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Elektrische Schalteinrichtung an Werkzeugmaschinen, insbesondere Schleifmaschinen
Die Erfindung betrifft eine weitere Ausführungsform der in der Patentschrift 832
258 beschriebenen elektrischen Schalteinrichtung an Werkzeugmaschinen, insbesondere
Schleifmaschinen, bei dem ein mit Steuerkontakten versehenes Fühlhebelmeßgerät,
ein Polwendeschalter und ein gepoltes Relais zur Steuerung zweier, die Abschaltung
der Werkzeugmaschine bewirkender Magneten derart zusammenwirken, daß der erste Steuerkontakt
des Fühlhebelmeßgerätes ein gepoltes Relais und dieses einen Magneten für die Umschaltung
der normalen Zustellbewegung auf eine Schlichtzustellung und zugleich einen Polwendeschalter
steuert, der bei seiner Umschaltung die Leitungsführung zum gepolten Relais wendet,
das dann beim Betätigen des zweiten Steuerkontaktes des Fühlhebelmeßgerätes den
Steuerstromkreis für den Ausschaltmagneten zur Stillsetzung der Maschine schließt.
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Die Erfindung. besteht darin, daß an Stelle des gepolten Relais ein
Wechselstromrelais mit Kippanker und zwei getrennt arbeitenden Spulen verwendet
wird.
Durch diese Lösung fällt der bei einem gepolten Relais erforderliche
Gleichrichter zur Erzeugung des Erregerstromes und ferner ein Kontaktpaar des Polwendeschalters
fort, wodurch eine Vereinfachung der gesamten Einrichtung erzielt wird, Der Gegenstand
der Erfindung ist in der Zeichnung iw einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
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Die Schalteinrichtung besteht aus dem Fühlhebelmeßgerät M "mit dem
Zeiger x und den elektrischen Kontakten 2, 3. sowie 4, 5, einem Polwendeschalter
P und einem Wechselstromrelais R. Diese Schaltelemente dienen zur Steuerung der
Magnete V und A. Der Anker 6 des Magneten V ist mit einem Schalthebel 7 zum Einstellen
der Zustellbewegung des Arbeitsschlittens und der Anker 8 des Ausschaltmagneten
A ist mit dem Schalthebel g zum Einschalten und Abstellen der Maschine verbunden.
Für die Bewegung des Wechselstromrelais R ist Wechselstrom niedriger Spannung vorgesehen
und für die Erregung der Magnetspulen V und A ebenfalls Wechselstrom mit einer etwas
höheren Spannung. Der Anker 6 des Magneten V und der Polwendeschalter P stehen mit
je einem Kolbengetriebe und der Anker des Magneten A mit einem Steuerschieber in
Verbindung, so daß eine gegenseitige Abhängigkeit der Bewegungen dieser Teile zusammen
mit den Steuerelementen der Maschine geschaffen wird.
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Die Wirkungsweise der Schalteinrichtung ist folgende: Nach dem Einschalten
des Schleifvorganges wird das Meßgerät M schnell gegen das Werkstück W in seine
Arbeitsstellung, in der die Meßschnäbel des Meßgerätes das Werkstück berühren, bewegt,
eine Stellung, die in der Zeichnung dargestellt ist. Gleichzeitig beginnt die Maschine
mit der am Schalthebel P eingestellten Zustellung zu arbeiten.
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Ist ein bestimmtes Vormaß erreicht, so hat sich der Zeiger = des Meßgerätes
in die Stellung bewegt, in -der der elektrische Kontakt 2, 3 geschlossen ist. Hierdurch
kommt folgender Stromkreis für das Wechselstromrelais R zustande: Von der Stromquelle
fließt ein Strom über die Leitung io; den geschlossenen Kontakt 2, 3 des Meßgerätes,
durch die Wicklung ii des Wechselstroinrelais R und von dort über den geschlossenen
Kontakt 12, 13 des Polwendeschalters zurück zur Leitung 14 der Stromquelle.
