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Schaltung für Weichen bei Eisenbahn-Sicherungseinrichtungen Im Eisenbahn-Sicherungswesen
verwendet man bei den Weichenschaltungen einen automatischen Spannungsabschalter,
das ist ein :Magnet, der mit einer kurzzeitigen Verzögerung :die jeweils angeschalteten
Stelleitungen selbsttätig abschaltet, unabhängig davon, ob :die Abschaltung- !durch
den Motor vorgenommen worden ist oder nicht. Einen solchen Spannungsabsch:alter
kann man :bei Antrieben aller Art verwenden, gleichgültig ob si-e mit Drehstrom,
Wechsel- oder Gleichstrom betrieben werden. Außer diesem automatischen Spannungsabschalter
werden noch Relais benötigt, wie z. B. das Stellrelais; der Spannungswechsler, ein
Auffahrmelder, Überwachungsmagnete u. dgl. Der Auffahrmelder bezweckt, das gewaltsame
Auffahren einer Weiche im Stellwerk zur Anzeige zui bringen, wodurch man erreicht,
daß eine Zerstörung der Überwachungssicherung vermieden werden kann. Gemäß der Erfindung
wird für die Auffahrmeldung und selbsttätige Spannungsabschaltung ein und dasselbe
Relais verwendet. Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß für den Spannungsabsclialter
und den Auffahrmelder im wesentlichen :dieselben Bedingungen vorliegen. Bei der
normalen Weichenumstellung entspricht die Stellung des Spannungswechslers und seiner
Kontakte der Stellung,des Überwachungsmagneten und des Weichenmotors. Der Spannungsabschalter
kommt zur Wirkung, wenn der Spannungswechsler bereits wieder in Ruhestellung ist;
der Weichenmotor aber die Ruhestellung noch nicht erreicht hat. Der Auffahrmelder
kommt ebenfalls zur Wirkung, wenn sich der Spannungswechsler in Ruhestellung befindet,
der Weichenmotor aber durch das Auffahren in Be--,vegung gesetzt worden ist. In
beiden Fällen liegt also ein betrieblich unvorschriftsmäßiges Verhältnis
zwischen
der-Lage des Weichenmotors und der tage des Spannungswechslers vor: Man kann daher
für beide Zwecke ein und dasselbe Relais. verwenden. Nun ist zwar der Spannungsabschalter
mit einer Verzögerung versehen, die aber so kurzzeitig- ist (etwa .6 Sekunden),
daß diese Verzögerung für .die Auffahrmeldung keine Rolle spielt. Will mäh -jedoch
die Verzögerung bei der Auffahrmeldung nicht eintreten lassen, so kann man :dies
dadurch erreichen;daß man.alsAuffahrmelder undSpannungsabschalter ein Relais mit
zwei Wicklungen verwendet, wobei nur eine Wicklung mit der Verzögerungsschaltung
verbunden ist.
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Der Erfindungsgegenstand ist in der Abbildung beispielsweise erläutert.
Der Steuerkreis ist nur im Prinzip dargestellt. Durch Schließen der Kontakte T i
und T2 erhält,die eine Wicklung S io -des Spannungswechslers Strom, unterbricht
den Kontakt S r1 und schließt ;die Kontakte S i2 und Sa3, so daß nach dem Schließen
des Kontaktes U i i am abgefallenen Überwachungsmagneten das Stellrelais R iö zum
Ansprechen kommt. Durch den Spannungswechsler wurden auch die Kontakte S 14. bis
S z 8 umgelegt. Hierdurch wird der Überwachungsstrom unterbrochen, Ulio fällt ab
und betätigt seine Kontakte, von denen der Kontakt U i i bereits erwähnt worden
ist, als die Abfallüberprüfung im Stromkreis-des Relais R io genannt wunde.
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Da, das Relais R io seine Kontakte ebenfalls gewechselt hat, erhält
nun über Kontakt R i i und den Kontakt S i9 des Spannungswechslers S io die eine
Wicklung W i des Relais A iio Strom, -das als Spannungsabschalter und, Auffahrmelder
wirken soll. A ro zieht an und hängt sich über einen Selbstschlußkontakt A i i an
den Kondensator Kuo:, nach-'dem der Kondensator Über den vorher geschlossenen Kontakt
f1512= geladen, worden war. Da der Kontakt A 12 durch Anziehen
von A io unterbrochen worden ist, bleibst A io solange angezogen, bis der
Kondensator entladen ist. Der Kontakt R v1 wird durch,das Wechseln des Relais: R
in nach Loslassen der Tasten wieder unterbrochen. Es ist hierbei angenommen, daß
als Stehrelais ein sogenanntes Wechselrelais verwendet wird, das Ankerkontakte und
Wechselkontakte -besitzt. Die Wechselkontakte wechseln ;bei jedem Anziehen und Abfallen
des Relais nur einmal, Sdie Ankerkontakte dagegen zweimal, d. Sh. beim Anziehen
und Abfallen. Man kann statt dessen such ein Stützrelais, also zwei zusammenarbeitende
Relais od: dgl. verwenden. Durch Wechseln -der Kontakte am Stellrelais, am Spannungswechsler
und am Spannungsabschälter A 1,o hat der Motor Strom bekommen und läuft um. Die
Ruhestellung -der Einrichtung wird -in bekannter Weise durch Wechseln der /Motorantriebskontakte
wieder erreicht.
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Würde z. B. durch einen zwischen Zunge und Backenschiene liegenden
Stein der Motor nicht in die Endlage gelangen; so würde durch den SpannungsabschalterRiv,nachAblauf
derVerzögerungszeit das Abschaltender Stelleitungen überdie Kontakte A v13 bis A
1.5 erfolgen.
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Würde aus der Endlage heraus :der Weichenantrieb aufgeschnitten werden,
so würde durch Wechseln :der Antriebskontakte der Überwachungsmagnet U io zum Abfallen
gebracht werden. Das Relais A io erhält in diesem Fall auf dem stark gestrichelt
eingezeichneten Wege Ström, und zwar im vorliegenden Beispiel über die zweite Wicklung
W:2 von A 1o, Diese Wicklung wird normalerweise von dem Überwachungsstrom (strichpunktiert)
@durchflossen, sie ist aber so bemessen" daß sie durch diesen Strom nicht in der
Lage ist; den Anker anzuziehen. Dagegen wirkt der erhöhte Strom beim Auffahren,da#hin"daß
A ro zum Anziehen kommt.
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Die Anzeige des Auffahrens im Stellwerk kann man auf verschiedene
Weise bewirken, z. B. da--durch"daß im Stromkreis einer entsprechenden Anzeigelampe
Kontaikte des Auffahrmelders angeordnet sind.
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Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist außer der Ersparnis eines
;besonderen Relais auch die Erübrigungeiner Anzahl von Kontakten, die andernfalls
je am Spannungswechsler und; Auffahrmelder notwendig sind.