DE844179C - Verfahren und Einrichtung zur drahtlosen Nachrichtenuebertragung - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur drahtlosen NachrichtenuebertragungInfo
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- H—ELECTRICITY
- H03—ELECTRONIC CIRCUITRY
- H03C—MODULATION
- H03C1/00—Amplitude modulation
- H03C1/62—Modulators in which amplitude of carrier component in output is dependent upon strength of modulating signal, e.g. no carrier output when no modulating signal is present
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Description
Bei der drahtlosen Nachrichtenübertragung sind verschiedene Einrichtungen bekannt, um die Anlage-
und Betriebskosten auf der Senderseite zu reduzieren. Man hat z. B. Stromkostenersparnisse
bei Rundfunksendern mit großer Leistung dadurch erreicht, daß man den mittleren Wirkungsgrad bei
der Endstufe verbessert hat. Bei einer bekannten Methode wird z. B. der Träger bei kleiner Aussteuerung
reduziert, wodurch die hohe Leerlaufabstrahlung verringert und dadurch der mittlere
Wirkungsgrad verbessert wird. Ein Nachteil dieser Methode besteht jedoch noch darin, daß die volle
Senderleistung nur bei den relativ seltenen Übertragungsspitzen ausgenutzt wird. Da der Sender
für diese Leistungsspitzen gebaut werden muß, ist der Ausnutzungsgrad bei den zeitlich weitaus am«
häufigsten vorkommenden mittleren Übertragungspegeln verhältnismäßig klein.
Hochwertige Sendeanlagen, wie z. B. Rundfunksender, sollen ferner in der Lage sein, sehr hohe
Pegelunterschiede einwandfrei zu übertragen. Bei Orchesterkonzerten kommt eine Dynamik von
iooo : ι sehr häufig vor. Die Erfahrung hat gezeigt,
daß so hohe Amplitudenunterschiede mit wirtschaftlich vernünftigem Aufwand kaum einwandfrei
übertragen werden können. Bei großen Amplituden
würde eine Übersteuerung eintreten und bei kleinen Amplituden wurden die Störgeräusche zu stark
hervortreten. Man hat deshalb Dynamikregler auf der Niederfrequenzseite der Sender eingebaut, die
z. B. die ursprüngliche Dynamik einer Übertragung von iooo : ι auf ioo : ι reduziert. Auch bei diesem
System richtet sich die Leistungsgrenze des Senders nach den seltenen und sehr kurzzeitigen Aussteuerungsspitzen. Infolgedessen ist während der
ίο zeitlich weitaus am häufigsten vorkommenden mittleren
Aussteuerung eine nur sehr geringe Ausnutzung der tatsächlichen Röhrenleistungsfähigkeit
vorhanden.
Es ist weiter ein Verfahren bekannt, bei dem mit steigender Aussteuerung der Verstärkungsgrad der
Senderendstufe heruntergesetzt wird. Auf diese Weise erreicht man wohl, daß die Leistung sowohl
des Trägers als auch der Seitenbänder bei großen Aussteuerungen vermindert wird, jedoch tritt
ao dieser Vorteil nur ein bei den zeitlich relativ seltenen Aussteuerungsspitzen. Bei den zeitlich
weitaus am meisten vorkommenden mittleren Aussteuerungen jedoch wird trotzdem die volle Trägerenergie
ausgestrahlt. Der Sender muß also mindestens für die volle Trägerleistung zuzüglich eines
Teilbetrages für-die Seitenbandleistung dimensioniert
sein. Mit diesem Verfahren kann deshalb nur eine beschränkte Leistungseinsparung erreicht
werden, so daß seine Anwendung praktisch nur geringe Vorteile bringt.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren zur trägerfrequenten Nachrichtenübermittlung
mittels amplitudenmodulierter Schwingungen und reduziertem Träger, bei dem erfindungsgemäß im
Sender von einem Teilbetrag der maximalen Modulatoraussteuerung an am Senderausgang die
Amplitude des Trägers· mit wachsender Aussteuerung abnimmt und der zeitliche Mittelwert der
Amplitude-der -Seitenbänder mit der Aussteuerung weniger als verhältnisgleich zunimmt, und bei dem
im Empfänger sowohl die Amplitude des Trägers als auch diejenige der Seitenbänder einer zum
Sender inversen Steuerung unterworfen werden.
