DE886893C - Verfahren zur Herstellung von Halogenwasserstoffloesungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von HalogenwasserstoffloesungenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Halogenwasserstofflösungen Im Patent 873 994 ist gezeigt, daß man Halogenwasserstofflösungen in vorteilhafter Weise herstellen kann, wenn man als Lösungsmittel bei den Arbeitsbedingungen flüssige N-substituierte Carbonamide von Fettsäuren verwendet. Das Verfahren kann beispielsweise dazu dienen, um aus trockenen Gasgemischen, die Halogenwasserstoff enthalten, diesen zu absorbieren und anschließend durch Erhitzen und bzw, oder Anwendung verminderten Druckes wieder auszutreiben und dadurch in konzentrierter Form zu gewinnen.
- Bei der weiteren Durcharbeitung dieses Verfahrens hat sich gezeigt, daß die letzten Reste Halogenwasserstoff sich aus den Absorptionsflüssigkeiten häufig nur schwierig entfernen lassen. Man benötigt zur Austreibung dieser letzten Reste starke Erwärmung und gegebenenfalls ein hohes Vakuum. Hierbei besteht die Gefahr, daß die Carbonamide, insbesondere Abkömmlinge des Formamids, unter Abgabe von Kohlenoxyd zu den halogenwasserstoffsauren Salzen der entsprechenden Amine zersetzt werden. Diese kristallisieren dann in der Absorptionsflüssigkeit aus und machen sie für die weitere Verwendung unbrauchbar.
- Es wurde nun gefunden, daß diese Schwierigkeiten vermieden werden, wenn man als Absorptionsflüssigkeit nicht die freien Carbonamide der. genannten Art verwendet, sondern deren Anlagerungsverbindungen mit Halogenwasserstoff, die auf i Mol Amid etwa x Mol Halogenwasserstoff enthalten. Diese Anlagerungsverbindungen sind sehr beständig. Sie vermögen noch erhebliche Mengen Halogenwasserstoff aufzunehmen und diese beim Erhitzen leicht wieder abzugeben.
- Zum Beispiel nimmt Diäthylformamid bei 2o° und 76o mm Hg Druck je Mol etwa 8o g Chlorwasserstoff auf. Die Lösung gibt beim Erhitzen im Wasserbad unter einem absoluten Druck von 300 mm Hg qq. g Chlorwasserstoff wieder ab. Dagegen werden die restlichen 36 g Chlorwasserstoff unter diesen Bedingungen auch bei längerem Erhitzen nicht wieder abgegeben. Belädt man diese Flüssigkeit wiederum mit Chlorwasserstoff, so werden wieder 44 g aufgenommen, die durch Erhitzen unter den genannten Bedingungen leicht wieder ausgetrieben werden können. Diese Absorption und Austreibung kann beliebig oft wiederholt werden, ohne daß eine Zersetzung der Absorptionsflüssigkeit eintritt.
- Für die technische Durchführung des Verfahrens kann man von vornherein ein Carbonamid der genannten Art verwenden, dem vorher je Mol etwa i Mol Halogenwasserstoff zugeführt wurde. Man kann aber im allgemeinen auch die Absorptionsvorrichtung zunächst mit den freien Carbonamiden beschicken und die Anlagerungsverbindungen mit Halogenwasserstoff erst während der ersten Absorptionsstufe bilden.
- Das Verfahren eignet sich besonders gut für die Trennung von Gemischen aus Halogenwasserstoff und aliphatischen Kohlenwasserstoffen, insbesondere auch solchen, die daneben noch aliphatische Halogenkohlenwasserstoffe enthalten. Derartige Gemische werden beispielsweise bei der Halogenierung gesättigter aliphatischer Kohlenwasserstoffe und nachfolgender Abspaltung von Halogenwasserstoff gewonnen. Die Anwendung der Anlagerungsverbindungen bietet hierbei besondere Vorteile. Die Kohlenwasserstoffe und Halogenkohlenwasserstöffe sind nämlich in den Anlagerungsverbindungen praktisch unlöslich und werden daher von diesen nicht aufgenommen, während bei Anwendung der freien Carbonamide außer dem Halogenwasserstoff auch erheblicheMengen der Kohlenwasserstoffe und Halogenkohlenwasserstoffe gelöst werden, so daß die Trennung unvollständig bleibt. ' Beispiel Man läßt eine Mischung von 56 Gewichtsteilen Butylen und 36 Gewichtsteilen Chlorwasserstoff bei 2o° unter gewöhnlichem Druck in einer Absorptionsvorrichtung langsam durch ioo Gewichtsteile Diäthylformamid hindurchperlen, dem vorher je Mol i Mol Chlorwasserstoff zugesetzt wurde. Die Absorptionsflüssigkeit nimmt praktisch den ganzen Chlorwasserstoff auf, während das Butylen unverändert bleibt und gasförmig aus der Absorptionsflüssigkeit entweicht. Die mit Halogenwasserstoff beladene Flüssigkeit wird im siedenden Wasserbad unter einem absoluten Druck von 300 mm Hg erhitzt. Dabei werden 35,5 Gewichtsteile Chlorwasserstoff wieder ausgetrieben. Die Flüssigkeit kann beliebig oft für die Absorption und Wiederbelebung verwendet werden.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Weiterbildung des Verfahrens nach Patent 873 994, dadurch gekennzeichnet, daBAnlagerungsverbindungen dein Carbonamide mit Halogenwasserstoffen als Lösungsmittel verwendet werden, die je Mol des Carbonamides etwa i Mol Halogenwasserstoff enthalten.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Anwendung der genannten Lösungsmittel zur Behandlung von Gemischen aus Halogenwasserstoff, Kohlenwasserstoffen und gegebenenfalls Halogenkohlenwasserstoffen.
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| DEB6686D DE886893C (de) | 1942-03-28 | 1942-03-28 | Verfahren zur Herstellung von Halogenwasserstoffloesungen |
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| DE886893C true DE886893C (de) | 1953-08-17 |
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Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0008330A1 (de) * | 1978-08-21 | 1980-03-05 | Chemische Werke Hüls Ag | Verfahren zur Trennung von Chlorwasserstoff und Bromwasserstoff |
| EP0019699A1 (de) * | 1979-05-30 | 1980-12-10 | Chemische Werke Hüls Ag | Verfahren zur Gewinnung von gasförmigem Chlorwasserstoff aus verdünnter wässriger Salzsäure |
| WO2006029788A1 (de) * | 2004-09-13 | 2006-03-23 | Basf Aktiengesellschaft | Verfahren zur trennung von chlorwasserstoff und phosgen |
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1942
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Cited By (4)
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|---|---|---|---|---|
| EP0008330A1 (de) * | 1978-08-21 | 1980-03-05 | Chemische Werke Hüls Ag | Verfahren zur Trennung von Chlorwasserstoff und Bromwasserstoff |
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| WO2006029788A1 (de) * | 2004-09-13 | 2006-03-23 | Basf Aktiengesellschaft | Verfahren zur trennung von chlorwasserstoff und phosgen |
| US7659430B2 (en) | 2004-09-13 | 2010-02-09 | Basf Aktiengesellschaft | Method for separating hydrogen chloride and phosgene |
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