DE854867C - Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung galvanischer Metallniederschlaege mittels Handanoden - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung galvanischer Metallniederschlaege mittels HandanodenInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung galvanischer Metallniederschläge mittels Handanoden Die vorliegende Erfindung ermöglicht die elektrolytische Plattierung von kleinen Metalloberflächen und von befestigten Metallteilen auch ohne Demontage des Werkstückes.
- Die Erfindung besteht darin, daß zur Erzeugung galvanischer Metallüberzüge neuartige Handanoden (Abb. 3 und ,4) verwendet werden, wobei der Galvanisierstrocii einem handlichen und leicht tragbaren Gerät entnommen wird. Das Batteriegerät ist nebenbei auch zum Betrieb eines kleinen galvanischen Bades geeignet.
- Das vorliegende Gerät soll nicht in Wettbewerb mit den bestehenden Galvanisieranstalten treten, es dient aber vorzugsweise für kleine Reparaturen im Allgemeingebrauch der Mechaniker, Juweliere USW., ferner als billiges und vielseitiges Laboratoriumsgerät für elektrolytische Vorgänge, als Ergänzungsgerät für Galvaniseure für Lösungsprüfungen, .'vtetallfärbel>rol>en, Ausbesserungen, Außenarbeiten und ist als Versuchsapparat für klinische Versuche u. dgl. geeignet.
- Zum Betrieb galvanischer Bäder wurden auch früher bereits Batterien als Stromquelle benutzt; für den Betrieb von Handanoden ist ein solches Verfahren aber neu, es bietet den großen Vorteil, daß die Handanoden auf diese Weise bedeutend wendiger sind und daß das Gerät auch dort benutzt werden kann, wo kein Netzstrom vorhanden ist. Überdies bietet das Gerät den Vorteil einer gleichmäßigen Stromzufuhr.
- Das Batteriegerät (Abb. r) kann aus Holz, Kunststoff oder Blech angefertigt werden und wird mit einer 9-Volt-Batterie gespeist.
- Die Stromzufuhr von der Batterie b (Abb. 2) wird durch einen Schalter reguliert (Abb. 2, d). Ein Umschalter bewirkt wahlweise den Anschluß für direkten Strom zum Galvanisieren bei der Schaltung G (Abb. 2, e, G) oder die indirekte Stromzufuhr über eine Glühlampe als Widerstand bei Schaltung P (Abb. 2, e, P). Diese Schaltung dient für die Punktieranode (Abb.4), wobei auch bei direkter metallischer Berührung des Anodenmaterials mit dem Werkstück ein Kurzschluß und somit eine Entladung der Batterie vollkommen ausgeschlossen ist. In diesem Falle leuchtet die Glühlampe auf, der Strom fließt aber weiter.
- An die positive Anschlußklemme (Abb. 2, f) wird wahlweise die Reibelektrode oder die Punktierelektrode, gegebenenfalls das Anodenmaterial für ein galvanisches Bad angeschlossen.
- An die negative Anschlußstelle (Abb. 2, f) werden zweckmäßige Kontakthalter ohne besondere Merkmale angeschlossen zur Kathodenverbindung mit dem Werkstück.
- Die Reibelektrode (Abb.3) ist so konstruiert, daß im Be ,feuchtungsbereich keine unzugehörigen Metallteile mitgelöst werden können, die das Werkstück metallisch verfärben. Die bisherigen Elektroden enthielten Schrauben, Gewinde, Verbindungsstücke und Kontakte atis Kupfer oder Messing, die mit dem Anodenmaterial Kontaktanschluß hatten und beim Galvanisieren mitgelöst wurden. So wurde z. B. beim Vergolden oder Versilbern ein unerwünschterKupferüberzug wahrgenommen. Der elektrolytische Vorgang führte gleichzeitig zur Vernichtung der Kontakte und der Elektroden. Bekanntlich sind diese schweren Korrosionserscheinungen in Gleichstrombahnen sehr unliebsam, da die Metallsalzlösungen zufolge Adhäsion und Kapillarität nur allzu leicht die Elektrode durchdringen.
