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Feinspinnmaschine für Bastfasern oder lange Blattfasern, insbesondere
Jute Die Erfindung betrifft eine Feinspinnmaschine für Bastfasern oder lange Blattfasern.
Zu den Bastfasern, gehören vor allem Flachs, Hanf, Ramie und Jute, wobei die Erfindung
sich insbesondere auf das Feinspinnen von Jutefasern bezieht. Zu den langen Blattfasern
gehören vor allem Sisal- und Manilahanf. Ganz allgemein bezieht sich die Erfindung
also auf .das Feinspinnern von ausgesprochen langen Fasern im Gegensatz zum Feinspinnen
von Baumwolle und Wolle, wo gänzlich andere Verhältnisse zugrunde liegen.
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Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gesetzt, eine Feinspinnmaschine
zu schaffen, bei der alle praktisch in Betracht kommenden Garnnummern, also nicht
nur die groben, sondern auch die feinen Garne ohne Verwendung einer Vorspinnmaschine
und ohne Benutzung einer dritten Strecke hergestellt werden können. Im allgemeinen
wird das Band von Bastfasern, beispielsweise das jutefaserband, bevor es auf der
Feinspinnmaschine zum fertigen Garn ausgesponnen wird, einer dritten Strecke zugeführt,
wo es ge,-streckt und gedoppelt wird, um dann einer Vorspinnmaschine zugeleitet
zu werden, in der das Faserband nochmals gestreckt oder verzogen, danach zu einem
losen Vorgarn zusammengedreht und auf Spulen aufgewunden wird.
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Die Notwendigkeit, das Vorgarn auf Spulen aufwinden zu müssen, stellt
einen beträchtlichen Mangel dieses Verfahrens dar, der auch dadurch nicht wesentlich
vermindert werden kann, daß in neuerer Zeit die Spulen soweit wie möglich vergrößert
worden sind. Die Vorspinnmaschine selbst verteuert die Anlage wesentlich; ein Nachteil,
der durch die Notwendigkeit einer dritten Strecke weiter vergrößert wird.
Es
sind auch besonders ausgebildete Feinspinnmaschinen, die sog. Gillspinnmaschinen,
bekannt, bei denen unmittelbar aus Bändern, die aus dem letzten Streckwerk kommen,
Fertigware ohne Zwischenschalten einer Vorspinnmaschinegesponnen wird. Zwischen
dem Einzug-Walzenpaar und dem Abzugwalzenpa.ar derartiger Feinspinnmaschinen ist
ein nadelbesetztes, zwangsläufig angetriebenes Streckwerk eingeschaltet, dessen
zwangsläufig angetriebene Nadelstäbe das Faserband zugleich vorstrecken und stützen.
Der Hauptmangel dieser Maschinen besteht darin, daß es äußerst schwierig ist, eine
bei Fadenbruch selbsttätig wirkende Stillsetzvorrichtung vorzusehen, um Materialverschwendung
bei Brüchen und Hemmungen zu vermeiden. Unter diesen Umständen ist die Verwendung
derartiger Gillspinnm.aschinen nur zum Herstellen von ausgesprochenen Grobgarnen
möglich.