Die Erfindung, gestattet eine ganz bedeutende
Ersparnis sowohl an Energie als auch an Aufwand bei der Senderstufe und der Ausgangsschaltung.
Bei diesem Sende- und Empfangsverfahren, das
sich besonders gut für die drahtlose Sprach- und Musikübertragung eignet, wird die Senderhöchstleistung
bereits bei den am häufigsten vorkommenden mittleren Aussteuerungsgraden erreicht. Bei
den gelegentlichen, um 1 bis 2 Neper über dem mittleren Pegel gelegenen Aussteuerungsspitzen
wird keine höhere Sendeenergie ausgesteuert. Damit im Empfänger die Darbietung verzerrungsfrei und
in der ursprünglichen Dynamik übertragen werden kann, werden im Sender und im Empfänger Trägertind
Seitenbandsteuerungen vorgenommen.
Bei der Amplitudenmodulation entstehen außer der Trägerfrequenz noch Seitenbandfrequenzen.
Die Amplitude des Trägers bleibt dabei konstant, während diejenige der Seitenbänder proportional
dem Aussteuerungsgrad der Modulationsspanriung (Modulationsgrad) variiert. Als Grenze der verzerrungsfreien
Übertragung kann der Modulationsgrad w = 1 angesehen werden; hier wird die
Summe der Momentanwerte der Seitenbandamplituden gleich der Amplitude des Trägers. Hier liegt
auch die leistungsmäßige Grenze des Senders im Hinblick auf die verzerrungsfreie Ül>ertragung.
Das gilt sowohl für die Zweiseitenband- als auch, mit gewissen Einschränkungen, für die Einseitenbandübertragung,
was aber die Erfindung nicht einschränkend berührt. Beide Verfahren können für den Erfindungszweck verwendet werden.
Erfindungsgemäß wird zunächst der Träger in an sich bekannter Weise nach erfolgter Modulation
auf einen gewissen Teilbetrag - reduziert. Der
Reduktionsfaktor kann dabei z. B. so gewählt werden, daß er etwa dem Verhältnis mittlerer Pegel
zu höchsten Aussteuerungsspitzen entspricht. In diesem Fall wird erfahrungsgemäß η zwischen
3 bis 10 liegen. Erfindungsgemäß ist man aller nicht an diese Grenzen gebunden. Ein Sender dieser
Art erreicht, bezogen auf den Ausgang, den Modulationsgrad m == ι bereits bei einem w-mal kleineren
Aussteuerungsgrad. Werden nun entsprechend dem ' Erfindungsgedanken dieses Verfahrens bei Überschreiten
des Modulationsgrades m = 1 Träger und Seitenbänder reduziert, indem etwa der Verstärkungsgrad,
also der Übertragungsfaktor zwischen Modulator und Senderausgang z. B. proportional m
reduziert wird, so kann man erreichen, daß bei höheren Aussteuerungen im Modulatoreingang als
w=i, also w=i bis n, keine höheren Strom- und
Spannungsaussteuerungen z. B. im Ausgangsverstärker des Senders erforderlich sind. Bei entsprechenden
Maßnahmen im Empfänger erlaubt das Übertragungsverfahren der vorliegenden Erfindung,
den Modulationsgrad m = 1 und damit die Höchstleistung des Senders bereits im Gebiete der am
häufigsten vorkommenden mittleren Übertragungspegel zu erreichen und diesen l>ei höheren Aussteuerungsspitzen
bedeutend zu überschreiten, ohne daß dadurch beim Empfang der Hochfrequenzsignale
merkbare Verzerrungen auftreten. Nach der Erfindung ist es also möglich. Sender und Empfänger
so zu bauen, daß an der Empfangsstelle mit einer wesentlich höheren Empfangslautstärke empfangen no
werden kann, als dies der Fall wäre, wenn der Sender bei gleicher Wattleistung mit normaler
Amplitudenmodulation arbeiten würde. Ein nach der Erfindung gebauter Empfänger ist auch ohne
weiteres in der Lage, Sender mit normaler Amplitudenmodulation
einwandfrei zu empfangen. Dasselbe trifft auch zu, wenn der Sender mit reduziertem
Träger arbeitet.
