DE857666C - Vorrichtung zum Abdichten von durch Nieten od. dgl. zusammengesetzten Raumverbaenden, insbesondere im Kraftfahrzeugbau - Google Patents
Vorrichtung zum Abdichten von durch Nieten od. dgl. zusammengesetzten Raumverbaenden, insbesondere im KraftfahrzeugbauInfo
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Description
- Vorrichtung zum Abdichten von durch Nieten od. dgl. Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Abdichten von durch Nieten od. dgl. zusammengesetzten Raumverbänden, insbesondere für den Kraftfahrzeugbau.
- Bei der insbesondere serienmäßigen Herstellung von aus dünmvandigen Blechteilen durch Punktschweißen oder Nieten zusammengesetzten Raumverbänden, wie sie vorzugsweise im Kraftfahrzeugbau üblich sind, wird das Hauptaugenmerk in erster Linie auf einen allen Beanspruchungen gewachsenen Festigkeitsverband gelegt, so daß demzufolge die Trennfugen und Nähte der Blechteile wasser-, staub- und luftdurchlässig sind. Die Abdichtung erfolgte bisher durch nachträgliches von Hand bewirktes Aufbringen eines entsprechenden Dichtungsmaterials, beispielsweise Zinn, mittels eines geeigneten Brenners.
- Diese Art der Abdichtung bewirkt jedoch eine nicht unerhebliche Verteuerung der Gesamtherstellung des Raumverbandes, da wegen der ungleichmäßigen Auftragung des Dichtungsmittels bei unnötig hohem Materialverschleiß noch Nacharbeit beispielsweise durch Schleifen erforderlich ist, so daß zur Ausführung dieser Arbeit geübte Fachkräfte herangezogen werden müssen.
- Die Erfindung ermöglicht demgegenüber eine zügige, durchaus gleichmäßige und sparsame Auftragung des Dichtungsmittels, selbst durch ungeübte Kräfte, ohne besondere Nacharbeit. Das Neue der Erfindung besteht darin, daß ein mit einem Behälter für die Aufnahme eines schmelzbaren Dichtungsmittels und mit einem absperrbaren Gießrohr ausgestattetes, elektrisches Heizgerät zur Anwendung kommt. Die mit einer vorzugsweise verschließbaren Klappe versehene Einfüllöffnung des Gerätes ist gegenüber dem größten Behälterquerschnitt wesentlich geringer bemessen, so daß auch eine starke Schräglage des Gerätes, z. B. beim Abdichten stark geneigt verlaufender Nähte, möglich ist.
- Weitere Einzelheiten der Erfindung sind in der nachstehenden Beschreibung aufgeführt, und in der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigt Abb. i einen Längsschnitt durch das Handgerät und Abb. 2 eine schaubildliche Darstellung des Gießrohrendes.
- Das Handgerät besteht aus einem nach oben verjüngt verlaufenden, zur Aufnahme des Schmelzgutes i o, beispielsweise Zinn oder Fugenzement, dienenden Behälter i i, dessen Einfüllöffnung 12 durch eine schwenkbare, mit einem an einer Nase 13 des Behälters i i angreifenden Knieheb@elverschluß 14 versehene Klappe 15 abgedeckt ist, die in der Mitte ein Luftloch 16 aufweist.
- Der Behälterboden 17 ist kegelig vertieft und in den Behälter i i eingeschraubt. An der tiefsten Stelle des Behälterbodens 17 ist ein Gießrohr 18 mit einer durchgehenden Bohrung i 9 vorgesehen. Der Behälterboden 17 und das Gießrohr 18 sind aus einem einzigen Metallstück, beispielsweise aus Kupfer, gefertigt und zwecks Aufspeicherung der Wärme verhältnismäßig starkwandig ausgeführt. Der Behälterboden 17 ist ferner mit einer von außen zugänglichen und durch eine einschräubbare Ringscheibe 20 abschließbaren Ausnehmung 21 ausgestattet, die zur Aufnahme der elektrischen Heizelexnente 22 dient. Diese Anordnung ermöglicht die Auswechslung etwa unbrauchbar gewordener Heizekmente 22 bei gefülltem Schmelzbehälter i i. Das wegen der besseren Erreichung schlecht zugänglicher Arbeitsstellen nach vorn bis etwa in Höhe des größten Behälterumfanges abgekröpfte, noch im wirksamen Wärmebereich der Heizeinrichtung 22 mündende Gießrohr 18 ist unmittelbar unterhalb des Behälterbodens 17 mit einem die Bohrung i 9 schnieidenden Lagerloch 23 versehen, welches zur Aufnahme einer die Sperrung des Durchflusses des Dichtungsmittels io durch die Bohrung i.9 ganz oder teilweise verhindernde Stange 24 dient. Das die Sperrung bewirkende Ende der Stange 24 weist eine nach unten gerichtete Abschrägung 25 auf, mittels welcher bei vollzogener Sperrung die flüssigkeitsleitende Verbindung zwischen dem Lagerlochende 23 und dem nicht abgesperrten Teil der Bohrung i 9 es Gießrohres 18 bewirkt wird, so daß ein ungehindertes Eindringen der Stange 24 in das Lagerlochende 23 und somit eine sichere Absperrung der Bohrung i 9 ,gewährleistet ist.