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Im allgemeinen ist zwischen dem Einzug- und dem Abzugwalzenpaar von
Feinspinnmaschinen für lange Bastfasern, beispielsweise Jute, zum Abstützen des
Vorgarnes nur eine Faden- oder Vorgarnplatte, die auch als Brust- oder Streichplatte
bezeichnet ,wird, vorgesehen. Die Anordnung eines zwangsläufig angetriebenen Streckwerkes,
beispielsweise eine der üblicherweise beim Verspinnen von Jutefasern vorgesehenen
Nadelstabstrecken, ist an dieser Stelle schon deshalb nicht möglich, ,weil das Vorgarn
in der Vorspinnmaschine mit einem Draht oder Drall versehen worden ist. Zur Vermeidung
des Vorspinnens ist es auch bekanntgeworden, das Streckwerk der Feinspinnmaschine
mit einer besonderen Stützvorrichtung zu versehen. Hiernach ist zwischen dem Einzug-
und dem Abzugwalzenpaar außer einem den Abzug-walzen, vorgelagerten, zwangsläufig
angetriebenen Gleitwalzenpaar eine Reihe von stillstehenden Bremsgliedern vorgesehen,
die das Faserband in der senkrechten Ebene seiner Laufrichtung wellenförmig ablenken
und gemeinsam an seinen vier Seiten führen. Man erhält zwar auf fliese Weise eine
Feinspinnmaschine, die mit einer einwandfrei bei Fadenbruch arbeitenden Stillsetzvorrichtung
versehen ,,-erden kann, da die zwischen dem Einzug- und dem Abzugivalzenpaar vorgesehenen
Stützvorrichtungen das Band nicht derart fest abstützen und mitnehmen, da.ß die
Wirkungsweise der Stillsetzvorrichtung beeinträchtigt wird. Ein derart ausgebildetes
Streckwerk vermag aber nur das ihm zugeführte Band in beschränktem ;Maße zu verstrocken
oder zu verziehen, so daß dieser Feinspinnmaschine, um auch normale Garne
und Feingarne herstellen zu können, nur ein Band von verhältnismäßig geringem Gewicht
zugeführt werden kann. Zum Herstellen eines derartigen Bandes von geringem Gewicht
kann aber auf die Anordnung einer dritten Strecke nicht verzichtet werden. Ein Band
von solch geringem Gewicht hat außerdem in sich eine derart geringe Festigkeit,
da15 zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um dem Band genügend Festigkeit
zu verleihen. Zu diesem Zweck wird hinter der letzten Strecke vor der Vorspinnkanne
eine Vorrichtung zum Kräuseln des Faserbandes eingebaut. Diese Maßnahme bedingt,
daß in der Feinspinnmaschine an der Eintrittsstelle des Bandes in das Streckwerk
eine Vorrichtung zum Entkräuseln des Faserbandes vorgesehen werden muß.
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Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird dadurch gelöst, daß
die Stillsetzvorrichtun.g bei Reißen eines Fadens die Verbindung der angetriebenen
Einzugwalze mit ihrer Antriebs-welle löst und daß zwischen dem Einzug- und dem Abzugwalzenpaar
eine Vorrichtung zum Führen und Stützen des Faserbandes während des Verziehens angeordnet
ist, die ihnen Antrieb zwangsläufig von der ihrerseits ebenfalls angetriebenen Einzugwalze
erhält. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Stillsetzvorrichtung nicht nur das
Einzugwalzenpaar, sondern auch die zwangsläufig angetriebene Faserbandführung stillsetzt,
so daß bei Fadenbruch oder bei Hemmungen keinerlei Materialverschwendung zu befürchten
ist. Auf der Feinspinnmaschine nach der Erfindung ist ein Vorstrecken des Fadens
bis zu etwa dem 5ofachen ohne! Schwierigkeiten möglich. Daher kann man dieser Feinspinnmaschine
ein Faserband von verhältnismäßig hohlem Gewicht, beispielsweise 6 bis iog, zuführen
und erhält trotzdem -ein Garn von normaler Stärke, ja sogar Feingarn. Dieses hohe
Faserbandgewicht sichert dem Faserband eine genügende Festigkeit, so daß keinerlei
zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um ein Zerreißen des Faserbandes
bei der Weiterbeförderung zu vermeiden. Unter Umständen kann., um ein Faserband
von einem Gewicht zu erhalten, das unter Berücksichtigung der in der Feinspinnmäschine
durchgeführten Verstreckung die gewünschte Garnnummer sicherstellt, die Doppelung
in der letzten Strecke unterlassen werden. Bei vielen Streckwerken ist schon für
jede Nadelbahn eine eigene Ablieferungsdruckwalze vorgesehen.