Es ist besonders zweckmäßig, die Reduktion umgekehrt proportional der Überschreitung des Modulationsgrades
m = 1 auszuführen. Dann bleil>en im Gebiete w >
1 die Amplituden der Seitenbänder, die sonst proportional mit m zunehmen, wenigstens
angenähert konstant. Es kann selbstverständlich auch eine andere als umgekehrt proportionale las
Änderung durchgeführt werden; z. B. könnte die
Verstärkungsänderung so gewählt werden, daß noch ein gewisser Anstieg der Seitenbandamplituden
erfolgt. Dieser Anstieg ist ohne Übersteuerung des Senders möglich auf Kosten der Leistungsabnahme
des Trägers mit steigender Aussteuerung.
Damit die Übertragung vom Sendereingang bis Empfängerausgang naturgetreu ausfällt, werden
beim Empfänger ähnliche, jedoch inverse Steuerungsvorgänge wie beim Sender ausgeführt. Wird
ίο der Sender so eingerichtet, daß die maximale Leistung bereits bei 1J5 des maximalen Aussteuerungsgrades
erreicht wird, so kann dieser Sender am Empfängerausgang mit einerLautstärke empfangen werden, wie ein Sender mit normaler
15. Amplitudenmodulation, dessen Leistung jedoch 25mal größer ist.
Eine Grenze in der Trägerreduktion kann durch die Verhältnisse beim Empfänger gegeben sein.
Dies hängt davon ab, wie weit es im Empfänger
ao durch wirtschaftlich tragbare Mittel möglich ist,
die ursprünglichen Amplituden- und Phasenverhältnisse für den Träger und die Seitenbänder wie im
Sender wiederherzustellen. Insbesondere muß der reduzierte Träger des Empfangssignals zur Syn-
a5 chronisierung des Empfängeroszillators noch ausreichen.
Ferner soll seine Amplitude mindestens gleich der Summe der übertragenen maximalen
Seitenbandamplituden sein. Eine Überschreitung dieses Wertes ist kein Nachteil. Dagegen soll eine
Unterschreitung möglichst vermieden werden, um Verzerrungen zu verhindern.
Die Nachregulierung des Verstärkungsgrades der Träger- und Seitenbandspannungen kann in ähnlicher
Weise erfolgen, wie das von der Empfangs-Schwundregulierung her bekannt ist. Für mittlere
und kleine Aussteuerung, also für wt <C 1, erfolgt
im Sender noch keine Beeinflussung des Trägers. Der empfangene Träger ist ebenfalls konstant und
somit auch der Verstärkungsgrad im Empfänger.
Bei Aussteuerungen m <C 1 entspricht der Übertragungsvorgang
demjenigen einer normalen Amplitudenmodulation im Sender bzw. Demodulation im Empfänger. Der konstante Träger und damit auch
die konstante Verstärkung bleiben bis zum Modulationsgrad m = 1 bestehen. Überschreitet die Aussteuerung
diesen Wert, wird also wi> 1, so setzt
im Sender eine dem Wert 1 : m proportionale Spannungsreduktion
des Trägers und der Seitenbänder ein. Genau der umgekehrte Vorgang geht im Empfänger vor sich, indem dort beim Überschreiten
des Modulationsgrades m = 1 wieder eine dem Wert m proportionale Erhöhung des Trägers und
der Seitenbänder erfolgt. Verzichtet man auf dynamiktreue Ül>ertragung, um z.B. eine Dynamikkompression
oder -expansion zu erreichen, so braucht die Nachregulierung nicht entsprechend ι : m zu erfolgen, sondern diese kann nach irgendeiner
anderen Gesetzmäßigkeit durchgeführt sein. Der erfindungsgemäße Aufbau und die Arbeitsweise
des Senders wird schematisch in Fig. 1 und im Diagramm Fig. 2 dargestellt.