- Am freien Ende der Stange 24 greift ein unter der Wirkung einer Feder :stehender Winkelhebel 26 an, der im Bereich des an einem Ansatz 27 des Behälters i i mittels eines Tragrohres 28 befestigten Handgriffes 29 liegt und an dem Tragrohr 28 schwenkbar gelagert ist. Durch den Handgriff 29, Tragrohr 28 und Ansatz 27 führt, von einem Isolierrohr 30 umgeben, die Stromzuführungsleitung 31. Der Mündungsrand 32 des Gießrohres 18 weist eine bis zum Ende der Bohrung 19 reichende Fließrinne 33 und eine gleichgerichtet zu dieser weiterlaufende Führungsnase 3 ¢ auf.
- Nachdem das Schmelzgut i o durch Einwirkung der elektrischen Heizelemente 22 verflüssigt worden ist, wird das am Griff 29 gehaltene Gerät mit der Mündung 32 des Gießrohres 18 auf die Trennfuge oder Naht zweier durch Punktschweißen oder Nieten verbundener Blechteile aufgesetzt, so daß die Führungsnase 34 gegen eine der Blechkanten anliegt. Durch entsprechende Betätigung des Winkelhebels 26 wird die Stange 24 verschoben und die Bohrung i 9 des Gießrohres 18 ganz oder teilweise freigegeben. Das Gerät wird nun beim Fließen des Dichtungsmittels in stetigem Zuge mittels der Nase an der Trennfuge oder Naht entlanggeführt, so daß eine vollkommen gleichmäßige Dichtung erzielt wird, die keiner Nachbearbeitung bedarf.
- Der nach oben verjüngt verlaufende Behälter i i gestatet in Verbindung mit dem kegelig vertieften Behälterboden 17 ohne Auslaufen des Schmelzgutes io durch die Einfüllöffnung 12 eine starke Schräglage des Gerätes, wodurch auch die Nähte stark geneigt liegender Bleche ohne weiteres abgedichtet werden können.
Claims (9)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Vorrichtung zum Abdichten von durch Nieten od. dgl. zusammengesetzten Raumverbänden, insbesondere im Kraftfahrzeugbau, gekennzeichnet durch ein mit einem Behälter zur Aufnahme eines schmelzbaren Dichtungsmittels und einem sperrbaren Gießrohr ausgestattetes elektrisch beheiztes Handgerät.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die mit einer vorzugsweise verschließbaren Klappe (15) versehene Einfüllöffnung (12) des Behälters ( i i) gegenüber dem größten Behälterquerschnitt wesentlich geringer bemessen ist, so daß eine starke Schräglage des Gerätes zum Abdichten der Nähte stark geneigt liegender Flächen des Raumverbandes erreichbar ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Gießrohr (18) an dem die Heizeinrichtung (22) aufnehmenden Behälterboden (17) angeschlossen ist und noch im wirksamen Wärmebereich der Heizeinrichtung (22) mündet. ¢.
- Vorrichtung nach Anspruch i und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälterboden (17) eine in das Gießrohr (18) sich erstrechende vorzugsweise kegelige Vertiefung aufweist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, 3 und ¢, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälterboden (17) und das Gießrohr (18) aus einem einzigen, verhältnismäßig starkwandigen Metallstück, vorzugsweise aus Kupfer, besteht.
- 6. Vorrichtung nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälterboden (17) eine von außen zugängliche, mittels einer Platte (20) abdeckbare Ausnehmung (21) für die Heizeinrichtung (22) besitzt, so daß etwa unbrauchbar gewordene Heizelemente auch bei gefülltem Behälter (11) auswechselbar sind.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch i und 3, gekennzeichnet durch eine in das Gießrohr(i8) unmittelbar unterhalb des Behälterbodens (17) eindringende und den Durchfluß durch das Gießrohr ganz oder teilweise sperrende Stange (24), welche mittels eines im Bereich des Geräthandgriffes (29) angeordneten und unter Federwirkurig stehenden Winkelhebels axial beweglich ist. B.
- Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das die Sperrung des D@urchflusses durch das Gießrohr (18) bewirkende Ende der Stange (24) eine nach unten gerichtete Abschrägung (25) aufweist, so daß in der Sperrstellung die flüssigkeitsleitende Verbindung des Lagerloches (23) der Stange (24) mit dem nicht gesperrten Teil des Gießrohres (18) gewährleistet ist.
- 9. Vorrichtung nach Anspruch 1, 3 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Gießrohr (18 ) im wesentlichen bis zur Höhe dies größten Umfanges des Behälters (i i) abgekröpft ist. i o. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Mündungsrand (32) des Gießrohres (18) mit einer Fließrinne (33) und einer gleichgerichteten Führungsnase (34) ausgestattet ist.
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1942
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