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DE874747C - Hydrophilierende Produkte - Google Patents

Hydrophilierende Produkte

Info

Publication number
DE874747C
DE874747C DE1949874747D DE874747DA DE874747C DE 874747 C DE874747 C DE 874747C DE 1949874747 D DE1949874747 D DE 1949874747D DE 874747D A DE874747D A DE 874747DA DE 874747 C DE874747 C DE 874747C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
water
substances
wool
fat
alcohol
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1949874747D
Other languages
English (en)
Inventor
Karl-Heinz Dr Rer Nat Imhausen
Otto Dr Rer Nat Jacobi
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Imhausen & Co GmbH
KARL HEINZ IMHAUSEN DR
Original Assignee
Imhausen & Co GmbH
KARL HEINZ IMHAUSEN DR
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Imhausen & Co GmbH, KARL HEINZ IMHAUSEN DR filed Critical Imhausen & Co GmbH
Application granted granted Critical
Publication of DE874747C publication Critical patent/DE874747C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M15/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M15/01Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with natural macromolecular compounds or derivatives thereof
    • D06M15/15Proteins or derivatives thereof

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description

  • Hydrophilierende Produkte Nach der allgemeinen wissenschaftlichen und technischen Auffassung haben die tierischen Haut-, Haar- und Horn- sowie Federfette die Aufgabe, das als an sich hydrophil angesehene ICeratin vor der Benetzung mit Wasser zu schützen.
  • Es wurde die überraschende Feststellung gemacht, daß diese Auffassung unrichtig ist. Wird nämlich das Keratin erschöpfend mit Wasser oder z. B. Alkoholen und dann mit Äther oder anderen Fettlösungsmitteln oder in umgekehrter Reihenfolge extrahiert, dann ist es vollkommen hydrophob, während der Wasser- b:zw. Alkoholextrakt stark hydrophile und hygroskopische Stoffe enthält.
  • Behandelt man nicht oder nur schwer durch Wasser benetzbare Keratine mit einem derartigen wäßrigen oder alkoholischen Extrakt, so werden sie durch Wasser leicht benetzbar und hygroskopisch, sie saugen das Wasser förmlich ein.
  • Versetzt man Fette oder Öle animalischer, vegetabilischer oder .auch mineralischer Herkunft mit diesen hydrophilierenden Extraktstoffen, so werden sie ebenfalls durch Wasser benetzbar.
  • Die beschriebenen hydrophilierenden Extraktstoffe eignen sich u. a. zur Verbesserung verschiedener Textilbehandlungsverfahren und Textilien. Vornehmlich sind die geeignet, animalischen Textilstoffen ihre natürliche Hydrophilie zu erhalten oder wiederzugeben. Als Heilmittel bei verschiedenen Hauterkrankungen, welche auf mangelhafter Hydrop'h.ilie -der Hautfette beruhen, zur Verbesserung von Salbengrundlagen und Salben können sie ebenfalls eingesetzt werden. In den neuen Extraktstoffen wurden bisher gefunden: Freie organische Säuren, Salze organischer Säuren, harzartige Substanzen mit hoher Verseifungszahl und Stoffe mit organisch gebundenem Stickstoff.
  • Die erfindungsgemäß hydrophilierenden Stoffe werden durch erschöpfende Extraktion von Keratinsubstanzen, wie Wolle, Haare, Federn, Epidermis, Horn u.,dgl. mit Wasser von 40 bis 5o° und Eindampfen des Extraktes gewonnen; zur Reinigung löst man den Verdampfungsrückstand in Alkohol, filtriert, wobei die anorganischen Salze zurückbleiben und destilliert .den Alkohol ab.
  • Die Extraktion der Kerätinsubstanzen kann auch mit Lösungsmitteln, die mit Wasser mischbar oder darin, löslich 'sind; in Gegenwart geringer Mengen Wasser erfolgen.
  • Da auch bei der Extralotion von Keratin: Substanzen mit Fettlösungsmitteln, wie z. B. Benzin, Äther, Chloroform, welche mit - Wasser nicht mischbar sind, bereits geringe :Mengen der neuen Substanzen mit aufgelöst werden, kann man auch aus den mit derartigen Fettlösungsmitteln gewonnenen Extrakten durch Behandlung mit kaltem Alkohol die hydrophilierenden Stoffe gewinnen. Dabei ist darauf zu achten, daß der Alkohol so weit mit Wasser verdünnt (auf .unter etwa 8o°/a) ist, daß er keine Fettanteile mitlöst und andererseits edie vorhandenen Seifen und Salze organischer Säuren mit gelöst werden. Auf diese Weise lassen sich jedoch nur geringe Mengen der hydrophilierenden Stoffe gewinnen;.