Über die Eingangsleitung L gelangen die tonfrequenten Eingangsspannungen U1 auf den Modulator
M. Der Modulator erhält seine Trägerspannung vom Generator G. Die im Modulator M
erzeugten Hochfrequenzspannungen setzen sich in normaler Weise zusammen aus der Trägerspannung
U0 und den Seitenbandspannungen ws. An
dieser Stelle ist der höchstzulässige Modulationsgrad = i. Die Spannungen gelangen auf den
Trägerreduktor T. Im Trägerreduktor T wird die ursprüngliche Trägerspannung M0 auf einen
K-mal kleineren Wert M7- reduziert. Die Seitenbandspannungen
us bleiben dagegen in der ursprünglichen
Höhe erhalten. Hinter dem Reduktor T wird also ein Frequenzband vorhanden sein, in
welchem die Seitenbandamplitude die Trägeramplitude wesentlich überschreiten kann. In bezug auf
den Träger treten also Modulationsgrade > 1 auf. Die maximale Modulation m wird höchstens gleich
dem Reduktionsfaktor n. Die Reduktion des Trägers kann so erfolgen, daß vom Generator G eine Teilspannung
Uq abgenommen wird, die der ursprünglichen Trägerspannung W7- möglichst genau in
Gegenphase zugesetzt wird. Der Reduktionsfaktor η kann zweckmäßig so gewählt werden, daß er
der vorgesehenen maximalen Überschreitung der Summe der Seitenbandspannungen gegenüber der
Trägerspannung entspricht, η kann auch als das durchschnittliche Amplitudenverhältnis der gelegentlichen
hohen Aussteuerungen zu den häufigen mittleren Aussteuerungen angesehen werden. In
der Praxis kann η etwa 3 bis 10 betragen, doch braucht η nicht auf diese Werte beschränkt zu
bleiben. Die Ausgangsspannungen des TrägerreduktorsT
gelangen /auf deaübertragungsregler R.
Im Spannungsvergleicher 5" werden die am Reduktor
T auftretenden Amplituden der Seitenbandspannungen mit der Amplitude des Trägers entsprechend
den momentanen Werten ihrer Umhüllungskurven verglichen. Erreicht bei einer bestimmten
Aussteuerung die Summe der Seitenbandspannungen die Höhe des Trägers, so ist in bezug
auf den Senderausgang der Modulationsgradm— 1
erreicht. Der Modulationsgrad, am Senderausgang gemessen, kann bis zum w-fachen Betrag über- ■
schritten werden, ohne daß Verzerrungen auftreten. Erst bei Überschreiten dieser Aussteuerung treten
Verzerrungen auf. Diese rühren dann vom Modulator M her, da dessen höchstzulässiger Modulationsgrad
-überschritten wird.
Überschreitet die Aussteuerung den Modulationsgrad m = i, so muß entsprechend dem Erfindungsgedanken der Übertragungsregler R betätigt und
das Übertragungsmaß heruntergesetzt werden. Dies geschieht dadurch, daß eine Regulierspannung «^
als Maß der Überhöhung der Seitenbandspannung im Spannüngsvergleicher 6" erzeugt wird, sobald
die Summe aller Seitenbandspannungen die Höhe des Trägers erreicht oder diesen überschreitet. Der iao
Reguliervorgang folgt den Musik- oder Sprachübertragungen laufend ungefähr nach der Umhüllungskurve
der Modulationsspannungen, ist also dauernden Schwankungen unterworfen. Die Raschheit,
mit der der Reguliervorgang der Umhüllungs- i»5
kurve folgt, ist von der Zeitkonstanten der Regu-
lierung abhängig. Diese kann zwischen einer und mehreren hundert Millisekunden liegen. Entsprechend
dem zeitlichen Verlauf von m wird somit der Übertragungsfaktor des Übertragungsreglers
R durch die Steuerspannung Ur laufend nachreguliert. Bei kleinen Aussteuerungen, also
m<Ci ist der Ubertragungsfaktor von R konstant;
er hat hier außerdem seinen Höchstwert. Eine Änderung, und zwar eine Reduktion, tritt dann
ίο ein, wenn der Modulationsgrad w>i wird.
Der Spannungsvergleicher S und der Ubertragungsregler R sind zweckmäßig so aufeinander
abgeglichen, daß der Ubertragungsfaktor umgekehrt proportional dem Modulationsgrad abnimmt.
Infolgedessen nimmt die Trägerspannung umgekehrt proportional dem Modulationsgrad ab,
dagegen bleiben die Seitenbandspannungen «s im Gebiet m >
1 konstant. Die so regulierten Spannungen gelangen auf den Ausgangsverstärker V und
von da auf die Ausgangsschaltung, ζ. Β. eine Antenne A.
