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DE864071C - Verfahren zum Herstellung eines Garnes bzw. eines Gewebes aus aufschliessbaren Fasern - Google Patents

Verfahren zum Herstellung eines Garnes bzw. eines Gewebes aus aufschliessbaren Fasern

Info

Publication number
DE864071C
DE864071C DEV3644A DEV0003644A DE864071C DE 864071 C DE864071 C DE 864071C DE V3644 A DEV3644 A DE V3644A DE V0003644 A DEV0003644 A DE V0003644A DE 864071 C DE864071 C DE 864071C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fibers
yarn
fabric
openable
fiber
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEV3644A
Other languages
English (en)
Inventor
Karl Dipl-Ing Mueller
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
VER JUTE SPINNEREIEN
WEBEREIEN AG
Original Assignee
VER JUTE SPINNEREIEN
WEBEREIEN AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by VER JUTE SPINNEREIEN, WEBEREIEN AG filed Critical VER JUTE SPINNEREIEN
Priority to DEV3644A priority Critical patent/DE864071C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE864071C publication Critical patent/DE864071C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D02YARNS; MECHANICAL FINISHING OF YARNS OR ROPES; WARPING OR BEAMING
    • D02GCRIMPING OR CURLING FIBRES, FILAMENTS, THREADS, OR YARNS; YARNS OR THREADS
    • D02G3/00Yarns or threads, e.g. fancy yarns; Processes or apparatus for the production thereof, not otherwise provided for
    • D02G3/02Yarns or threads characterised by the material or by the materials from which they are made

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)

