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Raumbildbetrachter Raumbil@dbetrachter dienen dazu, .die mit einer
zweilinsigen Stereokamera aufgenommenen beiden Flachbilder mit Hilfe zweier Linsensysteme
dem Beschauer plastisch zu vermitteln. Infolge seiner Tiefenwirkung und naturgetreuen
Wiedergabe hat das Raumbild, in einigen Zweigen der Wissenschaft und Technik bereits
große Bedeutung erlangt. Es fehlt aber immer noch eine entsprechende Verbreitung
in weiteren Volksschichten, was vor allem darauf zurückzuführen ist, daß die Hilfsmittel
zur Betrachtung, also die Raumbildbetrachter, zu kostspielig oder zu umständlich
sind. Bekannt sind Raumbildbetrachter, die scherenförmig zusammengelegt werden können,
wobei. Brille und Bildhalter sich so aneinarnderlegen, daß das Gerät bei Nichtgebrauch
möglichst -,veni.g Platz einnimmt.
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Bekannt sind ferner sogenannte Taschenstereoskope, bei welchen die
Brille und der Bildträger zu einem flachen, plattenförmigen Körper zusammengeklappt
werden können, wobei die einzelnen Teile vorzugsweise durch dünne Holzplatten gebildet
«=erden.
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Gegenstand der Erfindung ist ein Raumbildbetrachter ähnlicher Art,
der in der Herstellung billig ist und sich auf kleinsten Raum zusammenlegen läßt,
dabei aber sehr stabil ist, so daß er insbesondere auch zur Benutzung in Schulen
und für ähnliche Zwecke geeignet ist.
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Erfindungsgemäß besteht dieser Raumbildbetrachter im wesentlichen
aus flachen, gestanzten Teilen aus Pappe, Preßspan oder ähnlichen Materialien, die
miteinander verklebt und durch Falze verbunden und so ausgeschnitten sind, daß die
Brille in den Rahmen hineingeklappt und dadurch das ganze Gerät zu einem flachen,
plattenförmigen Körper von rechteckiger Grundform zusammen-
gelegt
werden kann. --Im einzelnen wird die Brille durch mit zwei Löchern versehene
Stanzteile gebildet, wobei derDurchmesser derLöcher im Mittelteil der aufeinandergeklebten
Stanzteile gleich dem Linsendurchmesser, der Lochdurchmesser der den Mittelteil
auf beiden Seiten umgebenden äußeren Stanzteile dagegen etwas kleiner als der Linsendurchmesser
und die Dicke der Stanzteile so gewählt ist, daß .die Gesamtstärke aller Teile zusammen
etwas größer ist als die größte Stärke der Linse; dabei ist das Dickenverhältnis
zwischen dem Mittelteil und den Außenteilen so gewählt, daß die Innenkanten der
Lochränder der äußeren Teile die Linse berühren und dadurch festhalten. Ein weiteres
Merkmal des neuen Raumbildbetrachters besteht darin, daß der gleichfalls aus Stanzteilen
zusammengesetzte Rahmen eine der Brille angepaßte Aussparung besitzt, in welche
die Brille bei Nichtgebrauchganz oder nahezu vollständig eingeklappt werden kann.
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Als Bildhalter dient ein Schieber aus dünnem Material, vorzugsweise
Metall, der .im Rahmen verschiebbar ist und auf seiner Außenseite eine aus zwei
Falzen bestehende Klemmvorrichtung zum Halten der Bilder und ferner ein Griffloch
und eine dem Rahmenteil angepaßte halbkreisförmige Aussparung für das Nasenbeinbesitzt.
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Ein Ausführungsbeispiel eines Raumbildbetrachters nach der Erfindung
ist in der Zeichnung in schematischer Form dargestellt.
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Fig. i .ist ein Schnitt durch eine der optischen Achsen .des Gerätes
in Gebrauchsstellung, Fig. a eine Draufsicht zu Fig. i, Fi:g. 3 eine Vorderansicht
zu Fig. i, Fig. ¢ eine Stirnansicht des zusammengeklappten Gerätes, Fsg. 5 ein Querschnitt
nach der Linie V-V in Fig. q..
