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Fernsprechkabel mit mehr als zwei Sprechkreisen, welches aus einzelnen,
beiderseits mit Steckerkupplungen versehenen Teillängen aufgebaut ist Die Erfindung
bezieht sich auf Fernsprechkabel mit mehr als zwei Sprechkreisen, hauptsächlich
auf ortsbewegliche Kabel, deren einzelne Teillängen beiderseits mit Steckerkupplungen
versehen sind, um einen schnellen Auf- und Abbau einer Fernsprechlinie zu ermöglichen.
Die einzelnen Fernsprechadern werden bisher in der Steckerkupplung an bestimmte
Stifte der Steckerplatte bei allen Teillängen in gleicher Weise herangeführt. Bei
dieser Anordnung entstehen durch die Teilkapazitäten in der Steckerplatte (Ausführungsbeispiel
s. Fig. i) zwischen benachbarten Sprechkreisen Kopplungen, die bei allen Längen
gleiches Vorzeichen haben und sich somit von Länge zu Länge auf recht bedenkliche
Größen addieren können. Man gleicht zwar bei viererverseiften Kabeln in der Regel
die Kopplungen im Vierer (k1 bis k3) mit angeschalteter Steckerplatte aus, doch
bleiben meistens die Kopplungen zwischen benachbarten Vierern (k4 bis k1,) unausgeglichen,
sei es, daß diese in den einzelnen Teillängen von vornherein klein oder sogar durch
metallische Abschirmungen auf Null gebracht worden sind, sei es, daß infolge Platzmangels
in den Steckerkupplungen
nur etwaige Spitzenwerte ' der k4 bis
ki2 Kopplungen durch Kondensatoren ausgeglichen werden können.
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Bei höheren Anforderungen an Nebensprechfreiheit, wie z. B. bei Vierdrahtausnutzung,
können die Kopplungen zwischen benachbarten Vierern zu großen Bedenken Anlaß geben.
Es wurden z. B. an zwei zusammengekoppelten Steckerplatten nach Fig. i zwischen
benachbarten Vierern folgende Kopplungen gemessen: Von Vierer auf Vierer (k.): -
9,8 pF (pico-Farad), von Stamm auf Stamm (4o bzw. k") : + 7,4 pF. Nimmt man
nun eine Einschaltung von Pupinspulenkästen in jeweiligen Abständen von iooo m und
eine Länge der einzelnen Teillängen von 250 m an, so kommen einschließlich
des Pupinspulenkastens die Steckerkupplungen in einem Spulenfeld insgesamt fünfmal
vor. Da sie sich linear addieren, werden in einem Spulenfeld folgende nicht gerade
kleine Beträge erreicht: k4: etwa 49 pF/Spulenfeld, klo (bzw. k,-,): etwa
37 pF/Spulenfeld.
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Infolge des gleichen Vorzeichens addieren sich weiterhin diese Kopplungen
in den einzelnen Feldern wiederum linear. Zum Vergleich sei angeführt, daß bei den
üblichen Kabelaufbauten innerhalb des Vierers (k1 bis k3) eine Ausgleichsgenauigkeit
(Restkopplung) von etwa 2o pF pro Länge angestrebt wird, wobei von Länge zu Länge
die Verteilung dieser Restkopplungen dem Zufall unterworfen ist, letztere also nicht
linear mit der Längenanzahl n, sondern erfahrungsgemäß etwa nur mit n ansteigen.
Bei benachbarten Vierern kommt erschwerend hinzu, daß zwischen diesen j e nach der
Betriebsweise größere Pegeldifferenzen auftreten können, z. B. zwischen Vierdraht-A-Richtung
und Vierdraht-B-Richtung, die die Auswirkung der Steckerkopplungen vervielfachen.
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Um diese unangenehmen Steckerkupplungen auf geringe Beträge herabzusetzen,
wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, bei den Teillängen von zwei auf den Steckerplatten
benachbarten Sprechkreisen verschiedener Adergruppen den einen Sprechkreis auf einer
der beiden Steckerplatten zu kreuzen. Dadurch werden bestimmte Teilkapazitäten auf
beiden Kabelenden entgegengesetzt gerichtet, die betreffende Kopplung wird daher
praktisch Null.