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Es ist beispielsweise möglich, die erfindungs; gemäß zwischen dem
Einzug- und dem Abzugwalzenpaar angeordnete Vorrichtung zum Führen und Stützen des
Faserbandes., bestehend aus zwei umlaufenden, endlosen Gummibändern, die zwangsläufig
von der angetriebenen Einzugwalze angetrieben werden, durch eine Nadelstrecke zu
ersetzen, wie solche üblicherweise z. B. bei Jutestreckwerken vorgesehen sind. Hierbei
kann beispielsweise eine Schubstabstrecke, eine Kettenstrecke, eine Schrauben- oder
Spiralstrecke, eine Nadelwalzenstrecke oder eine Scheibenwalzenstrecke benutzt werden.
Ein Mangel dieser Nadelstreckwerke besteht aber im allgemeinen darin, daß die Geschwindigkeit,
mit der die Nadelstäbe arbeiten könn,°n, begrenzt ist, ,wodurch sich auch
eine Beschränkung in der Leistungsfähigkeit dies Erfindungsgegenstandes ergibt.
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Bei Einbau einer aus zweiendlosen, vorzugsweise aus Gummi hergestellten
Bändern besteh.-nden Vorrichtung laufen diese Gummibänder über je ein Walzenpaar
und liegen mit je :einem Trum derart gegeneinander, daß zwischen ihnen das Faserband
gehalten und unterstützt wird. Je eine Walze der beiden Walzenpaare wird hierbei
gemäß der
Erfindung zwangsläufig von der angetriebenen Einzugwalze
angetrieben. Unter Umständen. kann es vorteilhaft sein" die nach außen weisende
Ober-Räche der Bänder vorzugsweise in ihrer Querrichtung mit einer Riffelung oder
Profilierung zu versehen.
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Erfi:ndungsgemä.ß werden die beiden Traure durch eine im nachfolgenden
als Klemmvorrichtung bezeichnete Vorrichtung geg neinandergedrückt, deren Angriffspunkt
mit Bezug auf die Längsrichtung der beiden. Bänder einstellbar ist. Auf diese Weise
ist ies möglich, in, weitgehendem Ausmaß das Streck--werk den einzelnen jeweils
benutzten Faserlängen anzupassen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
besteht die Klemmvorrichtung aus einer Kufe, die sich mit einer Kurvenfläche der
Länge nach von innen her gegen das eine Trum der gegeneinanderliegenden Trumme der
beiden Bänder legt und an ihrem einen Ende drehbar um eine parallel zu dem, Walzenachsen
liegende Achse gelagert ist, wobei die Klemmvorrichtung in ihrer jeweiligen Lage
festgestellt werden kann. Es ergibt sich auf .diese Weise eine außerordentlich feinfühlige
Klemmvorrichtung., bei der der Klemmpunkt zwischen den beiden umlaufenden Bändern
stufenlos auf einfache Weise leingestellt werden kann. Die Kufe ist zum Zweck ihrer
Verstellung vorzugsweise mit einem Zapfen versehen, an dem !ein von Hand zu bewegender
Hebel mittels eines einseitig offenen Lagers angreift. Auf diese Weise ist der Ein-
und Ausbau der Kufe vereinfacht, indem nur der Hebel herumgeklappt werden muß, um
den Zapfen der Kufe freizulegen.
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Gemäß der Erfindung liegt die Verbindungslinie der Achsen der beiden
Einzugwglzen zu dem @eintretenden Faserband unter einem Winkel, der kleiner als
ein rechter ist. Da die umlaufendext Bänder oder Riemchen an dieser Stelle noch
nicht gegeneinanderliegen, ergibt sich auf diese Weise eine Sicherung gegen ein
Verklemmen des Fadens, so daß keine der beiden Einzugwalzen federndnachgiebig gelagert
werden muß.
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Es empfiehlt sich, vor dem Abzugwalzenpaar einen Leitkanal oder Luntenführer
vorzusehen. Vorzugsweise ist dieser Leitkanal zum Zweck des Fingerschutzes mit seitlichen
Hörnern versehen; dies ist insbesondere in den Fällen zweckmäßig; wenn nach Brucheines
Fadens das eine Fadenende eingelegt werden muß.
