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Verfahren zur Herstellung von essigsäurehaltigen Gallerten aus Pflanzenschleim
Es
ist bekamit, essigsäurehaltige Gallerten aus Pflanzenschleimen dadurch herzustellen,
daß man trockene Sehleimstoffe mit Alkohol durchfeuchtet, den Alkohol in dem durchfeuchteten
Gemisch durch einen EssigsäurebiXl!dner teilweise oder ganz in Essigsäure überführt
und dlie Schleimstoffe mit Wasser quillt, wobei gegebenenfalls der Restalkohol entfernt
wird. .NIan erhält hierbei eine essigsäurehaltige Gallerte, die frei von Knoten
ist und die wegen ihrer sauren Beschaffenheit zn bestimmten mittelbaren oder unmittelbaren
Zwecken besonders geeignet i.st.
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Das vorstehend beschriebene Verfahren erfordert aber, weil man die
Unterbrechung der Essigsäurebildung durch Temperaturerhöhung oder Temperaturerniedrigung
vornimmt, besondere Vorrichtungen bzw. besondere Maßnahmen. Man hat weiterhin gefunden,
daß. der Essigsäuregehalt nicht den Berechnungen entsprach. Beobachtungen haben
ergeben, daß die Essigsäure schon während der Gärung in Kohlendioxyd und Wasser
zerlegt wird.
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Weiterhin wurde beobachtet, daß geringe Essigsäurekonzentrationen
unter Bildung von Essigälchen eine Haut ziehen. Die Bildung des kleinen Nematoden
Anguillula aceti, des Essigälchens, hat sich gerade in Gegenwart von Pflanzenschleim,
insbesondere von Tragant, besonders stark gezeigt.
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Die Erfindung bezieht sich nun auf eine Verbesserung bei der Herstellung
von essigsäurehaltigen Gallerten aus Pflanzenschleimen, deren Erzeugnisse auch den
gewünschten Essigsäuregehalt aufweisen und beibehalten. Während man bisher sich
thermischer Unterbrechungsmethoden bediente, die nicht geeignet waren, einen endgültigen
Zustand
zu schaffen, wird gemäß der Erfindung der Essigsäuregehalt
durch Zusatz von die Gärung unterbrechenden und eine Weitergärung verhindernden
Zusatzstoffen bestimmt. In Ausübung der Erfindung werden. zu einem in Essigsäuregärung
befindlichen Gemisch aus Schleimstoffen, Alkohol und Essigsäurebildnern antiseptische
Zusatzstoffe zugefügt.
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Die antiseptischen Zusatzstoffe können dlem Gemisch vor oder nach
der durch Wasserznsatz erfolgten Quellung zugefügt werden. Es hat sich gezeigt,
daß als Zusatzstoffe folgende Zusätze besonders geeilgnet sind: Borsäure, essig-weinsaure
Tonerde oder ein Gemisch aus Kaliumoxychinolinsulfat, Formaldehyd und Chllormethylisopropylphenol.
Der Zusatz wird in einfacher Weise in das in Gärung befindliche Gemisch eingerührt,
wobei die Weitergärung sofort unterbunden wird und der Essigsäuregehalt stabilisiert
wind. Eine Zersetzung der erfolgten Essigsäure erfolgt, wie Versuche gezeigt haben,
ebensowenig, wie sich der Alkohol weiter in Essigsäure umsetzt. Ferner unterbleibt
auch eine Bildung von Anguillnla aceti.
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An Stelle der genannten Zusätze können auch andere desinfizierende
Zusatzstoffe verwendet werden. Es können auch an Stelle einzelner der genannten
Zusatzstoffe Gemische mehrerer oder aller genannten Zusatzstoffe verwendet werden.
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Die nach der Erfindung hergestellte essigsäurehaltige Masse aus Pflanzenschleim
kann, wenn die Unterbrechung der Gärung vor dem Quellungsvorgang erfolgt, als Konzentrat
aufbewahrt werden und Idann später mit W.asser gequollen werden.
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Der Essigsäuregehalt bleibt in jedem Fall sowohl in dem Konzentrat
als auch in der fertigen Gallerte unverändert erhalten. Die Bildung von Essigälchen
findet nicht statt.