Der Kippanker 15 bewegt sich dabei in die gestrichelte Stellung, in der die Kontakte
16, 17 miteinander verbunden sind. In dieser Stellung wird der Kippanker 15 des
Wechselstromrelais auch bei einer Stromunterbrechung durch eine federnd angestellte
Gegenschneide 18 gehalten. Hierdurch entsteht ein Stromkreis für den Magneten V
aus der zweiten Stromquelle, nämlich der Leitung ig über den - geschlossenen Kontakt
16, 17 des Kippankers 15 des Wechselstrmnrelais, durch die Wicklung des Magneten
V über den geschlossenen Kontakt 2o, 21 des Polwendeschalters, durch die Leitung
22 zurück zur Stromquelle. Der Anker 6 des Magneten V wird angezogen, und der mit
ihm durch das Gelenk 23 in Verbindung stehende Zustellhebel? wird in die gestrichelte
Stellung umgelegt, in der die normale Zustellbewegung auf eine geringere Zustellgeschwindigkeit
umgeschaltet oder auch ganz abgeschaltet wird. Zusammen mit dem Anziehen des Ankers
6 des Magneten V wird der Kolben 24 unter Überwindung des Druckes der Feder 25 nach
oben bewegt. Der Kolben gibt der im Kanal 26 stehenden Druckflüssigkeit, die von
der Leitung 2,7 herkommt, den Weg zum Zylinder 28 und über den Kanal 29 zum
Zylinder 30 frei, so daß auch der .Kolben 31 entgegen dem Druck der Feder 32 in
seine obere Stellung bewegt und damit der an die Kolbenstange 33 angelenkte Polwendeschalter
P umgeschaltet wird. Da gleichzeitig die beiden Zylinderräume 28 und 3o mit Druckflüssigkeit
gefüllt sind; behalten die Kolben 24 und 31 auch nach Unterbrechung des Stromkreises
zur Magnetspule Y beim Umschalten des Pölwendeschalters P ihre Stellung bei. Auf
diese Weise wird der Zustellhebel 7 in seiner umgeschalteten, gestrichelt gezeichneten
Stellung gehalten.
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Durch die Umschaltung des Polwendeschalters wird auch die Rückleitung
zur Stromquelle von der Spule ii des Wechselstromrelais an die Spule 34 gelegt;
sobald nun der Kontakt 4 des Zeigers = den Kontakt 5 des Meßgerätes geschlossen
hat, wenn nämlich das Fertigmaß des Werkstückes erreicht ist, so wird die Spule
34 des Wechselstromrelais R erregt. Von der Stromquelle fließt der Strom über die
Leitung io, den Kontakt 4, 5 durch die Wicklung der Spule 34 des Wechselstromrelais
R über die geschlossenen Kontakte 35, 13 durch die Leitung 14 zurück zur Stromquelle.
Demzufolge wird der Kippanker 15 des Wechselstromrelais in die ausgezogene Stellung
umgelegt in der die Kontakte 16, 36 miteinander verbunden sind. In dieser Stellung
des Ankers wird ein Stromkreis für den Ausschaltmagneten A hergestellt. Von der
zweiten Stromquelle fließt ein Strom über die Leitung i9, die Kontakte 16, 36 durch
die Wicklung des Ausschaltmagneten A über die geschlossenen Kontakte 37, 21 durch
die Leitung 22 zurück zur Stromquelle. Der Ausschaltmagnet wird also erregt und
zieht seinen Anker an, der den mit ihm verbundenen Abstellhebel g in die gestrichelt
gezeichnete Stellung umlegt, in der die Maschine stillgesetzt ist.
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Zusammen mit dem Anziehen des Ankers B des Ausschaltmagneten A wird
der Steuerschieber 38 nach oben bewegt und der von dem Kanal 27 über die
Ringnut 39, den Kanal 26 zu den Zylindern 28 und 30 führendeDruckflüssigkeitsstromabgeschnitten.
Gleichzeitig gelangt die untere Ringnut 40 vor die Einmündung des mit der Abflußleitung
verbundenen Kanals 41 und des von den Zylindern 30 und 28 führenden Kanals
42. Die Federn 25 und 32 drücken nun die jeweils zugeordneten Kolben 24 und 31 unter
Verdrängung der unter ihnen stehenden Flüssigkeit nach unten. Dabei wird der Polwendeschalter
P wieder in seine Ausgangsstellung gebracht, in der auf normale Zustellbewegung
geschaltet ist.
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Zugleich mit der Stillsetzung der Maschine ist das Meßgerät M aus
dem Bereich des fertig bearbeiteten Werkstückes selbsttätig herausgefahren und wird
der Meßstrom durch eine nicht dargestellte Einrichtung unterbrochen. Durch die Umschaltung
des Polwendeschalters in die gezeichnete Stellung wird der Stromkreis für die Umschaltung
der Zustellbewegung vorbereitend
hergestellt. Außerdem ist auch
der Stromkreis für den Ausschaltmagneten A unterbrochen, so daß nach erfolgtem Arbeitsspiel
beide Magnete V und A wieder stromlos sind.
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Um einen neuen Arbeitsgang der Maschine einzuleiten, wird der Hebel
9 in die voll ausgezeichnete Stellung bewegt, in der die Maschine wieder eingeschaltet
ist.
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Mit Hilfe des Polwendeschalters und eines Wechselstromrelais wird
ebenso wie beim Hauptpatent die Steuerung der Maschine zum Zwecke der Umschaltung
der Zustellbewegung und der Stillsetzung der Maschine vollkommen beherrscht, und
Schaltfehler werden unbedingt vermieden. Darüber hinaus wird durch die Verwendung
eines Wechselstromrelais die Schalteinrichtung wesentlich verbilligt und arbeitet
zuverlässiger.