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Erfindungsgemäß ist außerdem das Streckwerk auf einem gemeinsamen
Gestell gelagert, .das für sich von dem Maschinenständer entfernt werden kann. Diese
Maßnahme stellt seinen wesentlichen Vorteil des Erfindungsgegenstandes dar, der
noch dadurch vergrößert wird, daß alle an dem Streckwerk angreifenden Teile leicht
aus ihrer Vierbindung mit dem Streck-tverk gelöst werden können. Die Gummibänder
lassen sich leicht nach der Seite abziehen. Der Antrieb der Walzen des Streckwerkes
von der angetriebenen Einzugwalze aus erfolgt vorzugsweise über Zahnräder, die nur
aus ihrem Eingriff herausbewegt zu werden brauchen, um das Streckwerk entfernen
zu können. Um beim Einbau ein einwandfreies Zusammenarbeiten, insbesondere der Zahnräder,
sicherzustellen, werden zweckmäßigerweise zwischen dem Maschinenständer und dem
Gestell des Streckwerkes irgendwelche Paßvorrichtungen vorgesehen.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die Klemmvorrichtung
und die Konduktoren: aus Kunststoff im Spritzgußverfahren hergestellt. Die aus Kunststoff,
beispielsweise thermoplastischer Massre oder Kunstharz, hergestellten Konduktoren
weisen besonders günstige Gleiteigenschaften auf. Aber auch die Zusammenarbeit .der
aus Kunststoff hergestellten Klemmvorrichtung mit .den umlaufenden Bändern des Riemchenstreckwerkes
hat sich als äußerst günstig erwiesen. .
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Es empfiehlt sich @erfmdungsgemäß, die zwischen der angetriebenen
Zuführwalze und dem Maschinenständer gelagerte Andrückwalze dies Zuführwalzenpaares
federnd gegen die getriebene Walze zu drücken, indem beispielsweise die Andrückwalze
auf seinem doppelarmigen Hebel gelagert ist, dessen einer Arm drehbar am Maschinenständer
-gelagert ist, während sein anderer Arm federnd gegen ihn abgestützt ist.
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Zur Ausführung des Erfindungsgedankens ist zwischen der angetriebenen
Einzugwalze und ihrer Antriebswelle eine Kupplung einzuschalten, die durch Einwirken
Beines Fadenfühlers bei Fadenbruch ausrückbar ist. Vorzugsweise wird gleichzeitig
mit dem Ausrücken der Kupplung die angetriebene Einzugwalze abgebremst, womit auch
im Augenblick des Ansprechens des Fadenfühlers die zwangsläufig von der angetriebenen
Einzugwalze angetriebene Easerbandführung stillgesetzt und abgebremst wird. Blei
deiner bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist auf der Antriebswelle exzentrisch
zu ihr .ein Drehkörper angeordnet, der drehbar an einer in der Wellendrehachse lose
drehbar gelagerten Antriebsscheibe angreift und der durch die Antriebswelle entweder
um die Wellendrehachse zwecks Mitnehm@ens der Antriebsscheibe oder um seine Exzenterachse
zwecks Loslassens ,dieser Scheibe angetrieben wird. Es ergibt sich auf diese Weise
eine Kupplung, deren wesentliche Teile rund um die Antriebswelle angeordnet sind
und die ausschließlich durch Bewegungen .gesteuert wird, die in Radialebenen der
Wellenachse liegen. Irgendwelche Axialverschiebungen sind nicht notwendig, was ein
Betätigen der Kupplung außerordentlich :erleichtert. Die Arbeit zum Ein- und Ausrücken
der Kupplung wird von der Antriebswelle selbst verrichtet und belastet nicht den
Fadenfühler, der nur .eine Steuerfunktion auszuüben braucht und daher leicht und
empfindlich ausgebildet werden kann.