Description

  • Verfahren zum Herstellen eines Garnes bzw. eines Gewebes aus aufschließbaren Fasern Spinnfähige Fasern aller Art, die von Natur in Pflanzenstengel oder Blätter eingebettet sind, müssen vor der Verarbeitung aus ihrer Umhüllung gelöst werden. Das geschieht entweder auf rein mechanischem Wege durch eine Aufeinanderfolge von Brech-, Schwing- und Hechelprozessen oder eine Kombination mechanischer mit chemischbakteriellen Vorgängen, z. B. Degummieren oder Rösten. Im letztgenannten Fall entsteht eine Faser großer Reinheit und Feinheit, gleichzeitig aber ein Gewichtsverlust durch Lösen von z. B. Pektinstoffen, ferner durch Faserverkürzung u. dgl. Bei rein mechanischem Aufschluß ist die Faserausbeute besser. Sein Nachteil besteht darin, daß die Grünfasern grob und daher nur für grobe Garne geeignet sind. Außerdem besteht die Gefahr des Nachröstens, d. h. einer nicht überwachbaren nachträglichen Auflösung der Fasern. Man hat darum den mechanischen durch einen chemischen Aufschluß beim Vorgarn oder spätestens beim Feingarn ergänzt und damit zwar den Verlust durch kurze Fasern ausgemerzt, die chemischen Verluste aber durch z. B. Röste und später Bleiche nicht ändern können.
  • Bei der Verarbeitung aller Fasern der genannten Art, gleichgültig, wie sie aufgeschlossen sind, hat sich ferner das Verstrecken des Faserbandes in der bisher üblichen Form als nachteilig erwiesen. Die Strecke hat das vorgelegte Band auseinanderzuziehen. Sie soll ferner dieses Band vergleichmäßigen, weshalb man bei jedem Streckdurchgang mehrere Bänder miteinander vereinigt (doppelt). Schließlich hat sie bei den aufschließbaren Fasern im Gegensatz z. B. zu den tierischen Haaren die Aufgabe, den Hechel- oder Kardiereffekt fortzusetzen: und zu vollenden, indem sie die grobe mechanische Faser weiter aufspaltet und verfeinert. Diese Forderungen stehen zum Teil im Widerspruch zueinander. Die dem Hecheln :oder Kämmen verwandte Arbeit der Strecke erfordert dichte Nadelkämme und möglichst viele Streckdurchgänge. Wiederholter Durchlauf der Faserbänder ermöglicht auch eine vermehrte Anzahl von Doppelungen. Mit jedem Streckdurchgang und jedem Faserverzug steigt aber nach der Erfahrung die Ungleichmäßigkeit eines Bandes, und zwar besonders bei Anwendung der erwähnten Nadeldichte. Daher muß man sich für einen günstigsten Wert der Gleichmäßigkeit unter Verwendung der bis jetzt für aufschließbare Fasern allein üblichen einfachen Strecke auf zwei bis drei Durchgänge beschränken, d. h. auf weitgehende Faserverfeinerung verzichten. Dieser Verzicht macht sich in einer Beschränkung des Nummernbereiches geltend, am stärksten dann, wenn die Faser rein mechanisch aufgeschlossen wurde.
  • Demgegenüber unterscheidet sich das Verfahren zum Verspinnen aufschließbarer Fasern nach der vorliegenden Erfindung dadurch, daß die Fasern kardiert werden und dann das gebildete Band auf Doppelnadelfeldstrecken verstreckt und anschließend ausgesponnen wird.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine andere Möglichkeit zum Behandeln aufschließbarer Fasern, die sich dadurch auszeichnet, daß die Fasern zunächst auf mechanischem Wege gewonnen, dann zu Garnen versponnen, diese zu einem Gewebe verarbeitet und in diesem dann die Fasern auf chemischem oder biologischem Wege aufgeschlossen werden. Die Verstreckung auf der Doppelnadelstabstrecke kann mit der chemischen oder biologischen. Aufschließung im Gewebe ver= Bunden werden. Mit dem -chemischen oder biologischen Aufschluß der Fasern im Gewebe kann auch zugleich eine Bleichung verbunden werden.
  • Die Erfindung sieht zur überwindung der bisherigen Nachteile mehrere Mittel vor. An erster Stelle steht eine verbesserte mechanische Faseraufteilung durch eine das Faserband im Streckfeld von unten und oben gleichzeitig fassende Benadelung, wie sie z. B. in der Doppelnadelstabstrecke verwirklicht ist. Durch sie steigt bei jedem Streckdurchgang die kämmende Wirkung des Streckfeldes auf das Doppelte an. Da das zweiseitige Nadelfeld im Gegensatz zum einseitigen alle Fasern erfaßt und dadurch in an sich bekannter Weise die Gleichmäßigkeit des Verzuges verbessert, kann ohne Schaden für die Gleichmäßigkeit des Faserbandes die Zahl der Streckdurchgänge auf z. B. vier erhöht und damit die die Faser verfeinernde Arbeit der Nadeln z. B. auf das Dreifache gesteigert werden. Umgekehrt kann man, wenn die gewünschte Garnstärke das erlaubt, bei noch ausreichender Verfeinerung und genügender Doppelung die Zahl der Streckdurchgänge unter das sonst übliche Maß senken, also z. B. von zwei auf einen. Verwendet man das Doppelnadelfeld nach der vorliegenden Erfindung bei der nur mechanisch aufgeschlossenen Faser, so erhöht sich die Garnnummer, zu der sie auszuspinnen ist, über das bisher übliche Maß, z. B. bei Flachs auf Nm =:2o.
  • Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist das, daß auf den mechanischen Aufschluß der Fasern erst im fertigen Gewebe ein chemischer oder biologischer Aufschluß folgt, der vorzugsweise mit einem mehr oder weniger kräftigen Aufhellen der Faser nach einem der bekannten Verfahren verbunden werden kann. Dabei ist vorzugsweise an die Verwendung von Garnen gedacht, die auf der Doppelnadelstabstrecke vorbereitet sind, weil sich damit auf einfache Weise verhältnismäßig feine Gewebe herstellen lassen. Für gröbere Gewebe genügen auch Garne, die nach einem beliebigen anderen Spinnverfahren aus rein mechanisch aufgeschlossener Faser gesponnen sind.
  • Der chemische oder biologische Faseraufschluß im Gewebe nach der vorliegenden Erfindung bietet zwei Vorteile: Erstens verliert die mechanisch vorbehandelte im Garn und Gewebe fest eingebundene Faser nur einen Teil des anhaftenden Pflanzenleims und gibt daher eine größere Ausbeute usw. Zweitens erhöht dieser Gewichtsverlust die Feinheit der Garne. Das bedeutet gleichzeitig, daß der Drehungsgrad sinkt, und zwar unter die Werte, die spinntechnisch zu verwirklichen sind. Dadurch entstehen ungewöhnlich dichte Gewebe, wie sie bisher für dasselbe Quadratmetergewicht nur durch dichtes Einschlagen sehr viel feinerer Garne zu verwirklichen waren.
  • Für ein weißliches Hanfgewebe aus Garnen von der Nm = io und mit einem metrischen Drehungsgrad von 0,69 ist nach der Erfindung z. B. folgendes Arbeitsverfahren anzuwenden: ioo kg grüner Hanfbast werden auf einem der bekannten Wergveredelungssysteme durch einen kombinierten Brech- und Schwingvorgang weitgehend von den Lignocelluloseeinlagerungen befreit. Die grüne Faser wird mit Wasser angefeuchtet und auf einer Karde zu einem Faserband verarbeitet. Das Faserband wird dann auf zwei aufeinanderfolgenden Doppelnadelstabstrecken gestreckt, vergleichmäßigt, in der Faser verfeinert und hierauf auf einer Feinspinnmaschine, die mit einem Hochverzugsstreckwerk ausgerüstet ist, zu einem Garn der Nm = 7,5 bei einem metrischen Drehungsgrad von o,8 ausgesponnen. Dieses grüne Garn wird auf dem Webstuhl mit einer Einstellung von z. B. 72 Fäden je io cm in Kette und Schuß zu einem Gewebe von etwa Zoo g/qm verwebt.
  • Das erhaltene Gewebe aus grünem Garn, das in der Faser noch die Intercellularsubstanzen enthält, wird nun mit einer 5o/oigen Natronlauge 1/2 Stunde lang unter Druck gekocht, danach gespült, getrocknet, kalandert und gemangelt und dabei auf die ursprüngliche Breite gestreckt. Bei diesem Vorgang hat die Faser vor allen Dingen an der Oberfläche der Garne einen großen Teil der Intercellularsubstanzen und gleichzeitig durch Oxydation des Lignins einen erheblichen Teil der Farbstoffe verloren. Durch den Gewichtsverlust ist die Garnnummer auf die gewünschte Feinheit von io gestiegen und der Drehungsgrad auf unter 0,7 gesunken.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Herstellen eines Garnes aus aufschließbaren Faserstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern kardiert werden und dann das gebildete Faserband auf Doppelnadelfeldstrecken verstreckt und anschließend ausgesponnen wird.
  2. 2. Verfahren zum Herstellen eines Gewebes aus aufschließbaren Fasern, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern zunächst auf mechanischem Wege gewonnen, dann zu Garnen versponnen, diese zu einem Gewebe verarbeitet und in diesem dann die Fasern auf chemischem oder biologischem Wege aufgeschlossen werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstreckung auf der Doppelnadelfeldstrecke mit der chemischen oder biologischen Aufschließung im Gewebe verbunden wird. q.. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem chemischen oder biologischen Aufschluß der Fasern im Gewebe eine Bleichung verbunden wird.
DEV3644A 1951-08-10 1951-08-10 Verfahren zum Herstellung eines Garnes bzw. eines Gewebes aus aufschliessbaren Fasern Expired DE864071C (de)

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