Für die Verschlußiorrichtung ist es bekannt. dünne Membranscheidewände
aus Celluloid oder Metallfolien zu benutzen und die Membranen zwischen zwei Flanschen
der Rohrleitung oder einem Spannring einzuklemmen. Zur Versteifung der Membran ist
es auch noch bekannt, dünne Metallfolien zusätzlich zwischen zwei Blechringe einzunieten,
die ihrerseits wieder zwischen den Flanschen verspannt sind. Der Druck biegt diese
Membranen aus und zerreißt sie, worauf der Schaum frei eintreten kann.
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Solche Verschlußvorrichtungen neigen zu L'ndichtigkeiten am Einspannrand.
'Man kann sie auch nicht stärker einspannen, wenn sie leicht abnehmbar bleiben sollen.
hei Verwendung spröden oder brüchigen 'Materials für die Membran reißt der Schaumdruck
das Loch sehr unregelmäßig und meist kleiner als den Ouerscbnitt des Leitungsrohres
auf, so daß die über die glatte Rohrwand vorspringenden Membranreste den SChautnfluß
behindern und unerwünscht drosseln.
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Die Erfindung beseitigt .diese Nachteile dadurch. daß die Verschlußscheibe
aus sprödem, leicht
brechbarem Material, z. B. Glas, besteht und
in ihrem mittleren, frei liegenden Flächenteil durch eine dünne Schicht aus biegsamem
Material, z. B. Leinwand, verstärkt ist.
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Die Praxis hat dabei gezeigt, daß bei entsprechendem Strömungsstoß
der verstärkte Teil der Blattscheibe jeweils unter Zurücklassung einer sauberen
und glatten Durchbruchsöffnung abgestoßen wird, wogegen ohne Verstärkung die Bruchkante
der Blattscheibe splittert oder gezackt ausfällt.
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Selbstverständlich soll sich die Verstärkung- der Verschlußscheibe
zweckmäßigerweise möglichst weit bis an deren Einspannrand erstrecken, damit der
weggebrochene Teil querschmittsmäßig dem vollen Rohrleitungsquerschnitt ziemlich
nahekommt.
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Die Verstärkung der Verschlußscheibe kann beispielsweise durch ein
Stück Leinwand oder anderen Faserstoff, durch ein federndes Celluloidblatt oder
durch einen Filmüberzug aus elastischer bildsamer Masse, der durch Aufspritzen einer
entsprechenden Flüssigkeit erzeugt wird, gebildet werden. Die Verschlußscheibe selbst
kann dabei etwa aus Glas, aus brüchigem Preßstoff oder keramischem Material, wie
beispielsweise Porzellan, hergestellt sein.
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Eine nach vorstehendem Erfindungsprinzip hergestellte Verschlußvorrichtung
kann an beliebiger Stelle in dem Schaumzuleitungsrohr eingesetzt werden. Bei niedrigem
Zuführungsdruck wind die Verschlußvorrichtung zweckmäßigerweise in Nähe der Einlaßöffnung
untergebracht werden, wodurch die Gewähr gegeben ist, daß der maximale Druck für
das Aufbrechen derselben zur Verfügung steht; häufiger jedoch wird verlangt, daß
jegliche Dampf-oder Schwadenbildung aus dem Schaumzuleitungsrohr ferngehalten werden
soll, während andererseits trotzdem die Möglichkeit gegeben sein muß, das Zuleitungsrohr
ohne Beeinträchtigung der Verschlußvorrichtung zu überprüfen. Als Regel kann daher
angegeben werden, daß die Verschlußvorrichtung .sich möglichst in Nähe des Ölsammelbehälters
od. dgl. befinden soll.
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In den Zeichnungen sind einige Ausführungsbeispiele von Abdichtungsverschlußvorrichtungen
nebst zugehörigen Teilen, wie sie gemäß vorstehender Erfindung bei Feuerlöschanlagen
zur Verwendung kommen, dargestellt.
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Hierbei ist Fig. i ein Schnitt durch eine in ein Schaumzuleitungsrohr
eingebaute Abdichtungsverschlußvorrichtung, Fig. a eine in verkleinertem Maßstab
gezeichnete schematische Darstellung im Aufriß, worin ein Teil einer Feuerlöschanlage
gezeigt wird, bei der die in Fig. i dargestellte Verschlußvorrichtung mit eingebaut
ist, Fig.3 ein Schnitt durch einen Teil einer abgeänderten A-bdichtungsverschlußvorrichtung
unter Darstellung derselben in einem gegenüber der Fig. i vergrößerten Maßstab,
Fig. q. ein Aufriß des Einlaßendes eines Schaumerzeugers, Fig. 5 ein Schnitt längs
der Linie V-V in Fig. ,4, jedoch unter Aufzeigung der betreffenden Teile im Aufriß.
