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Feingetriebe mit biegsamer Welle für Theodolite GeodätischeInstrumente,
insbesondereTheodolite, sind in ihrer Arbeitsstellung während der Beobachtung bedienungsmäßig
mit größter Vorsicht zu behandeln. Sie fordern vom Beobachter größte Konzentration,
bedingt dadurch, daß derselbe mit Kopf und Händen gleichzeitig unmittelbar an das
Instrument herantreten muß. Die Bedienung wird «-eiter erschwert durch langanhaltende
Tätigkeit besonders bei kaltem Wetter, zumal dabei die Feinfühligkeit der bedienenden
Finger zurückgeht. Ziel und Zweck soll sein, die derzeitige Bedienungsart zu verbessern
und weiter zu vereinfachen, .dem Beobachter eine größere Reaktionsmöglichkeit mit
den Händen zu geben, ohne Gefahr zu laufen, daß das horizontierte Instrument aus
seiner Lage gebracht wird, und trotzdem eine einwandfreie Einstellung zu gewährleisten.
Zur Bewerkstelligung der vertikalen und horizontalen Teilkreisbewegungen am Theodolit
sind zur Bedienung je eine Klemm- und Feintriebschraube angebracht. Der Feintrieb
wird durch Festdrehen der Klemmschrauben möglich, und zwar nur für einen kleinen
begrenzten Bereich. Der Theodolit ist zur bequemeren Bedienung möglichst hoch, annähernd
in Kopfhöhe, aufgestellt. Okular wie Triebschrauben sind fast in gleicher Höhe und
veranlassen den Beobachter, auch bei länger anhaltenden Beobachtungen die Hände
in Kopfhöhe zu bringen.
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Aufgabe soll sein, eine geeignete Bedienungsvorrichtung zu finden
die a) ein direktes Berühren des Theodolits beim Einstellen des Ziels erübrigt,
b) das Hochheben der Arme vom Beobachter beseitigt, c) eine schnellere Bedienung
ermöglicht, indem ein grober Schnelltrieb und ein Feintrieb eingesetzt
sowie
auch sofort von horizontal nach vertikal umgeschaltet -werden kann, d) die Einstellung
des Ziels bei kaltem Wetter mit den dicksten Handschuhen erlaubt, e) das Suchen
der -Feinbewegungsschrauben fortfallen läßt.
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Zur indirekten Bedienung des Theodolits wird ein handbetriebenes Feingetriebe
verwandt, welches über :zwei entsprechend lange biegsame Wellen (auch allgemein
als Bohrschlauch bekannt), eine für horizontal, die andere für vertikal, den Trieb
an den Theodolit weiterleitet. Die biegsamen Wellen haben ihren Anschluß an den
jeweiligen Feintriebschrauben des Theodolits. Die neue Bedienungsart macht es zweckmäßig,
wenn der anzuschließende Theodolit außer der Klemmvorrichtung einen endlosen Feintrieb
besitzt. Das Feingetriebe wird bei seiner Bedienung durch die linke -Hand gehalten.
Eine Halteschlaufe, angebracht am Gehäuse des Feingetriebes, -gibt demselben eine
bessere Haltemöglichkeit. Die rechte Hand bedient mittels einer Handkurbel i das
Feingetriebe. Die Handkurbel, in normaler Stellung Feintrieb, setzt bei Drehung
eine Übersetzung 2 in Tätigkeit. Diese wiederum überträgt die Bewegung auf ein Zahnrad
4 der Hauptachse 3. Auf der Hauptachse 3 befindet sich ein weiteres Rad 5 mit beiderseitigen
Zahnkränzen. Dasselbe ist auf der Hauptachse 3 verschiebbar gelagert. Eine Führungsschiene
6 gibt dem Rad 5 in jeder verschobenen Stellung entsprechenden Halt und führt die
gleiche, wie die auf Zahnrad 4 übertragene Drehung aus. Das Verschieben des Rades
5 nach den Zahnrädern 7 (horizontal) und 8 (vertikal) erfolgt durch einen nach außerhalb
des Gehäuses führenden Schieber g. Rad 5 wird unterhalb seiner seitlichen Zahnkränze
durch Ansätze io des Schiebers 9 geführt. Das Verschieben von Rad 5 kann statt des
Schiebers 9 auch durch entsprechend gefederte Hebel und Druckknöpfe erfolgen. Zahnrad
7 ist mit der. biegsamen Welle i i, Zahnrad 12 mit der biegsamen Welle 13 verbunden.
Zahnrad 8 ist zwischen Rad 5 und Zahnrad i2 zwischengeschaltet, um die gleiche Drehrichtung
für beide biegsamen Wellen zu erhalten. Soll nun vom Feintrieb auf groben Schnelltrieb
übergegangen werden, dann wird durch Druck auf die Handkurbel i die direkte Verbindung
mit der Hauptachse 3 durch zwei ineinandergreifende Zahnkränze 14 hergestellt und
die Übersetzung 2 ausgeschaltet. Handkurbel i und Hauptachse 3 sind mit einem gefedert
gelagerten frei gleitenden Führungsstift 15 verbunden. Wird der während der Drehung
auf die Handkurbel i ausgeübte Druck unterlassene, dann springt dieselbe durch den
Federdruck des Führungsstiftes 15 in normale Stellung zurück und stellt durch die
abgeschrägten Zahnräder 16 die Verbindung mit der Übersetzung 2 wieder her, d. h.
der Feintrieb ist wieder eingeschaltet.
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Die zur Aufgabe gestellten und zu erreichenden Vorteile werden durch
die vorbeschriebene Vorrichtung erfüllt. Es wird dabei noch auf folgendes hingewiesen:
Dadurch, daß die Vorrichtung eis erlaubt, sofort von groben Schnelltrieb auf feinen
Trieb und umgekehrt überzugehen, werden bei der Beobachtung von beweglichen Zielen
(Stern, Flugzeug u. ä.) große Vorteile erzielt. Ferner können durch einfaches Umschalten
horizontale wie vertikale Bewegungen ohne große Handhabung in schneller Reihenfolge
wechseln. Die Anwendung der neuen Bedienungsvorrichtung ist nicht allein von Vorteil
bei Feinbeobachtungen astrogeodätischer Art, sondern auch bei terrestrischen Beobachtungen
und auch dann, wenn der Feintrieb eines Theodolits nur begrenzten Bereich hat. Die
neue Bedienungsart ist bei kaltem Wetter sehr zweckmäßig und von großer Bedeutung.
Ein Ermüden der Arme fällt weg, da die Bedienung der Vorrichtung bei bequemer Haltung
derArme eirfolgt. Bekanntlich ist bei ermüdeten Armen die Feinfühligkeit und Sicherheit
nicht groß.