Der Vorgang bei der Verstärkungsgradregelung ist in dem Diagramm Fig. 2 näher erläutert. Auf
der Abszisse ist der Modulationsgrad, auf der Ordinate sind- alle übrigen interessierenden Größen
des Senders aufgetragen. Der Spannungsvergleicher und der Verstärkungsregler sind so aufeinander
abgeglichen, daß nach Überschreiten eines Modulationsgrades von m — 1 eine Verringerung
des Übertragungsfaktors umgekehrt proportional dem momentanen Modulationsgrad erfolgt. In dem
Aussteuergebiet kleiner Modulation, also w<i, ist
die Trägerspannung UT, nach Reduktion der Modulatorträgerspannung
U0 auf den η-ten Teil, kon-
stant. Die Seitenbandspannungen nehmen proportional mit dem Modulationsgrad zu, und zwar bis
zum Schnittpunkt mit der Pegellinie der Trägerspannung U0 des Modulators. Nach Überschreiten
des Modulationsgrades m = 1 tritt der Übertragungsregler R in Funktion, wodurch eine Änderung
des Übertragungsfaktors erfolgt. Die dadurch veränderten Größen sind mit einem * bezeichnet.
Die Trägerspannung UT bleibt nicht mehr konstant,
.. sondern nimmt nach der Kurve UT* =■— ab. Die
' m Seitenbandspannung Ug* verläuft aus dem gleichen
Grunde nicht mehr wie Ug proportional der Aussteuerung,
sondern bleibt auf dem konstanten Wert U8*.
Als Spannungsvergleicher können in bekannter Weise zwei Spitzenspannungsmesser zusammengeschaltet
werden. Der eine folgt der Umhüllungskurve der Niederfrequenzspannung und der andere
derjenigen der Modulatorträgerspannung. Die Ein-Stellzeit muß so gewählt werden, daß die Regulierspannung
Uκ der Umhüllungskurve der Eingangsspannung möglichst naturgetreu folgt. Sie muß
möglichst klein sein, wobei jedoch zu beachten ist, daß sie den tiefsten Eingangsfrequenzen noch nicht
unmittelbar folgen kann. Durch eine konstante Vorspannung kann erreicht werden, daß die Regulierspannung
erst dann wirksam wird, wenn der Modulationsgrad m = 1 überschritten wird. Als
Verstärkungsregler R können z. B. in bekannter Weise Regelpentoden verwendet werden. Durch
Anwendung von stromabhängigen Widerständen ist es immer möglich, den Verstärkungsgrad des Verstärkungsreglers
so auf den Aussteuerungsmesser abzustimmen, daß bei jedem Aussteuerungsgrad mit m >
ι der Übertragungsfaktor wenigstens an-
genähert proportional — wird.
Der erfindungsgemäße Aufbau und die Arbeitsweise des Empfängers ist in Fig. 3 dargestellt. Die
hochfrequenten Schwingungen M1 gelangen von der Antenne E auf den Hochfrequenzverstärker V1 und
werden hier in bekannter Weise verstärkt. Die verstärkte Empfangsspannung M2 gelangt auf einen
Übertragungsregler R und von da als eine in bestimmter Weise regulierte Spannung M5 auf den
Demodulator D. Vom Demodulator gelangen die erhaltenen Niederfrequenzschwingungen M7 auf den
Niederfrequenzverstärker V2 und von da in den Verbraucherkreis, z. B. einen Lautsprecher L. Am
Hochfrequenzverstärker V1 wird außerdem eine vorverstärkte Empfangsspannung K3 abgenommen.
