DE830338C - Mit Fluessigkeit gefuellte Druckkapsel, insbesondere fuer Grubenstempel - Google Patents
Mit Fluessigkeit gefuellte Druckkapsel, insbesondere fuer GrubenstempelInfo
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Description
- Mit Flüssigkeit gefüllte Druckkapsel, insbesondere für Grubenstempel Die Erfindung betrifft ein Mittel, mit welchem einerseits hohe Drücke aufgenommen werden können, das aber andererseits in einfacher Weise entlastet werden kann, sobald ein Nachgeben erwünscht ist. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf Grubenstempel, die mit einem solchen Druckaufnahmemittel ausgestattet werden.
- Das Druckaufnahmemittel nach der Erfindung besteht aus einer mit Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, gefüllten Kapsel, die bei allseitiger Anlage an umgebende Wandungen sehr hohe Drücke von einigen hundert oder tausend atü aufzunehmen imstande ist und von der eine Wand zur Aufhebung der Belastung mit einem Fremdkörper durchdrungen wird, so daß die Druckflüssigkeit sich entspannt.:Die Wand kannbeispielsweise durchstochen oder aufgebohrt werden. Bei geeigneter Wahl des Baustoffes kann die Kapsel so billig hergestellt werden, daB das Anbohren oder auch eine völlige Zerstörung in Kauf genommen werden kann. Sie kann auch aus einem Baustoff hergestellt sein, der durch thermoplastische Umformung - wieder brauchbar gemacht werden kann, und zwar zu wiederholten Malen. Verwendbar sind z. B. die bekannten Mischpodymerisate, Kunstharze, die Kunststoffe aus Kasein sowie die Kunststbffe u. «. m. Darüber hinaus lassen sich auch Kapseln aus Metallen verwenden, wie z. B: Aluminium, Blei, Weicheisen; Zinn; Hydronalium und -ähnliche. Die Kapsel kann einteilig sein, vorzugsweise wird sie- aus zwei ineinanderpa@ssenden Teilen gefertigt, die einfach ineinan@dergesteckt sind, aber auch durch .Kleben, Schrumpfen, Schweißen, Vulkanisieren o. dgl. verbunden sein können. Die Druckkapsel kann z. B. in Grubenstempeln Verwendung finden, wo sie entweder zwischen Oberstempel urrd Unterstempel eingesetzt oder an einem sonstigen druckübertragenden Teil angeordnet wird. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß die Kapsel in belastetem Zustand den sie aufnehmenden Innenraum ausfüllt. Versuche haben ergeben, daß bei direkter Kraftübertragung vom Oberstempel zum Unterstempel mit einer Kapsel von 8o mm Durchmesser Drücke von 8o bis ioo t ohne Schwierigkeit übertragen werden können. Das Offnen der Kapsel zum Rauben des Stempels erfolgt durch eine Hohlnadel, :die mittels Gestänges o. dgl. auch aus größerer Entfernung betätigt werden kann.
- Die gebrauchten durchstochenen Kapgeln werden gesammelt und durch thermoplastische Behandlung und Neufüllung wiederholt brauchbar gemacht. Ist die Kapsel zweiteilig ausgeführt, so braucht nur der zum Rauben des Stempels durchbohrte Teil wiederhergestellt zu werden.
- Ein besoriUerer Vorzug der Druckkapsel besteht darin, daß sie zugleich als Druckmesser für die auf sie wirkende Belastung dienen kann. Bei den hohen in der Regel zur Anwendung kommenden .Belastungen von einigen tausend atü ist die Kompress-ibi.lität der Flüssigkeiten, insbesondere des Wassers, immerhin so groß, daß Zusammenpressungen in der Größenordnung von io mm und mehr mühelos erreicht werden können. An dem jeweiligen Grad der Zusammendrückung der Kapsel, der durch äußere Marken leicht ablesbar gemacht werden kann, läßt sich daher die Belastung erkennen, ohne daß es des Einbaues von Hochdruckmanometern oder ähnlichen Anzeigeapparaten ,bedarf. Man ist dadurch auch in der Lage, zahlreiche Meßpwikte gleichzeitig zu beobachten und das Verhalten ganzer Bauwerke und Tragwerke zu verfolgen.