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Weitere Verbesserungen und zweckmäßige Ausgestaltungen .des Erfindungsgedankens
sind an Hand der Zeichnungen erläutert, in denen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
vereinfacht dargestellt ist. Es zeigt Fig. i einen Schnitt durch die für die Erfindung
wesentlichen Teile einer :erfindungsgemäß ausge; bildeten Feinspinnmaschine,
Fig.2
einen Ausschnitt aus Fig. 1 in größerem Maßstab, Fig.3 die Vorderansicht des Teiles
der Maschine nach Fig. i, wobei jedoch im linken Teil dieser Ansicht die Hauptteile
des Erfindungsgegenstandes im Schnitt dargestellt sind, Fig.4 einen Ausschnitt in
vergrößertem Maßstab aus dem linken oberen Teil der Fig.3 zur besseren Darstellung
der dort gezeigten Kupplung, Fig. 5 einen Querschnitt nach Linie A-B der Fig. 3
und 4 bei eingeschalteter Kupplung, Fig. 6 einen Querschnitt nach Linie C-D der
Fig.3 und 4 bei ausgeschalteter Kupplung, Fig. 7 :einen Querschnitt nach Linie E-F
der Fig.3 und 4, der insbesondere zeigt, wie der Exzenterring der Kupplung mitgenommen
wird.
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Im Ausführungsbeispiel sind immer zwei Spinnstellen paarweise nebeneinander
angeordnet, wie sich insbesondere aus Fig.3 und 4 ergibt. Die Spinnstellen sind
spiegelbildlich -einander gleich, so daß es zum Beschreiben der Erfindung ausreicht,
auf die eine dieser Spinnstellen reinzugehen.
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Auf einer durchgehenden Antriebswelle 7 ist eine Kupplung angeordnet,
die weiter unten näher beschrieben werden wird und u. a. :einen Anschlagring 3 aufweist,
,der auf einer konzentrischen Lauffläche eines beispielsweise mittels eines Stiftes
i i auf der Welle 7 befestigten Mitnehm@erringes i lose drehbar gelagert ist. Die
angetriebene Einzug-oder Zuführwalze 4 wird auf weiter unten näher beschriebene
Weise durch den Anschlagring 3 derart gesteuert, :daß bei Festhalten des Anschlagringes
3 die Verbindung zwischen der Antriebswelle 7 und ,der Einzugwalze 4 gelöst wird,
während bei umlaufendem, also bei :nicht festgehaltenem Anschlagring 3 die Verbindung
der Antriebswelle 7 mit der Einzugwalze 4 wiederhergestellt ist. Zu diesem Zweck
ist der Anschlagring 3 mit einer Anzahl gleichmäßig auf seinem Umfang verteilter
Anschläge 12 versehen, die mit dem Kopf einer drehbar am Streckwerkgestell 18 gelagerten
und mittels eines Fadenfühlers 19 betätigten Sperrklinke 16 zusammenarbeiten. Der
Fadenfühler ig ist ebenfalls auf diesem Streclctverkgestell 18 schwenkbar gelagert.
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Die angetriebene, auf ihrem Außenumfang mit einer Riffelung 20 versehene
Einzugwalze 4 arbeitet mit der gleichfalls geriffelten Andrückwalze 22 zusammen
(Fig. 2). Die Walze 4 und die Walze 22 bilden zusammen das Einzugwalzenpaar. Die
Walze 22 ist mittels des ;einen Armes eines Winkelhebels 23 schwenkbar am Maschinenständer
24 gelagert, während der andere Arm dieses Winkelhebels 23 sich mittels einer Feder
25 gegen den :Maschinenständer 24 abstützt. Ein Abzug- oder Lieferwalzenpaar 26,
27 ist ebenfalls auf bekannte Weise am Maschinenständer 24 gelagert und wird zum
Zweck des Verstreckens oder Verziehens des Fadens mit -höherer Umlaufgeschwindigkeit
angetrieben als das Einzugwalzenpaar 4, 22.
