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Hinterkappe für Schuhwerk Die Ausbildung der Hinterkappe ist bei der
Herstellung von Schuhwerk von besonderer Wichtigkeit, da von ihr nicht nur die Versteifung
im Fersenteil und der gute Sitz, sondern auch .die Haltbarkeit und Lebensdauer sowie
die Herstellungskosten der Schuhe abhängen. Es fehlt daher auch nicht an Vorschlägen,
Hinterkappen aus den verschiedensten Werkstoffen herzustellen und in ihrer Formgebung
möglichst vorteilhaft auszubilden. Hinsichtlich der verwendeten Materialien bestehen
die Hinterkappen bisher in der Regel aus Leder oder aus Ersatzstoffen für Leder,
aber auch aus Textilmaterial und Kunststoffen verschiedener Art, z. B. dem sogenannten
Kötitzer Stoff, aus elastisch kaschiertem Gummiplatten, einem mit einem Gewebe kaschierten
Lederfaserwerkstoff und dem sogenannten Werkstoff. Hinsichtlich einer besonderen
Ausbildung der Hinterkappe sind z. B. Vorschläge bekannt, bei welchen die Hinterkappe
an ihrem unteren Ende zu dem sogenannten Zwickeinschlag nach innen. umgebogen wird,
auf den die Brandsohle mit Ober-und Futterleder auf den Leisten aufgezwickt wird.
Es sind auch schon Hinterkappen bekannt, bei denen der Zwickein.schlag von einem
nach außen gerichteten Teil der Kappe gebildet wird.
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Die bisher bekannten Hinterkappen genügen sowohl in bezug auf die
zu ihrer Herstellung Verwendung findenden Werkstoffe wie auch hinsichtlich ihrer
Ausbildung und der Art ihrer Verarbeitung nicht den Anforderungen, die insbesondere
bei modernen Fertigungsmethoden für Schuhwerk, z. B. bei der Herstellung von Schuhwerk,
das unter der Fachbezeichnung California bekannt ist, gerade an
die
Hinterkappe gestellt werden. Sofern die Hinterkappen in -diesem Zusammenhang statt
aus Leder oder einem lederähnlichen Werkstoff nur aus nachgiebigem Material, z.
B. Textilien, bestehen, ist die erforderliche Steifigkeit und Haltbarkeit nicht
gewährleistet. Bestehen sie aber durchweg aus Leder mit einem abgebogenen Zwickeinschlag,
so ist ihre Formgebung, die in der Regel nach einer entsprechenden Vorbehandlung
des Kappenmaterials in geeigneten Pressen erfolgt, umständlich und außerdem ihre
Verbindung mit dem Ober- und Futterleder sowie der Brandsohle nicht einfach.
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Die Erfindung bezweckt, diesen Schwierigkeiten abzuhelfen. und besteht
gegenüber dem bisher Bekannten vor allem darin, daß der aufstehende steife Kappenteil
aus Leder oder einem anderen steifen Stoff nur-in seinem unteren Teil mit einem
zu einem Streifen geformten Faserstoffteil, insbesondere aus Textilgewebe, Wachstuch,
Futterleder oder einem ähnlichen Stoff, versehen ist, der einen beweglichen, frei
nach außen abstehenden Überschlag bildet, der sich mit dem Oberleder, Futterleder
sowie der Brandsohle vernähen läßt. Der Einschlag ist dabei vorzugsweise auf der
Innenseite der Kappe angeordnet.
