DE846765C - Verschluss fuer eine kuenstliche Darmoeffnung - Google Patents
Verschluss fuer eine kuenstliche DarmoeffnungInfo
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Description
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- Verschluß für eine künstliche Darmöffnung Bei gewissen Krankbeitszuständen kommt es vor. daß der unterste Teil des Mastdarms wegoperiert und statt dessen eine künstliche Darmöffnung, gewöhnlich in der Bauchwand, vorgesehen werden muß. Eine solche Öffnung ist selbstverständlich nicht mit einem Schließmuskel wie die natürliche Darmöffnung versehen. Dies ergibt, daß der Darm ungewollt und zu nicht voraussehbaren und ungeeigneten Zeiten sich entleeren kann. Die bekannten Gegenmaßnahmen beschränkten sich auf die Anbringung von Auffangeinrichtungen außerhalb der Darmöffnung. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird diesem Nachteil durch einen Verschluß abgeholfen, der im wesentlichen aus einer durch die künstliche Darmöffnung in nicht aufgeblasenem Zustand einführbaren, nach der Einführung von außen lois zu einer gewissen Größe aufblasharen, mit einer halbelastischen Stützanordnung versehenen, in unaufgeblasenem Zustand weichen Gummiblase besteht, die durch einen rohrförmigen Hals mit einer Bodenplatte verbunden ist und in aufgeblasenem Zustand durch eine gegen den Druck des Darminhalts selbsttätig dichtende Ventilanordnung verschlossen gehalten wird, so daß die aufgeblasene Gummiblase nach Art eines Rückschlagventils die Darmöffnung verschließt, bis die Luft von außen durch dieselbe oder eine andere Dichtungsanordnung aus der gefüllten Gummiblase entfernt wird, wenn dnr N'erschluß aus der Darmöffnung herausgenomnien werden soll.
- Um zu ve4iinden, daß die Feuchtigkeit des Darmschleims an die Unterwäsche gelangt und auf den Verschluß selbst einwirkt, wird dieser vorzugsweise iii Verbindung mit einer Fingermanschette benutzt. Die Fingermanschette hesteht aus einem Finger und einer Platte aus dünnem Gummi. Vor der Einführung in den Darm wird der Finger über die Blase des Verschlusses gesetzt und nach der Erfindung gleichzeitig mit dieser aufgeblasen. Die Platte der Fingermanschette kann durch ein Gummiband oberhalb und ein Gummiband unterhalh der Bodenplatte des Verschlusses auf dem Körper ausgebreitet gehalten werden.
- Zum Aufsaugen des Darmschleims wird zwischen die Platte der Fingermanschette und den Körper eine Saugplatte gelegt, die erfindungsgemäß aus zwei verschiedenen Saugstoffen, einem harten und einem weichen, z. B. Zellstofftrockenmasse und Zellstoffwatte, zusammengesetzt ist.
- Cm die Bauchwand um die künstliche Darmöffnung hierum in ihrer Aufgabe als Widerlager für die Gummiblase in deren Arbeitsstellung zu unterstützen. kann der Verschluß nach der Erfindung mit einem Ring aus hartem Material kombiniert sein, der auf an sich bekannte Weise innerhalb der Bauchwanct um den Darm herum einoperiert ist, so daß die Gummiblase durch den Druck des Darminhalts nicht herausgepreßt wird.
- In der Zeichnung sind zwei Ausführungsformen der Erfindung im Schnitt dargestellt, wobei der Verschluß der Deutlichkeit halber im Maßstab 2 :1 gezeigt ist. In Fig. I ist der Verschluß mit einem ventil und in Fig. 2 mit zwei Ventilen gezeigt.
- Eine Gummiblase I, die in der Zeichnung in unaufgeblasenem Zustand dargestellt ist, ist zusammen mit einem halbelastischen Schlauch 2 auf einen Hals 3 der Bodenplatte 4 aufgeschoben, die aus Gummi, Kunstharz, Holz oder ähnlichem Material besteht. Durch eine Bodenschraube 5 wird eine Dichtungsplatte 6, die aus einer auf eine mit einem kleinen Loch verseheiie Metallscheibe aufgeklebten, durchbohrten Gummiplatte od. dgl. besteht, in eine mit Gewinde versehene Aussparung4a der Bodenplatte eingeschraubt. Eine Kugel 7 bewirkt zusammen mit einer Feder 8 eine Dichtung der Gummiblase nach außen.