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Die Menge des oderfder Zusatzstoffe hängt von der gewünschten Essigsäurekonzentration
und der Art des Zusatzstoffes ab. In der Regel ist es zweckmäßig, Zusatzstoffe in
Mengen von 5 bis 6°/Q, bezagen auf das Quellungsprodlukt, zu verwenden.
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Im allgemeinen wir.d man mehr Alkohol anwenden, als zur Herstellung
des gewünschten Essigsäuregehaltes erforderlich ist und den Alkohol nur teilweise
in Essigsäure überführen. Die Erfindung hat auch ihre Hauptbedeutung für diesen
Fall; aber auch idann, wenn der Alkohol völlig oder größtenteils durch die Essigsäuregärung
in Essigsäure übergeführt wird, ist das Verfahren noch insoweit von Bedeutung, als
der Essigsäuregehalt nach oben und nach unten statbilisiert wird.
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Beispiele I. IOOOg Traganth werden mit IOOg Alkohol, dem gegebenenfalls
so viel Wasser zuzufügen ist, daß sein Athanolgeh,alt etwa I0% beträgt, und dem
20 g Gärungsessig zugesetzt sind, gut durchmischt.
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Als Gärungsessig kann z. B. solcher verwendet werden, der vorher über
Essigmutter tragende Holzspäne gelaufen ist Das-Gemenge wird unter öfterem Durchmischen
bei gleichmäßilger Wärme, die über -30 bis 400 erhöht werden kann, stehengelassen.
Der Gärungsvorgang kann je nach der Temperatur mehrere Wochen dauern. Zur Förderung
der Gärung kann man außer Ider notwendigen Luftzuführung die bei der Essiggärung
üblichen Nährsalze zusetzen. Sobald die Essigsäurekonzentration den Grad erreicht
hat, der für Idas Fertigerzeugnis erwünscht ist, wird die Gärungsunterbrechung durch
Zugabe des oder der die Unterbrechung herbeiführenden Zusatzstoffe vorgenommen.
Zur Unterbrechung geeignet ist ein Gemisch von 1000 g, bestehend aus gleichen Teilen
von Borsäure, essigweinsaurer Tonerde, Kaliumoxychinolinsulfat, Chlormethylisopropylphenol
und Formal,dehyd.
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Das Verhältnis der Zusatzstoffe zueinander kann auch anders gewählt
wenden. Die mit den Zusatzstoffen versetzte Masse kann als solche als Konzentrat
aufbewahrt werden oder später weiterbearbeitet werden oder unmittelbar durch Zusatz
von 20 l kaltem oder heißem Wasser oder Erhitzen mit 20 1 Wasser und nachfolgendem
Aufkochenlassen in eine essigsäurehalbige Gallerte aus Traganth übergeführt werden.
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2. IOOO g Traganth werden mit 1000 g Alkohol, dem gegebenenfalls
so viel Wasser zuzufügen ist, daß sein Äthanolgehalt etwa IOO/o beträgt, und dem
20 g Gärungsessig zugesetzt sind, gut durchmischt.
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Als Gärungsessig kann z. B. solcher verwendet werden, wider vorher
ülber Essigmutter tragende Holzspäne gelaufen ist. Das Gemenge wird unter öfterem
Durchmischen bei gleichmäßiger Wärme, die iiber 30 bis 400 erhöht werden kann, stehengelassen.
Der Gärungsvorgang kann je nach der Temperatur mehrere Wochen dauern. Zur Förderung
der Gärung kann man außer der notwendigen Luftzuführung die bei ,der Essiggärung
üblichen Nährsalze zusetzen. Während des Gärungsvorganges kann das Gemenge durch
Zusatz von 201 Wasser in eine essigsäurehaltige Gallerte aus Traganth übergeführt
werden. Sobald in wider Gallerte sdie Essigsäurekonzentration den Grad erreicht
hat, der für das Fertigerzeugnis erwünscht ist, wird die Gärungsunterbrechung durch
Zugabe des oder der die Unterbrechung herbeifiührenden antiseptischen Zusatzstoffe
gemäß Beispiel I vorgenommen.