  • Als Fettlösungsmittel, die mit Wasser mischbar sind, können beispielsweise benutzt werden: Methylalkohol, Äthylalkohol, Propylalkohol, Butylalkohol, Amylalkohol u. dgl., Aceton und andere Ketone, Methylacetat und andere niedere Ester, Cyclohexanon und Alkylcyclohexanone.
  • Da bei der Extraktion mit diesen Lösungsmitteln, die in Gegenwart von Wasser erfolgen mußt stets auch größere oder geringere Mengen Fettanteile mit in Lösung gehen, werden die Extrakte nach dem Abdestillieren der Lösungsmittel durch Behandeln mit Äther oder Benzin oder einem anderen mit Wasser nicht mischbaren und in Wasser unlöslichen Lösungsmittel vom Fett befreit. Dabei wenden auch Cholesterine und ähnliche Produkte herausgelöst. Beispiel Rohwolle wird zweimal mit Wasser von etwa 25° .durchgewaschen und die Wolle von den wäßrigen Laugen getrennt. In diesen Laugen finden sich neben anorganischen Salzen und einem Teil organischer Salze Sand, Pflanzenreste und sonstige Verunreinigungen >der Rohwolle. Die Laugen werden filtriert und eingedampft, der Rückstand in etwa 7o°/oigem Alkohol gelöst und filtriert.
  • Die so vorbehandelte Rohwolle wird nun systematisch mit Wasser von 4o bis 5o° ausgelaugt, bis keine löslichen Anteile mehr in das Wasser gehen. Die so gewonnenen Laugen werden eingedampft, der Rückstand in etwa 8o°loigem Alkohol gelöst und mit der Lösung der alkoholische Rückstand der ersten Extraktion vereinigt. Nach Abdestillieren des Alkohols verbleiben die gewünschten Extrakt-Stoffe.
  • Es ist bekannt, mit wäßrigen Wollschweißlösungen, welche durch die Vorreinigung der Rohwolle mit Wasser bei etwa 25° gewonnen werden, Textilien zu behandeln; uni gewisse Eigenschaften derselben zu verbessern. Die Wollschweißlösungen sind jedoch nicht identisch mit den neuen Extraktstoffen, welche z. B. durch Wasserextraktion aus Ker.atinsubstanzen gewonnen wurden, da die bekannten Lösungen bei niedrigeren Arbeitstemperaturen gewonnen und zweitens bei ihrer Gewinnung die Wolle nicht erschöpfend ausgelaugt wird. Daß bei den bekannten Verfahren die erfindungsgemäßen hydrophilierenden Stoffe nicht in die- übliche Wollschweißlösung übergehen, erhellt daraus, daß man die neuen Stoffe auch aus bereits in üblicher Weise gewaschener Wolle gewinnen kann.
  • Die bekannte Wollschweißlösung enthält zwar einen Teil der Wirkstoffe der erfindungsgemäß gewonnenen Extrakte, es fehlen ihr aber die erst bei längerem Extrahieren mit Wasser von 4o bis 5o° in Lösung gehenden wichtigen Anteile. Außerdem enthält der Wollschweiß noch viele anorganische Salze, welche als Verunreinigungen zu betrachten sind, da sie ,die Eigenschaften der hydrophilierenden Stoffe ungünstig beeinflussen: Weiter ist bekannt, z. B. Wolle mit mit Wasser mischbaren oder darin löslichen Lösungsmitteln allein oder in Mischung mit Fettlösungsmitteln zu extrahieren. Diese Verfahren verfolgen jedoch den Zweck, neben der Wollentfettung die Fettsubstanzen der Keratinimprägnierung zu gewinnen, und vermeiden es, entweder die erfindungsgemäßen Extraktstoffe mitzugewinnen oder beseitigen sie nachträglich bei der Aufbereitung der Fettextrakte zu Wollfett als Verunreinigungen. ImGegensatz hierzu werden nach der vorliegenden Erfindung gerade diese hydrophilen. und hygroskopischen wasser-und alkohollöslichen Keralinimprägnierungssubstanzen gewonnen, während die Fettanteile entfernt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Hyd.rophilierende Produkte, ganz oder teilweise bestehend aus von Fettstoffen. befreiten wasserlöslichen Keratinanteilen, die dadurch erhalten wurden, daß Keratinsubstanzen mit warmem Wasser von etwa ¢o bis 5o° oder mit Wasser mischbaren Lösungsmitteln in Gegenwart geringer Mengen Wasser extrahiert werden und die Extraktstoffe von Fettanteilen durch Behandlung mit mit Wasser nicht mischbaren Fettlösungsmitteln befreit werden.
DE1949874747D 1949-05-26 1949-05-26 Hydrophilierende Produkte Expired DE874747C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE874747T 1949-05-26

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE874747C true DE874747C (de) 1953-04-27

Family

ID=580535

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1949874747D Expired DE874747C (de) 1949-05-26 1949-05-26 Hydrophilierende Produkte

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DE (1) DE874747C (de)

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