- Zur Füllung der Gummiblase mit Luft dient z. B. ein gewöhnlicher Zerstäuberball aus Gummi mit einem besonderen Mundstück, das hei festem Eindrücken des Mundstücks in die Aussparung 5a der Bodenschraube 5 durch einen lose eingelegten Gummiring 5b eine Dichtung zwischen der Dichtungsplatte 6 und dem WIundstiick bewirkt, wobei gleichzeitig durch Anheben der Kugel 7 die Kugeldichtung gegen die Dichtungsplatte 6 geöffnet wird. Zum Entleeren der Gummiblase genügt ein loses Andrücken des Ballmundstücks gegen die Kugel 7 derart, daß sowohl die Dichtung der Kugel 7 als auch die Dichfung des Mundstücks geöffnet werden.
- Die Entleerung der Gummiblase I von Luft kann auch mit einem beliebigen Stäbchen, z. B. einem Streichholz, einem Bleistift od. dgl., ausgeführt werden, wobei der Darmdruck eine völlige Entleerung bewirkt.
- Zweckmäßig ist der Hals 3 so ausgeführt, daß die Guinmil>lase I ein kürzeres oder längeres Stück ül>er ihn geschoben werden kann. wodurch der Abstand zwischen der Gummiblase und der Bauchwand der l)icke dieser Tauchwand angepaßt werden kann.
- Nach Fig. 2 ist der Verschluß mit zwei Ventilen versehen, wobei die Stützanordnung der Gummi-I>lase I aus einer Feder 2 besteht, die auf einen Hals 3 der Bodenplatte 4 aufgeschoben ist. Die Ventilanordnung 12 gestellt aus einem an seinem inneren Ende geschlossenen Ventil rohr mit zwei oder niehreren seitlichen Öffnungen 13 aufgeschobenen Gummidichtungsschlauch 15 und einer auf die Dichtungsfläche 14 des Ventilrohrs aufgeklebten, mit einem kleinen Loch versehenen Gummischeibe 16. Die Ventilanordnung 12 wird auf an sich bekannte Weise federnd oder durch eine als Schraub-, Bajonett- oder Helielanordnung ausgeführte Befestigung I7 festgehalten.
- Zur Füllung der Gummiblase mit Luft nach ihrer Einführung in die künstliche Darmöffnung dient eine Injektionsspritze mit freiem Riickzug. Bei Niederführung des Kolbens der Spritze, die mit dem Mundstück gegen das äußere Ende der Ventilanord-Iiung I2 gedrückt wird, nimmt die Luft ihren Weg in die Gummiblase I durch die seitlichen Öffnungen I3 des Ventils, das gegen den Rückfluß der Luft selbsttätig sichert. Die Entleerung der Gummiblase von Luft erfolgt durch Lösung der Befestigung I7, wodurch sich die Dichtung gegen die Gummischeibe I6 öffnet.
- PATENTANSPROCHE: I. Verschluß für eine künstliche Darmöffnung, dadurch gekennzeichnet, daß sie im wesentlichen aus einer durch die künstliche Darmöffnung in nicht aufgeblasenem Zustand einfiihrl)aren, nach der Einführung von außen bis zu einer gewissen Größe aufblasbaren, mit einer halbelastischen Stützanordnung (2) versehenen, in unaufgeblasenem Zustand weichen Gummiblase (I) besteht, die durch einen rohrförmigen Hals (3) mit einer Bodenplatte (4) verbunden ist und in aufgeblasenem Zustand durch eine gegen den Druck des Darminhalts selbsttätig dichtende Ventilanordnung (5, 6 bzw. I6) verschlossen gehalten wird, so daß die aufgeblasene Gummiblase nach Art eines Rückschlagventils die Darmöffnung verschließt, bis die Luft von außen durch dieselbe oder eine andere Dichtungsanordnung aus der gefüllten Gummiblase (z) entfernt wird, wenn der Verschluß aus der Darmöffnung herausgenommen werden soll.
Claims (1)
- 2. Verschluß nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Hals (3) so ausgeführt ist, daß die Gummiblase (l) ein kürzeres oder längeres Stück über ihn geschoben werden kann, wodurch der Abstand zwischen der Gummiblase und der Bauchwand der Dicke dieser Bauchwand angepaßt werden kann.3. Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er mit einer Fingermanschette kombiniert ist, deren Finger gleichzeitig mit der Blase des Verschlusses aufgeblasen wird.4. Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Platte der Fingermanschette und dem Körper eine Aufsaugplatte verwendet wird, die vorzugsweise aus zwei verschiedenen Saugstoffen besteht.5. Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er mit einem Ring aus hartem Material kombiniert ist, der auf an sich bekannte Weise innerhalb der Bauchwand um den Darm herum einoperiert ist, wobei der Ring dazu dient, die künstliche Darmöffnung gegen den I)ruck, dcii die aufgelilasene Gummiblase auf den Darminhalt ausübt, abzustützen.
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