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Verfahren zur Abtreibung flüchtiger Stoffe aus Flüssigkeiten
Bei der
Erzeugung elektrischer Energie in Kondensationskraftanlagen wird bekanntlich nur
ein Bruchteil der zur Dampfbildung aufgewendeten Wärme in elektrische Energie umgesetzt.
Der größte Teil der Wärme ist noch in der zum Kondensator strömenden Dampfmenge
enthalten. Angesichts dieser Tatsache hat es nicht an Bestrebungen gefehlt, den
Wärmeinhalt des Vakuumabdampfes von Kondensationskraftanlagen vor seiner Übertragung
an das Kühlwasser noch zu irgendeiner nützlichen Verrichtung einzusetzen. Für fast
alle denkbaren Anwendungsmöglichkeiten steht jedoch der unterhalb der Atmosphäre
liegende Druck dieses Dampfes und die niedere Temperatur, die das Niveau des Kühlwassers
nur wenig übersteigt, hinderlich im Wege.
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Wie die nähere Prüfung zeigt, gibt es eine verfahrenstechnische Anwendung,
bei der auch mit Wärme von niederer Temperatur gearbeitet werden kann, ohne daß
hierdurch Nachteile entstehen. Es ist dies der Vorgang der Abtreibung flüchtiger
Stoffe aus Flüssigkeiten mit Hilfe von Dampf. Gemäß vorliegender Erfindung wird
hierbei in der Weise verfahren, daß die Kondensation der abgetriebenen und gegebenenfalls
verstärkten Dämpfe mit den bei der Krafterzeugung nach dem Kondensationsverfahren
gebräuchlichen Kühlwassermengen und Temperaturen durchgeführt wird.
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Mit dem Begriff der Abtreibung wird im allgemeinen die Vorstellung
einer notwendigen Anwendung von Hitze verbunden. Gefühlsmäßig ist man daher geneigt,
hohe Temperaturen als günstig anzusehen. Tatsächlich sind jedoch in den meisten
Fällen die Gleichgewichtsverhältnisse zwischen Dämpfen und Flüssigkeiten so gelagert,
daß der Anteil der leichterflüchtigen Komponente in der Dampfphase um so höher ist,
je tiefer die Temperatur der Abtreibung angenommen wird. Bei niederer Temperatur
ist also weniger Dampf erforderlich als bei Anwendung von Hitze.
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Ein weiterer Grund für die bisherige Anwendung unnötig hoher Temperaturen
bei der Abtreibung dürfte in dem mit niederer Temperatur verbundenen Übergang zum
Vakuumbetrieb zu suchen sein. Vakuumdestillationen suchte man bisher soweit als
möglich zu vermeiden und ließ sich nur in den Fällen zur Anwendung von Vakuum nötigen,
wo die Eigenschaften der zu trennenden Stoffe, Zersetzung oder sonstige Gefährdung
durch höhere Temperaturen, keinen anderen Ausweg ließen.
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Tatsächlich aber werden die betrieblichen Erschwerungen, die die
Anwendung von Vakuum mit sich bringt, mehr als ausgeglichen durch die damit verbundenen
Vorteile: den Fortfall der Wärmeaustauscher zwischen zulaufender und ablaufender
Flüssigkeit sowie der Wärmeisolation der gesamten Apparatur.
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Der entscheidende Gesichtspunkt für die Verwendung des bisher ungenutzten
Vakuumabdampfes von Kondensationskraftanlagen zur Abtreibung flüchtiger Stoffe aus
Flüssigkeiten besteht jedoch in der nahezu vollständigen Wertlosigkeit dieses Dampfes.
Hierdurch wird es möglich, auch solche flüchtigen Stoffe durch Abtreibung zu gewinnen,
die bisher wegen eines etwa durch starke Verdünnung oder durch andere Gründe bedingten
hohen Dampfverbrauches verloren gegeben werden mußten. Dies gilt z. B. für die kleinen
Alkohol-, Ammoniak-, Kohlensäure- oder Schwefligsäuregehalte in verschiedenen Industrieabwässern.
