DE878641C - Verfahren zur Herstellung von hoehermolekularen Aminen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von hoehermolekularen AminenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von höhermolekularen Aminen Es ist bekannt, durch Hydrierung von Carbonylverbindungen in Gegenwart von Ammoniak bzw. seinen Derivaten substituierte Amine herzustellen. So liefert z. B. bei Raumtemperatur die Hydrierung des Acetons in Gegenwart von Ammoniak das Di-isopropylamin; der Benzaldehyd wird bei der Hydrierung in Gegenwart von Dimethylamin zum N-Dimethylbenzylamin reduziert, und das Cyclohexanon liefert bei der Hydrierung in Gegenwart von Anilin das N-Phenylcyclohexylamin.
- Weiter ist es bekannt, die aus ungesättigten Aldehyden und primären Aminen erhältlichen Schiffschen Basen durch katalytische Hydrierung in gesättigte Amine zu überführen. Schließlich ist es bekannt, daß Iminoverbindungen, die außer der ungesättigten Iminogruppe eine einzelne Äthylendoppelbindung enthalten, durch Reduktion in einfach ungesättigte Amine übergeführt werden können.
- Eine besonders leicht zugängliche Klasse von ungesättigten Carbonylverbindungen sind diejenigen, die, wie z. B. das jonon oder das Pseudojonon, außer der Carbonylgruppe noch mehrere C, C-Doppelbindungen enthalten. Es wurde nun gefunden, daß man diese höhermolekularen, mehrfach ungesättigten Carbonylverbindungen dadurch in ungesättigte Amine überführen kann, daß man sie in Gegenwart von Aminen der partiellen Hydrierung unterwirft. Die Maßnahmen zur Durchführung einer partiellen Hydrierung sind an sich bekannt (Abderhalden, Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden, Abt. z, Teil 12, S. 132 und I33). Es war jedoch keineswegs vorauszusehen, ob bei der nicht vollständig.durchgeführten Hydrierung dieser mehrfach ungesättigten Carbonylverbindungen überhaupt Amine entstehen würden. Denn in dem einzigen Fall, in dem im Schrifttum der Versuch zur Überführung einer mehrfach ungesättigten Carbonylverbindung durch partielle Hydrierung in ein ungesättigtes Amin beschrieben ist, nämlich bei der partiellen Hydrierung des Pseudojonons in Gegenwart.'von Ammoniak (vgl. Dissertation von Keil, Hannover, I928, S. 23), ist bekanntgeworden, daß hierbei überhaupt keine basischen Produkte erhalten werden.
- Es war daher überraschend, daß es gelingt, mehrfach ungesättigte Carbonylverbindungen, die andere gegen katalytische Hydrierung empfindliche Gruppen nicht enthalten, durch partielle Hydrierung in Gegenwart von Aminen in ungesättigte Amine zu überführen, in denen ein, Teil der den ungesättigten Carbonylverbindungen entstammenden C, C-Doppelbindungen abgesättigt ist.
- Die auf. diese Weise nunmehr leicht zugänglichen, höhermolekularen ungesättigten Amine besitzen wertvolle therapeutische Eigenschaften und sind z. B. vielfach den bekannten niedrigermolekularen Verbindungen ähnlicher Konstitution in ihrer Wirksamkeit überlegen. So sind die gemäß den Beispielen hergestellten höhermolekularen ungesättigten Amine nicht nur etwa 2omal so stark spasmolytisch wirksam wie das Methylamino-6-methyl-2-hepten-2, sondern sie zeigen darüber hinaus am isolierten Froschnerven eine 2o- bis 3omal so starke anästhesierende Wirkung wie das Cocain bzw. Novocain. Diese für ein Infiltrationsanästheticum außerordentlich-günstige Wirkungsweise ist dagegen bei dem Methylamino-6-methyl-2-hepten-2 nicht vorhanden. Beispiel i o,i Mol 2, 6-Dimethyl-undecatrien-(2, 6, 8)-on-(io) wird in 50 ccm Äthylalkohol gelöst und mit einer 25o/oigen alkoholischen Lösung von o,2 Mol Methylamin versetzt. Nach Zugabe von i ccm gesättigter, alkoholischer Salzsäurelösung werden-i» g Pt-Ba S 04-Katalysator, entsprechend i g Platin, hinzugefügt. Die Aktivität des Katalysators wird vor der Anwendung durch längeres Schütteln mit Wasserstoff in basischen Medien verringert. Die Hydrierung des ungesättigten Ketons in Gegenwart von Methylamin erfolgt zunächst bei Raumtemperatur und 3 Atrn. Überdruck. Während der Hydrierung erwärmt sich jedoch das Reaktionsgemisch infolge Auftretens von Reaktionswärme. Nach Aufnahme der für 3 Mol entsprechenden Menge Wasserstoff von 7,1 1 kommt die Hydrierung zum Stillstand. Zur vollständigen Absättigung aller Doppelbindungen wäre die Aufnahme von 4 Mol Wasserstoff erforderlich gewesen. Aus dem Filtrat vom Katalysator wird eine ungesättigte Base isoliert, die bei 3 mm bei 13o° destilliert. Die Titration mit n-Schwefelsäure ergibt, daß das 2, 6-Dimethylio-methylamino-undecen-8 vorliegt. Die Ausbeute beträgt etwa 8o °/o des angewandten Ketons.