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Der Erfindungsgedanke soll irre folgenden an Hand der Zeichnung an
einem Beispiel erläutert werden. Es sei angenommen, daß es sich um viererverseilte
Kabel handelt. Fig. i zeigt schematisch eine Steckerplatte mit mehreren Vierern
I, II, III, IV usw. Die vier Adern jedes Vierers sind mit a, b, c, d bezeichnet.
Fig. i zeigt zugleich die übliche Anschaltung der Adern an die Steckerstifte, die
bisher an den beiden Enden jeder Kabellänge, also an der Vordersteckerplatte und
an der Hintersteckerplatte angewendet wurden. Erfindungsgemäß werden nun an einer
der beiden Steckerplatten, also beispielsweise nur an den Hintersteckerplatten jeder
Teillänge Kreuzungen vorgenommen. Das Ergebnis zeigt Fig. 2. Wie man sieht, sind
in dem gewählten Beispiel die Vierer I, III usw. ohne Kreuzungen durchgeschaltet,
während die Vierer II, IV usw. gekreuzt sind. Dadurch werden die klö bzw. k41 Kopplungen
ausgeglichen; es kann nun beispielsweise zwischen dem Sprechkreis c, d des Vierers
I, also I, cd und II, ab, kein Nebensprechen mehr auftreten, denn die durch
die Unsymmetrie der Vordersteckerplatte hervorgerufene Kopplung wird durch die entgegengesetzte
Kopplung auf der Hintersteckerplatte, welche dem absoluten Betrag nach gleich groß
ist, aufgehoben. Entsprechendes gilt für die Sprechkreise II, cd und III,
ab, ferner für III, cd und IV, ab
und so fort.
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Die weiteren Überlegungen gemäß der Erfindung haben gezeigt, daß es
nicht zweckmäßig ist, auch die k4 -Kopplungen, d. h. z. B. die Kopplungen von Phantom
I auf Phantom II durch Kreuzen auszugleichen. Zu diesem Zweck müßte nämlich ein
Vertauschen der Stämme des einen Vierers vorgenommen werden. Ein solcher Platzwechsel
ist aber einmal aus betrieblichen . Gründen unerwünscht, außerdem könnten dann die
klo und k,1 -Kopplungen von Stamm auf Stamm nicht mehr in der oben geschilderten
einfachen Weise ausgeglichen werden.
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Es ist. also zweckmäßiger, die k4-Kopplungen, sofern das überhaupt
erforderlich ist, durch Kondensatoren auszugleichen. Bei pupinisierten Kabeln werden
die k4 Kopplungen erfindungsgemäß aber nicht in jeder Einzellänge einzeln ausgeglichen,
sondern es werden im Spulenfeld die Kondensatoren nur an einer Stelle eingeschaltet.
Als Ausgleichswert wird .zweckmäßig der Spulenkasten gewählt, und zwar wird die
erforderliche Ausgleichskapazität aus Symmetriegründen zweckmäßig je zur Hälfte
auf die beiden Seiten der Pupinspule gelegt. Eine pupinisierte Kabelanlage, welche
aus einzelnen mit Kopplungssteckern versehenen Teillängen aufgebaut ist, ist in
Fig. 3 beispielsweise dargestellt. Mit y sind die Spulenkästen, mit s die Teillängen
(in diesem Falle fünf) und mit t die Kopplungsstecker bezeichnet.
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Die Größe des oder der Ausgleichskondensatoren ist meist von vornherein
bekannt; denn im Kabel selbst ist die k4 Kopplung meist äußerst klein, sei es, daß
es sich um Sternvierer oder überhaupt um metallisch abgeschirmte Vierer handelt.
Die Kopplung ist also praktisch nur durch die Unsymmetrie der Steckeraufbauten bedingt.
Dies ist aber durchweg einheitlich und ihrer Größe nach bekannt bzw. leicht zu ermitteln.
Daher gestaltet sich der Ausgleich im allgemeinen äußerst einfach.
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Man könnte selbstverständlich auch die klö und kli Kopplungen eines
ganzen Spulenfeldes nur durch Kreuzen am Spulenkasten kompensieren; im allgemeinen
wird man aber wegen der Phasenunterschiede der Kopplungen zweier benachbarter Felder
das Kreuzen in den Einzellängen vorziehen.