Darüber hinaus besitzt das Verfahren der Erfindung allgemeine Anwendbarkeit für
das gesamte Gebiet der Stofftrennung durch Destillation oder Rektifikation. In Fällen,
wo der Vakuumabdampf nicht unmittelbar mit der zu behandelnden Flüssigkeit in Berührung
gebracht werden kann, etwa bei Wasserlöslichkeit der schwerflüchtigen Komponente,
wird ein Dampfumformer eingeschaltet, auf dessen Kondensationsseite der Vakuumabdampf
kondensiert, während auf der Verdampferseite die zu behandelnde Flüssigkeit bzw.deren
schwererflüchtige Komponente mit der übertragenen Wärmemenge verdampft wird.
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Erfindungsgemäß erfolgt die Kondensation der abgetriebenen und gegebenenfalls
verstärkten Dämpfe mit den bei der Krafterzeugung nach dem Nondensationsverfahren
gebräuchlichen Kühlwassermengen und Temperaturen. Dies bedeutet, daß in den Dampfweg
zwischen Kraftmaschine und Kondensator der Kondensationskraftanlage Abtriebs- und,
falls die abgetriebenen Dämpfe verstärkt werden sollen, Verstärkungskolonnen eingeschaltet
werden. Der Kondensator hat dann nicht mehr den reinen Vakuumabdampf der Kraftmaschine
niederzuschlagen, sondern die mit Hilfe dieses Vakuumabdampfes abgetriebenen und
gegebenenfalls verstärkten Dämpfe der zwischengeschalteten Destillation. Da auf
der Kühlwasserseite gegenüber dem reinenKraftbetrieb erfindungsgemäß alles unverändert
bleibt, erfolgt die Kondensation der Dämpfe bei den unter den örtlich gegebenen
Kühlwasserverhältnissen tiefstmöglichen Temperaturen.
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Als Dampfkosten der Abtreibung sind bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
lediglich die geringen durch die zwischengeschaltete Abtriebs- und gegebenenfalls
Verstärkungseinrichtung verursachten Einbußen an ausnutzbarem Wärmegefälle einzusetzen.
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Beispiel I Alkoholgewinnung aus Waschwässern der Sulfltzellstoffindustrie
In der Sulfitzellstoffindustrie wird zur Alkoholgewinnung im allgemeinen nur die
unverdünnte Kochlauge, höchstens noch das erste Waschwasser vergoren und abgebrannt.
Bei den weiteren Waschwässern verzichtet man bisher auf die Alkoholgewinnung, da
die Destillation im Vergleich zur gewinnbaren Alkoholmenge zu teuer käme (vgl. Ungewitter,
Verwertung des Wertlosen, S. I20). Wie nachstehend gezeigt werden soll, entfällt
bei Verwendung von Vakuumabdampf aus Kraftanlagen der angeführte Grund für die bisherige
Beschränkung auf die Abwässer mit den höchsten Alkoholgehalten.
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Dem Beispiel legen wir ein Waschwasser mit 10/ovo Alkoholgehalt zugrunde.
Die im Vakuum innerhalb des Bereiches der üblichen Kondensatordrücke aus dieser
Flüssigkeit im Gegenstrom abgetriebenen Dämpfe enthalten rund 5°1OO Alkohol. Durch
Teilkondensation in Stufen und im Stoffaustausch mit dem hierdurch gebildeten und
stufenweise vermehrten Rücklauf wird der Alkoholgehalt des Dampfes auf den gewünschten
Betrag, z. B. 940J,, erhöht, Infolge der Kleinheit des Alkoholanteils in den abgetriebenen
Dämpfen unterscheidet sich die Kondensation des überwiegenden Teiles dieser Dämpfe
nicht merklich von der Wasserdampfkondensation im Kondensator einer Kraftmaschine.
Durch Einschaltung der Alkoholgewinnungsanlage erleidet also die Krafterzeugung
keinen nennenswerten Verlust an ausnutzbarem Wärmegefälle. Bei genauer Rechnung
sind allerdings noch die geringen Druckverluste in der Dampfzuleitung und in der
Abtriebssäule zu berücksichtigen.