In dieser Empfangsspannung ist der Hochfrequenzträger enthalten, der zur Regulierung des Übertragungsreglers
R und zur Synchronisierung des Trägergenerators G benutzt wird. Die Regulierung
des Übertragungsreglers R kann beispielsweise erfolgen, indem die Empfangsspannung M3 auf einen
Modulator M gegeben wird. Die erforderliche konstante Hilfsspannung ua mit der gleichen Frequenz
wie der Träger wird dem Trägergenerator C entnommen. Dem Modulator M kann nun eine
Gleichspannung M9 als Regulierspannung für den Regler R entnommen werden. Unter Zwischenschaltung
eines Tiefschalters T zwecks Vermeidung störender Einflüsse der Seitenbänder gelangt diese
auf den Ubertragungsregler R. Der Übertragungsfaktor des Übertragungsreglers R wird somit in
Abhängigkeit der Höhe des Trägerspannungsanteils in der Empfangsspannung M3 reguliert. Da im
Sender der Träger bei kleinen Aussteuerungen, also bei Modulationsgraden zwischen ο und 1,
konstant bleibt, erfolgt im Empfänger keine Änderung der Verstärkung. Bei Ul>erschreiten eines
Modulationsgrades m = 1 wird im Sender, entsprechend der Kurve UT* der Fig. 2, der Träger
umgekehrt proportional zum Modulationsgrad reduziert, was zur Folge hat, daß auch im Empfänger
der Ubertragungsfaktor des Reglers geändert wird. Der Regler R arbeitet so, daß sein
Übertragungsfaktor etwa im gleichen Verhältnis ansteigt, wie die Amplitude UT des Trägers abnimmt.
Die Seitenbandspannungen, welche in der verstärkten Empfangsspannung M2 enthalten sind
und bei Aussteuerung wi>i durchweg einen konstanten
Pegel aufweisen, werden nun im Regler proportional der Senderaussteuerung m verstärkt.
Im unteren Aussteuerungsgebiet m<i ist diese Proportionalität von vornherein vorhanden, da ja
hier der normale Amplitudenmodulationsvorgang nicht verändert wird. Die Folge davon ist, daß die
Seitenbandspannung über die ganze Aussteuerung
von ο bis m linear mit dem Modulationsgrad des
Senders verläuft. Für die Demodulierung der Hochfrequenzspannung
M5 muß dem Demodulator D eine konstante Trägerspannung M6 zugeführt werden.
Diese Trägerspannung wird einem örtlichen Trägergenerator G entnommen. Der Generator G wird
durch eine Steuerspannung M4 aus einer Vorrichtung F nach Frequenz und Phase mit dem Trägeranteil
der Spannung U3 synchronisiert. Aus dem ίο Generator G wird der Synchronisierungseinrichtung
F die erzeugte Frequenz fg als Vergleichsgröße
zurückgeführt. Die Trägerspannung M6, die dem Modulator D zugeführt wird, muß immer größer
sein als die Eingangsspannung M5, damit nichtlineare
Verzerrungen sicher vermieden werden. Die Spannung M5 enthält ebenfalls noch einen Trägerspannungsanteil,
der sich zur Trägerspannung M6 einfach addiert. Der Aufbau des Verstärkers V1
ist grundsätzlich gleichgültig. Er kann z. B. als ao Gradausverstärker, er kann aber auch als Zwischenfrequenzverstärker
gebaut sein. Der Verstärker kann auch eine automatische Schwundregulierung enthalten. In diesem Fall ist diese z. B. in die
Eingangsstufen des Verstärkers V1 einzubauen, und
as zwar so, daß sie vor der Abnahmestelle für die Regulierspannung U3 zur Wirksamkeit kommt. Die
Schwundregulierung wird bei kleiner Aussteuerung vorwiegend durch den Träger und bei großer Aussteuerung
vorwiegend durch die Seitenbandfrequenzen beeinflußt. Auf diese Weise ist die Schwundregulierung nur gering, praktisch vernachlässigbar,
von der Aussteuerung abhängig. Der Abnahmeort für die Steuerspannung M3 ist so gewählt,
daß der Trägeranteil groß genug ist, um eine betriebssichere Synchronisierung des Gene.rators
G zu ermöglichen.
Die Erfindung soll noch weitere Ausführungsmöglichkeiten umfassen. Es ist z. B. beim Sender
auch möglich, den dem Regler R folgenden Verstärker V wegzulassen. In diesem Fall arbeitet der
Regler R direkt auf dem Ausgangskreis A. Ferner kann die Reduktion des Trägers Us nach dem
Modulator M auch so erfolgen, daß Siebmittel nachgeschaltet sind, die auf den Träger abgestimmt
sind und auf diesen dämpfend einwirken.