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Bei der in Fig..i gezeigten Anlage ist eine aus Glas bestehende Verschlußscheibe
i zwischen zwei Gummidichtungsmanschetten (z fest eingespannt, welch letztere zwischen
den an einem Schaumzuleitungsrohr q. ausgebildeten Innenflanschen 3 eingesetzt sind.
Die Richtung des Schaumflusses ist dabei derart, daß derselbe gegen die obere Flächenseite
der Verschluß-scheibe aufschlägt. Ein mittlerer Flächenteil der Verschlußscheibe,
der den größten Teil der dem Schaumaufschlag ausgesetzten oberen Flächenseite umfaßt,
ist durch eine Deckschicht aus Leinwand 5 verstärkt. Die Leinwandschicht liegt dabei
in der Regel auf der dem ankommenden Schaumstrom zugekehrten Seite; dieselbe zeigt
jedoch auch dann noch ihre Wirkung, wenn die Verschlußscheibe zufällig einmal verkehrt
herum eingesetzt ist. Um sicherzustellen, daß die Leinwanddeckschicht im letzteren
Falle etwaigen in dem Raum unterhalb :der Verschlußscheibe auftretenden Dämpfen
und Schwaden standhält, ist dieselbe paraffiniert. Die Verschlußscheibe ist etwa
1,5 mm dick; bei noch geringerer Dickenabmessung würde ,dieselbe für eine zuverlässige
Handhabung und örtliche Einspannung zu schwach werden.
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Gewöhnlich wird der bei Feuerlöschanlagen der vorbeschriebenen Art
benutzte Schaum dadurch erzeugt, daß Wasser, ein schaumstabilisierendes Mittel und
Luft innig gemischt werden, wobei das Wasser derart zugeführt wird, daß es die Luft
durch Saugwirkung mitreißt. Bei den am wirksamsten nach diesem Prinzip arbeitenden
Geräten ist ein Düsenkopf vorgesehen, von dem aus einer oder mehrere Flüssigkeitsstrahlen
in ein die Schaumbildung zustande bringendes Rohr oder Leitungsrohr gerichtet werden.
Die Luft wird dabei durch die von der ein- oder mehrstrahlig eingespritzten Flüssigkeit
ausgeübte Saugwirkung mit fortgerissen. Die durch den Düsenkopf hindurchgehende
Flüssigkeit kann Wasser sein, das das schaumstabilisierende Mittel in Lösung enthält;
oder aber das Wasser kann auch dazu benutzt werden, sowohl dieLuft als auch das
schaumstabilisierende Mittel mitzureißen, wobei die Lösung dann während des Mischens
mit der Luft gebildet wird. Wenn nun das Wasser durch eine Pumpe in -das Gerät abgeführt
wird, dann ist der vorhandene Druck gewöhnlich stark genug, um die Verschlußscheibe
sofort zu durchbrechen; dies ist selbst dann noch der Fall, wenn der Durchbruch
an der obersten Stelle eines an der Seite eines großen Ölbehälters hochgehenden
Steigleitungsrohres zü erfolgen hat. Wenn dagegen das Wasser von einer gewöhnlichen
Wasserleitung kommt, dann dürfte der Druck am oberen Ende eines Steigleitungsrohres
zu niedrig sein. Tatsächlich liegt bei vielen in der Praxis vorhandenen Feuerlöschanlagen
der an der Abdichtungsverschlußvorrichtung herrschende Gesamtdruck, wenn der Wasserhahn
aufgedreht wird, bei etwa ?,3 kg, was nicht ausreicht, um die Verschlußscheibe zu
durchbrechen.
Diese Schwierigkeit kann nun in verschiedener `'eise
beseitigt werden.
