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Zentrifuge zum Schleudern von Flüssigkeitsproben Bei der Untersuchung
von Bodenauszügen, Milch und anderen Flüssigkeiten ist man darauf angewiesen, die
Flüssigkeitsproben mittels einer Zentrifuge zu schleudern. Da bei umfassenden Untersuchungen
in der Regel zahlreiche Proben zu prüfen sind, so sind Zentrifugen erforderlich,
die die gleichzeitige Behandlung einer großen Zahl von Proben ermöglichen.
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Zu diesem Zweck ist bereits vorgeschlagen worden, die Zentrifuge aus
mehreren auf die Welle aufschiebbaren Tellern oder Scheiben zusammenzusetzen, die
mittels aufgesetzter Rippen im Abstand voneinander gehalten werden und zur Einlagerung
der Proben dienen. Die Teller werden dabei in ein zylindrisches Gehäuse eingesetzt,
welches nach außen vollkommen abgeschlossen werden kann. Die einzelnen Teller sind
infolge des Einbaues in ein geschlossenes Gehäuse nicht zugänglich. Es ist vielmehr
zum Einsetzen und Herausnehmen der Proben erforderlich, die Zentrifuge auseinanderzunehmen.
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Die bekannten Zentrifugen mit mehreren übereinander angeordneten Tellern
werden den praktischen Bedürfnissen nicht im vollen Umfang gerecht. Es genügt nämlich
nicht, daß die Zentrifuge eine große Anzahl von Proben aufnehmen kann, es ist vielmehr
außerdem wichtig, daß das Einsetzen und Herausnehmen der Proben rasch durchgeführt
werden kann und daß die Zentrifuge die Anwendung hoher Drehzahlen erlaubt. Beide
Gesichtspunkte sind bei der Entwicklung der bekannten Zentrifugen unberücksichtigt
geblieben. Einerseits erfordert das Auseinandernehmen der Zentrifuge und deren Wiederzusammenbau
erhebliche Zeit, die natürlich für den eigentlichen Zentrifugiervorgang und damit
für den Gesamtvorgang der Untersuchung verlorengeht. Andererseits sind Zentrifugen
mit lose auf die Welle aufgesteckten oder lose in ein
Gehäuse eingesetzten
Tellern wegen der praktisch: nicht zu verhindernden Unbalance für höhere Tourenzahlen,
wie sie bei den modernen Untersuchungsmethoden gewünscht werden, ungeeignet. Die
anwendbaren vergleichsweise niedrigen Tourenzahlen bedingen aber lange Untersuchungszeiten
und entsprechende zusätzliche Verzögerungen -im Arbeitsgang.
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Die erläuterten Verzögerungen sind bei der Zentrifuge nach der vorliegenden
Erfindung dadurch vermieden, daß die auf der Zentrifugenwelle übereinander angeordneten
Teller mit einem solchen Abstand voneinander auf der Welle starr befestigt sind,
daß die Einlagerungsstellen für die Proben ohne weiteres zugänglich sind.
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Dadurch, daß die Einlagerungsstellen der einzelnen Teller ohne weiteres
zugänglich sind, ist es nicht mehr erforderlich, die Zentrifuge bei jedem Neueinsatz
auseinanderzunehmen und wieder zusammenzubauen. Es wird dadurch auch der sonst unvermeidliche
Verschleiß vermieden und die Sicherheit erheblich gesteigert. Dadurch, daß die Teller
auf -der Welle starr befestigt sind und ständig befestigt bleiben, können nennenswerte
Unbalancen nicht auftreten. Die bei der Herstellung der Zentrifuge ohne weiteres
ermöglichte Auswuchtung läßt es sogar zu, durch ungleichmäßigen Einsatz der Proben
eine geringere Unbalance willkürlich zu erzeugen, ohne daß die Zuverlässigkeit der
Arbeitsweise beeinträchtigt wird.