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Zwischen dem Einzug- und dem Lieferwalzenpaar ist auf einem Gestell
18 (Fig. 1, 2 und 3) eine Vorrichtung zum Führen und Stützen des Faserbandes gelagert,
die im wesentlichen aus zwei endlosen umlaufenden Bändern 28 und 29 besteht. Diese
Führungsbänder können aus Gummi hergestellt sein. Die Einzugwalze 36 des umlaufenden
Bandes 28 ist am Gestell 18 mittels eines Zapfens 3o lose drehbar gelagert und mit
einem Zahnkranz 31 versehen, der mit einem entsprechenden, auf der Einzug-,valze
4 vorgesehenen Zahnkranz 32 kämmt. Der Zahnkranz 31 kämmt außerdem mit einem auf
.einer Walze 33 vorgesehenen Zahnkranz 34. Die Walze 33 stellt die Einzugwalze für
das endlose Band 29 dar und ist mittels eines ,Zapfens 35 ebenfalls am Gestell
18 lose drehbar gelagert.
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Beide Walzen 35 und 36 sind in der Nähe des Einzugwalzenpaares 4,
22 gelagert, jedoch derart, daß die Verbindungslinie der Achsen der beiden.
Zapfen 3o und 35 mit dem eintretenden Faserband 14 einen Winkel y bildet, der kleiner
als 9o° ist. Die Entfernung zwischen den beiden Achsen 30 und 3 5 ist so gewählt,
daß unter Berücksichtigung der Stärke der umlaufenden Führungsbänder 28 und 29 noch
ein kleiner Spalt zwischen diesen Bändern an der engsten Stelle zwischen den beiden
Walzen 33 und 36 verbleibt. Die beiden endlosen Bänder 28 und 29 sind außerdem um-zwei
Walzen 38 und 37 geführt, die ebenfalls am Gestell i8 gelagert sind. Diese Walzen
sind, um sie möglichst nahe an das Lieferwalzenpaar 26, 27 heranlegen zu können,
verhältnismäßig kleinausgeführt.
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Im Innern des umlaufenden Bandes 29 ist eine Klemmvorrichtung angeordnet,
die beim Ausführungsbeispiel aus einer um einen Zapfen 41 parallel zu den Achsen
der Zapfen 3o und 35 drehbar lagerten Kufe 3g mit einer Kurvenfläche 4o besteht.
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Der Zapfen 41 ist ebenfalls am Streckwerkgestell 18 befestigt. Die
Kufe 39 läßt sich von Hand mittels eines Hebels 42 verstellen, der mit einem einseitig
offenen Lager 43 über einen an der Kufe selbst befestigten Zapfen 44 greift. Durch
Betätigen ,des Hebels 42 mittels eines Handhebels 48 (Fig. i) kann je nach der Länge
der jeweils verarbeiteten Fasern :die Klemmfläche zwischen den beiden umlaufenden
Führungsbändern 28 und 29 verlebt werden. Im allgemeinen empfiehlt es sich, für
alle Spinnstellen einer Maschine einen gemeinsamen Hebel 48 vorzusehen.
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Am Streckwerkgestell 18 ist außerdem ein Luntenführer 45 befestigt,
der im AusfÜhrungsbeispiel auf einer Achse 46 .drehbar gelagert ist. Er ist im Ausführungsbeispiel
mit seitlichen Hörnern 8 versehen, die sich zwischen die Abzugwalze 27 und den sich
um die Walze 37 herumlegenden Teil des Bandes 29 hindurch erstrecken und die Finger
zu schützen bestimmt sind, wenn beispielsweise nach Bruch eines Fadens das Fadenende
neu eingelegt wird. Vor dem Einzug walzenpaar 4, 22 ist am Maschinenständer 24 ein
Leitkanal oder eine Faserbandführung 47 vorgesehen. Sowohl die Kufe 39 als auch
der Luntenführer 45 und die Faserbandführung 47 sind aus Kunststoff, beispielsweise
thermoplastischer Masse oder Kunstharz, im Spritzgußverfahren hergestellt.