- In der Anwendung auf Grubenstempel ergibt sich .die Möglichkeit, das Verhalten und Arbeiten des liangetuden weitgehend zu verfolgen und seine Auswirkungen auf die Gängigkeit der Kohle .und ähnliche Erscheinungen dauernd zu beobachten. Die neue Druckkapsel erfüllt damit zugleich auch eine wissetischaftliehe Funktion und ist überdies Siieherheitsorgan, da die Erreichung eines etwaigen kritischen Druckes an jeder Stelle sofort bemerkbar ist.
- Mit dem Gebrauch in Grubenstempeln ist die Verwendungsfähigkeit der Erfindung nicht begrenzt. Es gibt eine größere Anzahl von Fällen, in denen es erwünscht ist, verhältnismäßig hohe Drücke zu halten und dann in einfacher Weise die Entlastung vorzunehmen. Beispielsweise kann die Druckkapsel bei der 'Montage oder Demontage im Hoch- und Tiefbau benutzt wenden.
- Auch läßt sich die Druckkapsel dort.verwenden, wo man als Bruchsicherung früher sog. Brechtöpfe eingebaut hat, wie beispielsweise im Walzwerksbau zur Schonung der Walzenzapfen oder :im Druckluftakkumulatorenbau, um die Flaschen vor allzu hohen Drücken zu bewahren.
- Die Druckkapsel dient dann als Überlastung.sschutz, ähnlich einem Bruchbolzen. Sie kann in diesen Fällen mit einer Nadel, Spitze .u. dgl. im Inneren versehen werden, die bei einer bestimmten Zusammendrückung der Kapsel die Wandung durchbricht und damit die Entlastung herbeiführt.
- Die Druckpatrone kann darüber hinaus auch in solchen Fällen angewendet werden, in denen eine plötzliche Entlastung von Maschinen- oder Bauteilen vorgenommen werden muß.
- Ein Ausführungsbeispiel eines Grubenstempels ist in Abb. i dargestellt, während Abb. 2 die Verwendung einer Druckkapsel im Brückenbau zeigt.
- In Abb. i ist mit i ein verstellbarer Tragkopf bezeichnet, welcher sich mit Gewinde in einem Rohrstück 2 bewegt. Die Einstellung des Kopfstückes kann zweckmäßig so erfolgen, daß durch das Loch 3 eine Stange gesteckt wird, mit der der Kopf herausgeschraubt werden kann. Um ein Drehen des Rohrstückes 2 zu verhindern, kann in Bohrung,4 eine .Gegenhaltestange eingeführt werden. Das Rohrstück 2 ist verjüngt und drückt mit seinem unteren Teil 5 auf eine Druckkapsel 6, die mit Druckflüssigkeit, beispielsweise Wasser, gefüllt ist. Um den hydrostatischen Druck aufnehmen zu können, ist die Druckkapsel 6 von einem Stahlzylinder 7 umgeben, der in einem Rohrstück 8, beispielsweise durch Verschweißen, befestigt ist. Der rohrförmig -ausgebildete Unterteil .des Stempels besitzt eine angeschweißte Fußplatte io. In dem Unterteil 9 befindet sich ein Kniehebel i i und 12, an dem ein Druckstück 13 sitzt, in welchem ein spitzer Gegenstand i.1 befestigt ist, der die Druckpatrone 6 zerstört, wenn man an dem Zugring 1 5 durch Anschließen eines Seiles oder einer Kette einen Zug ausübt. Die geöffnete Patrone 6 schiebt ,sich unter der Last des Gebirges wie ein Harmonikabalg zusammen und der Stempel wird so entlastet, daß er geraubt werden kann. Ähnlich ist,in Abb. 2 der Stützkörper 16 ausgebildet, in welchem sich ebenfalls eine Druckpatrone befindet. Soll der Gerberträ@ger beispielsweise eingeschert werden, so zerstört man die Druckpatrone, worauf das Einscheren sich auf jedes gewünschte Maß vollzieht.