- Diese elektrochemischen Korrosionsersciheinungen entfallen aber vollständig bei der vorliegenden Reibelektrode. Diese besteht aus einer elektrisch sehr widerstandsarmen Spezialkohle. Über den Kopf des genügend langen Kohlenstiftes wird als Filtriereinlage ein battistartiges Gewebestückchen gelegt, damit die sich ablösenden Kohlenteilchen zurückgehalten werden (Abb. 3, i). Darüber kommt als Anodenmaterial ein Sch6bohen des betreffenden Metalls oder Edelmetalls (Abb. 3, h), hierauf wird ein präpariertes, absolut fettfreies und hygroskopisches Tuchstückchen überzogen (Abb.3, g) und dieser ganze Tuchpropfen mit einem metallfreien Klemmring (Abb. 3, l) befestigt. In die Metallsalzlösung getaucht, dient der Tuchpropfen als Elektrolytträger, in dem das Anodenmaterial eingebettet ist.
- Am anderen Ende des Kohlenstabes befindet sich eine Rohrbuchse mit eingelassener Steckerbuchse zur Aufnahme des Bananensteckers der Stromzuführung (Abb. 3, yn, n). Zur Reinigung wird der Bananenstecker herausgezogen, der Ring abgestreift, und die Elektrode ist bereits vollkommen zerlegt.
- Die Punktierelektrode (Abb.4) besteht gleichfalls aus einem Spezialkohlenstift. Dieser ist mit einer Bohrung versehen zur Aufnahme eines nadelähnlichen Drahtes aus dem betreffenden Anodenmaterial. Die Nadel wird wie eine Dentistensonde faserig mit Watte umwickelt und bildet, in der zugehörigen Lösung getränkt, den Elektrolytträger (Abb. 4, s, r). Die Punktiernadel ermöglicht viele neue Arbeitsgänge, wie Ausfüllen von Hohlräumen oder Lücken im Metallüberzug. Auch mit vollkommen blanker Nadel kann bei Schaltung. P (Abb. ,2, e, P) in direkter feuchter Berührung mit dem Werkstück plattiert werden. So ist z. B. erstmalig die Ausführung von mehrfarbigen Metallniederschlägen auf Ziselierärbeiten u. dgl. möglich, auch dient die Punktierelektrode zum Nachplattieren von Kanten, Ecken und unzugänglichen Stellen und eignet sich auch als aktive Innenanode im Gegensatz zu den bisherigen Innenanoden, die lediglich als Verdrängungsanode wirkten.
- Sowohl die Reibelektrode als auch die Punktierelektrode sind zum Anschluß an auch netzangeschlossene Geräte geeignet.
- Im Gegensatz zu den bisherigen Erfindungen ist die vorliegende Handelektrode einfach, ohne Einhüllung, Verbindungsstücke, Schrauben und Gewinde gebaut, die Befestigung des Anodenmaterials ist konkret, und die Dimensionen werden den praktischen Anforderungen gerecht. Hierzu kommt noch die Einrichtung der sicheren Kurzschlußverhütung bei Punktierarbeiten.
- Bei allen bisherigen Erfindungen ist bei Handanoden das Anodenmaterial direkt mit einem Metallkontakt verbunden; hierbei wird natürlicherweise das Kontaktmaterial mitgelöst. Bei der vorliegenden Erfindung ist aber zufolge der genügend langen Kohlenstäbe eine Berührung des Anodenmaterials mit unzuge'hörigen Metallteilen vollkominen ausgeschlossen.
- Im Gegensatz zu früheren, stark isolierenden Reibanoden aus Schwammgummi u. dgl. ist bei der vorliegenden Erfindung zufolge des hochkonduktiven, elektrolytgetränkten Tuchpropfens die galvanische Plattierung von bedeutend höherer Wirksamkeit.
- Die Vorbehandlung und Nachbehandlung des Werkstückes, vom Reinigen bis zum Polieren, wird auf die übliche Weise vollzogen. Kleine Werkstücke können auch elektrolytisch gereinigt werden, indem das Batteriegerät an ein Kleinbad angeschlossen wird.
- Zum Galvanisieren mit der Reibanode wird das Werkstück auf geeignete Weise mit dem Kathodenhalter verbunden, und die in die zugehörige Lösung getauchte Reibelektrode gleitet über die Oberfläche des Werkstückes, leicht mit der Hand geführt.