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Die Kondensationstemperatur des g4°/Oigen Alkohols liegt bei den
hier in Frage kommenden Drücken etwa zwischen Ig und 25° C. Demgemäß muß man dafür
sorgen, daß das Kühlwasser zuerst den Schlußkondensator und dann der Reihe nach
die hinsichtlich der Dampfströmung vor diesem angeordneten Kondensatoren durchströmt.
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Sofern die Temperatur des verfügbaren Kühlwassers für die Alkoholkondensation
zu hoch sein sollte, z. B. bei Vorhandensein einer atmosphärischen Rückkühlanlage,
müssen die alkoholreichen Restdämpfe mit künstlicher Kälte niedergeschlagen werden.
Der durch die Kältemaschine verursachte Energieaufwand kann in Kauf genommen werden,
da es sich nur um den letzten Rest, in der Größenordnung von etwa IOI, der ursprünglichen
Dampfmenge, handelt, bei dessen
Kondensation die Kältemaschine gegebenenfalls
einzusetzen ist.
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Beispiel 2 Benzolgewinnung aus Wasser mit geringem Benzolgehalt Benzol
ist bekanntlich in Wasser unlöslich und kann daher im allgemeinen durch Abstehenlassen
der Mischung abgetrennt werden. Bei sehr geringen Benzolgehalten ist das jedoch
nicht möglich, so daß eine Abtreibung des Benzols mit Dampf notwendig sein kann.
Dieser Fall soll betrachtet werden unter der Voraussetzung, daß der Vakuumabdampf
einer Kraftmaschine für die Abtreibung zur Verfügung steht.
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A. Abtreibung: In einer Abtriebskolonne von geringem Strömungswiderstand
wird der Vakuumabdampf im Gegenstrom mit dem benzolhaltigen Wasser in Stoffaustausch
gebracht.
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Rechnerisch läßt sich nachweisen, daß der Benzolgehalt im Dampf mit
steigender Temperatur abnimmt.
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Zur Vakuumabtreibung wird also weniger Dampf benötigt als bei höheren
Drücken.
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Da voraussetzungsgemäß der Benzolgehalt der Flüssigkeit so klein
sein soll, daß von einer absoluten Unlöslichkeit nicht mehr gesprochen werden kann,
wird der Wasserdampfanteil in der Dampfphase höher sein, als er sich rechnerisch
ergeben würde. Man kann etwa annehmen, daß die abgetriebenen Dämpfe 700/0 Benzoldampf
und 300/0 Wasserdampf enthalten.
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B. Kondensation: Für die Niederschlagung der abgetriebenen Dämpfe
steht das Kondensatorkühlwasser der Kraftanlage zur Verfügung. Menge und Erwärmung
dieses Kühlwassers sollen durch die Einschaltung der Destillationsanlage keine Veränderung
erfahren.
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Die Wärmeübergangszahl bei der Kondensation des Benzol-Wasserdampf-Gemisches
liegt für waagerechte Kühlrohre bei etwa 2000 kcal/m2h "C. Für eine Wassergeschwindigkeit
von I m/sec in den Kühlrohren ergibt sich mit a - 4000 kcal/m2h °C eine Wärmedurchgangszahl
von etwa I300 kcal/m2h °C gegenüber etwa 2000 bei reiner Wasserdampfkondensation.
Im Verhältnis dieser beiden Zahlen muß das Produkt F. # tm für den Benzolmischdampfkondensator
größer sein. Dem wird dadurch Rechnung getragen, daß die Kondensationstemperatur,
die bei reinem Wasserdampf z. B.
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35° C betragen haben möge, auf 40° C für den Mischdampfkondensator
erhöht wird. Bei dieser Kondensationstemperatur herrscht im Kondensator ein Druck
von 236,8 Torr.