- Beispiel 2 2o g frisch destilliertes jonon vom Kp" 134 bis I35° «'erden in 5o ccm Alkohol gelöst und nach Zusatz .von 27 ccm 23o/oiger alkoholischer Methylaminlösung sowie 17 g eines bereits mehrfach verwendeten Platin-Bariumsulfat-Katalysa.tors, der vorher längere Zeit mit Wasserstoff und Aminen geschüttelt war, bei Raumtemperatur und 3 Atm. der katalytischen Hydrierung unterworfen. Die Hydrierung kommt zum Stillstand, nachdem 3,5 1 Wasserstoff aufgenommen sind; die zur Absättigung sämtlicher Doppelbindungen erforderliche Menge Wasserstoff beträgt 7,5 1. Das Filtrat vom Katalysator wird im Vakuum vom Alkohol befreit. Der Rückstand wird, nachdem er im Vakuum destilliert ist, in verdünnter Schwefelsäure gelöst. Die Lösung wird zwecks Entfernung nicht basischer Bestandteile mehrfach ausgeäthert. Aus der schwefelsauren Lösung wird mit 3oo/oiger Natronlauge das ungesättigte Amin in Freiheit gesetzt. Es siedet bei 3 mm von 92 bis 93°. Die Lösungen der mineralsauren Salze dieser Base schäumen stark. Die Ausbeute beträgt etwa 7o oio des angewendeten Ketons. Beispiel 3 45 Teile Citral werden in 5o Teilen Alkohol gelöst und nach Zusatz von 4o Teilen etwa 2oo/oiger alkoholischer Methylaminlösung, der i ccm 2oo/oige alkoholische Salzsäure hinzugesetzt ist, sowie 12 g eines Platin-Bariumsulfat-Katalysators bei Raumtemperatur und 3 Atm. der Hydrierung unterworfen. Nach Absorption der für 2 Mol berechneten Menge Wasserstoff kommt die Hydrierung zum Stillstand; der Katalysator wird abfiltriert und mit Alkohol und Äther gewaschen. Nach Ansäuern wird im Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird in Wasser aufgenommen und mit Äther gewaschen. Auf Zusatz von Alkali wird eine Base erhalten, die durch fraktionierte Destillation im Vakuum gereinigt wird. Bei 2 mm geht in einer Menge von etwa 70 °/o zwischen 73 und 74° das N-Methyl-3, 7-dimethyloctenylamin über.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von höhermolekularen Aminen aus höhermolekularen, mehrfach ungesättigten Carbonylverbindungen, die andere gegen katalytische Hydrierung empfindliche Gruppen nicht enthalten, und Aminen durch Hydrierung, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Herstellung von ungesättigten Aminen, in welchen ein Teil der den ungesättigten Carbonylverbindungen entstammenden C, C-Doppelbindungen abgesättigt ist, die genannten Ausgangsstoffe einer an sich bekannten partiellen katalytischen Hydrierung unterworfen werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET3000D DE878641C (de) | 1936-09-16 | 1936-09-16 | Verfahren zur Herstellung von hoehermolekularen Aminen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET3000D DE878641C (de) | 1936-09-16 | 1936-09-16 | Verfahren zur Herstellung von hoehermolekularen Aminen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE878641C true DE878641C (de) | 1953-06-05 |
Family
ID=7544151
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DET3000D Expired DE878641C (de) | 1936-09-16 | 1936-09-16 | Verfahren zur Herstellung von hoehermolekularen Aminen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE878641C (de) |
-
1936
- 1936-09-16 DE DET3000D patent/DE878641C/de not_active Expired
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