- In Abb. 3 ist schließlich eine .als Cberlastungsschutz dienende Kapsel dargestellt. Sie besteht aus dem äußeren Teil 20 und dem Innentei121, die beide aus einem thermoplastischen Mischpolymerisat bestehen. Im Inneren ist ein Halter 22 für eine Hohlnadel 23 angeordnet, die mit dem Wasserraum durch Kanäle 214 verbunden ist.
- Infolge der außerordentlich hohen ,Belastung, die ;im Inneren der Kapsel über tausend atü Druck ergibt, drückt sich die Kapsel zusammen. Überschreitet der Druck ein bestimmtes willkürlich einstellbares Maß, so durchdringt die Hohlnadel den Deckel .der Kapsel, so daß augenblicklich Entspannung eintritt und .der entsprechende Maschinentei-1 somit geschützt ist.
Claims (7)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Druckaufnahmeorgan, gekennzeichnet durch eine mit Flüssigkeit gefüllte geschlossene Kapsel, die sich allseitig gegen die sie umgebenden Wandungen anlegt und durch Durchdringung der eigenen Wandung mittels eines Fremdkörpers, z. B. Dorn, Bohrer usw., zur Druckentlastung entspannbar ist.
- 2. Druckaufnahmeorgan nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapsel zweiteilig ist, wobei deren Teile durch Schrumpfen, Schweißen, Vulkanisieren o. dgl. miteinander verbunden sind.
- 3. Druckaufnahmeorgan nach Anspruch i, gekennzeichnet durch eine einteilige Druckkapsel, in der gegebenenfalls eine verschließbare Einfüllöffnung vorgesehen -ist.
- 4. Druckkapsel nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapsel aus Kunstharzen, Mischpolymerisaten, Gummi- und Kunstgummiarten und ährlfichen Stoffen besteht.
- 5. Druckkapsel nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapsel aus Metallen wie Weicheisen, Blei, Kupfer, Messing, Aluminium, Hydronalium und ähnlichen besteht.
- 6. Verfahren zum Arbeiten mit Druckkapseln nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapseln zur Druckentlastung angebohrt, angestochen oder zerstört werden.
- 7. Druckkapsel nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckkapsel als lastübertragendes Stützmittel oder als Widerla ,ger bei Grubenstempeln vorgesehen ist. B. Druckkapsel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß, an einem Grubenstempel angebracht oder in einem Grubenstempel eingebaut., unter- oder oberhalb der Druckkapsel auch die Vorrichtung zum Anstechen oder Anbohren der Druckkapsel vorgesehen ist. g. Druckkapsel, insbesondere für Grubenstempel nach den Ansprüchen 7 un-d 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zum Entlasten, Anstechen, Anbohren oder Zerstören der Druckkapsel mittels eines Raubseiles bewegbar ist. io. Druckkapsel nach den Ansprüchen i bis g, dadurch geke.npzeichnet, .daß d -ie durchstochenen oder durchbohrten Teile der Druckkapsel, insbesondere durch thermoplastische Umformung und nach Neufüllung, wieder ,verwendbar sind. i i. Druckkapsel nach den Ansprüchen i bis 6 und io, dadurch gekennzeichnet, daß die Kapsel auch als Überlastungsschnitz für Maschinen-und Bauteile vorgesehen ist. 112. Druckkapsel nach .den Ansprüchen i bis io, dadurch gekennzeichnet, daß eine Durchdrin.gung@svorrichtung, welche bei einer bestimmten ,Zusammendrückung der Kapsel eine Wandung derselben durchbohrt und damit Entspannung herbeiführt, in das Kapselinnere eingebaut ist.
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| DE (1) | DE830338C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1052935B (de) * | 1957-01-31 | 1959-03-19 | Dowty Mining Equipment Ltd | Hydraulischer Grubenstempel |
-
1950
- 1950-05-18 DE DEK3236A patent/DE830338C/de not_active Expired
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