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Die Brille besteht aus den beiden äußeren Stanzteilen a -aus Preßspan
od. dgl. und einem Mittelteil b aus gleichem Stoff, welcher die beiden Linsen c
trägt, die durch die :beiden äußeren Teile gefaßt werden. Die Gesamtdicke der Brille,
also der Teile a -l- b -I- a .ist etwas größer als die Stärke ,der Linse, damit
beim Auflegen des Betrachters ein Aufsetzen der Gläser auf die Unterlage vermieden
wird. Das Verhältnis -der Stärken der- Teile a und b isf so gewählt, @daß die inneren
Lochränder der Teile a auf den Linsenrändern aufsitzen und diese dadurch festspannen.
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Durch zwei Falze d aus Leinwand oder ähnlichen Stoffen .ist die Brille
mit -dem Rahmen verbunden, der aus den Stanzteilen e, f, g und lt zusammengesetzt
ist, die gleichfalls aus Preßspan od. dgl. bestehen. Infolge der gelenkigen Verbindung
kann die Brille in eine -durch die Formgebung :des Teils e gebildete Aussparung
eingeklappt werden.
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Die Teile f und la des Rahmens sind rechteckige Plättchen von etwas
größerer Länge als jene der Brille; der Zwischenboden g besteht dagegen aus zwei
Teilen; zwischen :denen ein in der optischen Achse liegender Schlitz frei bleibt,
der zur Aufnahme und Führung des Schiebers i dient. An diesein Schieber ist der
- aus zwei Kröpfüngen - bestehende Bildhalter h angebogen, in welchen das Stereobild
eingesteckt werden kann. j ist eine Spannlasche, die am Betrachterrahmen und an
der Brille befestigt ,ist, damit die senkrechte Lage der letzteren gegenüber dem
Rahmen beim Aufklappen festgelegt wird. Durch mehr oder weniger weites Herausschieben
des Schiebers i kann das Bild je nach der Augenbeschaffenheit des Betrachters scharf
eingestellt werden.
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Zur Bewegung .des Schiebers dient das Griffloch o, zum Festhalten
des Rahmens beim Betrachten eines Bildes ein Griffloch p. Die Durchmesser der beiden
Löcher sind so gewählt, daß der Schieber durch- Durchstecken des linken Daumens
bewegt und der Rahmen durch Durchstecken des rechten Zeigefingers gehalten werden
kann. Auf der dem Betrachter zugekehrten Seite besitzen Schieber und Rahmen eine
halbkreisförmige. Aussparung m bzw. m', die bei eingeschobenem Schieber zusammenfallen.
Diese Aussparungen dienen zur Aufnahme des Nasenbeines des Betrachters beim Ansetzen
der Brille an das Auge. Die Brille selbst besitzt zu gleichem Zweck eine Einbuchtung
q. Aus Fig. q. und 5 ist ersichtlich, daß der ganze Betrachter bei Nichtgebrauch
in sehr einfacher und raumsparender Weise zusammengeklappt werden kann, wobei .seine
Stärke nur um ein geringes Maß größer .ist als die Brillenstärke. Der Betrachter
weist auf allen Seiten ebene Begrenzungen auf und kann deshalb bequem in einer Kassette
untergebracht oder einfach in der Tasche getragen werden.
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Die Herstellung der Stanzteile aus Pappe, Hartpappe oder Preßspan
kann auf den üblichen Bearbeitungsmaschinen- erfolgen und gestaltet sich. dadurch
sehr billig. Bei Verwendung von Edelpreßspan in Verbindung mit Kautschukklebestreifen
besitzt der Betrachter eine praktisch unbegrenzte Haltbarkeit, .ist also auch in
dieserRicbtung metallischen Geräten durchaus gleichwertig. Sein Gewicht ist um etwa
6o °/o geringer als jenes der bekannten Metallgeräte. Der Preis beträgt nur etwa
die Hälfte.
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Zur Benutzung des Betrachters wird die Brille aus der eingeklappten
Stellung an der Lasche j in die senkrechte Lage gezogen, bis die Lasche angespannt
ist, oder sie wird von unten mit dem Finger durch :das Griffloch p angehoben. Dann
steckt man von oben den rechten Zeigefinger durch das Griffloch p und hält den Betrachter
bequem mit Daumen, Zeige-- undMittelfinger oder rechten Hand fest, wobei zugleich
.die Brille in der senkrechten Lage gehalten wird. Dann wird der Schieber i um etwa
i cm herausgezogen und nach Einsetzen des Bildes in ,den Falz k mit dem linken Daumen
mit Hilfe des Griffloches o in Scharfeinstellung gebracht. Durch eine Markierung
am Schieber kann der Betrachtende die Einstellung erleichtern.