Ferner kann die Regulierung der Seitenband-
amplituden auch so vorgenommen werden, daß ihr zeitlicher Mittelwert für Aussteuerung m
> 1 mit der Aussteuerung sich etwas erhöht. Man erreicht so eine noch bessere Senderausnutzung. Dies ist
ohne Senderübersteuerung möglich, da ja die
• Trägerleistung mit steigender Aussteuerung ab-•nimmt.
Beim Empfänger lassen sich noch weitere An-Ordnungen ausführen. So z. B. ist es in Fällen, wo
es auf Kosteneinsparungen ankommt, möglich, die Regulierung für die senderinverse Steuerung mit
der Fadingregulierung zu kombinieren. Man nimmt dabei Dynamikänderungen mit in Kauf. Im
einfachsten Fall genügt es, im Empfänger eine einfache, an sich bekannte Schwundausgleichregulierung
zu verwenden. Infolge des reduzierten Trägers muß der Empfänger jedoch mit einem auf
den Träger synchronisierten Generator versehen sein, damit der Demodulator eine ausreichend hohe
Trägeramplitude erhält.
In der Senderschaltung Fig. 1 braucht die an sich konstante Vergleichsspannung ug' nicht unbedingt
dem Trägerreduktor T bzw. dem Generator G entnommen werden. An ihrer Stelle kann
eine konstante Gleichspannung treten, die einer besonderen Spannungsquelle entnommen wird. Hält
man diese Spannung auf unveränderlichem Wert, so kann durch Ändern der Trägerreduktion erreicht
werden, daß die den Trägerverlauf darstellende Kurve Uj höher oder tiefer zu liegen kommt; dementsprechend
verläuft auch das Kurvenstück M7-*. Die beiden Betriebsfälle sind in der Fig. 2 a dargestellt.
Kurve b zeigt die Trägerhöhe bei geringerer und Kurve ο den Fall für stärkere Reduktion.
Der Fall a hat praktische Bedeutung, wenn der Energieaufwand für den Träger noch weiter
reduziert werden soll gegenüber der Seitenbandenergie.
Für viele Zwecke kann es von Vorteil sein, Sender und Empfänger nach der Erfindung zusammen
mit dem bekannten Dynamikregler zu verwenden. Solche Dynamikregler verändern das
Übertragungsmaß auf der Niederfrequenzseite. Ihre Steuerung erfolgt meistens in Abhängigkeit
der zu regelnden Durchgangsspannung. Nach der Erfindung kann diese Regelung aber auch in Abhängigkeit
der Regulierspannung des Senders oder des Empfängers erfolgen.
Claims (20)
1. Verfahren zur trägerfrequenten Nachrichtenübertragung
mittels amplitudenmodulierter Schwingungen und reduzierten Trägers, dadurch gekennzeichnet, daß im Sender von
einem Teilbetrag der maximalen Modulatoraussteuerung an eine Verstärkungsänderung beginnt,
derart, daß am Senderausgang die Amplitude des Trägers mit wachsender Aussteuerung
abnimmt und der zeitliche Mittelwert der Amplitude der Seitenbänder mit der Aussteuerung
weniger als verhältnisgleich zunimmt und daß im Empfänger sowohl die
Amplitude des Trägers als auch der Seitenbänder einer zum Sender angenähert inversen
Steuerung unterworfen werden.