Es
empfiehlt sich, den Fadenfühler 19 mit demjünigen Teil der Kupplung, auf
den er bei Fadenbruch einwirkt, im Ausführungsbeispiel also den Anschlagring 3,
nach der Bedienungsseite der Maschine zu und die Andrückwalze 22 auf der der Bedienungsseite
abgekehrten Seite anzuordnen. Auf ,diese Weise wird die Übersichtlichkeit der Maschine
wesentlich erhöht.
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Jeder der spiegelbildlich .einander gleichen Anschlagringe 3 ist mit
einem sich über den Mitnehmerring i hinaus erstreckenden Fortsatz versehen, in dem,
wie sich insbesondere aus Fig.3, 4 und 6 iergibt, eine exzentrische Bohrung vorgesehen
ist. Diese Bohrung dient zur drehbaren Lagerung eines Laufringes 2, der, wie sich
insbesondere aus Fig.3, 4 !und 7 ergibt, nach dem Mitnehmerring i zu abgesetzte
Flächen 13 aufweist. In entsprechender Weise besitzt der Mitnehmerring i :etwa radial
verlaufende Mitnehmerflächen 9, so daß der Laufring 2 und der Mitnehmerring i mit
diesen Fortsätzen ineinandergreifen. Der Laufring 2 wird, indem sich so eine- Fläche
13 auf die eine Fläche 9 des Mitnehmerringes i legt, ständig bei laufender
Welle 7 angetrieben. Hierbei ist zu beachten, daß zwischen dein Innenumfa.ng des
Laufringes 2 und der Welle 7 ein freier Spielraum vorhanden ist.
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Mit seinem anderen Ende ragt der Laufring 2 in die exzentrische Bohrung
der Einzugwalze 4 hinein. Die Exzentrizität :der Bohrung der Einzugwalze 4. ist
im Ausführungsbeispiel gleich .der Exzentrizität der exzentrischen Führung des Laufringes
2 im Anschlagring 3. Die Bohrung in der Einzugwalze 4 ist jedoch um peinige Millimeter,
beispielsweise 2 mm, größer ausg ieführt, als dem Außendurchmesser dies Laufringes
2 entspricht. Bei diesem Beispiel von 2 mm ist angenommen, daß die Exzentrizität
etwa 3 mm beträgt.
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Die Einzugwalze 4 ist lose drehbar auf der Antriebswelle 7 gelagert
und wird in der einen Längsrichtung durch einen Ring, beispielsweise durch einen
Stellring 5, gehalten. Um soweit -wie möglich Staub und Schmutz vom Innern der Kupplung
ernzuhalten, greift der Anschlagring 3 mit seinem Fortsatz 15, der auf dem Außenumfang
konzentrisch abgedreht ist, in :eine .entsprechende konzentrische Bohrung der Einzugwalze
4. Das Inniere dieses Fortsatzes 15 wird, worauf schon. weiter oben näher :eingegangen
wurde, zum Führen und Lagern des Laufringes 2 exzentrisch ausgebohrt.
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Bei eingerückter Kupplung wird der Anschlagring 3 nicht festgehalten.