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Erstens kann hierzu der Druck einer durch ein Abzweig- oder Umgehungsrohr
zugeführten Wassermenge ausgenutzt werden, so daß die Verschlußschei:be bereits
durchbrochen wird, bevor der Schaum bei derselben ankommt. Dieser Fall ist durch
die Fig. i und a veranschaulicht. Hier führt, wie besonders in Fig. 2 gezeigt ist,
ein Wasserzuleitungsrohr 7 zu einem Luftschaumerzeuger 8, der Schaum in das Leitungsrohr
4 abführt. Ein Abzweig- oder Umgehungsrohr 9 führt zu einem Mundstück ifo, durch
das Wasser auf die Verschlußscheiba i gelenkt wird. Wenn nun zuerst das Wasser zwecks
Schaumbildung für die. Löschung eines ausgebrochenen Brandes angestellt wird, dann
schlägt ein nicht mit Luft gemischter Wasserstrahl, der von dem Mundstück.io ausspritzt,
gegen die Verschlußscheibe und durchbricht dieselbe, bevor irgendwelcher Schaum
dort ankommt. Wenn die Verschlußscheibe dann durchbrochen ist, wird das Mundstück
io. durch den Ventilkörper i!i geschlossen, wodurch der durch dasAbzweigrohrg hindurchfließendeWasserstrahl
unmittelbar nach der Durchbrechung der Verschlußscheibe automatisch abgeschnitten
wird.
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Ein anderer Weg, um ein Durchbrechen der Verschlußvorrichtung bei
niedrigem Schaumdruck sicherzustellen, ist der, daß an der Verschlußscheibe rund
um die Verstärkungsauflage derselben eine Einkerbung ausgeschnitten wird, wie dies
unter 6 in Fig. 3 gezeigt ist. Diese Einkerbung darf natürlich nicht so tief sein,
daß dadurch die Verschlußscheibe so weit geschwächt wird, daß dieselbe bereits beim
Einspannen bricht; zweifellos kann aber hierdurch der Sicherheitsgrad, mit dein
der verstärkte Flächenteil der Verschlußscheibe bei niedrigem Schaumdruck einwandfrei
wegbricht, erhöht «-erden.
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Eine weitere Möglichkeit, einen verläßlichen Durchbruch der Verschlußscheibe
bei niedrigem Schaumdruck sicherzustellen, ergibt sich dadurch, daß der an dem Schaunrerzeugungsgerät
vorgesehene Lufteinlaß durch ein Ventil geschlossen wird-, die Ventilwirkung ist
dabei derart, daß, wenn zuerst das Wasser angestellt wird, Luft und Wasser in dem
Schaumzuleitungsrohr verdichtet werden, wobei genügend Druck zustande kommt, um
die Verschlußscheibe zu durchbrechen. Das Ventil muß sich jeweils automatisch öffnen,
sobald die Verschlußscheibe durchbrochen ist, und das Ventil wird dabei vorzugsweise
als Klappenventil ausgebildet, das als solches durch die Saugwirkung des Wassers
automatisch zum Öffnen kommt. Ein derart konstruiertes Gerät ist in Fig.4 und 5
gezeigt. Der hierbei verwendete Schaumerzeuger umfaßt einen Düsenkopf iS mit Düsenmündungen
12, wobei der Düsenkopf i8 von einer Haube 13 umgeben ist, an deren Rückseite Öffnungen
14 für den Lufteinlaß vorgesehen sind. Die Verschlußscheibe i ist in diesem Falle,
wie in Fig. 5 zu sehen, einbaumäßig sehr nahe an den Schaumerzeuger herangebracht,
jedoch kann dieselbe auch in einem größeren Abstand davon entsprechend der Ausführung
in Fig. 2 angeordnet werden. Jede derLufteinlaßöffnungen:i4 ist normalerweise durch
eine biegsame Klappe 15 aus Blechmaterial geschlossen, wobei die Klappen,i-5 an
der Außenkante der Lufteinlaßöffnungen 14 befestigt sind und jeweils gegen einen
Flansch,i7 anliegen. Wenn zuerst das Wasser angestellt wird, dann nimmt der Druck
des Wassers und der in dem geschlossenen Raum zwischen den Düsenmündungen 12 und
der Verschlußscheibe i enthaltenen geringen Luftmenge so lange zu, bis die Verschlußscheibe
durchbrochen ist. Hierauf entweicht das Wasser ungehindert über das Schaumzuleitungsrohr
4 nach unten, und die Saugwirkung der Düsenmündungen setzt nun ein; hierdurch wird
der Druck innerhalb der Haube 13 gesenkt, bis die Klappen ti5 sich nach innen öffnen,
wie dies durch die strichpunktierten Linien r6 angedeutet ist; alsdann kann Luft
eindringen und die Schaumbildung findet statt.