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C. Energieverbrauch: Rechnerisch besitzt der in den Kondensator mit
voraussetzungsgemäß 70°/O.Benzolgehalt eintretende Mischdampf eine Temperatur von
6I° C. In der Abtriebskolonne entsteht dieser Mischdampf durch Stoffaustausch zwischen
dem benzolhaltigen Wasser und dem Vakuumabdampf der Kraftmaschine. Wird der Druckabfall
in der Kolonne zu 50 mm Hg angenommen, so beträgt der Druck des Vakuumabdampfes
beim Eintritt in die Kolonne etwa 287 Torr entsprechend einer Temperatur von rund
75" C. Um die zur Gewinnung von I kg Benzol notwendige Dampfmenge bestimmen zu können,
müssen nunmehr Voraussetzungen getroffen werden über den Benzolgehalt und die Eintrittstemperatur
der benzolhaltigen Flüssigkeit. Der Benzolgehalt soll I g/kg betragen, die Eintrittstemperatur
der Flüssigkeit 60° C.
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Dann sind folgende Dampfbeträge aufzubringen: I. zurErwärmung von
I000 Wasser von 60° auf 75° Dw = 615 °oo = 27,2 kg Dampf/I kg Benzol; 629-75 2.
zur Erzeugung von 1 kgBenzoldampf von 236,8Torr und 6I° C aus I kg Benzolflüssigkeit
von 60° C 101 Db = 629 - 75 = 0,2 kg Dampf/I kg Benzol; 3 3. zur Gewinnung von 3
kg Wasserdampf von 236,8 Torr Dd = 0,4 kg Dampf kg Benzol; also insgesamt rund 30
kg Dampf/I kg Benzol.
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Diese Dampfmenge wird in der Kraftmaschine nicht wie bei reinem Kraftbetrieb
auf 35° C oder 42 Torr, sondern auf 75" oder 287 Torr entspannt. Unter Voraussetzung
eines Wirkungsgrades der letzten Entspannungsstufen (einer Dampfturbine) von 60%
tritt durch die Erhöhung des Gegendruckes eine Einbuße an Energieerzeugung ein von
Lv = 0,6 . 66 . 30 . I = I,4 kWh/I kg Benzol.
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Hierzu kommen noch Pumpkosten für das Herauspumpen von I000 kg Wasser
aus dem Vakuumraum (h = 20 m, 77 = o,5) mit 1 1 Iooo zu zo 1 Lp = I000 20 427 86
= 0,11 kWh/r kg Benzol.
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Bei einem Strompreis von I,5 FlkWh ergeben sich danach die Energie
kosten zu K = I,5I I,5 = 2,27 #!I kg Benzol.
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Beispiel 3 Trennung von Benzol und Toluol Beide Stoffe sind in Wasser
unlöslich. Ihre Trennung kann daher durch Wasserdampfdestillation unter Verwendung
des Vakuumabdampfes einer Kraftanlage erfolgen.
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A. Mengenanteile: Das System Benzol-Toluol bildet ein bekanntes Schulbeispiel
für die Eigenschaften idealer Lösungen. Der Berechnung soll ein äquimolekulares
Flüssigkeitsgemisch von 0,5 Mol Benzol und 0,5 Mol Toluol zugrunde gelegt werden.
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B. Kondensation: Für den im Kondensator herrschenden Druck ist die
Kondensation des Eutektikums Benzol-Wasser bei den vorhandenen Kühlwasserverhältnissen
bestimmend. Wie beim vorigen Beispiel wird die Kondensationstemperatur des Eutektikums
zu 40° C angenommen, womit der Druck im Kondensator zu 236,8 Torr festgelegt ist.
Damit erfolgt die Kondensation unter den gleichen Bedingungen wie im vorigen Beispiel.
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C. Verstärkung: Wie die Rechnung ergibt, besitzen die aus der Abtriebskolonne
austretenden Dämpfe einen nicht unerheblichen Toluolgehalt. Um diesen zum Verschwinden
zu bringen, ist eine Verstärkung der Dämpfe notwendig. Das hierbei anzuwendende
Verstärkungsverhältnis beträgt etwa 2.