2. Einrichtung zur Durchführung des Verf ahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß im Sender Regeleinrichtungen vorgesehen sind zur Beeinflussung des Trägers und der Seitenbänder von einem bestimmten
Teilbetrag der maximalen Aussteuerung an iao derart, daß am Senderausgang mit Erhöhung
der Aussteuerung die Amplitude des Trägers abnimmt und die Amplitude der Seitenbänder
weniger als verhältnisgleich zur Aussteuerung zunimmt, und daß im Empfänger Mittel vorgesehen
sind, welche eine zur im Sender
erfolgten Amplitudenbeeinflussung inverse Amplitudensteuerung des Trägers und der
Seitenbänder bedingen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß beim Sender mit zunehmender Aussteuerung die Amplituden der Seitenbänder derart zunehmen, daß der Sender bei%
Verstärkungsänderung wenigstens angenähert maximal ausgesteuert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Verstärkungsänderung die Amplitude des Trägers wenigstens angenähert umgekehrt proportional mit
wachsender Aussteuerung abnimmt und der zeitliche Mittelwert der Amplitude der Seitenbänder
mit der Aussteuerung wenigstens angenähert konstant ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Teilbetrag der maximalen
ao Modulatoraussteuerung, bei dem die Verstärkungsänderung beginnt, wenigstens angenähert
gleich ist dem Teilbetrag der Trägerreduktion.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die, Verstärkungsänderung durch eine Regelspannung gesteuert wird, die der momentanen Überhöhung der Umhüllungskurve der Modulationsspannung gegenüber
einer wenigstens angenähert konstanten Vergleichsspannung entspricht.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vergleichsspannung derart
gewählt ist, daß die Verstärkungsänderung einsetzt, wenn.. die Seitenbandspannung am
Senderausgang die Hohe der Trägerspannung im Aussteuerungsbereich m ii 1 überschreitet,
wobei m der Modulationsgrad ist.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß beim Empfänger bei Abnähme des Trägeranteils der Empfangswelle
eine Verstärkungserhöhung erfolgt, derart, daß die Amplituden des Trägers und der Seitenbänder
vergrößert werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungserhöhung
wenigstens angenähert umgekehrt proportional der Abnahme des Trägeranteils erfolgt.
10. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß beim Sender dem Modulator
eine Regeleinrichtung nachgeschaltet ist zur Beeinflussung des Übertragungsfaktors in
Abhängigkeit von der Aussteuerung, und daß zwischen dem Modulator und der Regeleinrichtung
eine dem Trägergenerator entnommene Spannung eingeführt ist, die die Trägerspannung
des Modulators verringert.
11. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Modulator und ■:
Regeleinrichtung selektive Dämpfungsmittel vorhanden sind, die eine Reduktion des
Trägers verursachen.
12. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinrichtung direkt
mit dem Senderausgang verbunden ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Regeleinrichtung
und dem Senderausgang ein Verstärker vorhanden ist.
14. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Beeinflussung des
Übertragungsfaktors der Regeleinrichtung durch eine Regelspannung erfolgt, die einer
Einrichtung entnommen ist, in der die momentane Überhöhung der Umhüllungskurve
der Modulatorspannung gegenüber einer Ver- · gleichsspannung laufend verglichen wird. ■
15. Einrichtung nach Anspruch 14, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vergleichsspanming wenigstens angenähert gleich dem Scheitelwert
der reduzierten Trägerspannung gemacht ist.
16. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß im Empfänger Mittel vorhanden sind, um den Verstärkungsgrad für Träger und
Seitenbändef zu erhöhen, wenn der Träger der
EmpfangsWelle sich verringert.
17. Einrichtung nach Anspruch 16, dadurch
gekennzeichnet, daß der Verstärkungsgrad 1-durch eine Regeleinrichtung beeinflußt wird,
die vor dem Demodulator eingeschaltet ist und in Abhängigkeit von der Trägeramplitude der
Empfangswelle arbeitet.
18. Einrichtung nach Anspruch 16, dadurch
gekennzeichnet, daß dem Demodulator eine Trägerspannung aus einem Generator zugeführt
ist, der durch eine dem Signalverstärker entnommene Steuerfrequenz auf die Trägerfrequenz
des Demodulators synchronisiert ist.
19. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Sender und/oder dem
Empfänger sich selbststeuernde Dynamikregler zugeschaltet sind.
20. Einrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der Dynamikregler
durch eine Steuerspannung aus dem »05 Sender bzw. Empfänger erfolgt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
5221 7.52
Applications Claiming Priority (1)
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| CH613526X | 1944-11-22 |
Publications (1)
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| DE844179C true DE844179C (de) | 1952-07-17 |
Family
ID=4523572
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP28967D Expired DE844179C (de) | 1944-11-22 | 1949-01-01 | Verfahren und Einrichtung zur drahtlosen Nachrichtenuebertragung |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE844179C (de) |
| FR (1) | FR917371A (de) |
| GB (1) | GB613526A (de) |
-
1945
- 1945-11-14 FR FR917371D patent/FR917371A/fr not_active Expired
- 1945-11-22 GB GB31527/45A patent/GB613526A/en not_active Expired
-
1949
- 1949-01-01 DE DEP28967D patent/DE844179C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB613526A (en) | 1948-11-30 |
| FR917371A (fr) | 1947-01-06 |
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