- Die erzielten Metallniederschläge sind durchaus gediegen und widerstandsfähig, die Anwendungsgebiete unerschöpflich:
,Juwelier: abgenutzte Vergoldung wird in einigen Sekunden erneuert; Uhrmacher: schadhafte Oberflächenüberzüge wer- den auch ohne eine Demontage ausgebessert; Optiker: abgegriffene Metallteile werden in einigen Sekunden tnit einen neuen Metallüberzug ver- sehen; Photomechaniker: durch Abnutzung blankgeriebene Druckpunkte werden ohne Demontage galvanisch behandelt Galvaniseur: Reparaturen, z. B. ein neuvernickeltes Großstück mit blankgeriebenen Kanten, wird mit der Reibeloktrode an den fehlerhaften Stellen nachplattiert; .\ttßciiarl>eiten: (las sehr leicht tragbare Gerät er- n i( 'i,#liclit 1 %-'ele 1 Arbeitsleistungen 1 auch im Freien. Bei dem vorliegenden Verfahren multipliziert sich der "Zeitaufwand mit der Flächengröße. Ein standar(ltn:ißiger N ickelniederschlag mit der Reib- elektrode wird pro r Quadratzentimeter in 2,5 Se- kunden erzielt. Bei Berücksichtigung der hand- arbeitlic.hen :'lusführung beanspruchen Flächen über 200 Quadratzentimeter zuviel Arbeitszeit, doch für kleine Flächen ist dieses Arbeitsgerät ge- eignet.
Claims (1)
-
fettfreier und hygroskopischer Tuchpropfen (AM). 3, g) verwendet wird, in dem das Anodentnaterial eingebettet wird (Abb. 3, h). 4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, daduich gekennzeichnet, daß der Tuchpropfen mit dem Anodenmetallplättchen mittels metallfreier Klemmringe (Abb. 3, l) auf dem den Anodenstrom zuführenden Kohlenstab befestigt wird. 5. Die Anwendung des Verfahrens nach Anspruch i und 2 zur Erzeugung galvanischer Niederschläge mittels einer Punktierelektrode (Abb. 4). 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Vermeidung eines Kurzschlusses beim Punktieren die anodische Stromzuführung über eine Kontrollampe als Widerstand erfolgt (Abb. 2, a). 7. Gerät zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i bis 6, gekennzeichnet durch einen tragbaren Behälter (Abb. i), in dem eine Batterie (Abb. 2, b), ein Schalter zur Stromregulierung (Abb. 2, d), eine als Widerstand dienende Kontrollampe (Abb. 2" a) und die eigentlichen Handanoden angeordnet sind (Abb. 3 und 4). B. Gerät nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch eitle Handanode zur Verwendung als Reibelektrode (Abb.3), bestehend aus einem elektrisch widerstandsarmen Kohlenstab (Abb. 3, k) (lern als Elektrolytträger dienenden Tuchpropfen (Abb. 3, g), in dem das Anodenmaterial (A11.3, h) eingebettet ist und mittels metallfreier Klemmringe befestigt wird (Abb. 3, l). Gerät nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch eine Handanode zur Verwendung als Punktierelektrode (Abb.4), bestehend aus einem Kohlenstab nach Anspruch 8 mit eingelassener Punktiernadel aus Anodenmaterial (Abb.4, r), die mit Watte als Elektrolvtträger umwickelt wird (Abb. 4, s). -PATENTANSPRÜCHE: r. \'erfahren zur Erzeugung galvanischer \letallitiederschläge mittels besonderer Hand- anoden, dadurch gekennzeichnet, d.aß ,der gal- vanische Strom einem tragbaren Batteriegerät entnommen wird. 2. \'crf<(lire» nach Anspruch i, dadurch ge- kennzeichnet, dal3 die Stromzuleitung zum Anodenmaterial (Abb. 3. )z, AN), 4, r) der 1la»danoiden durch einen elektrisch widerstands- armen SI>ezialkohlenstal> erfolgt. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekonnzeichnet. daß als Elektrolytträger ein
Priority Applications (1)
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| DE854867C true DE854867C (de) | 1952-11-06 |
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Family Applications (1)
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| DES21306A Expired DE854867C (de) | 1950-12-20 | 1950-12-20 | Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung galvanischer Metallniederschlaege mittels Handanoden |
Country Status (1)
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1095079B (de) * | 1955-12-30 | 1960-12-15 | Philips Nv | Verfahren und Vorrichtung zum galvanischen Abscheiden von UEberzuegen seltener Metalle, insbesondere radioaktiver Metalle |
| DE3630919A1 (de) * | 1986-09-11 | 1988-04-07 | Harald Haffke | Handgeraet zur verzinkung metallischer oberflaechen, insbesonders von karosserien mit hilfe der galvanotechnik ueber eine fahrzeug-stromquelle |
-
1950
- 1950-12-20 DE DES21306A patent/DE854867C/de not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1095079B (de) * | 1955-12-30 | 1960-12-15 | Philips Nv | Verfahren und Vorrichtung zum galvanischen Abscheiden von UEberzuegen seltener Metalle, insbesondere radioaktiver Metalle |
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