Er wird also bei laufender Antriebswelle 7 durch Reibung von dem ständig umlaufenden
Mitnehmerring i mitgenommen. Der Exzenter- oder Laufring 2 wird ebenfalls über die
Anschlagflächen 9 und 13 zwangsläufig von der Welle 7 angetrieben. Da er durch idie
exzentrische Bohrung .des Anschlagringes 3 geführt und gelagert ist und dieser Anschlagring
sich ständig mit der, Welle 7 herumdreht, wird der Exzenterring 2 also auch ständig
um die Drehachse der Antriebswelle 7 nach Art einer Kurbel herumgedreht. Eine Relativbewegung
zwischen der Außenfläche des Exzenterringes 2 und der exzentrischen Führungsbohrung
des Anschlagringes 3 findet hierbei nicht statt. Dadurch, daß die exzentrische Bohrung
der Einzugwalze 4 Spiel gegenüber dem Außendurchmesser dies Laufringes 2 hat, wird
dieser bei Beginn des Einkuppelns :etwas gegenüber :der zürückbleibenden Einzug
valze 4 in Drehrichtung der Antriebswelle 7 voreilen. Hierbeientsteht infolge der
schmalen keilförmigen. Sichelfläche 6 zwischen :der exzentrischen Bohrung,der Einzugwalze
4 und dem Außenumfang des Laufringes 2 eine Klemmwirkung, die :eine feste Kupplungsverbindung
der Einzugwalze 4 mit dem Laufring 2 schafft. Da er jetzt ständig um die Drehachse
der Einzug- oder Antriebswelle 7 herumläuft, wird die EinzugWalze 4 zwangsläufig
von dieser Welle 7 angetrieben.
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Wenn die Kupplung ausgerückt werden soll, wird mittels der Sperrklinke
16 unter Einwirkung des Fadenfühlers i9 der Anschlagring 3 festgehalten, also daran
gehindert, d.aß er weiter durch den Mitnehm.erring i mitgenommen wird. Der Anschlagring
3 legt auf diese Weise die Exzentrizität des Laufringes 2 in einer bestimmten Radialstellung
fest. Da aber :der Laufring 2 weiter von der Welle 7 über die Anschlagfläche 9 bzw.
13 angetrieben wird, wird er jetzt um seine Exzenterachse, deren Lage mit Bezug
auf die Drehachse der Welle durch die exzentrische Bohrung des Anschlagringes in
bestimmter Weise festgelegt ist, ständig herumgedreht. Dies wird dadurch ermöglicht,
daß sich die Anschlagflächen 9 und 13 gegeneinander verschieben können und
daß zwischen dem Laufring 2 sowie :einerseits der Welle 7 und andererseits der konzentrischen
Bohrung des Anschlagringes ,3 genügend Spiel vorhanden ist.
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Durch diese Bewegung des Laufringes z um seine Exzenterachse herum
ergibt sich, daß die Klemmwirkung zwischen ihm und der Einzugwalze 4 aufgehoben
wird, indem sich diese beiden Teile sogleich voneinander entfernen, wobei sich die
Einzugwalze 4 ein wenig in Drehrichtung weiterbewegt. Diese Bewegung wird durch
die Reibung zwischen ihr und der Antriebswelke 7, auf der die Einzugwalze gelagert
ist, unterstützt. Die Antriebsverbindung zwischen dem Laufring 2 und der Einzugwalze
4 ist dadurch unterbrochen, und die Kupplung ist gelöst.
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Es besteht nunmehr aber unter Umständen die Gefahr, daß die Einzugwalze
4 sich bei gelöster Kupplung weiter in Drehrichtung herumbewegt, indem sie beispielsweise
durch Reibung von der Welle 7 mitgenommen wird. Nach :einiger Zeit ergibt sich dann
wieder :eine Klemmwirkung zwischen dem jetzt um seine Exzenterachse herumlaufenden
Exzenterring 2 und der Einzugwalze 4. Die beiden Teile werden hierdurch fest miteinander
verbunden, so .daß die EinzuPvalze 4 den Laufring 2 zu -einer Drehung um die Drehachsie
der Antriebswelle 7 herum zwingien will. Das führt aber zu einem Bruch, da ja die
Lage der Exzentrizität des Laufringes 2 durch den Anschlagring 3 in bestimmter Weise
festgelegt ist. Um diese Gefahr zu vermeiden, sind Mittel vorgesehen, um :ein Weiterdrehen
der Einzugwalze 4 über die Koppelstellung
hinaus zu beschränken.
Im Ausführungsbeispiel dient zu diesem Zweck ein an der Einzugwalze 4 angebrachter
Stift io, der mit entsprechendem Spiel in eine am Anschlagring 3 vorgesehene Aussparung
17 greift (Fig. 3, 4. und 5) .