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In weiterer Ausbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, die Zentrifuge
aus Tellern zusammenzusetzen, die, wie an sich bekannt, mit schwenkbar gelagerten
Bechern zur Aufnahme der Probengläser und mit einem äußeren, die Tellereinbauten
überragenden Flansch ausgestattet sind. Die Anordnung eines Flansches oder einer
sonstigen Umhüllung der schwenkbaren Becher zwecks Verminderung ihres Luftwiderstandes
ist ebenfalls an sich bekannt. Es hat sich gezeigt, daß eine Zentrifuge mit solchen
Tellern gegen ungleichmäßige Belastung praktisch unempfindlich ist.
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Da die Teller beim Einsetzen und Herausnehmen der Proben mit der Zentrifugenwelle
verbunden bleiben, besteht die sehr vorteilhafte Möglichkeit, die Welle mehrfach,
wenigstens aber beiderseits außerhalb der Teller zu lagern. Es wird dadurch eine
besonders hohe Unempfindlichkeit der Zentrifuge gegen ungleichmäßige Belastung erreicht.
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Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die Welle in einem die Teller
umgebenden, mit seitlichen Zugangsöffnungen versehenen Gestell oder Gehäuse zu lagern,
wobei die Lager für die Welle zweckmäßig im Boden und Deckel des Gestells oder Gehäuses
angeordnet sind. Zum vollständigen Abschluß kann die Zentrifuge mit einem abnehmbaren
oder zwecks Zugänglichmachung der Teller leicht zu öffnenden Schutzmantel ausgestattet
sein. Eine Möglichkeit zum leichten Öffnen des Gehäuses besteht z. B. dann, wenn
das Gehäuse aus zwei mittels Scharnieren verbundenen Teilen oder aus zwei oder mehr
teieskopartig aufeinander verschiebbaren Teilen besteht.
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Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung in einer beispielsweisen
Ausführungsform veranschaulicht; es zeigt Abb. i eine Ausführungsform der Zentrifuge
teilweise in Ansicht und teilweise in senkrechtem Längsschnitt, Abb. 21 einen Schnitt
nach Linie II-II der Abb. i. Die dargestellteZentrifuge besteht aus einem feststehenden,
als Gehäuse und Träger :dienenden Teil und einem drehbar gelagerten Teil. Der feststehende
Teil umfaßt den Sockel i, den von dem Sockel abhebbaren Schutzmantel 2 und ein Gehäuse
3, in welchem der Motor 4 mittels Streben 5 festgelegt ist. Zu dem feststehenden
Teil gehört noch der das Gehäuse'3 abschließende Deckel 6.
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Der rotierende Teil umfaßt die vom Motor 4 angetriebene Welle 7 und
vier Teller 8, 9, 1o und i i, die auf der Welle? befestigt sind und zur Aufnahme
der Flüssigkeitsproben dienen. Die Welle 7 ist bei 12 und 13 in dem Deckel 6 bzw.
im Sockel i gelagert.
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Jeder der Teller 8 bis ii ist mit acht Bechern 14 -zur Aufnahme der
Probengläser ausgestattet. Die Becher sind zwischen Böcken 15 schwenkbar
gelagert, und zwar derart, daß die Becher beim Umlaufen der Zentrifuge eine waagerechte
Lage einnehmen, wobei die Böden der Becher nach außen weisen. Die Teller sind mit
einem äußeren, die Becher 14 und die Böcke 15 überragenden Flansch 16 versehen,
welcher beim Umlauf der Zentrifuge störende Luftwirbelungen verhindert.
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Das Gehäuse 3 ist mit seitlichen Öffnungen 17 versehen, durch welche
nach Abnahme des Schutzmantels 2 dieTeller bzw. die Einlagerungsstellen für die
Proben von außen zugänglich sind. Für das Einsetzen und Herausnehmen der Probengläser
ist es deshalb lediglich notwendig, den Schutzmantel 2 zu entfernen.