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Durch diese erfindungsgemäße Ausbildung der Hinterkappe werden vor
allem folgende Vorteile gegenüber den bisher verwendeten Kappen erzielt: Durch das
Festnähen .des aufstehenden Kappenteils wird ein fester Sitz der Kappe erreicht,
so daß diese im Fersenteil nicht wandern kann und in einen festen Zusammenhang mit
demUnterteil des Schuhwerkes gebracht wird. Weiterhin wird dadurch, daß infolge
der Naht die Hinterkappe mit ihrem Rand fest auf die Brandsohle heruntergezogen
wird, ein guter Anschluß zwischen Brandsohle und Hinterkappe sichergestellt. Die
durch den Näheinschlag möglich gewordene Verbindung von Oberleder, Futterleder und
der aus Leder oder Ersatzstoff für Leder oder Textilien bestehenden Brandsohle gewährleistet
eine einfache und billige Herstellung. Die Hinterkappe kann mit einer normalen Steppmaschine
mit dem Ober- und Futterleder verbunden werden. Es entfallen daher die besonderen
Arbeitsgänge, die bei der Verarbeitung der bisher bekannten, einleitend erwähnten
Hinterkappe notwendigenArbeitsgänge mit Hilfe vonZwickanklopfmaschinen u. dgl. Gleichwohl
besitzt die neue Kappe die gleiche Steifgkeit wie (die bekannten Hinterkappen mit
einem aus dem Kappenmaterial umgebogenen Zwickeinschlag. Im übrigen bedarf es bei
der Art der Kappenher.stellung gemäß der Erfin, Jung keiner besonderen Vorarbeiten
vor der Verarlbbeitung des Kappenmaterial.s. Die neue Hinterkappe kann trocken verarbeitet
werden, ohne daß sich schädliche Rückwirkungen auf die Struktur des Materials ergeben
oder die exakte Formgebung beeinträchtigt würde.
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Die neue Hinterkappe eignet sich besonders gut bei der Herstellung
von Damen- und Herrenschuhwerk nach,der sogenann:ten California-Machart, bei welcher
der ganze Schuh nagellos ausgeführt wird, also das Aufzwicken des Oberleders auf
die Brandsohle entfällt, vielmehr der Schaft und das aus Leder oder Stoff bestehende
Futter mit der Brandsohle vernäht werden. Dabei geht man so vor, daß die mit. dem
Näheinschlag versehene Hinterkappe zwischen Futterleder und Oberleder eingefügt
und diese Teile durch eine kurz hinter der Umbuggkante für den Näheinschlag gelegte
Naht miteinander verbunden werden. Der Überhang wird dann abgeschnitten oder irgendwie
eingearbeitet.
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Weitere Merkmale der Erfindung und Einzelheiten der durch sie erzielten
Vorteile ergeben sich aufs der nachstehenden Beschreibung eines in der schematischen
Zeichnung dargestellten Ausführungbeispiels der neuen Hinterkappe.
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Fig. i zeigt eine Hinterkappe gemäß der Erfindung in perspektivischer
Darstellung; Fig. 2 ist ein Vertikalschnitt durch die Kappe. Mit i ist der aus Leder
oder einem anderen geeigneten Stoff bestehende aufstehende Teil der Hinterkappe
bezeichnet. Mit dem unteren Teil des Kappenteils i ist ein Streifen aus Fasersoff,
z. B. Textilgewebe, Wachstuch oder Futterleder verbunden, der als Ganzes mit 2,
bezeichnet ist. Beim Ausführungsbeispiel erfolgt die Verbindung des Textilstreifens
2 durch Aufkleben auf die Kappeninnenseite. Die Befestigung kann aber auch auf andereArt
undWeise, z.B. durch eine oder mehrere Nähte, erfolgen. Gegebenenfalls könnte der
Textilstreifen auch von außen auf den unteren Randteil der Hinterkappe i aufgesetzt
und durch Kleben oder Nähen festgelegt werden. Mit 3 ist der dem Randteil der Kappe
i anliegende und beim Ausführungsbeispiel durch Klehung festgelegte Teil des Einschbags
bezeichnet, während der frei nach außen abstehende Überschlag :das Bezugszeichen
4 trägt.
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sind Schlitze am äußeren Rand des Überschlags 4, die die Anpassung
des Überschlagstreifens 4 an die Kappenrundung erforderlich macht.
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Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Einzelheiten beschränkt,
vielmehr sind in ihrem Rahmen Abweichungen verschiedener Art möglich.