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Nimmt man den Druckabfall in der Verstärkungskolonne zu 80 mm Hg
und den in der Abtriebskolonne zu 40 mm Hg an, so ergibt sich der Druck des Dampfes
vor Eintritt in die Rektifizieranlage zu 357 Torr, ent-
sprechend
einer Sättigungstemperatur des Kraftmaschinenabdampfes von rund 800 C.
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D. Energieverbrauch: Zur Trennung von 1 kg des Gemisches aus 0,46
kg Benzol und 0,54 kg Toluol sind folgende Dampfbeträge notwendig: I. zur Verdampfung
von 3 o,46 kg Benzol (Rücklaufverhältnis 2) Dk = 3.0,46.101 = 0,25kg Dampf/I kg
Gemisch; 350 2. Wasserdampfanteil im Kondensator (3 00/o nach Voraussetzung) Da
= 3 Ä 0,46 - 0,59 kg Dampf/I kg Gemisch; 3. zur Erwärmung von 0,54 kg Toluol um
angenommen 200 Df = 0,54.0,45.20 = 0,01 kg Dampf/I kg Gemisch; 550 zusammen 0,85
kg Dampf/I kg Gemisch.
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Diese Dampfmenge wird in der Eiraftmaschine anstatt auf 42 Torr (35°
C) bei reinem Kraftbetrieb jetzt nur auf 357 Torr (rund 80" C) entspannt. Unter
Voraussetzung eines Wirkungsgrades der letzten Entspannungsstufen (einer Dampfturbine)
von 600/o wird durch die genannte Erhöhung des Gegendruckes eine Energieeinbuße
von Lv = 0,6.80.0,85. = 0,048/I kg Gemisch 860 verursacht.
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Die Pumpkosten können demgegenüber vernachlässigt werden.
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Bei 1,5 .1p'/kWh Strompreis betragen die Energiekosten für die Trennung
des äquimolekularen Gemisches von Benzol und Toluol K = 0,048.1,5 = 0,072 ##/I kg
Gemisch.
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Beispiel 4 Trennung von WIethanol und Äthanol Bei diesem Stoffpaar
ist die Wasserlöslichkeit der schwerflüchtigen Komponente Äthanol von Bedeutung.
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Diese Stoffeigenschaft verhindert die Anwendung der unmittelbaren
Wasserdampfdestillation.
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Um die Berührung des Wasserdampfes mit den zu trennenden Stoffen
zu vermeiden, muß ein Dampfumformer eingeschaltet werden, auf dessen Kondensationsseite
derVakuumabdampf der Kraft anlage kondensiert. Mit der dabei frei werdenden Kondensationswärme
wird auf der Verdampferseite des Dampfumformers das Äthanol verdampft. Der erzeugte
Äthanoldampf dient dann zur Durchführung einer normalen Vakuumrektifikation der
idealen Lösung Methanol und Äthanol.
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Durch die Kondensation der leichtflüchtigen Eomponente Methanol im
Rücklaufkondensator bei den vorhandenen Kühlwasserverhältnissen wird der Druck in
der Rektifizierapparatur festgelegt. Wird wie früher die Kondensationstemperatur
zu 40°C angenommen, so beträgt der Kondensationsdruck des reinen Methanols 261,5
Torr. Ein etwa noch vorhandener geringer Äthanolgehalt wirkt druckvermindernd. Demgemäß
ergibt sich der Druck im Rücklaufkondensator zu 260 Torr.
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Weiterhin wurde der Druckabfall von Verstärkungs-und Abtriebssäule
mit insgesamt I00 mm Hg angenommen. Auf der Verdampfungsseite des Dampfumformers
beträgt der Druck somit 360 Torr und die zugehörige Verdampfungstemperatur des reinen
Äthanols rund 60° C. Bei 100 Austauschgefälle ergibt sich die Kondensationstemperatur
des auf der anderen Seite der Austauschfläche kondensierenden Wasserdampfes zu 70°
C entsprechend 234 Torr.
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Dieses Ergebnis zeigt, daß auch bei der Arbeitsweise mit Dampfumformer
keine wesentlich erhöhten Gefällsverluste des Kraftmaschinenabdampfes eintreten.